Siemens führt E-Car-Sharing-System für Mitarbeiter in Berlin ein

Feldversuch in Spandauer Siemens Werk vorgestellt

Projekt „4-S“

Die Mosaikhalle im Siemens Verwaltungsgebäude am Rohrdamm, leuchtet in den Farben Grün und Weiß. Grüne Lichter in allen Ecken, die Angestellten im weißen Kostüm.

Die Autos sollen "volles Fahrgefühl bei null Schadstoffausstoss" garantieren.

Die Autos sollen "volles Fahrgefühl bei null Schadstoffausstoss" garantieren.

Heute will Siemens die dritte Phase seines Pilotprojektes „For Sustain-electromobility“ (4-S) vorstellen. Nach den Mitarbeitern in den Siemens Standorten München und Erlangen, sollen nun auch die Berliner in den Genuss eines E-Car-Sharing-Systems kommen. Die eigenen Mitarbeiter dienen hier als Testpersonen, denn natürlich ist dies nur ein Feldversuch für zukünftige Angebote des Hauses Siemens. Die Ladestation wird allerdings schon heute regulär in Augsburg hergestellt und verkauft. Stolz präsentieren Dr. Sami Ataiya, CEO der Division Mobility & Logistics, Dr. Martin Preschner, Technischer Leiter des E- Mobility-Bereiches und weitere Führungskräfte von Siemens die neuen E-Cars und die dazugehörige Soft- und Hardware einem Publikum aus Journalisten, Experten und Siemens Mitarbeitern. Berlin eignet sich, laut Ataiya, besonders gut für den Versuch. Mit sieben Standorten seien besonders viele Mitarbeiter vor Ort, die das Angebot auch begeistert nutzen. Geplant ist der Versuch bis September 2012. Da die Nachfrage der Teilnehmer jedoch sehr groß ist, könnte man sich auch eine Fortführung des Projektes, möglicherweise dann schon in

Dr. Sami Atiya (r.) stellte sich den Fragen der Journalisten.

Dr. Sami Atiya (r.) stellte sich den Fragen der Journalisten.

noch weiter verbesserter Form, vorstellen. Prescher erklärt den Journalisten an der „E-Car-Schlange“ im Ausstellungsbereich, an verschiedenen Monitoren, wie die Mitarbeiter die Autos in Zukunft nutzen können.

Intelligente Technik

Über die Software, eine Smart Phone App oder direkt am Fahrzeug kann ein E-Car reserviert werden. Der Mitarbeiter kann freie Autos direkt über die Software einsehen und sich eines für  zunächst 3 Stunden buchen. Über die Mitarbeitercard kann er das gebuchte Fahrzeug dann öffnen. Die intelligente Software garantiert, dass das Auto auch nur während der Zeit der Reservierung bereitsteht und nicht ab der Buchung für weitere Nutzer blockiert ist. Ebenfalls begeistert ist Prescher über die intelligenten Ladesäulen, ausgestattet mit einem Ultraschallsensor, erkennt sie selbst ihre Verfügbarkeit und leitet diese an die Software weiter. So findet der Nutzer garantiert einen freien Parkplatz mit einer Ladestation. Diese werden ihm auch direkt auf dem Navigationsgerät angezeigt. Die mobilen Bordcomputer (Onboard-Unit) der Fahrzeuge sind mittels GPS mit der Leitzentrale verbunden. So können etwa Parkgebühren, Ladekosten oder auch Maut direkt mit der Zentrale abgebucht werden. Zonenübertritte, wie zum Beispiel in eine Stadt, werden registriert und Stadtmaut, wie zum Beispiel in London direkt verrechnet. 100 Siemens- Mitarbeiter werden nun die 12 Prototypen in der Praxis testen können.

Die intelligente Ladestation erkennt selbst ob sie frei ist.

Die intelligente Ladestation erkennt selbst ob sie frei ist.

E-Cars als Energiespeicher

Außerdem entwickelte Siemens schon im Frühjahr 2011 zwei Prototypen mit einem 800-Volt-Antriebsstrang. Diese Fahrzeuge sollen in Zukunft nicht nur Energie aufnehmen, sondern auch abgeben können und so als Zwischenspeicher mögliche Versorgungsengpässe und -spitzen vermeiden.

Als Kunden für die Technologie sieht Siemens Autovermieter wie Sixt oder auch größere Unternehmen. Einzelpersonen sind weniger im Gespräch.

Mit 20 Millionen Euro gefördert

Die Forschung und Entwicklung des Projektes wurde vom Staat mit 20 Millionen Euro gefördert, was etwa 50 Prozent der Gesamtkosten ausmacht. Allerdings, so betonen die Siemensleute, wurde

Das 800-Volt-Auto soll auch Energie abgeben können.

Das 800-Volt-Auto soll auch Energie abgeben können.

das Projekt ohne Zuschüsse geplant und wäre auch allein durchgeführt worden. „Sowohl der Staat als auch Siemens wollen Lösungen für die Stadtmobilität. Siemens muss jetzt Standarts entwickeln um sich auf die Technologien drauf zu setzen und sie in der Realität zu testen“, so Ataiya. Na dann – gute Fahrt.

Kirsten Stamer

 



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