Spandau mit gestalten

Ideenwerkstatt Haselhorst

Baustadtrat Carsten Röding bei der Ideenwerkstatt Haselhorst

„Spandau mit gestalten“ war der Aufruf der CDU an die Haselhorster Bürger. Carsten Röding lud mit den Worten: „Kommen Sie vorbei, gestalten Sie Spandau mit und bringen Sie eigene Ideen für ihren Kiez ein. Welche Dinge sollte die CDU in den kommenden Jahren anpacken? Wie können wir gemeinsam den Kiez und den Bezirk voranbringen und stärken? Diese und viele andere Fragen möchte ich mit allen Anwohnern diskutieren.“

Der Aufenthaltsraum des Seniorenfreizeitheims im Haselhorster Damm war dicht gefüllt. Nicht nur Senioren, saßen an den Tischen, gespannt, was der Abend so bringen würde, schließlich sollen die Ergebnisse der Gespräche in den Wahlkampf der CDU einfließen. Der jüngste Gast war gerade einmal 18, die älteste Dame etwa 80 Jahre alt.

Während die Neugierigen eintrudelten schleppte der Baustadtrat noch einige Kisten Getränke in den Raum. Von der CDU waren u. a. Bettina Meißner, Kandidatin für das Berliner Abgeordnetenhaus, Patrick Axel Sellerie, der persönliche Referent des Baustadtrats und Josef Juchem, Bezirksverordneter in der BVV Spandau anwesend.

Nach einer kurzen Begrüßung ging es auch schon los. Haselhorst, Zitadelle, Altstadt Spandau und Spandau allgemein waren die inhaltlichen Schwerpunkte, verteilt auf die entsprechende Anzahl von Tischen. Wie ungewohnt diese Form der Ideenfindung war, zeigte sich in der Frage eines Gastes, der wissen wollte, „in welche Richtung wir den diskutieren sollen/wollen“.

Ideenwerkstatt Haselhorst

Anfangs etwas angestrengt, sprudelten dann schnell die Nöte und Visionen. Nach zwanzig Minuten wechselten die Haselhorster an andere Tische und tauschten sich zu einem weiteren Thema aus.

In der anschließenden zusammenfassenden Vorstellung kristallisierten sich ein paar Punkte heraus, die auch für den gesamtem Bezirk Spandau von Bedeutung sind.

Vielen brannte die Flut von Spielhallen auf den Nägeln und äußerten die Hoffnung, dass diese möglichst schnell verschwinden sollten. Für einen Teil waren sie in erster Linie ein Symptom für die deutliche Verarmung der Gesellschaft in einigen Gebieten, andere wollten sie allein wegen der Spielsuchtproblematik nicht in ihrer Nähe haben.

Ein lebendiger Kiez mit funktionsfähiger Infrastruktur war besonders für die älteren Besucher von Bedeutung. Auch wenn Haselhorst noch einigermaßen intakt scheint, fehlen doch einige kleine Geschäfte des täglichen Bedarfs. Mehr Ärzte, bessere öffentliche Verkehrsanbindungen, abgesenkte Bordsteinkanten, die Notwendigkeit einer Postfiliale, nutzbare Radwege, eine nachvollziehbare Verkehrslenkung, bequeme Zugänge zur U-Bahn, also insgesamt ein Kiez der kurzen Wege waren häufig vorgebrachte Vorstellungen, die zeigen, wie wichtig ein intaktes und vor allem seniorengerchtes Umfeld für das eigene Wohlbefinden ist.

Manche Dinge kosten „nur“ Geld, andere lassen sich nicht einfach verordnen. Einer Ansiedlung von Ärzten stehen nicht allein die Vermieter im Weg, die möglicherweise unbillige Forderungen erheben, sondern auch eben auch die mietenden Ärzte selbst. Wenn sich dann z. B. Hörgeräte-Akustiker nur ansiedeln, wenn sie passende Ärzte in der Umgebung vorfinden, wird klar, wie komplex das Thema ist. Behörden sollten flexibler und wohlwollender auf positive Ansätze reagieren und diese nicht durch unnötige Hürden ausbremsen. Eine Kleingartenkolonie wollte ein Parzelle an eine Kita kostenlos zur Verfügung stellen. Letztendlich scheiterte dies bisher an Haftungsrechtlichen Bedenken.

Hier wurde nicht nur gemeckert. Auch die schönen Dinge der Umgebung kamen zur Sprache. Eine bessere touristische Erschließung Spandaus war ein weiteres wichtiges Thema. Schon am Bahnhof Spandau sollten schon erkennbare Hinweise zu den vielen Sehenswürdigkeiten des Bezirks führen.

Stadtbrachen, in Form von vor sich hin gammelnden Ruinen trafen auf ein allgemeines Unverständnis. Kaum einer verstand, wieso Auflagen zur Außengestaltung kleinen Hausbesitzern das Leben schwer machen, während andere große Bauten verrotten lassen dürfen.

Carsten Röding vermied meist offensichtlich parteipolitisches Kalkül in seinen Worten. Er vermittelte den Eindruck, ein offenes Ohr für die Belange der Bürger zu haben und bewies immer wieder Detailkenntnisse über Haselhorst.

Diese Veranstaltung war ein gelungener Startschuss für vergleichbare in anderen Ortsteilen Spandaus. Wer Carsten Röding einmal zum Frühstück oder in die Kleingartenkolonie einladen möchte, der kann dies nun tun. In Form kleinerer privater Tischgespräche möchte der Kandidat für das Amt des Bezirksbürgermeisters den Wählern näher kommen.

Ralf Salecker


Zu finden unter: NewsWohnen & Immobilien

Artikel drucken Artikel drucken

Über den Autor:

RSSKommentare(1)

Trackback URL

Feedback

You must be logged in to post a comment.

Jetzt Neu: Kleinanzeigen in Berlin und Spandau