Erntedankfest im Evangelischen Johannesstift

Staakener Ponyhofdemo gerät zur Diskussionsveranstaltung

Ponyhoffreunde diskutieren sehr emotional mit Journalisten und Politikern

Schon bevor die Demonstration vor dem Rathaus Spandau losgeht kommt es zur ersten Diskussion: Eine Passantin beschuldigt die Hofbetreiber.

Ponyhoffreunde, Politiker und Journalisten in der Diskussion.

Ponyhoffreunde, Politiker und Journalisten in der Diskussion.

Sie hätte mehrfach gesehen, wie die Ponys stundenlang ohne Wasser auf dem Hof angebunden gewesen seien, sagt sie. Die anderen Sachen sind Hörensagen. Sie wird zum Gespräch auf den Hof eingeladen.  „Einfach rin kommen und fragen: stimmt das wirklich?“, schlägt Erika Eisenblätter vor.

“Wer es bestreitet lügt”

Aber auch danach gerät die Demonstration zur Diskussion. Nach einer Begrüßung durch Ingo Bienge, dem Sprecher der BI gegen Amtswillkür, und seiner Hoffnung auf ein Erscheinen von Stadtrat Stephan Machulik, verließt Heinz Troschitz, der Generalbevollmächtigte des 83-Jährigen Hofbesitzers Max Eisenblätter einen Brief, der am 1. Juni an Bürgermeister Helmut Kleebank ging. Obwohl Troschitz betont es sei „kein böses Schreiben“, sondern „eine ganz normale Anfrage“, kommen darin Sätze vor wie: „Verkaufen wir (das Veterinäramt) jetzt kranke Tiere?“

Petition Ponyhof Staaken

Manche Passanten nutzen die Möglichkeit zur Unterschrift auf der Petition für den Ponyhof.

Außerdem schrieb er in Bezug auf den angeblich qualvollen Abtransport der Tiere: „Wer es bestreitet lügt“.

Die Tiere sind wohlauf

Die etwa 40 Anwesenden Ponyhoffreunde applaudieren an manchen Stellen. Die meisten tragen T-Shirts mit Aufschriften wie: „Wir wollen unsere Tiere zurück“. Das hofft auch immer noch BI-Sprecher Bienge. Er lädt alle Spandauer zum 30. Juni auf den Ponyhof ein, in der Hoffnung, dass dann alle Tiere wieder dort seien. Spätestens nach der letzten Pressemeldung von Stephan Machulik, Stadtrat für Bürgerdienste und Ordnung, dürfte diese Hoffnung eigentlich Makulatur sein. „Die Ponys wurden endgültig an verschiedene Tierschutzorganisationen übergeben und haben dort eine anderweitige, dauerhafte tierschutzgerechte Unterbringung gefunden“, heißt es dort. Auch die anderen Tiere seien wohlauf: „Die Enten, Gänse, Hühner, Schafe, Esel, die Ziege und die geschlüpften Küken befinden sich auf dem Schulbauernhof des Berliner Tierheims.“ Zum Zustand der Tiere heißt es: „Die seit Längerem notwendigen veterinärmedizinischen Maßnahmen wurden eingeleitet und die Tiere befinden sich auf dem Wege der Genesung bzw. sind wieder gesund.“

Wieder eine, leider faktenarme, Diskussion

Dass die Tiere jemals Krank waren, wollen die Ponyhoffreunde und die Betreiber des Ponyhofes aber immer noch nicht hinnehmen.

Info Ponyhof

Einige lassen sich von den BI-Mitgliedern informieren.

Mit anwesenden Journalisten und Jürgen Kessling von der SPD entspinnt sich schnell eine lautstarke Diskussion. In einer dichten Menschentraube diskutieren Troschitz und die Ponyhoffreunde auf der einen, Politiker und Journalisten auf der anderen Seite. Die Journalisten – auf der Suche nach Fakten – werden mit hektischen Gesten, mal zugetextet, mal angeschrien. In einer Menschentraube kommt jeder zu Wort, der gerade was zu sagen hat. Fakten zu bekommen ist schwierig. Immer wieder dreht es sich um die gleichen Fragen: Gab es Auflagen? Und wenn ja, warum wurden sie nicht erfüllt? Die einzige Auflage sei es gewesen, den Pferden Wasser bereitzustellen, dies sei Dank einer Selbsttränke schon gegeben, heißt es oft. Die tatsächlichen Anordnungen vom 06.03.2012, wie zum Beispiel die Vorlage einer aktuellen Tierbestandsmeldung, das Einschläfern zweier alten Schafe und die Klauenpflege beim Hängebauchschwein werden nicht erwähnt.

Plakat Ponyhofdemo

Mit Plakaten demonstrieren die Ponyhoffreunde für die Rückgabe der Tiere. Fotos(4): Kirsten Stamer

Die Passanten auf dem Spandauer Rathausvorplatz reagieren unterschiedlich. Einige unterschreiben die Petition, lassen sich von den Mitgliedern der BI den Sachverhalt erklären, andere machen, das sie weiterkommen. Viele können auch nichts mit den Plakaten anfangen, ihnen ist selbst der Ponyhof Staaken unbekannt.

Ob diese Demonstration/Diskussion der Sache der Ponyhoffreunde genützt hat, ist nicht ganz klar.

Kirsten Stamer

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  1. fam zillmann sagt:

    hallo allerseits,
    es ist mir neu,daß man beim vetamt seinen tierbestand angeben muß,wohl aber bei der landwirtschaftlichen berufsgenossenschaft und der tier seuchenkasse.da keine seuchengefahr durch pferde und ponnys von diesen ausgehen,oder für sie zu erwarten ist sind diese seit mehreren jahren beitrags befreit.auch die histerie um die vogelseuche ist seit jahren vorbei und stellte sich als marktbereinigungsakt heraus.während der demo konnten wir entnehmen daß,es wohl auch um die während der frostigen
    letztem drei winter mit mehr als minus 20 grad gegengen sein soll.das geflügel erhielt um nicht zu erfrieren platz
    im ponystall.soweit ich bisher erleben konnte handeln so
    viele kleinere landwirte und auch bei zirkussen in den winterlagern konnte ich diese sitte sehen.dabei viel mir ein,daß ich oft schwärme von zugvogel auf pferden im umland rasten sehen habe,ebenso in filmen über weidende tiere in afrika.vieleicht sehen die hinterlassenschaften dabei nicht gerade appetitlich aus.doch was in der natur vorkommt ist wohl artgerecht und richtet keinen schaden an.die krallen der tiere auch des schweines und die hufe der ponys wurden ende märz turnusmäßig bearbeitet,dies fand ich per nachfrage heraus,da wir auf einem von uns gemachten bild frisch bearbeitet hufe am 7.4.12 erkannten.
    ich weiß nicht ob ich zwei gesunde schafe die zwar alt waren,und noch eine ganze weile leben könnten einfachso
    auf befehl einschläfern lassen würde.
    sowohl das bauamt,als auch die berufsgenossenschaft,hat die baurechtlichen richtlienen zur unterbringung von tieren abgenommen.zweitere auch alle anderen einrichtungen
    auf die einhaltung nach tierschutzrichtlienen um mit der daraus resultierenden ausgeglichenheit das berufsrisiko
    soweit als möglich auszuschließen.damit werden artgerechte
    haltungsmängel wohl,weitgehendst nicht vor kommen können.
    solange ein mensch in der lage ist seinen betrieb zu kontrolieren,weisungen geben kann,betriebliche organisationen zu verrichten vermag,bleibt wohl auch ein mensch geschäftsfähig im hohen alter,wie meine mutter jetzt mit 78 jahren.
    da wir die pony zufälliger weise bei einem besuch bei jahnkes in brieselang in direkter nachbarschaft stehen,
    sahen konnten wir uns dort ein weiteres bild ihres wohlgenährten und gepflegten offensichtlich gesunden zustandes machen.
    und so bleibt uns nichts anderes übrig als zu denken,daß
    hier etwas nicht mit rechten dingen zugeht.
    mit freundlichen grüßen aus staaken

    fam zillmann-chakour

  2. FW sagt:

    Sven Dartsch hat, wie ich finde, einen lesenswerten Text zum Thema auf seinem Blog veröffentlicht.

    Siehe dazu den nachfolgenden Link:

    http://sd.in-ter-nett.de/2012/06/28/staakens-ponyhof-sozialprojekt-oder-sozialfall/#more-874.

    Es wäre den Beteiligten zu wünschen, wenn die Emotionen in den Hintergrund treten und man im Sinne aller nach vorne schaut. Dass da der eine oder andere Beteiligte über seinen Schatten springen muss ist klar.

  3. Uwe sagt:

    Mir kommt es so vor, als wenn die Betreiber des Ponyhofes tatsächlich keinerlei Sachkunde besitzen. Der Dartsch Blog enthält nur CDU typisches Gewäsch. Grundsätzlich muss alles legal nach den heute geltenden Gesetzen und nicht nach “ist mir neu” abgewickelt werden. Übrigens: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Zirkus, kleine Landwirte und deren “Sitte” ist völlig belanglos. Hier wird eher Hysterie um ein korrektes Durchsetzen des Tierschutzes getrieben. Und nur mal ganz nebenbei, im Deutschen gibt es auch Großbuchstaben. Danke!

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