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Spandau-Kalender 2014 frisch erschienen

Präsentation am Donnerstag in der Touristeninformation

Kalender „Unterwegs in Spandau 2014“

Kalender „Unterwegs in Spandau 2014“

Öffentliche Präsentation des Kalenders „Unterwegs in Spandau 2014“ am Donnerstag, den 19.9. um 11 Uhr in der Touristeninformation Spandau. Dauer der Veranstaltung etwa 30 Minuten.

Spandau lohnt sich!

Sechs Jahre „Spandau-Kalender: „Unterwegs in Spandau“. Sechs Jahre Beschreibungen von Spandaus schönsten oder spannendsten Orten.

Der Spandau-Kalender ist inzwischen eine feste Institution im Bezirk. Jahr für Jahr findet er sogar Freunde bis nach Nord- und Südamerika.

Seit 2009 erscheint er regelmäßig, um die schönsten und spannendsten Seiten Spandaus vorzustellen. Mehr als 50 Orte, Wege oder historische Beschreibungen sind inzwischen zusammengekommen. Für die einen ist der Kalender ein Blick zurück aus der Ferne, für die anderen ein willkommener Anlass, den eigenen Bezirk besser kennenzulernen.

Sechs Jahre Spandau-Kalender sind für Ralf Salecker ein guter Grund, diesen nun nicht einfach nur in den Regalen der Buchhandlungen erscheinen zu lassen, sondern ihn gemeinsam mit Sven-Uwe Dettmann von Partner für Spandau im Raum der Touristeninformation der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Als weitere Gäste und Redner sind Spandaus Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank und der Wirtschaftsstadtrat Carsten Röding geladen.

  • Touristeninformation im Gotischen Haus
  • Breite Straße 32
  • 13597 Berlin

Kalenderblätter 2014 – Kurzübersicht

  • Januar: Reformationsplatz
  • Februar: Nieder Neuendorf
  • März: Theater Varianta
  • April: Siemensbahn
  • Mai: Falkenhagener Feld
  • Juni: Knüttelkrieg
  • Juli: Zukunft Lindenufer
  • August: Alte Kolkschänke
  • September: Falkenseer Platz
  • Oktober: Münsingerpark
  • November: Wohnen in Hakenfelde
  • Dezember: Zufluchtskirche

Der Bezirk in Panoramabildern

Das halbe Dutzend ist voll. Sechs Jahre in Folge gibt es nun den erfolgreichen Spandau-Kalender aus der Reihe „Unterwegs in Spandau“. Noch in der zweiten Septemberwoche wird er in Spandaus Buchhandlungen und im Gotischen Haus zu finden sein. Die Panoramabilder des Journalisten und Fotografen Ralf Salecker machen den besonderen Reiz dieses speziellen Bezirkskalenders aus. Sein Kalender beschreibt Orte, die in oder nahe bei Spandau liegen, viel Grün zu bieten haben, ein spannendes Ziel darstellen und/oder historische Bedeutung erlangt haben.

Technisches zum Kalender

  • Preis: 12,95 Euro
  • Erhältlich im gut sortierten Buch- und Zeitschriftenhandel in Spandau, sowie in der Touristeninformation im Gotischen Haus
  • Format: A4 quer
  • beidseitig bedruckt
  • 26 Seiten

Neugierig auf Spandau machen

Für das Jahr 2014 gibt es wieder umfangreiche Informationen und weitere Bilder auf der Rückseite. Damit unterscheidet sich der Kalender von den meisten anderen Kalendern, die im Handel erhältlich sind. Ralf Salecker möchte die Betrachter neugierig machen, ihren eigenen Bezirk mit neugierigen Augen zu „erobern“. Gerade erst hat er gemeinsam mit der Grafikerin Susanne Babst und dem Fotografen Alexander Hausdorf einen erfolgreichen Fotowettbewerb, den Spandauer Foto-Kunst-Lauf 2013, initiiert, der genau dies aufgegriffen hat.

Ganz der Alte und doch wieder ein wenig anders

Während in den letzten Kalendern der „Ist-Zustand“ besonderer Orte beschrieben wurde, wirft der neue Kalender einen Blick zurück in die Historie vieler Orte. Dort, wo man sonst eilig vorbeihastet, oder vorbeifährt, lohnt es sich durchaus, einmal innezuhalten, weil spannende Geschichten mit dem Ort verbunden sind. Gerade am Falkenseer Platz empfiehlt es sich natürlich – für Autofahrer – nicht, das Innehalten wortwörtlich zu nehmen. Dem Platz und seiner Umgebung ein paar Gedanken zu widmen, kann dagegen nicht schaden.

Das 50-jährige Jubiläum des Falkenhagener Felds spiegelt sich gleich in zwei Kalenderblättern wider. Als Kalenderblatt für den Dezember bekommt man einen faszinierenden Einblick in eine ungewöhnliche Kirche in Form eines Zeltes. Alle Autofahrer kennen die große Kreuzung Falkenseer Chaussee / Zeppelinstraße mit ihren markanten Türmen an allen vier Ecken. Als Panoramabild wirkt sie noch ungleich faszinierender. Man fragt sich, wo die dort sonst üblichen Autoschlangen geblieben sind.

Ein Fest zum Jubiläum

Mit einem Rathausfest zum hundertjährigen Jubiläum wird Spandaus Wahrzeichen gewürdigt.

Das hundertjährige Bestehen des Rathauses Spandau wird am morgigen Samstag mit einem großen Rathausfest gefeiert. Von 13.00 Uhr bis 18.00 Uhr wird es verschiedene Programmpunkte geben, an denen Groß und Klein sich beteiligen können und ihre Freude haben werden.

Das Rathaus feiert an diesem Samstag sein 100-jähriges Jubiläum.

Das Rathaus feiert an diesem Samstag sein 100-jähriges Jubiläum. Fotos (2): Patrick Rein

„Geschichte flaniert durch Spandau“

Den Auftakt bildet um 12.30 Uhr die alljährliche Veranstaltungsreihe „Geschichte flaniert durch Spandau“ der Heimatkundlichen Vereinigung bei der Darstellerinnen und Darsteller in historischer Kleidung aus verschiedenen Jahrhunderten gemeinsam mit dem Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank vom Marktplatz bis zum Rathausvorplatz gehen. Um 13.00 Uhr wird dann das Fest mit einer Ansprache des Bezirksbürgermeisters auf der Festbühne vor dem Rathaus beginnen.

Arbeitsbereiche des Bezirksamtes

Danach werden zwei szenische Führungen der Jugendtheaterwerkstatt Spandau durch das Rathaus angeboten außerdem Führungen auf den Rathausturm und durch das Büro des Bezirksbürgermeisters, außerdem stellen sich verschiedene Arbeitsbereiche des Bezirksamts an Ständen im Rathaus vor und man kann das künstlerisch gestaltete Spandau-Spiel „Spandowli“ spielen. Im Bürgersaal können Modelle von Spandauer Bauwerken besichtigt werden. Auch die von der Heimatkundlichen Vereinigung zusammengestellte Fotoausstellung in der Säulenhalle steht
den Besuchern offen.

Rathaus2-SpandauDem Bezirk verbunden

Damals vor 100 Jahren wurde nach 3-jähriger Bauzeit das Rathaus am 15.09.1913 eingeweiht. Zu dieser Zeit war Spandau noch eigenständige Stadt und das Rathaus galt als Wahrzeichen und Symbol gegen die Eingemeindung zu Groß-Berlin, die bekanntlich 1920 dann doch erfolgte. Bis heute jedoch fühlen sich die Spandauerinnen und Spandauer in erster Linie ihrer „Stadt“ und ihrem Rathaus verbunden. Leider blieb das Rathaus im Zweiten Weltkrieg nicht unversehrt und musste in den 50er Jahren wieder aufgebaut und restauriert werden. Dadurch hat es sein ursprüngliches Erscheinungsbild etwas verändert. Aber noch immer ist es mit seinem 80 Meter hohen Rathausturm, von dem man einen spektakulären Rundumblick auf Spandau und insbesondere auf die Altstadt hat, das höchste Gebäude des Bezirks.

An einem Informationsstand im Rathaus kann man sich dann über die verschiedenen Angebote informieren und sich für die Führungen anmelden.

Patrick Rein

Altstadtfest und Weinsommer

Neben dem Rathausfest am Samstag laden ab heute schon das Altstadtfest und der größte Berliner Weingarten zum Altstadtbesuch.

Ab heute gibt es beim Altstadtfest und WeinSommer viel zu erleben. Auf dem Rathausvorplatz dominieren Coverbands vom Feinsten: Den Anfang machen heute „BON“ – The AC/DC-Show gefolgt am Freitagabend von der Westernhagen-Coverband „Belmondo“ und „Big Value“ am Samstag. Zum Frühschoppen am Sonntag lädt Larry Schuba ein und zum Abschluss entlässt die Show-Band „Rock 59“ die Besucher in den Sonntagabend.

Auch in diesem Jahr erwartet die Besucher wieder ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm.

Auch in diesem Jahr erwartet die Besucher wieder ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm.

Erlesene Trauben

Insgesamt 14 verschiedene Weingüter präsentieren sich an allen Tagen gemeinsam mit der aktuellen Rheinhessen-Weinprinzessin Alina Hammer zum WeinSommer Rheinland-Pfalz auf dem Markt im Rahmen des Weinfestes. Ein buntes Bühnenprogramm und Themenverkostungen sind auch hier zu erleben. Über alle vier Tage sind volljährige Geburtstagskinder dazu eingeladen, sich eine Flasche Winzersekt am Probierstand ihrer Wahl abzuholen. Am Sonntag ab 11 Uhr lädt die Gemeinde St. Nikolai Spandau zu einem Gottesdienst unter freiem Himmel auf die WeinSommer-Bühne am Markt ein. An der Carl-Schurz-Straße haben wieder zahlreiche Verkaufs- und Imbissstände aufgebaut, so dass man genussvoll vom Rathaus zum Spandauer Marktplatz – dem an diesem Wochenende größten Berliner Weingarten – gelangt. Obwohl in diesem Jahr der berlinweite verkaufsoffene Sonntag erst eine Woche später stattfindet öffnen bereits am 1. September viele Geschäfte der Altstadt ihre Türen.

Berlines größter Weingarten lädt auf dem Markt wieder zum probieren ein.

Berlines größter Weingarten lädt auf dem Markt wieder zum probieren ein. Fotos (2): Patrick Rein

Programm

Bühne auf dem Rathausvorplatz

Donnerstag, 29. August:
16.30 Uhr: Karaoke-Show mit Melanie Wilke

19.45 Uhr: „BON“ – The AC/DC-Show

Freitag, 30. August
15.30 Uhr: „Anno-Rock-Band“ – Rock-Klassiker beim Heimspiel
19.30 Uhr: „Belmondo“ – Marius-Müller-Westernhagen-Coverband

Samstag, 31. August
12.00 Uhr: Jubiläumskonzert der Zollkapelle Berlin „100 Jahre Rathaus Spandau“
13.00 Uhr: Grußansprache des Bezirksbürgermeisters Helmut Kleebank
15.00 Uhr: „Skyline“ – Rock und Pop im eigenen Gewand
19.00 Uhr: „Big Value“ – handgemachte Rockmusik der 70er bis 90er!

Sonntag, 2. September
12.00 Uhr: Larry Schuba – das musikalische Berliner Urgestein
16.30 Uhr: „Rock 59“ – d i e Showband aus Berlin-Spandau

WeinSommer-Bühne auf dem Markt

Donnerstag, 29. August:
ab 16.00 Uhr After Work Cocktails
18.00 Uhr: Offizielle WeinSommer-Eröffnung mit der Rheinhessen Weinprinzessin Alina Hammer und Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank.
17.00 – 22.00 Uhr: Zur WeinSommer-Eröffnung begeistert das Trio „UpToDate“ mit Oldies, Jazz, Swing und Pop

Freitag, 30. August:
16.00 Uhr After Work Cocktails
16.00 – 18.00 Uhr: Themenverkostung vor der Bühne mit der Rheinhessen Weinprinzessin Alina Hammer – „Leichte Weiße – der unbeschwerte Genuss “
18.00 – 22.00 Uhr: „Two4You and friends“ begeistern mit der kompletten Bandbreite der Musik

Samstag, 31. August:
16.00 – 18.00 Uhr: Themenverkostung vor der Bühne mit der Rheinhessen Weinprinzessin Alina Hammer „Cool Reds – leichte Rotweine kühl genossen“.
18.00 – 22.00 Uhr: die „Cool Cats“ präsentieren international beliebte Hits der 50er und 60er Jahre.

Sonntag, 1. September:
ab 11 Uhr: Gottesdienst der Gemeinde St. Nikolai unter freiem Himmel
ab 13.00 Uhr Winzer stehen „Rede und Antwort“ – Was Sie schon immer über Wein wissen wollten.
16.00 – 20.00 Uhr: Zum WeinSommer-Abschluss spielt „Two High“ Hits der 70er, 80er und 90er Jahre!

Patrick Rein

Audio-Tour durch die Spandauer Neustadt

Arbeitsgruppe traf sich für das touristische Projekt

Lutherkirche in der Spandauer Neustadt (Foto: Ralf Salecker)

Lutherkirche in der Spandauer Neustadt (Foto: Ralf Salecker)

Es scheint ein wenig vermessen, in der Spandauer Neustadt eine Audio-Tour anbieten zu wollen. Viele Spandauer haben ein festes Bild von der Neustadt. „Da gibt es doch nichts zu sehen“, oder, „da könnte mir ja etwas passieren“. Dieses Bild bekommen Berliner regelmäßig durch passende Medienberichte vermittelt. Wenn es Nachrichten gibt, dann sind es „selbstverständlich“ schlechte Nachrichten.

Zielgruppe

Wer könnte also das Zielpublikum sein, welches sich auf eine akustische Erkundungstour durch die Neustadt begeben will? Ein Vertreter der Firma „Stadt im Ohr“ konnte aus eigener Erfahrung darauf verweisen, dass es im Regelfall Berliner sind, die sich in die Bezirke begeben, um dort auf Spurensuche zu gehen. Manch einen überraschte dies doch, schließlich schienen die auswärtigen Touristen, das geeignete Publikum. Touristische Unternehmen stellen fest, dass inzwischen nicht nur die Innenstadtbezirke touristisch besucht werden, sondern ein schon kleiner Trend in Richtung Randbezirke geht. Noch hält sich diese Bewegung in Grenzen. Es dann meist die Berliner oder zugereisten, die mehr von ihrer Stadt wissen wollen. s

Technische Umsetzung

Klassische Möglichkeiten für individuelle Stadtführungen sind Datenträger, wie z.B. ein MP3-Spieler, die ein Anwählen einzelner Informationshäppchen möglich machen. Zeitgemäß dagegen ist die Nutzung eines Smartphones, welches in Kombination mit einer Geo-Lokalisation, also einer automatischen Kopplung zwischen besuchtem Ort und vermittelten Informationen.

Die geplante Audiotour soll kein reiner Vortrag trockener Informationen sein. Solche Formen akustischer Führungen verschwinden langsam und werden durch andere ersetzt, die eine Vielzahl von Elementen einsetzen, um ein sinnliches Hörvergnügen zu schaffen.

„Der klassische Audio-Guide ist out“, meinte ein Fachmann, der selbst akustische Führungen anbietet. Heute müssen lebendige Geschichten erzählt werden, die mit passender Musik, Hintergrundgeräuschen und O-Tönen angereichert sind.

Wie soll es losgehen?

Die Arbeitsgruppe will sich mehrgleisig an das Ziel heranarbeiten. Einerseits sind nun möglichst viele Informationen und interessante Orte zu sammeln, die in einem zweiten Schritt zu einer stimmigen Geschichte verknüpft werden. Andere versuchen sich einen möglichen roten Faden zu überlegen, der den Handlungsstrang für die Geschichte bietet. Im Idealfall finden sich „Interviewpartner“ im Kiez, die spannende Geschichten beizusteuern haben. Das, was andere als Problem sehen, die multikulturelle Mischung in der Neustadt, soll sich als Teil der Erzählung widerspiegeln. So werden die hier lebenden Menschen zum Teil der Führung.

Ohne Geld ist nichts zu machen. Die Teilnehmer der Arbeitsgruppe waren sich schnell darüber einig, dass es sich nicht um ein gemütliches Freizeitprojekt handeln darf. Das konkrete, wirtschaftlich nutzbare Ergebnis steht im Vordergrund. Seine möglichst professionelle Umsetzung ist kaum ohne Geld möglich. Also gilt es Sponsoren zu gewinnen, die eine Verwirklichung des touristischen Projektes möglich machen.

 

Ralf Salecker

Kooperation statt Ombudsstelle beim Jobcenter

Spandau erschafft bei der Einführung einer Ombudsstelle ein berlinweit einzigartiges Kooperationsmodell.

Probleme mit den Bescheiden des Jobcenters sorgen immer wieder für Aufsehen und sind für die Betroffenen häufig unverständlich als auch oftmals existenzbedrohend. Hilfe und Beratung bieten dabei schon länger soziale Einrichtungen wie beispielweise die Sozialberatung Spandau, der Treffpunkt Regenbogen oder der Gemeinwesenverein Heerstraße Nord. Deren begrenzte Möglichkeiten wurden nun durch einen Kooperationsvertrag mit dem Jobcenter Spandau dermaßen gestärkt, dass ein bislang einzigartiges Ombudsmodell entstanden ist.

Im Beisein von Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank (stehend) unterschrieben Vertreter der drei Beratungsstellen die Kooperationsvereinbarung mit dem Geschäftsführer des Jobcenter Spandau Winfried Leitke (re.).

Im Beisein von Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank (stehend) unterschrieben Vertreter der drei Beratungsstellen die Kooperationsvereinbarung mit dem Geschäftsführer des Jobcenter Spandau Winfried Leitke (re.). Foto: Patrick Rein

Kurze Wege und direkter Draht

Unter Begleitung des Bezirksbürgermeisters entwickelte der Geschäftsführer des Jobcenter Spandau Winfried Leitke die Idee anstatt einer Ombudsperson diejenigen mit einzubeziehen, welche sich bereits in der Thematik fachliche Kompetenzen erworben haben. Bislang blieb Betroffenen nach einer Beratung und der Feststellung eines fehlerhaften Bescheides ausschließlich das Widerspruchsverfahren. Nun haben die drei benannten Beratungsstellen – deren Unabhängigkeit weiterhin gewährleistet ist – jedoch direkte Ansprechpartner beim Jobcenter wodurch bestenfalls Unklarheiten bis hin zu Fehlern einfach und schnell behoben beziehungsweise auch beseitigt werden können. Das Recht des Widerspruchs bleibt darüber hinaus ebenso weiter bestehen wie auch das eigene Beratungsangebot des Jobcenters.

Ergebnisorientierte Hilfe

Zudem ist ein regelmäßiger fachlicher Austausch vereinbart um den Bedürfnissen der allein in Spandau rund 46.000 Betroffenen besser gerecht zu werden. Im Jahr 2012 mussten vom Jobcenter  6410 Widersprüche bearbeitet werden. Die daraus resultierende Quote von rund 10 Prozent ist seit Jahren rückläufig, weshalb auch die maximale Reaktionszeit von drei Monaten momentan auf nahezu die Hälfte reduziert werden konnte. Zudem wurde in 72 Prozent der Fälle die vor dem Berliner Sozialgericht landeten der Bescheid des Jobcenters bestätigt. Um es zukünftig nicht so weit kommen zu lassen, versprechen sich Jobcenter als auch die sozialen Beratungsstellen von der nun unterzeichneten Vereinbarung eine „zügige und ergebnisorientierte Hilfe für die Betroffenen“. Auch Bezirksbürgermeister Kleebank – welcher den Prozess aktiv begleitete – ist überzeugt mit der Kooperation einen neuen Weg der Ombudsstelle gefunden zu haben, der sich auch andernorts durchsetzen könnte. Winfried Leitke: „Spandau war halt schon immer etwas innovativer als Berlin.“

Patrick Rein

Jubiläum der Nathan-Söderblom-Gemeinde

Am Sonntag feiert Gemeinde ihr 50-jähriges Jubiläum mit einem Sommerfest.

Bereits 1963 entschieden sich die evangelischen Bewohner des Spandauer Quartiers zwischen Wilhelmstraße, Bullengraben und der damaligen Müllkippe unter dem heutigen Lutoner Berg, sich von der Melanchthon-Gemeinde zu trennen und eine eigene Gemeinde zu bilden.

Das heutige Gemeindehaus der Nathan-Söderblom-Gemeinde.

Das heutige Gemeindehaus der Nathan-Söderblom-Gemeinde. Foto: Herter-Zimmermann

Gottesdienst im Wohnzimmer

Fortan traf man sich in einem schwedischen Holzhaus am Ebersdorfer Platz. Die neue Gemeinde zählte damals fast 4000 Menschen. Die Entscheidung – welche damals in ähnlicher Weise auch andere Spandauer Gemeinden trafen – bedeutete auf repräsentative Kirchenbauten zu verzichten. Man wollte Kirche im Kiez sein, mit Angeboten für alle Menschen und mit kurzen Wegen. Das Konzept ging auf: Über viele Jahre war das Gemeindehaus (ab 1968 das jetzige in der Ulrikenstraße) Treffpunkt für Kinder und ihre Eltern, für Jugendliche und Senioren. Man traf sich mehrmals in der Woche. Es wurde gestrickt und gefeiert, gestritten und gelacht. Man trieb zusammen Sport, unternahm Ausflüge und verbrachte die Freizeit miteinander. Feste wurden gefeiert und natürlich Gottesdienste. Auch die Form der Gottesdienste wandelte sich entsprechend dem Wohnzimmercharakter des Gemeindehauses.

Teilweise vereint

Seit 1963 hat sich viel nicht nur gesellschaftlich viel verändert. Auch die Nathan-Söderblom-Gemeinde hat sich gewandelt. Heute gibt es nur noch 1400 Gemeindemitglieder und entsprechend weniger Mitarbeiter. Gruppen verschwanden, neue kamen hinzu. Was blieb sind Haus, Garten und Menschen, die gerne ins Gemeindehaus kommen. Es wird Theater gespielt, Musik gemacht, trifft sich zum Yoga, Kinder proben Circus. Einmal im Monat wird der Gottesdienst in der großen alten Melanchthonkirche gemeinsam mit der Nachbargemeinde Melanchthon gefeiert. Stärker als bisher sind in Zukunft die Blicke auf die Region und ihre Gemeinden gelenkt, um den Menschen im Gebiet auch weiterhin vielfältige Angebote bieten zu können.

Am Sonntag, 25. August 2013, wird das Jubiläum beim traditionellen Sommerfest in der Ulrikenstraße 7-9 gefeiert. Beginn ist um 11 Uhr mit einem Festgottesdienst inklusive Chor. Die Predigt hält Pfarrer Feierabend zudem erwartet die Besucher ein Auftritt des Circus Theaters Regenbogen, Mitmachtänze von DanzaCourtale und weitere musikalische Unterhaltung von einer Band der Melanchthon-Gemeinde. Auf dem Sommerfest kann auch die knapp 70-seitige Festschrift erworben werden (5 Euro), welche die 50-jährige Geschichte der Gemeinde dokumentiert.

Patrick Rein

Spandaus Regierungssitz in 150 alten Bildern

Ausstellung zum 100-jährigen Jubiläum

Kriegsschäden am Rathaus Spandau (Foto: Ralf Salecker)

Kriegsschäden am Rathaus Spandau (Foto: Ralf Salecker)

Die Heimatkundliche Vereinigung Spandau 1954 e.V. hatte zur Ausstellungseröffnung 100 Jahre Rathaus Spandau in den Bürgersaal geladen. Nur wenige Male in den vergangenen Jahren dürfte der Saal auch nur annähernd bis zum letzten Platz gefüllt gewesen sein, wie es jetzt der Fall war. Karl-Heinz Bannasch, der 1. Vorsitzende des Vereins begrüßte alle anwesenden Gäste. Gastredner waren Spandaus Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank und der Präsident des Städte- und Gemeindebundes des Landes Brandenburg, Werner Große. Zu den Ehrengästen gehörten drei ehemalige Bezirksbürgermeister, Konrad Birkholz, Sigurd Hauff und Werner Salomon.

Ein neues Rathaus musste her

Blicke in die Vergangenheit zeigten auf, welche Gründe den Bau eines neuen Rathausgebäudes für Spandau notwendig machten. Vor 100 Jahren platzte das alte Rathaus am Markt, in etwa dort, wo heute die Berliner Volksbank ihren Sitz hat, aus allen Nähten. Auch die Nutzung weiterer Gebäude in der heutigen Carl-Schurz-Straße machte die Arbeit nicht unbedingt einfacher. So entschloss man sich zum Bau eines neuen, viel größeren Amtssitzes. Berlin stand „drohend“ vor der Türe. Spandau wollte unbedingt seine Eigenständigkeit beweisen, um klar zu machen, dass man weder auf Berlin angewiesen ist, noch eingemeindet werden möchte. Das neue Gebäude sollte als „etwas hermachen“. Wie es üblich ist, bei solchen Bauvorhaben, wurde ein Architekten-Wettbewerb ausgeschrieben. Für heute Verhältnisse nicht überraschend, nahm man nicht den Gewinner-Beitrag  als Vorlage für das neue Rathaus. Wahrscheinlich erschien der Entwurf zu schlicht. Er hätte wahrscheinlich besser zu den finanziellen Verhältnissen der Stadt gepasst, erfüllte aber nicht den Zweck, Selbstbewusstsein gegenüber Berlin auszudrücken.

In der Festrede zum Rathausbau kam eine weitere doch recht verblüffende Aufgabe zu Tage, die das neue Rathausgebäude erfüllen sollte. Der Rand der Altstadt war anscheinend nicht besonders schön anzusehen, darum sollte das Rathaus diesen „Schandfleck“ vor den Blicken verbergen. Das Quergebäude neben dem Rathaus erfüllte diese gewünschte Zusatzfunktion.

Ausstellung

Die Ausstellung mit ihren rund 150 Fotos und Abbildungen zeigt eindrucksvoll das ganze Spektrum der bewegten Geschichte dieses Gebäudes. Besonders im zweiten Weltkrieg erlitt das Rathaus erhebliche Beschädigungen. Anders als bei manchen Häusern in der großflächig zerstörten Altstadt, war eine Wiederherstellung möglich, auch wenn manches nicht in alter Form möglich war, oder aber bewusst anderes gestaltet wurde, um ein Zeichen für mehr Offenheit zu setzen. So bekam der Rathausturm keine geschlossene Haube mehr, sondern wurde ganz bewusst nach allen Seiten offen gebaut. Nur an wenigen Stellen fallen die Zerstörungen des Krieges noch deutlich ins Auge. Zu besichtige ist die Ausstellung bis Mitte November zu den regulären Öffnungszeiten des Rathaus.

 

Ralf Salecker

„Hinz und Kunst“ in der Altstadt

Zweiter Aktionstag der Spandauer Altstadtmeile mit Sternmarsch, Konzerten und Angeboten zum Basteln und Malen sowie Stadtspaziergang und Abschlussveranstaltung mit Sascha Grammel.

Drei verschiedene Sternmärsche starten heute Vormittag zur Spandauer Altstadt: Radfahrer vom Hauptportal des Schlosses Charlottenburg aus, Jogger ab der vom Vereinsheim des VfV Spandau in der Wichernstraße 55 sowie Spaziergänger am Mehrgenerationenhaus Im Spektefeld 26. Zeitgleich beginnt um 11.30 Uhr eine „Lauf-Vernissage“ mit den ausstellenden Künstlern der Schaufensterkunst. Alle treffen sich um 12 Uhr dann an der Bühne vor Karstadt.

Bereits bei der Präsentation der Liebes-Schlösser wurde auch Hinnz und Kunst vorgestellt.

Bereits bei der Präsentation der Liebes-Schlösser wurde auch Hinnz und Kunst vorgestellt.

Mitmach-Festival

Dort angekommen eröffnen um 12.30 Uhr  Carsten Röding, Stadtrat für Bauen, Planen und Umweltschutz, Gabriele Fliegel, Vorsitzende der Vereinigung Wirtschaftshof Spandau e.V., und Sven-Uwe Dettmann, Geschäftsführer der Partner für Spandau GmbH, offiziell „Hinz und Kunst – das Mitmach-Festival“. Von 12 bis 18 Uhr laden Mal- und Kunstecken zum Mitmachen ein: auf der Karstadt-Bühne, vor dem Gotischen Haus, am Florida Eiscafé an der Ellipse und am Reformationsplatz. Auch im Brose-Hof, am G.I.Z.-Haus, am Havelbrunnen und am Theater Varianta findet man an diesem Samstag Kunstecken. Beim Netzwerk Haushalt in der Jüdenstraße 16 steht Spiel und Spaß für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren im Mittelpunkt, während in den Spandau Arcaden zum neu entwickelten Spiel „Spandowli“ – Spandaus Idee von Monopoly – eingeladen wird.

Auch die ersten Liebes-Schlösser zieren ganz legal die Bäume der Altstadt.

Auch die ersten Liebes-Schlösser zieren ganz legal die Bäume der Altstadt. Fotos (2): Patrick Rein

Sascha Grammel führt durch Spandau

Der 65. Spandauer Liedertag mit 7 Chören, verschiedene Hofkonzerte und ein großes Gemeinschaftskonzert (Beginn 17 Uhr) prägen den Tag hingegen musikalisch. Jeder kann sein eigenes Musikinstrument mitbringen und mit musizieren. Den Dirigentenstab bei diesem Konzert führt Carsten Albrecht – unterstützt vom Spandauer Comedian Sascha Grammel – welcher vorher bereits ab dem Mittag zu Stadtspaziergang, Autogramm- und Fotostunde einlädt. An den gelb angestrichenen Baumschutzgittern in der Breiten Straße (vor den Geschäften von Juwelier Brose, dem Hobbyshop Rüther, „Vom Fass“ oder der Touristinformation im Gotischen Haus) können zudem ganz legal „Liebes-Schlösser“ angebracht werden, welche das Bauhaus „An den Freiheitswiesen“ und die Firma ABUS gesponsert haben (Schutzgebühr 3 Euro – der Erlös wird für ein zusätzliches Lernspielgerät in der Spandauer Altstadt verwendet).

Der Tag klingt mit „Comedy meets Blues & Rock“ auf der Freilichtbühne an der Zitadelle aus – mit Sascha Grammel und dem Konzert des Rock-Trios Harry Collin & White Spirit.

Patrick Rein

Wilhelmstadt um eine Attraktion reicher

Zwei Monate standen sechs Künstler der Potsdamer Creative Stadt GmbH um Hartmut Lindemann gegenüber des Metzer Platz auf dem Gerüst.

Beeindruckend wie aus einer unschönen Brandwand in der Spandauer Wilhelmstadt ein echter Hingucker wurde: Am 8. August 2013 weihte Spandaus Bezirksstadtrat Carsten Röding an der Pichelsdorfer Straße nun das Wandbild mit einer verblüffenden Zeitreise in die virtuellen Wilhelmpassagen ein.

Verschmelzung zwischen Realität und Virtuellem.

Verschmelzung zwischen Realität und Virtuellem.

Blick in die Geschichte

Das Wandbild enthält viele Details der Spandauer Geschichte: Links wirkt die Front des längst geschlossenen Kinos „Regina“ weit in die Wilhelmstraße hinein. Kaiser Wilhelm ist als Namenspate des ganzen Stadtteils vertreten. Der weithin bekannte Spandauer Kleinkünstler Sascha Grammel spielt mit seiner Puppe „Frederic“. Ein Kind läuft mit einem Schiffsmodell zur nahen Havel – in naher Zukunft soll hier ein kurzer Fußweg zum Havelufer führen. Bei dem Schiffsmodell handelt es sich um die „Prinzessin Charlotte von Preußen“, welche als erstes deutsches Motorschiff überhaupt 1816 in der heutigen Wilhelmstadt gebaut wurde.

Die Künstler vor ihrem Werk am Metzer Platz.

Die Künstler vor ihrem Werk am Metzer Platz.

Erfolg hat viele Väter

Als alteingesessener Projektpartner unterstützte beispielsweise das 1927 gegründete Spandauer Traditionsunternehmen Florida-Eis das Projekt „Wilhelmpassagen“. Kinder der nahen Christoph-Földerich-Grundschule weisen im Wandbild mit ihren orangefarbenen Westen auf den weiteren Projektpartner Berliner Stadtreinigung hin. Die BSR engagierte sich schon vor zwei Jahren mit der Aktion „Spandau bleibt sauber“ für das Quartier. Die Reaktionen der Spandauer auf das Kunstwerk während der Einweihung schwankten hingegen zwischen Begeisterung und der Sorge, irgendwer könnte das Wandbild beschädigen. Doch Lindemann konnte die Passanten beruhigen: Seiner Erfahrung nach begegnen die Bewohner seiner Arbeit mit Respekt. Was von den Künstlern der Creative Stadt GmbH in kurzer Zeit an die Fassade gezaubert wurde, hatte eine deutlich längere Vorbereitungsphase. Eine Voraussetzung war der Abschluss eines Gestattungsvertrags mit der Eigentümerin des Gebäudes Pichelsdorfer Straße 114, der Gate Consortium One GmbH, im Mai 2012. Die Eigentümerin unterstützte das Kunstprojekt an dem Neubau aus den 1990er Jahren, indem sie den Giebel auf eigene Kosten neu verputzen ließ. Der Bezirk sieht in dem Kunstwerk einen zukünftigen Ort der Identifikation der Bürger mit ihrer Wilhelmstadt.

"Wilhelmstadt bewegt".

“Wilhelmstadt bewegt”. Fotos (3): Patrick Rein

Weitere Projekte folgen

Im Frühjahr 2012 zeigte die Brandenburgische Stadterneuerungsgesellschaft mbH im Auftrag des Bezirksamtes Spandau in dem Gutachten „auftakt ! K U N S T“ für 125 Brandwände im „Aktionsraum plus Spandau-Mitte“ Möglichkeiten ihrer Aufwertung auf. Im Rahmen eines Workshops wurden bei der Abschlusspräsentation im Bezirksamt Spandau am 17. Februar 2012 daraus 36 Projekte ausgewählt und zehn von ihnen priorisiert. Die Pichelsdorfer Straße 114 bildet somit den Auftakt für eine breit angelegte Aufwertung des Stadtbildes.

Patrick Rein

Altstadt wird „verschlossen“

Einmalige Kunstaktion: Nicht nur Liebende dürfen ganz legal Schlösser an die Bäume der Spandauer Altstadt hängen.

Vielerorts wird der Brauch – wenn auch nicht legal – bereits zelebriert: Liebespaare schließen als Zeichen ihrer Verbundenheit Schlösser an Brückengeländer und werfen den Schlüssel anschließend ins Wasser. Diesem Ritual folgend können ab heute auch in der Spandauer Altstadt Schlösser ganz offiziell an Bäume geschlossen werden.

Die ersten Schlösser wurden gleich von den Initiatoren selbst angehängt.

Die ersten Schlösser wurden gleich von den Initiatoren selbst angehängt.

Um eine Attraktion reicher

Bezirksstadtrat Carsten Röding (CDU), Gabriele Fliegel, Vorsitzende der Vereinigung Wirtschaftshof e.V., und Sven-Uwe Dettmann, Geschäftsführer der Gesellschaft für Bezirksmarketing mbH präsentierten am Donnerstag diese weitere Attraktion im Rahmen der „Spandauer Altstadtmeile“. In Kooperation mit dem Bauhaus „An den Freiheitswiesen“ und der Fa. ABUS wurden im Rahmen der Zentreninitiative „MittendrIn Berlin 2012/13“ der IHK Berlin als auch der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt 500 Vorhängeschlösser angeboten, um sie künstlerisch zu gestalten. Solche Liebes-Schlösser wurden bislang „illegal“ an Brückengeländern angeschlossen. Doch auf der Spandauer Altstadtmeile können sie ab dem 09. August ganz legal an den gelben Baumschutzgittern in der Breiten Straße angebracht werden. Der Schlüssel kann jedoch nach dem Abschluss nicht ins Wasser oder einfach auf den Markt geworfen werden. Die Schlösser sind gegen eine Schutzgebühr von 3 Euro bei  Juwelier Brose, dem Hobbyshop Rüther, „Vom Fass“ und der Touristinformation im Gotischen Haus zu erwerben. Der Erlös wird für ein zusätzliches Lernspielgerät in der Spandauer Altstadt verwendet.

Vorstellung der "Schlösser" sowie der Veranstaltung "Hinz und Kunst" vorm Gotischen Haus.

Vorstellung der “Schlösser” sowie der Veranstaltung “Hinz und Kunst” vorm Gotischen Haus. Fotos (2): Patrick Rein

Immer für eine Überraschung gut

Die Aktion steht in direktem Zusammenhang mit der zweiten Veranstaltung der „Spandauer Altstadtmeile“ am 17. August 2013. Der Aktionstag HINZ UND KUNST steht ganz im Zeichen des Mitmachens: Unter anderem mit über die Altstadt verteilten Mal- und Kunstecken, Orte zum Basteln und Töpfern sowie gemeinsamen Musizieren. Das Event steht unter der Schirmherrschaft des beliebten Spandauer Puppetcomedien Sascha Grammel, der unter dem Motto „Geh mit Grammel!“ einen Spaziergang durch die Altstadt durchführen wird. Weitere Informationen: www.spandauer-altstadtmeile.de. Bezirksstadtrat Röding: „Lassen Sie sich von Spandau überraschen!!!“. Denn am Vormittag des 17. August starten beispielsweise drei verschiedene Sternmärsche zur Spandauer Altstadt: Radfahrer vom Hauptportal des Schlosses Charlottenburg, Jogger ab der Wichernstraße 55 und Spaziergänger am Mehrgenerationenhaus Im Spektefeld 26. Um 11.30 Uhr beginnt dann eine „Lauf-Vernissage“ mit den ausstellenden Künstlern der Schaufensterkunst vor Florida an der Ellipse, welche um 11.45 Uhr an der Bühne vor Karstadt vom Chef persönlich empfangen werden. Um 12.30 Uhr findet die offizielle Eröffnung von „Hinz und Kunst – das Mitmach-Festival“ auf dem Markt statt.

Patrick Rein

Schleusen-Streik war absehbar

Streik von Beschäftigten der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV), unter anderem bei den Schleusen, führte auch in Spandau zu Beeinträchtigungen für Bürger und Unternehmen.

Die SPD-Abgeordneten Swen Schulz und Daniel Buchholz sehen eine klare Zuordnung bei der Schuldfrage: „Die Verantwortung dafür liegt jedoch eindeutig bei der Bundesregierung”, sagen die Abgeordneten. “Ihre Pläne zur Zerschlagung der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung haben diese Auseinandersetzung provoziert.”

Auch die Spandauer Schleuse wurde bestreikt.

Auch die Spandauer Schleuse wurde bestreikt. Foto: Patrick Rein

Gebührenpflichtige Schleusung

Schulz und Buchholz haben demnach schon vor zwei Jahren öffentlich auf die fatale Wirkung der geplanten WSV-Reform aufmerksam gemacht: “Die Beschäftigten kämpfen nicht nur für die eigenen Arbeitsplätze. Vielmehr geht es hier in unser aller Interesse um eine funktionierende öffentliche Verwaltung, die sich um die Sicherheit, den Schutz und die Pflege der Wasserstraßen kümmert. Der Privatisierungskurs von Schwarz-Gelb wird am Ende teuer für die Bürger und Unternehmen. So könnten einer unabhängigen Studie zufolge astronomisch hohe Schleusengebühren die Konsequenz sein.” Schulz und Buchholz fordern den zuständigen Minister Ramsauer auf, endlich zu handeln und ein Gesprächsangebot zu machen. „Die Schifffahrt muss wieder in ruhiges Fahrwasser kommen.”

Vier SPD Politiker äußerten bereits Bedenken über die Pläne der Bundesregierung im Umgang mit den Wasserbehörden.

Vier Spandauer SPD-Politiker (unter ihnen von links: Kleebank, Buchholz, Schulz) äußerten bereits im September 2012 Bedenken über die Pläne der Bundesregierung mit den Wasserbehörden. Foto: Patrick Rein

Geld nur für Straßenbau

Bei einer von der Bundesregierung vorgesehenen Privatisierung der Wasser- und Schifffahrtswege würde jedoch Unwirtschaftliches staatliches Eigentum bleiben. Nicht nur deshalb ist ein finanzieller Vorteil durch Privatisierung nach Ansicht von Experten fraglich. Neben der Bundeswehr sind Wasser- und Schifffahrtsämter noch die einzigen vollständigen Bundesverwaltungen. In deren Aufgabengebiet fallen auch die entsprechenden Ufer und Brücken sowie die ökologische Verantwortung wie beispielsweise der Fischbestand. Als Transportweg hat die Schifffahrt zwar immer noch Bedeutung, mittlerweile im Vergleich zu Schienen und Straßen aber deutlich eingebüßt. Durch die Einführung der LKW-Maut ist deutlich mehr Geld für den Verkehr vorhanden, doch der geschlossene Finanzierungshaushalt regelt, dass diese Einnahmen ausschließlich für den Straßenbau genutzt werden darf. Investitionen in die Erweiterungen der Wasserwege um größeren Schiffen die Durchfahrt zu gewährleisten, bleiben ebenso aus wie Geld für das Schienenwesen. Erklärten Buchholz und Schulz bereits im September vergangenen Jahres bei einer Veranstaltung im Kulturhaus Spandau.

Patrick Rein

Der Jugendarbeitslosigkeit entgegenwirken

Auf dem anhaltenden Programm der Bildungstour des Bezirksbürgermeisters Helmut Kleebank stand der Besuch der bbw Berufsvorbereitungs- und Ausbildungsgesellschaft mbH in Spandau.

Der Standort am Brunsbütteler Damm 143-147 wurde bereits im Jahr 2006 vom Jugendaufbauwerk als Bildungseinrichtung übernommen. Seitdem werden hier Jugendliche angesprochen, für die nach dem zehnten Schuljahr die Wahl des Ausbildungsplatzes ansteht und die es besonders schwer haben eine geeignete Ausbildungsstelle zu finden. Nun verschaffte sich Bezirksbürgermeister Kleebank – vor seiner jetzigen Tätigkeit selbst Schulleiter – auf seiner fortwährenden Bildungstour durch den Bezirk selbst einen Eindruck.

Bezirksbürgermeister Kleebank (Mitte) wurde beim Besuch der bbw vom SPD-Bundestagsabgeordneten Swen Schulz (li.) begleitet.

Bezirksbürgermeister Kleebank (Mitte) wurde beim Besuch der bbw vom SPD-Bundestagsabgeordneten Swen Schulz (li.) begleitet. Foto: Bezirksamt Spandau

Erfolgreiche Eingliederung

Um die Jugendlichen auf ihrem Weg ins Berufsleben zu unterstützen und auf die Ausbildung vorzubereiten, führt die bbw in Berlin und Spandau seit dem Schuljahr 2006/2007 erfolgreich das Senatsprojekt MDQM (Modulare Duale Qualifizierungs-Maßnahme) durch. Dieses gehört zum Regelangebot schulischer Leistungen gemäß dem Berliner Schulgesetz. Das mit Hilfe des Landes Berlin mitfinanzierte Projekt wurde als Modellprojekt mit ESF-Förderung entwickelt. Berlinweit befinden sich derzeit an zwei Standorten ca. 3900 Schülerinnen und Schüler in insgesamt 20 Gewerken, darunter des kaufmännischen Bereichs, des Handwerks, technischer und gestalterischer Berufe.

Finanzierung ungewiss

Allein in Spandau werden zirka 400 Schülerinnen und Schüler von 35 pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betreut. Die Erfolgsbilanz dieser Bildungseinrichtung spricht dabei für ein gutes Ausbildungspersonal, dass in der Lage ist, die Jugendlichen trotz fehlender Ausbildungsvergütung, so zu motivieren, dass bei Wettbewerben bereits Bundes- und Landessieger aus den verschiedensten Berufsfeldern hervorgingen. Zudem finden über 80 Prozent der Jugendlichen im Anschluss einen Arbeitsplatz. Doch zum Bedauern des Geschäftsführers Herrn Velten musste dieser mitteilen, dass die ESF- Förderung des Projektes im August 2015 eingestellt wird.

Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank hierzu: „Das erfolgreiche Konzept dieser Bildungseinrichtung in Spandau spricht dafür, dass dieser Standort unbedingt erhalten werden muss. Die Tatsache, dass die Jugendarbeitslosigkeitsquote des Bezirkes Spandau im berlinweiten Vergleich im letzten Drittel liegt, bekräftigt meine volle Unterstützung für die Entwicklung und Realisierung der weiteren qualifizierten Fortführung dieser Berufsausbildungsvorbereitung an diesem Standort. Derzeit erarbeitet der Bezirk Spandau zusammen mit dem Jobcenter und der Arbeitsagentur einen Masterplan gegen Jugendarbeitslosigkeit.“

Patrick Rein

CDU hält 15.000 neue Wohnungen in Spandau für möglich

Familien: ja – Sozialer Wohnungsbau: nein

Kai Wegner und Carsten Röding (Foto: Ralf Salecker)

Kai Wegner und Carsten Röding zur Wohnungspolitik in Spandau (Foto: Ralf Salecker)

Die CDU-Spandau blickt optimistisch in die Zukunft. In den nächsten 10 Jahren hält sie 15.000 neue Wohnungen in Spandau für möglich. Pro Jahr sollen 1.500 neue Wohneinheiten geschaffen werden. Das ist mehr als doppelt so viel, wie die politische Zielvorgabe des Landes Berlin für die nächsten 5-10 Jahre. Demnach sollte das Bauvolumen bei 5-6000 Wohnungen pro Jahr liegen. In Spandau wurde im letzten Jahr rund 350 Wohneinheiten fertiggestellt. Diese Zahl wurde 2013 schon im ersten Halbjahr eingestellt. Die neuen Wohneinheiten sollen nach Vorstellung der CDU besonders auf die Zielgruppe Familien zugeschnitten sein. Sozialer Wohnungsbau in Spandau steht nicht auf der Agenda.

Bezahlbarer Wohnraum wird in Berlin zur Mangelware. 2012 gab es in Berlin die stärksten Mietpreissteigerungen seit 20 Jahren. Wer sich keine Wohnung in der Innenstadt mehr leisten kann oder will, zieht in die Randbezirke Berlins. In manch einer Pressepublikation wurde Spandau schon als neuer „In-Bezirk“ gehandelt. Zweifelsohne hat Spandau einen merkbaren Zuzug zu verzeichnen. Selbst im Bereich Heerstraße Nord, wo noch bis vor kurzem ein Leerstand von 10 Prozent zu verzeichnen war, ist er auf 1 Prozent geschrumpft. Im Mai letzten Jahres hatte der Fachbereich Stadtplanung des Stadtentwicklungsamtes eine Vorstudie veröffentlicht, in der die Wohnflächenpotentiale im Bezirk bewertet wurden.

Den Charakter des Bezirks nicht verändern

Als der Bundestagsabgeordnete Kai Wegner und Spandaus Baustadtrat Carsten Röding die Forderungen der CDU zur Wohnungsbaupolitik in Spandau vorstellten, betonten sie, dass der besondere Charakter Spandaus, nämlich die große Zahl an Grün- und Erholungsflächen nicht angetastet werden soll. Keine Kleingärten sollen dem Wohnungsbau weichen, noch weitere Verdichtungen dort erfolgen, wo ohnehin schon viele Wohnungen existieren. Vorrang sollen dort Wohnungen entstehen, wo ohnehin schon fertige Bebauungspläne oder erschlossene Bereiche existieren. Damit verkürzt sich die Zeit bis zur Fertigstellung von Wohnungen erheblich.

Gute soziale Mischung in Spandau

Ziel der CDU ist es, eine gute soziale Mischung im Bezirk zu erreichen. Dabei schwebt der CDU ein Generationen-Modell vor, bei dem mehrere Generationen gemeinsam wohnen. Verwirklich soll das Vorhaben durch eine Bevorzugung eines Mix aus Geschosswohnungen und Einfamilienhäusern.

Carsten Röding betonte, dass in Spandau kein weiterer Sozialer Wohnungsbau notwendig sei. Dieser soll vielmehr dort erfolgen, wo die Mieten extrem gestiegen sind und er Wohnraum knapp ist, also eher im Bereich des inneren S-Bahn-Rings. Ziel ist es, stabile Kieze und lebendige Stadtquartiere zu schaffen, in denen der Arzt neben dem Arbeiter wohnt.

Ökologische Wohnbauprojekte oder Baugruppenmodelle, also genossenschaftliches Bauen hätte in Spandau gute Karten. Diese gilt es mit einer „Willkommenskultur für Investitionen“ zu fördern. So wäre eine ÖKO-Siedlung durchaus in der Nähe der Linden-Grundschule in Staaken vorstellbar.

 

Ralf Salecker

Tage des Handwerks in der Neustadt

Caiju e.V. startete am Donnerstag zum dritten Mal die Tage des Handwerks in Spandau.

“Nachwuchsförderung bedeutet Vielfalt!” – heißt, die Menschen anzusprechen, ihnen auf Augenhöhe zu begegnen, die Hand zu reichen und sie einzuladen, sich zu beteiligen. Unter diesem Motto begannen am 1. August zusammen mit Netzwerk- und Kooperationspartnern zum dritten Mal die Tage des Handwerks in Spandau. Damit wird die erfolgreiche Projektreihe – welche sich an den bundesweiten Aktionstag “Tag des Handwerks” anlehnt – nicht nur fortgesetzt, sondern auch in seinem bisherigen Umfang erweitert.

Besonders das Handwerk versucht immer wieder durch Veranstaltungen auf sich aufmerksam zu machen und um Nachwuchs zu werben.

Besonders das Handwerk versucht immer wieder durch Veranstaltungen auf sich aufmerksam zu machen und um Nachwuchs zu werben. Foto: Patrick Rein

Einblick in die Welt des Handwerks

In fünf verschiedenen Projekten „Von Beginn an“( Grundschüler und Kinder aus freien Einrichtungen der Spandauer Neustadt gestalten Bilder, Plakate und Kunstobjekte), „Früh übt sich“( Eine Vielzahl an unterschiedlichen Schülerfirmen zeigt, dass es sinnvoll ist, möglichst frühzeitig mit praxisbezogener Berufsorientierung anzufangen), „Kiezeinblicke!“(Filmprojekt mit Jugendlichen), „Auf Augenhöhe!“( Touren & Workshops für Jugendliche mit Handwerkern, Oberstufenzentren und Ausbildungsbetrieben ) und „Hand in Hand!“( intergenerativer Erfahrungsaustausch und Wissenstransfer zwischen den Generationen ) verbindet Caiju die Themenfelder Bildung, Ausbildung, berufliche Vielfalt und Handwerk. Das Projekt möchte Kindern, Jugendlichen, Anwohnern und Interessierten Einblicke in die unterschiedlichen Arbeits- und Lebenswelten des Handwerks ermöglichen, Information und Beratung bieten, die Türen zu lokalen Werkstätten öffnen und zeigen, was es, insbesondere in der Spandauer Neustadt, zu entdecken gibt.

Abschlussveranstaltung auf dem Markt

Im Rahmen des bundesweiten Aktionstages stellen sich am 21. September 2013 die verschiedenen Projekte von Tage des Handwerks unter dem Titel „Vielfalt zeigen – vielfältig sein!“ auf dem Marktplatz in der Spandauer Altstadt vor. Zudem erhalten das lokale Handwerk, Bildungsträger und andere soziale Projekte die Möglichkeit, sich vor Ort zu präsentieren. Die Besucher können sich über die bunte, kreative und vielfältige Handwerkerlandschaft Spandaus informieren und diese kennen lernen. Weitere Informationen gibt es seit dem 1. August 2013 unter www.tagedeshandwerks.de.

Patrick Rein

Die Altstadt wird blau-weiß

Am Samstag ist es wieder so weit: Wie gewohnt am ersten August-Wochenende steht der Bayern-Tag bevor.

Fast schon ungewohnt hat es nichts mit Fußball zu tun. Nachdem im Rahmen der Altstadtmeile “gelb” die durchweg gegenwärtige Farbe des Jahres ist, steht der morgige Samstag im Zeichen der bayerischen Landesfarben: blau-weiß. Obwohl auch die blau-weißen Herthaner nach einjähriger Abwesenheit an diesem Wochenende als Erstligist ihr DFB-Pokalspiel beschreiten, ist dies purer Zufall und auch der bayrische Rekordmeister und Triple-Sieger FC Bayern wird sich eher nicht auf dem Spandauer Markt sehen lassen.

Auf dem Markt der Spandauer Altstadt wird es am Samstag wieder "zünftig".

Auf dem Markt der Spandauer Altstadt wird es am Samstag wieder “zünftig”.

Fränkische Spezialitäten und Vorführungen

Dafür gibt es aber zahlreiche andere Attraktionen beim bereits 31. Bayern-Tag. Partnerregion ist auch dieses Mal wieder das Fichtelgebirge. Die sympathischen fränkischen Gastgeber haben erneut neben zahlreichen Tipps für Urlaub und Freizeit auch Musik, Tanz und Handwerk aus dem Freistaat im Gepäck – zum Beispiel die Volkstanzgruppe des Fichtelgebirgsvereins Weidenberg. Zu den Ausstellern gehören in diesem Jahr auch die Touristiker aus dem nördlichen Fichtelgebirge, das Kurzentrum Weißenstadt, die Bernecker Kräuterscheune und „Sacks Destille“ mit Hochprozentigem. Eine Porzellangießerin aus dem Porzellanikon, dem größten Porzellanmuseum Europas, führt ihr Handwerk vor. Bei nachmittäglichen Reiseverlosungen gibt es wieder für anwesende Festbesucher Preise zu gewinnen. Neben dem Duo „Feuer und Eis“ sorgen wie bereits im Vorjahr die „Mehlmeisler Dorfmusikanten“ (Foto) für beste musikalische Stimmung.

Trachten und die bayrischen Landesfarben blau-weiß ziehen traditionell wieder nach Spandau ein.

Trachten und die bayrischen Landesfarben blau-weiß ziehen traditionell wieder nach Spandau ein. Fotos (2): Patrick Rein

Programm

11 Uhr: Stimmungsmusik mit dem Duo „Feuer & Eis“

12 Uhr: offizielle Eröffnung und Musik mit den „Mehlmeisler Dorfmusikanten“

13 Uhr: Reiseverlosung, anschließend Musik mit dem Duo „Feuer & Eis“

14 Uhr: Musik von und mit den „Mehlmeisler Dorfmusikanten“

15 Uhr: Reiseverlosung, anschließend Musik mit dem Duo „Feuer & Eis“

16 Uhr: Musik von und mit den „Mehlmeisler Dorfmusikanten“

17 Uhr: Musik mit dem Duo „Feuer & Eis“

Zudem erwarten die Besucher am Nachmittag mehrere Auftritte der Volkstanzgruppe des Fichtelgebirgsvereins Weidenberg sowie während des gesamten Tages handwerkliche Vorführungen.

Patrick Rein

BarCamp in der Spandauer Neustadt

Der erste Versuch brachte nicht das gewünschte Ergebnis

Philippe Royer, Initiator des BarCamps (Foto: Ralf Salecker)

Philippe Royer, Initiator des BarCamps (Foto: Ralf Salecker)

Es sollte eine ambitionierte Veranstaltung werden, wie es sie bisher in Spandau nicht gegeben hat. Ein BarCamp, auf dem in konstruktiven Workshops praktikable Ideen für die Spandauer Neustadt entwickelt werden. Kreative, Gewerbetreibende, Freiberufler, Interessierte Anwohner, kurz alle, die realisierbaren Ideen Interesse haben, sollten für ein paar Stunden „in Klausur“ gehen. Der erste Versuch ist als misslungen anzusehen.  Die Ursachen liegen in der ungenügenden Vorbereitung konkreter Themen, wie auch der fehlenden Erfahrung der Teilnehmer, im gemeinsamen Austausch Ideen in kurzer Zeit zu einem im Ansatz verwirklichbaren Konzept zu entwickeln – trotz einer engagierten Diskussion.

Was ist ein BarCamp?

Der eine oder andere wird spontan an ein gemütliches Beisammensein an der Bar denken. Eine Freizeitveranstaltung ist eine solche Veranstaltung keineswegs. Ganz kurz gesagt, ist ein BarCamp eine „Unkonferenz“, eine „Nicht-Konferenz“. Das macht es nicht gerade verständlicher. Konferenzen sind hierarchisch angelegte Veranstaltungen. Genau dies will ein BarCamp nicht sein. Ein weiterer Punkt ist die Offenheit für alle. Kein elitärer Zirkel soll hier tätig sein. Jeder, der meint, eine gute Idee zu haben, kann diese in der Runde vorstellen.

Die Idee muss gut genug sein, um einige Anwesende in der Runde so begeistern. Uninteressante Themen fallen durch. dass sie sich gemeinsam für eine Zeit zurückziehen, um sich genau diesem Thema intensiv zu widmen. Das Wochenende füllt sich so mit vielen kurzen Workshops, Diskussionen, Vorträgen und Präsentationen, die sich die Teilnehmer auf dem BarCamp eigenständig erarbeitet haben. Wichtig ist immer das Prinzip der Gleichberechtigung und der aktiven Teilnahme aller – Wissen, Ideen und Erfahrungen zu teilen und nicht nur zu konsumieren.

Im Café Paule war es eher eine bunte Diskussion

Interesse und Begeisterung war im Café Paule durchaus vorhanden. Der Wunsch nach einem touristischen Konzept nahm einen großen Teil der Redezeit ein. Aus einem leerstehenden Hotel soll ein preiswertes Rucksackhotel für radelnde und nichtradelnde Besucher entstehen. Nahe am Radweg Berlin-Kopenhagen gelegen, könnte es der ideale Anlaufpunkt für Besucher werden. Mit einem Audioguide soll vor allem Neugierigen aus Berlin der Kiez näher gebracht werden. Geschichten aus dem Leben gegriffen und nicht historische Geschichten bilden dabei den Schwerpunkt. Der Verkauf  von Produkten aus der Umgebung ermöglicht es auch Kleinstunternehmern, sich eine Existenz aufzubauen. Urban Gardening , am Beispiel des gemeinschaftsgarten in der Mittelstraße weckte die Phantasie, damit auch wirtschaftliche Erträge erzielen zu können. Ernüchtert musste man sich eingestehen, dass hier kaum eine Existenz aufgebaut werden kann.

Insgesamt diskutierten etwas mehr als ein Dutzend Teilnehmer bunt durcheinander. Ein Thema beständig und konstruktiv zu verfolgen, schien nicht ganz einfach zu sein. Begeisterung und Engagement war vorhanden, aber nicht die ausgeprägte Motivation, eine Idee in ein konkretes Projekt münden zu lassen. Ein Anfang ist gemacht. Beim nächsten Mal müssen alle Seiten sich die grundlegende Idee des BarCamps verinnerlichen, um besser vorbereitet in die Runde zu gehen. Es liegt bei solchen Veranstaltung auch in der Verantwortung der Teilnehmer, ein nutzbares Ergebnis zu erzielen.

 

Ralf Salecker

Parkplätze oder Grünfläche am Lindenufer

„Provisorischer“ Parkplatz am Lindenufer schadet den Bäumen sagen die einen, andere wollen hingegen die Parkfläche erhalten.

„Für die Fällung zumindest einer der beiden im Frühjahr am Lindenufer entfernten Kastanien ist der ursprünglich als Übergangslösung angelegte Parkplatz verantwortlich.“ Dies geht aus der Antwort auf eine schriftliche Anfrage des umweltpolitischen Sprechers der GAL-Fraktion in der BVV, Christoph Sonnenberg-Westeson, hervor.

Der "provisorische" Parkplatz am Lindenufer sorgt auch weiterhin für Diskussionen.

Der “provisorische” Parkplatz am Lindenufer sorgt auch weiterhin für Diskussionen.

Park- oder Grünfläche

In dem vom Bezirksamt beigefügten Sachverständigengutachten vom Januar 2012 heißt es zu den Schädigungen des Baumes: „Neben dem Alter des Baumes ist die Hauptursache in der starken Versiegelung des Parkplatzes im Bezug auf die Vitalität zu finden.“ Seit Mitte des 19. Jahrhunderts stand auf der betreffenden Fläche ein Gebäude, welches 1977 abgerissen wurde. Nun verhindert der Parkplatz, dessen Fortbestand besonders von den Gewerbetreibenden in der Altstadt gefordert wird, die Anlegung einer durchgehenden Grünfläche am Lindenufer. Die GAL-Fraktion setzt sich im Rahmen der geplanten Neugestaltung des Lindenufers schon länger für eine vollständige Aufgabe des Parkplatzes ein. Hierzu erklärt Christoph Sonnenberg-Westeson: „Der Parkplatz beeinträchtigt die Erholungsfunktion des Lindenufers erheblich. Auf der unmittelbar an einen Spielplatz grenzenden Zufahrtstraße wird die erlaubte Schrittgeschwindigkeit von Parkplatznutzerinnen und –nutzern immer wieder überschritten. Allein das wäre ein Grund, den provisorischen Parkplatz nach über 35 Jahren zu schließen.“ Allerdings könnte es sich bei den Geschwindigkeitsübertretern auch um dortige Anwohner handeln.

Auch durch das Parkverbot auf der Juliusturmbrücke entfallen zum Berufsverkehr Parkgelegenheiten.

Auch durch das Parkverbot auf der Juliusturmbrücke entfallen zum Berufsverkehr Parkgelegenheiten. Fotos (2): Patrick Rein

Immer weniger Parkplätze

Das Bezirksamt veröffentlichte das Baum-Gutachten erst auf Anfrage. Die gefällten Kastanien standen dort schon lange, bevor der Parkplatz angelegt wurde auf dem Mal das Haus stand. Allerdings waren damals auch deutlich weniger Fahrzeuge auf dem Weg zum Einkauf. Dennoch hätten gerade die alten Bäume eine wichtige ökologische Funktion, indem sie Schatten, Feuchte und Kühle spenden. Ihre Fähigkeit, gesundheitsschädlichen Feinstaub zu binden, wird allgemein anerkannt. Um die Lebensfähigkeit der restlichen Bäume zu verbessern, sei der Parkplatz deshalb bei der Umgestaltung des Lindenufers aufzugeben und die Erholungsfläche zu erweitern. Die Parkhäuser am Altstädter Ring, der Breiten Straße sowie an den Arcaden würden mehrere tausend Stellplätze zu äußerst günstigen Preisen anbieten. Diese befinden sich jedoch alle am anderen Ende der Altstadt, während sonst nur noch die Parkflächen am Altstädter Ring beziehungsweise Brauhaus Spandau übrig bleiben. Eine durchgehende Grünanlage am Lindenufer wäre ein hingegen auch ein von Gutachtern empfohlener Anziehungspunkt, der die Attraktivität der Spandauer Altstadt weiter steigern würde.

Die Diskussion über Grünfläche oder Parkplätze wird somit sicherlich weiter anhalten.

Patrick Rein