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Hotel Herbst Spandau

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Mittels Zwangsräumung unbequeme Mieter los werden?

Am Montag fanden unter Polizeieinsatz und Protesten gleich zwei Zwangsräumungen in Spandau statt.

In erster Linie sind Zwangsräumungen das Ergebnis einer zivilrechtlichen Auseinandersetzung zwischen Vermietern und Mietern. So hatte auch der Mieter im Pillnitzer Weg mehrere Kündigungen erhalten. Zunächst war er unverschuldet in Mietrückstand geraten, da das Jobcenter offenbar fällige Mietzahlungen versäumte. Doch im Folgenden wurde anscheinend versucht, ihn wegen seines Engagements in einer Staakener Mieterinitiative aus dem Haus zu bekommen.

Im Pillnitzer Weg im Gebiet Heerstraße Nord wurde unter Protesten eine Wohnung zwangsgeräumt.

Im Pillnitzer Weg im Gebiet Heerstraße Nord wurde unter Protesten eine Wohnung zwangsgeräumt. Foto: Patrick Rein

Polizeieinsatz bei Zwangsräumung

Beständig hatte der betroffene Mieter unter anderem auf die unhaltbaren Zustände im Haus, insbesondere der nicht nutzbaren Kellerräume, hingewiesen. Letztendlich wurde die Kündigung mit der Begründung, es habe einen gewalttätigen Zwischenfall mit einer anderen Mieterin gegeben, durchgesetzt. Dafür gab es jedoch außer der Aussage des „Opfers“ keinerlei Zeugen. Am Montag fand nun die Zwangsräumung statt. Zahlreiche Aktivisten und Anwohner versuchten diese durch eine Blockade zu verhindern. Die Polizei nahm daraufhin um zirka 9 Uhr den Eingangsbereich ein, wobei es einige Leichtverletzte und eine Festnahme gab.

Frühzeitig Antrag auf Aufschub gestellt

Dazu äußert sich die Bundestagsdirektkandidatin der Partei Die Linke Spandau Monika Merk in einer Presseerklärung: „Dieser Einsatz reiht sich ein in eine Kette von Polizeiübergriffen gegen Mieter und Mieterinnen dieser Stadt. Der betroffene Mieter erhielt während der Räumung aus den Händen der Gerichtsvollzieherin einen Gerichtsbeschluss, der ihm den beantragten Aufschubsantrag verweigerte. Das ist unverhältnismäßig.“ Der betroffene Mieter hatte angeblich bereits vor mehreren Wochen den Antrag gestellt um sich nach einer neuen Wohnung umzusehen. Der Ortsteil Staaken an der Heerstraße Nord ist nach Merk besonders von „Entöffentlichung im Wohnbereich“ betroffen. Erst die Privatisierung der Degewo ermöglichte dort die „Renditeorientierung“ im Vermietungsbereich. Die ehemaligen Sozialwohnungen werden seitdem anscheinend nicht mehr instandgehalten und verfallen. Die Eigentümerwechsel erfolgen nahezu monatlich und die Verwaltungen setzen die hohen Renditeerwartungen der Eigentümer aggressiv durch.

Pichelsdorfer Straße in der Spandauer Wilhelmstadt (Foto: Ralf Salecker)

Pichelsdorfer Straße in der Spandauer Wilhelmstadt (Foto: Ralf Salecker)

Auch „Zur Traube“ geräumt

Neben dem Pillnitzer Weg kam es auch in der Pichelsdorfer Straße zur Zwangsräumung einer Wohnung, eines Büroraumes sowie des Lokals „Zur Traube“. Dabei handelt es sich in allen drei Fällen um einen schwer behinderten 70-jährigen Mann, welcher durch die gesundheitliche Einschränkung in diese missliche Lage geraten ist. Sein Gesundheitszustand lies nur sehr eingeschränkt eine Verteidigung gegen die angedrohten Maßnahmen zu. Allerdings soll der Betroffene schon länger mit dem Vermieter in Streit über Mietrückstände gestanden haben. Auch erforderliche Anträge bei der Gewerbeaufsicht wurden nicht eingereicht.

Patrick Rein

Kolk begrüßte deutsche Weinköngin

Bereits zum 10. Mal gab sich am Freitag die amtierende Weinkönigin die Ehre und besuchte den Sommergarten des Restaurants „Kolk“.

Spandau hat viele Traditionen und darüber hinaus sehenswert historisches zu bieten. Unter anderem gehört dazu auch der Kolk, das älteste Siedlungsgebiet des Bezirks unmittelbar an die Altstadt angrenzend auf der früheren Insel Behnitz.  Dort ist seit 1994 auch das „Restaurant Kolk“ unter der Leitung von Familie Richter beheimatet. Diese begrüßten im historischen Gefährt der Rennfahrerin Heidi Hetzer ankommend am Freitag die 64. Deutsche Weinkönigin Julia Bertram aus Neustadt an der Ahr.

Der Sommergarten des Restaurant Kolk. Im Hintergrund die alte Stadtmauer Spandaus.

Der Sommergarten des Restaurant Kolk. Im Hintergrund die alte Stadtmauer Spandaus.

Glanzpunkt zwischen Alt- und Neustadt

Das ursprüngliche Gebäude des Restaurants – welches heute mit seinem Sommergarten neben der alten Stadtmauer und direkt am Mühlengraben zum Verweilen einlädt – wurde 1873 als „Spritzenhaus“ beziehungsweise Feuerwache Spandau errichtet.  Da es zu klein geworden war wurde es jedoch 1882, nur knapp zehn Jahre später, wieder abgerissen. Im Dezember desselben Jahres wurde es in der jetzigen Größe wiedererrichtet und war bis April 1916 erneut das Domizil der Feuerwehr. In den darauf folgenden Jahren waren verschiedene Geschäfte in dem Haus untergebracht bis schließlich 1989 die Familie Richter den Betrieb übernahm und an die lange eigene gastronomische Tradition mit dem Bezirk anknüpfte.

Auf dem Heimweg ging es mit dem Oldtimer von Heidi Hetzer (Erste von links) nicht weiter. Neben ihr Weinkönigin Julia Bertram und Klaus-Dieter Richter vom "Kolk".

Auf dem Heimweg ging es mit dem Oldtimer von Heidi Hetzer (Erste von links) nicht weiter. Neben ihr Weinkönigin Julia Bertram und Klaus-Dieter Richter vom „Kolk“. Fotos (2): Patrick Rein

Autopanne auf dem Rückweg

Gemütliche Ecken und festliche Tische, erlesene Speisen und eine reichhaltige Auswahl von Getränken gestalten einen angenehmen Aufenthalt im traditionsreichen Haus, welches schon häufiger Erwähnung in namenhaften Restaurantführern fand. Die Küche des Kolk orientiert sich dabei an den kulinarischen Prägungen durch die Schlesier, Ostpreußen und Hugenotten Berlins seit dem 18. Jahrhundert. So sind auf der Speisekarte vorwiegend Gerichte aus diesen Regionen vertreten. Dazu gehören Spezialitäten wie z.B. Himmelreich, Mohnpielen, Ostpreußische Krautwickel, Aal, Königsberger Klopse, Enten- und auch vegetarische Gerichte. Der Küchenchef, Küchenmeister und Vizepräsident des Hotel- und Gaststättenverband Berlin e.V. (DEHOGA Berlin) ist Klaus-Dieter Richter. Dieser hieß dann auch die Weinkönigin Julia Bertram und ihre Fahrerin Heidi Hetzer mit dem 100-jährigen Oldtimer am und im Kolk willkommen.

Auf dem Rückweg ging es dann jedoch weniger erfreulich zu: Rallyefahrerin Hetzer blieb mit ihrem geliebten Oakland am Südwestkorso liegen.

Patrick Rein

Damit beim Auslandsaufenthalt nichts „schief“ läuft

Wer als Au-pair oder Student ins Ausland geht, gewinnt viele wertvolle Erfahrungen, doch wie sieht es dabei mit dem Versicherungsschutz aus?

In Zeiten der Globalisierung werden Fremdsprachenkenntnisse immer wichtiger. Zunehmend mehr junge Menschen nutzen daher die Möglichkeit, als Au-pair gleich nach dem Abitur oder später als Student eine längere Zeit im Ausland zu verbringen: Das Leben weitab von zuhause genießen, viele neue Eindrücke, ein großes Stück Selbstständigkeit. Doch bei aller Begeisterung sollten Reisewillige die Risiken eines Auslandsaufenthalts nicht ignorieren. Denn Missgeschicke, Krankheit und Unfälle passieren in der Ferne genauso wie zu Hause.

Birgit Dreyer ist studierte Betriebswirtin und ausgebildete Reiseverkehrskaufrau und seit vielen Jahren in der ERGO Versicherungsgruppe tätig.

Birgit Dreyer, studierte Betriebswirtin und ausgebildete Reiseverkehrskaufrau, ist seit vielen Jahren in der ERGO Versicherungsgruppe tätig. Foto: ERGO

Nur bedingt abgesichert

Birgit Dreyer von der Europäischen Reiseversicherung erläutert, warum sich Au-pairs und Studenten schon im Vorfeld Gedanken über den passenden Versicherungsschutz machen sollten. Denn: Die gesetzliche Krankenversicherung greift während eines längeren Auslandsaufenthaltes nur bedingt. Dabei macht es zunächst einen Unterschied, wo der Student sein Auslandssemester absolviert oder in welchem Land die Gastfamilien der Au-pairs leben. Gerade in besonders beliebten Ländern wie den USA, Kanada oder Australien gibt es keine Erstattung der Behandlungskosten. Innerhalb der EU greift der Versicherungsschutz zwar grundsätzlich, allerdings wird nur das erstattet, was den vor Ort Versicherten auch gezahlt werden würde – und das ist oft deutlich weniger. Weitere Einschränkungen: Viele Leistungen sind im Ausland gar nicht versichert, wie beispielsweise der Transport ins nächste Krankenhaus. Diese Kosten müssten Studenten und Au-pairs aus eigener Tasche zahlen.

In europäischen Ländern - wie hier in Schweden/Göteborg - greift grundsätzlich erst Mal der heimische Versicherungsschutz.

In europäischen Ländern – wie hier in Schweden/Göteborg – greift grundsätzlich erst Mal der heimische Versicherungsschutz. Foto: Patrick Rein

Kostendeckung bei Zahnbehandlung

Da sich Studenten und Au-pairs über einen längeren Zeitraum in fremden Ländern aufhalten, sichert eine spezielle Studenten- und Au-pair-Versicherung die jungen Reisenden während des gesamten Auslandsaufenthalts bei Unfällen und akuten Erkrankungen ab. Außerdem kümmert sie sich – wenn nötig – um einen Rücktransport ins Heimatland. Das kann eine große finanzielle Entlastung sein, da ein Heimtransport leicht einen fünfstelligen Betrag ausmacht. Bei den im Alltag häufigeren, kleineren Unfällen mit oftmals teuren Folgen springt die Versicherung ebenfalls ein: Wer sich zum Beispiel eine Ecke vom Zahn ausbeißt, müsste sich auch fern der Heimat um die Kosten einer Zahnbehandlung keine Sorgen machen.

Auch eine Haftplichtversicherung kann bei entstehenden Schäden im Ausland hilfreich sein.

Auch eine Haftplichtversicherung kann bei entstehenden Schäden im Ausland hilfreich sein. Foto: Patrick Rein

Erkrankung von Familienmitgliedern

Nach Ansicht der Expertin ist es ebenso sinnvoll, die Auslandskrankenversicherung um einen weiteren Auslandsschutz zu ergänzen, beispielsweise ein Paket aus Unfall-, Haftpflicht- und Unterbrechungs-Versicherung. Angenommen, das Au-pair lässt die teure Vase aus dem Familienerbe fallen: Dann bleibt er oder sie nicht auf den Kosten sitzen – die Versicherung kommt für den entstandenen Schaden auf. Vorteil der Unterbrechungs-Versicherung ist, wenn aus wichtigen Gründen – beispielsweise schwere Erkrankung eines Familienmitglieds – eine schnelle Heimreise nötig wird. Dann trägt die Versicherung die Kosten für die Rückreise und bei Unterbrechung sogar für die erneute Anreise.

Patrick Rein

Sommer-Rave auf der Zitadelle

Visionär Paul van Dyk veranstaltet heute auf Spandaus Festungsanlage das diesjährige WE ARE ONE Festival.

Das Berliner Tanzfest der elektronischen Musik findet heute ab 15 Uhr in der Open Air Festung Zitadelle Spandau statt und präsentiert neben Legenden und aufgehenden Sternen des beatlastigen Genres einen exklusiven Einblick in das neue Album „The Politics Of Dancing 3“ van Dyks.

Heute wird es laut und beatlastig wenn Paul van Dyk zum großen Sommer-Rave lädt.

Heute wird es laut und beatlastig wenn Paul van Dyk zum großen Sommer-Rave lädt.

Drei Jahre warten haben ein Ende

2010 fand im Rahmen der Feierlichkeiten zum 20-jährigen Mauerfall Jubiläum erstmals das von Paul van Dyk präsentierte WE ARE ONE Festival statt. Es offenbarte Berlin eine musikalische und stilistische Vielfalt – von Armin van Buuren über Underworld bis hin zu den Las Vegas Performern der Blue Man Group. Mit diesem Event kreierte van Dyk für seine Fanbase ein einmaliges Line‐Up und eine unvergessliche Nacht. Drei Jahre brauchte es, um die zweite Ausgabe des Festivals auf die Beine zu stellen, doch das Warten hat sich gelohnt: WE ARE ONE geht in die Zitadelle Spandau und inszeniert dort ein einzigartiges Open Air Spektakel. Während die Burg‐Location mittelalterliche Atmosphäre verströmt und mit ihren Türmen und schweren Mauern im absoluten Gegensatz zum sonst so schnellen, grellen Berliner Stadtleben steht. Wer den Wassergraben heute überschritten hat, dem bietet sich eine andere Welt: Purer Musikgenuss im Freien – mit Start am Nachmittag in wärmender Abendsonne und mediterranen Sounds bis in die Nacht mit Tanz unter dem Sternenhimmel zu 140 BMP.

Licht und Ton werden bisherige Veranstaltungen in den Schatten stellen.

Licht und Ton werden bisherige Veranstaltungen in den Schatten stellen. Fotos (2): Trinity Music

In Spandau wird es laut

Zu den Highlights des Festivals gehört der Auftritt von Nicholas Bracegirdle aka Chicane, der um die Jahrtausendwende die Welt mit der Ibiza Hymne ‘Saltwater’ verzauberte. Von den Pyramiden in die Zitadelle: Aly & Fila bringen den Egyptrance in die Hauptstadt, während der neueste VANDIT Zuwachs Shato & Paul Rockseek mit Progressive House Beats aus der Slowakei beziehungsweise der Tschechei anreist. Die Engländer Ben Nicky und Mark Eteson werden pünktlich zum 5 O’Clock Tea die Tassen heben und Plattenteller tanzen lassen. Den weitesten Weg legt der Kanadier Arnej zurück. Er steuert außerdem in Zusammenarbeit mit Paul van Dyk die diesjährige WE ARE ONE Hymne bei. Auch die Niederlande sind durch First State vertreten und auch das deutsche Duo Stoneface & Terminal wird die Burgmauern zum Beben bringen.

Noch sind Tickets für Kurzentschlossene an der Abendkasse erhältlich. Die Tore öffnen schon um 15 Uhr, Zeremonienmeister Paul van Dyk eröffnet und beschließt das Event – es lohnt sich also früh zu kommen. WE ARE ONE hat 2010 Maßstäbe in der Berliner Rave Kultur gesetzt; 2013 wird noch spannender, leuchtender und lauter! Ein Konzert, von dem die Freunde der elektronischen Tanzmusik sicherlich wünschen, es würde nie vorüber gehen.

Patrick Rein

Kaum Vorschläge zum Bürgerhaushalt Spandau

Noch sind ein paar Wochen Zeit, eigene Ideen einzubringen

Das Spandauer Rathaus (Foto: Ralf Salecker)

Das Spandauer Rathaus (Foto: Ralf Salecker)

Erst vor kurzem hatten wir über den Spandauer Bürgerhaushalt für die Jahre 2014/15 berichtet. Kurz gefasst, bietet er für jeden Bürger die Möglichkeit, sich mit eigenen Ideen in die Ausgestaltung des Spandauer Haushalts einzubringen. Wo sollte das Geld ausgegeben werden, oder wo wäre es besser einzusparen. Das ist die Gelegenheit, nicht nur am Stammtisch über unnötige Ausgaben zu meckern oder Investitionen zu fordern, sondern selbst konkret tätig zu werden. Noch bis zum 17. Juli ist es möglich.

Enttäuschend geringe Beteiligung

Auf der Internetseite des Bezirksamts haben sich in der Rubrik Bürgerhaushalt 30 Personen registrieren lassen und insgesamt 14 Vorschläge abgegeben, von denen aber nur 10 auf der Seite zu sehen sind. Bei 230.000 Einwohnern bedeutet dies eine Beteiligung von 0,0006 Prozent. Ein verbesserungswürdiger Wert. Vorschläge kann jeder einreichen. Es ist noch nicht einmal notwendig, sich unter dem eigenen Namen registrieren zu lassen. Die wenigen Vorschlagenden selbst nutzen so fantasievolle Namen wie: Seekorso, Desert Fox, er, Bezirksamt und dj3d. Drei der Vorschlagenden haben mehr als eine Überlegung eingebracht, so dass es nun nur noch 6 Spandauer oder Spandauerinnen sind, die sich mit Ideen einbringen wollen. Zu keinem der Vorschläge gibt es bisher eine Antwort, durch die entsprechende Abteilung. Diese sollte spätestens nach drei Wochen erfolgen. Zeit ist ja noch. Es hat bisher auch noch niemand die Gelegenheit genutzt, die Vorschläge zu kommentieren. Das kann jeder tun, der dort registriert ist.

Was sind die wichtigsten Wünsche?

Fast alle scheinen sich Gedanken um ihr „grünes Umfeld“ zu machen. Seien es nun die Grünanlagen, Spazierwege oder Radwege. Passend zur Sommersaison kommt noch eine Badestelle hinzu. Hakenfelde führt die Tabelle der Ortsteile an. Hier gab es die meisten Vorschläge. haben andere Ortsteilen keinen Bedarf? Auf dem nächsten Tabellenplatz folgen dann drei ortsteilübergreifende Wünsche. Alle Vorschläge sind sogenannte Ausgabenwünsche. Sie erfordern Investitionen in Personal, was sich wegen der vom Land Berlin verordneten Stellenstreichungen für den Bezirk Spandau wahrscheinlich nicht ganz einfach umsetzen lässt. Andere Investitionen, wie etwa in Parkbänke, Mülleimer und neue Pflanzen sind da leichter verwirklichbar.

Müll ist ein Anliegen, welches immer wieder zum Thema gemacht wird. Ausreichend Papierkörbe sollen es richten. Als ob die Anwesenheit eines Mülleimers genügt. Dort, wo nicht herumliegender Müll das Auge stört, sind es ungepflegte Grünanlagen, in denen das Unkraut wuchert.

Zwei Vorschläge betreffen das Ordnungsamt. So soll es die Badestelle am Glienicker See häufiger kontrollieren, um Müllablagerungen und frei laufende oder badende Hunde unter Kontrolle zu bekommen. Ein anderer kritisiert die schlechte Erreichbarkeit des Ordnungsamtes, welches auch am Wochenende aktiv sein sollte, so die Forderung.

Hier eine kurze Liste der Vorschläge:

  • Straßenbegleitgrün
  • Papierkörbe entlang Alt Bln.-Spand. Schifffahrtskanal + am Rohrbruchteich
  • Mehr Grünflächenpflege
  • Grünfläche Havelschanze
  • Mülleimer im Maselakepark und am Spandauer Radweg
  • Hakenfelde verschönern
  • Grünflächen
  • Ordnungsamt Spandau
  • EU-Badestelle
  • Spielplatz erneuern

Insgesamt fallen die Wünsche sehr bescheiden aus. Die dafür notwendigen Investitionen halten sich eher in Grenzen. Spandau und den Spandauern muss es augenscheinlich sehr gut gehen, wenn man die Ausgabenwünsche anschaut. Einen Bedarf an Einsparungen scheint niemand zu haben. Bis zum 17. Juni ist noch Zeit, um die geringe Beteiligung am Bürgerhaushalt zu steigern …

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Ralf Salecker

 

Wie viel Erholung bringt der Urlaub?

Mit dem Start der Sommerferien in Spandau und Berlin beginnt für viele die Reisezeit: Endlich entspannen und vom Alltag abschalten.

Doch oft ist der Erholungswert des Urlaubs sehr gering, wie eine bundesweite Umfrage des internationalen Buchungsportals hotel.de zeigt.  Über 60 Prozent der Reisenden können im Urlaub erst nach einigen Tagen entspannen und nur wenige profitieren von der Urlaubserholung länger als eine Woche. Zudem fühlt sich über ein Drittel bereits nach wenigen Wochen wieder gestresst und urlaubsreif.  Am Urlaubsort angekommen, können nur 37,8 Prozent der Reisenden schnell abschalten und entspannen. Die meisten benötigen erst mehrere Tage, bis das Urlaubsgefühl aufkommt und der Alltag vergessen ist. Einige der Umfrage-Teilnehmer (2500 deutschen und 2000 französischen hotel.de-Buchungskunden) gaben sogar an, rund eine Woche dafür zu brauchen. Zu sehr sind Stress bei der Arbeit und Alltagsprobleme noch im Kopf.

Schnell sind Urlaubsgefühle, welche erst Tage nach der Ankunft einsetzen, auch wieder verflogen.

Schnell sind Urlaubsgefühle, welche erst Tage nach der Ankunft einsetzen, auch wieder verflogen.

Eine Woche ist zu wenig

Besonders ärgerlich ist dies für Urlauber, die nur eine Woche oder 10 Tage gebucht haben – immerhin rund ein Drittel der Befragten. So ist schnell die Hälfte des Urlaubs oder mehr vorbei, bevor sich Erholung und Urlaubsgefühl einstellen. Beispielsweise zeigen die Ergebnisse der Umfrage: Nahezu 20 Prozent derjenigen, die nur eine Woche verreisen, benötigen drei Tage oder länger, um den Alltag aus dem Kopf zu bekommen und den Urlaub genießen zu können. Zudem: Die Urlaubserholung verfliegt sehr schnell. Denn kaum zu Hause angekommen, fühlt sich so mancher bereits wieder vom Alltag eingeholt (14,4 Prozent), für immerhin ein Drittel hält die Urlaubserholung zumindest ein paar Tage an. Nur rund ein Viertel der Heimkehrer zehrt noch eine Woche oder länger von der Urlaubserholung.

Die Erholung ist bei Urlaubern oftmals bis zu einem halben Jahr anhaltend.

Die Erholung ist bei Urlaubern oftmals bis zu einem halben Jahr anhaltend. Fotos (2): Patrick Rein

Deutsche profitieren länger

Für manche steigt der Stresspegel anscheinend sogar so schnell, dass sie sich nicht nur sofort wieder mitten im Alltag wähnen, sondern sich auch direkt erneut urlaubsreif fühlen (4,5 Prozent). Ein Drittel der Befragten gab an, bereits einige Wochen später erneut Urlaub zu benötigen. Doch zum Glück fühlen sich über die Hälfte der Umfrageteilnehmer erst ein paar Monate oder ein halbes Jahr später wieder urlaubsreif. Frauen empfinden sich dabei eher wieder gestresst und urlaubsreif als Männer. Ein Blick über die Landesgrenze zeigt, die Franzosen beispielsweise können zwar auf ihren Reisen früher vom Alltag abschalten, dafür scheinen die Deutschen länger vom Urlaub zu profitieren. So fühlen sich in Frankreich direkt nach ihrer Reise sogar 14,0 Prozent sofort gestresst und wieder urlaubsreif – hierzulande nur 4,5 Prozent. Und im Gegensatz zu den Franzosen mit 11,1 Prozent scheinen in Deutschland immerhin 22,4 Prozent erst ein halbes Jahr oder später erneut Urlaub zu benötigen.

Patrick Rein

Klassik auf dem Markt

Ein besonderes kostenloses Klangerlebnis erwartet die Besucher am Freitag in der Altstadt: Das Orchester der Komischen Oper spielt am Brose-Haus.

Am 28. Juni findet eine öffentliche Generalprobe für ein musikalisch und optisches Spektakel statt, dessen Uraufführung dann erst bei „KUNST DU LEUCHTEN?“ auf dem Markt in der Altstadt am 7. September erfolgt.

Im Rahmen der Altstadtmeile ist die Farbe "gelb" dieses Jahr allgegenwärtig.

Im Rahmen der Altstadtmeile ist die Farbe „gelb“ dieses Jahr allgegenwärtig. Foto: Patrick Rein

Komische Oper auf dem Markt

Spandau ist sicherlich für einiges bekannt – spektakuläre Klassik-Aufführungen im modernen Gewand gehörten jedoch bisher eher selten dazu. Doch wer an diesem letzten Freitag im Juni etwas Zeit hat, wird sich jetzt vom Gegenteil überzeugen lassen können. Denn: Das Orchester der Komischen Oper Berlin führt morgen von den Fenstern des Brose-Hauses aus am Markt/Ecke Breite Straße eine spektakuläre öffentliche Generalprobe durch. Dabei handelt es sich um die „Feuerwerksmusik“ von Georg Friedrich Händel, die im Rahmen einer weiteren Veranstaltung der diesjährigen Spandauer AltstadtmeileKUNST DU LEUCHTEN?“ am Abend des 7. September von dort gespielt und mit einem digitalen Lichtfeuerwerk ergänzt werden soll.

Soundcheck fürs Lichtfeuerwerk

Die Positionierung der Musiker an den Hausfenstern beginnt gegen 10 Uhr, die eigentliche Probe startet um 11 Uhr. Dauer und Ende sind dabei offen, da es sich um eine ergebnisorientierte beziehungsweise klangabhängige Veranstaltung handelt. Publikum ist gerne willkommen und hat die nahezu einmalige Gelegenheit, ein so bekanntes Orchester der Hauptstadt live und umsonst zu erleben. Die Spandauer „media academy – education and events“  wird die Probe aufzeichnen und mit diesem Mitschnitt ihrerseits „Rohmaterial“ erarbeiten, aus welchem bei Einbruch der Dunkelheit am 7. September das digitale Lichtfeuerwerk entstehen wird.

Patrick Rein

 

Gemeinnützige Projekte haben viel zu gewinnen

Mit der Ausrufung von „Gute Tat mit Plakat!“ starten Die Draussenwerber aus Spandau zusammen mit betterplace Mediapreis für soziale Projekte.

Unter dem Motto „Gute Tat mit Plakat!“ starteten Die Draussenwerber – das lokale Außenwerbeunternehmen der Wall AG mit Firmensitz in Spandau – und das Spendenportal berlin.betterplace.org am Donnerstag einen Plakatwettbewerb für gemeinnützige Projekte in Berlin. Wer als soziale Initiative auf dem betterplace-Portal zum Spenden aufruft und sein Projekt bis zum 19. Juli mit einem kreativen Plakatentwurf vorstellt, hat die Chance auf eine kostenfreie Plakatkampagne der Draussenwerber.

Genau um 12 Uhr wurde am Donnerstag das erste "Gute Tat mit Plakat" Motiv plakatiert.

Genau um 12 Uhr wurde am Donnerstag das erste „Gute Tat mit Plakat“ Motiv plakatiert.

Soziale Projekte berlinweit bewerben

Plakatwerbung fällt auf und macht Themen schnell zum Stadtgespräch: Besonders soziale Initiativen können von diesem Aufmerksamkeitsschub profitieren und auf ihre Anliegen hinweisen als auch um Unterstützung werben. Im Rahmen des neuen Mediapreises für soziale Projekte wählt eine Jury zweimonatlich über ein Jahr lang unter allen Teilnehmern eine Initiative aus, die kostenfrei eine Plakatkampagne im Wert von 25.000 Euro gewinnt. Das ausgezeichnete Plakatmotiv wird je nach Verfügbarkeit für zwei Monate auf bis zu 1000 Plakaten in verschiedenen Formaten auf Litfaßsäulen, in Wartehallen sowie Plakatvitrinen in U-Bahnhöfen präsentiert. Die Druckkosten der Plakate übernehmen ebenfalls die Draussenwerber. Zur Jury gehören: Hella Dunger-Löper, Beauftragte für das Bürgerschaftliche Engagement des Berliner Senats, Daniel Wall, Vorstandsvorsitzender der Wall AG, Dr. Marc Bieling, Geschäftsführer der Draussenwerber, Joana Breidenbach, Mitgründerin von betterplace.org und Marc Sasserath, Gründer von Sasserath Munzinger Plus.

Die Initiatoren Daniel Wall, Vorstandsvorsitzender der Wall AG (re.), Dr. Marc Bieling, Geschäftsführer der Draussenwerber (u. li.) und Joana Breidenbach, Mitgründerin von betterplace.org (li.) gehören auch der Jury an.

Die Initiatoren Daniel Wall, Vorstandsvorsitzender der Wall AG (re.), Dr. Marc Bieling, Geschäftsführer der Draussenwerber (u. li.) und Joana Breidenbach, Mitgründerin von betterplace.org (li.) gehören auch der Jury an. Fotos (2): Patrick Rein

Enge Verbindung zu Spandau

Als lokales Außenwerbeunternehmen begehen Die Draussenwerber dieses Jahr ihr fünfjähriges Jubiläum. In diesem Zusammenhang setzt das Unternehmen mit „Gute Tat mit Plakat“ auch sein vielfältiges kulturelles und soziales Engagement – unter anderem bei der diesjährigen Altstadtmeile – fort. Dabei besteht eine besondere Verbindung zum Bezirk Spandau, denn am Firmensitz an der Spreeschanze begann damals schon die Erfolgsgeschichte der Wall AG. Dr. Marc Bieling, Geschäftsführer der Draussenwerber GmbH: „Viele Menschen engagieren sich heute ganz bewusst für soziale Projekte in ihrem Kiez. Sie spenden Geld oder setzen sich in ihrer Freizeit selbst aktiv für Projekte in ihrem Umfeld ein. Um stets neue Unterstützer zu finden, ist lokale Präsenz für die sozialen Initiativen besonders wichtig. Hier setzen wir auf die Stärken unserer lokalen Außenwerbemedien und bieten allen gemeinnützigen Projekten mit dem neuen Plakatwettbewerb die Chance, sich plakativ vorzustellen und so noch mehr Unterstützer für ihre Arbeit zu begeistern. Mit betterplace und der lokalen Spenden-Plattform, auf der bereits mehr als 180 Berliner Projekte verzeichnet sind, haben wir den idealen Partner für den Wettbewerb gefunden. Wir sind gespannt auf den Ideenreichtum der Projekte und freuen uns auf zahlreiche kreative Plakatmotive.“

Alle Teilnahmebedingungen zur Aktion „Gute Tat mit Plakat!“ hier.

Patrick Rein

Das Wochenende war sportlich

Neben dem Havelfest zogen auch die F-Games auf dem Parkdeck, der Lamborghini Cup in Staaken und das Bürger- und Familienfest der SPD die Besucher nach draußen.

Die Voraussetzungen waren optimal für ein erlebnisreiches Wochenende: Endlich Sonne und kein Regen. Dennoch war der Besucherzuspruch bei einigen Veranstaltungen überschaubar. Sicherlich führte die Vielzahl der Angebote am Samstag bei dem ein oder anderen zu Entscheidungsschwierigkeiten. Denn neben dem alles überragenden Havelfest – bei dem es kurz vorm großen Feuerwerk sogar zu Nachschubproblemen beim Bierausschank kam – luden drei andere Veranstaltungen zur sportlichen Betätigung auf.

Die Stars von Morgen kamen aus dem gesamten Bundesgebiet und Dänemark zum Fußballturnier nach Staaken.

Die Stars von Morgen kamen aus dem gesamten Bundesgebiet und Dänemark zum Fußballturnier nach Staaken.

Internationales Nachwuchsturnier

So hatte der SC Staaken zum bereits 3. Internationalen Lamborghini Berlin Fussball Cup des Jahrgangs 2004 (F-Jugend) in den Sportpark Staaken geladen, der ein erlesenes Teilnehmerfeld aus Nachwuchsmannschaften von Bundesligisten, Tradition- und Ausbildungsvereinen sowie zwei Vereinen aus Dänemark folgten. Letztendlich gingen der SC Staaken, Hertha BSC, 1.FC Union Berlin, Bredballe IF (DK), Boldklubben Søllerød-Vedbæk (DK), Potsdamer Kickers 94, RB Leipzig, 1.FC Magdeburg, Hallescher FC, LFC Berlin und der Weißenseer FC an den Start. Ein Kinderschmink- und Würfelstand sowie das schon fast obligatorische Speedschießen rundeten das Programm ab. Nach den abwechslungsreichen und fairen Partien setzte sich am Ende die Mannschaft des Bundesligaaufsteigers Hertha BSC gegen den Halleschen FC als Turniersieger durch. Den dritten Platz erspielten sich die Gäste aus Dänemark vom Boldklubben Søllerød-Vedbæk. Die Gastgeber vom SC Staaken beendeten das Turnier auf dem 5. Platz.

Ismail Öner (2. v. li.) erhielt für sein Projekt Mitternachtssport e.V. Fußbälle von Bezirksstadtrat Stephan Machulik (re.) und dem Bezirksverordneten Jürgen Keßling (li.).

Ismail Öner (2. v. li.) erhielt für sein Projekt Mitternachtssport e.V. Fußbälle von Bezirksstadtrat Stephan Machulik (re.) und dem Bezirksverordneten Jürgen Kessling (li.) überreicht.

Bürger- und Familienfest

Überwiegend unpolitisch ging es zeitgleich im Wilhelm-Schleusener-Stadion vor, obwohl hier die Abteilung Falkenhagener Feld der SPD zum Fest geladen hatte. Fußballturnier, laufen für den guten Zweck und die Footballer der Spandau Bulldogs standen im Vordergrund. Zudem wurde die Hans-Schultz-Ehrenmedaille an Heike Ließfeld, Detlef Schuster und Käthe Reiman verliehen. Allein der UNICEF Lauf über 100 Meter ermöglichte 500 Dosen gegen Masern, 4000 Wasserreinigungstabletten und 5000 Bleistifte für das Kinderhilfswerk. Und auch der Mitternachtssport e.V. wurde geehrt und erhielt anstatt Medaille nützlichere Fußbälle als Unterstützung.

Es war noch Platz zur sportlichen Betätigung auf dem Parkdeck der Spandau Arcaden hoch über den Dächern des Bezirks.

Es war noch Platz zur sportlichen Betätigung auf dem Parkdeck der Spandau Arcaden hoch über den Dächern des Bezirks. Fotos (3): Patrick Rein

Über den Dächern von Spandau

Zu guter letzt fand als Auftakt zu den Sommerferien auf dem Parkdeck F der Spandau Arcaden eine Veranstaltung für Groß und Klein statt. Bei den “Deck F Games” sollten Kinder und Jugendliche zeigen, welcher Sportsgeist in ihnen steckt. An verschiedenen Stationen konnte an motorischen und koordinativen Fähigkeiten gefeilt werden. Neben Torwand und Soccercage standen erstmals auch eine Minigolf- und eine Biathlonanlage zur Verfügung. Lediglich die angekündigte Verpflegung war nicht zu entdecken und auch das Teilnehmerfeld gestaltete sich bei so vielen Aktionen im Bezirk eher dürftig.

Patrick Rein

Fahrgäste der BVG stinksauer

Aufzüge in Spandauer U-Bahnhöfen werden erst Jahre später als angekündigt eingebaut.

Mit Demonstrationen haben die Fahrgäste die Aufzüge für die U-Bahnhöfe in Spandau  vor mehreren Jahren erkämpft. Diese kamen dadurch sogar die Prioritätenliste. Doch jetzt ist das offizielle Dementi der BVG bekannt geworden: Die Aufzüge kommen erst mehrere Jahre später als zugesagt. Nicht nur für Daniel Buchholz, Spandauer Abgeordneter und Mitglied des Verkehrsausschusses des Berliner Abgeordnetenhauses, ist das nicht akzeptabel.

Lediglich der U-Bahnhof Rathaus Spandau steht bei der BVG ob bei Videoüberwachung als auch Barrierefreiheit hoch im Kurs.

Lediglich der U-Bahnhof Rathaus Spandau steht bei der BVG ob bei Videoüberwachung als auch Barrierefreiheit hoch im Kurs.

Barrierefreier Zugang

Buchholz: „Viele Spandauer Fahrgäste sind stinksauer. Der Einbau von Aufzügen in den Spandauer U-Bahnhöfen wird mehrere Jahre später erfolgen als bisher von der BVG zugesagt. Es drängt sich der Verdacht auf, dass mit den ehemaligen Terminzusagen nur die mobilitätseingeschränkten Menschen ruhig gestellt werden sollten.“ Vor einigen Jahren gab es Demonstrationen von ‚ausgesperrten‘ Nutzern mit Rollstühlen, Kinderwagen und Rollatoren unter anderem am U-Bahnhof Haselhorst. Die Mehrzahl der Spandauer U-Bahnhöfe wurde daraufhin in die Prioritätenliste 2011-2016 des offiziellen Berliner Aufzugsprogramms aufgenommen. Diese Liste wird von der bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung angesiedelten Arbeitsgruppe ‚Bauen und Verkehr – barrierefrei‘ gemeinsam mit den Behindertenverbänden, dem Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderung, der Senatsverwaltung für Soziales und der BVG erstellt als auch veröffentlicht.

Gerade bei Veranstaltungen auf der Zitadelle sind Fahrstühle für beeinträchtigte Menschen auch am entsprechenden U-Bahnhof unerlässlich.

Gerade bei Veranstaltungen auf der Zitadelle sind Aufzüge für beeinträchtigte Menschen auch am entsprechenden U-Bahnhof unerlässlich. Fotos (2): Patrick Rein

Vertrösten dann verschaukeln

Die damaligen Terminzusagen hält die BVG nicht ein und bringt dafür nur unzureichende Begründungen vor. Der U-Bahnhof Haselhorst soll anstatt 2012 jetzt ‚Ende 2014‘ Aufzüge erhalten und der U-Bahnhof Siemensdamm anstatt 2013 jetzt „Ende 2015“. Für den U-Bahnhof Zitadelle, der gerade auch bei Veranstaltungen auf der gleichnamigen starkfrequentiert ist, wird weiterhin das Jahr 2016 angegeben, woran nach Buchholz schon heute gezweifelt werden kann. „Fahrgäste erst vertrösten, dann verschaukeln – das ist nicht akzeptabel!“, führt dieser weiter aus.

Zur Information:

Im Bezirk Spandau hat bisher nur der U-Bahnhof Rathaus Spandau Aufzüge. Auf der U-Bahnlinie 7 hat die BVG folgende Investitionen vorgesehen (alle Aufzüge mit Blindenleitsystem und Höhenregulierung, Angaben 2013):

U-Bahnhof Haselhorst: 2,2 Millionen Euro, 2 Aufzüge

U-Bahnhof Siemensdamm: 1,3 Millionen Euro, 1 Aufzug

U-Bahnhof Zitadelle: 3,6 Millionen Euro, 3 Aufzüge

Patrick Rein

Mitbestimmen, wofür in Spandau Geld ausgegeben wird

Spandauer Bürgerhaushalt 2014/2015

Das Spandauer Rathaus (Foto: Ralf Salecker)

Das Spandauer Rathaus (Foto: Ralf Salecker)

Der Haushalt für Doppelhaushalt 2014/2015 kann von Spandauer Bürgern mit bestimmt werden. Jeder kann sich mit Vorschlägen beteiligen, wofür Geld ausgegeben werden soll oder auch, an welcher Stelle Ausgaben einzusparen sind. Die Geschichte des Bürgerhaushaltes reicht recht weit zurück. Schon in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts entstand diese Idee kommunaler Bürgerbeteiligung. In Spandau begann man 2007 dies in der Praxis umzusetzen. Die Beteiligung war bescheiden, um es freundlich auszudrücken.

Jeder Vorschlag, der schriftlich, per E-Mail und auch telefonisch zum Spandauer Bürgerhaushalt 2014/2015 eingebracht werden kann, wird ernsthaft diskutiert werden, so Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank. Antworten auf Vorschläge sollen spätestens nach drei Wochen erfolgen. Diese direkte Resonanz dürfte eine große Motivation zu Teilnahme sein, da niemand mehr „Angst“ haben bracht, dass seine Vorschläge „irgendwo“ versickern. Eine Neuerung in diesem Jahr ist die Möglichkeit, unter der Internetadresse www.berlin.de/ba-spandau/buergerhaushalt, Vorschläge zum Bürgerhaushalt direkt online einzureichen. Nach einer kurzen Anmeldung kann es schon losgehen. Bis zum 17. Juli können Vorschläge abgegeben werden.

Umfangreiche Informationen stehen zur Verfügung

In diesem Jahr gibt es eine umfangreiche Broschüre, die im Detail beschreibt, wofür im Bezirk Geld ausgegeben wird. Eine Arbeitsgemeinschaft aus den unterschiedlichen Fraktionen der BVV hat sie gemeinsam erarbeitet. Erhältlich ist die Broschüre in gedruckter Form im Rathaus aber auch in der Stadtbibliothek. Viele dürfte es überraschen, dass der Bezirk 85 Prozent seines Geldes vom Land Berlin erhält. Nur 15 Prozent „verdient“ er selbst. 50 Prozent der Ausgaben fließen in den Bereich Soziales. Am 11. Juni hätten sich Spandaus Bürger im Rahmen einer Veranstaltung zum Bürgerhaushalt direkt an Vertreter von Verwaltung und Politik wenden können, um Vorschläge einzubringen und diese direkt zu diskutieren. Nur wenige haben diese Gelegenheit genutzt. Am Stammtisch wird gerne lautstark über „falsche Ausgaben“ im Bezirk diskutiert, wenn es um konkrete Vorschläge geht, scheint die Bereitschaft einer Beteiligung nachzulassen.

Schaut man sich die Broschüre genauer an, wird schnell wird klar, dass nur ein kleiner Teil des Gesamthaushaltes von insgesamt rund 490 Millionen Euro überhaupt zur „freien“ Verfügung steht. Das sind die sog. Steuerbaren Ausgaben, nur hier kann die BVV entscheiden, wofür Geld ausgegeben wird. Je nach Partei gibt es dort folgerichtig unterschiedliche politische Schwerpunkte. Den Löwenanteil im Haushalt machen die Pflichtausgaben aus. Ferner muss der Bezirk immer noch die aufgelaufenen Schulden tilgen, was den Spielraum für Ausgaben etwas beschränkt.

Es wäre schade, wenn diese Gelegenheit direkter Einflussnahme durch die Bürger nicht genutzt wird. Einfacher ist eine Beteiligung kaum mehr zu gestalten.

 

Ralf Salecker

 

Ansprechpartner beim Bezirksamt für den Bürgerhaushalt ist Thomas Neumann

 

 

Es ist wieder so weit: 19. Spandauer Havelfest

Volles Programm, malerisches Ritterlager, rasante Feuerwerks-Show, ein hochmodernes Wasserbauwerk und vieles mehr am Lindenufer.

Gleich zum heutigen Auftakt lassen es „Four Roses“ aus Leipzig krachen. Zum Start heute Abend präsentiert sich das diesjährige Spandauer Havelfest mit den sächsischen Musikern von seiner eindeutig rockigen Seite. Und ausgesprochen viel-„saitig“ ist dann auch der abschließende Auftritt am späten Sonntagnachmittag: Denn mit den „US-Rails“ steht eine ganz besondere „Band aus Bandleadern“ auf der Bühne. In der Tradition von Crosby, Stills, Nash & Young liefert jeder der fünf Roots-Musiker eigene Ideen und Titel für die Show des Quintetts. Nur alle zwei Jahre tourt die Band aus den USA durch Europa und legt beim Konzert in Spandau ihren diesjährigen einzigen open-air-Stopp in Berlin-Brandenburg ein.

Highlight des Havelfestes ist auch in diesem Jahr das große Feuerwerk am Samstag Abend.

Highlight des Havelfestes ist auch in diesem Jahr das große Feuerwerk am Samstag Abend.

Autos nicht erforderlich

Dazwischen kann man auf drei verschiedenen Bühnen von Freitag bis Sonntag am Zusammenfluss von Havel und Spree über ein Dutzend verschiedene unterhaltsame Programme erleben. Ein mittelalterliches Ritterlager, Trampolin und Kinderkarussell sowie zahlreiche Spezialitätenstände vervollständigen traditionell das Festgelände – welches sehr gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist. Wer jedoch ganz sportlich mit dem Fahrrad anreist, kann dieses erstmals auf einem bewirtschafteten Bike-Parkplatz mit Schließfächern und Elektro-Ladestation am Stabholzgarten hinter dem Spandauer Rathaus abstellen.

„Highlight“ am Samstag

Ebenfalls neu: „Raymons – das Fischrestaurant“ mit dem bekannten Spitzenkoch Raymon Frost und einer Kochshow. Und wer am hoffentlich durchweg sonnigen Havelfestwochenende ein Wasserbauwerk besuchen möchte, den lädt die Schleuse Spandau zum „Tag der offenen Tür“ mit zahlreichen kostenfreien Führungen. Höhepunkt am Samstagabend ist aber auch in diesem Jahr die große Feuerwerksshow ab 22.45 Uhr.

US-Rail geben zum Abschluss am Sonntag ihren einzigen open-air-Auftritt in der Region.

US-Rail geben zum Abschluss am Sonntag ihren einzigen open-air-Auftritt in der Region. Fotos (2): PfS

Das Programm des Spandauer Havelfest 2013

Bühne Parkplatz Lindenufer

Freitag, 14. Juni 2013

15:00 Uhr – Auftakt mit DJ Martin

18:00 Uhr – offizielle Eröffnung durch MdB Kai Wegner und Bezirksstadtrat Stephan Machulik

18:30 Uhr – Carola al Jamal (orientalische Tänze)

19:00 Uhr – FOUR ROSES

Samstag, 15. Juni 2013

11:00 Uhr – DJ Martin

14:30 Uhr – FEEDBACK

19:00 Uhr – Blue Haley Band

Sonntag, 16. Juni 2013

11:00 Uhr – DJ Martin

13:00 Uhr- Blackmail

17:30 Uhr – Die „US RAILS“

Bühne Dampferanleger

Freitag

18:30 Uhr – Anno Rock Band

Samstag

12:00 Uhr – Irische Kindertänze

12:30 Uhr – Orientalische Kindertänze

14:00 Uhr – Petite Five

18:00 Uhr – Hardbeat Five

Sonntag

12:30 Uhr – Larry Schuba

16:15 Uhr – Zig-Zag

Bühne Dischinger Brücke

Freitag

15:00 Uhr – DJ Lutz

18:00 Uhr – Country Joe

Samstag

11:00 Uhr – DJ Klausi

15:00 Uhr – Twango Guitars

18:00 Uhr – DJ Klausi

19:00 Uhr – Redneck

Sonntag

11:00 Uhr – DJ Klausi

12:00 Uhr – The Mountaineers

15:00 Uhr – DJ Klausi

16:00 Uhr – Country Pur

 

Patrick Rein

 

Sprache ist der Schlüssel

Bezirksbürgermeister Kleebank ehrte engagierte Jugendliche im Projekt Sprachstube Deutsch für ihren ehrenamtlichen Einsatz.

Die jugendlichen Vorbilder, die sich ehrenamtlich im Falkenhagener Feld in einem Stadtgebiet mit besonderem Entwicklungsbedarf engagieren, wurden am Montag im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung durch Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank geehrt und eine Urkunde überreicht. Seinen Ursprung fand die Sprachstube im Wedding im Jahr 2004 von dort aus ging es über Reinickendorf bis die Idee 2009 auch in Spandau etabliert wurde. Viele Bilder und Informationen zum Projekt veranschaulichten die Arbeit der Sprachförderer/innen.

Bezirksbürgermeister Kleebank ehrte die Schülerinnen und Schüler für ihren ehrenamtlichen Einsatz bei der Sprachstube.

Bezirksbürgermeister Kleebank ehrte die Schülerinnen und Schüler für ihren ehrenamtlichen Einsatz bei der Sprachstube.

Spielerisch Deutsch lernen

Im Projekt Sprachstube Deutsch führen Jugendliche im Alter von 15 bis 20 Jahren, vorrangig mit Migrationshintergrund, kleine Kinder nichtdeutscher Herkunftssprache spielerisch an die deutsche Sprache heran. Auch die Jugendlichen sammeln dabei wertvolle vorberufliche Erfahrungen, engagieren sich bewusst für den eigenen Kiez und können ihre Zweisprachigkeit als wertvolle Ressource nutzen. So bekannte auch Klara als eine der Geehrten, dass die Lehrenden oftmals mehr bekämen, als dass sie eigentlich geben würden. Viele sind schon seit Jahren dabei und wollen die eigenen Erfahrungen nicht mehr missen. Klara führte daher weiter aus: „Wer das Ehrenamt nicht kennt, hat was verpennt.“

Geförderte Kinder überreichten Blumen an ihre Sprachlehrer, Klara (re.) stellte das Ehrenamt in den Vordergrund.

Geförderte Kinder überreichten Blumen an ihre Sprachlehrer, Klara (re.) stellte das Ehrenamt in den Vordergrund. Fotos (2): Patrick Rein

Erfolgreiche Schullaufbahn

Die Kinder im Vorschulalter erfahren in vertrauter häuslicher Umgebung wertvolle individuelle Sprachbetreuung, sie verbessern ihren Wortschatz und ihre Ausdrucksmöglichkeiten. In einem kreativen Prozess gemeinsamer und spielerischer Kommunikation wird so der Grundstein für eine erfolgreiche Schullaufbahn gelegt. Auch die Mütter erhalten Informationen zu Sprachkursen für Erwachsene im Bezirk. Das Projekt Sprachstube Deutsch erhielt bereits diverse regionale und überregionale Auszeichnungen und Preise, wie beispielsweise den ersten Platz des Heinz-Westphal-Preises des Deutschen Bundesjugendrings (2007), Nationaler Bürgerpreis in der Kategorie „Junior“ der Initiative „für mich, für uns, für alle“ (2008), den 2. Platz beim Berliner Hauptstadtpreis für Integration und Toleranz der „Initiative Hauptstadt Berlin e.V.“ (2008) und den Werner Salomon-Preis im Rahmen des Spandauer Präventionsprojektes „Stark ohne Gewalt“ (2012).

Sprachstube Deutsch®Team:

  • Olga Kemer
  • Teresa Weis
  • Kraepelinweg 13
  • 13589 Berlin-Spandau
  • Tel.: 030 / 37 15 15 20

Die Sprachstube Deutsch ist ein Angebot des 1995 gegründeten Trägers casablanca gGmbH. Seither wurde der Schwerpunkt Erziehungshilfe und Familienförderung kontinuierlich ausgebaut. Die casablanca gGmbH hält ein breites Spektrum an Angeboten und Hilfen in verschiedenen Lebenslagen bereit und ist in mehreren Bezirken Berlins tätig.

Patrick Rein

Ein Zeichen für Toleranz

Vor dem Rathaus Spandau weht seit Donnerstag wieder als weltweites Zeichen für Toleranz, Vielfältigkeit, Hoffnung und Sehnsucht die Regenbogenfahne.

„Die Würde des Menschen ist unantastbar“ heißt es im Grundgesetz. Doch besonders gleichgeschlechtliche Paare mussten lange darum kämpfen einerseits gesetzlich anerkannt zu werden und andererseits gesellschaftlich akzeptiert zu werden. Auch heute mangelt es teilweise noch an der Toleranz. Dabei muss es nicht verstanden werden, wieso sich Mann und Mann oder Frau und Frau lieben. Es soll von den Mitmenschen lediglich akzeptiert beziehungsweise toleriert und nicht verurteilt werden.

Auch die Berliner Aids-Hilfe e.V. war beim Hissen der Flagge dabei.

Auch die Berliner Aids-Hilfe e.V. war beim Hissen der Flagge dabei.

Spandau zeigt sich tolerant

Bezirksbürgermeister Kleebank führt aus: „Mit dieser Beflaggung setzt der Bezirk Spandau ein Zeichen für tolerante Politik in Spandau, bei der alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen ernst genommen werden und Diskriminierungen aufgrund der sexuellen Orientierung des bzw. der Einzelnen verurteilt werden.“ Erst vor kurzem war es im Gebiet der Heerstraße Nord zu einem Übergriff auf einen körperlich benachteiligten Menschen gekommen, was für ein hohes öffentliches Interesse gesorgt hat und weshalb immer noch an entsprechenden Gegenmaßnahmen gearbeitet wird.

Katayun Pirdawari vom Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg hisste mit Unterstützung von Helmut Kleebank die Regenbogenflagge.

Katayun Pirdawari vom Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg hisste mit Unterstützung von Helmut Kleebank die Regenbogenflagge.

Regenbogenfahne vorm Rathaus

Am gestrigen Tag fanden im Jahn-Sportpark wieder die „Respect Gaymes“ statt, ein Veranstaltung die aktiv mit dem Slogan: „Zeig Respekt für Schwule und Lesben“ wirbt. Um diesen Respekt zu erweisen aber auch als Zeichen für Toleranz, Vielfältigkeit, Hoffnung und Sehnsucht wurde das weltweit anerkannte Symbol – die Regenbogenfahne – von Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank vorm Spandauer Rathaus gehisst. Mittlerweile beteiligen sich alle Berliner Bezirke an der Aktion. Und natürlich begrüßt auch der Regierende Bürgermeister Berlins, Klaus Wowereit, die Aktion und hisste selbst eine Fahne am Nollendorfplatz. Wowereit hatte mit dem mittlerweile legendären Satz im Berliner Abgeordnetenhaus: „Ich bin schwul – und das ist auch gut so“ landesweit für Aufsehen und eine positive Auseinandersetzung mit dem Thema gesorgt.

Stadtrat Stephan Machulik, Katayun Pirdawari vom LSVD und Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank.

Stadtrat Stephan Machulik, Katayun Pirdawari vom LSVD und Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank. Fotos (3): Patrick Rein

Keine Selbstverständlichkeit

Während in Deutschland der Umgang mit Schwulen und Lesben „normal“ geworden und keine Besonderheit mehr ist, fehlt diese Toleranz in anderen Ländern weiterhin dramatisch. Die erste Trauung eines gleichgeschlechtigen Paares in Marseille sorgte in Paris für Demonstrationen und endete in regelrechten Straßenschlachten. Und erst vor kurzem wurde in Spandaus Partnerstadt Wolgograd ein Mann auf Grund seiner homophoben Gesinnung totgeprügelt. Leider kommt es aber auch in Deutschland zu Beleidigungen und Übergriffen auf Schwule und Lesben. Ebenso wie bei Fremdenfeindlichkeit ist hier die Gesellschaft gefordert Zeichen gegen Diskriminierung und Gewalt in jeglicher Form zu setzen. Denn auch wenn vielleicht das Verständnis fehlt, sollte zumindest die Toleranz vorhanden seien.

Patrick Rein

In der Altstadt auf dem „Strich“ gehen

Über 30 verschiedene Bühnenauftritte bei „Was Kunst Du?“ – und die Altstadt wird immer gelber.

Das Gesamtprojekt Spandauer Altstadtmeile weckt schon jetzt das Interesse von Bürgerinnen und Bürgern, denn viele fragen sich: Was hat es mit dem gelben Strich quer durch die Altstadt auf sich? Beim Ordnungsamt sind sogar schon Beschwerden eingegangen. Dabei gehört die Linie zur Spandauer Kulturmeile – leitet sie sogar. Den offiziellen Beginn macht jedoch ein großer Straßenkünstlerwettbewerb.

Selbst die Bäume wurden gelb ummantelt. Dabei Gabriele Fliegel und Stadtrat Carsten Röding.

Selbst die Bäume wurden gelb ummantelt. Dabei Gabriele Fliegel und Stadtrat Carsten Röding.

Spandauer Altstadtmeile

Am Reformationsplatz in der Altstadt Spandau konnten sich die Anwesenden am Mittwochvormittag bereits einen ersten Eindruck vom Projekt „Spandauer Altstadtmeile 2013“ verschaffen. In unmittelbarer Nachbarschaft der evangelischen Kirche St. Nikolai stellten für die Organisatoren der Altstadtmeile Gabriele Fliegel, Vorsitzende der Vereinigung Wirtschaftshof Spandau e.V., und Sven-Uwe Dettmann, Geschäftsführer der Partner für Spandau GmbH, insbesondere die Auftaktveranstaltung vom 8. Juni vor. Anwesend war ebenfalls Helmut Kleebank, Bezirksbürgermeister, und Carsten Röding, Stadtrat für Bauen, Planen, Umweltschutz und Wirtschaftsförderung.

Es gibt viel zu entdecken dieses Jahr in der Altstadt. Den Auftakt macht am 8. Juni "Was Kunst Du?"

Es gibt viel zu entdecken dieses Jahr in der Altstadt. Den Auftakt macht am 8. Juni „Was Kunst Du?“

Ein Mal durch die Altstadt

Entlang der von A wie Arcaden bis Z wie Zitadelle sonnengelb aufgetragenen „Spandauer Altstadtmeile“ – der gelben Linie – werden an den verschiedensten Veranstaltungsorten im Spandauer Altstadtsommer 2013 abwechslungsreiche künstlerische Events geboten. Künstlerisch gestaltete Schaufenster rahmen – ebenfalls in gelb – unter dem Motto „Kunst verbindet“ von Juni bis September drei zusätzliche Großveranstaltungen und mehrere permanente Projekte ein.

Ein gelber Strich führt quer durch die Altstadt.

Ein gelber Strich führt quer durch die Altstadt. Fotos (3): Patrick Rein

Vielfältiges Angebot

Zum Auftakt am Samstag, 8. Juni gibt es nicht nur die Vernissagen in den Schaufenstern. Ab 11 Uhr wird auf sieben verschiedenen Bühnen und an vielen anderen Punkten der Spandauer Altstadt die Frage „Was Kunst Du?“ gestellt. Über ein  Dutzend fest gebuchter Ensembles und rund 20 zusätzlich eingeladene Straßenmusiker geben bis zum Abend die Antwort darauf, indem sie zeigen, wie vielfältig Kunst auf historischen Straßen und Plätzen dargeboten werden kann. An der St.-Nikolai-Kirche treten beispielsweise um 12.40, 13.40 und 14.40 Uhr die Musiker von „Laccasax“ auf. In der Besetzung Kontrabass, Akkordeon und Saxophon spielen sie Weltkammermusik – eine spannende Mixtur aus Klezmer, Jazz, Klassik und vielem mehr. Aber auch zeitgemäße (Ur-)Berliner Musik findet hier ihr zuhause – zum  Beispiel bei „Icke & Band“ und deren akustischem Chillrock auf der Bühne am Marktplatz ab 12 Uhr.

Zum Finale der Veranstaltung werden ab 19 Uhr in der Freilichtbühne an der Zitadelle Spandau die Gewinner des Straßenmusikwettbewerbs prämiert. Und auch für den Abend gilt: Umsonst und Draußen!

Weitere Informationen und alle Programmpunkte auf den Seiten „Altstadtsommer-Mittendrin“ unter www.spandauer-altstadtmeile.de.

Patrick Rein

Bürgervorschläge zum Haushalt erwünscht

Bezirk startet zweiten Versuch eines Bürgerhaushalts unter dem Motto: Es geht um IHR Geld.

Bereits 2007 wurde in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) die Einführung eines Bürgerhaushalts beschlossen. Ein erster regionaler Anlauf scheiterte jedoch an mangelnder Beteiligung. Seitdem wurde in einer entsprechenden Arbeitsgemeinschaft ein neues Konzept erarbeitet und seit zwei Jahren die Öffentlichkeitsarbeit diesbezüglich intensiviert. Das Ergebnis zeigt sich in einer aufwendigen Broschüre und Internetauftritt unter www.buergerhaushalt-spandau.de wodurch Vorschläge der Bürgerinnen sowie Bürger in die Planungen des Haushalts 2014/2015 einfließen sollen.

Thomas Neumann, Serviceeinheit Finanzen Bürgerhaushalt, Bezirksverordneten Vorsteher Frank Bewig, Dr. Annika Lange, Ausschussvorsitzende, und Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank (v. li.)

Thomas Neumann, Serviceeinheit Finanzen Bürgerhaushalt, Bezirksverordneten Vorsteher Frank Bewig, Dr. Annika Lange, Ausschussvorsitzende, und Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank (v. li.)

Keine vorgegebene Geldsumme

Im Gegensatz zu anderen Bezirken – wo eine bestimmte Summe zur Verfügung gestellt wird und die Bürger in dessen Rahmen über diese verfügen – verfolgt das Spandauer Konzept eine andere Zielvorgabe: Schriftlich oder über das Internetportal werden Vorschläge eingereicht, über welche die BVV unter Berücksichtigung des Allgemeinwohls entscheidet. Somit ist das Budget nicht begrenzt, der Haushalt mit der Bürgerbeteiligung jedoch transparenter und eventuell „ehrlicher“. Alle Vorschläge werden auf der Homepage veröffentlicht und können kommentiert werden. Außerdem erhält jeder Vorschlag eine Begründung zur Annahme beziehungsweise Ablehnung.

Auftaktveranstaltung im Bürgersaal

Seit Mittwoch ist die Internetseite freigeschaltet und Vorschläge können eingereicht werden. Dafür ist lediglich eine einfache Registrierung notwendig. Der Beschluss zum Bürgerhaushalt wurde parteiübergreifend und einvernehmlich gefasst – eine kleine Besonderheit im bezirkspolitischen Alltag. So wurde das „Projekt“ auch vom Bezirksverordneten-Vorsteher Frank Bewig (CDU) und Dr. Annika Lange (SPD), Vorsitzende des Ausschuss Haushalt, Personal, Rechnungsprüfung, im Beisein von Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank (ebenfalls SPD), vorgestellt. Am 11. Juni findet dann ab 18 Uhr eine Informationsveranstaltung im Bürgersaal des Rathauses statt, bei der alle Bereiche des Bezirksamtes für Informationen und Fragen als auch Anregungen zur Verfügung stehen.

Die aufwendig gestaltete Broschüre mit ausführlichen Informationen zum Bezirk und Verwaltung ist ab sofort an vielen öffentlichen Stellen erhältlich.

Die aufwendig gestaltete Broschüre mit ausführlichen Informationen zum Bezirk und Verwaltung ist ab sofort an vielen öffentlichen Stellen erhältlich. Fotos (2): Patrick Rein

Kürzungen ebenfalls möglich

Neben Vorschlägen zur Investition können auch Bereiche für Kürzungen aufgezeigt werden. Ob diese dann von der BVV aufgegriffen werden, bleibt abzuwarten. Mit der Broschüre „Bürgerhaushalt Spandau 2013“ (erhältlich an allen öffentlichen Stellen des Bezirksamtes wie dem Bürgeramt) wird zudem auch erstmals ein ausführlicher Einblick über Vertreter, Strukturen, Einnahmen und Ausgaben des Bezirks geboten. Schließlich handelt es sich insbesondere beim Haushalt um ein komplexes Thema was immer wieder für Diskussionen und Gesprächsstoff sorgt. „Mit der Broschüre soll auch ein wenig Klarheit in die komplizierte Angelegenheit der Haushaltsplanung gebracht werden“, erläutert Kleebank.

Nach Jahren der Einsparungen und Kontrolle der Senatsverwaltung könnte Spandau Ende 2013 eine Haushaltskonsolidierung erreichen, was dem Bezirk zukünftig wieder mehr Gestaltungsspielraum ermöglichen würde.

Patrick Rein

Angriff auf Bezirksverordneten

Nicht nur die Fraktion der GAL Spandau verurteilt tätlichen Angriff gegen Bezirksverordneten.

Am Abend des 15. Mai 2013 wurde ein Bezirksverordneter der GAL-Fraktion beim privaten Einkauf tätlich angegriffen. Ein Mann schlug ihm unvermittelt mehrfach ins Gesicht mit den Worten „Du bist Schuld, dass der Ponyhof geschlossen wurde“ und „Die Grünen sind Schuld, dass der Ponyhof geschlossen wurde.“ Später lauerte er ihm auf dem Heimweg auf, pöbelte, verfolgte und bedrohte ihn wiederholt. Auch eine Mitarbeiterin des Veterinäramtes wurde vor kurzem ebenfalls Opfer einer Attacke während ihrer Amtsausübung.

Gegen den Angreifer wurde Anzeige bei der Polizei erstattet.

Gegen den Angreifer wurde Anzeige bei der Polizei erstattet.

Kein Raum für Gewalt

Der Bezirksverordnete konnte einer weiteren Tätlichkeit nur durch das Betreten des nächsten Geschäftes entgehen. Anzeige wurde erstattet. Fast unglaublich, dass in Folge einer emotionalen und politisierten Auseinandersetzung einzelne Bezirksverordnete – gleich welcher Partei – tätlich angegriffen werden. Zumal besonders die Bezirksverordneten keine Vollzeitpolititker sind und ihre Tätigkeit ehrenamtlich zum Wohl des Bezirks ausüben. Doch auch sonst wäre der Vorgang ein weiteres Indiz für eine steigende Gewaltbereitschaft. Dies ist jedoch im gesellschaftlichen Zusammenleben ein nicht tolerierbares Verhalten. Diese Ansicht wird auch im Bezirk einstimmig geteilt, was die Reaktionen des BVV-Vorstehers sowie der anderen Fraktionen und jedes Einzelverordneten nach Bekanntwerden des Vorgangs verdeutlichten.

Kein Thema sorgte im letzten Jahr für so viel Diskussionen wie der Ponyhof Staaken.

Kein Thema sorgte im letzten Jahr für so viel Diskussionen wie der Ponyhof Staaken.

Unruheherd Ponyhof

Die GAL-Fraktion erklärt: „Der tätliche Angriff wird unsererseits ausdrücklich nicht der Betreiberin und dem Kreis der aktiven Unterstützer/innen des Ponyhofes Cosmarweg zugeordnet.“ Dennoch sollte es auch in deren Interesse liegen, weiterhin vermeintliche Sympathisanten/innen zur Mäßigung aufzurufen. Denn auch dieser Aktion reiht sich in die Vorgänge im Zusammenhang mit der emotionalen Diskussion um den Ponyhof Cosmarweg, der im Frühjahr 2012 seinen Anfang fand. Aufgrund der Missachtung erteilter Auflagen musste dieser amtlich geschlossen werden. In den darauffolgenden Monaten entstand eine öffentlich geführte Debatte, in der die Grenzen demokratischer Umgangsformen von verschiedenen Teilnehmern oftmals überschritten wurden. Insbesondere die Mitarbeiter/innen des Veterinäramtes sahen sich dabei teilweise einer Diffamierungskampagne ausgesetzt.

Zwar wurde der Ponyhof im Cosmarweg jetzt wiedereröffnet, manche Symphatisanten scheinen dennoch keine Ruhe zu finden.

Zwar wurde der Ponyhof im Cosmarweg jetzt wiedereröffnet, manche Symphatisanten scheinen dennoch keine Ruhe zu finden. Fotos (3): Patrick Rein

Schleppende Umsetzung

Bereits damals hatte auch Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank wiederholt appelliert, bei allem Engagement entsprechende Umgangsformen zu wahren und versicherte – sollten diese überschritten werden – Mitarbeiterinnen sowie Mitarbeiter notfalls auch mittels rechtlicher Schritte zu schützen. In den eingeleiteten gerichtlichen Überprüfungen im Falle des Ponyhofes Staaken zumindest wurde die Handlungsweise des Veterinäramtes als rechtens bestätigt. Erst im Frühjahr 2013 wurde dem Bezirksamt dann ein genehmigungsfähiges Konzept vorgelegt und der erforderliche Nachweis der Sachkunde im Umgang mit den gehaltenen Tieren erbracht. Im April erfolgte die Eröffnung des Ponyhofes unter einer neuen Betreiberin. Bei der Abnahme des Betriebes vor der Eröffnung waren Bezirksverordnete aller Fraktionen anwesend. Hier wurde deutlich, „dass trotz der Vorgeschichte auch heute die Umsetzung der rechtlichen Vorgaben und entsprechenden Auflagen nur schrittweise erfolgt, wodurch eine regelmäßige Kontrolle weiterhin erforderlich ist. Der Ermessenspielraum des Veterinäramtes ist im Interesse der Tiere begrenzt“, erklärt die GAL-Fraktion.

Patrick Rein