23
Häusliche Krankenpflege Rosenkranz

Alle Einträge unter "Kirchen"

Jubiläum der Nathan-Söderblom-Gemeinde

Am Sonntag feiert Gemeinde ihr 50-jähriges Jubiläum mit einem Sommerfest.

Bereits 1963 entschieden sich die evangelischen Bewohner des Spandauer Quartiers zwischen Wilhelmstraße, Bullengraben und der damaligen Müllkippe unter dem heutigen Lutoner Berg, sich von der Melanchthon-Gemeinde zu trennen und eine eigene Gemeinde zu bilden.

Das heutige Gemeindehaus der Nathan-Söderblom-Gemeinde.

Das heutige Gemeindehaus der Nathan-Söderblom-Gemeinde. Foto: Herter-Zimmermann

Gottesdienst im Wohnzimmer

Fortan traf man sich in einem schwedischen Holzhaus am Ebersdorfer Platz. Die neue Gemeinde zählte damals fast 4000 Menschen. Die Entscheidung – welche damals in ähnlicher Weise auch andere Spandauer Gemeinden trafen – bedeutete auf repräsentative Kirchenbauten zu verzichten. Man wollte Kirche im Kiez sein, mit Angeboten für alle Menschen und mit kurzen Wegen. Das Konzept ging auf: Über viele Jahre war das Gemeindehaus (ab 1968 das jetzige in der Ulrikenstraße) Treffpunkt für Kinder und ihre Eltern, für Jugendliche und Senioren. Man traf sich mehrmals in der Woche. Es wurde gestrickt und gefeiert, gestritten und gelacht. Man trieb zusammen Sport, unternahm Ausflüge und verbrachte die Freizeit miteinander. Feste wurden gefeiert und natürlich Gottesdienste. Auch die Form der Gottesdienste wandelte sich entsprechend dem Wohnzimmercharakter des Gemeindehauses.

Teilweise vereint

Seit 1963 hat sich viel nicht nur gesellschaftlich viel verändert. Auch die Nathan-Söderblom-Gemeinde hat sich gewandelt. Heute gibt es nur noch 1400 Gemeindemitglieder und entsprechend weniger Mitarbeiter. Gruppen verschwanden, neue kamen hinzu. Was blieb sind Haus, Garten und Menschen, die gerne ins Gemeindehaus kommen. Es wird Theater gespielt, Musik gemacht, trifft sich zum Yoga, Kinder proben Circus. Einmal im Monat wird der Gottesdienst in der großen alten Melanchthonkirche gemeinsam mit der Nachbargemeinde Melanchthon gefeiert. Stärker als bisher sind in Zukunft die Blicke auf die Region und ihre Gemeinden gelenkt, um den Menschen im Gebiet auch weiterhin vielfältige Angebote bieten zu können.

Am Sonntag, 25. August 2013, wird das Jubiläum beim traditionellen Sommerfest in der Ulrikenstraße 7-9 gefeiert. Beginn ist um 11 Uhr mit einem Festgottesdienst inklusive Chor. Die Predigt hält Pfarrer Feierabend zudem erwartet die Besucher ein Auftritt des Circus Theaters Regenbogen, Mitmachtänze von DanzaCourtale und weitere musikalische Unterhaltung von einer Band der Melanchthon-Gemeinde. Auf dem Sommerfest kann auch die knapp 70-seitige Festschrift erworben werden (5 Euro), welche die 50-jährige Geschichte der Gemeinde dokumentiert.

Patrick Rein

Schüler helfen der Suppenküche

Carl-Friedrich-von-Siemens Oberschule spendet Einnahmen ihres Weihnachtsmarktes der Suppenküche Spandau.

Auch an den Schulen sind die finanziellen Mittel knapp. Während die Carl-Friedrich-von-Siemens Oberschule früher noch die gesamten Einnahmen ihres Weihnachtsmarktes an gemeinnützige Einrichtungen spenden konnte, wird mittlerweile ein Teil des Geldes selbst benötigt. Dennoch beschloss die Schulkonferenz auch dieses Jahr wieder zumindest einen Teilbetrag für gute Zwecke zur Verfügung zu stellen. Die Entscheidung fiel dabei auf die Suppenküche der St. Marien Gemeinde in der Flankenschanze.

Ein Teil der ehrenamtlichen Helfer der Suppenküche Spandau, die oftmals schon seit Jahren dabei sind.

Ein Teil der ehrenamtlichen Helfer der Suppenküche Spandau, die oftmals schon seit Jahren dabei sind.

Obdachlose, Rentner, Familien

Die Freude über den Scheck von 600,00 Euro war dementsprechend groß bei den Leitern der Suppenküche Bernadette Telgen und Hartmut Wisniewski. Montag, Mittwoch und Freitag von 12 bis 13.30 Uhr verpflegen sie zusammen mit ihren rund 25 ehrenamtlichen Helfern zwischen 60 und 90 Personen, die allesamt eine warme Mahlzeit benötigen. Im Gegensatz zu anderen Einrichtungen müssen sich die Bedürftigen hier auch nicht ausweisen. Das Publikum ist dadurch äußerst unterschiedlich: Vom Obdachlosen bis hin zu Rentnern, die ihr Leben lang gearbeitet haben, das Geld aber dennoch kaum ausreicht, bis hin zum Familienvater der mit seinen Kindern kommt.

Die Schüler brachten nicht nur Geld mit sondern schmierten auch Brote und halfen bei der Essensausgabe.

Die Schüler brachten nicht nur Geld mit sondern schmierten auch Brote und halfen bei der Essensausgabe.

Hilfe erwünscht

Die Schüler des Gymnasiums in Siemensstadt beließen es jedoch nicht nur bei der Scheckübergabe sondern unterstützten am Mittwoch beim Brote schmieren, Suppe kochen und der anschließenden Essensausgabe. Während einige Bäckereien wie Thoben und Rösler ebenso wie das nahegelegene Restaurant „Plancha“ der Suppenküche wenigstens ihre Brötchen zur Verfügung stellen, müssen Belag, Suppen, Kaffee und ähnliches gekauft werden. Kein Supermarkt war bisher bereit seine abgelaufene Ware der Gemeinde zu überlassen sondern entsorgt diese lieber im Müll.

Bernadette Telge (li.) und Hartmut Wisniewski (re.) sind auf Spenden wie der Carl-Friedrich-von-Siemens Oberschule dringend angewiesen.

Bernadette Telge (li.) und Hartmut Wisniewski (re.) sind auf Spenden wie der Carl-Friedrich-von-Siemens Oberschule dringend angewiesen. Fotos (3): Patrick Rein

15 Jahre Suppenküche

Doch bei der Suppenküche geht es nicht nur um die Verpflegung. Viele nutzen den Essenssaal auch als Ort des Austauschs. Die Gespräche mit den oftmals regelmäßig wiederkehrenden Menschen werden ebenso gesucht wie die Ernährung. Seit 15 Jahren existiert die Initiative der Marien-Gemeinde, welche sich ausschließlich über Spenden und Zuwendungen seitens der Kirche finanziert. Mit der großzügigen Spende der Oberschüler kann jetzt zumindest der Einkauf eines Monats gewährleistet werden. Auf den dringend benötigten mechanischen Dosenöffner muss die Suppenküche hingegen weiter warten.

Patrick Rein

Einweihung des erweiterten Mahnmals am Lindenufer

Ein Tag und zwei Gefühlswelten

Erweiterung des Mahnmals am Lindenufer (Foto: Bezirksamt)

Erweiterung des Mahnmals am Lindenufer (Foto: Bezirksamt)

Am 9. November werden sich Spaziergänger am Havelufer über die ungewöhnlich große Anzahl von Menschen am jüdischen Mahnmal gewundert haben. In einem feierlichen Akt wurde der Opfer der Novemberpogrome in der sog. Reichskristallnacht 1938 gedacht. Erst kurz zuvor wurde die Erweiterung des Mahnmals am Lindenufer fertig gestellt. Gleichzeitig ist dieser Tag aber ein Feiertag mit einem positiven Gedenken. Am 9. November 1989 fiel die Mauer.

Viel Prominenz nahm am Gedenken an die jüdischen Opfer teil. Helmut Kleebank, Bezirksbürgermeisters von Spandau, Gideon Joffe, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Isaac Sheffer, Kantor der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Mitglieder der AG Christen und Juden im Ev. Kirchenkreis Spandau und ganz besonders bemerkenswert, Angehörige der Opfer aus der Schweiz, Belgien, Frankreich, England, Schweden und Berlin. Dazu kamen zwei ehemalige Bezirksbürgermeister, Konrad Birkholz und Sigurd Hauff, alle Spandauer Stadträte, der Vorsteher der Bezirksverordnetenversammlung, Frank Bewig und einige Mitglieder der Bezirksverordnetenversammlung. Dazu kamen viele Schüler, die sich ganz bewusst mit dem Geschehen der Judenverfolgung im 3. Reich auseinandergesetzt haben, indem sie ein Opfer-Schicksal für die Öffentlichkeit aufbereiteten.

Untrennbarkeit der Ereignisse

Bundespräsident Gauck betonte in einer Rede die Untrennbarkeit dieser beiden Ereignisse:

Die Geschichten gehören zusammen. Unsere jungen Leute sollten nicht zwei konkurrierende Geschichtserzählungen verinnerlichen“, sagte Gauck bei einem Ausstellungsbesuch in Berlin. Die junge Generation dürfe einerseits niemals vergessen, was die „Nazi-Barbarei“ gemacht habe. Andererseits sollten sie auch den Mauerfall in ihr Gedenken einbeziehen: „Dieses glückliche Geschehen des 9. November 1989 gehört zu dem anderen, bitteren 9. November.“

Die Menschen waren nicht schlecht, sondern nur passiv

Die bekannten 115 Opfer wurden mit der Erweiterung des Mahnmals durch eine sanft ansteigende Ziegelsteinmauer ihrer Anonymität entrissen. 115 Opfer-Namen sind auf den Steinen verewigt, zwei Steine tragen die Aufschrift „Unbekannt“, um auch der anderen zu gedenken. „Das Gedenken rückt so näher an uns heran, … , es waren Menschen, wie wir, die in die Maschinerie der Vernichtung gerieten …“, meinte dazu der Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank. Schöpfer des Gesamtwerkes sind die Architekten Ruth Golan und Kay Zareh.

„Viele Menschen in Spandau haben sich das Motto „Jeder Mensch hat einen Namen“ zu Eigen gemacht und mit einer Spende von 10 Euro einen einzelnen Stein für die Gedenkmauer finanziert oder sind mit einer Spende von 100 Euro Pate für einen Namensstein geworden.“

Gideon Joffe, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde zu Berlin stellte die Frage, „ob wir heute frei sind, von solch bösen Dingen“. Dabei schaute er sich in der runde um, und wies auf Menschen unterschiedlicher Kulturkreise, die ganz selbstverständlich Teil unserer Gesellschaft sind. „Ist es heute vorstellbar, diese Menschen auszugrenzen? Nein!“ Das Geschehen vor rund 75 Jahren wird mit dem Abstand der Jahre für ihn immer unbegreiflicher. Genau darum ist das Erinnern notwendig. „Es waren ganz normale Menschen – wie wir heute, die zu so etwas fähig waren. … Können wir also sicher sein, uns heute anders zu verhalten? … Aktuell können wir optimistisch sein, weil erkennbar viele Menschen und Gruppen sich sehr engagieren. Doch damals waren die meisten Menschen nicht böse. … Die Passivität der Mehrheit machte das unvorstellbare Geschehen erst möglich.“

 

Ralf Salecker

Spandau und der „National Youth Event“ in den USA

Evangelische Kirchendelegation in USA

Der Berliner Bischof traf sich mit der Delegation

Drei Spandauer Schüler wurden nach Indiana eingeladen

Vom 10. Juli bis zum 13. Juli werden Natja Pieper, Monique Böttcher und Marco Pristat als Botschafter der Spandauer Kirchenbotschafter in die USA reisen um am „National Youth Event“ der United Church of Christ (UCC) teilzunehmen. Pastor Norbert von Fransecky, der auch den evangelischen Religionsunterricht der drei Schüler auf dem Hans-Carossa Gymnasium unterrichtet, wird die Delegation leiten. Während der Osterferien wurde die Delegation Bischof Dr. Markus Dröge empfangen.

Die Kirchenpartnerschaft zwischen der UCC und der Evangelischen Kirche der Union besteht bereits seit 30 Jahren. Zum „National Youth Event“ lädt die UCC eine 10-köpfige Deleguation ( vier davon aus Spandau) an die Purdue-University in Indiana ein. Die Veranstaltung wird von Tausenden Jugendliche aus den ganzen USA besucht und findet alle vier Jahre statt.

Die deutsche Delegation wird an verschiedenen Workshops teilnehmen, die sich mit der Gestaltung des Lebens auf der Basis des christlichen Glaubens beschäftigen werden. Auch das Thema Gerechtigkeit, Frieden und Umwelt werden eine große Rolle spielen. Und die Delegation hat sich jetzt schon als „open and affirmative“ bezüglich der Rechte von Homosexuellen ausgesprochen.

Was ist eigentlich Pfingsten?

Pfarrer Matthias Mücke erklärt den christlichen Feiertag rund um die Kirchengründung

Für viele Spandauer bedeutet Pfingsten allenfalls ein willkommenes verlängertes Wochenende. Wie hinter den meisten deutschen Feiertagen steckt aber auch hinter Pfingsten eine christliche Bedeutung. Für Pfarrer Matthias Mücke von der katholischen Kirche Maria, Hilfe der Christen ist es vor allem ein Fest der Ökumene.

Für Pfarrer Mücke

Für Pfarrer Mücke ist Pfingsten ein Fest der Ökumene.

Aus einem verängstigen Haufen werden Glaubenszeugen

Der Name Pfingsten leitet sich vom griechischen pentekoste, dem 50. Tag ab. Denn das Fest der Entsendung des Heiligen Geistes wird 50 Tage nach Ostern gefeiert, wobei der Ostersonntag schon als erster Tag in der Zählung gilt. Die Geschichte von Pfingsten beschreibt Pfarrer Mücke so: „Nachdem Jesus an Ostern von den Toten auferstanden ist, hatten die Jünger Probleme damit, dies zu glauben. Aus Angst, selbst gekreuzigt zu werden, wenn sie den Glauben weiter vertreten würden, versteckten sie sich. An Christi Himmelfahrt kehrt Jesus zu seinem Vater in den Himmel heim und sagt aber, dass er uns nicht allein lassen wird. An Pfingsten sendet er den heiligen Geist herab.“ Dabei muss man beachten, dass nach christlicher Auffassung Gott aus der Dreieinigkeit Vater, Sohn und Heiliger Geist besteht. Die Jünger sprachen auf einmal in verschiedenen Sprachen – die Umkehrung der babylonischen Sprachverwirrung – und verkündeten das Evangelium. „Der Heilige Geist hat aus dem verängstigten Haufen Menschen gemacht, die ihren Glauben lebendig in der Öffentlichkeit verkündeten“, erklärt Mücke. Da Kirche, so sagt er, vom  öffentlichen Zeugnis geben über den Glauben lebt, ist Pfingsten der Geburtstag der Kirche.

Streitpunkt Papst

In der Kirche Maria, Hilfe der Christen

In der Kirche Maria, Hilfe der Christen finden sich jeden Sonntag 1200 gläubige Katholiken ein. Fotos(2): Kirsten Stamer

An Pfingsten wird in Deutschland seit Jahrzehnten versucht die Einheit der Kirche zu leben“, erklärt Mücke. Dabei trennen vor allem die katholische und die evangelische Kirche seiner Meinung nach vor allem immer noch die verschiedene Auffassung vom Abendmahl, als Brot und Wein oder Blut und Fleisch Christi, und die Meinung über das Amt des Papstes: Unfehlbarer Nachfolger Petrus oder einfach das gewählte Oberhaupt der Katholiken.

„Die Kirche denkt in Jahrhunderten“

Pfarrer Mücke hofft jedoch, dass sich die Kirchen in diesen Punkten weiter annähen werden, wenn auch nicht in den nächsten Jahren. „Es gibt so ein Sprichwort“, sagt er, „die Kirche denkt in Jahrhunderten.“ Der Kontakt zu den evangelischen Geistlichen in Spandau ist jedenfalls gut und auch ökumenische Gottesdienste und Projekte, wie adventliche Andachten oder gemeinsame Weltgebetstage finden regelmäßig statt. An diesem Pfingstmontag gibt es auch wieder zwei ökumenische Gottesdienste. In der evangelischen Sankt Nikolaikirche feiern die Katholiken der Kirche Maria, Hilfe der Christen mit, in Sankt Lambertus wird dagegen die evangelische Gemeinde der Wichern-Radeland-Kirche erwartet.

Da jedoch  von Gott nur eine einzige Kirche gegründet wurde, hofft Mücke, dass die Verwirrung mit den verschiedenen Konfessionen vorübergeht. „Wir müssen weiterbauen an der einen gemeinsamen Kirche.“  Mit der gelebten Ökumene in Spandau ist er auf dem besten Wege.

Kirsten Stamer

Erzählgottesdienst in der Christophoruskirche

Zweifaches Jubiläum und Sommereröffnung

Erzählgottesdienst

Die Christophoruskirche in der Siemensstadt

Am 6. Mai feiert die Evangelische Kirchengemeinde Siemensstadt um 14 Uhr das 5-jährige Jubiläum der Offenen Kirche. Ein Erzählgottesdienst wird stattfinden und sich mit den Biografien der Künstler Hans Christoph Hertlein, Otto Hitzberger, Waldemar Raemisch und Jospeh Wackerle beschäftigen. Die Künstler haben damals für die Innenausstattung der Christophoruskirche gesorgt. Nach dem Gottesdienst finden eine Turmbesteigung und eine Kirchenführung statt. Anschließend sind die Besucher noch zum Kaffee&Kuchen eingeladen und können sich um 17 Uhr Orgelmusik anhören, interpretiert von Moritz Brosig, Gottfried Walther und Holger Schumacher an der Orgel.

Auch Pfarrerin Christine Pohl ist Jubiläumsreif, da sie jetzt schon seit 25 Jahren die evangelische Kirchengemeinde Siemensstadt führt.

Außerdem kündet der Gottesdienst auch die sommerliche Öffnung der Christophoruskirche an, die vom 6. Mai bis zum 9. September 2012 jeden Donnerstag und am ersten Sonntag jedes Monats besichtigt werden kann.

Christophoruskirche
Schuckertdamm 338
Siemensstadt
13629 Berlin

Weltgebetstag in Maria, Hilfe der Christen in Spandau


Aufstehen für Gerechtigkeit in Malaysia

„Gott steht auf für das Recht inmitten allen Unrechts. Hört euch das Urteil an: Warum macht ihr euch schuldig? Wie lange wollt ihr noch Recht verdrehn und nicht auf der Seite der Schwachen stehn? Gott der Gnade, let justice prevail.“

Alle Religionen Malaysias sind hier dargestellt.

Alle Religionen Malaysias sind hier dargestellt.

Die Gemeinde der Kirche Maria, Hilfe der Christen singt das Lied „Gott steht auf für das Recht“. Am heutigen Weltgebetstag der Frauen ist Malaysia das Thema. Der Staat in Südostasien, mit zwei durch das Chinesische Meer geteilten Landesteilen hat viele schöne Seiten; aber auch viele Schlechte. Eine der schlechten Seiten ist die „Sklavenhaltung“ von Hausangestellten, weshalb jede Eintretende gleich zur Unterschrift an die Petition „Gerechte Arbeitsbedingungen für Hausangestellte in Malaysia“ gebeten wird. Der Weltgebetstag, eine weltweite Bewegung christlicher Frauen wird in jedem Jahr am ersten Freitag im März gefeiert. Jedes Jahr wird er von Frauen aus einem anderen Land vorbereitet.

Der Koran wird in die katholische Kirche getragen

Zwölf Frauen der evangelischen Kirche Sankt Nikolai und der katholischen Kirche Maria, Hilfe der Christen haben den heutigen Wortgottesdienst vorbereitet. Der ökumenische Gottesdienst findet jährlich abwechselnd in einer der Kirchen statt. Vor dem Altar haben die Frauen ein Tuch ausgebreitet. Darauf liegen Zettel mit Namen und Zeichen verschiedener Religionen. Taoismus, Islam, Shintoismus oder Christentum ist dort zu lesen. Denn in Malaysia leben Menschen verschiedenster Religionen und Ethnien. Als der Gottesdienst beginnt, tragen die Frauen einen Präsentkorb mit Ananas, Orangen und Mangos, eine Kerze und – einen Koran – vor den Altar. Denn die Staatsreligion der Malaysier ist der Islam. Trotz gesetzlich garantierter Religionsfreiheit, werden religiöse Minderheiten dort oft benachteiligt, Muslime bevorzugt.
Das Thema des diesjährigen Weltgebetstages ist: „Steht auf für Gerechtigkeit – Let justice prevail“. „Gerechtigkeit kommt nicht von allein“, ist immer wieder ein Thema in den Lesungen der Frauen. Und: „Mische ich mich ein oder nicht?“ Vor dem Gottesdienst erhält jeder Besucher eine Postkarte mit einem Bild der malaysischen Künstlerin Hanna Cheriyan Vaghese; es heißt Justice – Gerechtigkeit. Drei Frauen helfen einer vierten darauf auf die Beine.

Begrüßung und essen auf malaysisch

Im Gemeindehaus erwarten die Besucher liebevoll gedeckte Tische.

Im Gemeindehaus erwarten die Besucher liebevoll gedeckte Tische.

Die Frauen haben sich viel Mühe gemacht, um ihren Gästen das Land Malaysia näher zu bringen. Die traditionelle Begrüßung wird geübt und nach dem Gottesdienst wartet ein Essen mit malaysischen Gerichten im Gemeindehaus auf die Besucher. Höhepunkt des Gottesdienstes ist ein nachgesprochenes Interview mit Irene Fernandez, einer Menschenrechtsaktivistin in Malaysia. Sie setzt sich für die Rechte der oft ausgebeuteten ausländischen Hausangestellten ein und möchte mit ihrer Organisation Tenaganita alle Malaysier auf das Schicksal der Frauen aufmerksam machen. Mehr als 500 Tausend leben in Malaysia unter schlechten Bedingungen in Privathaushalten. Ihre Privatsphäre beschränkt sich auf ihre Schlafmatte, die sie morgens zusammenrollen und sie müssen ihrem Dienstherren sieben Tage die Woche – oft auch sexuell – zur Verfügung stehen. Damit Tenaganita noch vielen Ausländerinnen in Malaysia helfen kann, waren die Kollekte in Maria, Hilfe der Christen heute für die Hilfsorganisation. Aber nicht nur hier wurde der Weltgebetstag gefeiert. Gottesdienste gab es außerdem in Sankt Lambertus, der Dorfkirche Kladow, der Jeremia-Kirche und in Sankt Wilhelm.

Kirsten Stamer

„Atem der Weltkirche“ in Spandau


In Sankt Wilhelm werden die Taizé-Gäste verabschiedet

Schon als ich um zehn vor zehn in die Kirche komme, schallt mir ein Laudate omnes gentes entgegen. Dabei soll der Neujahrsgottesdienst in der Spandauer Sankt Wilhelm Kirche erst um 10:30 Uhr beginnen. Immer neue Gläubige strömen in die Kirche, manche mit Gitarren auf dem Rücken, und alle stimmen sofort in den Gesang mit ein. Dieser Neujahrsgottesdienst ist etwas besonderes, denn heute werden die Gäste aus acht europäischen Ländern, die über Silvester für das 34. Europäische Jugendtreffen in der Gemeinde zu Gast waren, verabschiedet.

Pfarrer Bernhard Biskup

Pfarrer Bernhard Biskup wird heute von zwei portugiesischen Glaubensbrüdern begleitet.

Nun probt die Orgel: Singt dem Herrn ein neues Lied. Auch die ersten Gemeindemitglieder kommen, Eltern mit Kindern auf dem Arm suchen sich ein Plätzchen. Die Geigen und Notenständer werden in Position gebracht, an der Orgel werden jetzt Tonleitern gesungen und die Messdiener im roten Gewand besprechen noch einmal den Ablauf. Eine Bank wird umgestellt.

Namen sind kein Schall und Rauch

Als die Glocke erklingt und die Messe beginnt wird auch klar warum die Bank weichen musste: Pfarrer Biskup wird heute von zwei portugiesischen Glaubensbrüdern begleitet, da ist im Altarraum kein Platz mehr für Messdiener. Schon in der ersten Ansprache lobt er den „Atem der Weltkirche“, der in den letzten Tagen für die Besucher des Taizé-Treffens spürbar gewesen sei. Seine Predigt will er eigentlich nur kurz auf Englisch zusammenfassen, bevor er beginnt über die Bedeutung von Namen zu sprechen. Die Gemeindejugend kommt ihm jedoch zuvor und so wird jeder Absatz von Max ins Englische übersetzt, wobei dem jungen Mann trotz gutem Englisch auch schon einmal biblische Stolpersteine wie „brennender Dornbusch“ oder „Beschneidung“ in den Weg gelegt werden. Pfarrer Bernhard Biskup wurde in seiner Kindheit mit der Abwandlung seines Namens Pisskopp geärgert und wurde erst wieder froh als ihm die deutsche Bedeutung des polnischen Namens, nämlich Bischof erklärt wurde. Deshalb seien Namen für ihn alles andere als Schall und Rauch, erklärt er der großen Gemeinde. Die besondere Bedeutung des Namen Jesus sei schon daran erkennbar, dass er noch vor Maria Empfängnis von einem Engel verkündet wurde. Er bittet die Gäste:“gehen sie von Spandau zurück in ihr Heimatland und nehmen sie mit, was sie hier erfahren haben. Dass wir Gott vertrauen können und er hilft.

Sprache der Kirche, Sprache der Welt

Das Hochgebet will Pfarrer Biskup ebenfalls den Gästen anpassen: „So wie Englisch die Sprache der Welt ist, ist Latein die Sprache der Kirche.“ Zusammen mit den portugiesischen Glaubensbrüdern wird das Hochgebet also auf Latein gesprochen.

Abendmahl

Alle werden zum Abendmahl geladen. Fotos (6): Kirsten Stamer

Das Vater Unser wird von den Priestern auf Latein vorgebetet, jeder in der Kirche folgt in seiner eigenen Sprache.

Da Taizé sich an alle Christen verschiedener Glaubensrichtungen richtet und die Katholische Kirche es eigentlich sehr genau nimmt, mit dem Abendmahl, lässt Biskup vor der Kommunion verlauten: „Ich möchte hiermit alle zur Kommunion einladen, die glauben können, dass dieses kleine Stück Brot der Leib Christi ist.“ Diplomatisch klug lädt er so alle Anwesenden zum Abendmahl ein. Diese Großherzigkeit wird auch bei den Dankesreden der Gäste lobend erwähnt und findet tosenden Applaus. Man solle mit Superlativen ja immer vorsichtig sein, meint der Pfarrer, „aber für viele waren diese Tage eine Sternstunde des Glaubens“.

Big, big, big thank you

Von den Gästen gibt es zum Abschluss noch ein „big, big, big thank you from the bottom of our hearts“. Sie danken für das „öffnen der Herzen und Türen“, für die mehrsprachige Messe, für das Fest der Nationen an Silvester und für die Wochen- und Monatelange Vorbereitung für das Taizé-Fest. Das Vorbereitungsteam erhält Standing Ovations. Ein Dankesplakat mit Post-its, lassen die Gäste in der Kirche zurück. Jeder der Sticker trägt einen Neujahrswunsch der Gäste an die Gastgeber und beim verlassen der Kirche darf jeder einen solchen Zettel mit nach Hause nehmen. Besonders den Gemeindemitgliedern Silke Bährens und Rolf Schudlich wird für die unermüdliche Arbeit während des Jugendtreffens gedankt. Sie hatten sich um die Gastfamilien gekümmert. Alle Freiwilligen werden noch einmal mit Blumen und Schokolade beschenkt, dann geht das große Abschiednehmen los. „Hope I see you again“, ist ein häufiger Satz. Vielleicht im nächsten Jahr, dann findet das Europäische Jugendtreffen in Rom statt.

Kirsten Stamer

Taizé-Jugendliche werden in Spandau begrüßt


„You don’t have problems with cats?“

Judith und Benedikt, genannt Benni, sitzen entspannt auf ihren Stühlen. Der kleine Raum ist mit Stehtischen, Stühlen und einem Buffet aus Obst, Brötchen, Kuchen, Salat, Würstchen, Buletten und verschiedenen Getränken ausgestattet. Die beiden erholen sich schon von ihrem ersten Einsatz als Empfangskomitee der Sankt Wilhelm Kirchengemeinde. Kroaten und Portugiesen haben sie heute morgen schon als Gäste für das Taizé-Treffen in Spandau begrüßt.

Judith und Benedikt von der Sankt Wilhelm Kirchengemeinde

Judith und Benedikt von der Sankt Wilhelm Kirchengemeinde begrüßen die Gäste.

Nun sind die Gruppen erst einmal zur Anmeldung, zum 34. Europäischen Jugendtreffen, im Pfarrbüro. „Mit Englisch und Französisch können wir heute morgen dienen“, erklären mir die beiden, die neben ihrem Namen auf einem Schild auch noch die gesprochenen Fremdsprachen aufgezeigt haben. „Bis jetzt haben uns alle gut verstanden“, meint Judith (15), „und es sind alle gut gelaunt“. Das kann man erkennen, als die Gruppe Portugiesen von der Anmeldung zurückkehrt und gleich erst einmal das Buffet stürmt. Zuerst werden die großen Nutellagläser aufgemacht und Brötchen damit beschmiert. Sieben von ihnen sind schon am Montag angekommen und haben bis jetzt bei Gemeindemitgliedern gewohnt. Nach dem Essen müssen sie dann noch einen Raum weiter, wo sie in Gastfamilien aufgeteilt werden. Das ist nicht schlecht, denn der kleine Raum füllt sich zunehmend mit den Kroaten, die nun auch von der Anmeldung zurückkehren.

110 Jugendliche in 40 Gastfamilien

Die Plätze im Gemeindesaal

Die Plätze im Gemeindesaal werden reserviert.

Der nächste Raum ist noch kleiner. Die Gruppe steht hier um zwei Personen am Schreibtisch, die die Aufteilung in die Gastfamilien managen. 110 junge Leute können in 40 Gastfamilien aufgenommen werden, der Rest kommt in Gemeinschaftsquartieren unter. „You don’t have problems with cats?“, erkundigt sich die Frau am Schreibtisch bei einer Portugiesin. „No, I love cats“. Dann steht dieser Gastfamilie nichts im Wege. Es wird telefoniert. „Morgen, wir haben Gäste für Sie“, schallt es fröhlich ins Telefon, „vier wunderbare Portugiesen“. Unter den Gästen antwortet fröhliches Gelächter. So viel versteht man.

Im Gemeindesaal steht ein Hackenporsche vor jedem Stuhl. Was es damit auf sich hat, frage ich einen älteren Herrn im Saal. „Die sind alle heute morgen gekommen um sich den Platz zu reservieren und jetzt wieder nach Hause gegangen um zu Frühstücken“, klärt er mich auf, „das ist doch eine gute Sache“. Die Rolltaschen haben also die gleiche Funktion wie die Handtücher auf den Strandliegen im Urlaub. Deutsche haben schon eine merkwürdige Angst etwas zu verpassen.

220 Spandauer Haushalte werden von Laib und Seele versorgt

Im Flur stehen die Damen von Laib und Seele und sortieren ihr Brot. Jeden Mittwoch werden hier Lebensmittelspenden an bedürftige Familien verteilt. Bis zu 220 Spandauer Haushalte werden so versorgt. Nur weil heute die Taizé-Jugendlichen ankommen, kann diese Institution natürlich nicht ausfallen. Und so stehen die Frauen mitten zwischen Broten, Kartoffeln und Gästen ihren Mann.

Benni (20) und Judith betreuen immer noch die Gäste im Buffetraum. Auch die Morgengebete in der Sankt Wilhelm Kirche werden sie begleiten; mit Gesang, Judith sogar auf der Posaune. Benni ist ein leidenschaftlicher Sänger und freut sich schon auf die gemeinsamen Taizé-Gesänge. Die beiden waren zwar noch nie dort, aber an Gründonnerstag werden in ihrer

Die Portugiesen

Die Portugiesen machen sich über das Buffet her. Fotos (3): Kirsten Stamer

Gemeinde viele der eingängigen Melodien gesungen. „Ich beschäftige mich gern mit den Gesängen“, meint Benni. „Durch die häufigen Wiederholungen einzelner Passagen kann man sich gut in die Stimmen einfühlen. Auch wenn man das Lied vorher gar nicht kannte.“

Insgesamt 160 Jugendliche erwartet

Vor der Tür läuft schon die nächste Gruppe vorbei. Benni springt auf: „Hallo, where are you from?“ -“Germany“, schallt es zurück. „Das kann man ja nicht ahnen“, meint Benni. „Willkommen in Sankt Wilhelm; im westlichsten Berlin.“ Schon gibt es ein großes „Hallo“, die Gruppe mit zwei Ordensschwestern hat in einem Gemeindemitglied eine Bekannte entdeckt. Die Rucksäcke und Koffer werden im Innenhof geparkt und los geht es zur Anmeldung. Das wird heute noch einige Male so laufen, denn in Sankt Wilhelm werden 160 Jugendliche erwartet. Benni und Judith haben nur die Hoffnung, dass abends alle da sind, so dass sie mit den Gästen gemeinsam die Eröffnung in den Messehallen feiern können.

Kirsten Stamer

Kuchen und Chor in Sankt Nikolai


Ein bisschen Besinnlichkeit zum vierten Advent auf dem Spandauer Weihnachtsmarkt

Alle vier dicken weißen Kerzen brennen am Adventskranz; die Kirche ist schon fast vollständig gefüllt; der Chor, die Damen mit rot-, orange- oder rosafarbenem Schal, die Herren im Anzug, findet sich auf seinen Plätzen ein und wirkt trotz des gesetzten Alters etwas aufgeregt.

Singekreis St. Nikolai

Der Singekreis überzeugte mit seiner professionellen Darbietung.

In mitten des Weihnachtsmarkttrubels hat sich in der Sankt Nikolai Kirche ein Ort der Ruhe gefunden. Gedämpft klingt Dudelsackmusik vom Historischen Handwerkermarkt durch die dicken Kirchenmauern.

Endlich geht es los, Gunda Augustat, Leiterin des Singekreis Sankt Nikolai, wünscht eine Stunde der Besinnung. Augustat, mit Brille, schwarzer Strickjacke und als einzige mit buntem Schal, dreht sich um und erhebt die Arme. Wer bei dem Namen Singekreis an ältere Herrschaften gedacht hat, die zum Spaß im Kreis ihre Liedchen singen, wird sofort eines besseren belehrt: Vor uns steht ein professioneller Chor. Völlig in ihrer Rolle dirigiert die Chorleiterin mit weiten Armen und manövriert ihren Singekreis so durch Stücke von Johann Sebastian Bach, Franz Josef Breuer oder Felix Mendelssohn Bartholdy. Nach einer Lesung von Jochen Kleppers Weihnachtslied, vorgetragen von Winfried Augustat herrscht Schweigen in der Kirche, nur draußen auf dem Weihnachtsmarkt läutet hektisch eine Glocke. So eindringlich, wie Winfried Augustat seinen Text vortrug, muss die Gemeinde vor Ehrfurcht erzitternd schweigen.

Musik zieht Weihnachtsmarktbesucher an

Weiter geht es; Gunda Augustat zückt ihre Stimmgabel, stimmt den Chor ein und durch das hohe Gewölbe schallt Heilige Nacht auf Engelsschwingen. „Die Fenster sind erhellt, Lichter brennen in den Stuben“, singt der Chor, „Friede sei in Haus und Hütte“. Zum Abschluss erfolgt ein gemeinschaftliches Vater Unser. Als die Gäste aufstehen sieht man erst: die Kirche ist jetzt bis zum letzten Platz gefüllt. Die Musik die durch die dicken Mauern drang, muss sie angelockt haben. Abschließend singt die Gemeinde mit dem Chor O du fröhliche, wobei Winfried Augustat vorn neben der Orgel mit einer solchen Eindringlichkeit singt, dass den Gästen klar wird: es muss eine fröhliche Weihnachtszeit werden.

Vor dem Chor gibts Kuchen

Pfarrerin Stefanie Hoppe

Pfarrerin Stefanie Hoppe in der Küche bei der Arbeit.

Vor der Chormusik in der Sankt Nikolai Kirche hatten sich viele der späteren Chorbesucher im Gemeindesaal zur Kaffeestube getroffen. Fast alle Plätze waren belegt. „Wir haben 100 Tische und die werden am Tag drei Mal besetzt“, erklärt mir die Chefeinkäuferin. Pro Wochenende bestellt sie 360 Stück Kuchen und vier Torten vom Bäcker, zehn Kuchen werden von Gemeindemitgliedern gebacken.

Qualität aus der Bäckerei Safak

Mit der Safak Bäckerei aus der Kurstraße ist sie sehr zufrieden. Der türkische Bäcker macht der Kirche einen Sonderpreis, liefert den Kuchen an und holt die Kisten Montags wieder ab. Das sei nicht selbstverständlich, da es sich ja nur um ein befristetes Verhältnis handle. „Nur für die Zeit der Kaffeestube an den Wochenenden“, erklärt sie. Außerdem sei die Qualität sehr gut. „Keine Massenware, das ist noch ein echter Konditor“, erzählt sie stolz.

Spaß im eingespielten Team

In der Küche steht heute Pfarrerin Stefanie Hoppe. „Wir arbeiten in zwei Schichten nur mit Ehrenamtlichen“, erklärt sie mir. Drei Leute werden für die Küche, fünf für den Verkauf unten im Gemeindesaal gebraucht. „Es bilden sich regelrechte ehrenamtliche Familientrupps“, erzählt Hoppe.

Der Kuchenverkauf im Gemeindesaal

Der Kuchenverkauf im Gemeindesaal läuft wie jedes Jahr gut. Fotos (3): Kirsten Stamer

Die gleichen Gruppen teilten sich jedes Jahr zusammen ein und hätten so, im eingespielten Team, viel Spaß.

Unten sind die Helfer im vollen Einsatz: „Ein Eclair und einen Kaffee bitte“, bestellt ein Gast, weiter geht es: „ist da Marzipan drin?“ Der verkaufte Kaffee ist ausschließlich Fair Trade aus dem Dritte Welt Laden nebenan und auch der Kuchen kann sich sehen lassen. Schnell gehe ich aus dem Weg und lasse die Kunden an die Kuchentheke.

Kirsten Stamer

Europa zu Gast in Spandau

Für das 34. Europäische Jugendtreffen werden noch etliche Schlafplätze benötigt

Noch etwas reserviert schauen die Mitglieder der Sankt Wilhelm Kirchengemeinde auf die Leinwand, die Maximilian Mozen vor ihnen aufgebaut hat. Als der Film über das Taizé-Treffen in Berlin mit Kommentaren von verschieden Jugendlichen anläuft, tauen sie etwas auf und lassen sich gespannt über das Jugendtreffen aufklären. Heute ist auch Laura vom

Weltjugendtag Sydney

Jugendliche aus diversen Ländern - wie hier beim Weltjugendtag in Sydney - wollen uns in Berlin besuchen

Vorbereitungsteam von Taizé mit vor Ort und kann Fragen rund um das Jugendtreffen beantworten. Sie ist seit September in Berlin und betreut verschiedene Gastgebergemeinden. Etwa 150 Haushalte haben sich in der Sankt Wilhelm-Gemeinde bis jetzt bereit erklärt, Jugendliche über die Tage vom 28.12.11 bis zum 01.01.2012 bei sich Zuhause aufzunehmen. Doch das sind noch viel zu wenige. Zum 34. Europäischen Jugendtreffen unter dem Motto „Wege des Vertrauens“ werden noch Tausende Plätze benötigt. Zehntausende Jugendliche aus ganz Europa treffen sich über Silvester in Berlin um gemeinsam nach Taizé Art zu beten, zu singen und zu feiern. Allein in der Gemeinde Sankt Wilhelm treffen am 28.12 Jugendliche aus Polen, Kroatien, Litauen, Holland, der Ukraine, Rumänien, Italien und Portugal zusammen. Für das Eintreffen, sowie die Zeit in den Gemeinden werden Dolmetscher gesucht um den Jugendlichen den Aufenthalt und die Verständigung zu einfach wie möglich zu machen. Die Gastgeber bieten den Jugendlichen lediglich einen Schlafplatz und ein Frühstück. Die Gäste bringen Iso-Matten mit, sind aber natürlich auch für jedes Bett dankbar.

2,50 je Gast?

Da noch so viele Unterkünfte fehlen, werden nun Sporthallen akquiriert um die Gäste aufzunehmen. Sehr zum Ärger der Gemeindemitglieder will Bürgermeister Helmut Kleebank, nach ihrer Aussage, für jeden Jugendlichen eine Pauschale von 2,50 Euro erheben, während die Unterkunft in allen anderen Bezirken umsonst zur Verfügung gestellt wird. Aus eigener Erfahrung kann ich allerdings sagen, dass Übernachtungen in Sporthallen und Sälen vielleicht lustiger sind, man in Privatwohnungen jedoch viel mehr Schlaf bekommt. Außerdem sind drei Duschen für 50 Frauen auch nicht optimal.

Der Tag der Gäste beginnt um 8:30 Uhr in den Gemeinden mit einem Gebet, danach fahren die Jugendlichen auf das Berliner Messegelände, wo das Jugendtreffen über die vier Tage stattfindet. Tagsüber sind die Jugendlichen also außer Haus.

Wer jetzt schon einmal ein Taizé Gebet miterleben möchte, ist zum täglichen Mittagsgebet um 12:30 Uhr in der Marienkirche am Alex eingeladen. Hier beten und singen die Brüder von Taizé, die Schwestern von St. André und die freiwilligen Helfer, wie zum Beispiel Laura, von Montag bis Samstag.

Offen für andere Kulturen

St. Nikolai in der Altstadt Spandau

Auch die Gemeinde von St. Nikolai ist Gastgeber. Foto: Kirsten Stamer

Während in Sankt Wilhelm die Vorbereitungen für die Ankunft der Gäste schon auf Hochtouren laufen, ist jeder von Ihnen eingeladen, sich noch als Gastgeber zu melden. Die Jugendlichen freuen sich über jeden Schlafplatz in einem Privathaushalt. Und – wie ein Gemeindemitglied anmerkte : „Warum wurde Jesus in einem Stall geboren? – Weil niemand Maria und Josef aufnehmen wollte.“ Das Taizé-Treffen in Berlin bietet also nicht nur eine Möglichkeit seine Türen für andere Nationen zu öffnen und Freundschaften mit Jugendlichen aus aller Herren Länder zu knüpfen. Im Hinblick auf Weihnachten kann man hier echte Nächstenliebe und Gastfreundschaft beweisen.

Informationen und Anmeldungen in der Sankt Wilhelm Gemeinde:

Weißenburger Straße 9-11
13595 Berlin (Wilhelmstadt)
Tel.: 030 / 361 61 42
E-Mail: st.wilhelm.berlin@t-online.de
Webseite: www.sankt-wilhelm-spandau.de

Weitere Gastgebergemeiden in Spandau sind:

Sankt Nikolai

Maria, Hilfe der Christen

Sankt Markus

Maria Himmelfahrt

Wichern-Radeland

Die Jeremia Kirchengemeinde

Die Kirchengemeinde zu Staaken

Melanchthon-Kirchengemeinde

Eine Übersicht mit allen Kontakten zu Spandauer Kirchen finden Sie hier.

Kirsten Stamer

Kirchen in Spandau

Hier finden Sie nahezu alle Religionsgemeinschaften in Spandau. Die größten sind die evangelische und die katholische Kirche. Sie unterhalten jeweils mehrere Gemeinden und Gotteshäuser.

Evangelische Kirche in Spandau
Gemeinden:

Am Groß-Glienicker See

Adresse: Waldallee 3, 14089 Berlin-Spandau
Tel.: 030/3654779

Dorfkirchengemeinde Gatow

Gemeindebüro: Plievierstraße 3, 14089 Berlin-Spandau,
Tel.: 030/361809

Jeremia-Kirchengemeinde

Gemeindebüro: Burbacher Weg 2, 13583 Berlin-Spandau,
Tel.: 030/3723085
Webseite: www.ev-jeremia-gemeinde.de

Johannesstift

Gemeindebüro (Hauptverwaltung): Schönwalder Allee 26, 13587 Berlin-Spandau,
Tel.: 030/33609592,
E-Mail: info@evangelisches-johannesstift.de
Webseite: www.evangelisches-johannesstift.de

Kirchengemeinde Kladow

Gemeindebüro: Kladower Damm 369, 14089 Berlin-Spandau
Tel.: 030/3655985

Kirchengemeinde Klosterfelde

Gemeindebüro: Seegefelder Straße 116, 13583 Berlin
Tel.: 030/3722863,
E-Mail: buero@gemeinde-klosterfelde.de
Webseite: www.gemeinde-klosterfelde.de

Luther-Kirchengemeinde Spandau

Gemeindebüro: Lutherplatz 3, 13585 Berlin-Spandau
Tel.: 030/3359024
E-Mail: info@luthergemeinde-spandau.de
Webseite: www.luthergemeinde-spandau.de

Melanchthon-Kirchengemeinde

Gemeindebüro: Pichelsdorfer Straße 79, 13595 Berlin
Telefon: 030/3 61 34 26
E-Mail: info@melanchthon-kirche.de

Nathan-Söderblom-Kirchengemeinde

Gemeindebüro: Ulrikenstraße 7-9, 13581 Berlin-Spandau
Tel.: 030/35102919
E-Mail: info@ev-gemeinde-soederblom.de
Webseite: www.ev-gemeinde-soederblom.de

Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde

Gemeindebüro: Im Spektefeld 26, 13589 Berlin-Spandau
Tel.: 030/3736253
E-Mail: info@paulgerhardtgemeinde.de
Webseite: www.paulgerhardtgemeinde.de

Kirchengemeinde Siemensstadt

Gemeindebüro: Schuckertdamm 336-340, 13629 Berlin-Spandau
Tel.: 030/3 81 24 55
E-Mail: buero@ev-gemeinde-siemensstadt.de
Webseite: www.ev-gemeinde-siemensstadt.de

Kirchengemeinde Staaken-Gartenstadt

Gemeindebüro: Beim Pfarrhof 40-42, 13591 Berlin-Spandau
Tel.: 030/3662175
E-Mail: pfarrer@staagart.de
Webseite: www.staagart.de

St. Nikolai in Berlin-Spandau

Gemeindebüro: Havelstraße 16, 13597 Berlin-Spandau,
Tel.: 030/3335639
E-Mail: gemeindebuero@nikolai-spandau.de
Webseite: www.nikolai-spandau.de

Weihnachtskirchengemeinde Haselhorst

Küsterei: Haselhorster Damm 54-58, 13599 Berlin-Spandau
Tel.: 030/3341771
E-Mail: kuesterei@ev-weihnachtskirche.de
Webseite: www.ev-weihnachtskirche.de

Weinbergkirchengemeinde

Gemeindebüro: Fröhnerstr. 15-17, 13595 Berlin-Spandau
Tel.: 030/3619073
E-Mail: Pichelsdorf@hotmail.com

Wichern-Radeland-Kirchengemeinde

Gemeindebüro: Wichernstraße 14-21, 13587 Berlin-Spandau,
Tel.: 030/3354244
E-Mail: gemeinde_buero@wichern-radelandgemeinde.de
Webseite: www.wichern-radelandgemeinde.de

Zuflucht-Kirchengemeinde

Gemeindebüro: Westerwaldstraße 16-18, 13589 Berlin-Spandau
Tel.: 030/3722523
E-Mail: info@evangelische-zufluchts-kirchengemeinde.de
Webseite: www.evangelische-zufluchts-kirchengemeinde.de

Zu Staaken Kirchengemeinde

Gemeindebüro: Brunsbütteler Damm 312, 13591 Berlin-Spandau
Tel.: 030/3661007
E-Mail: staaken-zuversichtskirche@web.de

Katholische Kirche in Spandau
Gemeinden:

Katholische Gemeinde Maria, Hilfe der Christen

Flankenschanze 43
13585 Berlin (Spandau)
Tel:     030 / 353 963-0
E-Mail: sekretariat@maria-hilfederchristen.de
Webseite: www.st-marien-spandau.de

Katholische Gemeinde St. Marien

Birkenallee 19
14656 Brieselang
Tel.: 033232 / 364 54
E-Mail: St.Marien.brieselang@t-online.de
Webseite: www.dekanat-spandau.de

Katholische Gemeinde Mariä Himmelfahrt

Sakrower Landstraße 60
14089 Berlin (Kladow)
Tel.: 030 / 365 41 07
E-Mail: pfarrbuero@mariae-himmelfahrt-berlin.de
Webseite: www.dekanat-spandau.de

Katholische Gemeinde St. Konrad von Parzham

Am Tiefen Grund 13
14612 Falkensee
Tel: 03322 / 35 17
E-Mail: st.konrad.falkensee@t-online.de
Webseite: www.dekanat-spandau.de

Katholische Gemeinde St. Joseph

Quellweg 43
13629 Berlin (Siemensstadt)
Tel.: (030) 381 80 43
Kirche: Natalissteig 2
E-Mail: pfarramt@sankt-joseph-siemensstadt.de
Webseite: www.sankt-joseph-siemensstadt.de

Katholische Gemeinde St. Markus

Am Kiesteich 50
13589 Berlin (Falkenhagener Feld)
Tel.: 030 / 373 22 16
E-Mail: Sankt.Markus@t-online.de
Webseite: www.dekanat-spandau.de

Katholische Gemeinde St. Wilhelm

Weißenburger Straße 9-11
13595 Berlin (Wilhelmstadt)
Tel.: 030 / 361 61 42
E-Mail: st.wilhelm.berlin@t-online.de
Webseite: www.sankt-wilhelm-spandau.de

Kath. Pfarramt St. Maximilian Kolbe

Adresse: Maulbeerallee 15, 13593 Berlin
Tel: 030/20674813 ‎
Webseite: www.pfarrei-smk.de

Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Berlin-Spandau, Baptistengemeinde

Adresse: Jagowstr. 17, 13585 Berlin-Spandau
E-Mail: d.luettgens@baptisten-spandau.de
Webseite: http://www.baptisten-spandau.de

Adresse: Zörgiebelweg 18, 13591 Berlin-Spandau
E-Mail: sebastian.noss@baptisten-staaken.de
Webseite: http://www.baptisten-staaken.de

Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche Spandau

Adresse: Schönwalder Allee 57, 13587 Berlin
Tel: 030/37595530
Webseite: www.selk.de

Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage
Gemeinde Spandau

Adresse: Hügelschanze 10-12, 13585 Berlin-Spandau
Webseite: www.mormonen.de

Buddhistische Vietnamesische Gemeinde in Berlin e.V. – Linh-Thuu-Pagode

Adresse: Pinneberger Weg 14, 13581 Berlin-Spandau
E-Mail: linh-thuu-tu@gmx.de

Evangelisch-methodistische Kirche,
Kreuzkirche Spandau

Adresse: Zeppelinstraße 11, 13583 Berlin-Spandau
Tel.: 030/4342145
E-Mail: berlin-spandau@emk.de
Webseite: http://www.atlas.emk.de/emk_berlin_spandau.html

Adventgemeinde Berlin-Spandau

Adresse: Tiefwerder Weg 5-7, 13597 Berlin-Spandau
Tel. 030/3319876
E-Mail: info@adventgemeinde-spandau.de
Webseite www.adventgemeinde-spandau.de

Pfarrer Jörg Kluge: Ostern ist für Christen das höchste Fest

Die St. Nikolai Kirche in der Altstadt Spandau

„Ich möchte Menschen Mut machen, die kirchlich nicht interessiert sind, in die Gottesdienste zu kommen und vielleicht Erfahrungen zu machen die sie lange nicht mehr gemacht haben“, sagt der Geschäftsführende Pfarrer der Gemeinde St. Nikolai, Jörg Kluge im Gespräch. Seit eineinhalb Jahren ist der Berliner in der evangelischen St. Nikolaikirche in Spandau und als Geschäftsführer auch für Personal, Verwaltung und Finanzen zuständig. Ein Fulltime Job.

Pfarrer Kluge möchte Menschen ermutigen in den Gottesdienst zu kommen

Pfarrer Kluge möchte Menschen ermutigen in den Gottesdienst zu kommen

Darüber was die Kirchen in Wirklichkeit leisten, macht sich selten jemand Gedanken. Ob Taufe, Hochzeit oder Sterbefall, immer fallen lange Beratungsgespräche an. Nun steht Ostern vor der Tür, für viele Deutsche ein Grund – neben Weihnachten – doch einmal eine Kirche zu besuchen. Sind denn die Spandauer Kirchgänger? „Wir können uns nicht beklagen“, meint Kluge. Der Berliner an sich sei aber eher keiner. „Ostern ist für die Christen das höchste Fest“, erklärt er. Sie glaubten daran, dass mit Ostern das Leben in die Welt zurückgekehrt sei. „Die Auferstehung Christi ist in Europa ja immer auch mit dem wieder Erwachen der Natur verknüpft“, meint der Pfarrer. Dies sei ein weiteres schönes Bild für die Auferstehung. Ich wende ein, dass von vielen Menschen und auch von den Medien und dem Einzelhandel Weihnachten weit höher bewertet werde. „Viele Menschen bedenken nun einmal ein Baby eher als das Kreuz und die Auferstehung“, erklärt Kluge, „ein Baby ist einfacher zu begreifen“. Außerdem käme es vielleicht zu einer kleinen Verschiebung. „Sehen Sie, ein Kreis hat nur einen Mittelpunkt, aber wenn man sich eine Ellipse vorstellt, sind zwei Punkte möglich. Diese zwei Punkte sind Weihnachten und Ostern. Und Außerdem – ohne Weihnachten kein Ostern!

Zu diesem höchsten Feiertag sind die Geistlichen naturgemäß sehr beschäftigt. Aus diesem Grund treffe ich mich mit dem 58-jährigen schon am Mittwoch, denn ab Gründonnerstag sind die vier Kollegen der St. Nikolaikirche im Dauereinsatz. Am Gründonnerstag, dessen Name übrigens weniger von Grün als vom greinen im Hinblick auf die Kreuzigung Christi herrührt, findet in der Petruskirche in der Grunewaldstraße die Fußwaschung statt. In der St. Nikolaikirche kommt es dann zur Einsetzung des Abendmahls, die Orgel spielt zum letzten mal und der Altar wird leergeräumt. Am Karfreitag gedenken die Gläubigen dann dem Leiden und Sterben Jesu in einer Andacht zur Sterbestunde. Der Samstag vor Ostern heißt in der Kirche Karsamstag und nicht wie weit verbreitet Ostersamstag.“Die Kirchenwoche beginnt ja auch am Sonntag“, erklärt Kluge. In der Nacht des Karsamstages beginne dann der Ostersonntag. In der St. Nikolaikirche morgens um fünf Uhr dreißig. Die Osterkerze wird entzündet und in die Kirche getragen, wo dann das Osterlicht der Auferstehung an die Gemeinde weitergereicht wird. Während dieses Gottesdienstes werden außerdem drei junge Menschen getauft. Später wird im Gemeindesaal am Reformationsplatz 8 zum Osterfrühstück eingeladen. So findet Ostern in der Kirche statt. Doch außerhalb wird das Fest oft von Medien und Einzelhandel hoch gepusht. Geschenke zu Ostern, möglichst groß und teuer. Süßigkeiten schon Wochen vorher in den Läden. Was meint Pfarrer Jörg Kluge dazu?

St. Nikolai in der Altstadt Spandau ist auch ohne Gottesdienst einen Besuch wert.

St. Nikolai in der Altstadt Spandau ist auch ohne Gottesdienst einen Besuch wert.

Ich habe nichts gegen das Schenken, Freude bereiten“, sagt er, „aber es ist ausgeufert“. Die Menschen seien „entkirchlicht“, das Schenken oft eine Ersatzhandlung. Auch die Fastenzeit, also die sieben Wochen vor Ostern, finden oft Bedeutung außerhalb der Kirche. Großer Popularität erfreut sich im Moment das Fasten als Event. Kliniken, Klöster und sogar Reiterhöfe laden heutzutage zum Fasten ein.“ Der Gedanke ist ja eigentlich, in der Passions- und Leidenszeit ein Stück weit anders zu leben“, meint Kluge dazu. Eigentlich finde er diese Kuren gar nicht schlecht. Das Fasten gleiche ja auch einem Frühjahrsputz. „In meiner Kindheit gab es noch kein Linoleum“, erzählt er, „ zu Beginn des Frühlings wurden die Teppiche ausgeklopft“. Eine Art inneres Teppichausklopfen sei das Fasten. Eine innere Bilanz mit Frühjahrsputz. „Auf etwas zu verzichten, was man gerne mag, kann einen weiterbringen, das ist nicht nur Mode.“ Außerdem sei es auch noch gesund in unserer Zeit, in der die Volkskrankheit Übergewicht oft auch Folgekrankheiten nach sich ziehe. Er selbst leide jedoch weniger an Übergewicht. Als Feuerwehrseelsorger ist er Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr. Das hält Fit. „Mein Dienstrang ist Oberbrandmeister“, erzählt er stolz.

Wer also am Ostersonntag wieder einmal eine Kirche besuchen möchte – Jörg Kluge wird sich sicherlich freuen. Und – einer US -Studie zufolge leben Kirchgänger 7 Jahre länger.

Kirsten Stamer