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Häusliche Krankenpflege Rosenkranz

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Wilhelmstadt um eine Attraktion reicher

Zwei Monate standen sechs Künstler der Potsdamer Creative Stadt GmbH um Hartmut Lindemann gegenüber des Metzer Platz auf dem Gerüst.

Beeindruckend wie aus einer unschönen Brandwand in der Spandauer Wilhelmstadt ein echter Hingucker wurde: Am 8. August 2013 weihte Spandaus Bezirksstadtrat Carsten Röding an der Pichelsdorfer Straße nun das Wandbild mit einer verblüffenden Zeitreise in die virtuellen Wilhelmpassagen ein.

Verschmelzung zwischen Realität und Virtuellem.

Verschmelzung zwischen Realität und Virtuellem.

Blick in die Geschichte

Das Wandbild enthält viele Details der Spandauer Geschichte: Links wirkt die Front des längst geschlossenen Kinos „Regina“ weit in die Wilhelmstraße hinein. Kaiser Wilhelm ist als Namenspate des ganzen Stadtteils vertreten. Der weithin bekannte Spandauer Kleinkünstler Sascha Grammel spielt mit seiner Puppe „Frederic“. Ein Kind läuft mit einem Schiffsmodell zur nahen Havel – in naher Zukunft soll hier ein kurzer Fußweg zum Havelufer führen. Bei dem Schiffsmodell handelt es sich um die „Prinzessin Charlotte von Preußen“, welche als erstes deutsches Motorschiff überhaupt 1816 in der heutigen Wilhelmstadt gebaut wurde.

Die Künstler vor ihrem Werk am Metzer Platz.

Die Künstler vor ihrem Werk am Metzer Platz.

Erfolg hat viele Väter

Als alteingesessener Projektpartner unterstützte beispielsweise das 1927 gegründete Spandauer Traditionsunternehmen Florida-Eis das Projekt „Wilhelmpassagen“. Kinder der nahen Christoph-Földerich-Grundschule weisen im Wandbild mit ihren orangefarbenen Westen auf den weiteren Projektpartner Berliner Stadtreinigung hin. Die BSR engagierte sich schon vor zwei Jahren mit der Aktion „Spandau bleibt sauber“ für das Quartier. Die Reaktionen der Spandauer auf das Kunstwerk während der Einweihung schwankten hingegen zwischen Begeisterung und der Sorge, irgendwer könnte das Wandbild beschädigen. Doch Lindemann konnte die Passanten beruhigen: Seiner Erfahrung nach begegnen die Bewohner seiner Arbeit mit Respekt. Was von den Künstlern der Creative Stadt GmbH in kurzer Zeit an die Fassade gezaubert wurde, hatte eine deutlich längere Vorbereitungsphase. Eine Voraussetzung war der Abschluss eines Gestattungsvertrags mit der Eigentümerin des Gebäudes Pichelsdorfer Straße 114, der Gate Consortium One GmbH, im Mai 2012. Die Eigentümerin unterstützte das Kunstprojekt an dem Neubau aus den 1990er Jahren, indem sie den Giebel auf eigene Kosten neu verputzen ließ. Der Bezirk sieht in dem Kunstwerk einen zukünftigen Ort der Identifikation der Bürger mit ihrer Wilhelmstadt.

"Wilhelmstadt bewegt".

„Wilhelmstadt bewegt“. Fotos (3): Patrick Rein

Weitere Projekte folgen

Im Frühjahr 2012 zeigte die Brandenburgische Stadterneuerungsgesellschaft mbH im Auftrag des Bezirksamtes Spandau in dem Gutachten „auftakt ! K U N S T“ für 125 Brandwände im „Aktionsraum plus Spandau-Mitte“ Möglichkeiten ihrer Aufwertung auf. Im Rahmen eines Workshops wurden bei der Abschlusspräsentation im Bezirksamt Spandau am 17. Februar 2012 daraus 36 Projekte ausgewählt und zehn von ihnen priorisiert. Die Pichelsdorfer Straße 114 bildet somit den Auftakt für eine breit angelegte Aufwertung des Stadtbildes.

Patrick Rein

Tage des Handwerks in der Neustadt

Caiju e.V. startete am Donnerstag zum dritten Mal die Tage des Handwerks in Spandau.

„Nachwuchsförderung bedeutet Vielfalt!“ – heißt, die Menschen anzusprechen, ihnen auf Augenhöhe zu begegnen, die Hand zu reichen und sie einzuladen, sich zu beteiligen. Unter diesem Motto begannen am 1. August zusammen mit Netzwerk- und Kooperationspartnern zum dritten Mal die Tage des Handwerks in Spandau. Damit wird die erfolgreiche Projektreihe – welche sich an den bundesweiten Aktionstag „Tag des Handwerks“ anlehnt – nicht nur fortgesetzt, sondern auch in seinem bisherigen Umfang erweitert.

Besonders das Handwerk versucht immer wieder durch Veranstaltungen auf sich aufmerksam zu machen und um Nachwuchs zu werben.

Besonders das Handwerk versucht immer wieder durch Veranstaltungen auf sich aufmerksam zu machen und um Nachwuchs zu werben. Foto: Patrick Rein

Einblick in die Welt des Handwerks

In fünf verschiedenen Projekten „Von Beginn an“( Grundschüler und Kinder aus freien Einrichtungen der Spandauer Neustadt gestalten Bilder, Plakate und Kunstobjekte), „Früh übt sich“( Eine Vielzahl an unterschiedlichen Schülerfirmen zeigt, dass es sinnvoll ist, möglichst frühzeitig mit praxisbezogener Berufsorientierung anzufangen), „Kiezeinblicke!“(Filmprojekt mit Jugendlichen), „Auf Augenhöhe!“( Touren & Workshops für Jugendliche mit Handwerkern, Oberstufenzentren und Ausbildungsbetrieben ) und „Hand in Hand!“( intergenerativer Erfahrungsaustausch und Wissenstransfer zwischen den Generationen ) verbindet Caiju die Themenfelder Bildung, Ausbildung, berufliche Vielfalt und Handwerk. Das Projekt möchte Kindern, Jugendlichen, Anwohnern und Interessierten Einblicke in die unterschiedlichen Arbeits- und Lebenswelten des Handwerks ermöglichen, Information und Beratung bieten, die Türen zu lokalen Werkstätten öffnen und zeigen, was es, insbesondere in der Spandauer Neustadt, zu entdecken gibt.

Abschlussveranstaltung auf dem Markt

Im Rahmen des bundesweiten Aktionstages stellen sich am 21. September 2013 die verschiedenen Projekte von Tage des Handwerks unter dem Titel „Vielfalt zeigen – vielfältig sein!“ auf dem Marktplatz in der Spandauer Altstadt vor. Zudem erhalten das lokale Handwerk, Bildungsträger und andere soziale Projekte die Möglichkeit, sich vor Ort zu präsentieren. Die Besucher können sich über die bunte, kreative und vielfältige Handwerkerlandschaft Spandaus informieren und diese kennen lernen. Weitere Informationen gibt es seit dem 1. August 2013 unter www.tagedeshandwerks.de.

Patrick Rein

BarCamp in der Spandauer Neustadt

Der erste Versuch brachte nicht das gewünschte Ergebnis

Philippe Royer, Initiator des BarCamps (Foto: Ralf Salecker)

Philippe Royer, Initiator des BarCamps (Foto: Ralf Salecker)

Es sollte eine ambitionierte Veranstaltung werden, wie es sie bisher in Spandau nicht gegeben hat. Ein BarCamp, auf dem in konstruktiven Workshops praktikable Ideen für die Spandauer Neustadt entwickelt werden. Kreative, Gewerbetreibende, Freiberufler, Interessierte Anwohner, kurz alle, die realisierbaren Ideen Interesse haben, sollten für ein paar Stunden „in Klausur“ gehen. Der erste Versuch ist als misslungen anzusehen.  Die Ursachen liegen in der ungenügenden Vorbereitung konkreter Themen, wie auch der fehlenden Erfahrung der Teilnehmer, im gemeinsamen Austausch Ideen in kurzer Zeit zu einem im Ansatz verwirklichbaren Konzept zu entwickeln – trotz einer engagierten Diskussion.

Was ist ein BarCamp?

Der eine oder andere wird spontan an ein gemütliches Beisammensein an der Bar denken. Eine Freizeitveranstaltung ist eine solche Veranstaltung keineswegs. Ganz kurz gesagt, ist ein BarCamp eine „Unkonferenz“, eine „Nicht-Konferenz“. Das macht es nicht gerade verständlicher. Konferenzen sind hierarchisch angelegte Veranstaltungen. Genau dies will ein BarCamp nicht sein. Ein weiterer Punkt ist die Offenheit für alle. Kein elitärer Zirkel soll hier tätig sein. Jeder, der meint, eine gute Idee zu haben, kann diese in der Runde vorstellen.

Die Idee muss gut genug sein, um einige Anwesende in der Runde so begeistern. Uninteressante Themen fallen durch. dass sie sich gemeinsam für eine Zeit zurückziehen, um sich genau diesem Thema intensiv zu widmen. Das Wochenende füllt sich so mit vielen kurzen Workshops, Diskussionen, Vorträgen und Präsentationen, die sich die Teilnehmer auf dem BarCamp eigenständig erarbeitet haben. Wichtig ist immer das Prinzip der Gleichberechtigung und der aktiven Teilnahme aller – Wissen, Ideen und Erfahrungen zu teilen und nicht nur zu konsumieren.

Im Café Paule war es eher eine bunte Diskussion

Interesse und Begeisterung war im Café Paule durchaus vorhanden. Der Wunsch nach einem touristischen Konzept nahm einen großen Teil der Redezeit ein. Aus einem leerstehenden Hotel soll ein preiswertes Rucksackhotel für radelnde und nichtradelnde Besucher entstehen. Nahe am Radweg Berlin-Kopenhagen gelegen, könnte es der ideale Anlaufpunkt für Besucher werden. Mit einem Audioguide soll vor allem Neugierigen aus Berlin der Kiez näher gebracht werden. Geschichten aus dem Leben gegriffen und nicht historische Geschichten bilden dabei den Schwerpunkt. Der Verkauf  von Produkten aus der Umgebung ermöglicht es auch Kleinstunternehmern, sich eine Existenz aufzubauen. Urban Gardening , am Beispiel des gemeinschaftsgarten in der Mittelstraße weckte die Phantasie, damit auch wirtschaftliche Erträge erzielen zu können. Ernüchtert musste man sich eingestehen, dass hier kaum eine Existenz aufgebaut werden kann.

Insgesamt diskutierten etwas mehr als ein Dutzend Teilnehmer bunt durcheinander. Ein Thema beständig und konstruktiv zu verfolgen, schien nicht ganz einfach zu sein. Begeisterung und Engagement war vorhanden, aber nicht die ausgeprägte Motivation, eine Idee in ein konkretes Projekt münden zu lassen. Ein Anfang ist gemacht. Beim nächsten Mal müssen alle Seiten sich die grundlegende Idee des BarCamps verinnerlichen, um besser vorbereitet in die Runde zu gehen. Es liegt bei solchen Veranstaltung auch in der Verantwortung der Teilnehmer, ein nutzbares Ergebnis zu erzielen.

 

Ralf Salecker

Parkplätze oder Grünfläche am Lindenufer

„Provisorischer“ Parkplatz am Lindenufer schadet den Bäumen sagen die einen, andere wollen hingegen die Parkfläche erhalten.

„Für die Fällung zumindest einer der beiden im Frühjahr am Lindenufer entfernten Kastanien ist der ursprünglich als Übergangslösung angelegte Parkplatz verantwortlich.“ Dies geht aus der Antwort auf eine schriftliche Anfrage des umweltpolitischen Sprechers der GAL-Fraktion in der BVV, Christoph Sonnenberg-Westeson, hervor.

Der "provisorische" Parkplatz am Lindenufer sorgt auch weiterhin für Diskussionen.

Der „provisorische“ Parkplatz am Lindenufer sorgt auch weiterhin für Diskussionen.

Park- oder Grünfläche

In dem vom Bezirksamt beigefügten Sachverständigengutachten vom Januar 2012 heißt es zu den Schädigungen des Baumes: „Neben dem Alter des Baumes ist die Hauptursache in der starken Versiegelung des Parkplatzes im Bezug auf die Vitalität zu finden.“ Seit Mitte des 19. Jahrhunderts stand auf der betreffenden Fläche ein Gebäude, welches 1977 abgerissen wurde. Nun verhindert der Parkplatz, dessen Fortbestand besonders von den Gewerbetreibenden in der Altstadt gefordert wird, die Anlegung einer durchgehenden Grünfläche am Lindenufer. Die GAL-Fraktion setzt sich im Rahmen der geplanten Neugestaltung des Lindenufers schon länger für eine vollständige Aufgabe des Parkplatzes ein. Hierzu erklärt Christoph Sonnenberg-Westeson: „Der Parkplatz beeinträchtigt die Erholungsfunktion des Lindenufers erheblich. Auf der unmittelbar an einen Spielplatz grenzenden Zufahrtstraße wird die erlaubte Schrittgeschwindigkeit von Parkplatznutzerinnen und –nutzern immer wieder überschritten. Allein das wäre ein Grund, den provisorischen Parkplatz nach über 35 Jahren zu schließen.“ Allerdings könnte es sich bei den Geschwindigkeitsübertretern auch um dortige Anwohner handeln.

Auch durch das Parkverbot auf der Juliusturmbrücke entfallen zum Berufsverkehr Parkgelegenheiten.

Auch durch das Parkverbot auf der Juliusturmbrücke entfallen zum Berufsverkehr Parkgelegenheiten. Fotos (2): Patrick Rein

Immer weniger Parkplätze

Das Bezirksamt veröffentlichte das Baum-Gutachten erst auf Anfrage. Die gefällten Kastanien standen dort schon lange, bevor der Parkplatz angelegt wurde auf dem Mal das Haus stand. Allerdings waren damals auch deutlich weniger Fahrzeuge auf dem Weg zum Einkauf. Dennoch hätten gerade die alten Bäume eine wichtige ökologische Funktion, indem sie Schatten, Feuchte und Kühle spenden. Ihre Fähigkeit, gesundheitsschädlichen Feinstaub zu binden, wird allgemein anerkannt. Um die Lebensfähigkeit der restlichen Bäume zu verbessern, sei der Parkplatz deshalb bei der Umgestaltung des Lindenufers aufzugeben und die Erholungsfläche zu erweitern. Die Parkhäuser am Altstädter Ring, der Breiten Straße sowie an den Arcaden würden mehrere tausend Stellplätze zu äußerst günstigen Preisen anbieten. Diese befinden sich jedoch alle am anderen Ende der Altstadt, während sonst nur noch die Parkflächen am Altstädter Ring beziehungsweise Brauhaus Spandau übrig bleiben. Eine durchgehende Grünanlage am Lindenufer wäre ein hingegen auch ein von Gutachtern empfohlener Anziehungspunkt, der die Attraktivität der Spandauer Altstadt weiter steigern würde.

Die Diskussion über Grünfläche oder Parkplätze wird somit sicherlich weiter anhalten.

Patrick Rein

Mittels Zwangsräumung unbequeme Mieter los werden?

Am Montag fanden unter Polizeieinsatz und Protesten gleich zwei Zwangsräumungen in Spandau statt.

In erster Linie sind Zwangsräumungen das Ergebnis einer zivilrechtlichen Auseinandersetzung zwischen Vermietern und Mietern. So hatte auch der Mieter im Pillnitzer Weg mehrere Kündigungen erhalten. Zunächst war er unverschuldet in Mietrückstand geraten, da das Jobcenter offenbar fällige Mietzahlungen versäumte. Doch im Folgenden wurde anscheinend versucht, ihn wegen seines Engagements in einer Staakener Mieterinitiative aus dem Haus zu bekommen.

Im Pillnitzer Weg im Gebiet Heerstraße Nord wurde unter Protesten eine Wohnung zwangsgeräumt.

Im Pillnitzer Weg im Gebiet Heerstraße Nord wurde unter Protesten eine Wohnung zwangsgeräumt. Foto: Patrick Rein

Polizeieinsatz bei Zwangsräumung

Beständig hatte der betroffene Mieter unter anderem auf die unhaltbaren Zustände im Haus, insbesondere der nicht nutzbaren Kellerräume, hingewiesen. Letztendlich wurde die Kündigung mit der Begründung, es habe einen gewalttätigen Zwischenfall mit einer anderen Mieterin gegeben, durchgesetzt. Dafür gab es jedoch außer der Aussage des „Opfers“ keinerlei Zeugen. Am Montag fand nun die Zwangsräumung statt. Zahlreiche Aktivisten und Anwohner versuchten diese durch eine Blockade zu verhindern. Die Polizei nahm daraufhin um zirka 9 Uhr den Eingangsbereich ein, wobei es einige Leichtverletzte und eine Festnahme gab.

Frühzeitig Antrag auf Aufschub gestellt

Dazu äußert sich die Bundestagsdirektkandidatin der Partei Die Linke Spandau Monika Merk in einer Presseerklärung: „Dieser Einsatz reiht sich ein in eine Kette von Polizeiübergriffen gegen Mieter und Mieterinnen dieser Stadt. Der betroffene Mieter erhielt während der Räumung aus den Händen der Gerichtsvollzieherin einen Gerichtsbeschluss, der ihm den beantragten Aufschubsantrag verweigerte. Das ist unverhältnismäßig.“ Der betroffene Mieter hatte angeblich bereits vor mehreren Wochen den Antrag gestellt um sich nach einer neuen Wohnung umzusehen. Der Ortsteil Staaken an der Heerstraße Nord ist nach Merk besonders von „Entöffentlichung im Wohnbereich“ betroffen. Erst die Privatisierung der Degewo ermöglichte dort die „Renditeorientierung“ im Vermietungsbereich. Die ehemaligen Sozialwohnungen werden seitdem anscheinend nicht mehr instandgehalten und verfallen. Die Eigentümerwechsel erfolgen nahezu monatlich und die Verwaltungen setzen die hohen Renditeerwartungen der Eigentümer aggressiv durch.

Pichelsdorfer Straße in der Spandauer Wilhelmstadt (Foto: Ralf Salecker)

Pichelsdorfer Straße in der Spandauer Wilhelmstadt (Foto: Ralf Salecker)

Auch „Zur Traube“ geräumt

Neben dem Pillnitzer Weg kam es auch in der Pichelsdorfer Straße zur Zwangsräumung einer Wohnung, eines Büroraumes sowie des Lokals „Zur Traube“. Dabei handelt es sich in allen drei Fällen um einen schwer behinderten 70-jährigen Mann, welcher durch die gesundheitliche Einschränkung in diese missliche Lage geraten ist. Sein Gesundheitszustand lies nur sehr eingeschränkt eine Verteidigung gegen die angedrohten Maßnahmen zu. Allerdings soll der Betroffene schon länger mit dem Vermieter in Streit über Mietrückstände gestanden haben. Auch erforderliche Anträge bei der Gewerbeaufsicht wurden nicht eingereicht.

Patrick Rein

Kolk begrüßte deutsche Weinköngin

Bereits zum 10. Mal gab sich am Freitag die amtierende Weinkönigin die Ehre und besuchte den Sommergarten des Restaurants „Kolk“.

Spandau hat viele Traditionen und darüber hinaus sehenswert historisches zu bieten. Unter anderem gehört dazu auch der Kolk, das älteste Siedlungsgebiet des Bezirks unmittelbar an die Altstadt angrenzend auf der früheren Insel Behnitz.  Dort ist seit 1994 auch das „Restaurant Kolk“ unter der Leitung von Familie Richter beheimatet. Diese begrüßten im historischen Gefährt der Rennfahrerin Heidi Hetzer ankommend am Freitag die 64. Deutsche Weinkönigin Julia Bertram aus Neustadt an der Ahr.

Der Sommergarten des Restaurant Kolk. Im Hintergrund die alte Stadtmauer Spandaus.

Der Sommergarten des Restaurant Kolk. Im Hintergrund die alte Stadtmauer Spandaus.

Glanzpunkt zwischen Alt- und Neustadt

Das ursprüngliche Gebäude des Restaurants – welches heute mit seinem Sommergarten neben der alten Stadtmauer und direkt am Mühlengraben zum Verweilen einlädt – wurde 1873 als „Spritzenhaus“ beziehungsweise Feuerwache Spandau errichtet.  Da es zu klein geworden war wurde es jedoch 1882, nur knapp zehn Jahre später, wieder abgerissen. Im Dezember desselben Jahres wurde es in der jetzigen Größe wiedererrichtet und war bis April 1916 erneut das Domizil der Feuerwehr. In den darauf folgenden Jahren waren verschiedene Geschäfte in dem Haus untergebracht bis schließlich 1989 die Familie Richter den Betrieb übernahm und an die lange eigene gastronomische Tradition mit dem Bezirk anknüpfte.

Auf dem Heimweg ging es mit dem Oldtimer von Heidi Hetzer (Erste von links) nicht weiter. Neben ihr Weinkönigin Julia Bertram und Klaus-Dieter Richter vom "Kolk".

Auf dem Heimweg ging es mit dem Oldtimer von Heidi Hetzer (Erste von links) nicht weiter. Neben ihr Weinkönigin Julia Bertram und Klaus-Dieter Richter vom „Kolk“. Fotos (2): Patrick Rein

Autopanne auf dem Rückweg

Gemütliche Ecken und festliche Tische, erlesene Speisen und eine reichhaltige Auswahl von Getränken gestalten einen angenehmen Aufenthalt im traditionsreichen Haus, welches schon häufiger Erwähnung in namenhaften Restaurantführern fand. Die Küche des Kolk orientiert sich dabei an den kulinarischen Prägungen durch die Schlesier, Ostpreußen und Hugenotten Berlins seit dem 18. Jahrhundert. So sind auf der Speisekarte vorwiegend Gerichte aus diesen Regionen vertreten. Dazu gehören Spezialitäten wie z.B. Himmelreich, Mohnpielen, Ostpreußische Krautwickel, Aal, Königsberger Klopse, Enten- und auch vegetarische Gerichte. Der Küchenchef, Küchenmeister und Vizepräsident des Hotel- und Gaststättenverband Berlin e.V. (DEHOGA Berlin) ist Klaus-Dieter Richter. Dieser hieß dann auch die Weinkönigin Julia Bertram und ihre Fahrerin Heidi Hetzer mit dem 100-jährigen Oldtimer am und im Kolk willkommen.

Auf dem Rückweg ging es dann jedoch weniger erfreulich zu: Rallyefahrerin Hetzer blieb mit ihrem geliebten Oakland am Südwestkorso liegen.

Patrick Rein

Kaum Vorschläge zum Bürgerhaushalt Spandau

Noch sind ein paar Wochen Zeit, eigene Ideen einzubringen

Das Spandauer Rathaus (Foto: Ralf Salecker)

Das Spandauer Rathaus (Foto: Ralf Salecker)

Erst vor kurzem hatten wir über den Spandauer Bürgerhaushalt für die Jahre 2014/15 berichtet. Kurz gefasst, bietet er für jeden Bürger die Möglichkeit, sich mit eigenen Ideen in die Ausgestaltung des Spandauer Haushalts einzubringen. Wo sollte das Geld ausgegeben werden, oder wo wäre es besser einzusparen. Das ist die Gelegenheit, nicht nur am Stammtisch über unnötige Ausgaben zu meckern oder Investitionen zu fordern, sondern selbst konkret tätig zu werden. Noch bis zum 17. Juli ist es möglich.

Enttäuschend geringe Beteiligung

Auf der Internetseite des Bezirksamts haben sich in der Rubrik Bürgerhaushalt 30 Personen registrieren lassen und insgesamt 14 Vorschläge abgegeben, von denen aber nur 10 auf der Seite zu sehen sind. Bei 230.000 Einwohnern bedeutet dies eine Beteiligung von 0,0006 Prozent. Ein verbesserungswürdiger Wert. Vorschläge kann jeder einreichen. Es ist noch nicht einmal notwendig, sich unter dem eigenen Namen registrieren zu lassen. Die wenigen Vorschlagenden selbst nutzen so fantasievolle Namen wie: Seekorso, Desert Fox, er, Bezirksamt und dj3d. Drei der Vorschlagenden haben mehr als eine Überlegung eingebracht, so dass es nun nur noch 6 Spandauer oder Spandauerinnen sind, die sich mit Ideen einbringen wollen. Zu keinem der Vorschläge gibt es bisher eine Antwort, durch die entsprechende Abteilung. Diese sollte spätestens nach drei Wochen erfolgen. Zeit ist ja noch. Es hat bisher auch noch niemand die Gelegenheit genutzt, die Vorschläge zu kommentieren. Das kann jeder tun, der dort registriert ist.

Was sind die wichtigsten Wünsche?

Fast alle scheinen sich Gedanken um ihr „grünes Umfeld“ zu machen. Seien es nun die Grünanlagen, Spazierwege oder Radwege. Passend zur Sommersaison kommt noch eine Badestelle hinzu. Hakenfelde führt die Tabelle der Ortsteile an. Hier gab es die meisten Vorschläge. haben andere Ortsteilen keinen Bedarf? Auf dem nächsten Tabellenplatz folgen dann drei ortsteilübergreifende Wünsche. Alle Vorschläge sind sogenannte Ausgabenwünsche. Sie erfordern Investitionen in Personal, was sich wegen der vom Land Berlin verordneten Stellenstreichungen für den Bezirk Spandau wahrscheinlich nicht ganz einfach umsetzen lässt. Andere Investitionen, wie etwa in Parkbänke, Mülleimer und neue Pflanzen sind da leichter verwirklichbar.

Müll ist ein Anliegen, welches immer wieder zum Thema gemacht wird. Ausreichend Papierkörbe sollen es richten. Als ob die Anwesenheit eines Mülleimers genügt. Dort, wo nicht herumliegender Müll das Auge stört, sind es ungepflegte Grünanlagen, in denen das Unkraut wuchert.

Zwei Vorschläge betreffen das Ordnungsamt. So soll es die Badestelle am Glienicker See häufiger kontrollieren, um Müllablagerungen und frei laufende oder badende Hunde unter Kontrolle zu bekommen. Ein anderer kritisiert die schlechte Erreichbarkeit des Ordnungsamtes, welches auch am Wochenende aktiv sein sollte, so die Forderung.

Hier eine kurze Liste der Vorschläge:

  • Straßenbegleitgrün
  • Papierkörbe entlang Alt Bln.-Spand. Schifffahrtskanal + am Rohrbruchteich
  • Mehr Grünflächenpflege
  • Grünfläche Havelschanze
  • Mülleimer im Maselakepark und am Spandauer Radweg
  • Hakenfelde verschönern
  • Grünflächen
  • Ordnungsamt Spandau
  • EU-Badestelle
  • Spielplatz erneuern

Insgesamt fallen die Wünsche sehr bescheiden aus. Die dafür notwendigen Investitionen halten sich eher in Grenzen. Spandau und den Spandauern muss es augenscheinlich sehr gut gehen, wenn man die Ausgabenwünsche anschaut. Einen Bedarf an Einsparungen scheint niemand zu haben. Bis zum 17. Juni ist noch Zeit, um die geringe Beteiligung am Bürgerhaushalt zu steigern …

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Ralf Salecker

 

Sprache ist der Schlüssel

Bezirksbürgermeister Kleebank ehrte engagierte Jugendliche im Projekt Sprachstube Deutsch für ihren ehrenamtlichen Einsatz.

Die jugendlichen Vorbilder, die sich ehrenamtlich im Falkenhagener Feld in einem Stadtgebiet mit besonderem Entwicklungsbedarf engagieren, wurden am Montag im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung durch Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank geehrt und eine Urkunde überreicht. Seinen Ursprung fand die Sprachstube im Wedding im Jahr 2004 von dort aus ging es über Reinickendorf bis die Idee 2009 auch in Spandau etabliert wurde. Viele Bilder und Informationen zum Projekt veranschaulichten die Arbeit der Sprachförderer/innen.

Bezirksbürgermeister Kleebank ehrte die Schülerinnen und Schüler für ihren ehrenamtlichen Einsatz bei der Sprachstube.

Bezirksbürgermeister Kleebank ehrte die Schülerinnen und Schüler für ihren ehrenamtlichen Einsatz bei der Sprachstube.

Spielerisch Deutsch lernen

Im Projekt Sprachstube Deutsch führen Jugendliche im Alter von 15 bis 20 Jahren, vorrangig mit Migrationshintergrund, kleine Kinder nichtdeutscher Herkunftssprache spielerisch an die deutsche Sprache heran. Auch die Jugendlichen sammeln dabei wertvolle vorberufliche Erfahrungen, engagieren sich bewusst für den eigenen Kiez und können ihre Zweisprachigkeit als wertvolle Ressource nutzen. So bekannte auch Klara als eine der Geehrten, dass die Lehrenden oftmals mehr bekämen, als dass sie eigentlich geben würden. Viele sind schon seit Jahren dabei und wollen die eigenen Erfahrungen nicht mehr missen. Klara führte daher weiter aus: „Wer das Ehrenamt nicht kennt, hat was verpennt.“

Geförderte Kinder überreichten Blumen an ihre Sprachlehrer, Klara (re.) stellte das Ehrenamt in den Vordergrund.

Geförderte Kinder überreichten Blumen an ihre Sprachlehrer, Klara (re.) stellte das Ehrenamt in den Vordergrund. Fotos (2): Patrick Rein

Erfolgreiche Schullaufbahn

Die Kinder im Vorschulalter erfahren in vertrauter häuslicher Umgebung wertvolle individuelle Sprachbetreuung, sie verbessern ihren Wortschatz und ihre Ausdrucksmöglichkeiten. In einem kreativen Prozess gemeinsamer und spielerischer Kommunikation wird so der Grundstein für eine erfolgreiche Schullaufbahn gelegt. Auch die Mütter erhalten Informationen zu Sprachkursen für Erwachsene im Bezirk. Das Projekt Sprachstube Deutsch erhielt bereits diverse regionale und überregionale Auszeichnungen und Preise, wie beispielsweise den ersten Platz des Heinz-Westphal-Preises des Deutschen Bundesjugendrings (2007), Nationaler Bürgerpreis in der Kategorie „Junior“ der Initiative „für mich, für uns, für alle“ (2008), den 2. Platz beim Berliner Hauptstadtpreis für Integration und Toleranz der „Initiative Hauptstadt Berlin e.V.“ (2008) und den Werner Salomon-Preis im Rahmen des Spandauer Präventionsprojektes „Stark ohne Gewalt“ (2012).

Sprachstube Deutsch®Team:

  • Olga Kemer
  • Teresa Weis
  • Kraepelinweg 13
  • 13589 Berlin-Spandau
  • Tel.: 030 / 37 15 15 20

Die Sprachstube Deutsch ist ein Angebot des 1995 gegründeten Trägers casablanca gGmbH. Seither wurde der Schwerpunkt Erziehungshilfe und Familienförderung kontinuierlich ausgebaut. Die casablanca gGmbH hält ein breites Spektrum an Angeboten und Hilfen in verschiedenen Lebenslagen bereit und ist in mehreren Bezirken Berlins tätig.

Patrick Rein

Spandaus größtes Wandgemälde

Neue Einkaufspassage in der Wilhelmstadt

Startschuss für die Wilhelm Passage u. a. durch Carsten Röding, Andreas wunderlich, und Olaf Höhn (Foto: Ralf Salecker)

Startschuss für die Wilhelm Passage u. a. durch Carsten Röding, Andreas wunderlich, und Olaf Höhn (Foto: Ralf Salecker)

Nicht mehr lange, dann wird die Brandmauer gegenüber dem Metzer Platz zu einer Attraktion in Spandau. Etwa Anfang August 2013, wenn alles glatt geht und der Sommer nicht allzu verregnet daherkommt, wird Spandaus größtes Wandgemälde eine Brandmauer in der Wilhelmstadt schmücken. Im Sanierungsgebiet geschieht also etwas. Baustadtrat Carsten Röding und der Geschäftsführer der Creative Stadt GmbH Andreas Wunderlich gaben den „Startschuss“, während das große Baugerüst die Wand emporwuchs.

Wie alles begann

Im Februar letzten Jahres kam es zu einem Treffen von Vertretern des Sanierungsgebietes Wilhelmstadt und einiger Quartiersmanagementgebiete und Behördenvertretern im Rathaus. Es ging um Kunst im öffentlichen Raum an Brandmauern und die Festlegung, Welche Wand durch ein Wandgemälde, aufgewertet werden könnte. Aus einer Vorauswahl durch die Creative Stadt GmbH von weit über 100 möglichen Orten im Bezirk kamen dann 30 Brandmauern in die engere Wahl. Gewonnen hat letztendlich der zweite Platz in der Auswahl. Er bekam nicht nur die höchste Einzelwertung, sondern auch das Votum aus der Stadtteilvertretung. Auch das Vermieterkonsortium signalisierte seine Bereitschaft einer Zustimmung, indem es den Giebel des Hauses neu verputzen lässt, um so einer nutzbaren Malgrund zu schaffen. Platz eins bestand übrigens aus einer Zusammenlegung zweier Brandwände und entsprechend auch einer größeren Punktsumme.

Wilhelm Passagen Spandau

Auf den ersten Blick wird der spätere Betrachter erst einmal kein Gemälde vermuten. Mit der Bemalung der Brandmauer durch die Künstlergruppe um Hartmut Lindenmann soll die Illusion einer Einkaufspassage entstehen.

Andreas Wunderlich von der Creativen Stadt GmbH hat schon viele Projekte dieser Art verwirklicht. Gemeinsam mit künstlerischen Partnern wurden nicht nur an mehreren Orten in Berlin Brandwände in Attraktionen verwandelt: „Der Metzer Platz wird so zu einem Ort der Identifikation, einer besonderen Attraktion – nicht nur in der Wilhelmstadt – werden.“

Verwirklicht werden kann so etwas nur, weil einerseits erhebliche Fördergelder im Rahmen der Programme „Aktive Zentren Berlin“ und des Sanierungsgebietes dies ermöglichen, andererseits aber auch andere die fehlenden Gelder beisteuern. Dies sind in diesem Fall die Berliner Stadtreinigungsbetriebe, die sich im Motiv wiederfinden werden und Florida-Eis, welches mit dem Ort noch einen historischen Zusammenhang zu seiner Eisproduktion unterstreichen möchte, nämlich dem schon längst in Vergessenheit geratenen Kino Regina. Die Eisproduktion begann im Frühjahr 1927 im Kino Concordia – später Regina.

 

Ralf Salecker

Gemeinsam für die Spandauer Neustadt

Neben der Eröffnung vom „Cafe Paule“ sollen drei weitere Projekte Jung und Alt in und für ihren Stadtteil mobilisieren.

Das Quartiersmanagement Spandauer Neustadt ist die jüngste Initiative aus dem Bereich Soziale Stadt im Bezirk. Als Nachzügler setzt der „Jüngling“ bei allen Maßnahmen auf das Motto: „Die Neustadt mit den Bürgerinnen und Bürgern gestalten“, wie es Quartiersmanager Öztürk Kiran beschreibt. Am Dienstag konnte mit der Eröffnung des Nachbarschaftscafes im Paul-Schneider-Haus – betrieben vom Spandau Neustadt e.V. – ein weiterer Schritt erfolgreich abgeschlossen werden. Auch dabei wirkte das Quartiersmanagement mit. Und ein Ende ist bei weitem nicht in Sicht. Allein drei neu gestartete Projekte sollen jetzt Jugendliche, Schülerinnen und Schüler als auch Geschäftsleute im Kiez zum „mitmachen“ bewegen.

Lotta Rüger vom Mädchenladen in der Lasiuszeile und Mitverantwortliche der Jugendjury.

Lotta Rüger vom Mädchenladen in der Lasiuszeile und Mitverantwortliche der Jugendjury.

Jugendjury

So hatte beispielsweise gestern Abend die Jugendjury ihren Auftakt. Hierbei sind alle Neustädter Jugendlichen von 12 bis 17 Jahren aufgerufen, mitzuentscheiden welche Projekte finanziell gefördert werden sollen. Insgesamt stehen 3.000 Euro als „Startkapital“ für Bands, Wettbewerbe, Initiativen oder dem eigenen Film zur Verfügung. Durch die Jugendjury kann jede Idee Wirklichkeit werden, denn niemand wird hier sagen: „Dafür ist kein Geld da.“ Interessierte Juroren als auch Projektvorschläge sowie alle weiteren Informationen gibt es über Mail an Jugendjury.Neustadt@gmx.de.

Zusammen mit der Lynar-Grundschule sucht der Spandauer Jugend e.V. Mentoren für Schüler im Rahmen vom Education Point.

Zusammen mit der Lynar-Grundschule sucht der Spandauer Jugend e.V. Mentoren für Schüler im Rahmen vom Education Point.

Studenten gesucht

Nicht weniger innovativ ist das Projekt des Education Point vom Spandauer Jugend e.V.. Über ein Mentor-Programm werden hier nicht nur schulschwache sondern auch starke Schüler der Lynar-Grundschule in ihrer Entwicklung gefördert. Dafür werden noch Studenten aller Fachrichtungen, bevorzugt aus der Neustadt, gesucht, die dann Schüler in ihrer Laufbahn begleiten und unterstützen. Hierzu gehören sowohl leistungsschwache ebenso wie –starke Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klassenstufe. Die Mentoren erhalten neben den sozialen Erfahrungen und der professionellen Einarbeitung auch eine Aufwandsent-schädigung. Informationen über info@spandauerjugend.com

Dr. Philippe Royer ist Initiator des Barcamp Spandauer Neustadt

Dr. Philippe Royer ist Initiator des Barcamp Spandauer Neustadt. Fotos (3): Patrick Rein

Innovation und Image-Offensive

Das dritte Projekt ist hingegen gänzlich anderer Natur: Das Barcamp Spandau Neustadt will Geschäftsleute und Kreative zusammenführen um Potenziale des Quartiers herauszuarbeiten. Diese sollen über ein mediales Netzwerk kommuniziert werden und somit auch Externe neugierig auf den Stadtteil machen. Hintergrund ist, dass weiterhin rund 50 Laden- beziehungsweise Geschäftsräume keinen Nutzer gefunden haben. Ins Leben gerufen wurde die Initiative von Dr. Philippe Andre Royer der per Mail an info@kshaping.com für Interessierte zur Verfügung steht.

Dies sind nur drei Projekte, welche das Quartiersmanagement Spandau Neustadt aktuell auf den Weg gebracht hat. Auch zukünftig sind alle Neustädterinnen und Neustädter aufgerufen, sich beim Quartiersmanagement einzubringen und mitzuentscheiden, wie zur Verfügung stehende Fördermittel sinnvoll verwendet werden sollen.

Patrick Rein

Neues Bürgerbüro in der Stadtteilbibliothek

Im Sinne der Spandauerinnen und Spandauer eröffneten die Stadträte Machulik und Hanke Bürgerbüro im Falkenhagener Feld.

Viel wurde über die Umstrukturierung der Bürgerämter und der Schließung des Standortes in Kladow diskutiert. Auch die Eröffnung des Bürgerbüros im Parnemannweg wurde zu einem Politikum genutzt. Das es jedoch auch einfacher geht, zeigten jetzt die Stadträte Stephan Machulik (SPD) und Gerhard Hanke (CDU): Dieser stellte in der Stadtteilbibliothek in der Westerwaldstraße einen Raum zur Nutzung als Bürgerbüro zur Verfügung.

Eröffnung des Bürgerbüros im Falkenhagener Feld mit den Stadträten Mchulik (li.) und Hanke (re.) sowie Bürgeramtsmitarbeiterinnen.

Eröffnung des Bürgerbüros im Falkenhagener Feld mit den Stadträten Mchulik (li.) und Hanke (re.) sowie Bürgeramtsmitarbeiterinnen.

Jeden zweiten Dienstag

Damit stehen in Spandau neben dem Bürgeramt im Rathaus und dem Terminstandort in der Wasserstadt auch die Bürgerbüros in Kladow als auch dem Falkenhagener Feld zur Verfügung. Während für Kladow jeden Montag von 8 bis 12 und 13 bis 15 Uhr Termine unter anderem per Mail vereinbart werden können, ist dies beim Falkenhagener Feld für jeden zweiten Dienstag der geraden Kalenderwochen von 12 bis 16 Uhr möglich. Die Abholung der fertiggestellten Dokumente erfolgt jedoch weiterhin ausschließlich im Bürgeramt Rathaus Spandau.

Noch ist es verhältnismäßig leer in der neuen Stadtteilbibliothek in der Westerwaldstraße

Noch ist es verhältnismäßig leer in der neuen Stadtteilbibliothek in der Westerwaldstraße. Fotos (2): Patrick Rein

Neue Stadtteilbibliothek

Mittlerweile hat sich das neue Konzept der Bürgerämter und –büros etabliert und auch die dortigen Wartezeiten als auch bei der Terminvergabe deutlich verkürzt, wie die entsprechende Fachbereichsleiterin mitteilte. Dennoch hofft Hanke, dass durch das Bürgerbüro eventuell auch die Stadtteilbibliothek verstärkt in die Wahrnehmung des Stadtteils gerät. Denn noch hält sich der Besucherzustrom im neuen Gebäude in Grenzen während die hochfrequentierte Schulbibliothek in der Wilhelmstadt, welche auch als Stadtteilbibliothek genutzt wurde, auf Grund von Personalengpässen nur noch den Schülerinnen und Schülern zur Verfügung steht.

Neben der Bücherausleihe steht den Leserinnen und Lesern am neuen Standort der Stadtteilbibliothek in der Westerwaldstr. 9 auch Internet-Zugang und WLAN zur Verfügung. So kann in der Bibliothek kostenlos im Internet gesurft, recherchiert und gearbeitet werden, selbstverständlich auch mit dem eigenen Laptop.

Patrick Rein

Freizeit in Haselhorst sinnvoll gestalten

Sportstadtrat Gerhard Hanke eröffnete am Donnerstag Freizeit-Kleinspielfelder und übergab die Betreuung ans „Haveleck“.

Die Idee als auch die Planungen liefen schon länger um im ehemaligen Quartier an der Pulvermühle Kindern und Jugendlichen nach Schließung der Schulsportanlagen Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung zu bieten. Ende vergangenen Jahres konnten bereits im Bereich des Sportparks Haselhorst – finanziert über das Sportanlagensanierungsprogramm – zwei Nebenflächen sportfunktionell fertig gestellt werden.

Nutzer, Bezirksamt und "Betreiber" des Jugend- und Kulutrzentrums Haveleck vereint bei der offiziellen Eröffnung am Pulvermühlenweg in Haselhorst.

Nutzer, Bezirksamt und „Betreiber“ des Jugend- und Kulturzentrums Haveleck vereint bei der offiziellen Eröffnung am Pulvermühlenweg in Haselhorst.

Vereins- und Freizeitsport

Seitdem besteht insbesondere für Kinder und Jugendliche des Ortsteils die Möglichkeit, freizeitsportliche Aktivitäten auch neben dem Vereins- und Schulsport auf dem neu angelegten Gelände auszuüben. In Betrieb genommen wurden ein Freizeit-Kleinspielfeld mit Fußballtoren und zwei Street-Basketball-Felder sowie ein weiteres Kleinspielfeld für Streethockey und –soccer, welches eventuell auch für Bikes und Skater umfunktioniert wird. Beide Flächen sind gegen Vandalismus und unbefugtes Betreten umzäunt und sowohl von der Sportanlage als auch vom Pulvermühlenweg aus erreichbar. Der Fachbereich Sport hat zudem mit dem Fachdienst Jugend- und Familienförderung eine Vereinbarung getroffen, nach der die personelle Betreuung und Beaufsichtigung beider Flächen dem benachbarten Jugend- und Kulturzentrum „Haveleck“ übertragen worden ist.

Das Jugend- und Kulturzentrum in unmittelbarer Nähe der neuen Freizeitplätze.

Das Jugend- und Kulturzentrum Haveleck in unmittelbarer Nähe der neuen Freizeitplätze. Fotos (2): Patrick Rein

Mehrgenerationenplatz

Nach der langen witterungsbedingten Schließung der Felder erfolgte am Donnerstag die offizielle Übergabe durch Bezirksstadtrat Gerhard Hanke. Dabei äußerte dieser seine Vorstellung auch eine weiterhin vorhandene ungenutzte Fläche ebenfalls umzugestalten und so den Bedürfnissen älterer sowie behinderter Menschen gerecht zu werden. Gerade in diesem Ortsteil sei es notwendig, den Bürgerinnen und Bürgern Freizeitangebote zu schaffen. Daher entstand die Idee eines Mehrgenerationenplatzes, auf welchem auch Gesundheitssport durchgeführt werden könnte. Das ansässige Wohnungsbauunternehmen hatte „nach anfänglicher Unterstützung seine Bemühungen seit Jahren bereits eingestellt“, wie Achim Heidke vom Haveleck berichtete.

Verantwortungsbewusstsein stärken

Mit dem Kultur- und Jugendzentrum als örtlichem Betreuer der Anlage konnte ein wichtiger Partner gewonnen werden, wodurch die Verantwortung für Ordnung und Sauberkeit der Plätze in die Hände der Nutzer gelegt wurde. Dadurch soll auch der Gedanke einer organisierten Jugendarbeit verfolgt werden. Geöffnet sind die Plätze sowohl an den Werktagen als auch am Wochenende und können auch von den anliegenden Schulen genutzt werden.

Patrick Rein

Nachbarschaftszentrum bald mit Cafe

Im Paul-Schneider-Haus in der Spandauer Neustadt eröffnet in zwei Wochen das Nachbarschaftscafe.

Der erste Bauabschnitt des traditionsreichen Paul-Schneider-Hauses in der Schönwalder Straße ist endlich abgeschlossen. Mit neuen Ideen und Vorstellungen geht Mathias Wohlfahrt, Pfarrer der Luthergemeinde, seit zwei Jahren ans Werk um den stetig sinkenden Kirchenmitgliedszahlen entgegenzuwirken. Dem folgend eröffnet nun in zwei Wochen direkt vorne am Eingang ein neues Cafe, welches nicht nur die Gemeindemitglieder ansprechen soll.

Inge Clausert, Vorsitzende des Gemeindekirchenrates, Mathias Wohlfahrt, Pfarrer der Luther-Gemeinde, und Ulrike Herrmann, Leiterin des Quartiersmanagements Neustadt.

Inge Clausert, Vorsitzende des Gemeindekirchenrates, Mathias Wohlfahrt, Pfarrer der Luther-Gemeinde, und Ulrike Herrmann, Leiterin des Quartiersmanagements Neustadt (v. li.).

Zentrum der Neustadt

Und nicht nur die Gemeinde sieht im Cafe als auch dem gesamten Paul-Schneider-Haus großes Potenzial um sich nicht nur als Nachbarschaftszentrum sondern sogar Mittelpunkt der gesamten Spandauer Neustadt zu profilieren. So fand auch Ulrike Herrmann, Leiterin des entsprechenden Quartiersmanagements, ausschließlich lobende Worte  und würdigte das „das Zentrum der Neustadt als ein offenes Haus“. Dritter im Bunde ist der Betreiber des am 14. Mai um 15 Uhr eröffnenden Cafes: der Spandau-Neustadt e.V.

Alle fürs Cafe: Mitglieder von Gemeinde, Spandauer neustadt e.V. und Quartiersmanagement.

Alle fürs Cafe: Mitglieder von Gemeinde, Spandau Neustadt e.V. und Quartiersmanagement.

Kein Konkurrenzunternehmen

Alle Beteiligten betonten jedoch, dass mit dem Cafe keine Konkurrenz zu Gewerbetreibenden geschaffen werden soll. Demnach werden auch nur Speisen im kleinen Umfang angeboten und ausschließlich Dinge, die bisher in der Umgebung nicht zu finden sind – wie beispielsweise Suppen, Bockwurst und ähnliches. Darüber hinaus sollen natürlich auch Kaffee-Variationen sowie Kuchen und Eis auf der kleinen Karte zu finden sein. Es soll ein Ort der Zusammenkunft und des interkulturellen Austausches werden, zudem auch die Terrasse zur Schönwalder hin einlädt.

Das Paul-Schneider-Haus als Nachbarschaftszentrum und Mittelpunkt der gesamten Neustadt,

Das Paul-Schneider-Haus als Nachbarschaftszentrum und Mittelpunkt der gesamten Neustadt. Fotos (3): Patrick Rein

Zweiter Bauabschnitt: Großer Saal

Der Spandau Neustadt e.V. begibt sich mit dem Cafe auf neues Terrain, ist aber ebenso wie der Gemeindekirchenrat als Bauträger sowie dem Quartiersmanagement zuversichtlich mit dem neuen Angebot auf Interesse im Sanierungsgebiet zu stoßen. Das Projekt ist vorerst für eine Laufzeit von einem halben Jahr mit Option der unbefristeten Verlängerung vorgesehen. Im zweiten Bauabschnitt wird nun auch der große Saal des seit 1961 bestehenden Paul-Schneider-Hauses instandgesetzt und soll dann noch vermehrt auch für private Vermietungen sowie bisher von Einrichtungen als auch Vereinen genutzt werden.

Nach seiner offiziellen Eröffnung am Dienstag, den 14. Mai, soll das Cafe dann Dienstag, Donnerstag und Freitag von 12 bis 18 Uhr sowie Sonntag von 15 bis 18 Uhr geöffnet sein.

Patrick Rein

Kiezläufer in der Neustadt unterwegs

Neben dem Ordnungsamt achten seit Jahresbeginn auch die Kiezläufer auf Sauberkeit und Ordnung um das Wohnumfeld aufzuwerten.

Seit 2005 gibt es die Kiezläufer bereits im Bezirk Mitte, jetzt haben sie ihren Weg auch nach Spandau gefunden. Ziel ist es, in sozialen Brennpunkten einen Beitrag zur Verbesserung des Stadtbildes und des sozialen Miteinanders im öffentlichen Raum zu leisten. Dabei arbeiten die Kiezläufer im Rahmen von Beschäftigungsförderungen und erhalten eine Mehraufwandsentschädigung für ihre wöchentlich 30 stündigen Rundgänge.

Seit Anfang des Jahres sind die Kiezläufer wie hier in Berlin Mitte auch in der Spandauer Neustadt unterwegs.

Seit Anfang des Jahres sind die Kiezläufer wie hier in Berlin Mitte auch in der Spandauer Neustadt unterwegs. Foto: Michael Becker

Kooperation mit dem Bezirksamt

In Abstimmung mit der Abteilung Bürgerdienste und Ordnung des Bezirksamtes als auch in Zusammenarbeit mit den Quartiersmanage-mentgebieten des Bezirks sind die Kiezläufer in verschiedenen Gebieten unterwegs. Den Anfang machte für die 14 Männer und eine Frau die Neustadt, schon bald sollen Falkenhagener Feld West  und auch die Wilhelmstadt als Einsatzorte folgen. Dabei erledigen sie auftrags- und projektbezogene Aufgaben zur Kontrolle des Wohnumfeldes, der Park-, Spiel- und Sportanlagen sowie deren Sauberhaltung. Träger der Maßnahme ist die Schildkröte GmbH.

Die Freude über den Projektbeginn ist bei den Vertreterinnen der Schildkröte GmbH sowie des Quatiersmanagements Spandauer Neustadt groß.

Die Freude über den Projektbeginn ist bei den Vertreterinnen der Schildkröte GmbH sowie des Quatiersmanagements Spandauer Neustadt groß.Foto: Patrick Rein

Arbeitskreis „Bleib sauber Spandau“

Mit den Kiezläufern wird die Idee des seit 2004 existierenden Arbeitskreises „Bleib sauber Spandau“ erfolgreich fortgesetzt. So stellte auch Ordnungsamtsstadtrat Stephan Machulik fest: „Die Kiezläufer passen damit bestens in die bereits vorhandene Initiative Saubere Stadt.“ Und auch Baustadtrat Carsten Röding fügte an wie wichtig es sei, dass „das Augenmerk von der Metropole Berlin wieder auf die Kieze gelegt wird.“ Der Arbeitskreis selbst organisiert zudem in diesem Jahr noch den sogenannten „Hundekottag“ an verschiedenen Orten wie Wröhmännerpark, Koeltzepark und am Földerichplatz in dessen Rahmen Hundehalter für die ordnungsgemäße Entsorgung der Ausscheidungen ihres Vierbeiners belohnt werden.

Einwirken und aufwerten

Auch die Kiezläufer sollen auf ihren Wegen auf Hundehalter einwirken. Ohne mit besonderen Befugnissen wie Polizei oder Ordnungsamt ausgestattet, bleibt ihnen nur das Wort um Verständnis zu erwecken. Müllablagerungen werden demnach an die zuständige Behörde gemeldet. Dennoch ist nicht jeder für die vielfältigen Aufgaben geeignet. Christiane Liedholz von der Schildkröte GmbH führt dazu aus: „Kiezläufer identifizieren sich mit ihrer Aufgabe, dem Bezirk und ihrem Stadtteil. Durch die neue Tätigkeit wird diese Bindung noch verstärkt.“ Und auch die Stadträte Machulik und Röding hoffen, dass durch das Projekt weitere Nachahmereffekte entstehen.

Patrick Rein

Der Ponyhof Staaken ist zurück

Am Sonntag öffnete der Ponyhof im Cosmarweg endlich wieder seine Tore – mit Tieren, Musik, Bratwurst und vielen Besuchern.

Nach vielen schlaflosen Nächten – wie es Unterstützer Manfred Forstreuter beschrieb – hatte das Warten der Staakener endlich ein Ende. Mit Hasen, Ziegen und natürlich Ponys feierte der Ponyhof Neueröffnung. Unter der Leitung von Harriet Apel folgten Kinder und Erwachsene der Einladung und begutachteten, was sich in den letzten Monaten verändert hat.

Mit neuen Tieren startet der Ponyhof Staaken in die Zukunft.

Mit neuen Tieren startet der Ponyhof Staaken in die Zukunft.

Voraussetzungen geschaffen

Bereits im Februar konnte Bezirksstadtrat Stephan Machulik (SPD) die notwendigen Unterlagen einer befristeten Genehmigung aushändigen, nachdem notwendige bauliche Veränderungen und Voraussetzungen für die Tierhaltung geschaffen wurden. Deren Fehlen war im letzten Jahr noch einer der Gründe für die Schließung des Hofes durch das Veterinäramt, was zu Protesten und auch politischen Diskussionen führte. Am Freitag konnte nun bei einer Begehung des Geländes die entsprechende Endabnahme seitens des Amtes erfolgreich abgeschlossen werden.

Großen Andrang gab es auch beim Bratwurststand.

Großen Andrang gab es auch beim Bratwurststand.

Neuer Betreiber, neue Tiere

Die ehemaligen Tiere konnten jedoch nicht zurückgeholt werden. Dafür haben jetzt fünf Ponys mit einem Fohlen, zwei Ziegen und Schafe sowie Hasen dort ihr neues zuhause gefunden. Weitere Tiere sollen noch folgen. Zur Eröffnung mit Musik, Bratwurst und Spielen für die Kinder erschienen zahlreiche Besucher im Cosmarweg, was selbst die Tochter der ehemaligen Ponyhofbesitzer Eisenblätter sowie neuer Betreiberin Harriet Apel als auch Manfred Forstreuter überraschte und den Bratwurstvorrat knapp an seine Grenzen brachte.

Betreiberin Harriet Apel und Unterstützer Manfred Forstreuter (re.) dankten für die Unterstützung seit der Schließung im letzten Jahr.

Betreiberin Harriet Apel und Unterstützer Manfred Forstreuter (re.) dankten für die Unterstützung seit der Schließung im letzten Jahr. Fotos (3): Patrick Rein

Erfolgreiche Zeiten

Besonders für das Gebiet Heerstraße Nord ist die Wiedereröffnung ein positives Zeichen. Dementsprechend groß war auch der Zuspruch der Spandauerinnen und Spandauer – allen voran der Kinder – bei der offiziellen Einweihung. Bleibt zu hoffen, dass die tierschutzrechtlichen Vorgaben auch zukünftig gewährleistet werden um einen erfolgreichen Betrieb zu ermöglichen. Zumindest haben sich bereits jetzt die Worte seit der Erteilung der Genehmigung im Februar zum Inhalt der gestrigen Eröffnungsansprache anscheinend wieder geändert. Vielleicht war dies aber lediglich den Strapazen der letzten Monate geschuldet, so dass nun allen vorangegangenen Widrigkeiten zum Trotz wieder der Weg in erfolgreiche Zeiten des traditionsreichen Ponyhofes beschritten werden kann.

Patrick Rein

Empörung in der Wilhelmstadt

Stadtteilvertretung kritisiert das Vorgehen des Bezirksamtes beim Frischemarkt sowie der Schließung der Stadtteilbibliothek.

In der Wilhelmstadt wird viel bewegt, doch nun stoßen zwei Entscheidungen des Bezirksamtes auf Unmut bei der Stadtteilvertretung. Während bürgerschaftliches Engagement auf der einen Seite immer gefordert wird, kritisiert die Wilhelmstädter Vertretung nun den Umgang sowie die Informationspolitik. Dabei stehen sowohl Stadtrat Gerhard Hanke (CDU) als auch Stephan Machulik (SPD) im Fokus. Thematisch geht es um die Schließung der Bibliothek in der Berthold-Brecht-Oberschule wegen Personalnot sowie der Änderung der Öffnungszeiten des Frischemarktes auf dem Földerichplatz.

Auch an den beiden Frischemarkttagen ist bisher am Földerichplatz nicht viel los.

Auch an den beiden Frischemarkttagen ist bisher am Földerichplatz nicht viel los. Foto: Patrick Rein

Neustart des Frischemarktes

So hat sich die Stadtteilvertretung (STV) Wilhelmstadt während der letzten Monate häufig mit der Thematik des Frischemarktes befasst, da dieser sich seit seinem Start im vergangenen Jahr nicht etablieren konnte. Für einen Neustart gab es unter anderem einen „Runden Tisch“, an welchem auch Ordnungsamtsstadtrat Machulik teilnahm. Deren Ergebnis war die besonders für Berufstätige nicht bürgerfreundlichen Öffnungszeiten (Dienstagvormittag und Donnerstagnachmittag) aus dem der Vorschlag folgte, dass es eine Öffnungszeit am Samstag geben müsste. Darüber hinaus wurde angeregt, die im März 2013 auslaufende Betriebsgenehmigung für den ebenfalls schlecht laufenden Markt in der Brüderstraße nicht zu verlängern. Auf diese Weise sollte vermieden werden, dass sich zwei gleichermaßen schlecht laufende Märkte Konkurrenz machen.

Verlängerung in der Brüderstraße

Zur ihrer Überraschung erhielt die Stadtteilvertretung nun eine Einladung sich an einer Neueröffnung des Frischemarktes auf dem Földerichplatz am Freitagvormittag zu beteiligen sowie einer Mitteilung der neuen Öffnungszeiten des Marktes von Dienstag- und Freitagvormittag. Zudem wurde auch die Betriebsgenehmigung für den Wochenmarkt in der Brüderstraße verlängert. Dieser Umgang als auch die Informationspolitik stößt bei den Vertretern des Stadtteils auf Unverständnis. Diese fühlt sich durch das Verhalten des Bezirksamtes als aktive Bürgervertretung für das Sanierungsgebiet Wilhelmstadt nicht ernst genommen.

Bürgerproteste gegen Schließung

Auch die Entscheidung von Stadtrat Hanke aus Einsparungsgründen eine Bildungseinrichtung wie der Stadtteilbibliothek im Sanierungsgebiet Wilhelmstadt zu schließen, sorgt bei den Mitgliedern der STV für Verärgerung. Zahlreich eingegangene Proteste von Bürgern zeigten auch das Unverständnis der Bevölkerung gegenüber dieser Maßnahme. Auch die Stadtteilkonferenz sowie die Berthold-Brecht-Oberschule sprechen sich klar gegen die Schließung aus. Zudem hatten bereits Hanke’s Parteikollege und Bundestagsabgeordneter Kai Wegner als auch die Junge Union öffentlich Position gegen die Entscheidung bezogen. Die STV verweist unter diesen Umständen auf die Missbilligung  des Umgangs miteinander und auf die Art der Benachteiligung der Bürger durch Schließung von sozialen Einrichtungen in der Wilhelmstadt.

Beide Stadträte wurden jetzt für eine Stellungnahme zur nächsten öffentlichen Sitzung der Stadtteilversammlung am 17.04.2013 um 19 Uhr in den Stadtteilladen Adamstraße 39 eingeladen.

Patrick Rein

Spandauer Neustadt e.V. – Gemeinsam für die Neustadt

Viel Engagement in einem nicht unproblematischen Kiez

Christine Tezlaff und Uwe Bröckl vom Spandauer Neustadt e.V. (Foto: Ralf Salecker)

Christine Tezlaff und Uwe Bröckl vom Spandauer Neustadt e.V. (Foto: Ralf Salecker)

In manchen Ortsteilen Spandaus existieren Vereine, die sich die Belange ihres Kiezes auf die Fahnen geschrieben haben. Beim „Spandauer Neustadt e.V.“ sind Aktionsfeld und Name identisch. Einem Aufruf der evangelischen Luthergemeinde folgend, kamen 2001 Gewerbetreibende und Bewohner zusammen um unter dem Motto „Gemeinsam für die Neustadt“ u. a. etwas gegen Verwahrlosung, Dreck in den Straßen und Alkoholismus mit seinen Auswüchsen zu unternehmen. Rund zwei Dutzend aktive Mitglieder hat der Verein. Der Anteil von Mitgliedern mit Migrationshintergrund etwa 25 Prozent.

Mit unterschiedlichsten Aktionen die Probleme angehen

Schon früh begann man mit Aktionstagen, wie dem „Tag der Bildung“, dem „Tag des Handels“ oder dem „Tag der Integration“ in denen sich die Vielfalt der Bedürfnisse im Ortsteil widerspiegeln. Den Abschluss bildeten Diskussionsveranstaltungen im Paul-Schneider-Haus. Themen wie Hartz-IV und Sozialhilfe standen naturgemäß immer wieder auf dem Programm. Ganz bewusst kooperierte man mit anderen engagierten Gruppen und Institutionen in der Umgebung, wie z.B. der evangelischen Luthergemeinde, dem Regenbogen, Spax oder auch Stark ohne Gewalt. Kindertagesstätten und Schulen werden in gemeinsame Aktionen eingebunden.

„Wir unterstützen Anwohner bei sozialen, beruflichen und familiären Problemen und leiten sie an die zuständigen Stellen weiter“, meint Uwe Bröckl, der Vorsitzende des Vereins. „Im Projekt >Auf die Straßen, fertig, los…< sorgen Kinder und Jugendliche für Ordnung und Sauberkeit im öffentlichen Raum. Sie sorgen selbst dafür, dass ihr direktes Umfeld sauber gehalten wird. Durchgeführt werden diese Veranstaltungen in einem Rhythmus von 4 Wochen von April bis Ende Oktober eines jeden Jahres.“

Von der Aufstellung von Hundetoiletten, der Begleitung bei Besuchen im Jobcenter, dem Umgang mit Alkoholismus, dem gemeinsamen Fastenbrechen oder auch gemeinsamen Frühjahrsputzen reicht der bunter Strauß an Aktionen in der Neustadt. Was anderswo kaum funktionierte, war hier anscheinend erfolgreich. Mit der Aufstellung der Hundetoiletten nahm die Verschmutzung der Gehwege merkbar ab. Durch die Zusammenarbeit mit Spax wurde ein Teil des Alkoholismusproblems gemindert.

Ausblick auf das Jahr 2013

Zum Osterfest beginnen die ersten Aktionen in diesem Jahr. Im Koeltzepark wird ein Ostereiersuchen für Groß und Klein veranstaltet. Mitte April geht es zum Frühjahrsputz durch die Neustadt. Ende Mai richtet sich das Spielplatzfest im Koeltzepark besonders an die Kleinen. Neben den vergnüglichen Dingen veranstaltet die AG-Gewerbe einige Aktionstage im Jahr, beim denen die Geschäfte in der Neustadt im Mittelpunkt stehen. Mit diesen Veranstaltungen will der Verein die Gewerbetreibenden ins Blickfeld der Kiezbewohner rücken. Schließlich kann man Leerstand von Geschäften am besten verhindern, indem bewusst gemacht wird, was das eigene Umfeld an Möglichkeiten zu bieten hat – die es dann auch zu nutzen gilt.

Feste für alle sollen die Bewohner näher zusammenrücken lassen: Wer gemeinsam feiert, pflegt auch weniger Vorurteile. Neben dem Sommerfest will ganz besonders das Multikulturelle Fest „Miteinander-Nachbarn mit dem Herzen erreichen“. Auch in diesem Jahr werden Veranstaltungen zur Adventszeit für einen besinnlichen Ausklang sorgen.

 

Ralf Salecker

 

Spandauer Neustadt e.V.“

  • Lynarstraße 38
  • 13585 Berlin
  • http://www.spandau-neustadt-ev.homepage.t-online.de/1,000000884776,8,1