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Fahrgäste der BVG stinksauer

Aufzüge in Spandauer U-Bahnhöfen werden erst Jahre später als angekündigt eingebaut.

Mit Demonstrationen haben die Fahrgäste die Aufzüge für die U-Bahnhöfe in Spandau  vor mehreren Jahren erkämpft. Diese kamen dadurch sogar die Prioritätenliste. Doch jetzt ist das offizielle Dementi der BVG bekannt geworden: Die Aufzüge kommen erst mehrere Jahre später als zugesagt. Nicht nur für Daniel Buchholz, Spandauer Abgeordneter und Mitglied des Verkehrsausschusses des Berliner Abgeordnetenhauses, ist das nicht akzeptabel.

Lediglich der U-Bahnhof Rathaus Spandau steht bei der BVG ob bei Videoüberwachung als auch Barrierefreiheit hoch im Kurs.

Lediglich der U-Bahnhof Rathaus Spandau steht bei der BVG ob bei Videoüberwachung als auch Barrierefreiheit hoch im Kurs.

Barrierefreier Zugang

Buchholz: „Viele Spandauer Fahrgäste sind stinksauer. Der Einbau von Aufzügen in den Spandauer U-Bahnhöfen wird mehrere Jahre später erfolgen als bisher von der BVG zugesagt. Es drängt sich der Verdacht auf, dass mit den ehemaligen Terminzusagen nur die mobilitätseingeschränkten Menschen ruhig gestellt werden sollten.“ Vor einigen Jahren gab es Demonstrationen von ‚ausgesperrten‘ Nutzern mit Rollstühlen, Kinderwagen und Rollatoren unter anderem am U-Bahnhof Haselhorst. Die Mehrzahl der Spandauer U-Bahnhöfe wurde daraufhin in die Prioritätenliste 2011-2016 des offiziellen Berliner Aufzugsprogramms aufgenommen. Diese Liste wird von der bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung angesiedelten Arbeitsgruppe ‚Bauen und Verkehr – barrierefrei‘ gemeinsam mit den Behindertenverbänden, dem Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderung, der Senatsverwaltung für Soziales und der BVG erstellt als auch veröffentlicht.

Gerade bei Veranstaltungen auf der Zitadelle sind Fahrstühle für beeinträchtigte Menschen auch am entsprechenden U-Bahnhof unerlässlich.

Gerade bei Veranstaltungen auf der Zitadelle sind Aufzüge für beeinträchtigte Menschen auch am entsprechenden U-Bahnhof unerlässlich. Fotos (2): Patrick Rein

Vertrösten dann verschaukeln

Die damaligen Terminzusagen hält die BVG nicht ein und bringt dafür nur unzureichende Begründungen vor. Der U-Bahnhof Haselhorst soll anstatt 2012 jetzt ‚Ende 2014‘ Aufzüge erhalten und der U-Bahnhof Siemensdamm anstatt 2013 jetzt „Ende 2015“. Für den U-Bahnhof Zitadelle, der gerade auch bei Veranstaltungen auf der gleichnamigen starkfrequentiert ist, wird weiterhin das Jahr 2016 angegeben, woran nach Buchholz schon heute gezweifelt werden kann. „Fahrgäste erst vertrösten, dann verschaukeln – das ist nicht akzeptabel!“, führt dieser weiter aus.

Zur Information:

Im Bezirk Spandau hat bisher nur der U-Bahnhof Rathaus Spandau Aufzüge. Auf der U-Bahnlinie 7 hat die BVG folgende Investitionen vorgesehen (alle Aufzüge mit Blindenleitsystem und Höhenregulierung, Angaben 2013):

U-Bahnhof Haselhorst: 2,2 Millionen Euro, 2 Aufzüge

U-Bahnhof Siemensdamm: 1,3 Millionen Euro, 1 Aufzug

U-Bahnhof Zitadelle: 3,6 Millionen Euro, 3 Aufzüge

Patrick Rein

Mitbestimmen, wofür in Spandau Geld ausgegeben wird

Spandauer Bürgerhaushalt 2014/2015

Das Spandauer Rathaus (Foto: Ralf Salecker)

Das Spandauer Rathaus (Foto: Ralf Salecker)

Der Haushalt für Doppelhaushalt 2014/2015 kann von Spandauer Bürgern mit bestimmt werden. Jeder kann sich mit Vorschlägen beteiligen, wofür Geld ausgegeben werden soll oder auch, an welcher Stelle Ausgaben einzusparen sind. Die Geschichte des Bürgerhaushaltes reicht recht weit zurück. Schon in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts entstand diese Idee kommunaler Bürgerbeteiligung. In Spandau begann man 2007 dies in der Praxis umzusetzen. Die Beteiligung war bescheiden, um es freundlich auszudrücken.

Jeder Vorschlag, der schriftlich, per E-Mail und auch telefonisch zum Spandauer Bürgerhaushalt 2014/2015 eingebracht werden kann, wird ernsthaft diskutiert werden, so Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank. Antworten auf Vorschläge sollen spätestens nach drei Wochen erfolgen. Diese direkte Resonanz dürfte eine große Motivation zu Teilnahme sein, da niemand mehr „Angst“ haben bracht, dass seine Vorschläge „irgendwo“ versickern. Eine Neuerung in diesem Jahr ist die Möglichkeit, unter der Internetadresse www.berlin.de/ba-spandau/buergerhaushalt, Vorschläge zum Bürgerhaushalt direkt online einzureichen. Nach einer kurzen Anmeldung kann es schon losgehen. Bis zum 17. Juli können Vorschläge abgegeben werden.

Umfangreiche Informationen stehen zur Verfügung

In diesem Jahr gibt es eine umfangreiche Broschüre, die im Detail beschreibt, wofür im Bezirk Geld ausgegeben wird. Eine Arbeitsgemeinschaft aus den unterschiedlichen Fraktionen der BVV hat sie gemeinsam erarbeitet. Erhältlich ist die Broschüre in gedruckter Form im Rathaus aber auch in der Stadtbibliothek. Viele dürfte es überraschen, dass der Bezirk 85 Prozent seines Geldes vom Land Berlin erhält. Nur 15 Prozent „verdient“ er selbst. 50 Prozent der Ausgaben fließen in den Bereich Soziales. Am 11. Juni hätten sich Spandaus Bürger im Rahmen einer Veranstaltung zum Bürgerhaushalt direkt an Vertreter von Verwaltung und Politik wenden können, um Vorschläge einzubringen und diese direkt zu diskutieren. Nur wenige haben diese Gelegenheit genutzt. Am Stammtisch wird gerne lautstark über „falsche Ausgaben“ im Bezirk diskutiert, wenn es um konkrete Vorschläge geht, scheint die Bereitschaft einer Beteiligung nachzulassen.

Schaut man sich die Broschüre genauer an, wird schnell wird klar, dass nur ein kleiner Teil des Gesamthaushaltes von insgesamt rund 490 Millionen Euro überhaupt zur „freien“ Verfügung steht. Das sind die sog. Steuerbaren Ausgaben, nur hier kann die BVV entscheiden, wofür Geld ausgegeben wird. Je nach Partei gibt es dort folgerichtig unterschiedliche politische Schwerpunkte. Den Löwenanteil im Haushalt machen die Pflichtausgaben aus. Ferner muss der Bezirk immer noch die aufgelaufenen Schulden tilgen, was den Spielraum für Ausgaben etwas beschränkt.

Es wäre schade, wenn diese Gelegenheit direkter Einflussnahme durch die Bürger nicht genutzt wird. Einfacher ist eine Beteiligung kaum mehr zu gestalten.

 

Ralf Salecker

 

Ansprechpartner beim Bezirksamt für den Bürgerhaushalt ist Thomas Neumann

 

 

Sprache ist der Schlüssel

Bezirksbürgermeister Kleebank ehrte engagierte Jugendliche im Projekt Sprachstube Deutsch für ihren ehrenamtlichen Einsatz.

Die jugendlichen Vorbilder, die sich ehrenamtlich im Falkenhagener Feld in einem Stadtgebiet mit besonderem Entwicklungsbedarf engagieren, wurden am Montag im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung durch Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank geehrt und eine Urkunde überreicht. Seinen Ursprung fand die Sprachstube im Wedding im Jahr 2004 von dort aus ging es über Reinickendorf bis die Idee 2009 auch in Spandau etabliert wurde. Viele Bilder und Informationen zum Projekt veranschaulichten die Arbeit der Sprachförderer/innen.

Bezirksbürgermeister Kleebank ehrte die Schülerinnen und Schüler für ihren ehrenamtlichen Einsatz bei der Sprachstube.

Bezirksbürgermeister Kleebank ehrte die Schülerinnen und Schüler für ihren ehrenamtlichen Einsatz bei der Sprachstube.

Spielerisch Deutsch lernen

Im Projekt Sprachstube Deutsch führen Jugendliche im Alter von 15 bis 20 Jahren, vorrangig mit Migrationshintergrund, kleine Kinder nichtdeutscher Herkunftssprache spielerisch an die deutsche Sprache heran. Auch die Jugendlichen sammeln dabei wertvolle vorberufliche Erfahrungen, engagieren sich bewusst für den eigenen Kiez und können ihre Zweisprachigkeit als wertvolle Ressource nutzen. So bekannte auch Klara als eine der Geehrten, dass die Lehrenden oftmals mehr bekämen, als dass sie eigentlich geben würden. Viele sind schon seit Jahren dabei und wollen die eigenen Erfahrungen nicht mehr missen. Klara führte daher weiter aus: „Wer das Ehrenamt nicht kennt, hat was verpennt.“

Geförderte Kinder überreichten Blumen an ihre Sprachlehrer, Klara (re.) stellte das Ehrenamt in den Vordergrund.

Geförderte Kinder überreichten Blumen an ihre Sprachlehrer, Klara (re.) stellte das Ehrenamt in den Vordergrund. Fotos (2): Patrick Rein

Erfolgreiche Schullaufbahn

Die Kinder im Vorschulalter erfahren in vertrauter häuslicher Umgebung wertvolle individuelle Sprachbetreuung, sie verbessern ihren Wortschatz und ihre Ausdrucksmöglichkeiten. In einem kreativen Prozess gemeinsamer und spielerischer Kommunikation wird so der Grundstein für eine erfolgreiche Schullaufbahn gelegt. Auch die Mütter erhalten Informationen zu Sprachkursen für Erwachsene im Bezirk. Das Projekt Sprachstube Deutsch erhielt bereits diverse regionale und überregionale Auszeichnungen und Preise, wie beispielsweise den ersten Platz des Heinz-Westphal-Preises des Deutschen Bundesjugendrings (2007), Nationaler Bürgerpreis in der Kategorie „Junior“ der Initiative „für mich, für uns, für alle“ (2008), den 2. Platz beim Berliner Hauptstadtpreis für Integration und Toleranz der „Initiative Hauptstadt Berlin e.V.“ (2008) und den Werner Salomon-Preis im Rahmen des Spandauer Präventionsprojektes „Stark ohne Gewalt“ (2012).

Sprachstube Deutsch®Team:

  • Olga Kemer
  • Teresa Weis
  • Kraepelinweg 13
  • 13589 Berlin-Spandau
  • Tel.: 030 / 37 15 15 20

Die Sprachstube Deutsch ist ein Angebot des 1995 gegründeten Trägers casablanca gGmbH. Seither wurde der Schwerpunkt Erziehungshilfe und Familienförderung kontinuierlich ausgebaut. Die casablanca gGmbH hält ein breites Spektrum an Angeboten und Hilfen in verschiedenen Lebenslagen bereit und ist in mehreren Bezirken Berlins tätig.

Patrick Rein

Ein Zeichen für Toleranz

Vor dem Rathaus Spandau weht seit Donnerstag wieder als weltweites Zeichen für Toleranz, Vielfältigkeit, Hoffnung und Sehnsucht die Regenbogenfahne.

„Die Würde des Menschen ist unantastbar“ heißt es im Grundgesetz. Doch besonders gleichgeschlechtliche Paare mussten lange darum kämpfen einerseits gesetzlich anerkannt zu werden und andererseits gesellschaftlich akzeptiert zu werden. Auch heute mangelt es teilweise noch an der Toleranz. Dabei muss es nicht verstanden werden, wieso sich Mann und Mann oder Frau und Frau lieben. Es soll von den Mitmenschen lediglich akzeptiert beziehungsweise toleriert und nicht verurteilt werden.

Auch die Berliner Aids-Hilfe e.V. war beim Hissen der Flagge dabei.

Auch die Berliner Aids-Hilfe e.V. war beim Hissen der Flagge dabei.

Spandau zeigt sich tolerant

Bezirksbürgermeister Kleebank führt aus: „Mit dieser Beflaggung setzt der Bezirk Spandau ein Zeichen für tolerante Politik in Spandau, bei der alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen ernst genommen werden und Diskriminierungen aufgrund der sexuellen Orientierung des bzw. der Einzelnen verurteilt werden.“ Erst vor kurzem war es im Gebiet der Heerstraße Nord zu einem Übergriff auf einen körperlich benachteiligten Menschen gekommen, was für ein hohes öffentliches Interesse gesorgt hat und weshalb immer noch an entsprechenden Gegenmaßnahmen gearbeitet wird.

Katayun Pirdawari vom Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg hisste mit Unterstützung von Helmut Kleebank die Regenbogenflagge.

Katayun Pirdawari vom Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg hisste mit Unterstützung von Helmut Kleebank die Regenbogenflagge.

Regenbogenfahne vorm Rathaus

Am gestrigen Tag fanden im Jahn-Sportpark wieder die „Respect Gaymes“ statt, ein Veranstaltung die aktiv mit dem Slogan: „Zeig Respekt für Schwule und Lesben“ wirbt. Um diesen Respekt zu erweisen aber auch als Zeichen für Toleranz, Vielfältigkeit, Hoffnung und Sehnsucht wurde das weltweit anerkannte Symbol – die Regenbogenfahne – von Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank vorm Spandauer Rathaus gehisst. Mittlerweile beteiligen sich alle Berliner Bezirke an der Aktion. Und natürlich begrüßt auch der Regierende Bürgermeister Berlins, Klaus Wowereit, die Aktion und hisste selbst eine Fahne am Nollendorfplatz. Wowereit hatte mit dem mittlerweile legendären Satz im Berliner Abgeordnetenhaus: „Ich bin schwul – und das ist auch gut so“ landesweit für Aufsehen und eine positive Auseinandersetzung mit dem Thema gesorgt.

Stadtrat Stephan Machulik, Katayun Pirdawari vom LSVD und Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank.

Stadtrat Stephan Machulik, Katayun Pirdawari vom LSVD und Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank. Fotos (3): Patrick Rein

Keine Selbstverständlichkeit

Während in Deutschland der Umgang mit Schwulen und Lesben „normal“ geworden und keine Besonderheit mehr ist, fehlt diese Toleranz in anderen Ländern weiterhin dramatisch. Die erste Trauung eines gleichgeschlechtigen Paares in Marseille sorgte in Paris für Demonstrationen und endete in regelrechten Straßenschlachten. Und erst vor kurzem wurde in Spandaus Partnerstadt Wolgograd ein Mann auf Grund seiner homophoben Gesinnung totgeprügelt. Leider kommt es aber auch in Deutschland zu Beleidigungen und Übergriffen auf Schwule und Lesben. Ebenso wie bei Fremdenfeindlichkeit ist hier die Gesellschaft gefordert Zeichen gegen Diskriminierung und Gewalt in jeglicher Form zu setzen. Denn auch wenn vielleicht das Verständnis fehlt, sollte zumindest die Toleranz vorhanden seien.

Patrick Rein

In der Altstadt auf dem „Strich“ gehen

Über 30 verschiedene Bühnenauftritte bei „Was Kunst Du?“ – und die Altstadt wird immer gelber.

Das Gesamtprojekt Spandauer Altstadtmeile weckt schon jetzt das Interesse von Bürgerinnen und Bürgern, denn viele fragen sich: Was hat es mit dem gelben Strich quer durch die Altstadt auf sich? Beim Ordnungsamt sind sogar schon Beschwerden eingegangen. Dabei gehört die Linie zur Spandauer Kulturmeile – leitet sie sogar. Den offiziellen Beginn macht jedoch ein großer Straßenkünstlerwettbewerb.

Selbst die Bäume wurden gelb ummantelt. Dabei Gabriele Fliegel und Stadtrat Carsten Röding.

Selbst die Bäume wurden gelb ummantelt. Dabei Gabriele Fliegel und Stadtrat Carsten Röding.

Spandauer Altstadtmeile

Am Reformationsplatz in der Altstadt Spandau konnten sich die Anwesenden am Mittwochvormittag bereits einen ersten Eindruck vom Projekt „Spandauer Altstadtmeile 2013“ verschaffen. In unmittelbarer Nachbarschaft der evangelischen Kirche St. Nikolai stellten für die Organisatoren der Altstadtmeile Gabriele Fliegel, Vorsitzende der Vereinigung Wirtschaftshof Spandau e.V., und Sven-Uwe Dettmann, Geschäftsführer der Partner für Spandau GmbH, insbesondere die Auftaktveranstaltung vom 8. Juni vor. Anwesend war ebenfalls Helmut Kleebank, Bezirksbürgermeister, und Carsten Röding, Stadtrat für Bauen, Planen, Umweltschutz und Wirtschaftsförderung.

Es gibt viel zu entdecken dieses Jahr in der Altstadt. Den Auftakt macht am 8. Juni "Was Kunst Du?"

Es gibt viel zu entdecken dieses Jahr in der Altstadt. Den Auftakt macht am 8. Juni „Was Kunst Du?“

Ein Mal durch die Altstadt

Entlang der von A wie Arcaden bis Z wie Zitadelle sonnengelb aufgetragenen „Spandauer Altstadtmeile“ – der gelben Linie – werden an den verschiedensten Veranstaltungsorten im Spandauer Altstadtsommer 2013 abwechslungsreiche künstlerische Events geboten. Künstlerisch gestaltete Schaufenster rahmen – ebenfalls in gelb – unter dem Motto „Kunst verbindet“ von Juni bis September drei zusätzliche Großveranstaltungen und mehrere permanente Projekte ein.

Ein gelber Strich führt quer durch die Altstadt.

Ein gelber Strich führt quer durch die Altstadt. Fotos (3): Patrick Rein

Vielfältiges Angebot

Zum Auftakt am Samstag, 8. Juni gibt es nicht nur die Vernissagen in den Schaufenstern. Ab 11 Uhr wird auf sieben verschiedenen Bühnen und an vielen anderen Punkten der Spandauer Altstadt die Frage „Was Kunst Du?“ gestellt. Über ein  Dutzend fest gebuchter Ensembles und rund 20 zusätzlich eingeladene Straßenmusiker geben bis zum Abend die Antwort darauf, indem sie zeigen, wie vielfältig Kunst auf historischen Straßen und Plätzen dargeboten werden kann. An der St.-Nikolai-Kirche treten beispielsweise um 12.40, 13.40 und 14.40 Uhr die Musiker von „Laccasax“ auf. In der Besetzung Kontrabass, Akkordeon und Saxophon spielen sie Weltkammermusik – eine spannende Mixtur aus Klezmer, Jazz, Klassik und vielem mehr. Aber auch zeitgemäße (Ur-)Berliner Musik findet hier ihr zuhause – zum  Beispiel bei „Icke & Band“ und deren akustischem Chillrock auf der Bühne am Marktplatz ab 12 Uhr.

Zum Finale der Veranstaltung werden ab 19 Uhr in der Freilichtbühne an der Zitadelle Spandau die Gewinner des Straßenmusikwettbewerbs prämiert. Und auch für den Abend gilt: Umsonst und Draußen!

Weitere Informationen und alle Programmpunkte auf den Seiten „Altstadtsommer-Mittendrin“ unter www.spandauer-altstadtmeile.de.

Patrick Rein

Bürgervorschläge zum Haushalt erwünscht

Bezirk startet zweiten Versuch eines Bürgerhaushalts unter dem Motto: Es geht um IHR Geld.

Bereits 2007 wurde in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) die Einführung eines Bürgerhaushalts beschlossen. Ein erster regionaler Anlauf scheiterte jedoch an mangelnder Beteiligung. Seitdem wurde in einer entsprechenden Arbeitsgemeinschaft ein neues Konzept erarbeitet und seit zwei Jahren die Öffentlichkeitsarbeit diesbezüglich intensiviert. Das Ergebnis zeigt sich in einer aufwendigen Broschüre und Internetauftritt unter www.buergerhaushalt-spandau.de wodurch Vorschläge der Bürgerinnen sowie Bürger in die Planungen des Haushalts 2014/2015 einfließen sollen.

Thomas Neumann, Serviceeinheit Finanzen Bürgerhaushalt, Bezirksverordneten Vorsteher Frank Bewig, Dr. Annika Lange, Ausschussvorsitzende, und Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank (v. li.)

Thomas Neumann, Serviceeinheit Finanzen Bürgerhaushalt, Bezirksverordneten Vorsteher Frank Bewig, Dr. Annika Lange, Ausschussvorsitzende, und Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank (v. li.)

Keine vorgegebene Geldsumme

Im Gegensatz zu anderen Bezirken – wo eine bestimmte Summe zur Verfügung gestellt wird und die Bürger in dessen Rahmen über diese verfügen – verfolgt das Spandauer Konzept eine andere Zielvorgabe: Schriftlich oder über das Internetportal werden Vorschläge eingereicht, über welche die BVV unter Berücksichtigung des Allgemeinwohls entscheidet. Somit ist das Budget nicht begrenzt, der Haushalt mit der Bürgerbeteiligung jedoch transparenter und eventuell „ehrlicher“. Alle Vorschläge werden auf der Homepage veröffentlicht und können kommentiert werden. Außerdem erhält jeder Vorschlag eine Begründung zur Annahme beziehungsweise Ablehnung.

Auftaktveranstaltung im Bürgersaal

Seit Mittwoch ist die Internetseite freigeschaltet und Vorschläge können eingereicht werden. Dafür ist lediglich eine einfache Registrierung notwendig. Der Beschluss zum Bürgerhaushalt wurde parteiübergreifend und einvernehmlich gefasst – eine kleine Besonderheit im bezirkspolitischen Alltag. So wurde das „Projekt“ auch vom Bezirksverordneten-Vorsteher Frank Bewig (CDU) und Dr. Annika Lange (SPD), Vorsitzende des Ausschuss Haushalt, Personal, Rechnungsprüfung, im Beisein von Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank (ebenfalls SPD), vorgestellt. Am 11. Juni findet dann ab 18 Uhr eine Informationsveranstaltung im Bürgersaal des Rathauses statt, bei der alle Bereiche des Bezirksamtes für Informationen und Fragen als auch Anregungen zur Verfügung stehen.

Die aufwendig gestaltete Broschüre mit ausführlichen Informationen zum Bezirk und Verwaltung ist ab sofort an vielen öffentlichen Stellen erhältlich.

Die aufwendig gestaltete Broschüre mit ausführlichen Informationen zum Bezirk und Verwaltung ist ab sofort an vielen öffentlichen Stellen erhältlich. Fotos (2): Patrick Rein

Kürzungen ebenfalls möglich

Neben Vorschlägen zur Investition können auch Bereiche für Kürzungen aufgezeigt werden. Ob diese dann von der BVV aufgegriffen werden, bleibt abzuwarten. Mit der Broschüre „Bürgerhaushalt Spandau 2013“ (erhältlich an allen öffentlichen Stellen des Bezirksamtes wie dem Bürgeramt) wird zudem auch erstmals ein ausführlicher Einblick über Vertreter, Strukturen, Einnahmen und Ausgaben des Bezirks geboten. Schließlich handelt es sich insbesondere beim Haushalt um ein komplexes Thema was immer wieder für Diskussionen und Gesprächsstoff sorgt. „Mit der Broschüre soll auch ein wenig Klarheit in die komplizierte Angelegenheit der Haushaltsplanung gebracht werden“, erläutert Kleebank.

Nach Jahren der Einsparungen und Kontrolle der Senatsverwaltung könnte Spandau Ende 2013 eine Haushaltskonsolidierung erreichen, was dem Bezirk zukünftig wieder mehr Gestaltungsspielraum ermöglichen würde.

Patrick Rein

Angriff auf Bezirksverordneten

Nicht nur die Fraktion der GAL Spandau verurteilt tätlichen Angriff gegen Bezirksverordneten.

Am Abend des 15. Mai 2013 wurde ein Bezirksverordneter der GAL-Fraktion beim privaten Einkauf tätlich angegriffen. Ein Mann schlug ihm unvermittelt mehrfach ins Gesicht mit den Worten „Du bist Schuld, dass der Ponyhof geschlossen wurde“ und „Die Grünen sind Schuld, dass der Ponyhof geschlossen wurde.“ Später lauerte er ihm auf dem Heimweg auf, pöbelte, verfolgte und bedrohte ihn wiederholt. Auch eine Mitarbeiterin des Veterinäramtes wurde vor kurzem ebenfalls Opfer einer Attacke während ihrer Amtsausübung.

Gegen den Angreifer wurde Anzeige bei der Polizei erstattet.

Gegen den Angreifer wurde Anzeige bei der Polizei erstattet.

Kein Raum für Gewalt

Der Bezirksverordnete konnte einer weiteren Tätlichkeit nur durch das Betreten des nächsten Geschäftes entgehen. Anzeige wurde erstattet. Fast unglaublich, dass in Folge einer emotionalen und politisierten Auseinandersetzung einzelne Bezirksverordnete – gleich welcher Partei – tätlich angegriffen werden. Zumal besonders die Bezirksverordneten keine Vollzeitpolititker sind und ihre Tätigkeit ehrenamtlich zum Wohl des Bezirks ausüben. Doch auch sonst wäre der Vorgang ein weiteres Indiz für eine steigende Gewaltbereitschaft. Dies ist jedoch im gesellschaftlichen Zusammenleben ein nicht tolerierbares Verhalten. Diese Ansicht wird auch im Bezirk einstimmig geteilt, was die Reaktionen des BVV-Vorstehers sowie der anderen Fraktionen und jedes Einzelverordneten nach Bekanntwerden des Vorgangs verdeutlichten.

Kein Thema sorgte im letzten Jahr für so viel Diskussionen wie der Ponyhof Staaken.

Kein Thema sorgte im letzten Jahr für so viel Diskussionen wie der Ponyhof Staaken.

Unruheherd Ponyhof

Die GAL-Fraktion erklärt: „Der tätliche Angriff wird unsererseits ausdrücklich nicht der Betreiberin und dem Kreis der aktiven Unterstützer/innen des Ponyhofes Cosmarweg zugeordnet.“ Dennoch sollte es auch in deren Interesse liegen, weiterhin vermeintliche Sympathisanten/innen zur Mäßigung aufzurufen. Denn auch dieser Aktion reiht sich in die Vorgänge im Zusammenhang mit der emotionalen Diskussion um den Ponyhof Cosmarweg, der im Frühjahr 2012 seinen Anfang fand. Aufgrund der Missachtung erteilter Auflagen musste dieser amtlich geschlossen werden. In den darauffolgenden Monaten entstand eine öffentlich geführte Debatte, in der die Grenzen demokratischer Umgangsformen von verschiedenen Teilnehmern oftmals überschritten wurden. Insbesondere die Mitarbeiter/innen des Veterinäramtes sahen sich dabei teilweise einer Diffamierungskampagne ausgesetzt.

Zwar wurde der Ponyhof im Cosmarweg jetzt wiedereröffnet, manche Symphatisanten scheinen dennoch keine Ruhe zu finden.

Zwar wurde der Ponyhof im Cosmarweg jetzt wiedereröffnet, manche Symphatisanten scheinen dennoch keine Ruhe zu finden. Fotos (3): Patrick Rein

Schleppende Umsetzung

Bereits damals hatte auch Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank wiederholt appelliert, bei allem Engagement entsprechende Umgangsformen zu wahren und versicherte – sollten diese überschritten werden – Mitarbeiterinnen sowie Mitarbeiter notfalls auch mittels rechtlicher Schritte zu schützen. In den eingeleiteten gerichtlichen Überprüfungen im Falle des Ponyhofes Staaken zumindest wurde die Handlungsweise des Veterinäramtes als rechtens bestätigt. Erst im Frühjahr 2013 wurde dem Bezirksamt dann ein genehmigungsfähiges Konzept vorgelegt und der erforderliche Nachweis der Sachkunde im Umgang mit den gehaltenen Tieren erbracht. Im April erfolgte die Eröffnung des Ponyhofes unter einer neuen Betreiberin. Bei der Abnahme des Betriebes vor der Eröffnung waren Bezirksverordnete aller Fraktionen anwesend. Hier wurde deutlich, „dass trotz der Vorgeschichte auch heute die Umsetzung der rechtlichen Vorgaben und entsprechenden Auflagen nur schrittweise erfolgt, wodurch eine regelmäßige Kontrolle weiterhin erforderlich ist. Der Ermessenspielraum des Veterinäramtes ist im Interesse der Tiere begrenzt“, erklärt die GAL-Fraktion.

Patrick Rein

Spandaus größtes Wandgemälde

Neue Einkaufspassage in der Wilhelmstadt

Startschuss für die Wilhelm Passage u. a. durch Carsten Röding, Andreas wunderlich, und Olaf Höhn (Foto: Ralf Salecker)

Startschuss für die Wilhelm Passage u. a. durch Carsten Röding, Andreas wunderlich, und Olaf Höhn (Foto: Ralf Salecker)

Nicht mehr lange, dann wird die Brandmauer gegenüber dem Metzer Platz zu einer Attraktion in Spandau. Etwa Anfang August 2013, wenn alles glatt geht und der Sommer nicht allzu verregnet daherkommt, wird Spandaus größtes Wandgemälde eine Brandmauer in der Wilhelmstadt schmücken. Im Sanierungsgebiet geschieht also etwas. Baustadtrat Carsten Röding und der Geschäftsführer der Creative Stadt GmbH Andreas Wunderlich gaben den „Startschuss“, während das große Baugerüst die Wand emporwuchs.

Wie alles begann

Im Februar letzten Jahres kam es zu einem Treffen von Vertretern des Sanierungsgebietes Wilhelmstadt und einiger Quartiersmanagementgebiete und Behördenvertretern im Rathaus. Es ging um Kunst im öffentlichen Raum an Brandmauern und die Festlegung, Welche Wand durch ein Wandgemälde, aufgewertet werden könnte. Aus einer Vorauswahl durch die Creative Stadt GmbH von weit über 100 möglichen Orten im Bezirk kamen dann 30 Brandmauern in die engere Wahl. Gewonnen hat letztendlich der zweite Platz in der Auswahl. Er bekam nicht nur die höchste Einzelwertung, sondern auch das Votum aus der Stadtteilvertretung. Auch das Vermieterkonsortium signalisierte seine Bereitschaft einer Zustimmung, indem es den Giebel des Hauses neu verputzen lässt, um so einer nutzbaren Malgrund zu schaffen. Platz eins bestand übrigens aus einer Zusammenlegung zweier Brandwände und entsprechend auch einer größeren Punktsumme.

Wilhelm Passagen Spandau

Auf den ersten Blick wird der spätere Betrachter erst einmal kein Gemälde vermuten. Mit der Bemalung der Brandmauer durch die Künstlergruppe um Hartmut Lindenmann soll die Illusion einer Einkaufspassage entstehen.

Andreas Wunderlich von der Creativen Stadt GmbH hat schon viele Projekte dieser Art verwirklicht. Gemeinsam mit künstlerischen Partnern wurden nicht nur an mehreren Orten in Berlin Brandwände in Attraktionen verwandelt: „Der Metzer Platz wird so zu einem Ort der Identifikation, einer besonderen Attraktion – nicht nur in der Wilhelmstadt – werden.“

Verwirklicht werden kann so etwas nur, weil einerseits erhebliche Fördergelder im Rahmen der Programme „Aktive Zentren Berlin“ und des Sanierungsgebietes dies ermöglichen, andererseits aber auch andere die fehlenden Gelder beisteuern. Dies sind in diesem Fall die Berliner Stadtreinigungsbetriebe, die sich im Motiv wiederfinden werden und Florida-Eis, welches mit dem Ort noch einen historischen Zusammenhang zu seiner Eisproduktion unterstreichen möchte, nämlich dem schon längst in Vergessenheit geratenen Kino Regina. Die Eisproduktion begann im Frühjahr 1927 im Kino Concordia – später Regina.

 

Ralf Salecker

Sicherer U-Bahnhof Rathaus Spandau

Als einer der ersten im Berliner Netz ist der U-Bahnhof Rathaus Spandau jetzt mit einem hochmodernen Kamera-Überwachungssystem ausgestattet worden.

Nicht nur der Spandauer SPD-Abgeordnete Daniel Buchholz begrüßt diese technischen Verbesserungen: „Wir wollen den öffentlichen Berliner Nahverkehr so attraktiv wie möglich machen. Dazu gehört auch, den Fahrgästen bestmögliche Sicherheitsstandards zu bieten. Um Straftaten besser aufklären und damit in vielen Fällen verhindern zu können, verbessern wir die Sicherheitstechnik in den U-Bahnhöfen kontinuierlich.“ Im U-Bahnhof Rathaus Spandau ist jetzt als einem der ersten im Berliner Netz ein hochmodernes Kamera-Überwachungssystem in Betrieb genommen worden.

Der U-Bahnhof wurde als einer der ersten auf den neusten Sicherheitsstand gebracht.

Der U-Bahnhof wurde als einer der ersten auf den neusten Sicherheitsstand gebracht. Foto: Patrick Rein

Verbesserte Technik

Bereits heute sind sämtliche Berliner U-Bahnhöfe und alle 1.238 U-Bahnwagen mit Videotechnik ausgestattet – anders als bei der S-Bahn. Aber in der Praxis zeigt sich, dass nicht alle dunklen Ecken in U-Bahnhöfen mit der bisherigen Technik eingesehen werden können. Der U-Bahnhof Rathaus Spandau hat darum jetzt 43 schwenk-, neig- und zoombare Kameras erhalten. Mit ihrer hohen Auflösung vereinfachen sie die Aufklärung von Vorfällen und wirken abschreckend auf potenzielle Täter.

Auch die U-Bahnzüge sind mittlerweile videoüberwacht.

Auch die U-Bahnzüge sind mittlerweile videoüberwacht. Foto: BVG

Tatverdächtige erfolgreich ermitteln

Erst im vergangenen Jahr wurde die Speicherfrist der Videos bei der BVG von 24 auf 48 Stunden verdoppelt. Trotz regem Widerstandes der Oppositionsfraktionen und auch heute noch anhaltender Diskussionen. Zwar sollte der Datenschutz als auch das Persönlichkeitsrecht geschützt werden, jedoch ist nicht nur auf Grund der Vorfälle am S-Bahnhof Pichelsberg, wo nach dem Fußballspiel ein Junge stranguliert wurde, oder der Ermordung von Jonny K. am Alexanderplatz, ein nachvollziehbares Sicherheitsbedürfnis verstärkt in den Vordergrund zu setzen. Die Videoaufzeichnung und Speicherung im Rahmen der gesetzlichen Frist von 48 Stunden erfolgt für die U-Bahnhöfe durch die BVG, alle Daten werden der Sicherheits-Leitstelle übermittelt. Die Polizei fordert beim Anfangsverdacht einer Straftat die entsprechenden Filmausschnitte als Beweismaterial zur Auswertung an. Die Zahl dieser Video-Abfragen ist berlinweit deutlich gestiegen: Von 1.698 (2010) auf 2.517 (2012). Dadurch konnten im letzten Jahr allein 702 Tatverdächtige ermittelt werden und erhielten eine Strafanzeige.

Um die Sicherheit der Fahrgäste zu gewährleisten, wurden bei der BVG im letzten Jahr 600 Sicherheits- und Servicekräfte eingesetzt, die sowohl für Fahrzeuge als auch für U-Bahnhöfe zuständig sind.

Patrick Rein

Gemeinsam für die Spandauer Neustadt

Neben der Eröffnung vom „Cafe Paule“ sollen drei weitere Projekte Jung und Alt in und für ihren Stadtteil mobilisieren.

Das Quartiersmanagement Spandauer Neustadt ist die jüngste Initiative aus dem Bereich Soziale Stadt im Bezirk. Als Nachzügler setzt der „Jüngling“ bei allen Maßnahmen auf das Motto: „Die Neustadt mit den Bürgerinnen und Bürgern gestalten“, wie es Quartiersmanager Öztürk Kiran beschreibt. Am Dienstag konnte mit der Eröffnung des Nachbarschaftscafes im Paul-Schneider-Haus – betrieben vom Spandau Neustadt e.V. – ein weiterer Schritt erfolgreich abgeschlossen werden. Auch dabei wirkte das Quartiersmanagement mit. Und ein Ende ist bei weitem nicht in Sicht. Allein drei neu gestartete Projekte sollen jetzt Jugendliche, Schülerinnen und Schüler als auch Geschäftsleute im Kiez zum „mitmachen“ bewegen.

Lotta Rüger vom Mädchenladen in der Lasiuszeile und Mitverantwortliche der Jugendjury.

Lotta Rüger vom Mädchenladen in der Lasiuszeile und Mitverantwortliche der Jugendjury.

Jugendjury

So hatte beispielsweise gestern Abend die Jugendjury ihren Auftakt. Hierbei sind alle Neustädter Jugendlichen von 12 bis 17 Jahren aufgerufen, mitzuentscheiden welche Projekte finanziell gefördert werden sollen. Insgesamt stehen 3.000 Euro als „Startkapital“ für Bands, Wettbewerbe, Initiativen oder dem eigenen Film zur Verfügung. Durch die Jugendjury kann jede Idee Wirklichkeit werden, denn niemand wird hier sagen: „Dafür ist kein Geld da.“ Interessierte Juroren als auch Projektvorschläge sowie alle weiteren Informationen gibt es über Mail an Jugendjury.Neustadt@gmx.de.

Zusammen mit der Lynar-Grundschule sucht der Spandauer Jugend e.V. Mentoren für Schüler im Rahmen vom Education Point.

Zusammen mit der Lynar-Grundschule sucht der Spandauer Jugend e.V. Mentoren für Schüler im Rahmen vom Education Point.

Studenten gesucht

Nicht weniger innovativ ist das Projekt des Education Point vom Spandauer Jugend e.V.. Über ein Mentor-Programm werden hier nicht nur schulschwache sondern auch starke Schüler der Lynar-Grundschule in ihrer Entwicklung gefördert. Dafür werden noch Studenten aller Fachrichtungen, bevorzugt aus der Neustadt, gesucht, die dann Schüler in ihrer Laufbahn begleiten und unterstützen. Hierzu gehören sowohl leistungsschwache ebenso wie –starke Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klassenstufe. Die Mentoren erhalten neben den sozialen Erfahrungen und der professionellen Einarbeitung auch eine Aufwandsent-schädigung. Informationen über info@spandauerjugend.com

Dr. Philippe Royer ist Initiator des Barcamp Spandauer Neustadt

Dr. Philippe Royer ist Initiator des Barcamp Spandauer Neustadt. Fotos (3): Patrick Rein

Innovation und Image-Offensive

Das dritte Projekt ist hingegen gänzlich anderer Natur: Das Barcamp Spandau Neustadt will Geschäftsleute und Kreative zusammenführen um Potenziale des Quartiers herauszuarbeiten. Diese sollen über ein mediales Netzwerk kommuniziert werden und somit auch Externe neugierig auf den Stadtteil machen. Hintergrund ist, dass weiterhin rund 50 Laden- beziehungsweise Geschäftsräume keinen Nutzer gefunden haben. Ins Leben gerufen wurde die Initiative von Dr. Philippe Andre Royer der per Mail an info@kshaping.com für Interessierte zur Verfügung steht.

Dies sind nur drei Projekte, welche das Quartiersmanagement Spandau Neustadt aktuell auf den Weg gebracht hat. Auch zukünftig sind alle Neustädterinnen und Neustädter aufgerufen, sich beim Quartiersmanagement einzubringen und mitzuentscheiden, wie zur Verfügung stehende Fördermittel sinnvoll verwendet werden sollen.

Patrick Rein

Neues Bürgerbüro in der Stadtteilbibliothek

Im Sinne der Spandauerinnen und Spandauer eröffneten die Stadträte Machulik und Hanke Bürgerbüro im Falkenhagener Feld.

Viel wurde über die Umstrukturierung der Bürgerämter und der Schließung des Standortes in Kladow diskutiert. Auch die Eröffnung des Bürgerbüros im Parnemannweg wurde zu einem Politikum genutzt. Das es jedoch auch einfacher geht, zeigten jetzt die Stadträte Stephan Machulik (SPD) und Gerhard Hanke (CDU): Dieser stellte in der Stadtteilbibliothek in der Westerwaldstraße einen Raum zur Nutzung als Bürgerbüro zur Verfügung.

Eröffnung des Bürgerbüros im Falkenhagener Feld mit den Stadträten Mchulik (li.) und Hanke (re.) sowie Bürgeramtsmitarbeiterinnen.

Eröffnung des Bürgerbüros im Falkenhagener Feld mit den Stadträten Mchulik (li.) und Hanke (re.) sowie Bürgeramtsmitarbeiterinnen.

Jeden zweiten Dienstag

Damit stehen in Spandau neben dem Bürgeramt im Rathaus und dem Terminstandort in der Wasserstadt auch die Bürgerbüros in Kladow als auch dem Falkenhagener Feld zur Verfügung. Während für Kladow jeden Montag von 8 bis 12 und 13 bis 15 Uhr Termine unter anderem per Mail vereinbart werden können, ist dies beim Falkenhagener Feld für jeden zweiten Dienstag der geraden Kalenderwochen von 12 bis 16 Uhr möglich. Die Abholung der fertiggestellten Dokumente erfolgt jedoch weiterhin ausschließlich im Bürgeramt Rathaus Spandau.

Noch ist es verhältnismäßig leer in der neuen Stadtteilbibliothek in der Westerwaldstraße

Noch ist es verhältnismäßig leer in der neuen Stadtteilbibliothek in der Westerwaldstraße. Fotos (2): Patrick Rein

Neue Stadtteilbibliothek

Mittlerweile hat sich das neue Konzept der Bürgerämter und –büros etabliert und auch die dortigen Wartezeiten als auch bei der Terminvergabe deutlich verkürzt, wie die entsprechende Fachbereichsleiterin mitteilte. Dennoch hofft Hanke, dass durch das Bürgerbüro eventuell auch die Stadtteilbibliothek verstärkt in die Wahrnehmung des Stadtteils gerät. Denn noch hält sich der Besucherzustrom im neuen Gebäude in Grenzen während die hochfrequentierte Schulbibliothek in der Wilhelmstadt, welche auch als Stadtteilbibliothek genutzt wurde, auf Grund von Personalengpässen nur noch den Schülerinnen und Schülern zur Verfügung steht.

Neben der Bücherausleihe steht den Leserinnen und Lesern am neuen Standort der Stadtteilbibliothek in der Westerwaldstr. 9 auch Internet-Zugang und WLAN zur Verfügung. So kann in der Bibliothek kostenlos im Internet gesurft, recherchiert und gearbeitet werden, selbstverständlich auch mit dem eigenen Laptop.

Patrick Rein

Schüler helfen der Suppenküche

Carl-Friedrich-von-Siemens Oberschule spendet Einnahmen ihres Weihnachtsmarktes der Suppenküche Spandau.

Auch an den Schulen sind die finanziellen Mittel knapp. Während die Carl-Friedrich-von-Siemens Oberschule früher noch die gesamten Einnahmen ihres Weihnachtsmarktes an gemeinnützige Einrichtungen spenden konnte, wird mittlerweile ein Teil des Geldes selbst benötigt. Dennoch beschloss die Schulkonferenz auch dieses Jahr wieder zumindest einen Teilbetrag für gute Zwecke zur Verfügung zu stellen. Die Entscheidung fiel dabei auf die Suppenküche der St. Marien Gemeinde in der Flankenschanze.

Ein Teil der ehrenamtlichen Helfer der Suppenküche Spandau, die oftmals schon seit Jahren dabei sind.

Ein Teil der ehrenamtlichen Helfer der Suppenküche Spandau, die oftmals schon seit Jahren dabei sind.

Obdachlose, Rentner, Familien

Die Freude über den Scheck von 600,00 Euro war dementsprechend groß bei den Leitern der Suppenküche Bernadette Telgen und Hartmut Wisniewski. Montag, Mittwoch und Freitag von 12 bis 13.30 Uhr verpflegen sie zusammen mit ihren rund 25 ehrenamtlichen Helfern zwischen 60 und 90 Personen, die allesamt eine warme Mahlzeit benötigen. Im Gegensatz zu anderen Einrichtungen müssen sich die Bedürftigen hier auch nicht ausweisen. Das Publikum ist dadurch äußerst unterschiedlich: Vom Obdachlosen bis hin zu Rentnern, die ihr Leben lang gearbeitet haben, das Geld aber dennoch kaum ausreicht, bis hin zum Familienvater der mit seinen Kindern kommt.

Die Schüler brachten nicht nur Geld mit sondern schmierten auch Brote und halfen bei der Essensausgabe.

Die Schüler brachten nicht nur Geld mit sondern schmierten auch Brote und halfen bei der Essensausgabe.

Hilfe erwünscht

Die Schüler des Gymnasiums in Siemensstadt beließen es jedoch nicht nur bei der Scheckübergabe sondern unterstützten am Mittwoch beim Brote schmieren, Suppe kochen und der anschließenden Essensausgabe. Während einige Bäckereien wie Thoben und Rösler ebenso wie das nahegelegene Restaurant „Plancha“ der Suppenküche wenigstens ihre Brötchen zur Verfügung stellen, müssen Belag, Suppen, Kaffee und ähnliches gekauft werden. Kein Supermarkt war bisher bereit seine abgelaufene Ware der Gemeinde zu überlassen sondern entsorgt diese lieber im Müll.

Bernadette Telge (li.) und Hartmut Wisniewski (re.) sind auf Spenden wie der Carl-Friedrich-von-Siemens Oberschule dringend angewiesen.

Bernadette Telge (li.) und Hartmut Wisniewski (re.) sind auf Spenden wie der Carl-Friedrich-von-Siemens Oberschule dringend angewiesen. Fotos (3): Patrick Rein

15 Jahre Suppenküche

Doch bei der Suppenküche geht es nicht nur um die Verpflegung. Viele nutzen den Essenssaal auch als Ort des Austauschs. Die Gespräche mit den oftmals regelmäßig wiederkehrenden Menschen werden ebenso gesucht wie die Ernährung. Seit 15 Jahren existiert die Initiative der Marien-Gemeinde, welche sich ausschließlich über Spenden und Zuwendungen seitens der Kirche finanziert. Mit der großzügigen Spende der Oberschüler kann jetzt zumindest der Einkauf eines Monats gewährleistet werden. Auf den dringend benötigten mechanischen Dosenöffner muss die Suppenküche hingegen weiter warten.

Patrick Rein

Freizeit in Haselhorst sinnvoll gestalten

Sportstadtrat Gerhard Hanke eröffnete am Donnerstag Freizeit-Kleinspielfelder und übergab die Betreuung ans „Haveleck“.

Die Idee als auch die Planungen liefen schon länger um im ehemaligen Quartier an der Pulvermühle Kindern und Jugendlichen nach Schließung der Schulsportanlagen Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung zu bieten. Ende vergangenen Jahres konnten bereits im Bereich des Sportparks Haselhorst – finanziert über das Sportanlagensanierungsprogramm – zwei Nebenflächen sportfunktionell fertig gestellt werden.

Nutzer, Bezirksamt und "Betreiber" des Jugend- und Kulutrzentrums Haveleck vereint bei der offiziellen Eröffnung am Pulvermühlenweg in Haselhorst.

Nutzer, Bezirksamt und „Betreiber“ des Jugend- und Kulturzentrums Haveleck vereint bei der offiziellen Eröffnung am Pulvermühlenweg in Haselhorst.

Vereins- und Freizeitsport

Seitdem besteht insbesondere für Kinder und Jugendliche des Ortsteils die Möglichkeit, freizeitsportliche Aktivitäten auch neben dem Vereins- und Schulsport auf dem neu angelegten Gelände auszuüben. In Betrieb genommen wurden ein Freizeit-Kleinspielfeld mit Fußballtoren und zwei Street-Basketball-Felder sowie ein weiteres Kleinspielfeld für Streethockey und –soccer, welches eventuell auch für Bikes und Skater umfunktioniert wird. Beide Flächen sind gegen Vandalismus und unbefugtes Betreten umzäunt und sowohl von der Sportanlage als auch vom Pulvermühlenweg aus erreichbar. Der Fachbereich Sport hat zudem mit dem Fachdienst Jugend- und Familienförderung eine Vereinbarung getroffen, nach der die personelle Betreuung und Beaufsichtigung beider Flächen dem benachbarten Jugend- und Kulturzentrum „Haveleck“ übertragen worden ist.

Das Jugend- und Kulturzentrum in unmittelbarer Nähe der neuen Freizeitplätze.

Das Jugend- und Kulturzentrum Haveleck in unmittelbarer Nähe der neuen Freizeitplätze. Fotos (2): Patrick Rein

Mehrgenerationenplatz

Nach der langen witterungsbedingten Schließung der Felder erfolgte am Donnerstag die offizielle Übergabe durch Bezirksstadtrat Gerhard Hanke. Dabei äußerte dieser seine Vorstellung auch eine weiterhin vorhandene ungenutzte Fläche ebenfalls umzugestalten und so den Bedürfnissen älterer sowie behinderter Menschen gerecht zu werden. Gerade in diesem Ortsteil sei es notwendig, den Bürgerinnen und Bürgern Freizeitangebote zu schaffen. Daher entstand die Idee eines Mehrgenerationenplatzes, auf welchem auch Gesundheitssport durchgeführt werden könnte. Das ansässige Wohnungsbauunternehmen hatte „nach anfänglicher Unterstützung seine Bemühungen seit Jahren bereits eingestellt“, wie Achim Heidke vom Haveleck berichtete.

Verantwortungsbewusstsein stärken

Mit dem Kultur- und Jugendzentrum als örtlichem Betreuer der Anlage konnte ein wichtiger Partner gewonnen werden, wodurch die Verantwortung für Ordnung und Sauberkeit der Plätze in die Hände der Nutzer gelegt wurde. Dadurch soll auch der Gedanke einer organisierten Jugendarbeit verfolgt werden. Geöffnet sind die Plätze sowohl an den Werktagen als auch am Wochenende und können auch von den anliegenden Schulen genutzt werden.

Patrick Rein

Auch Nachts ist in Spandau was los

Am 4. Mai findet nicht nur in Spandau die 3. Lange Nacht der Familie statt.

Gleich vier Angebote werden im Bezirk am morgigen Samstag für Unterhaltung bis in die späten Abendstunden sorgen. Bürgermeister Helmut Kleebank wird als Schirmherr der 3. Langen Nacht der Familie in Spandau die Veranstaltung im Kulturzentrum Gemischtes in Staaken eröffnen. Kleebank erläutert: „Es gibt in dieser Nacht einiges zu entdecken und zu erkunden, so dass sich unternehmungslustige Familien von den vielfältigen Angeboten inspirieren lassen können.“

Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank ist Schirmherr der 3. Langen Nacht der Familien.

Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank ist Schirmherr der 3. Langen Nacht der Familien.

Veranstaltungsübersicht

Folgendes Programm wird dabei speziell für Familien mit Kindern bis 14 Jahren zwischen 17 Uhr und 23 Uhr angeboten:

Kulturzentrum Gemischtes (Eröffnungsveranstaltung), Sandstr. 41, 13593 Berlin

„Kinder spielen für Kinder – Tanz, Trommeln und Popmusik“ von 17 bis 19 Uhr

Im Anschluss daran wird es einen persönlichen Begleitdienst für Familien zu den anderen Spandauer Veranstaltungsorten geben.

Militärhistorisches Museum der Bundeswehr, Towergebäude, Am Flugplatz Gatow 33, 14089 Berlin

„Nacht und Luftbrücke“ von 18 bis 22 Uhr

Jugend- und Familienberatungsstelle Kladow, Parnemannweg 22, 14089 Berlin

„Karibische Nacht“ von 18 bis 23 Uhr

Waldschule Spandau, Niederneuendorfer Allee 81, 13587 Berlin

„Frühlingsnachtlied und Moorgeruch“ von 20 bis 22:15 Uhr

Weitergehende Informationen zu den Veranstaltungen in Spandau erhalten Interessierte unter http://www.familiennacht.de/programm/.

Die Auftaktveranstaltung findet im Sandweg im Kulturzentrum Gemischtes in Staaken statt.

Die Auftaktveranstaltung findet im Sandweg im Kulturzentrum Gemischtes in Staaken statt. Fotos (2): Patrick Rein

AbenteuerPark Potsdam feiert

Wer die Bezirksgrenzen an diesem Tag jedoch ein Mal verlassen möchte, kann die Lange Nacht der Familien auch in Potsdam verbringen. Denn am Samstag den 04.05.2013 ist Gruseln angesagt! Zum außergewöhnlichen „Nachtklettern“ lädt der AbenteuerPark Potsdam alle großen und kleinen Monster im Rahmen der 3. Langen Nacht der Familie zu sich ein! Neben schaurigen Gruselgeschichten im Riesen-Tipi, spannenden illuminierten Spielen am Boden und leckerem Stockbrot-Essen am knisternden Lagerfeuer bietet das Gruselnacht-Pauschalpaket allen begeisterten Kletterfans 1,5 Stunden puren Kletterspaß bei Nacht (19-23 Uhr). Die passende Stärkung darf da natürlich nicht fehlen: Ein knuspriges Grillwürstchen mit Spuk-Sprudel-Getränk. Der Komplettpreis für die freie Nutzung aller Angebote beträgt für Kinder 18 Euro und für Erwachsene 22 Euro.

Weitere Informationen finden Interessierte ebenfalls hier im Internet unter  www.abenteuerpark.de/blog

Patrick Rein

Nachbarschaftszentrum bald mit Cafe

Im Paul-Schneider-Haus in der Spandauer Neustadt eröffnet in zwei Wochen das Nachbarschaftscafe.

Der erste Bauabschnitt des traditionsreichen Paul-Schneider-Hauses in der Schönwalder Straße ist endlich abgeschlossen. Mit neuen Ideen und Vorstellungen geht Mathias Wohlfahrt, Pfarrer der Luthergemeinde, seit zwei Jahren ans Werk um den stetig sinkenden Kirchenmitgliedszahlen entgegenzuwirken. Dem folgend eröffnet nun in zwei Wochen direkt vorne am Eingang ein neues Cafe, welches nicht nur die Gemeindemitglieder ansprechen soll.

Inge Clausert, Vorsitzende des Gemeindekirchenrates, Mathias Wohlfahrt, Pfarrer der Luther-Gemeinde, und Ulrike Herrmann, Leiterin des Quartiersmanagements Neustadt.

Inge Clausert, Vorsitzende des Gemeindekirchenrates, Mathias Wohlfahrt, Pfarrer der Luther-Gemeinde, und Ulrike Herrmann, Leiterin des Quartiersmanagements Neustadt (v. li.).

Zentrum der Neustadt

Und nicht nur die Gemeinde sieht im Cafe als auch dem gesamten Paul-Schneider-Haus großes Potenzial um sich nicht nur als Nachbarschaftszentrum sondern sogar Mittelpunkt der gesamten Spandauer Neustadt zu profilieren. So fand auch Ulrike Herrmann, Leiterin des entsprechenden Quartiersmanagements, ausschließlich lobende Worte  und würdigte das „das Zentrum der Neustadt als ein offenes Haus“. Dritter im Bunde ist der Betreiber des am 14. Mai um 15 Uhr eröffnenden Cafes: der Spandau-Neustadt e.V.

Alle fürs Cafe: Mitglieder von Gemeinde, Spandauer neustadt e.V. und Quartiersmanagement.

Alle fürs Cafe: Mitglieder von Gemeinde, Spandau Neustadt e.V. und Quartiersmanagement.

Kein Konkurrenzunternehmen

Alle Beteiligten betonten jedoch, dass mit dem Cafe keine Konkurrenz zu Gewerbetreibenden geschaffen werden soll. Demnach werden auch nur Speisen im kleinen Umfang angeboten und ausschließlich Dinge, die bisher in der Umgebung nicht zu finden sind – wie beispielsweise Suppen, Bockwurst und ähnliches. Darüber hinaus sollen natürlich auch Kaffee-Variationen sowie Kuchen und Eis auf der kleinen Karte zu finden sein. Es soll ein Ort der Zusammenkunft und des interkulturellen Austausches werden, zudem auch die Terrasse zur Schönwalder hin einlädt.

Das Paul-Schneider-Haus als Nachbarschaftszentrum und Mittelpunkt der gesamten Neustadt,

Das Paul-Schneider-Haus als Nachbarschaftszentrum und Mittelpunkt der gesamten Neustadt. Fotos (3): Patrick Rein

Zweiter Bauabschnitt: Großer Saal

Der Spandau Neustadt e.V. begibt sich mit dem Cafe auf neues Terrain, ist aber ebenso wie der Gemeindekirchenrat als Bauträger sowie dem Quartiersmanagement zuversichtlich mit dem neuen Angebot auf Interesse im Sanierungsgebiet zu stoßen. Das Projekt ist vorerst für eine Laufzeit von einem halben Jahr mit Option der unbefristeten Verlängerung vorgesehen. Im zweiten Bauabschnitt wird nun auch der große Saal des seit 1961 bestehenden Paul-Schneider-Hauses instandgesetzt und soll dann noch vermehrt auch für private Vermietungen sowie bisher von Einrichtungen als auch Vereinen genutzt werden.

Nach seiner offiziellen Eröffnung am Dienstag, den 14. Mai, soll das Cafe dann Dienstag, Donnerstag und Freitag von 12 bis 18 Uhr sowie Sonntag von 15 bis 18 Uhr geöffnet sein.

Patrick Rein

Insolvenzen, sparen, informieren – alles rund um die Energie

Beim dritten Energiespar-Tag in den Spandau Arcaden informierten unter anderem Vattenfall, Gasag, Berliner Mieterverein und die Klimawerkstatt.

Seit einigen Wochen schockt die Insolvenz des Energiekonzerns TelDaFax Energy die Verbraucher. Auf Grund der hohen Gläubigerzahlen scheint eine Erstattung der oftmals geleisteten Vorauszahlungen eher unwahrscheinlich. Auch Spandaus Baustadtrat Carsten Röding bekannte sich gestern im Rahmen des 3. Spandauer Energiespar-Tages in den Arcaden zur Gruppe der Geschädigten zu gehören.

Thomas Bünger von Vattenfall (re.) gab Hinweise zum richtigen Verfahren für TelDaFax Geschädigte.

Thomas Bünger von Vattenfall (re.) gab Hinweise zum richtigen Verfahren für TelDaFax Geschädigte.

Kündigung erforderlich

„Trotz des eingeleiteten Insolvenzverfahrens müssen die Kunden ihre bestehenden Verträge kündigen“, erklärte Thomas Bünger, Leiter der Kundenbetreuung Nord von Vattenfall. Kein Verbraucher muss jedoch fürchten ohne Strom dazustehen, im Falle einer Liefereinstellung springt der örtliche Hauptanbieter  – in Berlin Vattenfall – mit einer Grundversorgung ein. Informationen über TelDaFax vom Insolvenz-verwalter finden Interessierte hier. Bünger hingegen gab auch bekannt, dass die Umstellung auf Fernwärme in Spandau von 58 Millionen Euro zügig voranschreitet.

Anschaulich wurde über alles aus dem Bereich Energie informiert.

Anschaulich wurde über alles aus dem Bereich Energie informiert.

Klimawerkstatt eröffnet Laden

In den Arcaden präsentierte sich auch die im letzten Jahr gegründete Spandauer Klimawerkstatt, welche sich mit Veranstaltungen als auch persönlichen Beratungen zur effizienten Energienutzung bereits etabliert hat. In diesem Zusammenhang soll noch in diesem Jahr ein eigener Laden in der Mönchstraße 8 eröffnen. Und für die anstehende „Woche der Sonne“ bietet die Klimawerkstatt noch ein besonderes Highlight: Am Donnerstag, 2. Mai, können Interessierte um 18 Uhr zusammen mit Stadtrat Carsten Röding den Rathausturm besteigen und erfahren dabei alles Wissenswerte über die umliegenden Solaranlagen. Eine telefonische Anmeldung unter 90279-3031 oder per Mail an info@klimawerkstatt-spandau.de ist erforderlich.

Wenn auch kleiner als im letzten Jahr nutzten Spandauerinnen und Spandauer den Energiespar-Tag in den Arcaden.

Wenn auch kleiner als im letzten Jahr nutzten Spandauerinnen und Spandauer den Energiespar-Tag in den Arcaden. Fotos (3): Patrick Rein

Früher aber kleiner

Generell fiel der diesjährige Energiespar-Tag kleiner als der letztjährige aus. Auf Nachfrage der Kreditinstitute wurde der Termin vorverlegt, doch gerade deren Beteiligung blieb aus. Zudem musste ein Spandauer Unternehmen kurzfristig seine Teilnahme absagen, da es aus mangelnder Zahlungsmoral von Großkunden Konkurs anmelden muss. Ein weiteres Unternehmen erschien trotz Anmeldung nicht. Dennoch ist Björn Martin, Leiter der Wirtschaftsförderung im Bezirksamt, optimistisch den nächsten Energiespar-Tag wieder im größeren Rahmen und über zwei Etagen durchführen zu können.

Patrick Rein

Senioren Centrum schließt Ende Juli

„Vitanas kündigt vorsorglich Mietvertrag für die Spandauer Einrichtung ´Birkenhof` wegen nicht mehr verantwortbarer baulicher Zustände“ ließ der Betreiber der Staakener Pflegeeinrichtung verlauten.

Eine böse Überraschung ist die angekündigte Schließung der Pflegeeinrichtung in der Spandauer Straße – vor allem für die dort lebenden etwa 100 pflegebedürftigen alten Menschen sowie für das haupt- und ehrenamtliche Personal. Die Schuld dafür liegt laut Vitanas ausschließlich beim Vermieter, dem Corpus Sireo Immobilienfonds. Seit zwei Jahren habe dieser versäumt, dringend erforderliche Sanierungsarbeiten durchzuführen. Beispielsweise kann durch das veraltete Rohrleitungssystem die Trinkwasserqualität im Haus nicht mehr gewährleistet werden. „Der Vorgang wirft allerdings eine Reihe von Fragen auf“, sagt Jürgen Vogt, Spandauer Bezirksstadtrat für Soziales und Gesundheit, und nimmt empört Stellung: „Warum ist Vitanas nicht früher in einen Dialog mit dem Bezirk und der Senatsverwaltung eingetreten? Warum erfolgt die Kündigung derartig kurzfristig? Werden hier geschäftliche Interessen auf dem Rücken pflegebedürftiger Seniorinnen und Senioren ausgetragen?“

Während das Gebäude in der Spandauer Straße von außen einen guten Eindruck macht, sollen Rohrsystem und Brandschutz nicht den Maßstab erfüllen.

Während das Gebäude in der Spandauer Straße von außen einen guten Eindruck macht, sollen Rohrsystem und Brandschutz nicht den Maßstab erfüllen. Foto: Patrick Rein

Unzumutbar für Bewohner und Beschäftigte

Der Bezirksstadtrat sieht großen Klärungsbedarf: „Ich weiß, was ein erzwungener Umzug für einen alten Menschen bedeutet, auch wenn Vitanas für alles zu sorgen verspricht. Die Unruhe unter Bewohnerschaft und Beschäftigten kann ich sehr gut nachvollziehen, sie hat gerade erst begonnen.“ Der Bezirksstadtrat hat sofort Hilfe für die betroffenen Menschen angeboten. Es bleibt abzuwarten, ob Vitanas davon Gebrauch macht. Unterstützung bekommt Vogt auch von seinem Parteikollegen und Bundestagsabgeordneten Kai Wegner, der sich ebenfalls mit der Schließung  nicht zufrieden geben möchte und ankündigte, zeitnah Gespräche sowohl mit dem Betreiber als auch mit dem Eigentümer zu führen.

Hilfreiche Kontakte

Dabei soll nach den Vorstellungen Wegners auch der zuständige Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) helfen. Bereits bei der Einsparung durch den Senat des Mobilitätsdienstes des Förderervereins Heerstraße Nord konnte der Kontakt Wegeners helfen. Der Bundestagsabgeordnete und Vorsitzender der CDU Spandau erklärt: „Die Entscheidung des Pflegeheimbetreibers Vitanas, das Seniorencentrum Birkenhof zeitnah zu schließen, halte ich für völlig inakzeptabel. Unter dieser Entscheidung leiden insbesondere die Bewohnerinnen und Bewohner, die in den allermeisten Fällen im Birkenhof eine Heimat gefunden haben. Ihnen jetzt durch einen Umzug auch ihr vertrautes Umfeld zu nehmen, ist nicht hinnehmbar. Diese Entscheidung hat aber auch negative Auswirkungen auf die vielen sehr engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Seniorencentrum Birkenhof. Ich fordere die Geschäftsführung von Vitanas auf, ihre Entscheidung zurückzunehmen, um in Ruhe und ohne Zeitdruck erneute Gespräche mit dem Eigentümer aufzunehmen. In diesem Falle stünde ich unterstützend zur Verfügung. Ich werde auch Gesundheitssenator Mario Czaja bitten, sich in diesen Prozess mit einzuschalten. Am Ende muss es gelingen, das Seniorencentrum Birkenhof zu erhalten!“

Patrick Rein