Stadtweiter Großeinsatz zur Verkehrsunfallbekämpfung

Am 16. April kommt es im gesamten Stadtgebiet unter dem Motto „24 Stunden konsequent gegen Schnellfahrer, 24 Stunden konsequent Leben retten“ zur größten Blitzeraktion.

Nicht angepasste und überhöhte Fahrgeschwindigkeiten waren im vergangenen Jahr im Berliner Straßenverkehr in 3.480 Fällen Hauptursache für Verkehrsunfälle. Dies bedeutet eine Zunahme von fast 15 Prozent gegenüber dem Jahr 2011. Keine andere Unfallursache hatte auch nur annähernd eine vergleichbare Steigerung zu verzeichnen. Bei mehr als jedem Dritten dieser Unfälle wurde ein Mensch verletzt – sechs verunglückten sogar tödlich.

Nicht nur an Schulen können Geschwindigkeitsbeschränkungen Leben retten.

Nicht nur an Schulen können Geschwindigkeitsbeschränkungen Leben retten. Foto: Patrick Rein

Geschwindigkeit ist gefährlich

Mit zunehmender Geschwindigkeit wird nicht nur der Anhalteweg deutlich länger, auch die Wucht des Aufpralls im Falle eines Zusammenstoßes verstärkt sich. Bereits wenige km/h zu viel können insbesondere für die schwächsten Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger und Radfahrer den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten. Beispielsweise kann eine Geschwindigkeitsüberschreitung von nur 20 km/h in einer Tempo-30-Zone vor einer Schule oder in einem Wohngebiet für ein Kind tödlich sein, wenn es 15 Meter vor einem fahrenden Fahrzeug plötzlich auf die Fahrbahn läuft. Während der Fahrer bei vorschriftsmäßigen 30 km/h noch knapp vor dem Kind zum Stehen kommen kann, würde er bei 50 km/h das Kind voraussichtlich völlig ungebremst mit voller Wucht erfassen. Während bei einem Aufprall mit 50 km/h ca. 60% der Fußgänger überleben, sterben bei 70 km/h ca. 95%.

Allein 13 Kontrollpunkte der Polizei Berlin werden am Dienstag in Spandau eingerichtet.

Allein 13 Kontrollpunkte der Polizei Berlin werden am Dienstag in Spandau eingerichtet.

Großaktion am Dienstag

Vor diesem Hintergrund wird die Polizei Berlin am Dienstag, dem 16. April 2013, über einen Zeitraum von 24 Stunden ihre Geschwindigkeitsüberwachungsmaßnahmen in einem Maße intensivieren, wie es bisher noch nicht der Fall gewesen ist. Allein in Spandau werden 13 Kontrollpunkte eingerichtet. Ziel ist es, die Hauptunfallursache „Geschwindigkeit“ schon zum Jahresanfang verstärkt in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken und Fahrzeugführern im Rahmen von Kontrollaktionen das hohe Gefahrenpotential überhöhter Geschwindigkeiten zu verdeutlichen.

Aufklärung statt „Abzocke“

Dennoch möchte die Polizei dem typischen Vorwurf der „Abzocke“ durch besonders transparente Öffentlichkeitsarbeit begegnen. In diesem Sinne wird die Schwerpunktaktion nicht nur im Vorfeld offensiv angekündigt, sondern darüber hinaus sämtliche vorausgeplanten Kontrollorte veröffentlicht. Insgesamt werden an diesem Tag und in der Nacht weit mehr als 200 ständig wechselnde Radar- und Laserkontrollorte eingerichtet werden. Zusätzlich sind alle 21 Videofahrzeuge im Stadtgebiet und auf allen Autobahnstrecken unterwegs. Ein Großteil der Einsätze wird mit dem sofortigen Anhalten von Schnellfahrern verbunden sein, um in verkehrsaufklärerischen Gesprächen möglichst unmittelbar auf die Betroffenen zur Sensibilisierung einzuwirken. Auch im Land Brandenburg werden an diesem Tag die polizeilichen Maßnahmen zur Geschwindigkeitsüberwachung intensiviert. Im Rahmen der länderübergreifenden Zusammenarbeit wurden gemeinsame Kontrollstrecken im Bereich der Landesgrenze abgestimmt.

Zur Liste aller Kontrollorte

Patrick Rein


Zu finden unter: Auto & VerkehrFeaturedNewsStadt

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