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Respekt e.V. hilft bei der Anerkennung ausländischer Qualifikationen

Hochqualifiziert, aber arbeitslos …

Elvira Yevtushenko: Mit Leidenschaft für die Integration (Foto: Ralf Salecker)

Elvira Yevtushenko: Mit Leidenschaft für die Integration (Foto: Ralf Salecker)

Spandau ist ein Bezirk, dessen Bevölkerung stetig zunimmt. Viele der hinzuziehenden Migranten sind hochqualifiziert, haben aber keine Chance auf eine entsprechende Arbeit, weil ihre Qualifikation in Deutschland nicht anerkannt ist. Ohne die Anerkennung der Qualifikation bekommt fast niemand einen Job – und das in einer Zeit, in der ständig über den Fachkräftemangel gestöhnt wird. Nicht selten blieb Akademikern einzig ein Putz- oder Taxijob, um sich über Wasser halten zu können.

Mit dem Anerkennungsgesetz ändert sich etwas

Seit dem 1. April existiert ein Gesetz, welches das Anerkennungsverfahren regelt. Früher war es üblich, eine unbegründete Antwort zu erhalten. Nun verpflichtet das Gesetz die antwortende Behörde, innerhalb von drei Monaten eine aussagekräftige Antwort zu erteilen.

Dieses Gesetz bedeutet keine automatische Anerkennung, wie viele es sich möglicherweise erhofft haben. Es garantiert einzig die Antwort in überschaubarer Zeit. Im Falle einer Anerkennung wird mit dem Bescheid die Gleichstellung mit entsprechenden deutschen Berufsabschlüssen festgestellt. Vor allem eine Antwort, aus der nachvollziehbar hervorgeht, warum z.B. eine Ablehnung erfolgte. Mit der Begründung soll ein Weg aufgezeichnet werden, der die zu überwindenden Hürden beschreibt. In der Absicht ist es durchaus lösungsorientiert.

Respekt e.V.

In Spandau entstand vor einem Jahr, u.a. mit Unterstützung des Quartiersmanagements im Falkenhagener Feld, die Beratungsstelle des Respekt e.V. im Klubhaus in der Westerwaldstraße 13. Jeden Mittwoch von 15 bis 19 Uhr ist er dort Ansprechpartner für Fragen zur Anerkennung von ausländischen Qualifikationen.

Eine Anmeldung unter der Telefonnummer 29031125 ist in jedem Fall empfehlenswert, gerade dann, wenn sprachliche Hürden zu erwarten sind. Rechtzeitig informiert, kann dann ein Sprachkundiger hinzugezogen werden. Nahm man anfangs an, es würden nur Spätaussiedler in die Beratung kommen, stellte sich schnell heraus, dass erheblich mehr Nationalitäten vertreten sind.

Schwerpunkt der Tätigkeit des Vereins ist die Vermittlung der deutschen Sprache oder die Nachqualifizierung, Weiterbildung und Ausbildung.

Frau Kwiatkowski von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung betonte, dass die Verringerung der Armut vor allem über den Weg der Qualifizierung und dem Einstieg in den Beruf erfolgen kann.

Frau Elvira Yevtushenko von Respekt e. V. erklärt, wie wichtig es ist, „angstfrei“ in die Beratung gehen zu können. Gerade weil der Verein keine große und anonyme Institution ist, kann er sich auf einer viel persönlicheren Ebene mit seinen Klienten auseinandersetzen, als es z.B. dem Jobcenter möglich ist, mit dem man gut zusammenarbeitet.

Selbst Quereinsteigern wird ein möglicher neuer Weg aufgezeichnet. Ziel ist immer die Vermittlung in Arbeit. Ohne Zeitdruck kann individuell auf die Bedürfnisse der Ratsuchenden eingegangen werden. Nicht immer gelingt die gewünschte Anerkennung des gelernten Berufs. Dann versucht man einen Weg einzuschlagen, der die vorhandenen Fertigkeiten nutzt und den Einstieg in einen vergleichbaren – oft geringer qualifizierten – Beruf ermöglicht.

Nur mit dem ausgeprägten Willen der Ratsuchenden, einen manchmal langen und komplizierten Weg auf sich zu nehmen, ist das Ziel erreichbar. Respekt e.V. begleitet und motiviert dabei.

 

Ralf Salecker