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Gemeinsam gegen die Armut

Wie groß ist die Spanne zwischen Arm und Reich wirklich?

Armut - Reichtum - GesellschaftDer Bundestagsabgeordnete Swen Schulz lädt zu einer Diskussionsrunde ein. Thema ist der Armuts- und Reichtumsbericht und die politischen Konse- quenzen. Zusammen soll diskutiert werden, wie man die soziale Spaltung der Gesellschaft über- winden kann und die Armut wirksam bekämpfen kann.

Die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Elke Ferner unterstützt dieses durchaus diskutable Thema als prominenter Gast.

Swen Schulz äußerte sich im voraus wie folgt:

„Der aktuelle Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung lässt auf sich warten. Vorausgegangen war der Versuch den Bericht zu „glätten“, um so Probleme zu beschönigen anstatt sie zu bekämpfen. Damit wird der Armuts- und Reichtumsbericht zu Makulatur.“

Was ist also zu tun um die Armut zu besiegen? Wollen sie ihre Meinung würdevoll vertreten und gemeinsam gegen Armut kämpfen? Dann sind Sie herzlich eingeladen mit zu diskutieren.

Wann und wo?

Am Dienstag, den 19.03.2013
um 19.00 Uhr
im Kulturhaus Spandau
Mauerstraße 6
13597 Spandau

Nicht nur in Spandau gilt: Arme Eltern – Kranke Kinder


Gesundes Aufwachsen verhindert Kranksein im Erwachsenenalter!

Der ehemalige britische Botschafter Sir Peter Torry bei einem Vergleich mit dem britischen Gesundheuitssystem (Foto: Ralf Salecker)

Der ehemalige britische Botschafter Sir Peter Torry bei einem Vergleich mit dem britischen Gesundheuitssystem (Foto: Ralf Salecker)

Weltweit weisen viele Studien, einen Zusammenhang von Armut und schlechtem Gesundheitszustand bei Kindern und Jugendlichen nach. Das „Netzwerk Präventionsmedizin und Gesundheitsförderung im Kindes- und Jugendalter“, kurz KiJu Fit, widmet sich in Spandau diesem Problemfeld. Das Falkenhagener Feld, mit seinen rund 38.000 Einwohnern, wird dabei besonders in Augenschein genommen.

Kinder und Jugendliche werden schon in sehr jungen Jahren geprägt. Weichen, die man jetzt stellt, führen auf einen Weg, der später, in höherem Alter, nur sehr schwer zu korrigieren ist. Investitionen in frühzeitige Prävention sind also nicht nur wirtschaftlich ökonomischer, sondern der gesundheitlichen Entwicklung unmittelbar und nachhaltig förderlich.

Carsten Röding brachte dies auf den Punkt, indem er „gesunde Kieze“ als wichtiges Ziel ansprach. Die Veränderung der sozialen Struktur in einigen Problemgebieten Berlins ist mehr als augenfällig. Langzeitarbeitslosigkeit, Migrationshintergrund und Armut sind eng miteinander verwoben. Verdrängt aus der Berliner Mitte, findet ein steter Zuzug ärmerer Bevölkerungsschichten nach Spandau statt.

Fettleibigkeit als Symptom

Immer häufiger auftretende Krankheitsbilder, wie z. B. Adipositas, also Fettleibigkeit, sind äußere Zeichen des Zusammenhanges von schwierigen ökonomischen Verhältnissen und gesundheitlichen Problemen. Ein vergleichender Blick ins ökonomisch besser gestellte Zehlendorf, zeigt, dass dort vergleichbare Probleme kaum existieren. Prof. Dr. med. Frank Jochum, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Evangelischen Waldkrankenhaus Spandau, bringt die notwendige Handlungsweise für die Zukunft folgendermaßen auf den Punkt: „Wir wollen nicht die Erkrankungen behandeln, sondern aktiv dazu beitragen, dass sie gar nicht erst entstehen.“

In der ersten Projektphase von „KiJu Fit“ fand eine umfassende Bestandsaufnahme des Falkenhagener Feldes statt. Eine Erkenntnis dabei mag erst einmal überraschen. Beobachter in den Institutionen, wie auch die Betroffenen selbst kommen, unabhängig voneinander, zu einem vergleichbaren Ergebnis.

Besonders augenfällige Probleme sind: „Ernährung, Bewegung und Körpergewicht, Sucht besonders im Zusammenhang mit Medienkonsum und Substanzmissbrauch, Verhaltensauffälligkeiten inklusive Mobbing, sowie die Sprachentwicklung“. Weniger ein Ergebnis der Eigenbeobachtung ist die Feststellung, dass etwa ein Fünftel der Kinder und Jugendlichen schlecht versorgte Zähne aufweisen.

Es besteht ein großer Bedarf an präventiven Maßnahmen

Vor allem Sport- und Jugendangebote für Jugendliche, sowie Angebote der Sprachförderung für Kita- und Grundschulkinder gibt es, diese sind jedoch nicht ausreichend. Ausgesprochen lückenhaft sind Hilfestellungen im Bereich Suchtprophylaxe und Verhaltensstörungen für Jugendliche. Beratende Angebote zur Gesundheit, im Gegensatz zu Vorsorgeuntersuchungen werden wenig gekannt oder vermisst.

Die zweite, nun anschließende Projektphase widmet sich den erkannten Problemen und versucht durch eine bessere Vernetzung aller Akteure vor Ort und durch Schaffung passender Angebote, den Problemen im Falkenhagener Feld Herr zu werden.

Ralf Salecker