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Wie seniorengerecht ist der Öffentliche Personennahverkehr in Berlin

Diskussion in einer Senioreneinrichtung in Spandau

Wie seniorengerecht ist der Öffentliche Personennahverkehr in Berlin (Foto: Ralf Salecker)

Wie seniorengerecht ist der Öffentliche Personennahverkehr in Berlin (Foto: Ralf Salecker)

Im Dr. Hermann-Kantorowicz-Haus in der Spandauer Neustadt kamen Senioren und Fachleute der BVG und des Senates zusammen, um sich darüber auszutauschen, wie seniorengerecht die BVG ist. Der Bundestagsabgeordnete Sven Schulz moderierte.

Der Blick für Notwendigkeiten wandelt sich

Früher war alles anders, für Menschen mit Handycap war es eindeutig schlechter. So soll der ehemalige BVG-Chef Piefke einmal gesagt haben, um solche Menschen muss die BVG sich nicht kümmern, schließlich gäbe es ja den Telebus. Eine solche Aussage wäre heute nicht mehr denkbar. Die Teilhabe an alltäglichen Leben bedeutet auch eine möglichst uneingeschränkte Beweglichkeit, soweit sie technisch machbar ist. Der Blick auf Notwendigkeiten verändert sich also ständig.

Mit Hürden umgehen lernen

Wer jung und gesund ist, macht sich selten Gedanken darüber, dass es für andere schwierig sein kann, die öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen. Der Versuch, die räumliche Gestaltung der Busse immer mehr zu optimieren, bedeutet oft, das letzte Quäntchen Platz für einen weiteren Sitz herauszuschinden. So gibt es Busse, die im hinteren Bereich hohe Stufen aufweisen, die für Menschen, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, nur sehr schwer zu überwindende Hindernisse darstellen. Nutzer von Rollatoren und Rollstühlen haben erst recht keine Chance. Weil es nicht immer einfach ist, bietet die BVG ein 90minütiges Mobilitätstraining in Bus und Bahn für Fahrgäste mit Behinderungen an.

Busse neigen sich weiterhin automatisch

Vor einiger Zeit wurde die Überlegung der BVG öffentlich, das automatische Absenken der Busse an Haltestellen, das Kneeling, abzuschaffen. Zukünftig solle nur noch ein sogenanntes fahrgastbezogenes Bedarfs-Kneeling erfolgen. Ein Fahrgast muss seinen Wunsch, einsteigen zu wollen, per Knopfdruck auf die blaue „Komforttaste“ signalisieren. Man stelle sich einmal vor, dies würde für alle BVG-Benutzer der Normalfall. Der Verkehrsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses machte deutlich, dass an der bisherigen Vorgehensweise, im Sinne der Fahrgäste, nichts geändert werden soll. Wie üblich waren wirtschaftliche Erwägungen der BVG Vater des Gedanken. Deutlich über eine Million an Dieselkosten ließen so einsparen. Eine Menge Geld. Die Frage stellt sich, ob das einzusparende Angebot nur ein netter Komfort ist, oder zum grundsätzlichen Gebot der Barrierefreiheit gehört. Neben Berlin gibt es das automatische Absenken der Busse nur noch in Bremen. Der Fraktionsvorsitzende der SPD, Raed Saleh, betonte zu Beginn der Diskussion, dass am alten System des kneeling festgehalten würde.

Fahrstuhlprobleme

Spandaus U-Bahnen bedeuten für Menschen, die mit einem Rolly unterwegs sind, oft eine Endstation. Zu viele Stationen sind noch nicht mit Fahrstühlen ausgestattet. Wenn welche da sind, funktionieren sie nicht. So ist die Erfahrung einiger der anwesenden Senioren. Die beiden Vertreter der BVG versicherten, dass spätestens innerhalb von vier Stunden ein defekter Fahrstuhl repariert sei. Grund für diesen schnellen Service ist ein automatisches Meldesystem, welches Defekte sofort an eine Zentrale weiterleitet. Entwickelt wurde dieses System einst von der S-Bahn, die es aber nicht einsetzt. Einige Bahnhöfe hätten schon längst mit Fahrstühlen ausgestattet sein. Andere Bahnhöfe waren wichtiger, weil die BVG in den entsprechenden Spandauer Bahnhöfen ein zu geringes Fahrgästeaufkommen verzeichnet hätte. Nun heißt es, bis spätestens 2020 soll der letzte barrierefrei sein.

Kritik von den Senioren gab es bezüglich der beiden Buslinien 136 und 236, die in Stoßzeiten völlig überfüllt sind. Diese nicht neue Kritik hatte die BVG vor kurzen schon einmal zurückgewiesen. Es wäre alles im grünen Bereich. Wenn aber drei Busse nicht nutzbar sind, weil sie völlig überfüllt keine Fahrgäste mehr aufnehmen können, dann scheint an der tagtäglichen Erfahrung doch etwas dran zu sein.

In einem Punkt waren sich die Senioren alle einig, die vielgeschmähten Berliner BVG-Fahrer sind in der Regel erheblich besser als ihr Ruf. Meist sind diese ausgesprochen hilfreich.  Sehr schnell sind sie zur Stelle, um einem Rolly-Fahrer beim Ein- und Aussteigen zu helfen.

 

Ralf Salecker

Bahn AG möchte den Zug der Erinnerung gerne vergessen

Wenn einer doppelt verdienen möchte …

Johanna M. und Willi S. bekamen extra Schulfrei um zum Auftakt der Ausstellung zu spielen (Foto: Ralf Salecker)

Johanna M. und Willi S. bekamen extra Schulfrei um zum Auftakt der Ausstellung zu spielen (Foto: Ralf Salecker)

Ist es unmoralisch, wenn ein Rechtsnachfolger einer Institution zwar das Vermögen einsteckt, für die Art, wie das Geld verdient wurde, aber keine Verantwortung übernehmen möchte? Die Bahn AG lehnt eine Entschädigung der überlebenden Opfer ab. Als Verhöhnung der Opfer wurde es empfunden, als es ein Angebot von 25 Euro gab, die auch noch über mehrere Jahre gestreckt ausgezahlt werden sollten. Die Deutsche Bahn AG ist Rechtsnachfolger der Reichsbahn. Damit hat sie nach Auffassung vieler Menschen auch eine Verantwortung zu tragen, wenigstens eine moralische.

Die Reichsbahn verdiente unzählige Millionen durch den Transport von Menschen in Konzentrationslager. Drei Millionen Menschen wurden so in den Tod transportiert. Man schätzt, dass die Reichsbahn nach heutiger Währung rund 445 Millionen Euro verdiente. Mitarbeiter der Bahn machten den grausamen Vorgang durch ihre logistischen Planungen erst möglich. Wie Vieh wurden die Opfer in Waggons gepfercht. Das geschah am helllichten Tag, auf regulären Bahnsteigen, unter den Augen anderer Bahnreisender.

Zug der Erinnerung in Spandau

Am Montag fuhr ein ungewöhnlicher Zug in den Bahnhof Spandau ein. Der Zug der Erinnerung fährt in Gedenken an die Deportationen aus dem Polizeilichen Judendurchgangslager Westerbork/Niederlande nach Sobibór durch Deutschland.

1943 wurden insgesamt 25 Transporte – davon 17 nach Sobibór – durchgeführt. Allein in den beiden Transporten vom 1. Juni und vom 8. Juni waren 1740 Kinder und Jugendlichen – darunter 11 Berliner/innen – in den geschlossen Wagen der Reichsbahn. Jules Schelvis, Überlebender des Transports vom 01. Juni 1943, erinnert sich, dass er während des einzigen Aufenthalts des Deportationszuges nach ca. 40 Stunden Fahrt durch die Ritzen das Bahnhofsschild „Spandau“ (Berlin) erkennen konnte und nach weiteren ca. 32 Stunden Fahrt in Sobibór ankam. Viele Deportierte wurden noch am Ankunftstag erschossen oder durch Gas ermordet.

Bestandteil des Gedenkens ist auch der Aufstand der Sobibór-Häftlinge im Oktober 1943, bei dem Gefangenen die Flucht gelang und der zur Schließung des Vernichtungslagers führte.

Nur wenige Menschen besuchten die Ausstellung im Zug, die durch die Beschreibung von Einzelschicksalen einen bedrückenden Zugang zur Vergangenheit ermöglicht. Täter wie Opfer „kommen zu Wort“. Es sind keine abstrakten Nummern  mehr. Eine Postkarte aus dem Todeszug, ein Film aus Kindertagen, das Interview mit einem Täter lässt die Schicksale begerifbar werden.

Nur eine Handvoll Mitglieder der Spandauer BVV, wie z.B. der Bezirksbürgermeister Kleebank, der Stadtrat Stefan Machulik oder der ehemalige Bürgermeister Hauff, zeigten durch ihre Anwesenheit die Unterstützung der Ausstellung. Ab und an verirrten sich Reisende dorthin. Manch einer wurde anscheinend eher von der alten Dampflock angelockt. Immerhin gab es auch ein paar Schulklassen, die diese Ausstellung besuchten.

Diese Ausstellung ist in Gefahr, weil die Deutsche Bahn AG sich jeden gefahrenen Kilometer bezahlen lässt, ebenso wie die Aufenthalte in den Bahnhöfen. Für das Gedenken an die Kinder von Westerbork verlangt die DB AG über 10.000,00 €. Weitere „Trassen- und Bahnhofsgebühren“ hat die Deutsche Bahn AG dem, “Zug der Erinnerung“ bereits entzogen (40.000,00 €). Dieses Geld fehlt, um die Gedenkfahrt zu finanzieren.

Darum bitten die Veranstalter dringend um finanzielle Unterstützung.

Kennwort: Westerbork

Spenden: Kto.-Nr. 0352 550 392 • BLZ 370 502 99 • KSK-Köln

 

Ralf Salecker

Es kommt Licht ins Dunkle

Der Gewinnerentwurf zur Umgestaltung der Bahn-Unterführung an der Klosterstraße steht fest

Sie ist schon lange ein Dorn im Auge der Spandauerinnen und Spandauer aber auch Besucher schreckt sie ab: Die Unterführung an der Klosterstraße zwischen Rathaus und Arcaden. Aus drei eingereichten Vorschlägen hat die Jury nun den Gewinner ermittelt. Dieser als auch die anderen beiden Entwürfe können noch bis zum 24. Februar im Untergeschoss der Spandauer Arcaden begutachtet werden. Die finanziellen Mittel werden aus dem Programm „Aktive Stadtzentren“ zur Verfügung gestellt.

Baustadtrat Carsten Röding erläuterte die Entscheidung der Jury für den Gewinnerentwurf.

Baustadtrat Carsten Röding erläuterte die Entscheidung der Jury für den Gewinnerentwurf.

Heller, leiser, schöner

Bei der Ausstellungseröffnung am 14. Februar erläuterte Baustadtrat Carsten Röding die Entscheidungskriterien. Dabei sollte die Unterführung nicht nur augenscheinlich aufgewertet, sondern auch im Rahmen der beschränkten Umgestaltungsmöglichkeiten – die Unterführung ist Eigentum der Deutschen Bahn – der Verkehrslärm gedämmt und heller werden. Dies wird durch eine Mittelwand und Schallisolierung sowie LED-Leuchten erreicht. Die zahlreichen Interessierten bei der Ausstellungseröffnung äußerten dennoch Bedenken in Bezug auf Reinigung durch die zahlreichen Waben, dem anhaltenden Tauben-Problem sowie Verunstaltung durch Graffiti. Sicherlich können nicht alle Probleme ausreichend gelöst werden, doch wird die Unterführung aufgewertet und dadurch voraussichtlich verstärkt genutzt werden statt den Umweg durch die Bahnhofshalle zu nehmen.

Neben Center-Manager Bernd Muchow (re.) interessierten sich auch viele Besucher der Arcaden für die Ausführungen Rödings.

Neben Center-Manager Bernd Muchow (re.) interessierten sich auch viele Besucher der Arcaden für die Ausführungen Rödings. Fotos (2): Patrick Rein

Großzügige Beteiligung

Bei allen Bedenken zeigten sich Röding als auch Center-Manager Bernd Muchow – die Arcaden beteiligen sich finanziell an der Umgestaltung – überaus zufrieden mit dem Gewinnerentwurf und stellten zudem fest, dass es jetzt noch an die Feinheiten der Maßnahmen geht. In idesem Zusammenhang werden auch Gespräch mit der DB AG als Eigentümer der Brücke sowie der Ströer AG als Ansprechpartner der Werbetafeln bezüglich Beteiligungen und Unterstützung geführt. Mit der Umsetzung ist nun das Bearbeitungsteam von aletja plus GmbH, livebau solutions GmbH und AiR Ingenieurbüro GmbH betraut, die den Gewinnerentwurf eingereicht hatten. Bereits Ende 2014 soll die Umgestaltung vollzogen sein. Welche Verkehrsbeeinträchtigungen die Bürgerinnen und Bürger während dieser Zeit erwarten, ist noch nicht abzusehen.

Neben den Arcaden ist auch hier bei uns der Gewinnerentwurf komplett anzuschauen:

Gewinnerentwurf_Unterführung

Patrick Rein

Von Spandau nach Stettin mit der Regionalbahn

Von Spandau nach Stettin mit der Regionalbahn

Gruppenfoto der Junge Union in Stettin

Die Junge Union setzte sich verstärkt für einen Ausbau der Strecke ein

Letztes Wochenende /23. -24. Juni) war die Junge Union (JU) Spandau bei Ihrer polnischen Partnerorganisation Młodzi Demokraci (junge Demokratie) in Stettin zu Gast. Die 20 Mitglieder haben mit ihren polnischen Kollegen Verkehrssenator Michael Müller (SPD) dazu aufgefordert sich verstärkt für den Ausbau der Bahnstrecke zwischen Stettin und Berlin einzusetzen, um eine bessere Verbindung der zwei großen Städte zu ermöglichen. Der Ausbau wurde schon im Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD vorgesehen. Die Regionalbahn zwischen Berlin und Stettin könnte dann sogar in Spandau abfahren.

Momentan dauert die Fahrt zwischen beiden Städten mehr als zwei Stundenm, wohingegen die Fahrt zwischen Berlin und dem genau so weit entfernten Magdeburg nur anderthalb Stunden dauert. Die Strecke nach Polen ist auch nicht vollständig elektrifiziert.

Eric Schweitzer, der Vorsitzende der Berliner Industrie und Handelskammer bemangelt ebenfalls die schlechte Verbindung zwischen beiden Städten. Wirtschaftlich gesehen ist der Ausbau der Strecke ein wichtiges Unterfangen. Mit der Eröffnung des BER Flugahafens rechnet er jährlich mit mehr als 2,5 Millionen zusätzlichen polnischen Fluggästen, aber nur wenn die Verbindung nach Polen auch ausgebaut wird.

 

Ein Brandsatz legte letzte Woche den Bahnverkehr über Spandau lahm


Terroristische Tat oder Handlung isolierter Täter?

Zugverkehr am Bahnhof Spandau wurde durch die Brandanschläge beeinträchtigt

Zugverkehr am Bahnhof Spandau wurde durch die Brandanschläge beeinträchtigt

Montag, der 10. Oktober, war kein guter Tag für Bahnkunden, die über Spandau fahrend nach Berlin wollten. Infolge eines Brandanschlages gegen 4 Uhr früh – wahrscheinlich mit Benzin gefüllten Plastikflaschen – auf einen Kabelschacht der Bahn-Strecke bei Finkenkrug wurde die Signaltechnik lahm gelegt und der Zugverkehr zwischen Berlin und Nauen bzw. Hennigsdorf eingestellt. Aktuelle Fahrplanänderungen der S-Bahn, sowie der Bahn sind jederzeit online abrufbar.

Auf den vier Linien RE 4, RE 6, RB 14 und RB 10 Spandau, Nauen, Hennigsdorf kam es zu erheblichen Einschränkungen im Regionalverkehr. Von 5 Uhr an wurde zwischen Berlin Spandau – Nauen – Berlin Spandau ein Busersatzverkehr eingerichtet. Züge, die aus Hamburg über Spandau nach Berlin wollten, mussten über Stendal und Wittenberge umgeleitet werden.

Anfangs hoffte man noch die Reparaturarbeiten bis in die späten Abendstunden bewältigt zu haben. Der Schaden war größer als befürchtet. Erst am Mittwoch, zum Betriebsschluss, sollte der Verkehr wieder normal fließen.

Immer noch am Montag, gegen Mittag, entdeckten Mitarbeiter der Bahn 7 Brandsätze in einer Tunneleinfahrt zum Bahnhof. In der Folge mussten für eineinhalb Stunden die Fern- und Regionalzüge der Nord-Süd-Tangente umgeleitet werden.

Eine sogenannte „antimilitaristische“ Gruppe Namens „Hekla“, benannt nach einem isländischen Vulkan, bekannte sich zur Tat. U.a. wegen der Teilnahme der Bundeswehr am Afghanistan-Einsatz wollten sie „Berlin in den Pausenmodus“ versetzen.

Einen Tag später, am 11. Oktober wurden an den Bahnhöfen Grünau,Hauptbahnhof und Bornholmer Straße weitere Brandsätze gefunden. Nur einen Tag später wurde ein weiterer rechtzeitig am Bahnhof Schöneberg gefunden, während in Spandau, genauer gesagt an der ICE-Trasse in Staaken offensichtlich einer sich entzündet hatte. Wie und wann dies geschah, konnte nicht geklärt werden. Ein Polizeisprecher meinte: „Es gab einen Brandsatz, der in irgendeiner Weise irgendwie gezündet hat.“ Wieder einen Tag später, am 13. Oktober fand sich noch ein Brandsatz am Bahnhof Südkreuz.

An sieben Orten wurden insgesamt etwa 16 Brandsätze gefunden. In den Tagen des Bahn-Chaos waren 2600 Züge betroffen. Verspätungen in einer Höhe von rund 48,6 Tagen sollten sich in dieser Zeit aufgeschaukelt haben.

Die Politik geriet derweil in heftigen Streit über die Gefährlichkeit der Täter. Konservative Kreise sprachen schnell von Links-Terrorismus, wie zu Zeiten der RAF (Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich, CSU: „Wir haben es hier mit einer neuen Dimension linksextremistischer Gewalttaten zu tun …“), während Politiker der SPD und der Piraten „nur“ von gefährlichen Kriminellen sprachen. In der Linken Szene selbst, wurde das Bekennerschreiben in der Luft zerrissen. Niemand ließ an gutes Haar an Tat und Tätern. Viele warnten vor übertriebenen Reaktionen und rieten, den Verstand nicht auszuschalten. Die Diskussion um den Staats-Trojaner kam hierdurch noch einmal auf ganz besondere Art und Weise ins Rollen.

Die Fahrgäste selbst scheinen meist nur verärgert über die Zugausfälle und Verspätungen, von Angst ist eher nicht die Rede.

Ein kurzer Blick in die nahe Vergangenheit: Am 1.November 2010 verursachte der Brand in einem Kabelschacht erhebliche Zugausfälle. Damals ging es angeblich um Proteste gegen Castor-Transporte. Am 11. Februar 2011 wurden Brand- und Sprengsätze an Kabelschächten bei Oranienburg entschärft. Der Brandanschlag auf eine Kabelbrücke am 23. Mai am Ostbahnhof lässt den größten Teil des Zugverkehrs der Hauptstadt kollabieren.

Die Bahn setzte inzwischen eine Belohnung von 100.000 Euro aus, während die Bundesanwaltschaft derweil die Ermittlungen übernahm. Dies geschieht immer dann, wenn die „innere Sicherheit in Deutschland erheblich gefährdet ist“.

Jetzt hatten wir einige Tage Ruhe. Am Wochenende gab es glücklicherweise keine gemeldeten Probleme mehr bei der Bahn. Alle Reparaturen wurden anscheinend erfolgreich abgeschlossen. Alle Umleitungen haben ein Ende gefunden. Der Bahnverkehr über Spandau läuft wieder normal, von der Bahn selbst kommen keinen Ausfallmeldungen.

 

Ralf Salecker

Mobilitätstraining für Bus und Bahn

Quelle: www.webprinter.de

Für viele mobilitätseingeschränkte Menschen sind Bus- und Bahnfahrten keine Selbstverständlichkeit. Abhilfe möchte die BVG mit ihrem bewährten Mobilitätstraining schaffen.
Viele Rollstuhlfahrer und auch sensorisch behinderte Menschen haben dank dieser Trainingskurse ihren Schlüssel zur Bewegungsfreiheit (wieder-)gefunden.

Termin und Trainingsort in Spandau:
Donnerstag, 25. August, 10-12 Uhr
vor dem Rathaus Spandau an dem Standplatz des Busses der Stadtbibliothek

Bei den Trainings können sich mobilitätseingeschränkte Fahrgäste in einem leeren Fahrzeug orientieren und unter anderem üben, wie man mit den vorhandenen Hilfen am besten in die Fahrzeuge gelangt und wie man sich während der Fahrt sichert. Freundliche BVGer helfen dabei und wissen auf jede Frage eine Antwort. Eingeladen sind alle Fahrgäste mit Mobilitäts- oder Sinnesbehinderungen und ihre Begleiterinnen und Begleiter.

Programmschwerpunkte der Mobilitätstrainings sind unter anderem:

  • Welche Angebote hat die BVG für behinderte Fahrgäste?
  • Wie verhalte ich mich an Haltestellen beziehungsweise auf den Bahnhöfen?
  • Wie steige ich als Fahrgast mit Rollstuhl / Rollator sicher ein und aus?
  • Welche Hilfen kann ich beim Ein-/Ausstieg bekommen?
  • Wie sichere ich mich während der Fahrt?
  • Blinde Fahrgäste können in aller Ruhe den Innenraum der Fahrzeuge ertasten – Gesprächsmöglichkeit mit der Beauftragten der BVG für Fahrgäste Senioren und Fahrgäste mit Behinderungen
  • Erfahrungsaustausch

Die Teilnahme an den Veranstaltungen ist kostenlos. Für einzelne Personen ist eine Anmeldung nicht nötig. Gruppen melden sich bitte unter in-fo@BVG.de an oder telefonisch unter (030) 19449. Beauftragtenbüro für Senioren und Menschen mit Behinderung im Bezirk Spandau Tel.: 9027 3110, Fax : 90279 2893