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BarCamp in der Spandauer Neustadt

Der erste Versuch brachte nicht das gewünschte Ergebnis

Philippe Royer, Initiator des BarCamps (Foto: Ralf Salecker)

Philippe Royer, Initiator des BarCamps (Foto: Ralf Salecker)

Es sollte eine ambitionierte Veranstaltung werden, wie es sie bisher in Spandau nicht gegeben hat. Ein BarCamp, auf dem in konstruktiven Workshops praktikable Ideen für die Spandauer Neustadt entwickelt werden. Kreative, Gewerbetreibende, Freiberufler, Interessierte Anwohner, kurz alle, die realisierbaren Ideen Interesse haben, sollten für ein paar Stunden „in Klausur“ gehen. Der erste Versuch ist als misslungen anzusehen.  Die Ursachen liegen in der ungenügenden Vorbereitung konkreter Themen, wie auch der fehlenden Erfahrung der Teilnehmer, im gemeinsamen Austausch Ideen in kurzer Zeit zu einem im Ansatz verwirklichbaren Konzept zu entwickeln – trotz einer engagierten Diskussion.

Was ist ein BarCamp?

Der eine oder andere wird spontan an ein gemütliches Beisammensein an der Bar denken. Eine Freizeitveranstaltung ist eine solche Veranstaltung keineswegs. Ganz kurz gesagt, ist ein BarCamp eine „Unkonferenz“, eine „Nicht-Konferenz“. Das macht es nicht gerade verständlicher. Konferenzen sind hierarchisch angelegte Veranstaltungen. Genau dies will ein BarCamp nicht sein. Ein weiterer Punkt ist die Offenheit für alle. Kein elitärer Zirkel soll hier tätig sein. Jeder, der meint, eine gute Idee zu haben, kann diese in der Runde vorstellen.

Die Idee muss gut genug sein, um einige Anwesende in der Runde so begeistern. Uninteressante Themen fallen durch. dass sie sich gemeinsam für eine Zeit zurückziehen, um sich genau diesem Thema intensiv zu widmen. Das Wochenende füllt sich so mit vielen kurzen Workshops, Diskussionen, Vorträgen und Präsentationen, die sich die Teilnehmer auf dem BarCamp eigenständig erarbeitet haben. Wichtig ist immer das Prinzip der Gleichberechtigung und der aktiven Teilnahme aller – Wissen, Ideen und Erfahrungen zu teilen und nicht nur zu konsumieren.

Im Café Paule war es eher eine bunte Diskussion

Interesse und Begeisterung war im Café Paule durchaus vorhanden. Der Wunsch nach einem touristischen Konzept nahm einen großen Teil der Redezeit ein. Aus einem leerstehenden Hotel soll ein preiswertes Rucksackhotel für radelnde und nichtradelnde Besucher entstehen. Nahe am Radweg Berlin-Kopenhagen gelegen, könnte es der ideale Anlaufpunkt für Besucher werden. Mit einem Audioguide soll vor allem Neugierigen aus Berlin der Kiez näher gebracht werden. Geschichten aus dem Leben gegriffen und nicht historische Geschichten bilden dabei den Schwerpunkt. Der Verkauf  von Produkten aus der Umgebung ermöglicht es auch Kleinstunternehmern, sich eine Existenz aufzubauen. Urban Gardening , am Beispiel des gemeinschaftsgarten in der Mittelstraße weckte die Phantasie, damit auch wirtschaftliche Erträge erzielen zu können. Ernüchtert musste man sich eingestehen, dass hier kaum eine Existenz aufgebaut werden kann.

Insgesamt diskutierten etwas mehr als ein Dutzend Teilnehmer bunt durcheinander. Ein Thema beständig und konstruktiv zu verfolgen, schien nicht ganz einfach zu sein. Begeisterung und Engagement war vorhanden, aber nicht die ausgeprägte Motivation, eine Idee in ein konkretes Projekt münden zu lassen. Ein Anfang ist gemacht. Beim nächsten Mal müssen alle Seiten sich die grundlegende Idee des BarCamps verinnerlichen, um besser vorbereitet in die Runde zu gehen. Es liegt bei solchen Veranstaltung auch in der Verantwortung der Teilnehmer, ein nutzbares Ergebnis zu erzielen.

 

Ralf Salecker

Gemeinsam für die Spandauer Neustadt

Neben der Eröffnung vom „Cafe Paule“ sollen drei weitere Projekte Jung und Alt in und für ihren Stadtteil mobilisieren.

Das Quartiersmanagement Spandauer Neustadt ist die jüngste Initiative aus dem Bereich Soziale Stadt im Bezirk. Als Nachzügler setzt der „Jüngling“ bei allen Maßnahmen auf das Motto: „Die Neustadt mit den Bürgerinnen und Bürgern gestalten“, wie es Quartiersmanager Öztürk Kiran beschreibt. Am Dienstag konnte mit der Eröffnung des Nachbarschaftscafes im Paul-Schneider-Haus – betrieben vom Spandau Neustadt e.V. – ein weiterer Schritt erfolgreich abgeschlossen werden. Auch dabei wirkte das Quartiersmanagement mit. Und ein Ende ist bei weitem nicht in Sicht. Allein drei neu gestartete Projekte sollen jetzt Jugendliche, Schülerinnen und Schüler als auch Geschäftsleute im Kiez zum „mitmachen“ bewegen.

Lotta Rüger vom Mädchenladen in der Lasiuszeile und Mitverantwortliche der Jugendjury.

Lotta Rüger vom Mädchenladen in der Lasiuszeile und Mitverantwortliche der Jugendjury.

Jugendjury

So hatte beispielsweise gestern Abend die Jugendjury ihren Auftakt. Hierbei sind alle Neustädter Jugendlichen von 12 bis 17 Jahren aufgerufen, mitzuentscheiden welche Projekte finanziell gefördert werden sollen. Insgesamt stehen 3.000 Euro als „Startkapital“ für Bands, Wettbewerbe, Initiativen oder dem eigenen Film zur Verfügung. Durch die Jugendjury kann jede Idee Wirklichkeit werden, denn niemand wird hier sagen: „Dafür ist kein Geld da.“ Interessierte Juroren als auch Projektvorschläge sowie alle weiteren Informationen gibt es über Mail an Jugendjury.Neustadt@gmx.de.

Zusammen mit der Lynar-Grundschule sucht der Spandauer Jugend e.V. Mentoren für Schüler im Rahmen vom Education Point.

Zusammen mit der Lynar-Grundschule sucht der Spandauer Jugend e.V. Mentoren für Schüler im Rahmen vom Education Point.

Studenten gesucht

Nicht weniger innovativ ist das Projekt des Education Point vom Spandauer Jugend e.V.. Über ein Mentor-Programm werden hier nicht nur schulschwache sondern auch starke Schüler der Lynar-Grundschule in ihrer Entwicklung gefördert. Dafür werden noch Studenten aller Fachrichtungen, bevorzugt aus der Neustadt, gesucht, die dann Schüler in ihrer Laufbahn begleiten und unterstützen. Hierzu gehören sowohl leistungsschwache ebenso wie –starke Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klassenstufe. Die Mentoren erhalten neben den sozialen Erfahrungen und der professionellen Einarbeitung auch eine Aufwandsent-schädigung. Informationen über info@spandauerjugend.com

Dr. Philippe Royer ist Initiator des Barcamp Spandauer Neustadt

Dr. Philippe Royer ist Initiator des Barcamp Spandauer Neustadt. Fotos (3): Patrick Rein

Innovation und Image-Offensive

Das dritte Projekt ist hingegen gänzlich anderer Natur: Das Barcamp Spandau Neustadt will Geschäftsleute und Kreative zusammenführen um Potenziale des Quartiers herauszuarbeiten. Diese sollen über ein mediales Netzwerk kommuniziert werden und somit auch Externe neugierig auf den Stadtteil machen. Hintergrund ist, dass weiterhin rund 50 Laden- beziehungsweise Geschäftsräume keinen Nutzer gefunden haben. Ins Leben gerufen wurde die Initiative von Dr. Philippe Andre Royer der per Mail an info@kshaping.com für Interessierte zur Verfügung steht.

Dies sind nur drei Projekte, welche das Quartiersmanagement Spandau Neustadt aktuell auf den Weg gebracht hat. Auch zukünftig sind alle Neustädterinnen und Neustädter aufgerufen, sich beim Quartiersmanagement einzubringen und mitzuentscheiden, wie zur Verfügung stehende Fördermittel sinnvoll verwendet werden sollen.

Patrick Rein