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Dem Rathaus Spandau kann wieder aufs Dach gestiegen werden

Baustadtrat Carsten Röding führt auf den Rathausturm

Die alten Treppenstufen knarzen und knacken als 28 Füße die Treppe auf den Spandauer Rathausturm besteigen.  Mit 241 Stufen führt die Treppe auf die 61 Meter hohe Plattform des Turmes. Er wurde 1911 mit dem Rathaus gebaut und wegen des schlechten Baugrundes auf das Fundament des Rathauses gesetzt.

Vom Turm des Rathauses

Vom Turm des Rathauses ergibt sich ein wunderschöner Blick über die Spandauer Altstadt

Baustadtrat Carsten Röding lädt anlässlich des Altstadtsommers zur Turmbesichtigung.  „Mit dieser Bauweise wird er hoffentlich nie so schief wie der schiefe Turm von Pisa“, witzelt er – und bekommt prompt die Frage gestellt, ob denn die Gradheit des Turmes regelmäßig überprüft würde. „Nein“, gibt er zu, „aber das wäre doch mal eine Anregung für die Auszubildenden im Vermessungsamt“. Auf diese Weise geht es weiter. Der Baustadtrat demonstriert wie immer gern seine Bürgernähe, beantwortet geduldig Frage um Frage und spielt den Rathausführer. Im Treppenhaus sind die Anlagen für den Mobilfunk zu sehen und außerdem kann die tatsächliche Größe der Rathausuhren anhand der Kästchen für die Beleuchtung der Ziffern im Inneren des Turmes erahnt werden.

Jetzt geht es ganz hoch hinaus

Oben erwartet die Gesellschaft ein wenig Chaos: Die künstlichen Weihnachtsbäume warten auf ihren nächsten Einsatz, die Baumständer stehen noch auf allen Seiten des Turmes. Nicht ohne Grund musste vor der Begehung eine Erklärung unterschrieben werden, die Führung auf eigene Verantwortung zu machen, denn der Turm ist eigentlich nicht zur Besichtigung freigegeben.

Wer es sich zutraut, steigt von der Plattform trotzdem noch bis zur Flagge, auf 82,11 Metern. An rostigen Stahlleitern geht es in einem der Eckpfeiler der Turmspitze steil nach oben. Alle der 14 Besucher, unter ihnen auch Großeltern mit Enkeln, schaffen den Aufstieg. Hier bietet sich ein noch besseres Panorama, sollte dies überhaupt noch möglich sein. Auch Carsten Röding zückt schnell noch mal sein Handy und fotografiert in Richtung Eiswerder. Strahlendes Sommerwetter und eine leichte Brise lassen den Turmbesuch zu einem angenehmen Erlebnis werden. Sogar der Fernsehturm ist von hier aus hinter den Qualmwolken des Heizkraftwerkes Reuter West auszumachen.

Allein das sonnige Panorama lohnt den Aufstieg.

Allein das sonnige Panorama lohnt den Aufstieg. Fotos (2): Kirsten Stamer

Eine Urkunde belegt die Turmbegehung

Unten gibt es dann für alle Besucher eine offizielle Turmurkunde aus den Händen des Baustadtrates. An höchster Stelle des Bezirkes Spandau wird die erfolgreiche Besteigung des Rathausturmes bescheinigt. Das stimme jedoch nicht ganz, gibt Röding zu: „der Kühlturm des Kraftwerkes Reuter ist höher.“

Weitere Führungen finden jeweils am ersten und dritten Mittwoch im Monat um 17 Uhr statt. Das Angebot läuft noch bis September.

Interessierte melden sich möglichst schnell unter der Nummer: 90279 2261 an, denn die Führungen sind Aufgrund der Zugänglichkeit des Turmes nur für bis zu 15 Personen gleichzeitig möglich.

Kirsten Stamer

Grünflächen und Friedhöfe in Spandau: „Wenig Geld aber viel vor“


Baustadtrat Carsten Röding über die geringen Mittel für Lebende und Tote

Vieles wird in diesem Jahr nicht möglich sein, das wurde im Pressegespräch mit Baustadtrat Carsten Röding klar. Es fehlt an allen Ecken und Enden. Um über die Fachbereiche Grünflächen und Friedhöfe zu reden hatte der Bezirksstadtrat für Bauen, Planen, Umweltschutz und Wirtschaftsförderung eingeladen. Ebenfalls anwesend war der neue Bereichsleiter für das Tiefbau- und Landschaftsplanungsamt Michael Spiza.

In Spandau ist viel Grünfläche - wie hier in Tiefwerder - zu betreuen.

In Spandau ist viel Grünfläche - wie hier in Tiefwerder - zu betreuen.

Mehr Fläche bei weniger Geld und Personal

Insgesamt gebe es in seinem Bereich zwei wichtige Komponenten, zählte Carsten Röding auf. Der eigene Personalbestand sinke und es bestehe eine große Abhängigkeit von den Geldern, die vom Berliner Senat und der Spandauer BVV bewilligt würden. Vor 20 Jahren hätte es noch 300 Mitarbeiter in diesem Bereich gegeben, heute seien es noch etwa 100 und die Arbeiten müssten vermehrt an Fremdfirmen vergeben werden. Zudem habe die Fläche der zu betreuenden Grünflächen durch die Stadtentwicklung zugenommen. Durch die Formel: mehr Fläche bei weniger Geld und Personal müsse an der Effizienz gearbeitet werden, was jedoch häufig zu Lasten der Grünflächen geschehe. Insgesamt müssen in Spandau 6 Millionen Quadratmeter öffentliche Grünflächen betreut werden. Es wurden vier Pflegestufen eingeführt; je höher die Pflegestufe, desto höher der Pflegeaufwand. Nur eine Anlage in Spandau habe zurzeit die höchste Pflegestufe inne: der Kladower Kulturgarten beziehungsweise Landhausgarten Dr. Max Fränkel. Er werde als Denkmal des berühmten Architekten erhalten. Über drei Viertel der Grünanlagen hätten jedoch die niedrigste Pflegeklasse inne. Für eine solche Grünfläche ist laut Spiza ein Aufwand von 60 Cent pro Quadratmeter im Jahr vorgesehen. „Mehr als Straßenreinigungsausgaben und zwei Mal mähen ist da nicht drin“, beschied Röding. Ansonsten sind die Ausgaben für Grünflächen in Spandau im Berliner Vergleich am geringsten. Während wir 1,17 Euro im Jahr für den Quadratmeter ausgeben, sind es in Kreuzberg ganze vier Euro. Das ließe sich auch über die Zuweisungen sagen. „Die Grünflächenpflege ist dem Senat in Friedrichshain-Kreuzberg wichtiger als in Spandau“, bedauerte Röding.
Insgesamt sieht er einen Mindestbedarf von 1,6 Millionen Euro für die Grünflächen, Spielplätze und Bäume in Spandau. Heute sind allerdings nur 1,3 Millionen veranschlagt. Vor allem die Spielplätze machen ihm Sorgen. Von 250 Tausend Euro im letzten Jahr müsse der Etat in diesem Jahr auf 150 Tausend reduziert werden. Gleichzeitig sollen die Spielplätze sicher, sauber und mit Spielwert bleiben. So könne zum Beispiel der Bolzplatz am Südpark in diesem Jahr keine neue Asphaltdecke erhalten, diese würde 25 Tausend Euro kosten. Defekte Spielgeräte könnten teilweise nicht saniert werden.
Mit 300 bis 400 Tausend Euro mehr könnte ich sichere und vernünftig gepflegte Zustände erhalten“, bedauerte Röding. Außerdem sei es wichtig, die Substanz zu erhalten. „Denn die Pflege wird ja nicht günstiger.“ Genau so sieht es auf den Friedhöfen aus.

Den Senat um Unterstützung gebeten

So viel Pflege wie bei diesem Beet ist in Spandau selten.

So viel Pflege wie bei diesem Beet ist in Spandau selten.

Für 2012 und 2013 ist insgesamt ein Etat von 400 Tausend Euro veranschlagt. Für 100 Tausend müssten aber allein schon die Wege auf dem Friedhof in den Kisseln saniert werden. Insgesamt 410 Tausend Quadratmeter Grabfelder mit 120 Tausend Grabstätten sind in Spandau zu betreuen. Ein weiteres Problem ist das Begräbnis von Muslimen. Die dafür vorgesehene Fläche auf dem Landschaftsfriedhof Gatow reiche nur noch bis zum Herbst, erklärte Röding. Es gäbe zwar eine vorhandene Fläche, diese müsste allerdings für 50 Tausend Euro als Grabstätte hergerichtet werden. Vor allem die Ausrichtung der Gräber nach Mekka und Räume für rituelle Waschungen seien für die muslimischen Mitbürger wichtig. Die Problematik sei der Senatsverwaltung geschildert worden. „Wir haben um Unterstützung, auch finanziell, gebeten“, erklärt Röding. Antwort habe man bisher noch nicht erhalten. Die muslimischen Grabfelder könnten sich innerhalb kürzester Zeit auch zum Berliner Problem entwickeln, da, außer in Spandau, die Bestattung nur noch in Neukölln möglich ist – und auch hier geht der Platz aus.
Aber es gibt auch gute Nachrichten. So soll im nächsten Jahr ein Abenteuerspielplatz für Jugendliche an der Wasserwerkstraße realisiert werden und schon in diesem Jahr ein Mehrgenerationenspielplatz am Kiesteich. Am Spektesee soll es in Zukunft außerdem zwei Volleyballfelder geben und in Kooperation mit dem Deutschen Alpen Verein (DAV) ist eine 20 Meter hohe Kletterwand geplant.
Wir haben wenig Geld aber viel vor“, schloss Röding.

Kirsten Stamer

Spandaus „Zentrum der Macht“ am Fernwärmenetz

Bürgermeister Kleebank und Baustadtrat Röding drehen die Fernwärmeleitung auf

Der Bezirk spart ab heute jährlich 370 Tonnen CO2. Möglich macht dies die Fernwärme. Aus dem Kraftwerk Reuter West wird die durch Kraft-Wärme Kopplung gewonnene Heizwärme durch Leitungen ins Rathaus befördert. „Es wurde ganz schön viel gebuddelt in den letzten Jahren“, stellte Baustadtrat Carsten Röding fest. Seit eineinhalb Jahren arbeiten das Bezirksamt und Vattenfall an der Versorgung Spandaus. Doch die Zeit der Behinderungen sei nun erst einmal vorbei. Zwei Drittel aller Leitungen sind laut Wolf-Dietrich Kunze, Vorstandsmitglied der Vattenfall Europe Wärme AG nun verlegt.

Kleebank, Kunze und Röding

Kleebank, Kunze und Röding mit dem Großen CO2 Zertifikat.

Allein für die Versorgung des Rathauses waren 450 Meter neue Leitungen nötig. Er lobte vor allem die Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt, die dazu führte, dass heute auch das „Zentrum der Macht“ an das Fernwärmenetz angeschlossen werden konnte.

Durch den Umstieg von Öl auf Fernwärme können nicht nur 370 Tonnen CO2 sondern jährlich auch 300.000 Liter Öl gespart werden, dass war laut Baustadtrat Röding einer der Gründe, sich für die Fernwärme zu entscheiden: die „Verpflichtung aus Klimaschutzaspekten“.

Röding quatscht Kleebank in den Schatten

Vattenfall brachte dann auch gleich ein gerahmtes CO2-Einsparungs-Zertifikat für den Bürgermeister mit, ein kleineres Exemplar bekam Baustadtrat Röding, der in gewohnter Manier mit den Vattenfallern scherzte. Auf die Frage ob die Rahmen der beiden Zertifikate der Größe ihrer Büros entsprächen wies er das entscheiden zurück: „Mein Büro ist nicht klein“. Mit seiner Art stellte er seinen Chef und ehemaligen Konkurrenten schnell in den Schatten, der mit Rödings Small-Talk-Fähigkeiten einfach nicht mithalten konnte; was ihn aber nicht zwangsweise unsympathischer erscheinen lässt.

Nach Rücksprache mit Vattenfall konnte er außerdem eine gute Ankündigung machen: auch das Kombibad Spandau Süd wird an das Fernwärmenetz angeschlossen werden. Wann? „Auf die Frage, wie schnell die Bäderbetriebe bauen, äußere ich mich nicht“.

Zu dritt Hand angelegt

Kleebank, Röding und Kunze drehen das Rad

Kleebank, Röding und Kunze drehen das Rad im Heizungskeller. Fotos (2): Kirsten Stamer

Im Heizungskeller konnten dann die Warnschilder an den Handrädern der Fernwärmeleitungen entfernt werden. Sie hatten bisher dafür gesorgt, dass niemand dem Trio (Kleebank, Röding, Kunze) zuvorkam. Angetan mit Handschuhen, Schutzbrille und Helm beziehungsweise Anstoßkappe, betätigten sie dann auch zusammen das Handrad. Nach einigen Umdrehungen hörte man die Fernwärme als Zischen durch die Leitungen in das Rathaus strömen. Noch stehen im Keller die großen orangen Behälter für Heizöl, die jedoch bald abgebaut werden sollen. Ein deutlicher Platzgewinn; nicht so interessant im Rathaus ohne Platzprobleme, wichtig jedoch bei Privathaushalten.

Insgesamt sollen 15 öffentliche Gebäude in Zukunft an das Fernwärmenetz angeschlossen werden. Wie Vattenfall-Vorstand Kunze erklärte, kamen die Spandauer Arcaden dem Rathaus im vorigen Monat zuvor. Und auch die Bertold-Brecht-Oberschule wird, laut Röding bereits mit Fernwärme geheizt.

Vattenfall-Vorstand Kunze meint:“ Die Spandauer können stolz sein: Ihr schönes Rathaus ist 100 Jahre alt und ein Vorbild für umweltfreundliche Wärmenutzung.“

Kirsten Stamer

Rathaus Spandau erhält umweltfreundliche Fernwärme

Das Spandauer Rathaus wird in Zukunft mit umweltfreundlicher Fernwärme beheizt.

Diesen Mittwoch geben Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank, Baustadtrat Carsten Röding und Wolf-Dietrich Kunze, Vorstand der Vattenfall Europe Wärme AG, den Startschuss dafür. Dazu sind Sie recht herzlich eingeladen.

Mittwoch, 30. November 2011
11:00 Uhr
Rathaus Spandau (Treffpunkt im Foyer)
Carl-Schurz-Straße 2/6
13597 Berlin

 

Spandauer Rentner trauern vor der Wahl Konrad Birkholz hinterher


„Mit Konni konnte man über alles reden“

Es scheint, als wären die Rentner gegenüber dem Wahlkampf besonders kritisch eingestellt.

Fritz Heidelberg will eine höhere Mindestrente und kennt Bürgermeister Konrad Birkholz seit Jahren persönlich.

Fritz Heidelberg will eine höhere Mindestrente und kennt Bürgermeister Konrad Birkholz seit Jahren persönlich.

„Mit Konni konnte man über alles reden“, sagt Fritz Heidelberg und meint dabei den scheidenden Bezirksbürgermeister Konrad Birkholz (CDU). „Mit den jetzigen Kandidaten kann man nicht so diskutieren“, meint er. Aber Spandau sei nun einmal ein Bezirk mit einer großen Anzahl an Rentnern, „wir sind überwiegend ältere Leute“. Deshalb habe man in Spandau eine Initiative gegründet „reiches Deutschland – arme Rentner“ heißt die Bürgerbewegung, die sich alle drei Wochen in der Mauerstraße trifft. „Wir wollen einen angemessenen Mindestsatz für die Rente“, sagt Heidelberg und fügt an, dass in Holland und Dänemark die Renten ohnehin viel höher seien. In Spandau werde trotzdem auf jeden Fall Röding (CDU) gewinnen, bei einer Wahlbeteiligung die noch geringer ausfallen wird als vor vier Jahren.

Wahlbeteiligung  bei geschätzten 45 Prozent

Drei Rentner auf dem Marktplatz sind in etwa der gleichen Meinung. Auf meine erste Frage antworten sie: „es gibt doch Wahlpflicht. Natürlich da gehen wir immer hin“. Einer der Herren rechnet mit 44 bis 45 Prozent Wahlbeteiligung. Und auch sie sind voller Lob für Konrad Birkholz. „Bei seinem Abschied waren doch hunderte Leute hier“ und „16 Jahre sind ja auch eine super Leistung“, meinen die Herren. Die Parteien machten aber „zu wenig Propaganda“ – mit Wahlwerbung im Internet kann man die ältere Generation wohl nicht erreichen. Röding werde aber auf jeden Fall gewinnen. Da kommt eine Bekannte um die Ecke: „ich weiß doch sowieso vorher was ich wähle“, erklärt sie. Wahlwerbung sei da völlig unnütz. So gehen die Meinungen eben auseinander. Die Zeugen Jehovas vom Stand für Biblische Literatur gehen ohnehin nicht wählen, und Olaf Kapell, auf dem Markt mit einem

Wer wird am Sonntag in unser Rathaus gewählt?

Wer wird am Sonntag in unser Rathaus gewählt?

Stand vom Tierbedarf Norbert Knarr, meint zunächst einmal: „Wer kämpft den überhaupt gegen wen?“ Er sei schon politisch interessiert, aber „die haben ja kein Interesse an uns. Plötzlich zur Wahl fällt denen immer ein, wir haben ja auch noch Wähler“. Außerdem sei der Wahlkampf eine reine Steuergeldverschwendung. Die CDU habe im letzten Wahlkampf 60 Millionen Euro dafür ausgegeben und je nach Größe der Partei würden die Gelder erstattet. „Was man mit den Millionen alles machen könnte!“ „Kitas bauen“, meint seine Kollegin.

Viele Rentner wählen immer die gleiche Partei

Vielen ist der Wahlkampf ohnehin egal, weil sie immer das Gleiche wählen. Aber teilweise herrscht auch in Spandau Politikverdrossenheit. Eine ältere Dame vor der Bibliothek meint, sie gehe gar nicht erst wählen. Die Schuhverkäufer vor der Volksbank dagegen würden wählen gehen – hätten sie einen deutschen Pass, und zwar die SPD. Dass etliche Menschen nicht mehr wählen gehen, können sie jedoch auch verstehen: “Die haben kein Vertrauen mehr in die Politik, wen sollen sie auch wählen“, meinen die beiden und fangen an darüber zu philosophieren welche Parteien schon welches Wahlversprechen gebrochen haben. Offenbar kennen sie sich in der deutschen Politik besser aus als manch ein Spandauer.

Olaf Kapell hält die Wahlwerbung für Umweltverschmutzung und Steuergeldverschwendung.

Olaf Kapell hält die Wahlwerbung für Umweltverschmutzung und Steuergeldverschwendung.

Die wissen oft auch nicht viel von Spandauer Politik. „Hauptsache ist, dass die Linken endlich wieder aus den Parlamenten verschwinden“, meint ein Mann im Vorübergehen. Häufig hört man auch Unwillen gegen die Dauerempfänger von Transferleistungen heraus. „Wenn ich bei machen Gesprächen zuhöre, warum man denn überhaupt arbeiten solle, wo es vom Staat doch mehr gibt, da wird mir ganz schlecht“, meint eine Frau in den Vierzigern, die gerade ihre Zigarette auf einer Marktplatzbank genießt. „Die Rentner, die jetzt am Hungertuch nagen, die gehen nicht zum Amt“, meint sie, die täten ihr leid. Der politische Unmut sei schon groß. „Gut,  dass ich meine Kinder gut erzogen habe“, fügt sie hinzu und beginnt von ihren studierten und arbeitenden Kindern zu erzählen. Dann hört man noch den Satz „Arbeit muss sich wieder lohnen“ und wenn die Menschen mehr Geld im Portemonnaie hätten, würden sie es auch zu den Läden tragen und so die Wirtschaft wieder ankurbeln.

Trotz dieser kritischen Momentaufnahme gilt natürlich der Rat der Mein-Spandau Redaktion: wählen gehen. Die Parteien strengen sich an und wer nicht zur Wahlurne schreitet, kann sich später nicht beschweren. Wer die Kandidaten noch einmal näher kennen lernen will, erhält dazu Möglichkeit in unserem Video über das Bezirksbürgermeisterduell oder den Interviews mit den Kandidaten Carsten Röding und Helmut Kleebank. In unserem Veranstaltungskalender finden Sie außerdem viele der zahlreichen Termine mit den Kandidaten.

In diesem Sinne am 18.9 auf zur Wahl

Kirsten Stamer

Gedenkveranstaltung anlässlich der 50. Wiederkehr des Berliner Mauerbaus am 12.08.2011

Auf Anregung der Heimatkundlichen Vereinigung Spandau e.V. ist an der ehemaligen innerdeutschen Grenze im Bereich der Heerstraße/Ecke Bergstraße vom Bezirksamt Spandau eine Spandauer Mauergedenkstätte errichtet und im letzten Jahr eingeweiht worden.

Am 12. August 2011 werden die Heimatkundlichen Vereinigung Spandau e.V. und das Bezirksamt Spandau um 16.00 Uhr dort im Rahmen einer Gedenkveranstaltung anlässlich der 50. Wiederkehr des Mauerbaus daran erinnern, welche schrecklichen Folgen mit dem Verlust vieler Menschenleben von der gewaltsamen Teilung unseres Landes fast drei Jahrzehnte lang ausgegangen sind.

Neben einleitenden und begrüßenden Worten durch Bezirksbürgermeister Konrad Birkholz, Baustadtrat Carsten Röding und dem Vorsitzenden der Heimatkundlichen Vereinigung Spandau e.V., Karl-Heinz Bannasch, wird seine Exzellenz Andrew Noble, amtierender Botschafter Großbritanniens, als Hauptredner sprechen.

Im Anschluss an die Redebeiträge werden noch Kränze an der Mauergedenkstätte niedergelegt.

Pfingstfest an der Scharfen Lanke in Spandau

Partner für Spandau organisieren das Fest zum dritten Mal

Die Sonne scheint, der Blick auf die Scharfe Lanke lässt den Wunsch nach einem eigenen Segelboot aufkommen und auch morgens um zehn stehen schon die ersten Biergläser auf dem Tisch. Das Pfingstfest, organisiert von Partner für Spandau ist gut besucht. Das war zum Wecken mit Blasmusik um 8 Uhr leider noch nicht der Fall. „Wir haben die Zahl der Anwesenden in etwa verdoppelt“, erzählt ein Mitglied des Spandauer Blasorchesters. Etwa 20 Leute seien anwesend gewesen. Ab 8:30 hätten sich dann allerdings mehr eingefunden. Zwischen den Losverkäufern, Ständen mit Tand, Bier und vielfältigen Nahrungsangeboten drängen sich die Besucher. Ob Dampfnudeln, Flammkuchen oder Crêpes, hier ist für jeden etwas dabei.

Schlendernd oder sitzend genoss man die Sonne am Ufer

Schlendernd oder sitzend genoss man die Sonne am Ufer

Das Pfingstfest

Das Pfingstfest, als Entsendung des Heiligen Geistes 50 Tage nach Ostern, wird in vielen teilen Deutschlands mit Blasmusik und auch dem Wecken durch das Anblasen zu einer für Sonntag nachtschlafenden Zeit zwischen sieben und acht gefeiert. Die Gesellschaft für Bezirks- Marketing, Partner für Spandau, richtete das Fest nun im dritten Jahr aus.

Die Besucher

Das gefühlte Durchschnittsalter von 60 Jahren wird nur von vereinzelten jüngeren Vertretern gesenkt. So vertreten die jungen Damen am Ende der Reihe die Havellandhalle. Das Sportzentrum in Seeburg, möchte hier jedoch nicht nur Werbung machen, sondern sucht Testpersonen für eine Bundesweite Studie. „Wie fit ist Deutschland ?“, das wollen die Havelländer zusammen mit der Hochschule für Gesundheit und Sport in Berlin herausfinden.

Am anderen Ende des Ufers finden sich die vom Havelfest wohlbekannten Spiele für die Kinder. Das Trampolin mit Bungeeseilen und die Ballons auf dem mit Wasser gefüllten Planschbecken können die jüngsten auch hier wieder für sich erobern.

Der letzte junge Vertreter ist Florian vom Britzer Blasorchester. Er ist neun Jahre alt und zum ersten mal offiziell bei einem Auftritt am Schlagzeug mit dabei.

Das Britzer Blasorchester Berlin feiert in diesem Jahr sein 60 Jähriges Bestehen und beginnt seine Auftritte seit 20 Jahren mit der gleichen Erkennungsmelodie. Auf den Florentiner Marsch, bei dem sich die Musiker, laut Sprecher, regelmäßig fast die Zungen brechen, folgt ein Walzer. Die zum tanzen aufgeforderten Gäste bleiben jedoch lieber an ihren Tischen bei ihren Gläsern und schauen dem von Wolfgang Becker geleiteten Orchester zu.

Konrad Birkholz

Um 10:30 Uhr erscheint Bezirksbürgermeister Konrad Birkholz auf der Bühne, der zuvor schon von einigen Spandauern

v.l. Wolfgang Becker, Sven-Uwe Dettmann, Konrad Birkholz, Carsten Röding

v.l. Wolfgang Becker, Sven-Uwe Dettmann, Konrad Birkholz, Carsten Röding

neben der Bühne entdeckt und begeistert begrüßt worden war. Vorgestellt von Sven-Uwe Dettmann von Partner für Spandau und begleitet von seinem Parteikollegen und Bezirksbürgermeisterkandidaten Carsten Röding, schwört er die Anwesenden auf die kommende Wahl ein. „Noch 98 Tage bis zur Wahl“, fordert er die Gäste auf. Er habe dieses Jahr zwei Bitten. Einerseits mögen die Spandauer eine sachliche Entscheidung treffen und zur Wahl gehen, andererseits appelliert er an die Volksvertreter im Berliner Abgeordnetenhaus etwas gegen den Wust der Verwaltungsaufgaben zu machen. Dort solle man nicht immer nur „sabbeln“, sondern etwas unternehmen.

Sich selbst sieht der Bezirksbürgermeister schon im nächsten Jahr unter den anwesenden Gästen auf einem schattigen Plätzchen sitzen. Er blickt offenbar freudig auf seinen Ruhestand.

Zum Ende seiner Rede gibt er den Zuhörern noch einmal den Rat auf den Weg, „denken Sie auch an den tieferen Sinn des Pfingstfestes“. Er wünschte gesegnete Pfingsten.

Kirsten Stamer