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Spandauer Rentner trauern vor der Wahl Konrad Birkholz hinterher


„Mit Konni konnte man über alles reden“

Es scheint, als wären die Rentner gegenüber dem Wahlkampf besonders kritisch eingestellt.

Fritz Heidelberg will eine höhere Mindestrente und kennt Bürgermeister Konrad Birkholz seit Jahren persönlich.

Fritz Heidelberg will eine höhere Mindestrente und kennt Bürgermeister Konrad Birkholz seit Jahren persönlich.

„Mit Konni konnte man über alles reden“, sagt Fritz Heidelberg und meint dabei den scheidenden Bezirksbürgermeister Konrad Birkholz (CDU). „Mit den jetzigen Kandidaten kann man nicht so diskutieren“, meint er. Aber Spandau sei nun einmal ein Bezirk mit einer großen Anzahl an Rentnern, „wir sind überwiegend ältere Leute“. Deshalb habe man in Spandau eine Initiative gegründet „reiches Deutschland – arme Rentner“ heißt die Bürgerbewegung, die sich alle drei Wochen in der Mauerstraße trifft. „Wir wollen einen angemessenen Mindestsatz für die Rente“, sagt Heidelberg und fügt an, dass in Holland und Dänemark die Renten ohnehin viel höher seien. In Spandau werde trotzdem auf jeden Fall Röding (CDU) gewinnen, bei einer Wahlbeteiligung die noch geringer ausfallen wird als vor vier Jahren.

Wahlbeteiligung  bei geschätzten 45 Prozent

Drei Rentner auf dem Marktplatz sind in etwa der gleichen Meinung. Auf meine erste Frage antworten sie: „es gibt doch Wahlpflicht. Natürlich da gehen wir immer hin“. Einer der Herren rechnet mit 44 bis 45 Prozent Wahlbeteiligung. Und auch sie sind voller Lob für Konrad Birkholz. „Bei seinem Abschied waren doch hunderte Leute hier“ und „16 Jahre sind ja auch eine super Leistung“, meinen die Herren. Die Parteien machten aber „zu wenig Propaganda“ – mit Wahlwerbung im Internet kann man die ältere Generation wohl nicht erreichen. Röding werde aber auf jeden Fall gewinnen. Da kommt eine Bekannte um die Ecke: „ich weiß doch sowieso vorher was ich wähle“, erklärt sie. Wahlwerbung sei da völlig unnütz. So gehen die Meinungen eben auseinander. Die Zeugen Jehovas vom Stand für Biblische Literatur gehen ohnehin nicht wählen, und Olaf Kapell, auf dem Markt mit einem

Wer wird am Sonntag in unser Rathaus gewählt?

Wer wird am Sonntag in unser Rathaus gewählt?

Stand vom Tierbedarf Norbert Knarr, meint zunächst einmal: „Wer kämpft den überhaupt gegen wen?“ Er sei schon politisch interessiert, aber „die haben ja kein Interesse an uns. Plötzlich zur Wahl fällt denen immer ein, wir haben ja auch noch Wähler“. Außerdem sei der Wahlkampf eine reine Steuergeldverschwendung. Die CDU habe im letzten Wahlkampf 60 Millionen Euro dafür ausgegeben und je nach Größe der Partei würden die Gelder erstattet. „Was man mit den Millionen alles machen könnte!“ „Kitas bauen“, meint seine Kollegin.

Viele Rentner wählen immer die gleiche Partei

Vielen ist der Wahlkampf ohnehin egal, weil sie immer das Gleiche wählen. Aber teilweise herrscht auch in Spandau Politikverdrossenheit. Eine ältere Dame vor der Bibliothek meint, sie gehe gar nicht erst wählen. Die Schuhverkäufer vor der Volksbank dagegen würden wählen gehen – hätten sie einen deutschen Pass, und zwar die SPD. Dass etliche Menschen nicht mehr wählen gehen, können sie jedoch auch verstehen: “Die haben kein Vertrauen mehr in die Politik, wen sollen sie auch wählen“, meinen die beiden und fangen an darüber zu philosophieren welche Parteien schon welches Wahlversprechen gebrochen haben. Offenbar kennen sie sich in der deutschen Politik besser aus als manch ein Spandauer.

Olaf Kapell hält die Wahlwerbung für Umweltverschmutzung und Steuergeldverschwendung.

Olaf Kapell hält die Wahlwerbung für Umweltverschmutzung und Steuergeldverschwendung.

Die wissen oft auch nicht viel von Spandauer Politik. „Hauptsache ist, dass die Linken endlich wieder aus den Parlamenten verschwinden“, meint ein Mann im Vorübergehen. Häufig hört man auch Unwillen gegen die Dauerempfänger von Transferleistungen heraus. „Wenn ich bei machen Gesprächen zuhöre, warum man denn überhaupt arbeiten solle, wo es vom Staat doch mehr gibt, da wird mir ganz schlecht“, meint eine Frau in den Vierzigern, die gerade ihre Zigarette auf einer Marktplatzbank genießt. „Die Rentner, die jetzt am Hungertuch nagen, die gehen nicht zum Amt“, meint sie, die täten ihr leid. Der politische Unmut sei schon groß. „Gut,  dass ich meine Kinder gut erzogen habe“, fügt sie hinzu und beginnt von ihren studierten und arbeitenden Kindern zu erzählen. Dann hört man noch den Satz „Arbeit muss sich wieder lohnen“ und wenn die Menschen mehr Geld im Portemonnaie hätten, würden sie es auch zu den Läden tragen und so die Wirtschaft wieder ankurbeln.

Trotz dieser kritischen Momentaufnahme gilt natürlich der Rat der Mein-Spandau Redaktion: wählen gehen. Die Parteien strengen sich an und wer nicht zur Wahlurne schreitet, kann sich später nicht beschweren. Wer die Kandidaten noch einmal näher kennen lernen will, erhält dazu Möglichkeit in unserem Video über das Bezirksbürgermeisterduell oder den Interviews mit den Kandidaten Carsten Röding und Helmut Kleebank. In unserem Veranstaltungskalender finden Sie außerdem viele der zahlreichen Termine mit den Kandidaten.

In diesem Sinne am 18.9 auf zur Wahl

Kirsten Stamer

Keine Entspannung in Sachen Birkholz/Hanke in Sicht

Bezirksbürgermeister Birkholz verweigert Stadtrat Hanke die vollständige Rückkehr ins Amt

Gerhard Hanke will ins Amt zurückDie Anschuldigungen gegen den Spandauer Stadtrat Gerhard Hanke wogen schwer: Weit über ein Jahr lang ermittelte die Staatsanwaltschaft wegen Untreue und Bestechlichkeit. Doch damit ist es jetzt vorbei. Die Ermittlungen gegen den Stadtrat sind eingestellt worden. Hanke, der in dieser Zeit sein Amt für den Kultur und Sportbereich ruhen lies, will nun wieder tätig werden.

Doch damit wird es  nichts. Bezirksbürgermeister Konrad Birkholz verweigert ihm vorerst die Rückkehr. In einer Mitteilung des Bezirksamtes heißt es hierzu  „Nach Einstellung des strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens gegen Bezirksstadtrat Hanke wurde nun durch Bezirksbürgermeister Birkholz als Dienstvorgesetzten gemäß § 2 Abs. 1 Satz 2 und 3 Bezirksamtsmitgliedergesetz (BAMG) das ruhende Disziplinarverfahren wieder aufgenommen. Dieses Disziplinarverfahren wurde bereits mit Beginn der staatsanwaltlichen Ermittlungen eingeleitet und ruhte bis zum Abschluss desselben.“

Der CDU-Politiker Hanke, der sein Lebensmotto wie folgt beschreibt: „Erfolgreich sind im Leben nur Menschen, die sich von Schwierigkeiten nicht abschrecken, sondern anspornen lassen!“ weilt derzeit in Urlaub, und will, wie der Tagespiegel schreibt, gegebenenfalls  rechtliche Schritte prüfen lassen.

Pfingstfest an der Scharfen Lanke in Spandau

Partner für Spandau organisieren das Fest zum dritten Mal

Die Sonne scheint, der Blick auf die Scharfe Lanke lässt den Wunsch nach einem eigenen Segelboot aufkommen und auch morgens um zehn stehen schon die ersten Biergläser auf dem Tisch. Das Pfingstfest, organisiert von Partner für Spandau ist gut besucht. Das war zum Wecken mit Blasmusik um 8 Uhr leider noch nicht der Fall. „Wir haben die Zahl der Anwesenden in etwa verdoppelt“, erzählt ein Mitglied des Spandauer Blasorchesters. Etwa 20 Leute seien anwesend gewesen. Ab 8:30 hätten sich dann allerdings mehr eingefunden. Zwischen den Losverkäufern, Ständen mit Tand, Bier und vielfältigen Nahrungsangeboten drängen sich die Besucher. Ob Dampfnudeln, Flammkuchen oder Crêpes, hier ist für jeden etwas dabei.

Schlendernd oder sitzend genoss man die Sonne am Ufer

Schlendernd oder sitzend genoss man die Sonne am Ufer

Das Pfingstfest

Das Pfingstfest, als Entsendung des Heiligen Geistes 50 Tage nach Ostern, wird in vielen teilen Deutschlands mit Blasmusik und auch dem Wecken durch das Anblasen zu einer für Sonntag nachtschlafenden Zeit zwischen sieben und acht gefeiert. Die Gesellschaft für Bezirks- Marketing, Partner für Spandau, richtete das Fest nun im dritten Jahr aus.

Die Besucher

Das gefühlte Durchschnittsalter von 60 Jahren wird nur von vereinzelten jüngeren Vertretern gesenkt. So vertreten die jungen Damen am Ende der Reihe die Havellandhalle. Das Sportzentrum in Seeburg, möchte hier jedoch nicht nur Werbung machen, sondern sucht Testpersonen für eine Bundesweite Studie. „Wie fit ist Deutschland ?“, das wollen die Havelländer zusammen mit der Hochschule für Gesundheit und Sport in Berlin herausfinden.

Am anderen Ende des Ufers finden sich die vom Havelfest wohlbekannten Spiele für die Kinder. Das Trampolin mit Bungeeseilen und die Ballons auf dem mit Wasser gefüllten Planschbecken können die jüngsten auch hier wieder für sich erobern.

Der letzte junge Vertreter ist Florian vom Britzer Blasorchester. Er ist neun Jahre alt und zum ersten mal offiziell bei einem Auftritt am Schlagzeug mit dabei.

Das Britzer Blasorchester Berlin feiert in diesem Jahr sein 60 Jähriges Bestehen und beginnt seine Auftritte seit 20 Jahren mit der gleichen Erkennungsmelodie. Auf den Florentiner Marsch, bei dem sich die Musiker, laut Sprecher, regelmäßig fast die Zungen brechen, folgt ein Walzer. Die zum tanzen aufgeforderten Gäste bleiben jedoch lieber an ihren Tischen bei ihren Gläsern und schauen dem von Wolfgang Becker geleiteten Orchester zu.

Konrad Birkholz

Um 10:30 Uhr erscheint Bezirksbürgermeister Konrad Birkholz auf der Bühne, der zuvor schon von einigen Spandauern

v.l. Wolfgang Becker, Sven-Uwe Dettmann, Konrad Birkholz, Carsten Röding

v.l. Wolfgang Becker, Sven-Uwe Dettmann, Konrad Birkholz, Carsten Röding

neben der Bühne entdeckt und begeistert begrüßt worden war. Vorgestellt von Sven-Uwe Dettmann von Partner für Spandau und begleitet von seinem Parteikollegen und Bezirksbürgermeisterkandidaten Carsten Röding, schwört er die Anwesenden auf die kommende Wahl ein. „Noch 98 Tage bis zur Wahl“, fordert er die Gäste auf. Er habe dieses Jahr zwei Bitten. Einerseits mögen die Spandauer eine sachliche Entscheidung treffen und zur Wahl gehen, andererseits appelliert er an die Volksvertreter im Berliner Abgeordnetenhaus etwas gegen den Wust der Verwaltungsaufgaben zu machen. Dort solle man nicht immer nur „sabbeln“, sondern etwas unternehmen.

Sich selbst sieht der Bezirksbürgermeister schon im nächsten Jahr unter den anwesenden Gästen auf einem schattigen Plätzchen sitzen. Er blickt offenbar freudig auf seinen Ruhestand.

Zum Ende seiner Rede gibt er den Zuhörern noch einmal den Rat auf den Weg, „denken Sie auch an den tieferen Sinn des Pfingstfestes“. Er wünschte gesegnete Pfingsten.

Kirsten Stamer