RSSAlle Einträge markiert mit: "Buggenhagen"

Laufen und Gutes tun inklusive

Auch der mehrfache Paralympics-Sieger Henry Wanyoike läuft dieses Jahr erneut beim Run of Spirit am Pfingstmontag mit.

Bereits zum 5. Mal unterstützt und bereichert der blinde Ausnahmeathlet das Laufevent für Menschen mit und ohne Behinderungen im Evangelischen Johannesstift. Wanyoike zeigt, dass jeder Mensch auf seine Weise ein Champion sein kann, dass jeder für sich etwas erreichen kann, wenn er hart arbeitet und seinem Herzen folgt. In diesem Jahr feiert der Run of Spirit am 20. Mai mit der 5. Ausrichtung ein kleines Jubiläum und das im 155. Jahr des Evangelischen Johannesstifts.

Der Zieleinlauf mit seiner Kulisse und Zuschauern wird auch in diesem Jahr wieder die letzten Kräfte mobilisieren.

Der Zieleinlauf mit seiner Kulisse und Zuschauern wird auch in diesem Jahr wieder die letzten Kräfte mobilisieren.

Vom Kinder- bis zum Volkslauf

Nicht nur Schirmherrin Marianne Buggenhagen blickt dem Laufevent bereits voller Freude entgegen: „Ich freue mich, den Namen dieses Laufes nicht nur in meinem Herzen zu tragen, sondern der Sportwelt nun auch in offizieller Funktion davon berichten zu können“. Unter dem Motto „Bewegung und Begegnung“ finden acht Wettbewerbe, vom Kinderlauf bis zum klassischen 10 km Volkslauf und einer Teamstaffel statt. Neu hinzugekommen ist ein Jugendlauf über 2,5 km integriert, um das sportliche Angebot für den Nachwuchs zu erweitern. Die vielfältigen Laufkategorien ermöglichen die Teilnahme von Jung und Alt, von Anfängern und Profis, von Menschen mit und ohne Behinderung. Der Hauptlauf geht dabei über eine Distanz von 10 Kilometern. Mit rund 600 Teilnehmern/innen startete das Laufevent 2009 und in diesem Jahr soll die 1.500 Personen-Meldemarke überschritten werden. Den Gästen bietet sich eine motivierende Kulisse am Streckenrand und wenn es mal eine Laufpause gibt, dann ist für gute Stimmung gesorgt. Kinder erwartet ein buntes Rahmenprogramm und wer will, kann es auf dem Rasen rund um Start und Ziel gemütlicher angehen lassen.

Einer der schnellsten blinden Marathonläufer, Henry Wanyoike, aus Kenia beim Zieleinlauf. Er ist seit dem ersten Run of Spirit dabei. Auf dem Foto wird er von Lennart Sponar geführt. Einem der schnellsten Berliner Langstreckler.

Einer der schnellsten blinden Marathonläufer, Henry Wanyoike, aus Kenia beim Zieleinlauf. Er ist seit dem ersten Run of Spirit dabei. Auf dem Bild wird er von einem der schnellsten Berliner Langstreckler, Lennart Sponar, geführt. Fotos (2): Evangelisches Johannesstift

Sport verbindet

Herzstück des Laufevents ist die Teilhabe und Teilnahme von Menschen mit Behinderung. Ausdrücklich sollen Menschen mit und ohne Behinderung daran teilnehmen und das nicht nur in getrennten Disziplinen, sondern gemeinsam über die Distanzen von 0,4 km bis 10 km. Zu diesen Wettbewerben werden Gäste aus Kenia, Israel, Polen und der Türkei erwartet, deren Leistungen großen Respekt verdienen. So auch bei dem nahezu „heimischen“ Gast aus Kenia, dem blinden kenianischen Ausnahmeläufer und mehrfachen Paralympics Gewinner Henry Wanyoike. Auch der Verband Lebenshilfe aus Delmenhorst ist mit drei Marathonläufern mit am Run of Spirit Start.

Gutes tun seit 2009

Der Lauf verbindet sportliches Treiben mit dem Geist des Helfens. In diesem Jahr unterstützt jede Sportlerin und jeder Sportler mit einem Teil der Startgebühr und freiwilligen Spenden nach 2009 wieder das „House of Hope“ von Henry Wanyoike. Das „House of Hope“ ist ein Angebot für die ärmsten Kinder und Waisen in den Kanjeru-Slums, in der Nähe von Nairobi. Mit dem diesjährigen Charity-Projekt soll der Einbau einer Küche ermöglicht werden.

Patrick Rein

Erfolgreicher Inklusionskongress im Johannesstift

Unter der Fragestellung „Perspektiven und Ideen zu einer inklusiven Gesellschaft“ fand am Mittwoch in Kooperation mit Health Capital der Inklusionskongress des Evangelischen Johannesstifts statt.

Über 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft, Gesundheit und Sport folgten den Fachvorträgen. Namenhafte Referenten stellten nationale und internationale Beispiele aus den Bereichen Bildung, Soziales und Sport einer bereits gelungenen Inklusion vor. Mit dem Begriff Inklusion wird der Gedanke verfolgt, dass alle Menschen gleich sind – ob mit Behinderung oder ohne – und dem lateinischen Ursprung des Wortes nach jeder gesellschaftlich mit „eingeschlossen“ ist beziehungsweise gleichgestellt.

Professor Günter Stock, Clustersprecher HealthCapital, die blinde Schwimmerin und Paralympics Teilnehmerin Daniela Schulte sowie der ehemalige Leistungssportler und Moderator Matthias Berg (v. li)

Professor Günter Stock, Clustersprecher HealthCapital, die blinde Schwimmerin und Paralympics Teilnehmerin Daniela Schulte sowie der ehemalige Leistungssportler und Moderator Matthias Berg (v. li)

Spandau wieder Vorreiterrolle

In seiner Begrüßung betonte Stiftsvorsteher Pfarrer Martin von Essen, dass das Stiftungsgelände des Evangelischen Johannesstifts in Spandau in besonderer Weise für Inklusion steht: „Auf dem Stiftungsgelände in Berlin Spandau leben über 1200 Menschen mit und ohne Behinderungen, Ältere und Jüngere, Kinder und Jugendliche zusammen – ein ‚Werkraum Inklusion‘. Bereits in den 50er Jahren haben auf dem Gelände Menschen mit und ohne Behinderung zusammen gelernt, ohne das Wort Inklusion zu kennen“. Auch Bezirksstadtrat Carsten Röding (CDU) lobte die Zusammenarbeit mit dem Johannesstift. Als einziger Bezirk lässt sich das Bezirksamt vom Stift in Fragen von Barrierefreiheit bei Bauvorhaben aber auch in anderen Bereichen beraten. Zudem wurden die Mitarbeiter in speziellen Fortbildungen auf die Ansprüche von Menschen mit Behinderungen geschult.

Staatssekretär a. D. Thomas Härtel, Sozialsenator Mario Czaja und Bezirksstadtrat Carsten Röding (v. li.)

Staatssekretär a. D. Thomas Härtel, Sozialsenator Mario Czaja und Bezirksstadtrat Carsten Röding (v. li.)

Gelungene Inklusion mittels Gesetz

Auf die Frage, wie weit das Thema Inklusion in zehn Jahren vorangekommen sein sollte, sagte Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) und Schirmherr dieses Kongresses: „Ich wünsche mir, dass die Leistungsfähigkeit jedes Einzelnen im Vordergrund steht und nicht die Behinderung. Das bedeutet einen tiefgreifenden mentalen Wandel im gesellschaftlichen Denken“. Damit schloss sich Czaja seinem Vorredner Professor Dr. Dr. h.c. Günter Stock – Clustersprecher Health Capital – an, der darüber hinaus betonte, dass für eine gelungene Inklusion noch die eine oder andere gesetzliche Grundlage geschaffen werden muss.

Für die musikalische Unterhaltung sorgte drum attac aus der Spandauer Neustadt.

Für die musikalische Unterhaltung sorgte „drum attac“ aus der Spandauer Neustadt. Fotos (3): Patrick Rein

Behinderte nicht als behindert betrachten

Die mehrfache Paralympics-Siegerin Marianne Buggenhagen erhofft sich einen Wandel dahingehend, dass der Begriff der Inklusion in zehn Jahren nicht mehr erforderlich ist, dass die „Ausnahme zur Regel“ wird, dass Behinderte nicht mehr als behindert betrachtet werden und Menschen mit Behinderungen nicht mehr beweisen müssen, was sie können oder eben auch nicht können.

Mit dem Kongress setzt das Evangelische Johannesstift ein deutliches Zeichen für die Notwendigkeit eines gesellschaftlichen Wandels. Die Bedeutung dieses Themas als Aufgabenstellung für die Gesellschaft unterstrich auch Gesundheitssenator Czaja sowie weitere Vertreter aus Politik und Wirtschaft.

Patrick Rein