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Gefährliche EHEC-Keime erregen die Gemüter – auch in Spandau

Aus diesem Grund fragten wir im Waldkrankenhaus nach

Dr. Wolfram WackeDie brandgefährlichen EHEC-Keime bewegen derzeit die Bevölkerung wie kaum ein anderes Thema. Bereits 16 Todesfälle und Hunderte von Erkrankungen werden deutschlandweit mit den gefährlichen Darmkeimen in Verbindung gebracht. Wir sprachen mit Dr. Wolfram Wacke, Internist, Gastroenterologe und Proktologe, Oberarzt in der Klinik für Innere Medizin I und im Darmzentrum tätig.

Herr Dr. Wacke, die Schlagzeilen rund um die EHEC-Keime bewegen derzeit die Spandauer Bürgerinnen und Bürger. Sind  im Evangelischen Waldkrankenhaus bereits Patienten mit diesem Keimbefall behandelt worden?

Angesichts der beunruhigenden Pressenachrichten stellen sich in unserem Darmzentrum und unserer zentralen Notaufnahme seit 1 Woche zunehmend besorgte Patienten mit Durchfallsymptomen und insbesondere blutigen Durchfällen vor. Bis heute hatten wir aber noch keinen bestätigten EHEC-Fall.

Wie sieht eine solche Behandlung konkret aus?

Wir stellen die Indikation zur stationären Aufnahme dieser Patienten großzügig und veranlassen in aller Regel bereits in der Notaufnahme eine entsprechende Erregerdiagnostik aus der Stuhlprobe. So dann erhalten Verdachtsfall-Patienten eine symptomatische Therapie mit intravenösem Volumenersatz (Infusionen), die Patienten werden konform den Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes behandelt, werden einem Hygieneregime mit Isolationspflege und anderen Hygienemaßnahmen unterzogen.

Bei komplizierten Verläufen steht diesen Patienten die breite Palette der internistischen Intensivtherapie auf unserer interdisziplinären Intensivstation zur Verfügung, einschließlich Nierenersatztherapie und maschineller Beatmung.

Wie können und sollen sich die Spandauer Bürgerinnen und Bürger davor schützen?

Die genaue Infektionsquelle für die EHEC-Erkrankungen ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt trotz aller Bemühungen nicht gesichert.

Solange gelten die üblichen Empfehlungen, Gemüse und Obst gut zu waschen, im Zweifelsfalle lieber zu schälen oder auf gekochte Ware auszuweichen, auf die Herkunft der Nahrung insbesondere auch von Fleischprodukten zu achten und bei der Auswahl der Speise sich auf seine Sinne zu verlassen. Auf Rohmilchprodukte sollte ganz verzichtet werden.

Was tun Sie in Ihrem Krankenhaus, damit Patienten sich nicht mit diesem Durchfallerreger anstecken?

Durchfallpatienten, und damit EHEC-Patienten, werden isoliert und einem strengen Hygieneregime unterzogen. Sie benutzen eine eigene Toilette bzw. Toilettenstuhl und werden in die Händedesinfektion eingewiesen. Das Personal trägt bei Kontakt mit diesen Patienten Mundschutz, Isolierkittel und Handschuhe, um einen Keimverbreitung über Tröpfcheninfektion zu unterbinden.

Was raten Sie den Menschen und Patienten?

Die unter Punkt 3 genannten Maßnahmen zu befolgen und im Zweifelsfalle den Hausarzt zu konsultieren. Im Falle blutiger Durchfälle oder schwerer anderer Symptome steht ihnen unsere Zentrale Notaufnahme 24 Stunden amTag an sieben Tagen pro Woche zur Verfügung.

Herr Dr.  Wacke, wir danken Ihnen  für das Interview.

Die Redaktion

 

WaldkrankenhausKontaktadresse:

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URL: http://www.pgdiakonie.de/Evangelisches-Waldkr.79.0.html

Mittlerweile führt die EHEC-Krise bundesweit zu Engpässen bei Blutvorräten. Zusätzliche Informationsquellen zu EHEC:

Homepage des Robert Koch Instituts

Homepage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)