RSSAlle Einträge markiert mit: "Elmas Wieczorek"

Vereinsgründung im Bürgersaal: Kulturladen Altstadt

Erfolgreicher Start durch finanzielle Unterstützung aus LSK-Mitteln

Elmas Wieczorek (lv) und Hans Kamprad (hr) im Kulturladen Spandau (Foto: Ralf Salecker)

Elmas Wieczorek (lv) und Hans Kamprad (hr) im Kulturladen Spandau (Foto: Ralf Salecker)

Am Dienstag, den 8. Januar war es soweit. Der Traum der Sozialarbeiterin Elmas Wieczorek ging in Erfüllung. Viele Interessierte aus Politik, Wirtschaft und Kultur folgten der Einladung, sich über einen neuen Kulturverein in der Altstadt zu informieren. Etwa 15 Mitglieder gründeten im Rahmen der Veranstaltung den Verein „Kulturladen Altstadt – Spandau“ im Bürgersaal des Rathauses Spandau.

Die Idee zu diesem Projekt kam Elmas Wieczorek schon während ihres Studiums und ließ sie auch später nicht mehr los. Der Ansatz ist recht einfach: Schaffung einer Begegnungsstätte für unterschiedliche Kulturen im Herzen der Spandauer Altstadt. Jung und Alt sollen hier zusammenkommen und von den Fertigkeiten der anderen profitieren.

Helmut Kleebank: Die Idee ist unbedingt unterstützungswert

In einer einleitenden Rede zur Veranstaltung betonte Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank, dass Elmas Wieczorek, die schon 17 Jahre in Deutschland lebt, bei ihm mit der Vorstellung der Idee offenen Türen eingerannt hat: „Der Kern der Idee, einer interkulturellen Begegnungsstätte im Herzen der Spandauer Altstadt ist unbedingt unterstützendwert, weil sie so gut, so sinnvoll und so zielführend ist. Hier werden die beiden großen Themen Integration und Belebung der Altstadt miteinander verwoben.“

Niemand kann solch ein Projekt alleine stemmen. Hierfür braucht es viel Kompetenz und Engagement, betonte der Bürgermeister dann auch – und natürlich auch Geld. „Ansonsten ist dieses Projekt eine schöne  Idee, aber mehr auch nicht. So stellte sich die Frage, wer denn die Unterstützung im Bezirk sein könnte. Wer hat genug Know-how, wer hat genügend Kreativität und Vernetzung und vor allem genügend Weitsicht, ein solches Projekt hier in Spandau mit auf den Weg zu bringen.“

Der Wirtschaftshof Spandau, vertreten durch Frau Fliegel, das Kulturhaus Spandau, vertreten durch Frau Richter, Staakkato e.V., vertreten durch Hans Kamprad und viele mehr, halfen mit, dass es im Dezember einen praktischen Probebetrieb in Räumen der Raab-Passage geben konnte. Auch dies war nur möglich, weil die Familie Raab die Räumlichkeiten kostenlos zur Verfügung stellte.

Die Aufgabe besteht jetzt darin, wie es gelingen kann, aus dieser Initialzündung in der Altstadt eine dauerhafte Einrichtung zu machen. Eine Voraussetzung dafür ist die Gründung eines Vereins. Eine andere zweifelsohne das Geld. Im Programm Lokales Soziales Kapital (LSK) wurde kurz vor der Veranstaltung ein Projekt beantragt und beschlossen – mit der Auflage, dass es in der Altstadt stattfinden muss. Nach Möglichkeit in den erprobten Räumen in der Raab-Passage oder, wenn es nicht gehen sollte, an einem anderen Ort in der Altstadt.

 

Ralf Salecker

„Haus der Kulturen“ in Spandau?

Ein Kulturladen mit Visionen

Elmas Wieczorek (lv) und Hans Kamprad (hr) im Kulturladen Spandau (Foto: Ralf Salecker)

Elmas Wieczorek (lv) und Hans Kamprad (hr) im Kulturladen Spandau (Foto: Ralf Salecker)

Der Countdown kurz vor den Feiertagen ist eingeleitet. Menschen hetzen durch die Altstadt Spandau. Es wird wieder häufiger gerempelt als sonst. Tagsüber ist merkbar mehr los in den Straßen, als zu anderen Zeiten. Ein paar Unentwegte haben sich aufgemacht, in dieser Zeit der Unruhe einen kreativen Ruhepol und Ort der Musik und des Tanzes gleichzeitig zu schaffen.

Kulturladen in der Altstadt

Die Sozialarbeiterin Elmas Wieczorek und ihre Mitstreiter verteilen immer wieder Flyer, um auf das spannende Angebot hinzuweisen. Manch einer ist neugierig, fragt nach und geht ein paar Schritte den Gang zwischen Dorotheenstädtischer Buchhandlung und Oxfam hindurch. Ein kleiner Innenhof tut sich auf. Schon hier ist von dem Trubel „draußen“ nichts mehr zu spüren.

Tritt man in den Kulturladen hinein, fallen unweigerlich die Utensilien der letzten handwerklichen Tätigkeiten auf. Holzspäne und Schnitzmesser auf dem Tisch, im Schaufenster stehen die letzten noch nicht abgeholten Tonarbeiten der Kinder und auf der Leine hängen Bilder. Ein wenig improvisiert, aber gemütlich. Es wird Tee erreicht.

Ein paar leerstehende Räume haben Dank der Bereitschaft des Vermieters der Raab-Passagen einen neuen „Mieter“ auf Zeit gefunden. Der Kulturladen Spandau lädt Jung und Alt zum Verweilen ein. . Hier ist immer wieder eine Menge los. Kinder nehmen das Angebot gerne an. Ab 16 Uhr konnte und kann während der Tage des Spandauer Weihnachtsmarktes gebastelt, getrommelt und auch getanzt werden. Am kommenden Sonntag, dem 4. Advent kann z.B. in den Räumen männlicher Bauchtanz bestaunt werden.

Zusammenführen der Kulturen

Hier wurde natürlich nicht einfach ein Laden aufgemacht, um gelangweilte Menschen zu bespaßen oder gestressten Elter eine Aufbewahrungsmöglichkeit für die Kinder während der Weihnachtseinkäufe zu bieten.

Die Motoren des Kulturladens möchten eine Begegnungsstätte von Migranten und Einheimischen schaffen. Der Austausch von unterschiedlichen Kulturen soll neugierig machen auf die Qualitäten der anderen – „Vielfalt der Kulturen – ein Schatz für Alt und Jung“. Gewachsene Grenzen, sei es aus Bequemlichkeit oder Vorurteil können am besten im regelmäßigen Miteinander überwunden werden.

„Wir wollen einen Ort schaffen, an dem Begegnung der Kulturen möglich wird. Ein Haus in dem Platz ist für Menschen aus allen Kulturen, die in Spandau vertreten sind. Ein Haus für Begegnung, Veranstaltungen, Werkstätten, Kurse und Beratungen. Ein Haus in dem Toleranz und Respekt vor der anderen Kultur und vor Menschen anderer Religion und Weltanschauung praktiziert wird.“

Nicht ohne Grund ist ein Ort in der Spandauer Altstadt gewählt worden: „Ein Kulturprojekt, welches möglichst alle in Spandau vertretenen Kulturen einbeziehen will, braucht einen zentralen Veranstaltungsort, der für jeden leicht zur erreichen ist. Der Kulturladen Altstadt will an erster Stelle Begegnungsmöglichkeiten für Künstler, Handwerker und Menschen des Stadtteils schaffen. In Werkstätten soll gemeinsam gearbeitet, musiziert, getanzt und gespielt werden.“

Ziel ist es, den Kulturladen zu einer festen Institution zu machen. Jetzt darf er die Räume nur bis zum 28.12. nutzen. In Kürze ist die Gründung eines Vereins geplant, der mit allen kulturellen Gruppierungen im Bezirk zusammenarbeiten möchte. Wenn alles gut geht, wird es einmal regelmäßige Veranstaltungen, Werkstätten und Workshops geben, einen Raum der Begegnung und Kommunikation, in dem Junge und Alte unterschiedlichster Kulturen sich austauschen können.

 

Ralf Salecker