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Geld sparen, Umwelt schonen

Beim 2. Energiespartag in den Spandau Arcaden zeigen Unternehmen, Verbände und Institutionen Möglichkeiten für Geldbeutel und Umwelt auf

Der Ausstieg aus der Atomenergie ist von der Bundesregierung beschlossen, momentan ist jedoch der Umstieg auf erneuerbare Energien und deren Kosten tagtägliches Thema. Zudem ist bei diesem Sommer Klimawandel ein ebenso oftmals verwendeter Begriff wie CO2-Reduzierung. Auch wenn Spandau im Alleingang wahrscheinlich nicht die Welt retten kann, so zeigen sich Bezirksverwaltung und die Arcaden ihrer Verantwortung bewusst und organisierten bereits zum zweiten Mal den Energiespartag in der Shoppingmeile.

Eröffnung des Energiespartags in den Spandau Arcaden.

Eröffnung des Energiespartags in den Spandau Arcaden durch Stadtrat Carsten Röding (re.) und Center-Manager Bernd Muchow (li.).

Baustadtrat Röding begeistert

Von 10 bis 17 Uhr präsentierten sich an Informationsständen unter anderem der Energiekonzern Vattenfall – der in Spandau CO2-Emissionen durch die großräumige Umstellung auf Fernwärme einspart -, die Investitionsbank Berlin, der Mieterverein, die Vereinigung Spandauer Schornsteinfeger sowie die GASAG. Auch wenn vorrangig aufgezeigt wurde, wo die Bürgerinnen und Bürger selbst Energie und damit auch Geld sparen können, zeigte sich besonders Baustadtrat Carsten Röding (CDU) interessiert an weiteren Impulsen.

Die Bezirksschornsteinfeger warnten vor Trickbetrügern und weckten Interesse.

Die Bezirksschornsteinfeger warnten vor Trickbetrügern und weckten Interesse.

Rathaus in der Vorreiterrolle

„Spandau braucht sich nicht zu verstecken und ist auf dem richtigen Weg. Die Umstellung auf Fernwärme und auch die Installierung von  Bewegungssensoren bei der Beleuchtung sind erste wichtige Schritte im Rathausgebäude gewesen.“, erläuterte Röding bei der Präsentation des Gebäudeatlas für Spandau, an dessen Erstellung sich der Bezirk verantwortungsvoll seit einigen Jahren beteiligte. Die KEBAB gGmbH führt dieses Projekt zusammen mit dem Hochbauamt  durch, worin aufzeigt wird wie hoch der Verbrauch beispielsweise von Strom ist und wo somit Einsparpotenziale liegen.

Informative Gespräche nicht nur wie hier am Stand von Vattenfall.

Informative Gespräche nicht nur wie hier am Stand von Vattenfall. Fotos (3): Patrick Rein

Warnung vor Trickbetrügern

Doch auch der Mieterverein gab hilfreiche Hinweise zur gerade anstehenden Mietnebenkostenabrechnung und war zudem mit einem unabhängigen Energieberater vertreten. Die Schornsteinfeger-Innung warnte hingegen auch vor Trickbetrügern, die sich in berufstypischer Kleidung als diese ausgeben um so Zutritt zur Wohnung oder dem Haus zu erlangen. Dabei ist wichtig zu wissen, dass die „echten“ Bezirksschornsteinfeger ihren Besuch immer Tage vorher ankündigen und nie plötzlich vor der Tür stehen. Zudem sind diese immer in Besitz eines offiziellen Ausweises.

Beginn einer Tradition

Wie der erste so konnte auch der zweite Energiespartag mit informativen und hilfreichen Impulsen für Verbraucher und Entscheider aufwarten. Der Erfolg der letztjährigen Veranstaltung ließ sich damit wiederholen und schon bei der Eröffnung stellten Centermanager Bernd Muchow als auch der stellvertretende Bürgermeister Röding eine Fortsetzung im nächsten Jahr in Aussicht. Eventuell der Beginn einer Tradition im Zeichen der Umwelt und des Energiesparens.

Patrick Rein

So können Spandauer das Klima schützen

Erster Energiespartag im Rathaus

Natürliche Biogasanlage

Natürliche Biogasanlage

Klimaschutz und Energie sparen sind in aller Munde. Allzu leicht kommt der Gedanke auf, als normaler Bürger kaum etwas dazu beitragen zu können. Die Motivation zum umweltschonenden Verhalten ist dann nicht besonders groß, wenn die öffentlichen Institutionen anscheinend selbst nichts unternehmen. Tue Gutes und rede darüber.

Auf dem ersten Spandauer Energiespartag gab es fast ein Dutzend Vorträge und umfangreiche Informationen, die dem kleinen Einzelhaushalt, ebenso wie größeren Firmen zu Gute kommen. Das Bezirksamt beschrieb sein Engagement in Spandaus öffentlichen Gebäuden und Vattenfall zeigte viele Wege auf wie Energie und CO2 einzusparen sind.

Autofahrer in Spandau haben seit einiger Zeit mit den Folgen der CO2-Einsparungen zu kämpfen. Vattenfall unterquerte mit einer Fernwärmeleitung die Havel. Straßen werden aufgerissen, um die Leitungen vom Heizkraftwerk Reuter West bis an die Spandauer Haushalte zu bringen. Viele Öffentlichen Gebäude machen den Anfang.

Der Umweltstadtrat Carsten Röding erklärte dazu:

„Das Bezirksamt Spandau hat eine Vielzahl von Gebäuden energetisch ertüchtigt. Dies geschah mit eigenen finanziellen Mitteln oder aus Mitteln des Konjunkturpakets, von dem viele Spandauer Schulen profitieren konnten. Wichtig sind aber auch vermeintlich kleine Maßnahmen, wie etwa die energieeffiziente Beleuchtung in den Rathaus-Fluren und den Treppenhäusern. Keine Dauerbeleuchtung mehr, sondern nur wenn sie tatsächlich benötigt wird, schaltet sie sich automatisch ein und auch wieder aus.“

Vattenfalls Stromsparbus

Vattenfalls Stromsparbus

Vor dem Rathaus standen unübersehbar die großen Info-Busse von Vattenfall und den Wasserbetrieben. Vattenfall informierte darüber, wie mit einfachen Mitteln den Stromfressern im Haushalt auf die Spur zu kommen ist. Ein kleines Messgerät wird dabei zwischen Verbraucher und Steckdose geschaltet. Schnell kommt man so den Übeltätern auf die Spur. Standby-Geräte, ohne echten Ausschalter, aber auch ältere unwirtschaftlich arbeitende Geräte können auf´s Jahr gerechnet 100 bis 200 Euro an zusätzlichen Kosten verursachen. Geld, welches anderswo bestimmt besser angelegt wäre. Wer mag, kann sich bei Vattenfall ein solches Gerät, gegen Vorlage des Personalausweises, für eine Woche kostenlos ausleihen.

In der Säulenhalle im zweiten Stock ging es dann weiter. Osram führte unterschiedlichste Energiesparlampen vor, während die BSR geduldig über Biotonne und geplante Biogasanlage in Spandau informierte. Dort werden 60.000 Tonnen Abfall aus der Biotonne zu Biogas vergoren, welches anschließend z. B. die Fahrzeuge der BSR antreiben wird. Zukünftig wird es sogar eine neue – atmungsaktive und trotzdem wasserdichte – kleine Biotonne geben. Geruchsprobleme könnten damit der Vergangenheit angehören.

Im Bürgersaal fiel ein Monitor ins Auge, der an eine Wärmebildkamera angeschlossen war. Praktisch am eigenen Leibe konnten sich die Besucher von der Wirkungsweise der Thermografie überzeugen. In bunten Farbabstufungen ließen sich unterschiedliche Temperaturbereiche des Körpers unterscheiden. Was hier so anschaulich gezeigt wurde wird sonst zur Messung an Häusern eingesetzt, um Schwachstellen in der Isolation aufzuspüren.

Am KEBAB-Stand gab´s nichts zu Essen, sondern handfeste Informationen über Energiespar- und Beschäftigungsprojekte in Berlin und Spandau. Die gemeinnützige GmbH begleitet öffentliche Programme zur energetischen Gebäudesanierung. Ein Projekt wird hoffentlich bald online zu betrachten sein. Alle öffentlichen Gebäude Spandaus und ihr Ressourcenverbrauch wurden und werden erfasst und anschaulich auf einer Internetseite präsentiert. So ist es ein Leichtes Problem zu erkennen, aber auch positive Veränderungen zu dokumentieren. Projekt Nummer zwei ist die Klimawerkstatt Spandau zur Stärkung des Klimaschutzes im Bezirk durch lokale Netzwerke. Hier sollen die unterschiedlichsten Akteure zusammen finden, sich austauschen und Wege aufzeigen, um den Klimaschutz in Spandau zu optimieren.

Neben all den ernsthaften Aktivitäten gab es die seltene Gelegenheit – quasi als kleine Belohnung für soviel Ausdauer – die Möglichkeit, den Rathausturm zu besteigen.

Kritik wurde von einigen Messeteilnehmern am Termin in den Sommerferien geäußert, der – wie die zu geringe Werbung – nicht genügend Neugierige in die Veranstaltung gezogen hat. Trotzdem sollte der Energiespartag einen festen Platz in Spandaus Veranstaltungskalender bekommen.

Ralf Salecker

Vattenfall Center Berlin
Nürnberger Straße 14/15
10789 Berlin
Öffnungszeiten
montags – freitags 10 – 18 Uhr
samstags 10 – 16 Uhr
Tel. 01801 267 267
Fax 030 267 11 94 14 10
montags – freitags 7 – 19 Uhr

KEBAB gGmbH
Schönwalderstr. 23
13585 Berlin
Ansprechpartner: Herr Pietschke
Tel.: 81 003 197 oder 81 039 685
Fax: 618 10 36
E-Mail: Pietschke@kebab-online.de