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Spandau hat seine Hausaufgaben gemacht

Bezirksstadtrat stellt Plan zu Kitabetreuungsplätzen für 2013 vor

Erst vor kurzem berichteten wir in Zusammenhang mit der Eröffnung der Kindertagesstätte in der Lasiuszeile über die drohenden Probleme, dem ab nächstem Jahr bestehenden Gesetzesanspruch auf einen Betreuungsplatz der ein- bis dreijährigen Kinder gerecht zu werden. Am Mittwoch stellten jetzt Bezirksstadtrat für Jugend, Bildung und Sport Gerhard Hanke und Fachdienstleiter für Kooperationen mit Regeleinrichtungen Klaus Sareika das bezirkliche Konzept vor um zumindest räumlich die benötigten Bedarfsplätze zu schaffen.

Bezirksstadtrat Gerhard Hanke (re.) und Fachdienstleiter Klaus Sareika

Bezirksstadtrat Gerhard Hanke (re.) und Fachdienstleiter Klaus Sareika stellten den Entwicklungsplan Kita und Tagespflege vor.

Erheblicher Fachkräftemangel

Während die Bezirke für die Schaffung der Räumlichkeiten verantwortlich sind, obliegt die personelle Besetzung dabei der Senatsverwaltung. Die Trennung zwischen Inneren und Äußeren Bildungsangelegenheiten stellt besonders bei einem so großflächigen Land wie Berlin immer wieder schwerwiegende Zuständigkeitsprobleme dar. Wie ab dem kommenden Schuljahr personelle Engpässe im Erzieherbereich behoben werden, ist unklar. Fachkräfte sind Mangelware und die Möglichkeiten von Umschulungen und Weiterbildung weites gehend ausgeschöpft.

Lösung für Problemkieze

Mit den heutigen Kapazitäten würden gut 1500 Betreuungsplätze fehlen, wenn jeder der einen gesetzlichen Anspruch hat, diesen auch einfordern würde. Besonders in den Stadtteilen Falkenhagener Feld, Wilhelmstadt und Heerstraße Nord ist die Lage derzeit besonders besorgniserregend. Nach dem vorgestellten Entwicklungsplan wird jedoch auch dort bis zum Herbst 2013 das Angebot dem Bedarf angepasst sein.

Nach der Lasiuszeile werden in diesem Jahr noch zwei weitere neue Kitas eröffnet.

Nach der Lasiuszeile werden in diesem Jahr noch zwei weitere neue Kitas eröffnet. Fotos (2): Patrick Rein

Am seidenen Faden

Damit die Vorhaben doch aber auch tatsächlich gelingen, müssen alle Räder ineinandergreifen. „Wenn nur ein Rädchen ins Klemmen gerät, steht das Gesamtwerk still“, führte Stadtrat Hanke bildlich aus. Bedeutet: Um die Pläne umzusetzen, müssen Senatsverwaltung und Baubehörden mitarbeiten. Während der Architekt der Kita Lasiuszeile das Spandauer Bauamt für die unkomplizierte und einfache Zusammenarbeit lobte, ist auch die Finanzierung mittels Fördergelder der Senatsverwaltung zu gewährleisten. Dort wurden berlinweit 4 Millionen Euro zur Verwirklichung von Bauvorhaben im Zusammenhang mit der Kinderbetreuung bereitgestellt – mittlerweile wurden jedoch Anträge in Höhe von 20 Millionen eingereicht. Für 2013 wird der Etat nun noch um 16 Millionen aufgestockt.

Spandau hat seine Hausaufgaben zur Schaffung der Rahmenbedingungen gemacht, ob es zeitlich realisierbar ist und wirklich alle Räder reibungslos ineinandergreifen bleibt abzuwarten. Erfreulich ist jedoch jetzt schon festzustellen, dass sich genug freie Träger für die Kitas gefunden haben, da die Betreibung nicht mehr staatlich organisiert ist.

Patrick Rein