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Gebietsfond 2013 für Wilhelmstadt steht fest

Wilhelmstadt

Wilhelmstadt

In diesem Jahr steht dem Stadtteil Wilhelmstadt ein Budget von 10.000 € zur Verfügung. Es stammt aus dem Förder- programm Aktive Zentren und dient der Bezuschussung von Maßnahmen und Projekten für den Stadtteil.

Bewerben Sie sich bis zum 03.05.2013 mit Ihrer Projektidee – Kontaktdaten siehe unten!

Bewerben können sich Unternehmen, Immobilien- eigentümer, Bewohner und Vereine aus dem Bezirk Wilhelmstadt. Die Projektideen sollen zur Entwicklung eines lebenswerteren Bezirks beitragen und somit Einzelhandels-, Dienstleistungs- und Versorgungsangebote stärken. Projekte, Marketingaktionen oder Veranstaltungen, die zu einem lebendigen Kulturleben, attraktiven öffentlichen Räumen und der Stärkung der Geschäftsstraßen dienlich sind, sind hier genau richtig.

Kontakt

Geschäftsstraßenmanagement Wilhelmstadt
Adamstraße 39
13595 Spandau
Telefon (030) 30 12 46 97
gsm@wilhelmstadt-bewegt.de

Zum Antragsformular!

In der Wilhelmstadt wird schon an Weihnachten gedacht

Barrierefreiheit, nicht immer einfach umzusetzen

Pichelsdorfer Straße in der Spandauer Wilhelmstadt (Foto: Ralf Salecker)

Pichelsdorfer Straße in der Spandauer Wilhelmstadt (Foto: Ralf Salecker)

In der letzten Woche, bei strahlendem Sonnenschein und über 10 Grad Celsius wäre der Gedanke noch etwas befremdlich gewesen, nun, mit gefühlten minus 10 Grad und Bergen von Neuschnee, liegt der Gedanke an Weihnachten nicht mehr so fern. Im Sanierungsgebiet Wilhelmstadt hat es zur letzten Weihnachtszeit keine einheitliche Weihnachtsbeleuchtung gegeben. Ein paar einsame Lichter zeigten, dass auch in der Wilhelmstadt Weihnachten war. „Die kritische Masse an Teilnehmern wurde nicht erreicht“, so Nadine Ranft und Torsten Wiemken vom Geschäftsstraßenmanagement der Wilhelmstadt. Die Gründe dafür waren vielfältig: keine Geld, zu viel Bürokratie, kein Interesse, andere Vorstellungen, kein Interesse an einer finanziellen Selbstbeteiligung …

In Eberswalde, einer kleinen Stadt im Norden Berlins, waren bürokratische Hürden kein Thema. Den Strom für die Versorgung der Lichterketten gab kostenlos vom kommunalen Energieversorger. In Berlin und damit auch in Spandau ist Vattenfalll Herr über die Laternen und entscheidet, wer dort Strom abzapfen kann. Keine 20 Unterstützer kamen in Eberswalde zusammen, trotzdem waren am Schluss fast 15.000 Euro im Topf, um die Idee der Weihnachtsbeleuchtung umzusetzen. Manch einer gab mehr, andere weniger, dazu gab´s noch ein paar Fördermittel. Auch wenn schwer fiel, einigte man sich auf einen Bereich von 500 Meter der hell erstrahlen sollte. Einige, die Geld beisteuerten, sahen ein, nicht den beleuchteten Baum vor dem Haus haben zu können, weil es sonst kein geschlossenes Bild ergeben würde. Die Verwirklichung der Idee war wichtiger, als kleinliche Egoismen.

Barrierefreie Wilhelmstadt?

Viele Altbauten prägen die Wilhelmstadt. Früher machte sich niemand Gedanken um barrierefreie Zugänge zu Geschäften. So kann man heutzutage nur in einige Geschäfte gelangen, in dem man ein oder mehre Stufen abwärts in Souterrain oder ein paar Stufen aufwärts geht. Solche Stufen stellen nicht nur für Rollstuhlfahrer eine unüberwindbare Hürde dar. Nun, da es wichtig ist, sich um jeden Kunden zu kümmern, werden Wege gesucht, um Barrieren möglichst zu überwinden. Selbst Handläufe können da schon eine große Hilfe sein. Gerade im Alter, ist ein zusätzlicher Halt beim Treppensteigen, eine große Hilfe.

In Strausberg, wie Eberswalde im Norden Berlins gelegen, kam man auf die Idee, mobile Rampen unterschiedlichster Bauart einzusetzen, die bei Bedarf den Zugang ermöglichen können. Mehre Geschäfte teilen sich eine Rampe. An den Geschäften selbst, sollte mit einem Aufkleber auf diese Möglichkeit hingewiesen werden. Wäre das etwas für die Wilhelmstadt? So gut gemeint das Angebot selbst ist, könnte es selbst zur Hürde werden, schließlich muss jemand erst auf sich aufmerksam machen, damit die Rampe aufgestellt wird.

Gebietsfonds 2013 – 10.000 für Projekte

Wie schon 2012 wird es auch in diesem Jahr wieder Fördermittel zur Verwirklichung von Projekten im Sanierungsgebiet geben. Anders als zuvor, ist diesmal ein monetärerer Eigenanteil von 50 Prozent aufzubringen. Der Antragsteller muss erst einmal in Vorleistung gehen. Maßnahmen zur Beseitigung von Barrieren in der Wilhelmstadt könnten also beantragt werden, schließlich würden sie dazu beitragen, die Funktion der Geschäftsstraße zu stärken und die positive Ausstrahlung zu verbessern. Bis zum 3.5.2013 müssen diese eingegangen sein. Eine Jury entscheidet darüber, welche Projekte bewilligt werden.

 

Ralf Salecker

Keine einheitliche Weihnachtsbeleuchtung in der Pichelsdorfer Straße

Neues aus der Wilhelmstadt

Leerstand in der Wilhelmstadt (Foto: Ralf Salecker)

Leerstand in der Wilhelmstadt (Foto: Ralf Salecker)

Ein neues Treffen des Forum Geschäftsstraßenmanagement in der Spandauer Wilhelmstadt, bei dem Anwohner, Dienstleister, Vermieter, Interessierte, Einzelhändler, die Stadtteilvertretung, der Verein Meine Wilhelmstadt, Kunstschaffende und viele mehr zusammenkommen könnten, um sich über das Geschehen im Sanierungsgebiet Wilhelmstadt zu informieren. Einige Treffen hat es schon gegeben. Die Anzahl der Neugierigen hält sich in Grenzen. Immer wieder sind es die „üblichen Verdächtigen“, die sich informieren wollen. Ab und an kommen neue Gesichter hinzu. Dabei hätten sie diesmal wieder allen Grund gehabt, dabei zu sein.

Stadtteilzeitung für die Wilhelmstadt

Vor einiger Zeit wurde vom Bezirksamt Spandau die Suche nach einer Stadtteilzeitung für das Sanierungsgebiet Wilhelmstadt ausgeschrieben. Eine Person oder ein Team wurde gesucht, welches die komplette Abwicklung einer Zeitung übernehmen kann. Dies ist nun gefunden. Ulrike Steglich und Christoph Schaffelder, die auch schon drei andere Stadtteilzeitungen (Moabit, Wedding, Mitte) in ihrem Programm haben, bekamen den Zuschlag.

Beide stellten sich vor und beschrieben allgemein, wie die neue Zeitung inhaltlich aussehen könnte. In erster Linie geht es um die Information und Einbindung der Wilhelmstädter, speziell der Gewerbetreibenden und Dienstleister, in das Sanierungsgeschehen. Sie hoffen auf eine rege Beteiligung der unterschiedlichen Akteure im Kiez im Rahmen dieser gedruckten Diskussionsplattform, die später an den unterschiedlichsten Stellen zur kostenlosen Mitnahme ausliegen wird. Ambitioniertes Ziel ist die Stärkung der Verbundenheit der Bewohner mit ihrer Umgebung.

Manch Wilhelmstädter, wäre es lieber gewesen, ein Spandauer hätte den Zuschlag erhalten. Worauf das neue Team schlagfertig konterte, aus der Mitte Berlins bräuchten sie nur eine halbe Stunde, um nach Spandau zu gelangen. So müssten auch andere Berliner denken, wenn es darum geht, Spandau einen Besuch abzustatten.

Handwerkerführer für die Wilhelmstadt

Ein erstes Probeexemplar eines Handwerkerführers für das Sanierungsgebiet Wilhelmstadt wurde zur kritischen Begutachtung gezeigt. Das kleine Heftchen entstand anlässlich des „Tag des Handwerks“, der in der Neustadt und eben auch in der Wilhelmstadt durchgeführt wurde. Fast 70 Handwerksbetriebe in den Geschäftsstraßen des Sanierungsgebietes finden sich dort wieder. Nicht alle wollten dabei sein, mache, weil sie sich nicht als Handwerker sahen.

Natürlich kann so ein Heft nicht wirklich vollständig sein. Fehlende Betriebe waren schnell gefunden. Der eine oder andere war überrascht, gleichartige Betriebe in unterschiedlichen Rubriken wiederzufinden. Die Einteilung ergab sich aus der unterschiedlichen Selbsteinschätzung. Tattoo-Studios in der Rubrik „Schönheit & Gesundheit“ zu entdecken, rief ein wenig Schmunzeln hervor. Fehlende Bäckereien wurden bemängelt, stellten sich aber schnell als reine Aufback-Shops heraus, die als Einzelhändler zahlten, nicht als Handwerker. Um die ging es aber in diesem Heftchen.

Vergleichbare Hefte, mit anderen Schwerpunkten sind für die Zukunft geplant.

Lebendiger Adventskalender und Weihnachtsbeleuchtung

24 Tage im Dezember, 24 Türen des Kalenders und 24 Akteure aus der Wilhelmstadt, von der Kirche bis zum Dienstleister, sollen in einem begrenzten Zeitfenster des Tages ein besonderes Angebot präsentieren. Das kann von Glühwein reichen, über Musikeinlagen, bis zur Vorführung typischer berufsspezifischer Arbeiten. Fast ein Dutzend haben sich schon gefunden, weitere können sich gerne beim Geschäftsstraßenmanagement melden, welches die Aktion koordiniert.

Eine einheitliche Weihnachtsbeleuchtung wird es in der Pichelsdorfer Straße nicht geben. Zu gering scheint das allgemeine Interesse – oder zu hoch die Kosten. Selbst die Minimalversion eines kleinen Weihnachtsbaums vor den Geschäften, ausgestattet mit einer Lichterkette, zum Preis von etwa 25 Euro stieß auf wenig Resonanz. „Wir haben ja unsere eigene Dekoration“, hieß es da oft. Von der war aber im letzten Jahr nur wenig zu erkennen.

 

Ralf Salecker

Zwischen Träumen, bewährten Ideen und echten Neuerungen

Interessierte Bürger beim Geschäftsstraßenmanagement in der Spandauer Wilhelmstadt

Ein Urgestein in der Wilhelmstadt - Opfer extremer Mietsteigerungen? (Foto: Ralf Salecker)

Ein Urgestein in der Wilhelmstadt - Opfer extremer Mietsteigerungen? (Foto: Ralf Salecker)

Ein weiteres Treffen mit dem interessierter Bürger mit dem Geschäftsstraßenmanagement der Spandauer Wilhelmstadt im neuen Stadtteilladen in der Adamstraße. Es ist Fußballzeit. Trotzdem kamen doch einige zur zweimonatlich stattfindenden Veranstaltung am Földerichplatz um sich über neue Entwicklungen und Ansätze zu informieren.

Jetzt schon an den Winter denken

Es mag überraschen, mitten im Sommer an Schnee und Eis zu denken. Verträge mit den Dienstleistern werden selten spontan und über einen kurzen Zeitraum geschlossen. Das nicht mehr ganz so neue Berliner Winterdienstgesetz lastet den Hauseigentümer die Verantwortung für die richtige Durchführung der Räumpflicht auf. Was geschieht wenn kein Verantwortlicher da ist, hat der strenge Winter 2009/2010 gezeigt. Bisher haben die meisten Eigentümer eher ein Einzelkämpferdasein geführt. Jeder schloss einen Vertrag mit seinem Dienstleister über ein paar Meter Bürgersteig ab. Das ist erstens nicht besonders ökonomisch, noch hat man als Einzelperson eine gute Verhandlungsposition. Einige Geschäftsleute und Vermieter in der Wilhelmstadt streben nun einen gemeinsamen Weg an, der Kosten minimiert und die Qualität der gebotenen Leistung verbessern soll. Jeder profitiert von dieser neuen Gemeinsamkeit, bei noch einige Punkte zu klären sind. Ein erster Schritt ist getan.

Informationen und Aktionen

Es scheint fast widersinnig, „dem Elend des Leerstands“ mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Trotzdem! Den Ursachen auf den Grund gehen und gleichzeitig, neben den Problemlösungsansätzen auch dem Positiven einen Raum geben ist ein vernünftiger Ansatz, sich wieder mit seiner Umgebung identifizieren zu können. Wegschauen und Ignorieren hat noch nie etwas gebracht!

Sind explodierende Gewerbemieten ein Grund für das Ende vieler eingesessener Geschäfte? Eine anonymisierte Umfrage soll endlich einen Überblick für das Sanierungsgebiet der Wilhelmstadt bringen. Je mehr sich daran beteiligen, umso aussagekräftiger sind die Ergebnisse.

Nicht nur das bemerken, was fehlt, sondern den Blick auf vorhandene attraktive Angebote richten, ist das Motto für eine Aktion im September. Es gibt mehr Dienstleister, als viele annehmen. Am Tag des Handwerks führen „Stadtrundgänge“ zu Handwerkern und Ausbildern im Kiez. Ähnliches bezweckt die Woche der Sprache und des Lesens mit Lesungen in Geschäften und Institutionen. So soll ein zusätzlicher Anreiz geboten werden, die eigene Umgebung einmal ganz anders zu entdecken. Im Bezirk Neukölln wurde diese Veranstaltung schon dreimal erfolgreich durchgeführt. In diesem Jahr findet sie erstmals berlinweit statt.

Wie ist mit Leerstand umzugehen?

Rund 40 Geschäftsräume stehen im Sanierungsgebiet leer. Besonders kleine Flächen und solche abseits der Hauptstraße sind betroffen. Nicht wenige gehören Eigentümern ohne regionalen Bezug. An manchen fehlen die Kontaktdaten für potentielle Interessenten.

Ziel muss es sein, einerseits eine Aufwertung des Erscheinungsbildes zu erreichen und andererseits den Leerstand auf eine besondere Art und Weise ins Bewusstsein zu bringen. Dabei lassen sich unterschiedliche Wege gehen. Mit Hilfe einer attraktiven Schaufenstergestaltung durch Künstler, Schulen und Vereine lassen sich Leerstände positiv kaschieren. Der notwendige Aufwand hält sich für alle – Vermieter, wie temporäre Nutzer – in Grenzen. Damit sich der positive Effekt nicht abnutzt, sind regelmäßig neue Gestaltungen unumgänglich.

Anders sieht es bei der offensiven – kunstvollen – Vermarktung von Leerstand aus. So wäre eine vollständige Beklebung von Schaufenstern möglich, die Aufmerksamkeit weckt, bei der nur ein definiertes Guckloch (z. B. ein ausgeschnittenes Wort?) den Blick in das Innere gestattet. Dort lassen sich Kunst, wie auch positive Werbung für den Standort unterbringen. Zu viele davon dürften eher störend oder gar verstörend wirken. Eine gleichzeitige anderweitige Nutzung der Räume wird durch solch eine Nutzung eher erschwert.

Zwischennutzung wird besonders in Neukölln seit Jahren erfolgreich praktiziert. Zwei positive Beispiele bietet die Spandauer Neustadt. Über lange Jahre leerstehende Räume konnten nach einer begrenzten Zwischennutzung dauerhaft vermietet werden. Ein Erfolg ist also durchaus belegbar, auch wenn manch einer Schwierigkeiten hat, eine künstlerisch-kulturelle Nutzung als ein positves Signal anzusehen. Einerseits lässt sich so der Kiez durch vorher fehlende kulturelle und sonstige Angebote bereichern, andererseits besteht so die Chance, etwas gegen den Leerstand zu unternehmen. Zu den „Kreativen Köpfen“ in der Spandauer Neustadt kamen Besucher und Teilnehmer aus ganz Berlin. Das spricht für sich.

Nicht jeder in der Runde konnte sich mit dieser Idee anfreunden: Neue Ideen sollten her, nicht „Kopien“ der Wilhelmstadt „übergestülpt“ werden. Warum aber sollte man das Rad neu erfinden wollen, wenn es praktikable anpassbare Beispiele gibt? Das gilt es immer wieder abzuwägen!

Bei Befragungen nach den Wünschen für die Zukunft der Wilhelmstadt kommen nicht immer verwirklichbare Ideen zu Tage. Solche Ideen erst einmal zuzulassen und ihnen einen Diskussionsraum zu bieten, ist ein erester Ansatz, um zu realisierbaren Ansätzen zu kommen. Alle Akteure in der Wilhelmstadt sind aufgerufen, gestaltend und handelnd mitzuwirken, sei es als Ideengeber, praktischer Unterstützer oder Motivator. Die potentielle Nutzung des Leerraumes muss für alle Beteiligten UND den Standort Vorteile bringen, dann wäre sie nachhaltig angelegt und nicht ein Strohfeuer, welches schnell wieder erlischt. Ohne eine Öffentlichkeitsarbeit, die möglichst viele im Kiez erreicht geht fast nichts …

 

Ralf Salecker

Eifrige Diskussion im Forum Geschäftsstraßen-Management in der Wilhelmstadt


In Spandaus Sanierungsgebiet hält das Interesse an

Nadine Walter und Torsten Wiemken von „die raumplaner“ (Foto: Ralf Salecker)

Nadine Walter und Torsten Wiemken von „die raumplaner“ (Foto: Ralf Salecker)

Ein erster Besuch im neuen Stadtteilladen in der Wilhelmstadt. Ende letzten Jahres wurde der Földerichplatz – als neues Herz, direkt vor der Haustüre eingeweiht. Nun gab es hier eine erste öffentliche Veranstaltung. Nadine Walter und Torsten Wiemken von „die raumplaner“  luden zur Fortsetzung der Veranstaltung zum Geschäftsstraßenmanagement. Wir berichteten.

Die Luft war noch geschwängert vom Duft der frischen Farbe. Keine Spur wies mehr auf die alte Post hin, die hier viele Jahrzehnte gewohnter und geschätzter Anlaufpunkt für die Wilhelmstädter war. Eine Menge Vermieter waren unter den Neugierigen, aber auch Geschäftsleute, Anwohner und Vertreter des Vereins „Meine Wilhelmstadt e. V“. Letztere werden wohl bald ihr Büro in den Räumlichkeiten beziehen können.

Nach einer Präsentation und Erläuterung der gesammelten Ideen aus der letzten Veranstaltung griff das Team der Raumplaner vier ausgewählte Punkte heraus, die von besonderer Bedeutung sein könnten:

Leerstandsmanagement

Besonders in der Pichelsdorfer Straße fällt der Geschäfts-Leerstand sofort ins Auge. Ein Leerstandsmanagement unternimmt den Versuch, über eine kreative und/oder temporäre Nutzung wieder zur dauerhaften Vermietung zu gelangen. Nicht jeder Vermieter konnte mit dem Gedanken etwas anfangen. Vorbehalte standen überdeutlich im Raum. Eine kurzzeitige Nutzung schien Quell unzähliger Probleme zu sein. Etwas provokant warf jemand aus dem Publikum ein, das „immerhin kurz vor Silvester eine Zwischennutzung problemlos zu funktionieren scheine …“.

Viele Vorschläge kamen dazu aus dem Publikum. Temporäre Nutzer könnten Schüler sein, die Ergebnisse ihrer Schulprojekte in leerstehenden Räumen präsentieren. Vor Jahren war einmal ein Fotoprojekt im Gespräch. Künstler bekämen die Möglichkeit ihre Werke in temporären Galerien den Wilhelmstädtern nahezubringen. Kleine Musik-Events und vieles mehr schien denkbar.

Jetzt schon an Weihnachten denken

Nach Weihnachten ist vor Weihnachten. In der Abwandlung eines alten Spruchs und eingedenk längerer Vorlaufzeiten für die Planung also ein vernünftiger Ansatz. Will man potentiellen Kunden ein qualitativ ansprechendes Bild präsentieren, muss die Gestaltung der Beleuchtung einheitlich sein, um ihre Wirkung zu entfalten. Bedenken wurden geäußert: dies wäre zu teuer und nur ein kleiner Teil würde mitmachen wollen. Optimisten erwiderten, man müsse mit gutem Beispiel voran gehen.

Von den türkischen Mitbürgern nahm man an, sie hätten kein Interesse an weihnachtlicher Deko, ein Vorurteil, das schnell ausgeräumt wurde. Die Adamstraße hätte sogar noch einheitlichen Weihnachtsschmuck, der müsste nur gefunden werden. Anfallende Kosten/Gebühren einer Beleuchtung „im Straßenland“ in Höhe von etwa 28,- Euro pro Geschäft könnten auf eine einmalige Zahlung in gleicher Höhe reduziert werden, wenn der Verein „Meine Wilhelmstadt“ diese  anbieten würde.

Einkaufsführer

Wie soll er aussehen, wer wäre das Zielpublikum für einen Einkaufsführer? Sind es die Bewohner der Wilhelmstadt oder das kaufkräftige Publikum aus Gatow und Kladow? Aus dem Publikum kam die Feststellung, die Wilhelmstadt steht mit vielen aus der Umgebung in Konkurrenz: „Die Altstadt ist nicht unser Freund!“

Service – Schlechter Service in der Wilhelmstadt?

Viele aus dem Publikum nickten sofort mit dem Kopf, doch kaum einer konnte Beispiele bieten. „Läden, die schlechten Service geliefert hätten, würden jetzt nicht mehr existieren“, hieß es. Wenn dem so ist, sollte also ein verbessertes Angebot für eine Kundenbindung aber auch für neue Kunden sorgen können.

Für bessere Barrierefreiheit ist nicht überall zu sorgen. Kleine steile Treppenstufen lassen sich nicht einfach aus der Welt schaffen. Mehr Aufmerksamkeit der Ladenbesitzer und eine aktive Hilfe für weniger mobile oder Rollstuhlfahrer könnte also ein Weg sein.

Manches erschien als reines Wunschdenken. Ältere Mitbürger würden sich einen Lieferservice wünschen – nur kosten darf er nichts, schließlich liefern auch Apotheken kostenlos. Hier sind kreative Lösungen gefragt. „Das wäre doch eine Gründeridee“, kam gleich der Vorschlag. Der beliebte Eiermann wurde als positives Beispiel für den „fast“ Haustürservice genannt.

Das Interesse war immer noch ausgesprochen hoch. Neugierde und Diskussionsbereitschaft sind vorhanden. Jetzt gilt es konkrete Ansatzpunkte zu finden …

 

Ralf Salecker

Geschäftsstraßen-Management startet für die Wilhelmstadt


Wir packen an! Die Bereitschaft scheint da zu sein.

Pichelsdorfer Straße in der Spandauer Wilhelmstadt

Pichelsdorfer Straße in der Spandauer Wilhelmstadt

Der Kudamm Spandaus wurde die Pichelsdorfer Straße in der Spandauer Wilhelmstadt einmal genannt. Von überall her strömten die Menschen zum Einkaufen und Flanieren hierher. Das ist bekanntlich lange her. Nachdem es lange Zeit einen fast fatalistischen Dornröschenschlaf gegeben hatte, trat der Verein „Meine Wilhelmstadt e. V.“  an, um die Initiative zu ergreifen. Auch die Politik begann ein Auge auf den in Schieflage geratenen Kiez zu werfen.

Geschäftstraßenmanegement

Anfang 2011 wurde die Wilhelmstadt zum Sanierungsgebiet erklärt. In den nächsten 15 Jahren fließen 29 Millionen Euro hierher. Das Sanierungsgebiet Wilhelmstadt im Berliner Bezirk Spandau umfasst eine Fläche von 104 ha mit 591 Grundstücken. Hier leben 12.215 Einwohner. Mit Hilfe des Förderprogramms „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ geht es u. a. um Maßnahmen zur Aufwertung der Wilhelmstädter Geschäftsstraßen.

Im Straßenzug Klosterstraße, Pichelsdorfer Straße, Metzer Straße, Weißenburger Straße und Adamstraße, dem eigentlichen Gebiet für das Geschäftsstraßenmanagement,  versorgen etwa 500 Ladengeschäfte die Wilhelmstadt. Das Planungsbüro „die raumplaner“  präsentierte einen kurzen Überblick zu den geplanten Maßnahmen im Geschäftsstraßenmanagement und gab eine Übersicht des derzeitigen Ist-Zustandes.

Nur gemeinsam geht es voran

Ohne die gemeinsame aktive Zusammenarbeit von Anwohnern, Gewerbetreibenden, Dienstleistern, Vereinen und Vermietern ist nur wenig möglich. Die Bandbreite der Befragten bewegte sich von frustriertem „ich mache in drei Monaten dicht“ und einem durchaus begründeten Optimismus. Bemängelt wurde ein nicht mehr ausreichender Branchenmix, zu viel Leerstand, nur wenig hochqualitative Angebote und eine Verwahrlosung des öffentlichen Raumes. Postschließung und Verlagerung einer Buslinie, die einmal durch die Pichelsdorfer Straße führte, lassen viele Kunden anderswo ihr Glück suchen. Trotzdem gibt es immer noch viele, die sich in ihrem Kiez wohlfühlen und ihn um keinen Preis verlassen wollen.

Mit Hilfe eines intensiven Marketings sollen neue Anbieter ins Gebiet geholt, die alten hier gehalten und über ein zu schaffendes besseres Angebot auch wieder Laufkundschaft in die Wilhelmstadt kommen. Dazu sind sogenannte Magnetbetriebe gefragt, die – wie früher – die Leute von weiter her locken. Ein positiver Effekt wird den Anbietern aus dem Bereich Gesundheit und Wellness zugesprochen. Wer zum Arzt geht, nimmt auch gleich die Gelegenheit wahr, einkaufen zu gehen. Eine Arztpraxis soll so 50 potentielle Kunden pro Tag bringen.

Angebote ausbauen

Das Angebot für die jüngere Generation, aber auch für die Rentner ist auszubauen. Barrierefreiheit ist angesagt. Ein gesunder Mix mit vielen jungen Familien im Kiez, wäre eine gesunde Basis für eine gute Entwicklung, vorausgesetzt, die Infrastruktur stimmt.  Aus diesem Grund ist der Erholungs- oder Wohlfühlcharakter eine ernst zu nehmende Größe. Viele wünschten sich eine bessere Anbindung der Wilhelmstadt an die nahe Havel, die ein Alleinstellungsmerkmal sein kann, wenn es denn entwickelt und beworben wird.
Das große Interesse der Wilhelmstädter an einer zu gestaltenden Zukunft zeigte sich in der regen Beteiligung, als es darum ging Ideen und Maßnahmen für die künftige Arbeit des Geschäftsstraßenmanagements zu sammeln. Insgesamt lagen die Vorstellungen recht nahe beieinander.

Wie der Handlungsrahmen, basierend auf den Erhebungen vor Ort und den Ideen der ersten Veranstaltung, zukünftig aussehen könnte, wird das Planungsbüro in einem Monat im neuen Büro in der Adamstraße vorstellen. Eine ähnlich hohe Beteiligung, wie bei der Auftaktveranstaltung ist nicht nur zu wünschen, sondern zeigt auch, wie sehr der angestoßene Prozess angenommen wird.

 

Ralf Salecker