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Boote zu Wasser gelassen

DLRG Spandau startet in Saison 2013

© DLRG LV Berlin Bezirk Spandau

© DLRG LV Berlin Bezirk Spandau

Die Saison der DLRG Spandau startet jedes Jahr im Mai und endet im Oktober. In dieser Zeit besetzen die Spandauer Lebensretter/innen vier Rettungsstationen an der Havel und am Glienicker See. Während der kalten Monate werden die Boote der DLRG eingelagert und im Trockenen gewartet und überholt.

Vor einer Woche war es dann soweit, die ersten drei Rettungsboote der DLRG wurden für die Saison 2013 zu Wasser gelassen – das vierte folgt dann Anfang Mai.

Endlich Sommer!

Die Sonne lässt sich doch noch blicken, Zeit um nach einer Abkühlung zu suchen

In keiner Metropole der Welt ist der Sommer so schön wie in Berlin. Und nirgendwo sonst gibt es in einer Millionenstadt derart viele Möglichkeiten zum Baden an natürlichen Gewässern als auch öffentlichen Bäderbetrieben. Gerade Spandau gehört zu den wasserreichsten Bezirken und bietet vielseitigen Badespaß.

Lange ließ der Sommer auf sich warten, da kann es schon vorkommen.

Lange ließ der Sommer auf sich warten, da kann es schon vorkommen dass nicht jeder die Sonne erkennt.

Alternativen zum Schwimmbad

Daher bieten sich neben dem Besuch des Kombibads Spandau Süd an der Gatower Straße selbst im Bezirk mehrere Alternativen wem der Weg ins Umland zu weit ist. Gesundheitlich wird dabei kein Risiko eingegangen, denn Gewässer sind Ökosysteme, die sich in einem natürlichen Gleichgewicht befinden und in der Regel selbst reinigen. Ob das Wasser in einem Badegewässer auch tatsächlich gesundheitlich unbedenklich ist, überprüfen die Gesundheitsbehörden des Landesamtes für Gesundheit und Soziales nach einem strengen und dichten Kontrollverfahren regelmäßig.

Lediglich an der kleinen Badewiese sollte nicht ins Wasser gegangen werden.

Lediglich an der kleinen Badewiese sollte nicht ins Wasser gegangen werden. Foto: Patrick Rein

Keine Gefahren

Die Selbstreinigungsfähigkeit der Berliner Gewässer ist sehr hoch. Selbst ein langer heißer Sommer wie der im Jahr 2003 mit sehr vielen badenden Menschen im Wasser macht den Badegewässern nicht viel aus. Dennoch kann jeder einzelne dazu beitragen, dass Belastungen gering bleiben. Hunde verrichten ihre Notdurft niemals beim Schwimmen im Wasser. Das sollte auch für uns Menschen gelten. Wer es überdies auf sich nimmt, statt in die Büsche in das nächste Toilettenhäuschen zu gehen, schont seine Badestelle, denn so können beim nächsten Regen Urin und Kot nicht ins Gewässer eingespült werden. Zudem gehören Abfall sowie Essensreste in Müllkörbe und sollten nicht einfach liegengelassen werden. Außerdem sollten Schilfgürtel und Röhricht gemieden werden – denn diese bilden die natürlichen Filter des Gewässers.

Auch die Abende landen momentan zum draußen verweilen ein.

Auch die Abende landen momentan zum draußen verweilen ein. Foto: Patrick Rein

Kleine Badewiese bedenklich

Wie schon zum offiziellen Sommeranfang berichtet, ist in Spandau lediglich die kleine Badewiese auch weiterhin zum Baden ungeeignet. Dahingegen darf jeder unbedenklich Abkühlung an der Bürgerablage, südlich und nördlich des Glienicker Sees sowie dem Breitehorn suchen. An anderen Stellen darf nach der Berliner Gewässerverordnung nicht ins Wasser gegangen werden. Gesundheitlich in der Regel unbedenklich, aber für viele eklig sind Algen im Badegewässer. Da die Berliner Gewässer allesamt sehr flach und eher nährstoffreich sind, kommt es jeden Sommer zur Algenblüte. In einem speziellen Messprogramm werden diese ebenfalls von den Gesundheitsbehörden untersucht.

LiLu weiter geschlossen

Neben dem Badevergnügen oder einem leckeren Eis, suchen in den Abendstunden gerade Erwachsene auf andere Art Abkühlung: In einem der zahlreichen Biergärten unseres Bezirks. Große Resonanz erfuhr im letzten Sommer auch noch Spandaus Strandbar LiLu – Licht und Luft Bar – im Telegrafenweg doch diese bleibt in diesem Jahr bisher auch weiterhin geschlossen. Das Wochenende sollte dennoch bestmöglich genutzt werden, denn für die kommende Woche sehen die Aussichten der Meteorologen schon wieder schlechter aus.

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Enteignungen am Groß Glienicker See?


In Spandaus Ortsteil Kladow erhitzen sich die Gemüter

Erwartet auch das Ostufer ein solcher Streit?

Erwartet auch das Ostufer ein solcher Streit?

Groß titelten die Schlagzeilen in manchen Medien „bis zu 100 Anrainer auf der Kladower Seite des Sees sollen von Enteignung bedroht sein“. Was ist geschehen? In der BVV-Sitzung im Rathaus Spandau am 28.3. stimmte die BVV mit 27 Ja- gegen 25 Nein-Stimmen für den Bau eines Wanderweges auf der östlichen Seite des Glienicker Sees. „Der Groß Glienicker See gehört allen Spandauern“, so Christian Hass, der SPD-Fraktionsvorsitzende in der BVV. SPD und GAL wollen dort zukünftig einen 2,3 Kilometer langen Wanderweg einrichten. Zum Schutz des Sees soll ein 15 Meter breiter Uferstreifen frei von menschlicher Nutzung sein. Dazu müssten bestehende Anlagen abgebaut werden. Ein Teil der 15 Meter ist wegen des in den letzten Jahren gesunkenen Wasserspiegels quasi schon vorhanden.

Der Streit begann schon viel früher

Reisen wir ein wenig in die Vergangenheit. Schon 2008 forderte die SPD eine Beseitigung der unrechtmäßig errichteten Steganlagen und sonstigen Uferbebauungen. Im Zuge dieser Forderung gründeten etwa 60 Anrainer die „Initiative Pro Groß Glienicker See“. In der Folge gab es einige Gespräche mit dem Spandauer Natur- und Grünflächenamt, die offensichtlich nicht besonders erfolgreich verliefen.

Auf der Westseite des Sees, die einmal „im Osten“ lag, tobt derweil ein Streit um den dortigen Uferweg. Einige Anwohner errichteten Barrikaden auf dem Mauerradweg. Inzwischen beginnt dort das Enteignungsverfahren in einer niedrigen Stufe. Letztendlich geht es nur um die „Eintragung der Dienstbarkeit“, um den vor Jahren im Bebauungsplan festgelegten Weg durchzusetzen. Auf der 4. Groß-Glienicker-See-Konferenz wurde über die Zukunft der Uferwege referiert.

Der Bezirk erwirbt einen Teil des Glienicker Sees

Auf der Spandauer Seite gelangt bisher nur an zwei Badestellen an den See heran. Alle anderen Bereiche sind Privatbesitz. Anfang 2011 erwarb der Bezirk Spandau für 255.000 Euro einen größeren Teil der östlichen Uferseite von einem privaten Besitzer. Baustadtrat Carsten Röding sah den Kauf als „ein Zeichen für die Natur und das Naturerlebnis durch die Allgemeinheit“. Ein Streit, wie er auf der anderen Seite eskalierte, sollte in Spandau vermieden werden. Diese Ansicht teilte die „Initiative Pro Groß Glienicker See“ nicht. Sie hatte noch versucht, den Kauf zu verhindern.

Jahre werden ins Land gehen

Ganz so schnell wird es diesen Weg nicht geben. Die Anrainer wollen sich mit allen juristischen Mittel widersetzen: „jetzt müssen wir kämpfen. Bisher weist der Flächennutzungsplan nur eine etwa 20 Meter breite Grünfläche aus. In einem Bebauungsplan müsste weiteres geregelt werden. Das Verfahren, inklusive Bürgerbeteiligung, wird Jahre in Anspruch nehmen.

Den Vorwurf der „geplanten Enteignung“ weist die SPD zurück. In erster Linien sollen nur die Uferbereiche renaturiert werden. Letztendlich wolle sich der Bezirk nur das Vorkaufsrecht für die Grundstücke sichern. Man hätte viel Zeit.

 

Ralf Salecker

Auf zu neuen Ufern, hieß es an der Grenze zu Spandau


4. Groß-Glienicker Seekonferenz

Andreas Menzel, Grüner aus Groß Glienicke und Christoph Sonnenberg-Westeson, Grüner aus Spandau

Andreas Menzel, Grüner aus Groß Glienicke und Christoph Sonnenberg-Westeson, Grüner aus Spandau

„Chancen und ökologische Verträglichkeit von Uferwegen“ stand als kleine Überschrift auf dem Infozettel zur Veranstaltung. In der Aula der Hanna von Pestalozza Grundschule in Groß Glienicke fanden sich trotz des regnerischen Wetters ein paar Interessierte ein.

Andreas Menzel, von Bündnis 90/Die Grünen freute sich in seiner Begrüßung über die zahlreich erschienenen Gäste und wurde gleich aus dem Publikum korrigiert, dass es doch viel zu wenig wären.

Das Hauptthema der 4. Groß-Glienicker Seekonferenz waren die Uferwege.

Vor allem sollte geklärt werden, wie das Ufer für alle erlebbar ist. Diese Frage ist besonders in Groß Glienicke von besonderer Brisanz, da hier seit 2009 ein erbitterter Streit um genau diesen Uferweg herrscht, der Teil des Berlin umfassenden Mauerradweges ist. Einige Grundstücksbesitzer haben 2009 den Zugang zu diesem Weg gesperrt. Ab März 2010 geschah dies an weiteren Stellen. In den darauf folgenden Demonstrationen wurde ein freier Zugang zum See gefordert. Der Streit eskalierte. Anzeige und Gegenanzeigen waren an der Tagesordnung. Einige Pflanzensperren konnten vom Grünflächenamt „unter Polizeischutz“ entfernt werden, weil sie dem herrschenden Bebauungsplan widersprachen. Ein Katz- und Mausspiel nahm seinen Gang, als nach vielen Monaten des Streits auf Anordnung der Behörde bestehende Sperren entfernt werden sollten. War eine Sperre endlich beseitigt, erschien prompt die nächste. Nun soll zum letzten Mittel – der Enteignung – gegriffen werden, um den bestehenden Bebauungsplan umzusetzen. Die Dienstbarkeit eines 4 Meter breiten Weges, der nur in Teilbereichen dem alten Kolonnenweg entspricht, soll in das Grundbuch eingetragen werden. 2,7 Millionen Euro sind insgesamt dafür vorgesehen.

Neue Regelungen des Brandenburger Naturschutzgesetz

Gleich zu Anfang der Informationsveranstaltung stellte Matthias Zerbel, ein Jurist vom Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, Abteilung Naturschutz neue Regelungen des Brandenburger Naturschutzgesetzes vor. Dabei geht es vor allem um freie Uferbereiche innerhalb von Ortschaften. Es soll Gemeinden ermöglichen über eigene Satzungen Durchgangsbereiche über Grundstücke zu ermöglichen, auch gegen den Willen der Eigentümer.

Uferweg auf Spandauer Seite

Frau Hube, vom Naturschutz- und Grünflächenamt Spandau stellte die Uferwegüberlegungen für die Spandauer Seite des Glienicker Sees vor. Dort ist es bisher unmöglich, am Ufer entlangzuwandern. Einzig an zwei Badestellen ist der Zugang zum See gesichert. Seit dem 1. Januar ist Spandau stolzer Besitzer der Berliner Hälfte des Sees. 255.000 Euro wurden dafür gezahlt. Der Bezirk übernahm damit die Verantwortung für die Wasserqualität auf Spandauer Seite, schließlich soll der See nach EU-Vorgaben bis 2014 eine gute Wasserqualität aufweisen. Eine intensive Bebauung und Nutzung in Teilbereichen führt zu hohen Nährstoffeintrag in den See. Regenwasser aus dem Straßenland kann bisher ungehindert in den See fließen. Nach einem Gedankenspiel, welches Frau Hube vorstellte könnte der Bezirk Grundstücke erwerben, über die ein zukünftiger Weg führen soll. Im Ausgleich dafür erhielten die Grundstücksbesitzer die Möglichkeit, diese Grundstücke zu bebauen, was bisher nicht möglich ist. Ein Seezugang würde indirekt den Wert aller Grundstücke in der Nähe steigern, weil die Qualität der Umgebung damit zunehme, ein Vorschlag, der auf lautstarken Widerspruch stieß.

Die Wasserqualität

Die Wasserqualität des ehemals überdüngten Sees scheint nach dem Bericht von Frau Köhler von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt nicht allzu schlecht zu sein. Zu Beginn der 90er Jahre war dies deutlich anders gewesen. Wichtig ist es, die Einleitung von Oberflächengewässern auf beiden Seiten des Sees zu minimieren.

Das Regenentwässerungskonzept der Berliner Wasserbetrieben soll dies zukünftig minimieren. Dazu werden in der Uferpromenade und am Seekorso oberirdische Regensammelmulden geschaffen, über die das Wasser gesammelt und versickert werden kann. Im benachbarten Straßenbereich soll das Regenwasser in unterirdischen Röhren gesammelt, auf dem ehemaligen Golfgelände vorgereinigt und anschließend auf der nahen Halbinsel versickert werden.

Irgendwann könnte so der See zu einem begehrten Tauchparadies werden.

Schlussworte

Ganz am Schluss zeigte sich in einer Frage und der Antwort darauf, wie nahe Wunsch und Frust beieinander liegen. „Wann wird es wieder einen freien Uferweg geben?“ Der Gastgeber Andreas Menzel war der Meinung, noch im nächsten Jahr könnte die Enteignung erledigt sein. Nach intensivem Nachbohren meinte der Potsdamer Jurist Klosa, das wohl eher einige Jahre realistisch wären. Klagen gegen die Enteignung durch mehrere Instanzen sind zu erwarten.

Eine wütende Stimme aus dem Publikum meinte, dann müsse man dies wohl selbst in die Hand nehmen. Wieder ein anderer warf ein, wenn dort eine Straße gebaut werden würde, wäre die Enteignung sicherlich in zwei Monaten über die Bühne. Das Geschehen wird die Gemüter also noch lange erhitzen.

 

Ralf Salecker