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Grippewelle lässt nicht locker

Früher, länger und heftiger als in den Vorjahren hat die Grippezeit eingesetzt und hält ganz Deutschland vorerst im Griff

Jeder merkt es momentan in seiner Umgebung, ob in der Familie, an der Arbeitsstelle oder auf der Straße: Husten und Schnupfen oftmals mit hohem Fieber. Für diese Jahreszeit keine Seltenheit. Dennoch sehen das Robert-Koch-Institut und andere Experten Besonderheiten, denn im Gegensatz zu den Vorjahren setzt die Grippewelle dieses Mal deutlich früher ein, zudem wurden bereits über 200 verschiedene Erreger identifiziert – unter anderem auch eine Abwandlung der sogenannten Schweinegrippe.

Die Grippewelle hat Deutschland in seinem Griff und lässt vorerst nicht locker.

Die Grippewelle hat Deutschland in seinem Griff und lässt vorerst nicht locker. Foto: clipdealer.de

Bereits sieben Tote

Besonders Kleinkinder und ältere Menschen sind gefährdet, doch für eine Impfung ist es zu spät, da der Wirkstoff seine Zeit benötigt um das Immunsystem zu stärken. Die Landesgesundheitsämter verzeichnen zu diesem Zeitpunkt bereits schon sieben Todesfälle in Deutschland im Zusammenhang mit den Grippeviren. Nach den Ferien nächste Woche wird sich der Krankheitsstand wahrscheinlich nochmals erhöhen. Experten warnen zudem davor, eine Erkrankung zu unterschätzen und versteckte Gefahren in Form von Spätschädigungen entstehen oftmals durch ein verschleppen der Krankheit und können in unterschiedlichsten Bereichen – beispielsweise neurologischen – zu Tage kommen.

Jeder kann vorbeugen

Um sich vor einer Ansteckung zu schützen, gibt es zahlreiche aber meist auch schwer umsetzbare Ratschläge. Zum einen sollten große Menschenansammlungen gemieden werden ebenso wie Hände schütteln. Außerdem beugt mindestens fünf Minuten Händewaschen und das mehrmals täglich erfolgreich vor. Doch wer – außer Ärzte – wäscht sich wirklich so lang die Hände? Empfohlene drei Minuten Zähne putzen erscheinen den meisten Menschen doch schon bereits wie eine Ewigkeit. Nicht zu vernachlässigen ist auch eine ausreichende Zunahme an Vitaminen um das Immunsystem zu stärken. Entgegen weitläufiger Meinungen ist Kälte hingegen kein Krankheitsauslöser. Die Grippe wird ebenso wie andere Erkrankungen ausschließlich durch Viren übertragen. Wobei unterkühlte Füße das Immunsystem schwächen können. Generell sollte bei der Bekleidung jedoch auch weiterhin das Zwiebelsystem befolgt werden. Das heißt mehrere Textilschichten statt lediglich einer dicken Jacke beziehungsweise eines Pullovers sorgen für eine bessere Wärmeisolierung.

Patrick Rein

Herbst in Spandau – schon geimpft?

Die Launen einer Jahreszeit

Herbst, nicht für alle gleich schön ... (Foto: Ralf Salecker)

Herbst, nicht für alle gleich schön … (Foto: Ralf Salecker)

Es ist Herbst, werden viele stöhnen. Draußen wird es kalt und regnerisch. Jetzt mag man keinen Hund mehr vor die Türe jagen. Noch schlimmer, es ist Grippe-Zeit. Mit roter und verschnupfter Nase wird eine Jahreszeit eingeläutet, die für viele eben nur die Abkehr vom Sommer bedeutet. Schüler freute es noch vor kurzem, schließlich gab es Herbstferien, auch wenn diese, wie alle Ferien, viel zu kurz ausfielen.

Grippezeit

Gerade eben ist eine Verknappung an Grippemitteln an uns vorüber gegangen. Erst drängte man uns über alle Kanäle dazu, sich schnellstens gegen den aktuellen Grippeerreger impfen zu lassen und dann dies – die Vorräte wurden an manchen Orten knapp, weil die Leute sich brav impfen ließen. Dann werden zusätzlich noch ganze Produktionschargen zurück gerufen. Drei Impfstoffe waren betroffen.

Da flockte etwas aus, hieß es. Das könnte erhebliche allergische, im Extremfall tödliche Reaktionen hervorrufen. Wer schon mit dem „Problemmittel“ Begripal geimpft wurde und nicht am selben Tag Probleme bekam, der hat auch im Nachhinein nichts zu befürchten. Angeblich soll die Firma Novartis schon länger davon gewusst haben. Auch hier kann man nur verständnislos mit dem Kopf schütteln.

Bei einem anderen Impfmittel wurde von mancher Seite das neue, noch nicht ausreichend untersuchte Produktionsverfahren bemängelt. Klassischerweise sind Hühnereier die Serengrundlage, beim neuen Verfahren dagegen Zellkulturen aus Hundenierenzellen, die sich wie Krebszellen verhalten. Das ist praktisch. Solche Zellkulturen sind technisch relativ einfach zu handhaben, vermehren sich endlos und produzieren berechenbar, das, was sie sollen.

Warum lässt man dann ein Mittel wie Optaflu auf die Menschheit los, wenn es möglicherweise nicht ungefährlich ist, wird nun manch einer fragen. Weil die Produktionsfirma und das Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel versichern, dass kein Grund zur Sorge bestehe, schließlich würde am Ende des Produktionsganges keine Spur der Krebszellen im Impfmittel landen.

Sparen kann auch Probleme verursachen

Nun gab’s das Ersatzmittel während der Verknappung nicht an jeder Ecke. Weil Krankenkassen sparen wollen, kann nicht einfach jeder das Grippemittel seiner Wahl einkaufen. Im länderweise vereinbarten Großeinkauf lassen sich naturgemäß bessere Preise vereinbaren. Andere fangen da erst gar nicht erst mit der Produktion an, weil niemand etwas von ihnen kaufen darf. 16 Grippemittel haben den Segen bekommen und dürfen gekauft/verkauft werden, andere dagegen nicht. Kommt es zu Engpässen bei den wenigen Mitteln, sind diese nicht so schnell auszugleichen. Solch eine Produktion wird nicht einfach über Nacht angeworfen. Auch hier muss für zu exzessives Sparen ein Preis gezahlt werden, nicht nur wenn zu wenig Personal auf Intensivstationen arbeitet …

Impfen oder nicht impfen …

Erst einmal muss nichts überstürzt werden. Die Grippewelle, beginnt normalerweise erst Anfang Januar. Zwar sind Oktober und November, die zeitlich günstigsten Monate, um sich darauf vorzubereiten, weil nach einer Impfung 10 Tage bis zu 2 Wochen vergehen können, um einen sicheren Impfschutz sicherstellen zu können, doch bis zur eigentlichen Grippesaison ist noch ein wenig Zeit. Jeder der will, bekommt sein Grippemittel. Berlin und damit auch Spandau, sind bisher vom Engpass nicht betroffen.

 

Ralf Salecker