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Ein Fest zum Jubiläum

Mit einem Rathausfest zum hundertjährigen Jubiläum wird Spandaus Wahrzeichen gewürdigt.

Das hundertjährige Bestehen des Rathauses Spandau wird am morgigen Samstag mit einem großen Rathausfest gefeiert. Von 13.00 Uhr bis 18.00 Uhr wird es verschiedene Programmpunkte geben, an denen Groß und Klein sich beteiligen können und ihre Freude haben werden.

Das Rathaus feiert an diesem Samstag sein 100-jähriges Jubiläum.

Das Rathaus feiert an diesem Samstag sein 100-jähriges Jubiläum. Fotos (2): Patrick Rein

„Geschichte flaniert durch Spandau“

Den Auftakt bildet um 12.30 Uhr die alljährliche Veranstaltungsreihe „Geschichte flaniert durch Spandau“ der Heimatkundlichen Vereinigung bei der Darstellerinnen und Darsteller in historischer Kleidung aus verschiedenen Jahrhunderten gemeinsam mit dem Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank vom Marktplatz bis zum Rathausvorplatz gehen. Um 13.00 Uhr wird dann das Fest mit einer Ansprache des Bezirksbürgermeisters auf der Festbühne vor dem Rathaus beginnen.

Arbeitsbereiche des Bezirksamtes

Danach werden zwei szenische Führungen der Jugendtheaterwerkstatt Spandau durch das Rathaus angeboten außerdem Führungen auf den Rathausturm und durch das Büro des Bezirksbürgermeisters, außerdem stellen sich verschiedene Arbeitsbereiche des Bezirksamts an Ständen im Rathaus vor und man kann das künstlerisch gestaltete Spandau-Spiel „Spandowli“ spielen. Im Bürgersaal können Modelle von Spandauer Bauwerken besichtigt werden. Auch die von der Heimatkundlichen Vereinigung zusammengestellte Fotoausstellung in der Säulenhalle steht
den Besuchern offen.

Rathaus2-SpandauDem Bezirk verbunden

Damals vor 100 Jahren wurde nach 3-jähriger Bauzeit das Rathaus am 15.09.1913 eingeweiht. Zu dieser Zeit war Spandau noch eigenständige Stadt und das Rathaus galt als Wahrzeichen und Symbol gegen die Eingemeindung zu Groß-Berlin, die bekanntlich 1920 dann doch erfolgte. Bis heute jedoch fühlen sich die Spandauerinnen und Spandauer in erster Linie ihrer „Stadt“ und ihrem Rathaus verbunden. Leider blieb das Rathaus im Zweiten Weltkrieg nicht unversehrt und musste in den 50er Jahren wieder aufgebaut und restauriert werden. Dadurch hat es sein ursprüngliches Erscheinungsbild etwas verändert. Aber noch immer ist es mit seinem 80 Meter hohen Rathausturm, von dem man einen spektakulären Rundumblick auf Spandau und insbesondere auf die Altstadt hat, das höchste Gebäude des Bezirks.

An einem Informationsstand im Rathaus kann man sich dann über die verschiedenen Angebote informieren und sich für die Führungen anmelden.

Patrick Rein

Spandaus Regierungssitz in 150 alten Bildern

Ausstellung zum 100-jährigen Jubiläum

Kriegsschäden am Rathaus Spandau (Foto: Ralf Salecker)

Kriegsschäden am Rathaus Spandau (Foto: Ralf Salecker)

Die Heimatkundliche Vereinigung Spandau 1954 e.V. hatte zur Ausstellungseröffnung 100 Jahre Rathaus Spandau in den Bürgersaal geladen. Nur wenige Male in den vergangenen Jahren dürfte der Saal auch nur annähernd bis zum letzten Platz gefüllt gewesen sein, wie es jetzt der Fall war. Karl-Heinz Bannasch, der 1. Vorsitzende des Vereins begrüßte alle anwesenden Gäste. Gastredner waren Spandaus Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank und der Präsident des Städte- und Gemeindebundes des Landes Brandenburg, Werner Große. Zu den Ehrengästen gehörten drei ehemalige Bezirksbürgermeister, Konrad Birkholz, Sigurd Hauff und Werner Salomon.

Ein neues Rathaus musste her

Blicke in die Vergangenheit zeigten auf, welche Gründe den Bau eines neuen Rathausgebäudes für Spandau notwendig machten. Vor 100 Jahren platzte das alte Rathaus am Markt, in etwa dort, wo heute die Berliner Volksbank ihren Sitz hat, aus allen Nähten. Auch die Nutzung weiterer Gebäude in der heutigen Carl-Schurz-Straße machte die Arbeit nicht unbedingt einfacher. So entschloss man sich zum Bau eines neuen, viel größeren Amtssitzes. Berlin stand „drohend“ vor der Türe. Spandau wollte unbedingt seine Eigenständigkeit beweisen, um klar zu machen, dass man weder auf Berlin angewiesen ist, noch eingemeindet werden möchte. Das neue Gebäude sollte als „etwas hermachen“. Wie es üblich ist, bei solchen Bauvorhaben, wurde ein Architekten-Wettbewerb ausgeschrieben. Für heute Verhältnisse nicht überraschend, nahm man nicht den Gewinner-Beitrag  als Vorlage für das neue Rathaus. Wahrscheinlich erschien der Entwurf zu schlicht. Er hätte wahrscheinlich besser zu den finanziellen Verhältnissen der Stadt gepasst, erfüllte aber nicht den Zweck, Selbstbewusstsein gegenüber Berlin auszudrücken.

In der Festrede zum Rathausbau kam eine weitere doch recht verblüffende Aufgabe zu Tage, die das neue Rathausgebäude erfüllen sollte. Der Rand der Altstadt war anscheinend nicht besonders schön anzusehen, darum sollte das Rathaus diesen „Schandfleck“ vor den Blicken verbergen. Das Quergebäude neben dem Rathaus erfüllte diese gewünschte Zusatzfunktion.

Ausstellung

Die Ausstellung mit ihren rund 150 Fotos und Abbildungen zeigt eindrucksvoll das ganze Spektrum der bewegten Geschichte dieses Gebäudes. Besonders im zweiten Weltkrieg erlitt das Rathaus erhebliche Beschädigungen. Anders als bei manchen Häusern in der großflächig zerstörten Altstadt, war eine Wiederherstellung möglich, auch wenn manches nicht in alter Form möglich war, oder aber bewusst anderes gestaltet wurde, um ein Zeichen für mehr Offenheit zu setzen. So bekam der Rathausturm keine geschlossene Haube mehr, sondern wurde ganz bewusst nach allen Seiten offen gebaut. Nur an wenigen Stellen fallen die Zerstörungen des Krieges noch deutlich ins Auge. Zu besichtige ist die Ausstellung bis Mitte November zu den regulären Öffnungszeiten des Rathaus.

 

Ralf Salecker

Worte der Kritik von den Heimatkundlern

Jahreshauptversammlung im Bürgersaal

Erster Vorsitzende der Heimatkundlichen Vereinigung Spandau e.V. (HKV) Karl-Heinz Bannasch (Foto: Ralf Salecker)

Erster Vorsitzende der Heimatkundlichen Vereinigung Spandau e.V. (HKV) Karl-Heinz Bannasch (Foto: Ralf Salecker)

Die Versammlung begann mit einem traurigen Teil, dem ehrenden Gedenken an drei im letzten Jahr verstorbene Mitglieder der Heimatkundler. In seiner Einstiegsrede hielt sich der Erste Vorsitzende der Heimatkundlichen Vereinigung Spandau e.V. (HKV) Karl-Heinz Bannasch mit Kritik nicht zurück, als er die Jahreshauptversammlung im Bürgersaal eröffnete. Das Verhältnis zu Bildungsstadtrat Gerhard Hanke ist anscheinend etwas angespannt. Bannasch betonte, dass sie nur vorübergehend ihre Räumlichkeiten auf der Zitadelle verlassen hätten, um den Renovierungs- und Sanierungsarbeiten während des Umbaus von Haus 8 nicht im Wege zu stehen. Er machte deutlich, dass die ausgesprochene Kündigung für die Vereinsräume in Haus 9 durch Gerhard Hanke wieder zurück genommen werden musste. „Wir kommen wieder zurück!“

Einige Veranstaltungen konnte die Vereinigung auch im vorangegangenen Jahr durchführen. Bannasch hob dabei die Gedenkveranstaltung für die Mauertoten und die umfangreiche Exponatübergabe an das Stadtgeschichtliche Museum im Schätzwert von rund 12000 Euro hervor.

Im Jahr 2013 starteten die Heimatkundler ihr Gedenktafelprogramm. Die erste Gedenktafel hat ihren Platz in der Filiale der Volksbank am Markt. An der Stelle des heutigen Volksbankgebäudes stand einst das alte Rathaus, in dem vor 100 Jahren die Entscheidung zum Bau des heutigen Rathauses getroffen wurde. Die Heimatkundlichen Vereinigung Spandau e.V. beteiligt sich an der Vorbereitung der Feierlichkeiten zum diesjährigen Jubiläumsprogramm und wird auch einige Programmpunkte aktiv bestreiten. Gerne, erklärte Bannasch, sind die Heimatkundler auch zukünftig bereit, mit Rat und Tat im Sinne des Bezirkes mitzuwirken – wenn man sie bittet.

Oft muss die HKV Besuchern und Anrufern und per E-Mail auf der Zitadelle Auskünfte erteilen zu Dingen, die eigentlich nicht in ihren Aufgabenbereich fallen, sei es zu Veranstaltungen oder Eintrittsgeldern. Aber sie machen es gerne, betonte der 1. Vorsitzende. Die Vereinigung sieht sich als Teil der Zitadelle. Nicht so gerne sehen sie Zeugnisse der DDR-Vergangenheit, die als Exponate in der großen Ausstellung „Enthüllt. Berlin und seine Denkmäler“ zu sehen sein werden.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete ein langer – ein wenig zu patriotischer – Vortrag von Manfred Schulze, der die Befreiung Spandaus vor 200 Jahren von den Franzosen thematisierte. Spannend war der Ansatz, den Blick auf Frauen und ihre Beteiligung an dieser Befreiung zu beleuchten, so gab es einige, die als Mann verkleidet in den Krieg zogen. Kritik wurde am Bezirk geäußert, der es versäumt hat, diesem wichtigen Jubiläumsdatum in der Bezirksgeschichte eine entsprechende Würdigung zu geben.

 

Ralf Salecker

Geschichte flaniert durch Spandau

Darsteller in historischer Kleidung

Am Samstag, dem 16. Juni 2012, in der Zeit von 11.00 . 13.00 Uhr führt die Heimatkundliche Vereinigung Spandau 1954 e.V. – Spandauer Geschichtsverein eine Veranstaltung unter dem Motto „Geschichte flaniert durch Spandau“ durch.

Die Veranstaltung findet in der Spandauer Altstadt, auf dem (altstädtischen) Markt, 13597 Berlin-Spandau statt.

Wir präsentieren eine Epochen – übergreifende Veranstaltung – vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert – an. Ein Höhepunkt wird der Auftritt von König Friedrich II. von Preußen, anläßlich seines 300. Geburtstages, sein, der Darsteller des „Alten Fritzen“ ist aus dem Fernsehen bekannt.
Weiter werden Darsteller in zeitgenössischer Kleidung aus verschiedenen Jahrhunderten Geschichte lebendig und spannend präsentieren. König Friedrich Wilhelm I., der Soldatenkönig wird genauso wie Kurfürst Joachim II., Erbauer der Zitadelle zu bewundern sein. Das Mittelalter wird ebenfalls mit Darstellern präsent sein, wie auch ein Postmeister um 1830. Darüber hinaus werden zwei Offiziere des kaiserlichen Deutschlands um 1910, anwesend sein. Eine weitere Überraschung wird ein Oldtimer Fahrzeug aus dem Jahr 1920 sein, nämlicvh ein Durant, die früher in Spandau gebaut wurden.
Diese Veranstaltung ist nicht kommerziell angelegt und dient der Belebung der Spandauer Altstadt. Sie wird um 11.00 Uhr durch den Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank und dem Vorsitzenden der Heimatkundlichen Vereinigung Spandau, Karl-Heinz Bannasch, eröffnet. Die Darsteller erhalten kein Honorar, sie sind gern bereit über ihre dargestellte Figur Auskunft zu erteilen. Bilder aller Art können gern gemacht werden, die Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, die historischen Figuren zu begrüßen. Neu an unserem Konzept ist, das hier Darsteller verschiedener Jahrhunderte gleichzeitig auftreten, um so Geschichte kurzweilig vorzustellen.