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Erfolgreicher Inklusionskongress im Johannesstift

Unter der Fragestellung „Perspektiven und Ideen zu einer inklusiven Gesellschaft“ fand am Mittwoch in Kooperation mit Health Capital der Inklusionskongress des Evangelischen Johannesstifts statt.

Über 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft, Gesundheit und Sport folgten den Fachvorträgen. Namenhafte Referenten stellten nationale und internationale Beispiele aus den Bereichen Bildung, Soziales und Sport einer bereits gelungenen Inklusion vor. Mit dem Begriff Inklusion wird der Gedanke verfolgt, dass alle Menschen gleich sind – ob mit Behinderung oder ohne – und dem lateinischen Ursprung des Wortes nach jeder gesellschaftlich mit „eingeschlossen“ ist beziehungsweise gleichgestellt.

Professor Günter Stock, Clustersprecher HealthCapital, die blinde Schwimmerin und Paralympics Teilnehmerin Daniela Schulte sowie der ehemalige Leistungssportler und Moderator Matthias Berg (v. li)

Professor Günter Stock, Clustersprecher HealthCapital, die blinde Schwimmerin und Paralympics Teilnehmerin Daniela Schulte sowie der ehemalige Leistungssportler und Moderator Matthias Berg (v. li)

Spandau wieder Vorreiterrolle

In seiner Begrüßung betonte Stiftsvorsteher Pfarrer Martin von Essen, dass das Stiftungsgelände des Evangelischen Johannesstifts in Spandau in besonderer Weise für Inklusion steht: „Auf dem Stiftungsgelände in Berlin Spandau leben über 1200 Menschen mit und ohne Behinderungen, Ältere und Jüngere, Kinder und Jugendliche zusammen – ein ‚Werkraum Inklusion‘. Bereits in den 50er Jahren haben auf dem Gelände Menschen mit und ohne Behinderung zusammen gelernt, ohne das Wort Inklusion zu kennen“. Auch Bezirksstadtrat Carsten Röding (CDU) lobte die Zusammenarbeit mit dem Johannesstift. Als einziger Bezirk lässt sich das Bezirksamt vom Stift in Fragen von Barrierefreiheit bei Bauvorhaben aber auch in anderen Bereichen beraten. Zudem wurden die Mitarbeiter in speziellen Fortbildungen auf die Ansprüche von Menschen mit Behinderungen geschult.

Staatssekretär a. D. Thomas Härtel, Sozialsenator Mario Czaja und Bezirksstadtrat Carsten Röding (v. li.)

Staatssekretär a. D. Thomas Härtel, Sozialsenator Mario Czaja und Bezirksstadtrat Carsten Röding (v. li.)

Gelungene Inklusion mittels Gesetz

Auf die Frage, wie weit das Thema Inklusion in zehn Jahren vorangekommen sein sollte, sagte Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) und Schirmherr dieses Kongresses: „Ich wünsche mir, dass die Leistungsfähigkeit jedes Einzelnen im Vordergrund steht und nicht die Behinderung. Das bedeutet einen tiefgreifenden mentalen Wandel im gesellschaftlichen Denken“. Damit schloss sich Czaja seinem Vorredner Professor Dr. Dr. h.c. Günter Stock – Clustersprecher Health Capital – an, der darüber hinaus betonte, dass für eine gelungene Inklusion noch die eine oder andere gesetzliche Grundlage geschaffen werden muss.

Für die musikalische Unterhaltung sorgte drum attac aus der Spandauer Neustadt.

Für die musikalische Unterhaltung sorgte „drum attac“ aus der Spandauer Neustadt. Fotos (3): Patrick Rein

Behinderte nicht als behindert betrachten

Die mehrfache Paralympics-Siegerin Marianne Buggenhagen erhofft sich einen Wandel dahingehend, dass der Begriff der Inklusion in zehn Jahren nicht mehr erforderlich ist, dass die „Ausnahme zur Regel“ wird, dass Behinderte nicht mehr als behindert betrachtet werden und Menschen mit Behinderungen nicht mehr beweisen müssen, was sie können oder eben auch nicht können.

Mit dem Kongress setzt das Evangelische Johannesstift ein deutliches Zeichen für die Notwendigkeit eines gesellschaftlichen Wandels. Die Bedeutung dieses Themas als Aufgabenstellung für die Gesellschaft unterstrich auch Gesundheitssenator Czaja sowie weitere Vertreter aus Politik und Wirtschaft.

Patrick Rein