RSSAlle Einträge markiert mit: "Jobcenter"

Kooperation statt Ombudsstelle beim Jobcenter

Spandau erschafft bei der Einführung einer Ombudsstelle ein berlinweit einzigartiges Kooperationsmodell.

Probleme mit den Bescheiden des Jobcenters sorgen immer wieder für Aufsehen und sind für die Betroffenen häufig unverständlich als auch oftmals existenzbedrohend. Hilfe und Beratung bieten dabei schon länger soziale Einrichtungen wie beispielweise die Sozialberatung Spandau, der Treffpunkt Regenbogen oder der Gemeinwesenverein Heerstraße Nord. Deren begrenzte Möglichkeiten wurden nun durch einen Kooperationsvertrag mit dem Jobcenter Spandau dermaßen gestärkt, dass ein bislang einzigartiges Ombudsmodell entstanden ist.

Im Beisein von Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank (stehend) unterschrieben Vertreter der drei Beratungsstellen die Kooperationsvereinbarung mit dem Geschäftsführer des Jobcenter Spandau Winfried Leitke (re.).

Im Beisein von Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank (stehend) unterschrieben Vertreter der drei Beratungsstellen die Kooperationsvereinbarung mit dem Geschäftsführer des Jobcenter Spandau Winfried Leitke (re.). Foto: Patrick Rein

Kurze Wege und direkter Draht

Unter Begleitung des Bezirksbürgermeisters entwickelte der Geschäftsführer des Jobcenter Spandau Winfried Leitke die Idee anstatt einer Ombudsperson diejenigen mit einzubeziehen, welche sich bereits in der Thematik fachliche Kompetenzen erworben haben. Bislang blieb Betroffenen nach einer Beratung und der Feststellung eines fehlerhaften Bescheides ausschließlich das Widerspruchsverfahren. Nun haben die drei benannten Beratungsstellen – deren Unabhängigkeit weiterhin gewährleistet ist – jedoch direkte Ansprechpartner beim Jobcenter wodurch bestenfalls Unklarheiten bis hin zu Fehlern einfach und schnell behoben beziehungsweise auch beseitigt werden können. Das Recht des Widerspruchs bleibt darüber hinaus ebenso weiter bestehen wie auch das eigene Beratungsangebot des Jobcenters.

Ergebnisorientierte Hilfe

Zudem ist ein regelmäßiger fachlicher Austausch vereinbart um den Bedürfnissen der allein in Spandau rund 46.000 Betroffenen besser gerecht zu werden. Im Jahr 2012 mussten vom Jobcenter  6410 Widersprüche bearbeitet werden. Die daraus resultierende Quote von rund 10 Prozent ist seit Jahren rückläufig, weshalb auch die maximale Reaktionszeit von drei Monaten momentan auf nahezu die Hälfte reduziert werden konnte. Zudem wurde in 72 Prozent der Fälle die vor dem Berliner Sozialgericht landeten der Bescheid des Jobcenters bestätigt. Um es zukünftig nicht so weit kommen zu lassen, versprechen sich Jobcenter als auch die sozialen Beratungsstellen von der nun unterzeichneten Vereinbarung eine „zügige und ergebnisorientierte Hilfe für die Betroffenen“. Auch Bezirksbürgermeister Kleebank – welcher den Prozess aktiv begleitete – ist überzeugt mit der Kooperation einen neuen Weg der Ombudsstelle gefunden zu haben, der sich auch andernorts durchsetzen könnte. Winfried Leitke: „Spandau war halt schon immer etwas innovativer als Berlin.“

Patrick Rein

Hilfe bei Behördenproblemen

Der Petitionsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses steht Bürgerinnen und Bürgern bei allen Problemen mit Behörden zur Seite

Nicht selten ist man mit behördlichen Schreiben überfordert und schlimmer noch: Fühlt sich ungerecht behandelt. Was einem bleibt ist Widerspruch einzulegen, doch bis dieser bearbeitet ist vergehen oftmals Wochen bis Monate. Wenn es um Geld geht oder einer drohenden Abschiebung bei einer sich verzögernden Einbürgerung eine kaum akzeptierbare Dauer. Was bleibt ist sich an seine gewählten Volksvertreter mit der Bitte um Hilfe zu wenden. Denn: Im Gegensatz zur Bürgeranfrage oder Widerspruch müssen Behörden Politikern innerhalb von wenigen Tagen eine Antwort geben.

Robert Schaddach vom Petitionsauschuss und Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank.

Robert Schaddach vom Petitionsausschuss und Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank. Foto: Patrick Rein

Petitionsausschuss hilft

Was nur die Wenigsten wissen ist jedoch, dass es mit dem Petitionsausschuss sogar ein offizielles Gremium für behördliche Probleme gibt. Egal ob Jobcenter oder Sozialamt, Kindertagesstätten, Schulen bis Hochschule, Polizei, Bau- und Verkehrsamt, Finanzämter, Justiz – bis auf Gerichtsentscheidungen – sowie Ausländerangelegenheiten geht der Ausschuss jeder Beschwerde nach. Auch hierbei gilt, dass innerhalb weniger Tage eine erste Antwort gegeben werden muss. Die Erfolgsquote des Petitionsausschusses ist dabei außerordentlich hoch, was jedoch nicht auf mangelhaft arbeitende Behörden sondern eher eine unübersichtliche Gesetzeslage als auch Zeitdruck der Angestellten zurückzuführen ist. Entscheidungen von Behörden des Landes Berlin können falsch sein, weil sie nicht mit dem geltenden Recht in Einklang stehen oder weil sie die Interessen der von ihnen betroffenen Bürgerinnen und Bürger nicht gebührend berücksichtigen.

Kontrollorgan des Landes

Der Ausschuss kontrolliert die Berliner Verwaltung und Einrichtungen des Landes. Er besteht aus elf Mitgliedern der verschiedenen Parteien, momentan sind vier SPD-Mitglieder, drei von der CDU, zwei Grüne und jeweils einer von Linke und Piraten vertreten. Nach Artikel 34 der Verfassung von Berlin hat „Jeder hat das Recht, sich einzeln oder in Gemeinschaft mit anderen mit schriftlichen Anträgen, Anregungen oder Beschwerden an die zuständigen Stellen, insbesondere an das Abgeordnetenhaus, den Senat, die Bezirksverordnetenversammlungen oder die Bezirksämter, zu wenden.“ Es gibt keine besonderen Formvorschriften, denn das Petitionsrecht muss mühelos in Anspruch genommen werden können. Allerdings muss die Eingabe schriftlich verfasst sein, Absender und Unterschrift enthalten, oder mittels des zur Verfügung gestellten Online-Formulars übersandt werden. Neben dem elektronischen Weg kann das „Formular zum Versand per Post oder per Fax“ heruntergeladen werden. In jedem Fall muss ein Anliegen erkennbar sein, das eine sachliche Prüfung zulässt. Es erleichtert dem Ausschuss die Arbeit wenn Kopien von Bescheiden oder anderen wichtigen Unterlagen gleich mit übersandt werden.

Die Anschrift des Ausschusses lautet:
Abgeordnetenhaus von Berlin
Petitionsausschuss
10111 Berlin.

Patrick Rein

Erziehungsüberforderte Eltern

Ab dem kommenden Schuljahr kommt es auf Grund des gesetzlichen Hortplatzanspruchs zu Kürzungen für Projekte der Jugendbetreuung

Neben einem Kitaplatz – wir berichteten – haben Eltern für ihre Kinder nach der schulischen Betreuung ab dem nächsten Schuljahr ebenso einen gesetzlichen Hortplatzanspruch. Grundgedanke dabei war, dass Eltern somit eine Berufsausübung ermöglicht wird indem die Betreuung der Kinder gewährleistet ist. Doch die Realität sieht anders aus: Überwiegend werden bisher von freien Trägern geleistete Angebote der Freizeitgestaltung für Jugendliche von sozialbenachteiligten Familien in Anspruch genommen, die anscheinend „erziehungsüberfordert“ sind.

Intakte und erziehungsbereite Familien sind keine Selbstverständlichkeit mehr.

Intakte und erziehungsbereite Familien sind keine Selbstverständlichkeit mehr. Foto: Alexandra H.  / pixelio.de

Lückeprojekte vor dem Aus?

Eines dieser Projekte die von Kürzungen betroffen sind, ist das Lückprojekt Hinter den Gärten und Haselhorst. Der Jugendhilfeausschuss hat sich am letzten Dienstag wiederholt mit dem Thema beschäftigt und sieht die Kürzungen darin gerechtfertigt, dass durch den ab 2013 bestehenden Hortplatzanspruch eine Betreuung nach der Schule geboten wird und es mit den Angeboten des Projektes somit zu einer Doppelung kommen würde. Zu einem Beschluss kam es noch nicht, dieser soll jedoch am kommenden Dienstag gefällt werden.

Trotz zahlreicher Maßnahmen bleibt es im Bildungsbereich kritisch.

Trotz zahlreicher Maßnahmen bleibt es im Bildungsbereich kritisch. Foto: Gerd Altmann/Shapes:AllSilhouettes.com  / pixelio.de

Spandaus Armut steigt

Insgesamt bewilligt der Ausschuss finanzielle Unterstützung in Höhe von 1,5 Millionen für Jugendeinrichtungen, welche allesamt notwendig sind und herausragende Arbeit leisten. Doch die Probleme steigen weiter. Immer häufiger scheinen Eltern mit der Erziehung des Nachwuchses überfordert und geben diese daher an Schulen und freie Einrichtungen ab. Dabei hat Spandaus Bevölkerungszuwachs eine klare Kehrseite: Wie der Geschäftsführer des Jobcenter Spandau, Winfried Leitke, dem Jugendhilfeausschuss berichtete, steigt die Zahl der Personen die Sozialleistungen für sich und ihre Kinder in Anspruch nehmen monatlich im dreistelligen Bereich. Diese kommen auf Grund der geringeren Mieten aus anderen Bezirken in die Zitadellenstadt. Jugendliche, die bereits im anderen Bezirk in Fördermaßnahmen waren, nehmen diese dann auch hier in Anspruch, wobei ein finanzieller Ausgleich zwischen den Bezirken bisher nicht erfolgt.

Problemkieze wachsen

Besonders betroffen vom Zuzug sind die bereits als Problemkieze eingestuften Stadtteile im Bereich der Wilhelmstadt, Neustadt und Falkenhagener Feld. Auch die Zahl der Schulverweigerer ist hier besonders hoch und trotz vielfältiger Maßnahmen werden nicht alle Betroffenen erreicht sowie spezielle Angebote des Jobcenters nicht in Anspruch genommen. Nach Ende der Schullaufbahn – trotz umfangreicher Umstrukturierungen ohne Abschluss – wird dann versucht auf dem zweiten Bildungsweg und mittels anderer Maßnahmen für die Betroffenen noch einen Weg auf den Arbeitsmarkt zu finden.

Auch wenn keiner wirklich weiß wie und zahlreiche Träger als auch die entsprechenden Behörden sich der Problematik durchaus bewusst sind und als Reparateure agieren, ist eine langfristige Lösung um den Kreislauf zu durchbrechen nicht in Sicht. Der Zuwachs an Sozialbenachteiligten nach Spandau ist dabei ein weiteres Problem.

Patrick Rein

Jobcenter Berlin Spandau lädt zum „2. Schwerbehinderten-Tag“


Informationsveranstaltung für Menschen mit Informationsveranstaltung und Arbeitgeber unter dem Motto:

„Lebensqualität für alle – einfach teilhaben!“

Spandau. Viele kleine und mittelständische Unternehmen haben Berührungsängste, wenn es um die Einstellung von schwerbehinderten Menschen als Mitarbeiter geht. Und viele Menschen mit
einer schweren Behinderung wissen oft nicht, welche Möglichkeiten ihnen zur Eingliederung in Arbeit zur Verfügung stehen.

Im letzten Jahr erschienen zum ersten Schwerbehinderten-Tag fast 400 Besucherinnen und Besucher, um Fragen beantwortet zu bekommen und sich zu informieren. Das Interesse und die
Nachfrage der Besucher waren so groß, dass die Organisatoren und Aussteller sich einig waren, dass diese Art von Veranstaltung wiederholt werden soll.

Damit Unternehmen und schwerbehinderte Menschen als Arbeitgeber und potentielle Arbeitnehmer zueinander finden, Berührungsängste abgebaut und Netzwerke gebildet werden
können, lädt das Jobcenter Berlin Spandau wieder am 24. Oktober 2012 zum „Schwerbehinderten-Tag“ in das Rathaus Spandau ein.

Vor Ort sollen nicht nur offene Fragen beantwortet und geklärt, sondern auch ein Überblick über die zahlreichen Angebote und Leistungen in Berlin gegeben werden. Organisiert wird der
Schwerbehinderten-Tag vom Jobcenter Berlin Spandau, das im Bezirk alle schwerbehinderten Menschen auf Arbeitssuche als kompetenter und verlässlicher Partner betreut und berät.
An den Informationsständen werden die Besucherinnen und Besucher des Schwer-behinderten-Tages ausreichend Gelegenheit haben mit Vertretern des Jobcenters Berlin Spandau, des
Integrationsfachdienstes West, des Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Spandau, mit Ansprechpartnern für berufliche Rehabilitation des Reha-Teams der Agentur für Arbeit Berlin
Nord und dem Integrationsamt zu sprechen.

Organisiert wird der Schwerbehinderten-Tag durch das Jobcenter Berlin Spandau in Kooperation mit dem Behindertenbeirat Spandau und dem Behindertenbeauftragten des Bezirks, Herrn
Laufmann. Die Veranstaltung steht unter gemeinsamer Schirmherrschaft von Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank und dem Jobcenter Berlin Spandau.

Was? 2. Schwerbehinderten-Tag in Spandau
Wann? Mittwoch, 24. Oktober 2012, 09:00 bis 14:00 Uhr
Wo? Rathaus Spandau, Bürgersaal, 2. OG, behindertengerechter Zugang
Für wen? Menschen mit Behinderung, Arbeitgeber, alle Interessenten

Jobcenter Berlin Spandau lädt zum „2. Schwerbehinderten-Tag“


Informationsveranstaltung für Menschen mit Behinderung und Arbeitgeber unter dem Motto:

„Lebensqualität für alle – einfach teilhaben!“

Spandau. Viele kleine und mittelständische Unternehmen haben Berührungsängste, wenn es um die Einstellung von schwerbehinderten Menschen als Mitarbeiter geht. Und viele Menschen mit
einer schweren Behinderung wissen oft nicht, welche Möglichkeiten ihnen zur Eingliederung in Arbeit zur Verfügung stehen.

Im letzten Jahr erschienen zum ersten Schwerbehinderten-Tag fast 400 Besucherinnen und Besucher, um Fragen beantwortet zu bekommen und sich zu informieren. Das Interesse und die
Nachfrage der Besucher waren so groß, dass die Organisatoren und Aussteller sich einig waren, dass diese Art von Veranstaltung wiederholt werden soll.

Damit Unternehmen und schwerbehinderte Menschen als Arbeitgeber und potentielle Arbeitnehmer zueinander finden, Berührungsängste abgebaut und Netzwerke gebildet werden können, lädt das Jobcenter Berlin Spandau wieder am 24. Oktober 2012 zum „Schwerbehinderten-Tag“ in das Rathaus Spandau ein.

Vor Ort sollen nicht nur offene Fragen beantwortet und geklärt, sondern auch ein Überblick über die zahlreichen Angebote und Leistungen in Berlin gegeben werden.

An den Informationsständen werden die Besucherinnen und Besucher des Schwerbehinderten-Tages ausreichend Gelegenheit haben mit Vertretern des Jobcenters Berlin Spandau, des
Integrationsfachdienstes West, des Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Spandau, mit Ansprechpartnern für berufliche Rehabilitation des Reha-Teams der Agentur für Arbeit Berlin
Nord und dem Integrationsamt zu sprechen.

Organisiert wird der Schwerbehinderten-Tag durch das Jobcenter Berlin Spandau, das im Bezirk alle schwerbehinderten Menschen auf Arbeitssuche als kompetenter und verlässlicher Partner
betreut und berät – in Kooperation mit dem Behindertenbeirat Spandau und dem Behindertenbeauftragten des Bezirks, Herrn Laufmann. Die Veranstaltung steht unter gemeinsamer Schirmherrschaft von Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank und dem Jobcenter Berlin Spandau.

Was? 2. Schwerbehinderten-Tag in Spandau
Wann? Mittwoch, 24. Oktober 2012, 09:00 bis 14:00 Uhr
Wo? Rathaus Spandau, Bürgersaal, 2. OG, behindertengerechter Zugang
Für wen? Menschen mit Behinderung, Arbeitgeber, alle Interessenten

Einsparungen beim Jobcenter

Unternehmen nutzen oftmals Beschäftigungsformen wie Minijobs zu Ungunsten der Arbeitnehmer aus und beim Jobcenter Spandau soll weiter gespart werden

Der Anteil an Minijobs ist mit fast 5 Millionen Menschen und einem Frauenanteil von 66 Prozent äußerst hoch. Auch wenn der Grundgedanke von Berufspraktika, Teilzeitarbeit, ehemaligen Ich-AGs oder auch der geringfügige Zuverdienst als Maßnahmen gedacht sind, Personen wieder in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse zu bringen, werden diese von Arbeitgebern häufig ausgenutzt.

Offizielle Vorstellung des Projekts JobOption

Offizielle Vorstellung des Projekts JobOption mit Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank, Annukka Ahonen der Jobassistenz, Viveka Ansorge der Zukunft im Zentrum GmbH und Mechthild Kopel von Wert.Arbeit (von links).

Jobassistenz wirkt dagegen

Mit dem neuen Angebot JobOption, in Kooperation mit der Zukunft im Zentrum GmbH und Wert.Arbeit – Gesellschaft für Arbeit, Chancengleichheit und Innovation – möchte die Jobassistenz Spandau dem nun entgegenwirken. Das Angebot richtet sich vorrangig an Frauen in Minijobs und kann in der Jobassistenz im Brunsbütteler Damm 75 montags von 8.00 bis 12.00 Uhr kostenlos in Anspruch genommen werden. Gemeinsam sollen berufliche Perspektiven ausgelotet und Arbeitgeber auf ihr im Unternehmen vorhandenes Potenzial aufmerksam gemacht werden. Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank war sich bei der Einleitung am Mittwoch dennoch auch der allgemeinen Problematik bewusst: „ Gerade den Unternehmen muss bewusst werden, dass kein Erfolg auf Minijobbasis erreicht werden kann. Nachhaltige Beschäftigungsverhältnisse sind für die Arbeitnehmer ebenso förderlich wie für den Arbeitgeber.“

Die Jobassistenz Spandau im Brunsbütteler Damm 75.

Die Jobassistenz Spandau im Brunsbütteler Damm 75.

Identifikation und Leistungsbereitschaft

Obwohl gerade den Unternehmern durchaus bewusst ist, dass die Beschäftigung von Praktikanten und Minijobbern keinesfalls förderlich für die Unternehmensidentifikation und damit verbunden der Leistungsbereitschaft sind – was sich auch finanziell auf Dauer nachteilig bemerkbar macht – stellen die Umgehung von Sozialabgaben und geringe Löhne anscheinend weiterhin den größeren Anreiz dar. Ebenso wie Teilzeitarbeitsvermittlungen gibt es diese mittlerweile auch im Minijob-Segment, wodurch mit der erfolgten Ausgliederung der dort Beschäftigten die Dunkelziffer kaum erfassbar geworden ist.

Beim JobCenter soll weiter gespart werden.

Beim JobCenter soll weiter gespart werden. Fotos (3): Patrick Rein

Gesetzgeber sieht keinen Handlungsbedarf

Auch wenn diese Tatsachen dem Gesetzgeber bekannt sind, sieht sich dieser lediglich durch sinkende Arbeitslosenzahlen in seinem Handeln bestätigt und reduziert zur Haushaltskonsolidierung sogar seine Ausgaben für die Jobcenter. Davon wird auch Spandau betroffen sein. Der Bundestagsabgeordnete Swen Schulz führt aus: „In 2010, dem letzten Haushaltsjahr für das der SPD-Arbeitsminister Olaf Scholz Verantwortung trug, erhielt das JobCenter Spandau über 51 Millionen Euro für Maßnahmen und Personal. In diesem Jahr 2012 sind es noch 33 Millionen, also über ein Drittel weniger. Und die nächsten Kürzungen im Jahr 2013 sind absehbar. Die Bundesregierung spart das JobCenter kaputt!“

Ende der Fahnenstange

Wie viel jeder selbst dazu beitragen kann ungerechten Angestelltenverhältnissen effektiv entgegenzuwirken, haben die Beispiele von Lidl oder der mittlerweile insolventen Drogeriekette Schlecker gezeigt. Nachdem Missstände öffentlich gemacht wurden, änderten die Verbraucher ihr Konsumverhalten und zwangen die Unternehmen damit zum Umdenken. Auch die Geschäftsführerin Mechthild Kopel von der Wert.Arbeit bittet Bürgerinnen und Bürger um Hinweise, wo übermäßig viele Minijobberinnen beschäftigt werden um den Unternehmen die Nachteile dieser Beschäftigungsform darzulegen.

Patrick Rein

Kleebank ist neuer Vorsitzender der Trägerversammlung des JobCenters


Mitglieder haben entschieden

Heute vor einer Woche am 9. Dezember haben die Mitglieder der Trägerversammlung des JobCenters Spandau unseren Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank zum neuen Vorsitzenden gewählt.

Die Trägerversammlung kann man als wichtigstes Gremium bezeichnen, da sie die inneren Angelegenheiten der Einrichtungen regelt und für den Verwaltungsablauf und die Organisation zuständig ist.

Mit seiner Wahl zum Vorsitzenden möchte Kleebank jetzt seinen Schwerpunkt des vergangenen Wahlkampfes, das Thema Qualitätsentwicklung, vorantreiben.

So führt er aus:

„Der Aufschwung in Spandau kann nur geschafft werden, wenn wieder mehr Menschen in Arbeit kommen, von der sie sich und ihre Familien ernähren können. Dies ist die Voraussetzung dafür, dass die Lebensqualität in den Ortsteilen verbessert und die Wirtschaftskraft des Bezirks gestärkt wird.“

Fragwürdige Entscheidung des JobCenter Spandau

Vier Wochen Wasserschaden in einer Mietwohnung – Trocknungsgeräte im Einsatz

Spandauer Mieterverein für Verbraucherschutz e.V.Das betroffene Objekt befindet sich in der Zweibrückener Straße 2a und ist am 08. Oktober 2011 auf der gesamten Fläche von 65 m² komplett überflutet gewesen.

Nachdem jetzt schon zwei Katzen an den Folgen der Überschwemmung gestorben sind, ist auch die Mieterin gesundheitlich schwer angeschlagen, da sie bereits über 60 Jahre ist. Der Vermieter bot Ihr eine kleinere Wohnung mit 55 m² an, die rund 80 € günstiger ist und sich im selben Haus befindet. Die Frau wohnt dort seit nunmehr 35 Jahren und ist wegen einer schweren Erkrankung in Hartz IV gefallen.

Das Spandauer JobCenter entschied sich dagegen, da die Nettokaltmiete um 22 € zu hoch ist. Es ist also eher bereit, die sehr viel höhere Miete der aktuellen Wohnung weiter zu bezahlen. Nebenbei bemerkt kostet das den Steuerzahler monatlich 127 €.

Ein Vertreter des Spandauer Mietervereins für Verbraucherschutz e.V. nahm sich diesem Problem an und fuhr mit der betroffenen Frau zum JobCenter um das Problem zu lösen. Jedoch schlugen alle Versuche einen Bezirksamtsmitarbeiter zu erreichen fehl.

In einer Pressemitteilung äußerte sich der Spandauer Mieterverein für Verbraucherschutz e.V. mit folgenden Worten zu diesem Fall:

„Zieht man das Ergebnis zusammen haben wir es hier durchaus mit einem vernünftigen Vermieter zu tun, aber wie so oft sperrt sich das Spandauer JobCenter gegen jede Form sozialverträglicher und menschlicher Lösungen. Hier wird am falschen Ende nicht gespart, sondern verschwendet, wie es auch bei Betriebskosten üblich ist, wenn das JobCenter schnell einmal Nachzahlungsbeträge von über 1000 € von selbst bei den Vermietern ausgleicht, oder die Abrechnungen von schlecht qualifizierten Mitarbeitern anderer Organisationen prüfen lässt und die dann feststellen, dass gezahlt werden muss, obwohl wir genau in den Wohnanlagen erhebliche Mängel bei der Abrechnung feststellen und Gerichte dem zustimmten.“

„Unsere Forderung heißt: Im JobCenter Spandau muss eine Veränderung stattfinden, damit die wirklich Hilfebedürftigen zu ihrem Recht kommen. Ein Austausch der Führungsspitze wird nicht ausreichen, sondern die Mitarbeiter insgesamt müssen geschult werden, und zwar im Besonderen im Umgang mit hilfebedürftigen Mitbürgern in unserem Bezirk.“