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Spandau überragt im Kanupolo

Spandau überragt im Kanupolo

Die KSV-Havelbrüder wurden gleich in zwei Altersklassen Deutscher Meister.

Während der 42. Deutschen Meisterschaft holen sich gleich drei Spandauer Vereine Titel

Spandau ist nicht nur für seine Wasserball Mannschaft und für seine vielen Fußballvereine bekannt sondern setzt sich auch in weit „exotischeren“ Sportarten bundesweit durch. Vom 16. bis zum 19. August fanden in Essen die 42. Deutschen Meisterschaft im Kanupolo statt, eine Mischung zwischen Handball und Basketball, das ganze aber auf Kanus (eine ausgiebigere Beschreibung finden Sie hier). Vor Ort haben sich dann gleich drei Spandauer Vereine Titel geholt.

  • Die Dammenmannschaft KC Nordwest holte sich den Deutschen Meistertitel gegen den SKG Hanau (neben Frankfurt).
  • Der Spandauer Verein VMW Berlin gewann den Deutschen Meistertitel in der Jugend Kategorie.
  • Die 10 bis 14 Jahre alten Kanufahrer der Schülermannschaft KSV Havelbrüder haben ihrerseits die 42. Deutsche Meisterschaft gewonnen. Mit 6:1 haben sie im Finale die Gegnermannschaft Rote Mühle Essen überragt.
  • Die Juniormannschaft des gleichen Vereins hat in der Klasse 16-18 Jahre ebenfalls den Deutschen Meistertitel gewonnen.
  • Der Trainer der KSV Havelbrüder, Christian Kunz, erhielt den Förderpreis des Kanupolo e.V. für seine hervorragende Arbeit mit den Schülern. Der Preis wurde für das erste Mal verliehen.

Leider ist die Kanupologemeinde noch sehr klein und die Sportart findet nur wenig Begeisterung. Die verschiedenen Vereine sind sich einig: Um an die Öffentlichkeit zu gelangen, muss Kanupolo eine olympische Disziplin werden. Die KSV-Havelbrüder freuen sich daher um Sponsoring-Anfragen oder finanzielle Unterstützung.

Meine erste Kanutour des Jahres in Spandaus Klein Venedig


Oder wie mein vorlautes Mundwerk mich in der Kälte leiden ließ

Voriges Wochenende saßen wir noch entspannt bei 20 Grad in der Sonne, genossen unser erstes Eis im Freien und freuten uns an dem tollen Frühlingswetter.

Die Bäume in Tiefwerder lassen auf frühlingshaftes Wetter hoffen.

Die Bäume in Tiefwerder lassen auf frühlingshaftes Wetter hoffen.

Leichtsinnig bot ich einen Artikel über die erste Kanufahrt des Jahres an. April, April. Diesen Sonntag fror ich schon auf dem Fahrrad ohne Handschuhe. Bei knapp 10 Grad Außentemperatur und viel Wind, musste mein Mann überredet werden, das Kanu aus dem Bootshaus zu zerren. („Das kann nicht dein ernst sein. Es ist so kalt.“)

Auch andere Paddler trotzen dem Wetter

Ausgerüstet mit Mütze, Schal und Handschuhen machten wir uns also auf den Weg und brachten den Kanadier zu Wasser. Belohnt wurden wir mit dem Anblick vieler knospender Bäume, frühlingshaft sprießenden Büschen und vier anderen mutigen Paddlern. Unverdrossen machten wir unsere Tour durch Klein Venedig. Während die Boote des Pro Sport Berlin e.V. und die des Yachthafen schon wieder geslippt sind, wird im Bootshaus Wax noch fleißig gewerkelt. Hier kommen die Boote erst am 21. April wieder ins Wasser. Viel ist aber noch nicht los, hier und da ist ein Kapitän dabei sein Boot für die erste Fahrt auf Vordermann zu bringen. Besser sieht es da schon in den Gärten aus. Es werden fleißig Stiefmütterchen gepflanzt und auf fast jeder Parzelle ist jemand am arbeiten.

Die Kanupolospieler lassen sich von ein bisschen Wind nicht abhalten.

Die Kanupolospieler lassen sich von ein bisschen Wind nicht abhalten. Fotos (8): Kirsten Stamer

Für Kanupolo ist es offenbar nie zu kalt

Die Enten jedoch scheinen noch im Wintermodus. Den Kopf unter das Gefieder gesteckt, dösen sie auf Baumstämmen oder auch auf dem ein oder anderem noch zugedecktem Boot. Doch als wir wieder in den Südhafen kommen, können wir unseren Augen kaum trauen: die Kanupolospieler bringen ihre Netze ans Wasser. Ausgerüstet mit Neoprenanzug und Schwimmweste kommen sie mit ihren Kajaks an den Steg und los geht’s. Ein echter Sportler lässt sich eben von ein bisschen kaltem Wetter nicht abhalten. Wir jedoch sind froh, das Kanu wieder verstauen zu können und in die warme Wohnung zu laufen. Auf die erste richtige (und warme) Kanutour warte ich vielleicht doch lieber noch ein paar Tage.

Kirsten Stamer

„Ein schnelles, kraftraubendes, dynamisches Spiel“

Leo Luberichs ist Kanupolo-Trainer im VMW

Über Spandau entlädt sich die Spannung der letzten Tage. Auf heiß und drückend folgt jetzt nass und stürmisch. Blitze erhellen den dunkel gewordenen Himmel, danach grollt der Donner. Kein optimales Wetter für Kanupolo. „Bei Gewitter kann man immer schlecht einschätzen wie weit man jetzt hinausfahren kann, oder überhaupt. Man will ja auch nicht gegrillt werden“, meint Leonard Florian Luberichs, kurz Leo. Der Sportwart und Trainer der Herrenmannschaft im VMW wird heute 22 und hat mir, zwischen Geburtstag feiern und Training, Gesprächszeit eingeräumt. Aus dem Training wird heute leider

Leo Luberichs ist Trainer im VMW

Leo Luberichs ist Trainer im VMW

nichts. Manche Paddler rufen an, andere ziehen angesichts des Wetters unverrichteter Dinge wieder ab.

Über die verschiedenen Mannschaften und das Training

Wir sitzen trocken im Vereinshaus neben Tafeln mit Meisterschaftsgewinnen. Leo kam vor elf Jahren zum Kanupolo. „Wir sind hergezogen und ich habe mich für Wassersport interessiert“, erzählt er. Er habe dann Rudern ausprobiert. Was fehlte war der Ball. Dann habe man ihn gefragt ob er nicht einmal das Kanupolo probieren wolle. „Mittlerweile habe ich alle Altersklassen durch“, erklärt er. Von der Schülermannschaft, in die Jugendmannschaft zu den Junioren und nun im Herrenteam, auch als Trainer. Alle Altersklassen sind auch heute noch in der Vereinigung Märkischer Wanderpaddler zu finden. Nur die Frauenmannschaft setzt zu Zeit aus. „Da kommt dann die Familie dazu, Arbeit und irgendwann hat man dann nicht mehr so viel Zeit fürs Training“. Denn das hat es in sich. Bei drei Einheiten die Woche, kann auch ein sportlicher Mensch in Zeitnöte geraten. Leo löst es in seiner Ausbildung in der Hotelbranche folgendermaßen. „Ich nutze die freien Tage, außerdem kann ich mich für Frühschichten eintragen lassen“. Aber trotzdem sei es schon ein großer Unterschied zur Schulzeit.

Über die Vereinigung Märkischer Wanderpaddler

Der VMW ist ein junger Verein mit alter Tradition. Er wurde im Jahre 1921 gegründet und das Vereinshaus in Tiefwerder bereits 1927 errichtet. Die Mitglieder sind heute jedoch zur Hälfte zwanzig oder jünger. Auch Wanderpaddler sind nicht mehr

Bei Kanupolo kann es heiß hergehen

Bei Kanupolo kann es heiß hergehen

viele da. „Kanupolo ist einfach ansprechender für junge Menschen“, meint der Trainer, „ein schnelles, kraftraubendes, dynamisches Spiel“. Bei fünf Spielern je Mannschaft mit einem Wasserball in Volleyball Größe auf einem 23 mal 35 Meter kleinem Spielfeld, kann man sich das in etwa vorstellen. Gefährlich sei der Sport heute jedoch nicht mehr. Mit Helm mit Visier und Weste ist jeder Spieler ausgestattet, seine Beine stecken ja im Boot. – Welches in diesem Fall ein Kajak ist, also ein geschlossenes Boot mit Doppelpaddel, welches jedoch unter die Kategorie Kanu fällt. „Das einzige, was in Gefahr ist, sind die Finger“, meint Leo. Nur wenn zu Beginn des Spiels der Ball vom Schiedsrichter in die Mitte geworfen wird und zwei Spieler ihn ergattern wollen,“ kann es schon einmal sein, dass man übereinander fährt.“ Aber keine Angst, die Eskimorolle wird schon den Schülern beigebracht. Irgendwie muss man den Körper ja auch wieder aus dem Wasser bekommen. Auch die Paddel würden relativ häufig vom Ball getroffen und brächen dann. „Dass ist dann ärgerlich“, meint er, denn so ein Paddel kostet zwischen 400 und 600 Euro und allzu häufig macht die Haftpflichtversicherung das auch nicht mit. „Besonders lustig ist es, wenn die Paddel beim Start abbrechen“, erzählt Leo. Die Spieler würden sich durch den Druck auf das nicht mehr vorhandene Blatt dann häufig selbst versenken. „Die tauchen dann wieder auf mit diesem verwirrten Gesichtsausdruck, weil man erst einmal verstehen muss, dass das Paddel abgebrochen ist“.

Kanupolo im VMW

Im VMW steht das Kanupolo für jedermann offen. Bis zur Jugendklasse wird das Kajak vom Verein gestellt, ab Junioren muss

So sieht das Spiel in der Halle aus

So sieht das Spiel in der Halle aus

ein Eigenes für etwa 1200 Euro her. „Natürlich bekommt aber jeder von uns zu Anfang eines geliehen“, beruhigt er, „sonst sitzt er nachher auf einem Boot, das er gar nicht braucht“. Also auf zum VMW oder einem der anderen fünf Vereine die in Berlin Kanupolo betreiben, übrigens durch aus erfolgreich. Die Schülerklasse des VMW wurde im letzten Jahr deutscher Meister und auch der Kajak-Club Nord-West Berlin e. V. und der Verein für Kanusport Berlin e. V. spielen in den obersten Ligen.

Kirsten Stamer