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Wasser, das Lebensmittel Nummer eins ist in aller Munde

Nicht nur Trinkwasser kommt ins Gerede

Probleme mit dem Trinkwasser

Probleme mit dem Trinkwasser

Trinkwasser, unser wichtigstes Lebensmittel wird zum Problem. Nach den Geschehnissen in letzter Zeit könnte man fast meinen, wieder im Mittelalter gelandet zu sein. Wasser, zumindest sauberes Wasser ist keine Selbstverständlichkeit mehr. Erst in der brandenburger Umgebung, dann auch in Spandau. Nur waren hier gleich 130.000 Menschen betroffen.

Im Spandauer Wasserwerk an der Pionierstraße wurden die meisten Trinkwasserbrunnen geschlossen. Dort werden nun häufiger Proben genommen. Zusätzlich erkunden die Berliner Wasserbetriebe die bis zu 100 Meter tiefen Brunnen mit Kameras, um mögliche Beschädigungen zu entdecken, durch die Erreger in Trinkwasser gelangen können. Bisher war die Suche ohne Erfolg.

Der TÜV Rheinland und die ARD-Sendung Plusminus stellten gerade erst in einem bundesweiten Test starke Keimbelastung im Trinkwasser fest. 50 Wasserproben in Toiletten in öffentlichen Gebäuden wurden untersucht. Jede zweite Probe wurde als belastet identifiziert. Dumm nur, dass hier Pfusch am Werk war. Wer Proben nimmt und diese nach der Trinkwasserverordnung, die die Qualität von Trinkwasser regelt, beurteilt, der sollte Proben auch, wie vorgeschrieben nehmen. Das wurde „bewusst“ nicht getan. Vorschrift ist, den Wasserhahn vorher abzuflammen, also zu sterilisieren. Man hätte also gleich Proben aus der Kloschüssel nehmen können. Naja, nicht ganz …

Das Problem ist also in diesem Fall nicht das Wasser, sondern die Umgebung. Der Umgang vieler Menschen mit der Hygiene ist auch nicht unbedingt vorbildlich zu nennen. Ein großer Teil verlässt das Klo, ohne sich die Hände zu waschen. Dumm nur, wenn´s gerade der Fleischer ist, oder der Koch im Restaurant um die Ecke.

In Babelsberg kamen die Erreger durch tote Kleinsäuger ins Wasser. Wo sie in Spandau herkamen wird noch recherchiert. Wir dürfen gespannt sein.

Viele kauften in den letzten Tagen große Mengen Mineralwasser, um sich und die Familie mit dem wichtigen Nass versorgen zu können. Eine anscheinend trügerische Sicherheit. Mehr als 500 verschiedene Mineralwässer gibt es in Deutschland. Die Mineral- und Tafelwasserverordnung verlangt, dass im Verarbeitungsprozess die ursprüngliche Reinheit des Mineralwassers nicht beeinträchtigt werden darf. Öko-Test hatte im Juni festgestellt, das es mit der Reinheit nicht weit her ist. Zwar wurden mehr als die Hälfte der Wässer mit Sehr gut bis Gut bewertet, doch fanden sich Abbauprodukte von Pestiziden, die über dem zulässigen Grenzwert lagen. In jedem 10. Wasser wurden zu viele Keime entdeckt …

Vor mehr als einem Monat lernten wir alle eine für die meisten noch unbekannte Abkürzung kennen. EHEC, steht für Enterohämorrhagische Escherichia coli, also für einige Stämme des Darmbakteriums Escherichia coli (E. Coli). EHEC haben die unangenehme Eigenschaft, blutige Durchfallerkrankungen auszulösen. Glücklicherweise scheint man sich dieses Kürzel erst einmal nicht mehr merken zu müssen. Das Problem hat sich erst einmal „erledigt“.

Sehr schnell wurden die Bakterien durch Kollegen abgelöst. Diesmal ging es um coliforme Keime. Bequem, wie wir Menschen nun einmal sind, neigen wir zu Verkürzungen. So wurde aus den coliformen Bakterien ganz schnell Coli-Bakterien. Für manche Medien mutierte Spandau damit zum Seuchengebiet. Okay, es herrscht Saure-Gurken-Zeit und das Sommerloch muss auch gefüllt werden. Aber zurück zum Thema. Unter coliforme Bakterien fasst man solche Bakteriengattungen zusammen, die bestimmte Eigenschaften aufweisen, nämlich u. a. Lactose, also Milchzucker, fermentieren zu können. Sie sind ein Zeichen für eine mögliche fäkale Verschmutzung. Nicht alle von ihnen lösen Krankheiten aus. E. Coli, kommt als wichtiges Bakterium im menschlichen Darm vor. Dort ist es nützlich, weil es die Ausbreitung schädlicher Mikroorganismen hemmt. Außerhalb dagegen kann er Infekte hervorrufen.

Ein großes Hin und her gab es in den letzten Tagen um die Frage, wie lange Wasser abgekocht werden muss, um wieder keimfrei zu sein. Die Wasserbetriebe und Berlin nahmen einen anderen Standpunkt ein, als Spandau. Aber! Drei bis fünf Minuten sind in der Regel völlig ausreichend um Bakterien zu töten, es sei denn, Sporen sind ins Wasser gelangt. Prost!

 

Ralf Ralecker

PLZ-Gebiete mit Keimen im Trinkwasser

Heute macht das Wassermobil der Berliner Wasserbetriebe den ganzen Tag über Station vor dem Spandauer Rathaus und berichtet über die aktuelle Situation. Unsere Redaktion wird Sie heute Abend/morgen früh über weitere Einzelheiten informieren. Lesen Sie hier mehr.

Folgende PLZ-Gebiete sind betroffen: 

  • Spandau: 13581, 13583, 13585, 13587
  • Staaken: 13581, 13589, 13591, 13593
  • Wilhelmstadt: 13581, 13593
  • Falkenhagener Feld: 13583, 13585, 13589, 13591
  • Hakenfelde: 13585, 13587, 13589

Quelle: Berliner Wasserbetriebe

Vorsicht – Keime im Spandauer Trinkwasser entdeckt


Ältere und Kleinkinder unter Umständen am meisten gefährdet

Vorsicht, Spandauer Trinkwasser belastetDie Berliner Wasserbetriebe vermelden, dass bei Routineuntersuchungen im Wasserwerk Spandau heute Vormittag um 10.00 Uhr coliforme Keime festgestellt wurden. Aus diesem Grund sprechen die Behörden ein Abkochgebot für Spandau aus. Betroffen sind vor allem die Wohngebiete nördlich der Heerstraße bis zum Spandauer Forst und westlich der Havel bis zur Stadtgrenze zu Falkensee.

Coliforme Keime – Herkunft und mögliche Krankheiten.

Lt. Wikipedia fasst man unter der Gruppe der coliformen Keime Bakteriengattungen zusammen, die bei der Wasseraufbereitung Verschmutzung meist fäkalen Ursprungs anzeigen.  Ältere Menschen und Kleinkinder sind bei einer schwachen körperlichen Konstitution besonders gefährdet. In diesem Fall kann es unter Umständen zu Entzündungen der Gallenwege, Lungenentzündung, Meningitis bei Säuglingen oder auch Harnwegsinfektionen kommen.

Was ist konkret zu tun?

Lt. dem Pressesprecher der Wasserbetreibe André Beck soll das Leitungswasser  mindestens 20 Minuten lang abgekocht werden und ist dann erst zum Trinken und zur Zubereitung von Speisen geeignet. Dies gilt ausdrücklich auch für Kaffeemaschinen und Zähneputzen. Zum Duschen oder Baden kann Leitungswasser jedoch genutzt werden.

Belastetes Wasser im Trinkwasserversorgungsnetz.

Wie es in einer Pressemitteilung der Berliner Wasserbetriebe heißt, sei durch eine sofortige Desinfektion des Reinwasserbehälters sichergestellt, dass ab sofort kein belastetes Wasser in das Trinkwasserversorgungsnetz mehr gelangen kann. Bis  Samstag, 30. Juli würden zudem Netzbeprobungen vorgenommen werden, um die Keimfreiheit des Trinkwassers in Spandau mit Sicherheit zu dokumentieren. Wie der Pressesprecher auf Nachfrage aber mitteilt, vergingen von der Entnahme des Leitungswasser bis zum Probenbefund etwa 48 Stunden, so dass Leitungswasser aus Spandau derzeit ohne 20 minütiges Abkochen auf gar keinen Fall getrunken werden sollte.

Weitere Informationen:

Die Berliner Wasserbetriebe sind jetzt  telefonisch oder online erreichbar:  Berliner Wasserbetriebe, 10864 Berlin, Tel.: 0800.292 75 87, Internet: www.bwb.de

Wasser, ein teures Nass in Spandau.

Ob die Preise für Trinkwasser jetzt weiter ansteigen, kann nur vermutet werden. Bereits Anfang des Jahres berichteten wir darüber, dass Wasser in Spandau ein teures Nass sei.  Zum Artikel: Volksentscheid zur Offenlegung des Wasservertrages.

 

Unsere Empfehlung: Mineralwasser trinken

Unsere Empfehlung: Mineralwasser trinken

 

 

 

 

 

Folgende PLZ-Gebiete sind betroffen: 

  • Spandau: 13581, 13583, 13585, 13587
  • Staaken: 13581, 13589, 13591, 13593
  • Wilhelmstadt: 13581, 13593
  • Falkenhagener Feld: 13583, 13585, 13589, 13591
  • Hakenfelde: 13585, 13587, 13589

Quelle: Berliner Wasserbetriebe

Gefährliche EHEC-Keime erregen die Gemüter – auch in Spandau

Aus diesem Grund fragten wir im Waldkrankenhaus nach

Dr. Wolfram WackeDie brandgefährlichen EHEC-Keime bewegen derzeit die Bevölkerung wie kaum ein anderes Thema. Bereits 16 Todesfälle und Hunderte von Erkrankungen werden deutschlandweit mit den gefährlichen Darmkeimen in Verbindung gebracht. Wir sprachen mit Dr. Wolfram Wacke, Internist, Gastroenterologe und Proktologe, Oberarzt in der Klinik für Innere Medizin I und im Darmzentrum tätig.

Herr Dr. Wacke, die Schlagzeilen rund um die EHEC-Keime bewegen derzeit die Spandauer Bürgerinnen und Bürger. Sind  im Evangelischen Waldkrankenhaus bereits Patienten mit diesem Keimbefall behandelt worden?

Angesichts der beunruhigenden Pressenachrichten stellen sich in unserem Darmzentrum und unserer zentralen Notaufnahme seit 1 Woche zunehmend besorgte Patienten mit Durchfallsymptomen und insbesondere blutigen Durchfällen vor. Bis heute hatten wir aber noch keinen bestätigten EHEC-Fall.

Wie sieht eine solche Behandlung konkret aus?

Wir stellen die Indikation zur stationären Aufnahme dieser Patienten großzügig und veranlassen in aller Regel bereits in der Notaufnahme eine entsprechende Erregerdiagnostik aus der Stuhlprobe. So dann erhalten Verdachtsfall-Patienten eine symptomatische Therapie mit intravenösem Volumenersatz (Infusionen), die Patienten werden konform den Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes behandelt, werden einem Hygieneregime mit Isolationspflege und anderen Hygienemaßnahmen unterzogen.

Bei komplizierten Verläufen steht diesen Patienten die breite Palette der internistischen Intensivtherapie auf unserer interdisziplinären Intensivstation zur Verfügung, einschließlich Nierenersatztherapie und maschineller Beatmung.

Wie können und sollen sich die Spandauer Bürgerinnen und Bürger davor schützen?

Die genaue Infektionsquelle für die EHEC-Erkrankungen ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt trotz aller Bemühungen nicht gesichert.

Solange gelten die üblichen Empfehlungen, Gemüse und Obst gut zu waschen, im Zweifelsfalle lieber zu schälen oder auf gekochte Ware auszuweichen, auf die Herkunft der Nahrung insbesondere auch von Fleischprodukten zu achten und bei der Auswahl der Speise sich auf seine Sinne zu verlassen. Auf Rohmilchprodukte sollte ganz verzichtet werden.

Was tun Sie in Ihrem Krankenhaus, damit Patienten sich nicht mit diesem Durchfallerreger anstecken?

Durchfallpatienten, und damit EHEC-Patienten, werden isoliert und einem strengen Hygieneregime unterzogen. Sie benutzen eine eigene Toilette bzw. Toilettenstuhl und werden in die Händedesinfektion eingewiesen. Das Personal trägt bei Kontakt mit diesen Patienten Mundschutz, Isolierkittel und Handschuhe, um einen Keimverbreitung über Tröpfcheninfektion zu unterbinden.

Was raten Sie den Menschen und Patienten?

Die unter Punkt 3 genannten Maßnahmen zu befolgen und im Zweifelsfalle den Hausarzt zu konsultieren. Im Falle blutiger Durchfälle oder schwerer anderer Symptome steht ihnen unsere Zentrale Notaufnahme 24 Stunden amTag an sieben Tagen pro Woche zur Verfügung.

Herr Dr.  Wacke, wir danken Ihnen  für das Interview.

Die Redaktion

 

WaldkrankenhausKontaktadresse:

Evangelisches Waldkrankenhaus Spandau
Stadtrandstraße
555 – 561
13589 Berlin
Tel: 030 3702-0
Fax: 030 3702-2000
E-Mail: verwaltung@waldkrankenhaus.com
URL: http://www.pgdiakonie.de/Evangelisches-Waldkr.79.0.html

Mittlerweile führt die EHEC-Krise bundesweit zu Engpässen bei Blutvorräten. Zusätzliche Informationsquellen zu EHEC:

Homepage des Robert Koch Instituts

Homepage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)