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Unbeschwerter Weihnachtsgenuss? Kekse und andere „Krankmacher“?

Wer billig kauft, bekommt manchmal Probleme

 

Weihnachtsgebäck, manchmal mit Vorsicht zu genießen ... (Foto: Ralf Salecker)

Weihnachtsgebäck, manchmal mit Vorsicht zu genießen … (Foto: Ralf Salecker)

Weihnachten steht nicht nur vor der Türe, sondern wird uns schon seit Monaten um die Ohren gehauen, dass uns Hören und Sehen vergeht. Während andere sich noch am Havelstrand sonnten eröffneten die Supermärkte die Weihnachtssaison. Weihnachtsgebäck bei 25 Grad im Schatten. Über Sinn und Unsinn solcher frühen Verkäufe mag man trefflich streiten. Interessant ist aber ein anderer Aspekt. Der Verbraucher mag es lieber billig, koste es, was es wolle. Darum wird auch bei den Weihnachtsnaschereien dort am häufigsten konsumiert, wo es billig ist. Alle wissen, dass billig eben nicht immer preiswert bedeutet, doch die „Geiz ist Geil“-Mentalität wirkt noch immer nach.

Manche Zimtsterne sind ungesund

Cumarin ist die Substanz, welche den Duft von Heu und Waldmeister bestimmt und auch in Parfüms gerne eingesetzt wird. In den 1950er Jahren geriet es im Rahmen von Tierversuchen in den Verdacht krebserregend zu sein. Später wurden Leberschäden durch Cumarin diagnostiziert, die aber nur bei wenigen Menschen auftraten. Die Folge waren festgelegte Grenzwerte in Lebensmitteln. Eine Korrektur nach unten erfolgte im Rahmen einer Neubewertung der Gefährlichkeit.

In den Jahren 2005 und 2006 gab es einen großen Medienrummel um Cumarin in Zimt. Überschreitungen der Grenzwerte in den Zimtsternen bis zum 40fachen wurden festgestellt. Die Lebensmittelindustrie reagierte damals erstaunlich schnell und senkte den Anteil von Cumarin. Immerhin ein Zeichen dafür, dass öffentlicher Druck durchaus zu einer Veränderung von Lebensmitteln führen kann.

Zimt ist nicht gleich Zimt. Es gibt den billigen Cassia-Zimt, der sehr hohe Cumarin-Werte aufweist und den teuren Ceylon-Zimt, in dem sich nur geringe Mengen finden. Steht nichts auf der Packung, kann man wohl vom Billig-Zimt ausgehen. Beim Pulver kann man äußerlich keine Unterschiede feststellen. Der billige Zimt in Stangenform dagegen ähnelt einer dicken Borke, während der teure aus mehreren erkennbaren Schichten besteht.

Damals hieß es, schon 20 Gramm belasteter Zimtsterne (drei Kekse) können gesundheitsschädlich für Kleinkinder und Erwachsene sein. Heute ist davon nicht mehr die Rede.

Acrylamid war in aller Munde

Wir kennen die Diskussion noch vom Grillfleisch, aber auch bei Chips. Acrylamid entsteht in einer Reaktion von Kohlenhydraten und Eiweiß, der Maillard-Reaktion. Es soll beim Menschen Krebs auslösen können. Genauere Erkenntnisse gibt es dazu bisher nicht. Eines ist sicher. Durch Absenkung der Brat-, Back- und Grilltemperatur lässt sich die Acrylamidentstehung deutlich minimieren. In Lebkuchen und anderen Weihnachtsleckereien wurde der Acrylamidgehalt in den letzten Jahren deutlich verringert. Eine Gefährdung ist also nicht zu befürchten.

Gefahr durch Adventskalender

Ende November fand die Stiftung Warentest in 24 Schoko-Kalendern für Kinder problematische Ölrückstände. Auffällig waren hier nicht nur die Billigprodukte. Mineralöle stehen im Verdacht, krebserregend zu sein. Quelle für die Verunreinigung war wahrscheinlich das recycelte Verpackungsmaterial. Einerseits wurde prinzipiell vor dem Verzehr gewarnt, andererseits ist es recht unwahrscheinlich, dass Kinder einen Berg von Adventskalendern verspeisen.

Fazit: Nicht alles wird immer so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Panikmache ist nicht angesagt. Trotzdem  kann ein bewusster Blick auf das was man kauft nie ein Fehler sein. Die Wahrscheinlichkeit, bei hochwertigen Produkten auf der Nase zu landen, ist

 

Ralf Salecker