RSSAlle Einträge markiert mit: "Kleebank"

Investitionen, Sanierungen und Fehler an Schulen

Zwar wurden über das Konjunkturprogramm II zahlreiche Schulgebäude saniert dennoch wird die Zielgruppe nicht immer erreicht.

Nicht nur Bezirksbürgermeister Kleebank (SPD) machte gestern Station während seiner Bildungstour an der Robert-Reinick-Grundschule, auch CDU-Bundestagsabgeordneter Kai Wegner nahm diese und zwei weitere in Augenschein. Als Abgeordneter hatte Wegner zusammen mit der Bundesregierung den Weg zum Konjunkturprogramm II zur Sanierung von Schulgebäuden frei gemacht. Allein Spandau nahm aus den bereitgestellten Mitteln rund 15 Millionen Euro in Anspruch.

Die CDU-Politiker Stadtrat Gerhard Hanke, Bundestagsabgeordneter Kai Wegner und Abgeordneter Matthias Brauner (v. li) in Siemensstadt unterwegs.

Die CDU-Politiker Stadtrat Gerhard Hanke, Bundestagsabgeordneter Kai Wegner und Abgeordneter Matthias Brauner (v. li) waren in Siemensstadt unterwegs.

Unglaubliche Baumängel

Somit konnten unter anderem an der Schule an der Jungfernheide eine Haupt- und Realschule zur integrierten Sekundarschule zusammengelegt werden. Erste Umbaumaßnahmen sind bereits abgeschlossen, dennoch wird die Schülerschaft bis zur endgültigen Fertigstellung auch in einem provisorischen Container unterrichtet. Weitaus größere Probleme zeigten sich hingegen bei der Robert-Reinick-Grundschule. Hier offenbarte sich nach Abschluss eine ganze Reihe von Baufehlern. Während ein funktionsfähiges Wandtelefon auf der Bühne der Aula noch für Belustigung sorgt, sind die klimatischen Bedingungen im obersten Treppenaufgang sowie Luftabzüge in den naturwissenschaftlichen Räumen ein weitaus größeres Ärgernis. Bezirksstadtrat Gerhard Hanke (CDU) ärgerte sich besonders über diesen Zustand, verwies jedoch darauf dass man das Gebäude erst nach Abschluss der Bauplanung vom Bezirk Charlottenburg „geerbt“ habe. Doch auch bei der Hans-Carossa-Oberschule wurden damals nach den Fertigstellung der Baumaßnahmen rund 1000 Mängel festgestellt.

Nicht nur Schulleiterin Ingrid Schmidt ärgert sich über Baumängel an der Robert-Reinick-Grundschule.

Nicht nur Schulleiterin Ingrid Schmidt ärgert sich über Baumängel an der Robert-Reinick-Grundschule. Fotos (2): Patrick Rein

Viel investiert

Bei der dritten Station an der Carl-Friedrich-von-Siemens-Oberschule verliefen die Bauarbeiten weitaus erfreulicher und stolz präsentierte Schulleiter Pohl die neue Mensa, welche in den nächsten Wochen auch den Schülerinnen und Schülern zugänglich gemacht wird. Doch auch der Bezirk sowie das Land haben viel in die Schulen investiert um ein angenehmes Lernumfeld zu schaffen: Computerräume, modernste Beamer bis hin zu kreidelosen Unterrichtsräumen mittels digitaler Übertragungstechnik aber auch Tischfußball zur Freizeitgestaltung sind an vielen Schulen zu finden. Dennoch ist ein Erfolg weiterhin von der Lehrerschaft abhängig. Deren Ausbildung und Einstellungen in den Schulbetrieb sind entscheidender als nur Investitionen in Räumlichkeiten und Ausstattung.

Passend dazu wurden gestern Abend in einem Fernsehbeitrag zwei Spandauer Jugendliche gezeigt, welche frühzeitig ihre Schullaufbahn abgebrochen haben. Einem von beiden konnte erst ein  Schulsozialarbeiter eine Perspektive aufzeigen. Beide stammen laut Beitrag aus Hartz-IV Familien. Neben der Ausgliederung der Erziehungsarbeit an die Schulen bleiben demnach die Eltern Vorbilder – wenn auch negativ – und zeigen Lebensstile auf, von denen sich Jugendliche nur schwer distanzieren. Dem Beitrag nach gibt es in den Spandau Arcaden bereits eine Gruppierung der „center chiller“: Minderjährige die dort „abhängen“ und übermäßig Alkohol konsumieren.

Patrick Rein

Der Jugendarbeitslosigkeit entgegenwirken

Auf dem anhaltenden Programm der Bildungstour des Bezirksbürgermeisters Helmut Kleebank stand der Besuch der bbw Berufsvorbereitungs- und Ausbildungsgesellschaft mbH in Spandau.

Der Standort am Brunsbütteler Damm 143-147 wurde bereits im Jahr 2006 vom Jugendaufbauwerk als Bildungseinrichtung übernommen. Seitdem werden hier Jugendliche angesprochen, für die nach dem zehnten Schuljahr die Wahl des Ausbildungsplatzes ansteht und die es besonders schwer haben eine geeignete Ausbildungsstelle zu finden. Nun verschaffte sich Bezirksbürgermeister Kleebank – vor seiner jetzigen Tätigkeit selbst Schulleiter – auf seiner fortwährenden Bildungstour durch den Bezirk selbst einen Eindruck.

Bezirksbürgermeister Kleebank (Mitte) wurde beim Besuch der bbw vom SPD-Bundestagsabgeordneten Swen Schulz (li.) begleitet.

Bezirksbürgermeister Kleebank (Mitte) wurde beim Besuch der bbw vom SPD-Bundestagsabgeordneten Swen Schulz (li.) begleitet. Foto: Bezirksamt Spandau

Erfolgreiche Eingliederung

Um die Jugendlichen auf ihrem Weg ins Berufsleben zu unterstützen und auf die Ausbildung vorzubereiten, führt die bbw in Berlin und Spandau seit dem Schuljahr 2006/2007 erfolgreich das Senatsprojekt MDQM (Modulare Duale Qualifizierungs-Maßnahme) durch. Dieses gehört zum Regelangebot schulischer Leistungen gemäß dem Berliner Schulgesetz. Das mit Hilfe des Landes Berlin mitfinanzierte Projekt wurde als Modellprojekt mit ESF-Förderung entwickelt. Berlinweit befinden sich derzeit an zwei Standorten ca. 3900 Schülerinnen und Schüler in insgesamt 20 Gewerken, darunter des kaufmännischen Bereichs, des Handwerks, technischer und gestalterischer Berufe.

Finanzierung ungewiss

Allein in Spandau werden zirka 400 Schülerinnen und Schüler von 35 pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betreut. Die Erfolgsbilanz dieser Bildungseinrichtung spricht dabei für ein gutes Ausbildungspersonal, dass in der Lage ist, die Jugendlichen trotz fehlender Ausbildungsvergütung, so zu motivieren, dass bei Wettbewerben bereits Bundes- und Landessieger aus den verschiedensten Berufsfeldern hervorgingen. Zudem finden über 80 Prozent der Jugendlichen im Anschluss einen Arbeitsplatz. Doch zum Bedauern des Geschäftsführers Herrn Velten musste dieser mitteilen, dass die ESF- Förderung des Projektes im August 2015 eingestellt wird.

Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank hierzu: „Das erfolgreiche Konzept dieser Bildungseinrichtung in Spandau spricht dafür, dass dieser Standort unbedingt erhalten werden muss. Die Tatsache, dass die Jugendarbeitslosigkeitsquote des Bezirkes Spandau im berlinweiten Vergleich im letzten Drittel liegt, bekräftigt meine volle Unterstützung für die Entwicklung und Realisierung der weiteren qualifizierten Fortführung dieser Berufsausbildungsvorbereitung an diesem Standort. Derzeit erarbeitet der Bezirk Spandau zusammen mit dem Jobcenter und der Arbeitsagentur einen Masterplan gegen Jugendarbeitslosigkeit.“

Patrick Rein

Sprache ist der Schlüssel

Bezirksbürgermeister Kleebank ehrte engagierte Jugendliche im Projekt Sprachstube Deutsch für ihren ehrenamtlichen Einsatz.

Die jugendlichen Vorbilder, die sich ehrenamtlich im Falkenhagener Feld in einem Stadtgebiet mit besonderem Entwicklungsbedarf engagieren, wurden am Montag im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung durch Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank geehrt und eine Urkunde überreicht. Seinen Ursprung fand die Sprachstube im Wedding im Jahr 2004 von dort aus ging es über Reinickendorf bis die Idee 2009 auch in Spandau etabliert wurde. Viele Bilder und Informationen zum Projekt veranschaulichten die Arbeit der Sprachförderer/innen.

Bezirksbürgermeister Kleebank ehrte die Schülerinnen und Schüler für ihren ehrenamtlichen Einsatz bei der Sprachstube.

Bezirksbürgermeister Kleebank ehrte die Schülerinnen und Schüler für ihren ehrenamtlichen Einsatz bei der Sprachstube.

Spielerisch Deutsch lernen

Im Projekt Sprachstube Deutsch führen Jugendliche im Alter von 15 bis 20 Jahren, vorrangig mit Migrationshintergrund, kleine Kinder nichtdeutscher Herkunftssprache spielerisch an die deutsche Sprache heran. Auch die Jugendlichen sammeln dabei wertvolle vorberufliche Erfahrungen, engagieren sich bewusst für den eigenen Kiez und können ihre Zweisprachigkeit als wertvolle Ressource nutzen. So bekannte auch Klara als eine der Geehrten, dass die Lehrenden oftmals mehr bekämen, als dass sie eigentlich geben würden. Viele sind schon seit Jahren dabei und wollen die eigenen Erfahrungen nicht mehr missen. Klara führte daher weiter aus: „Wer das Ehrenamt nicht kennt, hat was verpennt.“

Geförderte Kinder überreichten Blumen an ihre Sprachlehrer, Klara (re.) stellte das Ehrenamt in den Vordergrund.

Geförderte Kinder überreichten Blumen an ihre Sprachlehrer, Klara (re.) stellte das Ehrenamt in den Vordergrund. Fotos (2): Patrick Rein

Erfolgreiche Schullaufbahn

Die Kinder im Vorschulalter erfahren in vertrauter häuslicher Umgebung wertvolle individuelle Sprachbetreuung, sie verbessern ihren Wortschatz und ihre Ausdrucksmöglichkeiten. In einem kreativen Prozess gemeinsamer und spielerischer Kommunikation wird so der Grundstein für eine erfolgreiche Schullaufbahn gelegt. Auch die Mütter erhalten Informationen zu Sprachkursen für Erwachsene im Bezirk. Das Projekt Sprachstube Deutsch erhielt bereits diverse regionale und überregionale Auszeichnungen und Preise, wie beispielsweise den ersten Platz des Heinz-Westphal-Preises des Deutschen Bundesjugendrings (2007), Nationaler Bürgerpreis in der Kategorie „Junior“ der Initiative „für mich, für uns, für alle“ (2008), den 2. Platz beim Berliner Hauptstadtpreis für Integration und Toleranz der „Initiative Hauptstadt Berlin e.V.“ (2008) und den Werner Salomon-Preis im Rahmen des Spandauer Präventionsprojektes „Stark ohne Gewalt“ (2012).

Sprachstube Deutsch®Team:

  • Olga Kemer
  • Teresa Weis
  • Kraepelinweg 13
  • 13589 Berlin-Spandau
  • Tel.: 030 / 37 15 15 20

Die Sprachstube Deutsch ist ein Angebot des 1995 gegründeten Trägers casablanca gGmbH. Seither wurde der Schwerpunkt Erziehungshilfe und Familienförderung kontinuierlich ausgebaut. Die casablanca gGmbH hält ein breites Spektrum an Angeboten und Hilfen in verschiedenen Lebenslagen bereit und ist in mehreren Bezirken Berlins tätig.

Patrick Rein

Ein Zeichen für Toleranz

Vor dem Rathaus Spandau weht seit Donnerstag wieder als weltweites Zeichen für Toleranz, Vielfältigkeit, Hoffnung und Sehnsucht die Regenbogenfahne.

„Die Würde des Menschen ist unantastbar“ heißt es im Grundgesetz. Doch besonders gleichgeschlechtliche Paare mussten lange darum kämpfen einerseits gesetzlich anerkannt zu werden und andererseits gesellschaftlich akzeptiert zu werden. Auch heute mangelt es teilweise noch an der Toleranz. Dabei muss es nicht verstanden werden, wieso sich Mann und Mann oder Frau und Frau lieben. Es soll von den Mitmenschen lediglich akzeptiert beziehungsweise toleriert und nicht verurteilt werden.

Auch die Berliner Aids-Hilfe e.V. war beim Hissen der Flagge dabei.

Auch die Berliner Aids-Hilfe e.V. war beim Hissen der Flagge dabei.

Spandau zeigt sich tolerant

Bezirksbürgermeister Kleebank führt aus: „Mit dieser Beflaggung setzt der Bezirk Spandau ein Zeichen für tolerante Politik in Spandau, bei der alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen ernst genommen werden und Diskriminierungen aufgrund der sexuellen Orientierung des bzw. der Einzelnen verurteilt werden.“ Erst vor kurzem war es im Gebiet der Heerstraße Nord zu einem Übergriff auf einen körperlich benachteiligten Menschen gekommen, was für ein hohes öffentliches Interesse gesorgt hat und weshalb immer noch an entsprechenden Gegenmaßnahmen gearbeitet wird.

Katayun Pirdawari vom Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg hisste mit Unterstützung von Helmut Kleebank die Regenbogenflagge.

Katayun Pirdawari vom Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg hisste mit Unterstützung von Helmut Kleebank die Regenbogenflagge.

Regenbogenfahne vorm Rathaus

Am gestrigen Tag fanden im Jahn-Sportpark wieder die „Respect Gaymes“ statt, ein Veranstaltung die aktiv mit dem Slogan: „Zeig Respekt für Schwule und Lesben“ wirbt. Um diesen Respekt zu erweisen aber auch als Zeichen für Toleranz, Vielfältigkeit, Hoffnung und Sehnsucht wurde das weltweit anerkannte Symbol – die Regenbogenfahne – von Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank vorm Spandauer Rathaus gehisst. Mittlerweile beteiligen sich alle Berliner Bezirke an der Aktion. Und natürlich begrüßt auch der Regierende Bürgermeister Berlins, Klaus Wowereit, die Aktion und hisste selbst eine Fahne am Nollendorfplatz. Wowereit hatte mit dem mittlerweile legendären Satz im Berliner Abgeordnetenhaus: „Ich bin schwul – und das ist auch gut so“ landesweit für Aufsehen und eine positive Auseinandersetzung mit dem Thema gesorgt.

Stadtrat Stephan Machulik, Katayun Pirdawari vom LSVD und Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank.

Stadtrat Stephan Machulik, Katayun Pirdawari vom LSVD und Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank. Fotos (3): Patrick Rein

Keine Selbstverständlichkeit

Während in Deutschland der Umgang mit Schwulen und Lesben „normal“ geworden und keine Besonderheit mehr ist, fehlt diese Toleranz in anderen Ländern weiterhin dramatisch. Die erste Trauung eines gleichgeschlechtigen Paares in Marseille sorgte in Paris für Demonstrationen und endete in regelrechten Straßenschlachten. Und erst vor kurzem wurde in Spandaus Partnerstadt Wolgograd ein Mann auf Grund seiner homophoben Gesinnung totgeprügelt. Leider kommt es aber auch in Deutschland zu Beleidigungen und Übergriffen auf Schwule und Lesben. Ebenso wie bei Fremdenfeindlichkeit ist hier die Gesellschaft gefordert Zeichen gegen Diskriminierung und Gewalt in jeglicher Form zu setzen. Denn auch wenn vielleicht das Verständnis fehlt, sollte zumindest die Toleranz vorhanden seien.

Patrick Rein

Bürgervorschläge zum Haushalt erwünscht

Bezirk startet zweiten Versuch eines Bürgerhaushalts unter dem Motto: Es geht um IHR Geld.

Bereits 2007 wurde in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) die Einführung eines Bürgerhaushalts beschlossen. Ein erster regionaler Anlauf scheiterte jedoch an mangelnder Beteiligung. Seitdem wurde in einer entsprechenden Arbeitsgemeinschaft ein neues Konzept erarbeitet und seit zwei Jahren die Öffentlichkeitsarbeit diesbezüglich intensiviert. Das Ergebnis zeigt sich in einer aufwendigen Broschüre und Internetauftritt unter www.buergerhaushalt-spandau.de wodurch Vorschläge der Bürgerinnen sowie Bürger in die Planungen des Haushalts 2014/2015 einfließen sollen.

Thomas Neumann, Serviceeinheit Finanzen Bürgerhaushalt, Bezirksverordneten Vorsteher Frank Bewig, Dr. Annika Lange, Ausschussvorsitzende, und Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank (v. li.)

Thomas Neumann, Serviceeinheit Finanzen Bürgerhaushalt, Bezirksverordneten Vorsteher Frank Bewig, Dr. Annika Lange, Ausschussvorsitzende, und Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank (v. li.)

Keine vorgegebene Geldsumme

Im Gegensatz zu anderen Bezirken – wo eine bestimmte Summe zur Verfügung gestellt wird und die Bürger in dessen Rahmen über diese verfügen – verfolgt das Spandauer Konzept eine andere Zielvorgabe: Schriftlich oder über das Internetportal werden Vorschläge eingereicht, über welche die BVV unter Berücksichtigung des Allgemeinwohls entscheidet. Somit ist das Budget nicht begrenzt, der Haushalt mit der Bürgerbeteiligung jedoch transparenter und eventuell „ehrlicher“. Alle Vorschläge werden auf der Homepage veröffentlicht und können kommentiert werden. Außerdem erhält jeder Vorschlag eine Begründung zur Annahme beziehungsweise Ablehnung.

Auftaktveranstaltung im Bürgersaal

Seit Mittwoch ist die Internetseite freigeschaltet und Vorschläge können eingereicht werden. Dafür ist lediglich eine einfache Registrierung notwendig. Der Beschluss zum Bürgerhaushalt wurde parteiübergreifend und einvernehmlich gefasst – eine kleine Besonderheit im bezirkspolitischen Alltag. So wurde das „Projekt“ auch vom Bezirksverordneten-Vorsteher Frank Bewig (CDU) und Dr. Annika Lange (SPD), Vorsitzende des Ausschuss Haushalt, Personal, Rechnungsprüfung, im Beisein von Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank (ebenfalls SPD), vorgestellt. Am 11. Juni findet dann ab 18 Uhr eine Informationsveranstaltung im Bürgersaal des Rathauses statt, bei der alle Bereiche des Bezirksamtes für Informationen und Fragen als auch Anregungen zur Verfügung stehen.

Die aufwendig gestaltete Broschüre mit ausführlichen Informationen zum Bezirk und Verwaltung ist ab sofort an vielen öffentlichen Stellen erhältlich.

Die aufwendig gestaltete Broschüre mit ausführlichen Informationen zum Bezirk und Verwaltung ist ab sofort an vielen öffentlichen Stellen erhältlich. Fotos (2): Patrick Rein

Kürzungen ebenfalls möglich

Neben Vorschlägen zur Investition können auch Bereiche für Kürzungen aufgezeigt werden. Ob diese dann von der BVV aufgegriffen werden, bleibt abzuwarten. Mit der Broschüre „Bürgerhaushalt Spandau 2013“ (erhältlich an allen öffentlichen Stellen des Bezirksamtes wie dem Bürgeramt) wird zudem auch erstmals ein ausführlicher Einblick über Vertreter, Strukturen, Einnahmen und Ausgaben des Bezirks geboten. Schließlich handelt es sich insbesondere beim Haushalt um ein komplexes Thema was immer wieder für Diskussionen und Gesprächsstoff sorgt. „Mit der Broschüre soll auch ein wenig Klarheit in die komplizierte Angelegenheit der Haushaltsplanung gebracht werden“, erläutert Kleebank.

Nach Jahren der Einsparungen und Kontrolle der Senatsverwaltung könnte Spandau Ende 2013 eine Haushaltskonsolidierung erreichen, was dem Bezirk zukünftig wieder mehr Gestaltungsspielraum ermöglichen würde.

Patrick Rein

Angriff auf Bezirksverordneten

Nicht nur die Fraktion der GAL Spandau verurteilt tätlichen Angriff gegen Bezirksverordneten.

Am Abend des 15. Mai 2013 wurde ein Bezirksverordneter der GAL-Fraktion beim privaten Einkauf tätlich angegriffen. Ein Mann schlug ihm unvermittelt mehrfach ins Gesicht mit den Worten „Du bist Schuld, dass der Ponyhof geschlossen wurde“ und „Die Grünen sind Schuld, dass der Ponyhof geschlossen wurde.“ Später lauerte er ihm auf dem Heimweg auf, pöbelte, verfolgte und bedrohte ihn wiederholt. Auch eine Mitarbeiterin des Veterinäramtes wurde vor kurzem ebenfalls Opfer einer Attacke während ihrer Amtsausübung.

Gegen den Angreifer wurde Anzeige bei der Polizei erstattet.

Gegen den Angreifer wurde Anzeige bei der Polizei erstattet.

Kein Raum für Gewalt

Der Bezirksverordnete konnte einer weiteren Tätlichkeit nur durch das Betreten des nächsten Geschäftes entgehen. Anzeige wurde erstattet. Fast unglaublich, dass in Folge einer emotionalen und politisierten Auseinandersetzung einzelne Bezirksverordnete – gleich welcher Partei – tätlich angegriffen werden. Zumal besonders die Bezirksverordneten keine Vollzeitpolititker sind und ihre Tätigkeit ehrenamtlich zum Wohl des Bezirks ausüben. Doch auch sonst wäre der Vorgang ein weiteres Indiz für eine steigende Gewaltbereitschaft. Dies ist jedoch im gesellschaftlichen Zusammenleben ein nicht tolerierbares Verhalten. Diese Ansicht wird auch im Bezirk einstimmig geteilt, was die Reaktionen des BVV-Vorstehers sowie der anderen Fraktionen und jedes Einzelverordneten nach Bekanntwerden des Vorgangs verdeutlichten.

Kein Thema sorgte im letzten Jahr für so viel Diskussionen wie der Ponyhof Staaken.

Kein Thema sorgte im letzten Jahr für so viel Diskussionen wie der Ponyhof Staaken.

Unruheherd Ponyhof

Die GAL-Fraktion erklärt: „Der tätliche Angriff wird unsererseits ausdrücklich nicht der Betreiberin und dem Kreis der aktiven Unterstützer/innen des Ponyhofes Cosmarweg zugeordnet.“ Dennoch sollte es auch in deren Interesse liegen, weiterhin vermeintliche Sympathisanten/innen zur Mäßigung aufzurufen. Denn auch dieser Aktion reiht sich in die Vorgänge im Zusammenhang mit der emotionalen Diskussion um den Ponyhof Cosmarweg, der im Frühjahr 2012 seinen Anfang fand. Aufgrund der Missachtung erteilter Auflagen musste dieser amtlich geschlossen werden. In den darauffolgenden Monaten entstand eine öffentlich geführte Debatte, in der die Grenzen demokratischer Umgangsformen von verschiedenen Teilnehmern oftmals überschritten wurden. Insbesondere die Mitarbeiter/innen des Veterinäramtes sahen sich dabei teilweise einer Diffamierungskampagne ausgesetzt.

Zwar wurde der Ponyhof im Cosmarweg jetzt wiedereröffnet, manche Symphatisanten scheinen dennoch keine Ruhe zu finden.

Zwar wurde der Ponyhof im Cosmarweg jetzt wiedereröffnet, manche Symphatisanten scheinen dennoch keine Ruhe zu finden. Fotos (3): Patrick Rein

Schleppende Umsetzung

Bereits damals hatte auch Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank wiederholt appelliert, bei allem Engagement entsprechende Umgangsformen zu wahren und versicherte – sollten diese überschritten werden – Mitarbeiterinnen sowie Mitarbeiter notfalls auch mittels rechtlicher Schritte zu schützen. In den eingeleiteten gerichtlichen Überprüfungen im Falle des Ponyhofes Staaken zumindest wurde die Handlungsweise des Veterinäramtes als rechtens bestätigt. Erst im Frühjahr 2013 wurde dem Bezirksamt dann ein genehmigungsfähiges Konzept vorgelegt und der erforderliche Nachweis der Sachkunde im Umgang mit den gehaltenen Tieren erbracht. Im April erfolgte die Eröffnung des Ponyhofes unter einer neuen Betreiberin. Bei der Abnahme des Betriebes vor der Eröffnung waren Bezirksverordnete aller Fraktionen anwesend. Hier wurde deutlich, „dass trotz der Vorgeschichte auch heute die Umsetzung der rechtlichen Vorgaben und entsprechenden Auflagen nur schrittweise erfolgt, wodurch eine regelmäßige Kontrolle weiterhin erforderlich ist. Der Ermessenspielraum des Veterinäramtes ist im Interesse der Tiere begrenzt“, erklärt die GAL-Fraktion.

Patrick Rein

Auch Nachts ist in Spandau was los

Am 4. Mai findet nicht nur in Spandau die 3. Lange Nacht der Familie statt.

Gleich vier Angebote werden im Bezirk am morgigen Samstag für Unterhaltung bis in die späten Abendstunden sorgen. Bürgermeister Helmut Kleebank wird als Schirmherr der 3. Langen Nacht der Familie in Spandau die Veranstaltung im Kulturzentrum Gemischtes in Staaken eröffnen. Kleebank erläutert: „Es gibt in dieser Nacht einiges zu entdecken und zu erkunden, so dass sich unternehmungslustige Familien von den vielfältigen Angeboten inspirieren lassen können.“

Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank ist Schirmherr der 3. Langen Nacht der Familien.

Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank ist Schirmherr der 3. Langen Nacht der Familien.

Veranstaltungsübersicht

Folgendes Programm wird dabei speziell für Familien mit Kindern bis 14 Jahren zwischen 17 Uhr und 23 Uhr angeboten:

Kulturzentrum Gemischtes (Eröffnungsveranstaltung), Sandstr. 41, 13593 Berlin

„Kinder spielen für Kinder – Tanz, Trommeln und Popmusik“ von 17 bis 19 Uhr

Im Anschluss daran wird es einen persönlichen Begleitdienst für Familien zu den anderen Spandauer Veranstaltungsorten geben.

Militärhistorisches Museum der Bundeswehr, Towergebäude, Am Flugplatz Gatow 33, 14089 Berlin

„Nacht und Luftbrücke“ von 18 bis 22 Uhr

Jugend- und Familienberatungsstelle Kladow, Parnemannweg 22, 14089 Berlin

„Karibische Nacht“ von 18 bis 23 Uhr

Waldschule Spandau, Niederneuendorfer Allee 81, 13587 Berlin

„Frühlingsnachtlied und Moorgeruch“ von 20 bis 22:15 Uhr

Weitergehende Informationen zu den Veranstaltungen in Spandau erhalten Interessierte unter http://www.familiennacht.de/programm/.

Die Auftaktveranstaltung findet im Sandweg im Kulturzentrum Gemischtes in Staaken statt.

Die Auftaktveranstaltung findet im Sandweg im Kulturzentrum Gemischtes in Staaken statt. Fotos (2): Patrick Rein

AbenteuerPark Potsdam feiert

Wer die Bezirksgrenzen an diesem Tag jedoch ein Mal verlassen möchte, kann die Lange Nacht der Familien auch in Potsdam verbringen. Denn am Samstag den 04.05.2013 ist Gruseln angesagt! Zum außergewöhnlichen „Nachtklettern“ lädt der AbenteuerPark Potsdam alle großen und kleinen Monster im Rahmen der 3. Langen Nacht der Familie zu sich ein! Neben schaurigen Gruselgeschichten im Riesen-Tipi, spannenden illuminierten Spielen am Boden und leckerem Stockbrot-Essen am knisternden Lagerfeuer bietet das Gruselnacht-Pauschalpaket allen begeisterten Kletterfans 1,5 Stunden puren Kletterspaß bei Nacht (19-23 Uhr). Die passende Stärkung darf da natürlich nicht fehlen: Ein knuspriges Grillwürstchen mit Spuk-Sprudel-Getränk. Der Komplettpreis für die freie Nutzung aller Angebote beträgt für Kinder 18 Euro und für Erwachsene 22 Euro.

Weitere Informationen finden Interessierte ebenfalls hier im Internet unter  www.abenteuerpark.de/blog

Patrick Rein

Masterstudiengang in der Spandauer Altstadt

Ab Oktober 2013 wird der Masterstudiengang „Versorgung von Menschen mit Demenz“ im Herzen von Spandau angeboten.

Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank und die Universität Witten-Herdecke verständigten sich darauf, dass der interdisziplinäre Studiengang zukünftig mit Präsenzzeiten in Spandau angeboten wird. Damit soll das innovative Angebot der Universität Witten-Herdecke für Interessenten aus dem Großraum Berlin noch attraktiver gemacht werden.

In diesem Gebäude am Reformationsplatz in Spandau werden die ersten Präsenzzeiten durchgeführt.

In diesem Gebäude am Reformationsplatz in Spandau werden die ersten Präsenzzeiten durchgeführt. Foto: Patrick Rein

Dem demographischen Wandel gerecht werden

„Mit diesem innovativen Studienangebot überraschen wir sicherlich innerhalb der Berliner Hochschullandschaft. Viele reden vom demographischen Wandel. In Spandau aber arbeiten wir nun daran, die vorhersehbaren Folgen – wie zum Beispiel das vermehrte Auftreten von Demenzerkrankungen – mit großer Fachkompetenz zu bewältigen. Die interdisziplinäre Herangehensweise ist für alle Studienteilnehmer eine große Chance über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und vom Wissen anderer zu profitieren“, erläutert Bürgermeister Kleebank. Die Präsenzzeiten werden zunächst in den Räumen der Gesellschaft für interkulturelles Zusammenleben (GIZ) am Reformationsplatz 2 stattfinden. Der Bezirksbürgermeister führte weiter aus: „Langfristig hoffe ich auf eine Erweiterung und Ergänzung des Studienangebots in der Altstadt. Dann könnte man sich langfristig auch vorstellen, das alte Kant-Gymnasium in der Carl-Schurz-Straße zu einem Universitätsstandort auszubauen. Voraussetzung ist natürlich, dass zuvor das Freiherr-vom-Stein Gymnasium seinen Erweiterungsbau auf dem eigenen Gelände erhält.“

Mit dem Masterstudiengang ergeben sich den Absolventen gute Berufschancen.

Mit dem Masterstudiengang ergeben sich den Absolventen gute Berufschancen. Foto: Private Universität Witten/Herdecke

Gesundheitsstandort Spandau

Auch Prof. Dr. Müller, Chefarzt der Neurologie am Vivantes Klinikum Spandau, welcher die Verhandlungen aus fachärztlicher Sicht begleitet hat, begrüßt die Entscheidung: „Neurodegenerative Erkrankungen wie zum Beispiel Alzheimer-Demenz stellen die Herausforderung des 21. Jahrhunderts dar. Wir benötigen daher zusätzlich zur medizinischen Forschung auf allen gesellschaftlichen Ebenen Menschen, die dieser Herausforderung begegnen und aktiv Strukturen für eine bedarfsgerechte und würdige Versorgung von Demenzerkrankten schaffen. Der neue interdisziplinäre Masterstudiengang ist ein Meilenstein auf diesem Weg und außerdem eine wertvolle Innovation für den Gesundheitsstandort Spandau.“

Prof. Christel Bienstein von der Universität Witten/Herdecke

Prof. Christel Bienstein von der Universität Witten/Herdecke. Foto: Private Universität Witten/Herdecke

Gute Berufsaussichten

Der Masterstudiengang „Versorgung von Menschen mit Demenz“ ist bewusst multiprofessionell angelegt. Er richtet sich an alle Akteure und Akteurinnen, die mit der Frage der Versorgung von Menschen mit Demenz in ihrem  Arbeitsumfeld konfrontiert sind. Dazu gehören neben Architekten, Medizinern, Pflegenden, Sozialarbeitern auch Mitarbeiter in Ämtern und bei den Krankenkassen ebenso wie viele weitere Berufsgruppen. Der Studiengang wird daher berufsbegleitend angelegt. Er schließt mit einer Masterarbeit nach 3 Jahren ab und verleiht den Titel „Master of Arts“. Prof. Christel Bienstein, Leiterin des Departments Pflegewissenschaft an der Universität Witten/Herdecke: „Die Absolventen haben schon jetzt enorme Berufsvorteile. Sie sind wichtig um neue Wohnkonzepte zu planen, Kommunen in der Bewältigung der  großen Herausforderungen von immer mehr Bürgerinnen und Bürgern mit dementiellen Prozessen zu unterstützen und deren Verbleib in der eigenen Häuslichkeit solange wie möglich zu ermöglichen. Somit sind Architektenbüros, Träger großer Pflegeeinrichtungen, wie auch Kommunen sehr interessiert, diese Absolventen zu gewinnen.“

Patrick Rein

Bezirkliches Bündnis für Wirtschaft und Arbeit

100.000,- Euro für Spandauer Projekte aus dem Programm Lokales Soziales Kapital (LSK)

Mit dem Programm LSK werden seit 2003 Kleinstvorhaben oder auch sogenannte Mikroprojekte im Bezirk finanziell unterstützt, welche sich dafür einsetzen, den sozialen Zusammenhalt zu stärken und lokale Beschäftigungschancen für benachteiligte Personengruppen zu entwickeln.

Auch die Lange Tafel in der Altstadt im letzten Jahr wurde als Mikroprojekt finanziert.

Auch die Lange Tafel in der Altstadt im letzten Jahr wurde als Mikroprojekt finanziert.

Fördergelder von 10.000 Euro

Dabei handelt es sich um eine Vollfinanzierung aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) als auch Mitteln des Landes Berlin. Bis zum Ende der diesjährigen Förderperiode standen und stehen dem bezirklichen Bündnis in Spandau jährlich 100.000,00 Euro für die Umsetzung von Mikroprojekten zur Verfügung. Für jedes einzelne kann jeweils eine Fördersumme von maximal 10.000,- Euro (wobei 50 Prozent aus dem ESF und 50 Prozent aus dem Landeshaushalt kommen) durch den Träger beantragt werden. Die Projektlaufzeit beträgt maximal 1 Kalenderjahr.

Von der seit zehn Jahren bestehenden Förderung, welche dieses Jahr ausläuft, profitierte auch die Bücherboxx am Földerichplatz.

Von der seit zehn Jahren bestehenden Förderung, welche dieses Jahr ausläuft, profitierte auch die Bücherboxx am Földerichplatz. Fotos (2): Patrick Rein

Rückblick

Im zurückliegenden Förderjahr 2012 konnten über dieses Programm insgesamt 13 Mikroprojekte erfolgreich realisiert und die zur Verfügung stehenden Mittel in Höhe von 100.000,- Euro voll ausgeschöpft werden. Unter anderem wurden dadurch Veranstaltungen wie der Aktionstag im Maler- und Lackiererhandwerk, der Tag des Handwerks und die Lange Tafel auf dem Marktplatz durchgeführt sowie eine Bücherboxx eingerichtet, aber auch Projekte zur Förderung von Jugendlichen im Übergang von Schule zum Beruf, um nur einige aufzuführen. Bürgermeister Helmut Kleebank führt aus: „Es freut mich, dass so viele Projekte im vergangenen Jahr realisiert werden konnten. Damit ist das Geld hervorragend angelegt. Der soziale Mehrwert lässt sich zwar nicht direkt messen. Dennoch ziehen die Projekte und ihre Ergebnisse über den Projektzeitraum hinaus ihre Kreise.“

Patrick Rein

Kein Aprilscherz: Spandau schon dieses Jahr schuldenfrei

Der Jahresabschluss 2012 wird in Spandau voraussichtlich besser ausfallen als erwartet.

Nach einer Mitteilung der Senatsverwaltung für Finanzen bleibt auch nach der vorgesehenen Schuldentilgung noch ein Überschuss von rund 4,6 Millionen Euro übrig. Das ist das Ergebnis der sogenannten „Basiskorrektur“, welche von der Senatsverwaltung vorgenommen wird.

Die finanzielle Lage von Land und Bezirk ist immer ein Gesprächsthema.

Die finanzielle Lage von Land und Bezirk ist immer ein Gesprächsthema.

Ein Jahr früher als geplant

In einem Schreiben der Senatsverwaltung vom 19. März heißt es dazu: „Der Schuldenstand von Spandau vermindert sich zum 31.12.2012 auf 6,1 Millionen Euro. Der Bezirk könnte bis Ende 2013 schuldenfrei sein, sofern er die vereinbarten Schuldentilgungsbeträge für 2013 (6,1 Millionen Euro) erbringt.“ Der ursprüngliche Schuldenstand belief sich auf über 18 Millionen Euro. Der Abbau dieser Altschulden war eigentlich bis Ende 2014 vorgesehen. Gerade politisch und während der Haushaltsplanungen wurde besonders der Schuldenstand immer wieder zu einem Politikum. Unliebsame Entscheidungen – wie bei der Förderung von Jugendeinrichtungen – wurden medienwirksam kommuniziert.

Nicht über Verhältnisse leben

Doch scheint sich der vom Bezirk eingeschlagene harte, aber dennoch konsequent verfolgte, Weg nun bereits früher als geplant gelohnt zu haben. Denn: Schafft Spandau den Schuldenabbau kann wieder ohne Vorgaben und Kontrolle seitens der Senatsverwaltung verfügt werden. Verantwortungsbewusste Planung und ein vernünftiger Umgang bei Investitionen vorausgesetzt, ergeben sich damit neue Möglichkeiten für Spandau auch nachhaltig den Bezirk in allen Bereichen voranzubringen. Eine Bezirkspolitik – was auch für Land und Bund gelten müsste – die sich über Schulden und damit verbundenen Zinsen trägt, geht zu Lasten späterer Generationen. Beispiele zu welchen katastrophalen Folgen dies führen kann wenn Unverhältnismäßig Geld ausgegeben wird, liefern schon länger Griechenland und aktuell Zypern.

Auch die Neubewertung des Rathauses minderte die Schuldenlast.

Auch die Neubewertung des Rathauses minderte die Schuldenlast. Fotos (2): Patrick Rein

Mit Personal Folgekosten vermeiden

Bezirksbürgermeister Kleebank dazu: „Der positive Abschluss bestätigt den Kurs und die Entscheidungen des Bezirksamtes. Wir stehen aber weiterhin im Wettbewerb mit den anderen Bezirken. Daher müssen wir weiter daran arbeiten, die Verwaltung effizient weiter zu entwickeln. Dies betrifft vor allem den Personaleinsatz und die Liegenschaftspolitik des Bezirks.“ Die bezirklichen Hauptgewinnbringer waren die Bereiche: Hilfen zur Erziehung (HzE), Hilfen in besonderen Lebenslagen (HbL) sowie die Neubewertung des Rathauses, welche durchgesetzt werden konnte. Bei den Hilfen zur Erziehung beruht der Erfolg auf einer deutlich höheren Zuweisung aber auch auf einem neuen Steuerungskonzept des Bezirks und einem erhöhten Personaleinsatz.

Patrick Rein

„Raus aus dem Ring“ – Schinkel in Spandau

Architekturwettbewerb soll Entwicklungspotenziale für die Spandauer Innenstadt aufzeigen.

Der Bezirk Spandau und der Architekten- und Ingenieur-Verein zu Berlin (AIV) kooperieren beim AIV-Schinkel-Wettbewerb 2014. Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank und Mitglieder des Schinkelausschusses, welcher die Aufgabe in enger Abstimmung mit dem Bezirk formulieren und die eingereichten Arbeiten bewerten wird, gaben am Donnerstag die Zusammenarbeit bekannt.

Grün und wasserreich aber dennoch Teil der Hautptstadt

Grün und wasserreich aber dennoch Teil der Hautptstadt

Ein Teil von Berlin

Nach einer ursprünglich eigenständigen Stadtgründung muss sich Spandau heute als eines der Stadtzentren Berlins profilieren. Aus gesamtstädtischer Perspektive sind dazu die Eigenständigkeit und die Erkennbarkeit des Standorts zu stärken – als Ort des Wohnens und Arbeitens, aber auch als Anziehungspunkt für Kunst und Kultur. In der Altstadt könnte beispielsweise bestehende alte Bausubstanz revitalisiert werden und neue Funktionen erhalten. Dazu zählen unter anderem die  Alte Geschützgießerei Spandau, die Freiherr-vom-Stein Oberschule (Filiale Carl-Schurz-Straße) oder das Alte Brauhaus gegenüber der Insel Eiswerder. Bürgermeister Kleebank: „Ich konnte den Schinkelausschuss überzeugen, dass auch außerhalb des S-Bahn-Rings Spandaus Mitte viele Potenziale bietet, für die es dringend neue Impulse braucht. Aus dem Wettbewerb werden viele spannende Ideen für die Altstadt, aber auch für weitere Areale rund um die Altstadt hervorgehen.“

Durch den Schinkel-Wettberwerb sollen Potenziale aufgezeigt werden.

Durch den Schinkel-Wettberwerb sollen Potenziale für den Bezirk deutlich werden. Fotos (2): Patrick Rein

Größter Ideen- und Förderwettbewerb

„Berlin befindet sich derzeit in einer besonderen politischen und sozialen Situation. Die Stadt braucht viele neue und vor allem bezahlbare Wohnungen. Spandaus Lage an der Havel bietet dafür besondere Chancen für eine Verknüpfung von Landschaft und Stadt mit attraktiven Wohnlagen“,  erklärte Hans-Joachim Aminde, Mitglied im AIV-Vorstand und im Schinkelausschuss. Zum 159. AIV-Schinkel-Wettbewerb – dem größten Ideen- und Förderwettbewerb für junge Architekten und Ingenieure im deutschsprachigen Raum – sind junge Architekten und Ingenieure aus ganz Europa eingeladen. Neben der Entwicklung von neuen Quartieren am Havelufer sollen sich diese auch mit der Frage beschäftigen, welche Potentiale die Altstadt für die Weiterentwicklung des Bezirks bietet. Zu den wichtigsten Ansätzen gehören dabei eine kritische Überprüfung der Verkehrssituation sowie die Neuordnung der Verbindung zwischen Bahnhof und Stadteingang.

Der AIV-Schinkel-Wettbewerb steht im Zeichen der Förderung der Planungs- und Baukultur, mit dem der Verein einen kritischen Beitrag zur aktuellen Stadtentwicklung liefert. Nachdem die Aufgabenstellung in insgesamt sieben Fachsparten und unter Abstimmung zwischen dem Bezirk als auch des AIV formuliert sind, können sich ab Mitte September 2013 sowohl Studenten wie auch Absolventen, die nicht älter als  35 Jahre alt sind, beteiligen. Am 13. März 2014 werden dann die besten Arbeiten mit Preisgeldern von rund 20.000 Euro prämiert und der Öffentlichkeit vorgestellt.

Patrick Rein

Von Falkensee nach Spandau

Am Sonntag ist es wieder so weit: der 24. Lauf der Sympathie eröffnet die Laufsaison und Sportjahr 2013.

Spandau hat viele Traditionen und eine davon ist bereits seit der Wiedervereinigung der Lauf der Sympathie von Falkensee nach Spandau. Auch wenn das Wetter momentan noch nicht wirklich zum anziehen der Laufschuhe einlädt, liegen dem Team um Organisator Klaus Scholz zahlreiche Meldungen vor. Und wer sich erst jetzt zu einer Teilnahme entschließt, kann sich am Freitag und Samstag noch nachmelden.

Am Freitag und Samstag sind noch Nachmeldungen möglich.

Am Freitag und Samstag sind noch Nachmeldungen möglich.

Nachmeldungen im Rathaus

Kurzentschlossene können sich für die 10 oder 5 Kilometer am Freitag von 16 bis 18.30 Uhr und Samstag von 10 bis 15 Uhr im Rathaus bei der Startnummernausgabe je nach noch vorhandenen Kapazitäten anmelden. Eine Meldung am Veranstaltungstag ist nicht mehr möglich. Der Start für die 10 Kilometer findet um 11 Uhr an der Stadthalle Falkensee statt und ist für alle Altersklassen ab 11 Jahren offen. Zusätzlich bietet sich der 5 Kilometer Einsteigerlauf für alle Teilnehmer an, die im Rahmen eines großen Volkslaufes etwas von der einmaligen Atmosphäre schnuppern möchten, nach dem Winter aber noch keine längeren Strecken absolvieren können. Die Läuferinnen und Läufer des 5 Kilometerlaufs starten nach der Spitzengruppe des Hauptlaufes gegen 11.15 Uhr an der Falkenseer Chaussee Ecke Stadtrandstraße.

Bei der Sportlerehrung zeigten die Nachwuchs-Cheerleader spontan ihr Können.

Bei der Sportlerehrung zeigten die Nachwuchs-Cheerleader spontan ihr Können.

Spandau ist sportlich

Über den Lauf der Sympathie hinaus zeichnet sich der Bezirk auch weiterhin als besonders sportlich aus. Die von der Senatsverwaltung für Inneres und Sport aktuell herausgegebene Vereinsmitgliederstatistik hat den Ruf Spandaus als „Sportstandort“ erneut bestätigt. So sind 171 Sportvereine und 12 Betriebssportgemeinschaften mit insgesamt 46 225 Mitgliedern im Bezirk ansässig, das heißt rund 21 Prozent der Spandauer Bevölkerung sind in Sportvereinen tätig. Bei der Gesamtzahl der Mitglieder wird berlinweit bereits der fünfte Platz belegt. Im Verhältnis zu den melderechtlichen Einwohnerzahlen der Bezirke ergibt sich sogar ein normierter Index von 1,23 und der 2. Platz hinter Charlottenburg-Wilmersdorf.

Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank und Stadtrat Gerhard Hanke würdigten die sportlichen Leistungen der Spandauer Vereinssportler überregional.

Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank und Stadtrat Gerhard Hanke würdigten die überregionalen sportlichen Leistungen der Spandauer Vereinssportler. Fotos (3): Patrick Rein

Sportlerehrung im Gotischen Saal

Neben dem Breitensport kann der Bezirk aber auch im Leistungssport immer mehr Erfolge aufweisen. So muss die Sportlerehrung mittlerweile durch deren Vielzahl zweigeteilt werden. Den Anfang machte dabei am 1. März die Würdigung der insgesamt 64 Erst- bis Drittplatzierten bei Welt- und Europameisterschaften, der fünf Olympia– und Paralympicsteilnehmer/innen sowie die Auszeichnung von vier besonderen Sportfunktionären aus Spandauer Vereinen im Gotischen Saal der Zitadelle. Die regionalen Erfolge werden dann zusätzlich beim Sommerfest Mitte des Jahres gewürdigt. Der Bezirk und allen voran Sportstadtrat Gerhard Hanke legen großen Wert auf die offizielle Auszeichnung und setzen sich daher trotz Sparzwangs für dessen Fortsetzung ein: „Sowohl die große Anzahl von über 500 Sportlerinnen und Sportlern, die im Durchschnitt jedes Jahr herausragende Platzierungen bei den Berliner und Deutschen Meisterschaften sowie bei Europa- und Weltmeisterschaften belegen, als auch die aktuellen statistischen Vereinsdaten belegen eindrucksvoll, dass der Bezirk Spandau nicht nur innerhalb Berlins, sondern auch weit über die Stadtgrenzen hinaus einen besonderen Ruf als Sportstandort besitzt.“

Patrick Rein

Aus Sonne Eis machen

Am Mittwoch wurde die neue und erste CO2 neutral produzierende Eismanufaktur Deutschlands der Spandauer Florida Eis GmbH offiziell eröffnet.

Nachdem bereits die Zulassungsbegehung erfolgreich verlief, wurde die Produktionsstätte feierlich eingeweiht. Dabei hatte Geschäftsführer Olaf Höhn gleich noch eine Überraschung parat: Neben Berlin und Brandenburg wird die Erfolgsgeschichte nun auch in Bayern zusammen mit dem Haus Wittelsbach und der eigens kreierten „König-Ludwig-Eiscreme“ fortgesetzt. Doch Prestigeobjekt bleibt neben dem Eiscafe in der Klosterstraße – wo vor fast dreißig Jahren alles begann -, dem Bau der Ellipse am Rathaus jetzt die erste umweltschonende Eisproduktion am Zeppelinpark in Staaken.

Baustadtrat Carsten Röding, Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer, Geschäftsführer Olaf Höhn, Geschäftspartnerin Simone Gürgen mit der "König-Ludwig-Eiscreme" und Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank.

Baustadtrat Carsten Röding, Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer, Geschäftsführer Olaf Höhn, Geschäftspartnerin Simone Gürgen mit der „König-Ludwig-Eiscreme“ und Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank (v. li.).

Abwanderung nach Brandenburg

Dabei war der Weg zur neuen Anlage in Spandau kein einfacher und schon fast spielte der Unternehmer mit dem Gedanken seine Produktion nach Brandenburg zu verlagern, da es schwierig war ein geeignetes Gelände zu finden. Diese scheinen im Bezirk mittlerweile knapp zu werden, wie uns auch andere Firmeninhaber bereits erzählten und ebenso mit Abwanderungsgedanken spielen. Im Fall von Florida Eis konnte dann mit dem aufstrebenden Standort am Zeppelinpark noch ein glückliches Ende gefunden werden. Somit blieben auch die Arbeitsplätze und für die Bezirkskasse dementsprechende Einnahmen erhalten.

Viel Applaus und Informationen für eine umweltschonende Zukunft bei der Eröffnung der CO2-neutralen Produktionsstätte in Staaken.

Viel Applaus und Informationen für eine umweltschonende Zukunft bei der Eröffnung der CO2-neutralen Produktionsstätte in Staaken.

Wirtschaftssenatorin bei Eröffnung

So ließen es sich am Mittwoch auch Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank (SPD) als auch Baustadtrat Carsten Röding (CDU) nicht nehmen der Eröffnungsfeier beizuwohnen und dem mittelständischen Unternehmen zur eigenen Erfolgsgeschichte zu gratulieren und sich für die Bereicherungen für den Bezirk zu bedanken. Auch die Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer (CDU) nahm an den Feierlichkeiten teil und stellte bei ihrer Rede die Bedeutung des Mittelstandes für Berlin nachmals in den Vordergrund.

Die Tiefkühlfahrzeuge werden über Nacht geladen und fahren tagsüber ohne zusätzliche Kühlung durch die Stadt.

Die Tiefkühlfahrzeuge werden über Nacht geladen und fahren tagsüber ohne zusätzliche Kühlung durch die Stadt. Fotos (3): Patrick Rein

Qualität und Ökologie vereinen

Mit der Produktionsstätte, bei der auch weiterhin auf den hohen Qualitätsanspruch Wert gelegt wird, konnten jedoch auch im Bereich des vieldiskutierten Umstiegs auf Erneuerbare Energien und CO2-Einsparungen neue Maßstäbe gesetzt werden. Perimeterdämmung durch Glasschaumschotter, Ausgleich der versiegelten Bodenfläche durch großflächiges Gründach, Photovoltaikanlage und eine noch zu errichtende Windkraftanlage machen Florida-Eis zum Vorreiter bei Qualität und Umweltverträglichkeit.

Um auch anderen Unternehmen einen Anreiz zu geben, hat Olaf Höhn einen Kurzfilm erstellen lassen den Interessierte hier sehen können:

Florida Eis Kurzfilm

Patrick Rein

Bezirk wird inklusiv

Das Bezirksamt Spandau vertieft die Zusammenarbeit mit der Behindertenhilfe des Evangelischen Johannesstifts im Bereich der Inklusion

Beim Bürgerbüro im Parnemannweg steht weiterhin kein Eröffnungstermin fest. Zwar konnten die Unstimmigkeiten im Zuge der Umnutzung – für welche kein Bauantrag vorliegen musste – ausgeräumt werden, dennoch wird es vorerst keine Barrierefreiheit geben. Um zukünftig solche Probleme zu vermeiden und besonders die Mitarbeiter des Bezirksamtes auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen zu schulen, stellte nun die Behindertenhilfe des Evangelischen Johannesstift zusammen mit Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank (SPD) das erarbeitete Konzept „Spandau inklusiv“ vor.

Bezirksbeauftragter für Senioren und Menschen mit Behinderung Klaus Laufmann, Geschäftsführerin Sylke Hölscher, Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank und Frau Ebeling sowie Herr Markowski von der Behindertenhilfe.

Bezirksbeauftragter für Senioren und Menschen mit Behinderung Klaus Laufmann, Geschäftsführerin Sylke Hölscher, Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank und Frau Ebeling sowie Herr Markowski von der Behindertenhilfe. Foto: Patrick Rein

Neue Form der Zusammenarbeit

Damit setzt Spandau als erster Bezirk Maßnahmen nach der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung um. So zeigte sich auch Sylke Hölscher, Geschäftsführerin der Behindertenhilfe, überaus erfreut über die neue Form der Zusammenarbeit und bedankte sich für das entgegengebrachte Vertrauen bei der Umsetzung. Am 15. April wird das Konzept den Mitarbeitern des Bezirksamtes vorgestellt, einen Tag später dann allen Interessierten Bürgerinnen und Bürgern. Dies bildet zugleich die Auftaktveranstaltung auf welche Grund- und Intensivkurse folgen werden. Am 6. April 2014 findet dann eine Inklusive Abschlussveranstaltung statt.

Wahrnehmung schulen

Bereits seit einem Jahr beschäftigt sich das Team der Behindertenhilfe mit ersten Bedarfs- und Ressourcenanalysen. Auch während der Projektphase werden regelmäßig Evaluationen erhoben. Helmut Kleebank sieht durch die Maßnahmen die Möglichkeit das „Bewusstsein der Mitarbeiter dahingehend zu schulen bei Projekten von Anfang an, an Inklusion zu denken, um Kosten durch spätere Nachbesserungen zu vermeiden.“ In die Abläufe sind Behinderte stets mit einbezogen und stehen mit Rat und Tat zur Seite. Beispielsweise sollen schnellstmöglich das bezirkliche Internetangebot als auch Dokumente und Anträge barrierefrei zugänglich gemacht werden. Generell könnten schon mit kleinen Änderungen große Effekte erzielt werden.

Bereits der Inklusionskongress im Evangelischen Johannesstift war ein großer Erfolg und der Bezirk scheint mit dem Aktionsplan auf dem richtigen Weg langfristig zu einem inklusiven Spandau zu werden. Die Mitarbeiter des Bauamtes wurden schon im Vorfeld im Bereich Inklusion weitergebildet.

Hilfe bei Behördenproblemen

Der Petitionsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses steht Bürgerinnen und Bürgern bei allen Problemen mit Behörden zur Seite

Nicht selten ist man mit behördlichen Schreiben überfordert und schlimmer noch: Fühlt sich ungerecht behandelt. Was einem bleibt ist Widerspruch einzulegen, doch bis dieser bearbeitet ist vergehen oftmals Wochen bis Monate. Wenn es um Geld geht oder einer drohenden Abschiebung bei einer sich verzögernden Einbürgerung eine kaum akzeptierbare Dauer. Was bleibt ist sich an seine gewählten Volksvertreter mit der Bitte um Hilfe zu wenden. Denn: Im Gegensatz zur Bürgeranfrage oder Widerspruch müssen Behörden Politikern innerhalb von wenigen Tagen eine Antwort geben.

Robert Schaddach vom Petitionsauschuss und Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank.

Robert Schaddach vom Petitionsausschuss und Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank. Foto: Patrick Rein

Petitionsausschuss hilft

Was nur die Wenigsten wissen ist jedoch, dass es mit dem Petitionsausschuss sogar ein offizielles Gremium für behördliche Probleme gibt. Egal ob Jobcenter oder Sozialamt, Kindertagesstätten, Schulen bis Hochschule, Polizei, Bau- und Verkehrsamt, Finanzämter, Justiz – bis auf Gerichtsentscheidungen – sowie Ausländerangelegenheiten geht der Ausschuss jeder Beschwerde nach. Auch hierbei gilt, dass innerhalb weniger Tage eine erste Antwort gegeben werden muss. Die Erfolgsquote des Petitionsausschusses ist dabei außerordentlich hoch, was jedoch nicht auf mangelhaft arbeitende Behörden sondern eher eine unübersichtliche Gesetzeslage als auch Zeitdruck der Angestellten zurückzuführen ist. Entscheidungen von Behörden des Landes Berlin können falsch sein, weil sie nicht mit dem geltenden Recht in Einklang stehen oder weil sie die Interessen der von ihnen betroffenen Bürgerinnen und Bürger nicht gebührend berücksichtigen.

Kontrollorgan des Landes

Der Ausschuss kontrolliert die Berliner Verwaltung und Einrichtungen des Landes. Er besteht aus elf Mitgliedern der verschiedenen Parteien, momentan sind vier SPD-Mitglieder, drei von der CDU, zwei Grüne und jeweils einer von Linke und Piraten vertreten. Nach Artikel 34 der Verfassung von Berlin hat „Jeder hat das Recht, sich einzeln oder in Gemeinschaft mit anderen mit schriftlichen Anträgen, Anregungen oder Beschwerden an die zuständigen Stellen, insbesondere an das Abgeordnetenhaus, den Senat, die Bezirksverordnetenversammlungen oder die Bezirksämter, zu wenden.“ Es gibt keine besonderen Formvorschriften, denn das Petitionsrecht muss mühelos in Anspruch genommen werden können. Allerdings muss die Eingabe schriftlich verfasst sein, Absender und Unterschrift enthalten, oder mittels des zur Verfügung gestellten Online-Formulars übersandt werden. Neben dem elektronischen Weg kann das „Formular zum Versand per Post oder per Fax“ heruntergeladen werden. In jedem Fall muss ein Anliegen erkennbar sein, das eine sachliche Prüfung zulässt. Es erleichtert dem Ausschuss die Arbeit wenn Kopien von Bescheiden oder anderen wichtigen Unterlagen gleich mit übersandt werden.

Die Anschrift des Ausschusses lautet:
Abgeordnetenhaus von Berlin
Petitionsausschuss
10111 Berlin.

Patrick Rein

Bürgerbüro kein „Schwarzbau“ – aber nicht barrierefrei

Umstrukturierungen und damit verbundene Baumaßnahmen bei den Bürgerbüros sorgten für Aufregung in der Bezirksverordnetenversammlung

Der Umbau im Jugendfreizeitheim im Kladower Parnemannweg ist kein „Schwarzbau“. Dies ist das Ergebnis einer eingehenden Prüfung durch das Bezirksamt. „Sämtliche durchgeführten Baumaßnahmen sind verfahrensfrei. Das bedeutet, dass für sie kein Bauantrag erforderlich war. Alle anders lautenden Unterstellungen haben sich damit in Luft aufgelöst“, so Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank (SPD). Der gestellte Bauantrag bezog sich lediglich auf die Nutzungsänderung.

Das Bürgeramt im Rathaus Spandau bleibt weiterhin Anlaufstelle Nummer eins.

Das Bürgeramt im Rathaus Spandau bleibt weiterhin Anlaufstelle Nummer eins. Foto: Patrick Rein

Keine Barrierefreiheit vorgesehen

Dieser Aussage vorangegangen war eine Dringlichkeitsanfrage der CDU-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) am letzten Mittwoch. Dennoch musste der Bezirksbürgermeister mitteilen, dass barrierefreie Toilettenräume im neuen Bürgerbüro in der Jugendfreizeiteinrichtung Parnemannweg zunächst nicht vorgesehen seien. Zukünftig sollen die Bürgerinnen und Bürger am Kladower Standort ihre Angelegenheiten erledigen können, für die sie sonst zum Bürgeramt ins Rathaus müssten.

Langanhaltende Diskussion

Die Schließung zweier vorhandener Standorte führte bereits im letzten Jahr zu angeregten Diskussionen. Gründe für die Umstrukturierung sind – wie so oft – der finanziellen Lage geschuldet. Daher werden statt des Betriebs zweier zusätzlicher Bürgerämter sogenannte Bürgerbüros eingerichtet, welche ausschließlich Terminkunden bedienen. Ausgestellte Unterlagen sind dann jedoch im Rathaus abzuholen. Arndt Meißner, Vorsitzender der CDU-Fraktion Spandau, erklärt dazu: „Jeder Gewerbetreibende muss die Auflagen für einen barrierefreien Zugang penibel genau erfüllen. In der Wilhelmstadt hatten wir gemeinsam mit dem damaligen CDU-Bürgermeister und Baustadtrat erst vorletztes Jahr darauf bestanden, dass die neue Postfiliale auch für Rollstuhlfahrer erreichbar
sein müsse. Und jetzt, wo es darum geht, dass der Bezirk ein neues Serviceangebot für die Spandauerinnen und Spandauer eröffnen möchte, werden diese Auflagen von den zuständigen SPD-Stadträten hinten angestellt. Man will sich sogar von der Verpflichtung, das Bürgeramt barrierefrei zu
eröffnen, freistellen lassen. Wir als CDU-Fraktion bleiben dabei: Serviceangebote für die Bürgerinnen und Bürger müssen barrierefrei für alle erreichbar sein. Da muss das Bezirksamt mit gutem Beispiel vorangehen! Wir haben von Anfang an kritisiert, dass das neue Bürgeramtskonzept mit zu heißer Nadel gestrickt wurde. Jetzt tritt genau das ein, wovor wir gewarnt haben: Der Bürgeramtsstadtrat macht die alten Bürgerämter dicht, ohne nahtlose Ersatzangebote zu haben!“

Wie an jedem ersten Samstag im Monat ist auch diesen wieder das Bürgeramt im Rathaus von 9 bis 13 Uhr geöffnet. Zudem lädt der Stadtrat für Bürgerdienste Stephan Machulik zur Sprechstunde ein.

Patrick Rein

Kleebank setzt Bildungstour an Schulen fort

Nach dem Besuch der Knobelsdorff-Schule für Bautechnik kurz vor Weihnachten stand nun die International School Villa Amalienhof auf dem Besuchsprogramm

Die erste Station der diesjährigen Bildungstour führte Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank (SPD) in die International School Villa Amalienhof (IVSA). Bei dieser handelt sich um eine Ganztagsschule mit englischdeutschem (bilingualen) Lehrprogramm in Grund- und Sekundarschule, an der Schüler vom Kindergarten bis zum Schulabschluss unterrichtet werden. Die Schule liegt inmitten einer 60.000 Quadratmeter großen Park- und Waldlandschaft und verfügt über eine Bibliothek, ein naturwissenschaftliches Labor sowie moderne Computerräume.

Schulleiterin der IVSA, Frau Edith Suter, und Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank

Schulleiterin der IVSA, Frau Edith Suter, und Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank

IVSA als genehmigte Ersatzschule anerkannt

Für die Aufnahme an dieser Privatschule, die jederzeit möglich ist, sind nicht nur Schülerinnen und Schüler aus einem internationalen Umfeld angesprochen, sondern auch diejenigen, die aus einem deutschsprachigen Elternhaus kommen. Die IVSA eignet sich vor allem auch für Familien, die sich aus berufsbedingten Gründen nur für eine begrenzte Zeit in Berlin aufhalten. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, einkommensabhängige Schulgebühren zu vereinbaren.

Offenheit gegenüber Spandauer Institutionen

Derzeit besuchen zirka 220 Schülerinnen und Schüler diese Internationale Privatschule. Ziel ist es, die Schülerschaft zu verdoppeln. Aktuell wird der Neubau eines Grundschulgebäudes auf dem Schulareal geplant. Bezirksbürgermeister Kleebank führt aus:„Als positiv hervorzuheben ist die Tatsache, dass die IVSA eine Kooperation mit bezirklichen Einrichtungen Spandaus pflegt. Sie unterstützt das Kulturzentrum Gemischtes, die Jugendfreizeiteinrichtung SportJugendClub Wildwuchs und die Spandauer Suppenküche. Dies zeigt die Offenheit der IVSA gegenüber Spandauer Institutionen.“

 Karen Scholz, technische Koordinatorin, Ulrich Warlo, stellvertretender Schulleiter, Helmut Kleebank, Bezirksbürgermeister, Thomas Retzlaff, Schulpraktikant, Hartmut Ott, Abteilungsleiter (v. li.)

Karen Scholz, technische Koordinatorin, Ulrich Warlo, stellvertretender Schulleiter, Helmut Kleebank, Bezirksbürgermeister, Thomas Retzlaff, Schulpraktikant, Hartmut Ott, Abteilungsleiter (v. li.) Fotos (2): Bezirksamt Spandau

Letzte Station 2012

Im letzten Jahr besuchte Kleebank kurz vor Weihnachten die Knobelsdorff-Schule – Oberstufenzentrum (OSZ) Bautechnik. Das OSZ gliedert sich in drei Abteilungen: Es besteht aus einer Berufsschule (duale Ausbildung), einer Berufsfachschule für Bauhandwerker (fachpraktische und fachtheoretische Ausbildung in sieben Ausbildungsberufen) und aus schulischen Bildungsgängen (Berufsvorbereitung, Assistentinnenausbildung, Fachoberschule, Berufsoberschule sowie berufliches Gymnasium). Die Berufsfachschule für Bauhandwerker – die auch Bauaufträge des Landes und der Stadt Berlin übernimmt – hat unter anderem eine komplette Kita im Bezirk Steglitz gebaut.

Praktische Erfahrungen sammeln

Im Rahmen der Berufsvorbereitung bietet das OSZ Bautechnik berufsqualifizierende Lehrgänge an. Sie richten sich an alle Jugendlichen, unabhängig davon, ob sie bisher schon den mittleren oder gar keinen Schulabschluss erworben haben. Momentan nehmen 70 Schülerinnen und Schüler diese Lehrgänge wahr. Die gesamte Ausbildung am OSZ erfolgt unter realen Arbeitsbedingungen und beinhaltet ebenfalls die Durchführung von Projekten in der Bauwerkerhaltung sowie Denkmalpflege. So führt das OSZ mit seinen Auszubildenden in Zusammenarbeit mit der Unteren Denkmalschutzbehörde Berlin Spandau und dem Bezirksamt vorbereitende und bestandssichernde Arbeiten zur Wiederherstellung des teils denkmalgeschützten Ensembles im Gutspark Neukladow durch.

Patrick Rein