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Spandaus Bibliotheken die Ersten mit vollständiger RFID-Ausstattung


Am 12. März öffnet die Bezirkszentralbibliothek Spandau mit neuer Technik

„Die Frage kommt immer als Erstes auf“, bedauert Heike Schmidt, Fachbereichsleiterin der Spandauer Bibliothek.

Marion Mühlhoff

Marion Mühlhoff mit den neu verpackten DVDs.

Die Leute nähmen es leider so wahr, als ob für die neue Technik, Arbeitskräfte eingespart würden. „In Wirklichkeit hat das nichts miteinander zu tun. Ohne die Technik wäre es noch schlimmer“, meint Schmidt. Zur Zeit seien in der Bibliothek fünf Arbeitsplätze nicht besetzt, was einerseits mit  den finanziellen Defiziten des Landes Berlin und andererseits damit zu tun hätte, dass nur Fachpersonal aus einem Stellenpool eingestellt werden dürfe. Es gibt also keine öffentlichen Ausschreibungen. Mit der Einführung der neuen RFID- Ausleihe könne man sich dagegen noch längere Öffnungszeiten leisten. „Wir haben dann wieder mehr Zeit für die Benutzerberatung“, bestätigt auch Marion Mühlhoff, die Leiterin der Bezirkszentralbibliothek.

Schon 2011 Selbstverbuchung in Kladow

Wir stehen im neuen Eingangsbereich der Spandauer Bibliothek in der Altstadt. Noch wird eifrig gewerkelt, hier und da liegt noch eine Verpackung, den meisten Platz nehmen die großen Behälter ein, in die später die Medien automatisch sortiert werden. Auf die beiden Rückgabeautomaten mit sieben Endstellen im Eingangsbereich sind die beiden Damen besonders stolz. „Umso feiner sortiert wird, desto einfacher ist es, die Medien wieder zurückzustellen“, erklärt Mühlhoff. Natürlich ist es aber auch teurer. Das Projekt, in dem alle 75 Berliner Bibliotheken

RFID-Etikett

In der Mitte der rechten Seite sieht man das RFID-Etikett.

auf die Ausleihe per RFID umgestellt werden hat schon 2010 begonnen und soll Ende 2013 abgeschlossen sein. Finanziert wird es aus Mitteln des  Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung, vom Land Berlin und von den Bezirken. Schon am 27.07.2011 konnte in der Stadtteilbibliothek Kladow die erste Ausleihe mit Selbstverbuchung vorgenommen werden und wenn die Bibliothek am 12. März wieder offiziell ihre Pforten öffnet, wird Spandau der erste Bezirk sein, der in allen Einrichtungen mit RFID arbeitet.

155 Tausend Medien per Hand bekleben

Radio Frequency Identification, kurz RFID ermöglicht es dann jedem Bibliothekskunden, seine Medien selbst auszuleihen und zurückzugeben. Im Eingangsbereich stehen deshalb neben den beiden Rückgabeautomaten vier Selbstverbuchungsgeräte des Modells „Venus“ bereit. Aus bis zu

Mülhoff demonstriert die Federung

Mülhoff demonstriert die Federung mit der die Bücher möglichst sicher in die Behälter sortiert werden.

sieben Sprachen kann der Nutzer hier wählen. Alle Medien mussten deshalb im Vorfeld mit einem RFID- Etikett mit Speicherchip und Antenne ausgestattet werden. Keine leichte Aufgabe bei insgesamt 155 Tausend Medien in Haupt- und Jugendbibliothek. Die audiovisuellen Medien, also CD und DVD bekamen sogar eine neue Verpackung um sie beim Sortiervorgang der Rückgabe optimal zu schützen. Die letzten Wochen der Schließung nutzen die Bibliotheksmitarbeiter nun für Schulungen im Bereich Veränderungsmanagement, Kundenorientierung undTechnik – und außerdem natürlich fürs Putzen. Schließlich soll die Bibliothek am 12. März in vollem Glanz erstrahlen. Bei den RFID Chips muss man sich übrigens laut Techniker keine Sorgen um die Auslesbarkeit machen. Die Bibliotheksbranche arbeite mit einer so niedrigen Frequenz mit spezieller Formatierung, dass die Reichweite nur sehr begrenzt sei. „Das kann man selbst nicht auslesen, wenn man in der U-Bahn nebeneinandersitzt“, beruhigt er mich.

Kürzere Wartezeit und mehr Zeit für den Kunden

Noch ist die Bibliothek geschlossen.

Noch ist die Bibliothek geschlossen.

Mit Kinderkrankheiten rechnen Mühlhoff und Schmidt automatisch. „Das ist eine neue Technologie, wir rechnen mit Fehlerträchtigkeit“, meinen sie. Schon in der Übergangszeit der letzten Wochen sei herausgekommen, dass nicht alle Medien richtig konvertiert wurden. Da muss nun nachgebessert werden.

Aber nachdem die Anfangsprobleme durchgestanden sind, freuen sich die Beiden auf einen reibungslosen Ablauf und mehr Zeit für die Kunden. Die Wartezeiten sollen sich verkürzen und die Ausleihe durch vollkommene Anonymität angenehmer gemacht werden. Nun sind wir also gespannt wie das neue Projekt funktioniert und was die Spandauer zur neuen Möglichkeit der Ausleihe sagen.

Kirsten Stamer