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Hier radelt zusammen, was zusammengehört!


Der Tag der Deutschen Einheit nach Spandauer Art

Grenzturm in Nieder Neuendorf (Foto: Michael Goretzki)

Grenzturm in Nieder Neuendorf (Foto: Michael Goretzki)

Gleich zu Anfang gilt es, mit einem Missverständnis aufzuräumen. Wir feiern am 3. Oktober nun zum 21. Mal den Tag der Deutschen Einheit. Dabei handelt es sich nicht um den Tag des Mauerfalls, der war nämlich am 9. November 1989. Es gibt gleich zwei Gründe, warum das ursprüngliche Datum nicht zum Nationalfeiertag wurde. Die Reichspogromnacht 1938 und der Hitler-Ludendorff-Putsch 1923 am selben Tag ließen schnell nach einem Alternativ-Termin suchen. Der 3. Oktober ist der Tag, an dem offiziell die deutsche Einheit vollzogen wurde. Mit diesem Feiertag hat es eine kleine Besonderheit. Im Regelfall ist die Festlegung eines gesetzlichen Feiertags Ländersache. Der Tag der Deutschen Einheit aber ist durch Bundesrecht bestimmt worden. Das Datum wurde in Artikel 2 des Einigungsvertrages festgelegt.

Wer an einer großen Feier zu diesem Tag teilnehmen wollte, der musste nach Berlin reisen, ans Brandenburger Tor. Dort haben insgesamt rund eine Million Menschen das Fest besucht. In Spandau ging es da etwas beschaulicher zu.

Wer einen Einblick in den muslimischen Glauben bekommen wollte, der konnte heute überall eine andere Tradition nutzen, die nun schon seit 14 Jahren am 3. Oktober stattfindet – den Tag der offenen Moscheen. Bewusst wählten Muslime diesen Feiertag, um damit ihre Zugehörigkeit zur deutschen Gesellschaft zu dokumentieren.

In Spandau ist es inzwischen recht schwierig, noch Spuren aus der Zeit der Teilung zu finden. Ein einziges Stück Mauer steht noch, immer wieder beschmiert, ohne das Zeug zu einer East-Side-Gallery zu haben. Zu finden ist sie am Glienicker See, im alten Gutspark. Ein kleines Schild weist sie als ein Denkmal aus. Doch was nützen massive „Zeitzeugen“, wenn alles andere aus den Köpfen verschwindet.

Spurensuche "Berliner Mauer" (Foto: Michael Goretzki)

Spurensuche "Berliner Mauer" (Foto: Michael Goretzki)

Auf einer Mauertour mit Michael Goretzki von Carpe Diem Erlebnistouren, nutzten am Montag etwa 40 Radler die Gelegenheit, auf historischen Spuren unterwegs zu sein. „Auf den Spuren der Berliner Mauer“ begann als ADFC-Entdeckertour am Bahnhof Spandau. Passend dazu, anlässlich des 50. Jahrestages des Berliner Mauerbaus, veröffentlichte er vor kurzem ein Hörbuch: „Spandauer Mauergeschichten“, welches bei ihm direkt, aber auch in der Touristeninformation im Gotischen Haus zu bekommen ist.

„Spandau kommt von spannend“, so Michael Goretzki. „Neben Spandauern, Neu-Spandauern und Berlinern aus anderen Bezirken, war es für mich als Tourenleiter wieder einmal sehr schön auch Teilnehmer aus Falkensee und dem näheren Brandenburger Umland begrüßen zu können.“

Entgegen sonstiger Gewohnheit führte die Tour über die Spandauer Grenzen hinaus, bis zum Grenzwachturm in Nieder Neuendorf, einem der letzten seiner Art. Natürlich gehörte der Besuch des dortigen Museums dazu, vor allem auch deswegen, weil der Turm bis zum 6. April 2012 eine Pforten schließt und in die Winterpause geht.

Grenzreste (Foto: Michael Goretzki)

Grenzreste (Foto: Michael Goretzki)

„So schwerfällig doch im Großen die Länder Berlin und Brandenburg zueinander zu finden scheinen, so perfekt etabliert sich mehr und mehr die trans-menthale Fusion über die Ländergrenzen innerhalb der Radlergemeinschaft. Hier wurde ein weiteres Touren-Motto geboren und wird unbedingt nach 2012 mitgenommen: Hier radelt zusammen, was zusammengehört!“

Mit seinen Touren verknüpft Goretzki historisches mit Unterhaltung und ein wenig sportlicher Betätigung auf dem Drahtesel. Abseits der Hauptverkehrsstraßen möchte er in in geselliger Gemeinschaft den Anreiz schaffen, öfter mal das Fahrrad zu benutzen und dieses Verkehrsmittel attraktiver zu machen. Ich denke, dass ist ihm gelungen. Jetzt ist erst einmal die Saison zu Ende. Im nächsten Jahr geht es dann weiter, auf neuen Strecken, mit neuen „alten“ Geschichten …

 

 

Ralf Salecker

Sehenswürdigkeiten in Spandauer Altstadt mit neuem Audioguide erkunden

Einen schönen Flyer zum neuen Audioguide gibt es natürlich auch.

Einen schönen Flyer zum neuen Audioguide gibt es natürlich auch.

Sehenswürdigkeiten dank „Audio-Guide Altstadt Spandau“ ohne fremde Hilfe kennen lernen

Am Mittwoch, dem 31.08.2011,  stellte die Gesellschaft für Bezirkmarketing erstmals den neuen Audioguide für die Spandauer Altstadt der Öffentlichkeit vor. Zur „Testrunde“ gehörten u.a. Carsten-M. Röding Stadtrat für Bauen, Planen und Umweltschutz,  Gabriele Fliegel, Vorsitzende der Vereinigung Wirtschaftshof Spandau e.V. sowie Sven-Uwe Dettmann, Geschäftsführer von Partner für Spandau.

Dieser kleine Audioguide, ermöglicht es erstmals Touristen und Einheimischen, die Spandauer Altstadt selbstständig und ohne fremde Unterstützung zu erkunden.

Dank der aufgesprochene Stimme von Michael Goretzki sorgt „Audio-Guide Altstadt Spandau“ für eine interessante und lockere Stimmung beim Hörer. Der Audioguide verliert also nicht, wie im Vergleich zu anderen am Flair einer „richtigen“ Stadtführung, durch unpersönliche und statischen Ansagen. Der für diese Tour eingesetzte i-Pod Nano 2 ermöglicht es zudem, sich die Ansagen für die einzelnen Sehenswürdigkeiten beliebig oft anhören zu können. Der Einsatz dieser Technik ist mit einem Aufwand von nur 3.000 Euro erheblich kostengünstiger als vergleichbare Varianten in anderen Berliner Stadtteilen.

Carsten-M. Röding (re.), sowie Gabriele Fliege . und Sven-Uwe Dettmann testeten den neuen Audioguide. Bild: Partner für Spandau/Christina Sonnenberg-Westeson

Carsten-M. Röding (re.), sowie Gabriele Fliege . und Sven-Uwe Dettmann testeten den neuen Audioguide. Bild: Partner für Spandau/Christina Sonnenberg-Westeson

24 Sehenswürdigkeiten in der Spandauer Altstadt

Insgesamt beinhaltet die Tour durch die Altstadt von Spandau zwei Dutzend attraktive Sehenswürdigkeiten. Zum zeitlichen Umfang gibt die Marketinggesellschaft an: „Je nach Muße und individueller Wandergeschwindigkeit kann man in 50 bis 100 Minuten ein für Berlin einmaliges Areal kennenlernen. Die größte zusammenhängende Berliner Fußgängerzone und deren Ränder bieten kompakt Hörens- und Sehenswertes aus 800 Jahren Historie“.

 

  1. Gotisches Haus
  2. Archäologischer Keller
  3. Nikolai-Kirche
  4. Schinkeldenkmal, Kanonenkugel
  5. Partnerschaftsbrunnen
  6. Marienkirche
  7. „Zitadelle“
  8. Siedlung Bens, Behnitz
  9. Spandauer Schleuse
  10. Spandauer Zollhaus
  11. Alte Kolkschänke
  12. Stadtmauer
  13. Denkmäler Friedrich II und Wilhelm I
  14. Alte Feuerwache
  15. Wendenschloss
  16. Lazarett
  17. Stadtmauer, Moritzkirche
  18. Kaiserliches Postamt
  19. Rathaus Spandau
  20. Spandau Wappen
  21. Batardeau
  22. Charlottenbrücke
  23. Zusammenfluss Havel/Spree
  24. Mahnmal für die deportierten und ermordeten Juden

    24 Sehenswürdigkeiten akustisch in der Altstadt Spandau erkunden

    24 Sehenswürdigkeiten akustisch in der Altstadt Spandau erkunden

 

Wo bekommt man diesen Audioguide?

Die Touristeninformation im Gotischen Haus gibt diesen akustistischen Touristenführer montags bis samstags, jeweils von 10 Uhr bis 16 Uhr aus.  Das Gerät braucht zudem erst am nächsten Tag bis 11.00 Uhr zurückgegeben werden.  Somit besteht kein zeitlicher Druck wenn man erst am späten Nachmittag beschließt abends eine Tour durch die Altstadt von Spandau zu unternehmen. Die Ausleihgebühr beträgte pro Gerät 6,50 Euro. Beim ersten Rundgang sprach sich der Spandauer CDU-Bezirksbürgermeisterkandidat Carsten Röding zudem für einen speziellen Familientarif aus. Zu Beginn wird es diesen elektronischen Touristenführer nur in deutscher Sprache geben, aber weitere sollen in Zukunft folgen.

Gemeinsame Entwicklung von „Audio-Guide Altstadt Spandau“

Der Audioguide „Audio-Guide Altstadt Spandau“ wurde von Partner für Spandau gemeinsam mit Michael Goretzki von „Carpe Diem Erlebnistouren“ erarbeitet.   Der Inhaber der Firma, die zu deutsch „Nutze den Tag“ heißt, las zudem die Texte, die von Erik Semmler stammen.

Lesen Sie auch: Barrierefreie Spandauer Altstadt touristisch erschließen

Daniel Hunger