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Wiederbelebung der Altstadtplenen zur Aufwertung der Altstadt

Gemeinsam an einem Strang ziehen

Susanne Babst (Grafikerin) und Sven-Uwe Dettmann (Partner für Spandau) (Foto: Ralf Salecker)

Susanne Babst (Grafikerin) und Sven-Uwe Dettmann (Partner für Spandau) (Foto: Ralf Salecker)

Altstadtmanagement Spandau und das bezirkliche Wirtschaftsförderung luden zur Auftaktveranstaltung für eine neue Reihe von Altstadtplenen. In den Plenen soll ein Problembezogener Austausch unterschiedlicher Akteure im Bereich der Spandauer Altstadt stattfinden. Im Vordergrund steht dabei ein konkreter lösungsorientierter Ansatz. Mit der „Spandauer Altstadtmeile – Kunst verbindet“ und den dazu gehörenden drei Aktionstagen „Was Kunst Du?“ mit dem Straßenkünstlerwettbewerb am 8.6., „Hinz und Kunst“ und „Kunst Du Leuchten“, sowie dem Fotowettbewerb, der noch bis zum 19.6. läuft, ist ein mehr als beachtliches Ergebnis in den früheren Altstadtplenen erzielt worden.

Der Gewinn des berlinweiten Wettbewerbs „MittendrIn Berlin! Die Zentren-Initiative“ ist eine gute Motivation für die Fortsetzung des erfolgreichen Konzeptes der Altstadtplenen. Da nicht alle Beteiligten regelmäßig an den Veranstaltungen teilnehmen können, wird ein „Ideenpool“ auf der Seite des Altstadtmanagements eingerichtet. So kann sich jeder per E-Mail an der Ideenfindung beteiligen.

Dazu Kerstin Schmiedeknecht vom Altstadtmanagement:

„Die Aufwertung der Spandauer Altstadt zu einem attraktiven und modernen Stadtzentrum ist ein Prozess, der einen „langen Atem“ und viel Unterstützung braucht. Vor allem aber kommt es darauf an, dass alle „an einem Strang ziehen“. Deshalb wollen wir die bewährten Altstadtplenen aus dem Jahr 2011 wieder reaktivieren; diese jedoch sowohl inhaltlich als auch organisatorisch „straffen“. Ziel der neuen Altstadtplenen soll es sein, neue Perspektiven für die Altstadt aufzuzeichnen und auf breiter Ebene zu diskutieren. Aber auch neue Projektideen sollen hier entwickelt werden. Die Ergebnisse der Altstadtplenen sollen als Handlungsempfehlungen für die Akteure vor Ort und die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung dienen.“

Drei Arbeitsgruppen wird es geben

In einer Leitbildentwicklung soll das Ziel einer anzustrebenden Entwicklung bestimmt werden. Spandau muss ein unverwechselbares Profil entwickeln. Die Altstadt soll ein Ort werden, an dem man etwas Besonderes erleben kann. Junge Menschen müssen für sie begeistert werden, wozu ein gesunder Branchenmix sicherlich beitragen kann, der zusätzlich einen hohen Qualitätsstandard aufweisen soll.

Dazu ist eine weitergehende Standortentwicklung notwendig, die lohnenswerte Angebote für bestimmte Zielgruppen schafft. Gemeinsamen Veranstaltungen schaffen dabei Synergieeffekte und stärken das Gemeinschaftsgefühl. Dazu gehören auch „Spandau-Tage“ an anderen Orten, um für Spandau zu werben.

In der Gestaltung des öffentlichen Raums soll sich das Leitbild widerspiegeln. Dazu ist eine Gestaltung notwendig, die den Bedürfnissen der Besucher entspricht. Ein Leitsystem soll sie auf die interessantesten Orte, wie z. das neuzugestaltende Lindenufer, aufmerksam machen.

All diese Ziele sind nicht über Nacht zu erreichen. Ohne eine konstruktive Beteiligung der Geschäftsleute und Vermieter vor Ort dürfte es sehr schwierig werden. Die Altstadtmeile könnte ein Signal dafür sein, was möglich ist, wenn man an einem Strang zieht.

 

Ralf Salecker

Altstadtmanagement Spandau

Gemeinsam Zukunft gestalten

Das Team vom Altstadtmanagement Spandau (Foto: Ralf Salecker)

Das Team vom Altstadtmanagement Spandau (Foto: Ralf Salecker)

Das Altstadtmanagement Spandau stellte sich am Montag im Bürgersaal der Öffentlichkeit vor. Den meisten Geschäftsleuten in der Altstadt war die noch recht junge Institution in Spandau spätestens durch die persönliche Einladung zu dieser Informationsveranstaltung bekannt. Der Bürgersaal war insgesamt recht gut gefüllt, ein Zeichen für das große Interesse. Trotzdem hätten es durchaus mehr Geschäftsleute sein können.

Die großen Ziele der Zukunft

In den nächsten zwei Jahren hat das Altstadtmanagement ein paar nur schwer zu bewältigende Aufgaben vor sich. „Aktivierung und Vernetzung der lokalen Akteure zur Förderung des gemeinsamen Handelns“ hört sich erst einmal sinnvoll und wichtig an. Schaut man sich die „üblichen Aktiven“ an, die sich kontinuierlich konstruktive Gedanken um die Altstadt machen, dann ist der Kreis der Akteure eher überschaubar. Frust, Desinteresse, schlechte Erfahrungen, wenig Zeit …, die Liste der Gründe, sich nicht zu beteiligen, ließe sich fast endlos fortsetzen.

Ein erster erfolgreicher Schritt scheint mit der Spandauer Altstadtmeile und dem Fotowettbewerb gemacht. Das gemeinsam erarbeitete Konzept „Kunst verbindet“ war so erfolgreich, dass es zu den Gewinnern von Mittendrin! Berlin gehörte. Ein enormer Motivationsschub und der Beweis dafür, dass es gelingen kann, gemeinsam an einem Strang zu ziehen – für eine „bessere“ Altstadt. Trotzdem sind die Zweifler noch immer in der Mehrheit.

Hausbesitzer und Geschäftsleute in der Altstadt müssen ihrer Verantwortung für die Altstadt gerecht werden. Zu hohe Mieten erschweren die Ansiedlung eines gesunden Branchenmix. Die Altstadt braucht keine weiteren Billig-Friseure, Nagelstudios, 1-Euro-Läden, Handy-Shops usw., Qualität und ein bedarfsgerechte Angebote sind das Ziel.

Es gilt ein klares erkennbares Profil der Altstadt zu entwickeln, um sie erfolgreicher vermarkten zu können. Dieses Ziel muss gemeinsam erarbeitet werden. Es müssen Gründe geschaffen werden, damit alte und neue Kunden gerne und bewusst in die Altstadt kommen. Die Gestaltung des äußeren Raumes gehört ebenso dazu, wie die inhaltlichen Angebote. Dazu ist eine positive Abgrenzung von anderen Geschäftsstraßen unerlässlich. Das Besondere und einzigartige muss herausgearbeitet und auch entsprechend „verkauft“ werden.

Über politische Grenzen hinweg

Das Team des Altstadtmanagements freut sich über eine Unterstützung, die über Parteigrenzen hinweg funktioniert. Nur wenn alle (Politik, Wirtschaft und Kreative) gemeinsam, an einem Strang ziehen, ist eine positive Entwicklung der Altstadt möglich – eine Erkenntnis, die von den meisten uneingeschränkt geteilt wird. Jetzt muss sie nur mit Leben erfüllt werden.

Im Rahmen von Altstadt-Plenen, Info-Veranstaltungen und Workshops sollen alle Akteure gemeinsam neue Konzepte entwickeln und Fördermittel zur Sicherung von notwendigen Investitionen akquirieren, die nicht aus dem Bezirkshaushalt getätigt werden können.

 

Ralf Salecker