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Nichts Neues bei den Rieselfeldern?

Für die Mieter könnte es problematisch werden

Helmut Kleebank und Peter Hektor (Foto: Ralf Salecker)

Helmut Kleebank und Peter Hektor (Foto: Ralf Salecker)

Groß war die Aufregung im letzten Jahr, als es hieß, ein großer Teil Spandaus soll an einen Großgastronomen verkauft werden. Damals gab es Gespräche zwischen den Berliner Wasserbetrieben, den Eigentümern der Spandauer Rieselfelder und dem Gastronom Josef Laggner. Ein Aufschrei der Empörung machte sich im Bezirk breit, da Kungeleien hinter dem Rücken der Spandauern vermutet wurden, die ihr Naherholungsgebiet in Gefahr sahen.

Helmut Kleebank lud vor ein paar Tagen zu einem Ortstermin auf die Rieselfelder um – gemeinsam mit Peter Hector, dem Geschäftsführer der Berliner Stadtgüter, Neuerungen zu den Rieselfeldern zu verkünden.

Stadtgüter können sich Übernahme vorstellen

Peter Hektor kann sich die Übernahme der Rieselfelder durch die Stadtgüter immer noch gut vorstellen. Voraussetzung dafür ist das mit Spannung erwartete Gutachten der Berliner Wasserbetriebe zum Zustand des Bodens. Einen verseuchten Boden würden die Stadtgüter nicht erwerben wollen. Bekannterweise wurde das Gutachten schon mehrfach erwartet, aber nicht geliefert. Im September könnte es diesmal der Fall sein – möglicherweise.

Einnahmen durch Ausgleichsmaßnahmen

Den Berliner Wasserbetrieben waren die Rieselfelder ein finanzieller Klotz am Bein, weil sie nur noch Kosten verursachten. Peter Hektor sieht neben weiteren landwirtschaftlichen Nutzung der Flächen mögliche Finanzielle Einnahmen durch zukünftige Ausgleichsmaßnahmen. Spandau hat schon ab und an von solchen Maßnahmen profitiert.

Wenn im Zuge von Baumaßnahmen Eingriffe in die Natur notwendig sind, ist der Verursacher verpflichtet, für geeignete ausgleichsmaßnahmen zu sorgen. In Spandau wurden so die Ausgestaltung des Stabholzgartens und auch des Bullengrabengrünzuges ermöglicht. Die Bahn bezahlte dieses Maßnahmen, weil sie für den Trassenbau anderswo Bäume fällte.

Ähnliches könnte sich der Geschäftsführer der Berliner Stadtgüter für die Rieselfelder vorstellen.

Situation der Mieter des Betriebshofes unklar

Der Betriebshofes des Rieselfeldgeländes liegt im Landschaftsschutzgebiet. Eine Genehmigung, dort Betriebswohnungen zu nutzen, ist eng gekoppelt mit dessen aktiver Nutzung. Fällt diese weg, erlischt wahrscheinlich auch die Genehmigung für die Wohnungen im Landschaftsschutzgebiet. Keine besonders beruhigende Vorstellung für die derzeitigen Mieter. Die Wasserbetriebe machen es sich leicht, wenn sie sagen, wenn es nach ihnen ginge, würde sich auch nach dem Verkauf des Betriebshofes nichts an der Situation der Mieter ändern.

 

Ralf Salecker

Gatower Rieselfelder: Auf einmal haben sich alle lieb

Das versprochene Gutachten fehlt weiterhin

Es geht um die Spandauer Rieselfelder (Foto: Ralf Salecker)

Es geht um die Spandauer Rieselfelder (Foto: Ralf Salecker)

Die Erwartungen waren groß, als in dem bis auf den letzten Platz gefüllten Bürgersaal Vertreter aus Spandauer Politik, den Berliner Wasserbetrieben, den Berliner Stadtgütern und ein Gutachter Platz nahmen. Wer klare Antworten über die exakte Schadstoffverteilung und die zukünftige Nutzung erwartet hatte, wurde auf einen späteren Zeitpunkt vertröstet. Es gab keine Gefährdungsanalysen nur die vage Aussage: „Alle Systeme funktionieren innerhalb normaler Parameter“.

Auf gut Deutsch, im Mittel ist alles recht unbedenklich. Eine Aussage, die auf heftige Kritik im Publikum stieß. Diese Aussage ist vor allem deswegen interessant, weil der BWB-Sprecher Natz laut Berliner Morgenpost vom 6.1.2013 gesagt haben soll: „Es gibt Flächen, da können Sie vom Boden essen, und es gibt Flächen, die so belastet sind, dass dort nichts angebaut werden kann“. Ohne intensive Betrachtung, der bisher erfolgten Analysen, ist auch die Formulierung eines zukünftigen Nutzungskonzeptes nicht möglich. Ein Abschluss des Gutachtens sei im Herbst dieses Jahres zu erwarten. Wir werden sehen.

Rücksturz in die Vergangenheit

Frau Lemm, die Vertreterin der Berliner Wasserbetriebe begann ihren Vortrag mit einer ausführlichen Schilderung der Vergangenheit der Spandauer Rieselfelder. Von vormals sehr kleinteiligen Flächen, haben sich diese zu größeren Einheiten entwickelt. Die früher erfolgten Untersuchungen seien mit den heutigen kaum vergleichbar, da diese auf jeweils unterschiedlichen Gesetzesgrundlagen beruhten. Heute müssten z. B. über 90 Parameter bestimmt werden.

Der Gutachter deutete an, dass gerade einmal die Schwermetalle sich als „erhöhte Werte“ darstellen würden, alle anderen Analysen hätten Ergebnisse deutlich unterhalb der Grenzwerte ergeben. Daraus könne man den vorläufigen Schluss ziehen, dass eine Änderung der bisherigen Nutzung wegen vermuteter zu hoher Schadstoffbelastung nicht zu erwarten sei. Ein Analyse, die im Publikum als verkaufsfördernde Maßnahme verstanden wurde.

Aus dem Publikum wurde besonders die Mittelwertbildung und Art der Probenahme bemängelt, da zu wenig die schwer belasteten Randbereiche der Rieselfeldtafeln beprobt wurden. Die Antwort des Gutachters, die Art der früheren Rieselfeldnutzung hätte im Laufe der Jahrzehnte zu einer intensiven gleichmäßigen Durchmischung des Bodens geführt, so dass keine großen Schwankungen der Messwerte zu erwarten waren, scheint nachvollziehbar.

Wer erhält nun die Rieselfelder?

Herr Hecktor von den Berliner Stadtgütern äußerte sich sehr vorsichtig zu einem möglichen Kauf. Wenn der Preis und die Randbedingungen stimmen, wäre dies möglich. Ähnliches äußerten auch die BWB. Sie wollen das Gelände, welches drei Prozent der Fläche Spandaus ausmacht, natürlich nicht verschenken, sondern einen Ertrag damit erwirtschaften. Vom Gastronomen Josef Laggner gibt es nur vage Aussagen. Er hätte Interesse am ehemaligen Betriebshof, auf dem sich noch ein paar Betriebswohnungen existieren, für den es anscheinend aber keinen Bebauungsplan gibt. Hier wäre demnach die Errichtung von Gebäuden derzeit nicht möglich.

Während in der Vergangenheit die Informationspolitik der BWB als höchst problematisch empfunden wurde, äußerten sich Vertreter der Interessengruppen, die sich für die Bewahrung der Rieselfelder einsetzen, betont erfreut zu den aktuellen Umständen. Der Bezirk wird nach und nach Informationen zu den Rieselfeldern auch online zu veröffentlichen, um für eine ausreichende Transparenz zu sorgen.

 

Ralf Salecker

Die Rieselfelder

Aktuelle Informationsveranstaltung

Alle Fragen geklärt?Am kommenden Mittwoch, den 16.01.2013 findet um 19.00 Uhr eine Informationsveranstaltung zum Thema „Rieselfelder“ statt. Diese Veranstaltung ist öffentlich und alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen daran teilzunehmen.

Der Bezirk und die örtlich zuständigen Wasserbetriebe informieren über den Stand der beauftragten Bodenuntersuchungen durch die Berliner Wasserbetriebe.

Wo?

Bürgersaal (Raum 263)
Rathaus Spandau
Carl-Schurz-Straße 2/6
13597 Spandau

Spandau zu verkaufen?

Die Berliner Wasserbetriebe wollen die Rieselfelder loswerden

Informationsveranstaltung zur Zukunft der Gatower Rieselfelder: Ulrike Sommer (SPD), Katrin Lemm (BWB), Jens Feddern (BWB), Prof. Dr.-Ing. Udo Wiesmann (Foto: Ralf Salecker)

Ganz Spandau ist natürlich nicht zu haben. Ein Stück des Kuchens steht seit einiger Zeit zur Debatte. Schon vor den Sommerferien, also Mitte Juni gelangte diese Information in die Öffentlichkeit. Damals schien sich niemand so recht dafür zu interessieren.

Nun sieht es ein wenig anders aus. Die Medien berichten über den möglichen Verkauf der Spandauer Rieselfelder an den Gastronomen Langner. Rund 3 Millionen Quadratmeter Grund und Boden sollen den Besitzer wechseln. Damit würden 3 Prozent der Fläche Spandaus in private Hände gelangen. Das entspricht 420 Fußballfeldern nach FIFA-Norm oder der Fläche des Tiergartens.

Widerstand regt sich

Ein kleiner Sturm der Entrüstung beginnt sich zu regen. Bauern, die Angst um ihre gepachteten Felder haben, fürchten um ihre Existenz. Naherholungssuchende sehen schon Häuser auf den Rieselfeldern entstehen. Nutzer, Anwohner und Naturliebhaber sind erbost darüber, nicht vorher über den Verkauf informiert worden zu sein.

In Gatow wird es am 3. September einen runden Tisch zu diesem Thema geben. Bürgerinitiativen, Anwohner, Nutzer und Vereine wollen öffentlich diskutieren. Veranstaltungsort ist das Restaurant Casa Italiana in Gatow (Alt Gatow 1-3). Um 19 Uhr geht es los. Schon einmal kamen hier viele Interessierte zusammen, als es um die Zukunft der Rieselfelder ging. Wird diesmal wieder ein Vertreter der Berliner Wasserbetriebe dabei sein und sich den Fragen stellen?

Das Klo der Stadt für ein paar Millionen Euro

Charlottenburg erwarb das Gelände Ende des 19. Jahrhunderts um hier Rieselflächen zu schaffen. Mehr als 100 Jahre wurden hier die Abwässer aus der Kanalisation verrieselt. Schwermetalle und organische Verbindungen im Boden bilden ein schwer berechenbares Problem. Erstaunlich, dass sich jemand fand, der dieses Gelände erwerben wollte.

Die Berliner Wasserbetriebe haben sich diese gute Gelegenheit offenbar nicht entgehen lassen wollen, einen Kostenfaktor loszuwerden. Eine halbe Million Euro sollen jährlich angefallen sein. Wenig glaubwürdig scheint die Erklärung der Berliner Wasserbetriebe, so die Wasserpreise stabil halten zu wollen. In Berlin werden mit die höchsten Wasserpreise gezahlt. Die Preise sind derart hoch, dass vor einiger Zeit das Bundeskartellamt meinte einschreiten zu müssen.

Der Fraktionschef der Spandauer Piraten, Emilio Paolini, stellte folgenden Fragen:

  • Wieso darf ein mehrheitlich landeseigener Betrieb wie die Berliner Wasserwerke überhaupt „mal eben“ ca. 3% der Fläche von Spandau verkaufen, ohne Ausschreibung und Bieterverfahren?
  • Wo bleibt die Bürgerbeteiligung?
  • Wer führt die Geschäfte der Wasserbetriebe und hat den Hut auf für solche Entscheidungen?
  • Wie wirken sich solche (und andere) spekulativen Geschäfte auf die Wasserpreise aus und wie auf die geplante Rekommunalisierung der Wasserbetriebe?
  • Wo bleibt das für Februar 2012 angekündigte Nachnutzungskonzept der BWB?

Ralf Salecker

Verkauf der Rieselfelder in Gatow

Eine größere Fläche als der Tiergarten

Der Berliner Wasserbetrieb (BWB) beabsichtigt fast 3 Millionen Quadratmeter der ehemaligen Rieselfelder in Gatow an den Gastronomieunternehmer Laggner zu verkaufen. Das entspricht der Fläche des Großen Tiergartens oder fünf Mal der Fläche des Berliner Messegeländes. Das Feld, das seit mehr als 100 Jahren der Versickerung von Berliner Abwässern dient, soll jetzt für einen durchschnittlichen Preis von 0,80€ pro Quadratmeter verkauft werden.

Am 3.  September 2012 um 19 Uhr im Restaurant „Casa Italiano Da Alberto“ werden sich Wasserbetriebe, Verwaltungen und Politiker zu dem Thema äußern. Verbände und Anwohner haben sich jetzt schon gegen das Projekt ausgesprochen und werden vom SPD-Abgeordneten Daniel Buchholz unterstützt:

„Riesige Grünflächen von der Größe des Tiergartens, die der Erholung vieler Menschen dienen und landwirtschaftlich genutzt werden, sollen ohne Ausschreibung für einen Spottpreis verscherbelt werden. Es gibt bis heute keine Klarheit über die massiven Schadstoffbelastungen des Bodens durch die jahrzehntelange Abwasserverrieselung und den eventuellen Sanierungsbedarf. Ein Nachnutzungskonzept ist durch die BWB seit Langem angekündigt, steht aber ebenfalls noch aus. […] Flächen, die der Allgemeinheit dienen, sind für mich Teil der Daseinsvorsorge und sollten in öffentlicher Hand bleiben. Eine wirtschaftliche Nutzung von Randbereichen lässt sich problemlos über Pachtverträge ermöglichen.“