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Fremdenfeindlicher Zwischenfall im Bus

Nicht ein Fahrgast sondern der BVG-Fahrer selbst hat allem Anschein nach eine Mutter im Beisein der Kinder fremdenfeindlich beleidigt und die Tochter geschlagen.

Es klingt nahezu unglaublich und doch scheint es der Wahrheit zu entsprechen. Wie wir bereits unter den Polizeimeldungen veröffentlichten, ereignete sich bereits am Freitag in Spandau folgender Zwischenfall: Ersten Ermittlungen zu Folge wurde eine 51-jährige Frau, die mit ihren beiden Kindern gegen halb fünf am U-Bahnhof Rohrdamm in einen BVG-Bus der Linie 123 eingestiegen war und auf Grund der Überfüllung des Busses im vorderen Bereich des Fahrzeugs stand, von dem Fahrer fremdenfeindlich beleidigt.

Nicht nur nach Fußballspielen kommt es an Haltestellen und in öffentlichen Verkehrsmitteln zur Überfüllung.

Nicht nur nach Fußballspielen kommt es an Haltestellen und in öffentlichen Verkehrsmitteln zur Überfüllung.

Beleidigt, geschlagen, ausgesetzt

Daraufhin sprach die 20-jährige Tochter den 56-Jährigen Fahrer an und verbat sich die Beleidigungen gegenüber ihrer Mutter. Alle drei wollten den Bus anschließend wieder verlassen. Dabei schlug der Fahrer auf die Tochter ein, die gegen eine Haltestange stieß und sich am Rücken verletzte. Als der 12-jährige Sohn das Fahrzeug verlassen hatte, schloss der Fahrer die vordere Tür, wobei die 20-Jährige mit ihren Haaren zwischen den Türflügeln eingeklemmt wurde und mit ihrer Mutter zusammen den Bus nicht mehr verlassen konnte.

Die Videoüberwachung nicht nur in U-Bahnhöfen sondern auch in Bussen wird zur Klärung auch in diesem Vorfall beitragen.

Die Videoüberwachung nicht nur in U-Bahnhöfen sondern auch in Bussen wird zur Klärung auch in diesem Vorfall beitragen.

Fahrer freigestellt

Die beiden und andere Fahrgäste forderten den 56-Jährigen, der bereits angefahren war, zum Anhalten auf. Dieser stoppte aber erst nach einiger Zeit und ließ sie aussteigen. Die Aussage, dass auch ein Zivilbeamter Zeuge des Zwischenfalls war, konnte von der Polizei hingegen nicht bestätigt werden. Ein Eingreifen wäre auf Grund der Fülle an Personen im Fahrzeug jedoch auch kaum möglich gewesen. Der Busfahrer wurde von alarmierten Polizisten schließlich an der Endhaltestelle angetroffen und zur Durchführung einer freiwilligen Blutentnahme zur Dienststelle gebracht, nachdem eine erste Atemkontrolle auf Alkohol negativ ausfiel. Eine Sprecherin der BVG teilte indes mit, dass der Fahrer bis zur Klärung des Sachverhaltes vom Dienst freigestellt wurde. Die Videoaufzeichnungen aus dem Bus wurden der Polizei übergeben.

Die Polizei nahm den Fahrer an der Endhaltestelle in Gewahrsam.

Die Polizei nahm den Fahrer an der Endhaltestelle in Gewahrsam.

Unerklärlicher Einzelfall

Bisher gibt es nach Polizeiangaben keine Anzeichen dafür, dass sich der Vorfall anders ereignet hätte. Sollte sich der Verdacht erhärten, werden die Verkehrsbetriebe entsprechende Konsequenzen ziehen. Dennoch handelt es sich um einen Einzelfall. Bei der BVG arbeiten nach eigenen Angaben rund 30 verschiedene Nationalitäten, sowie Schwule und Lesben. Diskriminierungen seien intern als auch extern bisher noch nicht aufgetreten und werde im Unternehmen wenn dann auch in keinster Form toleriert. Das Verkehrsunternehmen stehe jedoch auch als Spiegelbild der Gesellschaft und das Verhalten eines Einzelnen dürfe nicht dazu beitragen ein falsches Gesamtbild entstehen zu lassen. Normalerweise ist das Fahrpersonal gerade durch die regelmäßigen Deeskalationsschulungen als Konfliktschlichter aktiv und öffentliche Verkehrsmittel bieten darüber hinaus eher Schutz bei Übergriffen.

Am Sonntag wurde ebenfalls in Spandau ein Bus von außerhalb während der Fahrt beschädigt.

Am Sonntag wurde ebenfalls in Spandau ein Bus von außerhalb während der Fahrt beschädigt. Fotos (4): Patrick Rein

Neben den eigentlichen Serviceleistungen sehen sich Busfahrer aber auch Gefahren ausgesetzt, wie der folgende Fall vom Sonntag zeigt: Ein Wurfgeschoß beschädigte in der Nacht einen Bus der BVG in Spandau. Gegen 23.45 Uhr hatte der Fahrer des mit einem Fahrgast besetzten Omnibusses die Neuendorfer Straße befahren, als er auf Höhe der Bismarckstraße einen lauten Knall wahrnahm und im Anschluss eine beschädigte Fensterscheibe im hinteren Bereich des Fahrzeuges feststellte. Verletzt wurde niemand. Hinweise auf die Täter oder das Tatmittel liegen bislang nicht vor.

Patrick Rein

Mehr Sicherheit in Siemensstadt

Linksabbiegerampel besser im Blick

AmpelNachdem die CDU-Fraktion einen Antrag auf Maßnahmen gegen die Unübersichtlichkeit an der Kreuzung Rohrdamm/Motardstraße beim Bezirksamt gestellt hatte wurde dieser nun in die Tat umgesetzt. Die zuständige Verkehrslenkung Berlin hat dafür gesorgt, dass die Linksabbiegerampel an der Kreuzung besser zu erkennen ist.

Beate Christ (verkehrspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion) hierzu:

„Die Verkehrssicherheit gehört auch zum Wohlfühlen in unserem Bezirk. Deshalb begrüßen wir das unverzügliche Handeln der Behörden. Durch das Eindrehen des oberen Lichtsignals sowie den Grünschnitt am benachbarten Straßenbaum werden die Linksabbieger es um einiges leichter haben, die Ampel rechtzeitig zu sehen. Das macht die Situation für alle Verkehrsteilnehmer sicherer.“

Siemens führt E-Car-Sharing-System für Mitarbeiter in Berlin ein

Feldversuch in Spandauer Siemens Werk vorgestellt

Projekt „4-S“

Die Mosaikhalle im Siemens Verwaltungsgebäude am Rohrdamm, leuchtet in den Farben Grün und Weiß. Grüne Lichter in allen Ecken, die Angestellten im weißen Kostüm.

Die Autos sollen "volles Fahrgefühl bei null Schadstoffausstoss" garantieren.

Die Autos sollen "volles Fahrgefühl bei null Schadstoffausstoss" garantieren.

Heute will Siemens die dritte Phase seines Pilotprojektes „For Sustain-electromobility“ (4-S) vorstellen. Nach den Mitarbeitern in den Siemens Standorten München und Erlangen, sollen nun auch die Berliner in den Genuss eines E-Car-Sharing-Systems kommen. Die eigenen Mitarbeiter dienen hier als Testpersonen, denn natürlich ist dies nur ein Feldversuch für zukünftige Angebote des Hauses Siemens. Die Ladestation wird allerdings schon heute regulär in Augsburg hergestellt und verkauft. Stolz präsentieren Dr. Sami Ataiya, CEO der Division Mobility & Logistics, Dr. Martin Preschner, Technischer Leiter des E- Mobility-Bereiches und weitere Führungskräfte von Siemens die neuen E-Cars und die dazugehörige Soft- und Hardware einem Publikum aus Journalisten, Experten und Siemens Mitarbeitern. Berlin eignet sich, laut Ataiya, besonders gut für den Versuch. Mit sieben Standorten seien besonders viele Mitarbeiter vor Ort, die das Angebot auch begeistert nutzen. Geplant ist der Versuch bis September 2012. Da die Nachfrage der Teilnehmer jedoch sehr groß ist, könnte man sich auch eine Fortführung des Projektes, möglicherweise dann schon in

Dr. Sami Atiya (r.) stellte sich den Fragen der Journalisten.

Dr. Sami Atiya (r.) stellte sich den Fragen der Journalisten.

noch weiter verbesserter Form, vorstellen. Prescher erklärt den Journalisten an der „E-Car-Schlange“ im Ausstellungsbereich, an verschiedenen Monitoren, wie die Mitarbeiter die Autos in Zukunft nutzen können.

Intelligente Technik

Über die Software, eine Smart Phone App oder direkt am Fahrzeug kann ein E-Car reserviert werden. Der Mitarbeiter kann freie Autos direkt über die Software einsehen und sich eines für  zunächst 3 Stunden buchen. Über die Mitarbeitercard kann er das gebuchte Fahrzeug dann öffnen. Die intelligente Software garantiert, dass das Auto auch nur während der Zeit der Reservierung bereitsteht und nicht ab der Buchung für weitere Nutzer blockiert ist. Ebenfalls begeistert ist Prescher über die intelligenten Ladesäulen, ausgestattet mit einem Ultraschallsensor, erkennt sie selbst ihre Verfügbarkeit und leitet diese an die Software weiter. So findet der Nutzer garantiert einen freien Parkplatz mit einer Ladestation. Diese werden ihm auch direkt auf dem Navigationsgerät angezeigt. Die mobilen Bordcomputer (Onboard-Unit) der Fahrzeuge sind mittels GPS mit der Leitzentrale verbunden. So können etwa Parkgebühren, Ladekosten oder auch Maut direkt mit der Zentrale abgebucht werden. Zonenübertritte, wie zum Beispiel in eine Stadt, werden registriert und Stadtmaut, wie zum Beispiel in London direkt verrechnet. 100 Siemens- Mitarbeiter werden nun die 12 Prototypen in der Praxis testen können.

Die intelligente Ladestation erkennt selbst ob sie frei ist.

Die intelligente Ladestation erkennt selbst ob sie frei ist.

E-Cars als Energiespeicher

Außerdem entwickelte Siemens schon im Frühjahr 2011 zwei Prototypen mit einem 800-Volt-Antriebsstrang. Diese Fahrzeuge sollen in Zukunft nicht nur Energie aufnehmen, sondern auch abgeben können und so als Zwischenspeicher mögliche Versorgungsengpässe und -spitzen vermeiden.

Als Kunden für die Technologie sieht Siemens Autovermieter wie Sixt oder auch größere Unternehmen. Einzelpersonen sind weniger im Gespräch.

Mit 20 Millionen Euro gefördert

Die Forschung und Entwicklung des Projektes wurde vom Staat mit 20 Millionen Euro gefördert, was etwa 50 Prozent der Gesamtkosten ausmacht. Allerdings, so betonen die Siemensleute, wurde

Das 800-Volt-Auto soll auch Energie abgeben können.

Das 800-Volt-Auto soll auch Energie abgeben können.

das Projekt ohne Zuschüsse geplant und wäre auch allein durchgeführt worden. „Sowohl der Staat als auch Siemens wollen Lösungen für die Stadtmobilität. Siemens muss jetzt Standarts entwickeln um sich auf die Technologien drauf zu setzen und sie in der Realität zu testen“, so Ataiya. Na dann – gute Fahrt.

Kirsten Stamer