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Gemeinnützige Projekte haben viel zu gewinnen

Mit der Ausrufung von „Gute Tat mit Plakat!“ starten Die Draussenwerber aus Spandau zusammen mit betterplace Mediapreis für soziale Projekte.

Unter dem Motto „Gute Tat mit Plakat!“ starteten Die Draussenwerber – das lokale Außenwerbeunternehmen der Wall AG mit Firmensitz in Spandau – und das Spendenportal berlin.betterplace.org am Donnerstag einen Plakatwettbewerb für gemeinnützige Projekte in Berlin. Wer als soziale Initiative auf dem betterplace-Portal zum Spenden aufruft und sein Projekt bis zum 19. Juli mit einem kreativen Plakatentwurf vorstellt, hat die Chance auf eine kostenfreie Plakatkampagne der Draussenwerber.

Genau um 12 Uhr wurde am Donnerstag das erste "Gute Tat mit Plakat" Motiv plakatiert.

Genau um 12 Uhr wurde am Donnerstag das erste „Gute Tat mit Plakat“ Motiv plakatiert.

Soziale Projekte berlinweit bewerben

Plakatwerbung fällt auf und macht Themen schnell zum Stadtgespräch: Besonders soziale Initiativen können von diesem Aufmerksamkeitsschub profitieren und auf ihre Anliegen hinweisen als auch um Unterstützung werben. Im Rahmen des neuen Mediapreises für soziale Projekte wählt eine Jury zweimonatlich über ein Jahr lang unter allen Teilnehmern eine Initiative aus, die kostenfrei eine Plakatkampagne im Wert von 25.000 Euro gewinnt. Das ausgezeichnete Plakatmotiv wird je nach Verfügbarkeit für zwei Monate auf bis zu 1000 Plakaten in verschiedenen Formaten auf Litfaßsäulen, in Wartehallen sowie Plakatvitrinen in U-Bahnhöfen präsentiert. Die Druckkosten der Plakate übernehmen ebenfalls die Draussenwerber. Zur Jury gehören: Hella Dunger-Löper, Beauftragte für das Bürgerschaftliche Engagement des Berliner Senats, Daniel Wall, Vorstandsvorsitzender der Wall AG, Dr. Marc Bieling, Geschäftsführer der Draussenwerber, Joana Breidenbach, Mitgründerin von betterplace.org und Marc Sasserath, Gründer von Sasserath Munzinger Plus.

Die Initiatoren Daniel Wall, Vorstandsvorsitzender der Wall AG (re.), Dr. Marc Bieling, Geschäftsführer der Draussenwerber (u. li.) und Joana Breidenbach, Mitgründerin von betterplace.org (li.) gehören auch der Jury an.

Die Initiatoren Daniel Wall, Vorstandsvorsitzender der Wall AG (re.), Dr. Marc Bieling, Geschäftsführer der Draussenwerber (u. li.) und Joana Breidenbach, Mitgründerin von betterplace.org (li.) gehören auch der Jury an. Fotos (2): Patrick Rein

Enge Verbindung zu Spandau

Als lokales Außenwerbeunternehmen begehen Die Draussenwerber dieses Jahr ihr fünfjähriges Jubiläum. In diesem Zusammenhang setzt das Unternehmen mit „Gute Tat mit Plakat“ auch sein vielfältiges kulturelles und soziales Engagement – unter anderem bei der diesjährigen Altstadtmeile – fort. Dabei besteht eine besondere Verbindung zum Bezirk Spandau, denn am Firmensitz an der Spreeschanze begann damals schon die Erfolgsgeschichte der Wall AG. Dr. Marc Bieling, Geschäftsführer der Draussenwerber GmbH: „Viele Menschen engagieren sich heute ganz bewusst für soziale Projekte in ihrem Kiez. Sie spenden Geld oder setzen sich in ihrer Freizeit selbst aktiv für Projekte in ihrem Umfeld ein. Um stets neue Unterstützer zu finden, ist lokale Präsenz für die sozialen Initiativen besonders wichtig. Hier setzen wir auf die Stärken unserer lokalen Außenwerbemedien und bieten allen gemeinnützigen Projekten mit dem neuen Plakatwettbewerb die Chance, sich plakativ vorzustellen und so noch mehr Unterstützer für ihre Arbeit zu begeistern. Mit betterplace und der lokalen Spenden-Plattform, auf der bereits mehr als 180 Berliner Projekte verzeichnet sind, haben wir den idealen Partner für den Wettbewerb gefunden. Wir sind gespannt auf den Ideenreichtum der Projekte und freuen uns auf zahlreiche kreative Plakatmotive.“

Alle Teilnahmebedingungen zur Aktion „Gute Tat mit Plakat!“ hier.

Patrick Rein

Kinder und Jugendliche freuen sich über Trainingsanzüge

Wohnungsbaugesellschaft unterstützt und würdigt mit einer Spende Engagement eines Judovereins für Kinder und Jugendliche.

Das Falkenhagener Feld steht ebenso wie andere Spandauer Stadtteile nicht immer nur mit erfreulichen Nachrichten in den Medien. Dies gilt auch für Wohnungsbaugesellschaften wie der GSW Immobilien AG wenn es beispielsweise um die Themen Asbest in Wohnungen oder Mietentwicklungen geht. Dieses Mal ist die Erwähnung jedoch ausschließlich positiv, denn: Die Wohnungsgesellschaft GSW Immobilien AG unterstützt den lokalen Judoverein Kano Berlin e.V., der Kindern und Jugendlichen mit viel Engagement eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung abseits von Fernseher, Computer und Spielekonsolen im Falkenhagener Feld bietet.

Groß und klein werden sportlich als auch sozial gestärkt.

Groß und klein werden sportlich als auch sozial gestärkt.

Kinder und Jugendliche stärken

Seit seiner Gründung 2007 ist der Judo-Klub Kano Berlin e.V. zu einer festen Größe im Spandauer Stadtteil Falkenhagener Feld geworden. Für viele der aus sieben Nationen stammenden Kinder und Jugendlichen ist es dabei weit mehr als nur ein sportliches Angebot. Durch die ehrenamtlichen Trainerinnen und Trainer werden soziale Werte wie Fair Play, Solidarität, Gemeinschaft, Teamgeist, aber auch Beharrlichkeit und Disziplin vermittelt. Ausflüge und besondere Angebote in den Schulferien runden zudem das Angebot ab.

Alle Nachwuchsjudokas wurden von der Wohnungsbaugesellschaft GSW mit Trainingsanzügen ausgestattet.

Alle Nachwuchsjudokas wurden von der Wohnungsbaugesellschaft GSW mit Trainingsanzügen ausgestattet.

Sportlich und sozial erfolgreich

Viele der Aktiven – der Verein hat 200 Mitglieder – sind mit großem Eifer dabei. Die vielfachen sportlichen Erfolge sprechen für sich: unter anderem Titel als Berliner Meister und Nordostdeutsche Meister, zahlreiche Teilnahmen an Turnieren in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern – wobei mehrfach erstplatzierte Mannschaftstitel erreicht wurden. „Leider können sich viele Familien keine Ausstattung ihres Nachwuchses mit Trainingsanzügen leisten“, erklärt Kerstin Shareef vom Kano Berlin e. V.

Gruppenfoto des Kano e.V. in der Turnhalle der Siegerland-Grundschule.

Gruppenfoto des Kano e.V. in der Turnhalle der Siegerland-Grundschule. Fotos (3): Patrick Rein

Trainingsanzüge für alle

Einer der großen Vermieter im Falkenhagener Feld-Ost, die GSW Immobilien AG, hat nun dem Verein ein besonders Geschenk gemacht: Das Wohnungsunternehmen sponsert 100 Trainingsanzüge im Wert von 4.000 Euro zur Unterstützung der Vereinsarbeit. Kerstin Shareef weiter: „Dass wir nun Dank der GSW als Kooperationspartner allen – auch denen, deren Eltern es sich nicht leisten können – eine Ausstattung mit Judoanzügen anbieten können, hilft uns sehr. Es freut uns, dass unsere Arbeit wertgeschätzt wird. Unser Dank gilt auch dem Quartiersmanagement Falkenhagener Feld-Ost, das diese Spende vermittelt hat.“

Patrick Rein

Saisonbeginn der Bolzplatzliga

Nachdem der erste Termin für die Auftaktveranstaltung wetterbedingt verschoben wurde, konnte am Samstag endlich wieder gekickt werden.

Während sich im Profifußball Hertha BSC erst am Sonntag den vorzeitigen Wiederaufstieg im Berliner Olympiastadion sichern konnte, starteten am Samstag Groß und Klein in Spandau wieder in den Spielbetrieb. Traditionell stieg das Bolzplatz-Fieber wieder mit der großen Auftaktveranstaltung im Spekteweg des Falkenhagener Feldes. In fünf Altersklassen traten Jungen und Mädchen zum ersten Kräftemessen der Saison an. Mit Musik, Hüpfburg und kostenlosem Grillen war das erste Turnier bei bestem Wetter ein gelungener Auftakt des Spandauer Vorzeigeprojekts.

Die Freude über den Beginn der neuen Bolzplatzliga-Saison war nach der langen Winterpause groß.

Die Freude über den Beginn der neuen Bolzplatzliga-Saison war nach der langen Winterpause groß.

Soziales Straßenfußballprojekt

Bereits 2006 wurde das Projekt unter der Trägerschaft des 1. FFV Spandau e. V. in den drei Spandauer Stadtteilmanagementgebieten Falkenhagener Feld Ost und West sowie Heerstraße ins Leben gerufen. Dabei ist die Bolzplatzliga in Spandau ein gänzlich kostenloses soziales Straßenfußballprojekt für Kinder und Jugendliche ab zehn Jahren, bei dem trotz allen sportlichen Ehrgeizes Toleranz, Fairness und Gewaltfreiheit oberstes Gebot sind. Damit kein 10-Jähriger gegen einen körperlich überlegenen 18-Jährigen spielen muss, gibt es mehrere Staffeln. Und nachdem im Bundestag die gesetzliche Frauenquote vergangene Woche zwar gescheitert ist, nehmen auch immer mehr Mädchen an der Bolzplatzliga teil. Interessierte Jugendliche, egal ob männlich oder weiblich, dürfen in Eigenregie Teams bilden und müssen sich anschließend nur noch anmelden.

Jungen und Mädchen gleichermaßen "kämpfen" nach speziellen Bolzplatzregeln um den Ball.

Jungen und Mädchen gleichermaßen „kämpfen“ nach speziellen Bolzplatzregeln um den Ball. Fotos (2): Patrick Rein

Saison geht noch bis November

In regelmäßigen Abständen finden die Spieltage und Turniere statt, wobei der Fokus im Betrieb einer Liga liegt. Gespielt wird auf verschiedenen Plätzen in den drei Quartieren in Spandau. Natürlich sind die Bolzplatzligaregeln zu beachten und auch einzuhalten, welche im Einklang mit den Spielern über die gesamte Projektlaufzeit geändert wurden und kontinuierlich werden. Zu gewinnen gibt es je nach Veranstaltung verschieden Preise. Hauptpreise gehen bis zu einer Playstation 3. Zum Projekt gehören aber auch Aktivitäten jenseits des Fußballs über die sich Interessierte wie über alles andere auch auf der Internetseite informieren können.

Helfer gesucht

Schon kleine Zuwendungen können dem Projekt Bolzplatzliga eine außerordentlich große Hilfe sein. Dabei handelt es sich in erster Linie jedoch nicht unbedingt um Geldbeträge, sondern vor allem um Materialien und Preise für die Jugendlichen. Auch einfache Arbeitskraft kann von großem Nutzen – beispielsweise als Elternteil als Grill-Chef – bei einem der großen Feste sein. Auch Kontakte zu Unternehmen, die sich sozial engagieren wollen, sind gerne gesehen.

Patrick Rein

Bezirkliches Bündnis für Wirtschaft und Arbeit

100.000,- Euro für Spandauer Projekte aus dem Programm Lokales Soziales Kapital (LSK)

Mit dem Programm LSK werden seit 2003 Kleinstvorhaben oder auch sogenannte Mikroprojekte im Bezirk finanziell unterstützt, welche sich dafür einsetzen, den sozialen Zusammenhalt zu stärken und lokale Beschäftigungschancen für benachteiligte Personengruppen zu entwickeln.

Auch die Lange Tafel in der Altstadt im letzten Jahr wurde als Mikroprojekt finanziert.

Auch die Lange Tafel in der Altstadt im letzten Jahr wurde als Mikroprojekt finanziert.

Fördergelder von 10.000 Euro

Dabei handelt es sich um eine Vollfinanzierung aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) als auch Mitteln des Landes Berlin. Bis zum Ende der diesjährigen Förderperiode standen und stehen dem bezirklichen Bündnis in Spandau jährlich 100.000,00 Euro für die Umsetzung von Mikroprojekten zur Verfügung. Für jedes einzelne kann jeweils eine Fördersumme von maximal 10.000,- Euro (wobei 50 Prozent aus dem ESF und 50 Prozent aus dem Landeshaushalt kommen) durch den Träger beantragt werden. Die Projektlaufzeit beträgt maximal 1 Kalenderjahr.

Von der seit zehn Jahren bestehenden Förderung, welche dieses Jahr ausläuft, profitierte auch die Bücherboxx am Földerichplatz.

Von der seit zehn Jahren bestehenden Förderung, welche dieses Jahr ausläuft, profitierte auch die Bücherboxx am Földerichplatz. Fotos (2): Patrick Rein

Rückblick

Im zurückliegenden Förderjahr 2012 konnten über dieses Programm insgesamt 13 Mikroprojekte erfolgreich realisiert und die zur Verfügung stehenden Mittel in Höhe von 100.000,- Euro voll ausgeschöpft werden. Unter anderem wurden dadurch Veranstaltungen wie der Aktionstag im Maler- und Lackiererhandwerk, der Tag des Handwerks und die Lange Tafel auf dem Marktplatz durchgeführt sowie eine Bücherboxx eingerichtet, aber auch Projekte zur Förderung von Jugendlichen im Übergang von Schule zum Beruf, um nur einige aufzuführen. Bürgermeister Helmut Kleebank führt aus: „Es freut mich, dass so viele Projekte im vergangenen Jahr realisiert werden konnten. Damit ist das Geld hervorragend angelegt. Der soziale Mehrwert lässt sich zwar nicht direkt messen. Dennoch ziehen die Projekte und ihre Ergebnisse über den Projektzeitraum hinaus ihre Kreise.“

Patrick Rein

Mit Fußball zum Schulabschluss

Nicht nur mit dem neuen Kunstrasenplatz sondern mit der außersportlichen Betreuung der B-Jugendlichen zeigen die Fußballer von Blau-Weiß Spandau Proficharakter

Die außerschulische Betreuung von Kindern und Jugendlichen ist stets ein Thema. Während sich immer mehr freie Träger um Fördermittel streiten und ebenso viele Initiativen gründen, bietet auch die älteste Form der Freizeitgestaltung, der Sportverein, vermehrt übersportliche Angebote um das Sozialverhalten der Heranwachsenden zu stärken. Doch was Axel Vogel, Trainer der B-Jugend von Blau-Weiß, für seine Jungs auf die Beine stellte, hat Vorbildcharakter und steht somit auch verdient im Finale von „Sterne des Sports“.

Stadtrat Gerhard Hanke und der 1. Vorsitzende des FV Blau-Weiß Rainer Annemüller sind nicht nur wegen des neuen Kunstrasenplatzes hocherfreut.

Stadtrat Gerhard Hanke und der 1. Vorsitzende des FV Blau-Weiß Rainer Annemüller (re.) sind nicht nur wegen des neuen Kunstrasenplatzes hocherfreut.

Praktika und Nachhilfe

Während sich die Jungs bei allem rund um den Ball richtig reinknien, so ließ die schulische Begeisterung oftmals zu wünschen übrig. Mit einem Anteil von 67 Prozent von Spielern mit Migrationshintergrund und dem Aufwachsen in einem sozialen Brennpunkt wie der Wilhelmstadt, wollte der Trainer neben fußballerischen Fähigkeiten auch die beruflichen Chancen seiner Jungs verbessern. Mit viel Engagement konnten Partner überwiegend aus dem Handwerk gewonnen werden. Die Idee: Eine Rundumbetreuung nach der Schule. Jetzt gestaltet sich der der Tagesablauf drei Mal wöchentlich aus Schule, Praktikum bei einem der 16 Projektpartner, Mittagsessen und Nachhilfe im Vereinsheim bis hin zum Training.

Das Vereinsheim bietet nur eingeschränkten Platz als Unterrichtsstätte.

Das Vereinsheim bietet nur eingeschränkten Platz als Unterrichtsstätte.

Keine Zeit zum „Mist“ bauen

So sind die Jungs nicht nur weg von der Straße sondern haben auch schulisch Erfolg. Seit Beginn des Projekts erreichte jeder Spieler einen Schulabschluss und konnte teils über die Praktika sogar in eine Ausbildung übernommen werden. Die Finanzierungsanträge der benötigten gut 8.000 Euro jährlich brachten den Polizeibeamten Vogel nochmals an seine Grenzen. Da taten die 4.000 Euro durch Sterne des Sports von der Commerzbank besonders gut. Und noch ist das Projekt sogar im Rennen um die bundesweite Auszeichnung in Gold. Auch Stadtrat Gerhard Hanke (CDU) ist nicht nur stolz auf so viel Einsatz und stellte am Mittwoch nicht den profitauglichen Kunstrasen mit 336.000 Euro Investitionsvolumen sondern dieses Vorzeigeprojekt in den Vordergrund.

Zum Eröffnungsspiel des neuen Platzes empfingen die Blau-Weießn Spandauer die U-23 von Zweitligist Hertha BSC.

Zum Eröffnungsspiel des neuen Platzes empfingen die Blau-Weißen Spandauer die U-23 von Zweitligist Hertha BSC. Fotos (3): Patrick Rein

Umzug in Klassenräume

Mittlerweile wollen viele Jugendliche in Vogel’s B-Jugend kicken – doch nicht wegen der sportlichen Leistung sondern um vom Praktikum-Nachhilfe-Projekt „Fußball und mehr“ zu profitieren. Im Sinne der Nachhaltigkeit zieht sich die Unterstützung sogar über den Schulabschluss hinaus noch in die Berufsschule. Die Nachfrage ist groß doch die räumlichen Kapazitäten des Vereinsheims längst ausgereizt. Stadtrat Gerhard Hanke stellte nun die Nutzung von Klassenräumen in der anliegenden Berthold-Brecht-OS in Aussicht. Doch alle Beteiligten äußerten Bedenken, ob die Begeisterung fürs Angebot nicht gerade an den bisherigen unkonventionellen Räumlichkeiten liegt.

Wieder ein Mal zeigt jedoch das bürgerschaftliche Engagement von Axel Vogel was wir in Spandau alles auf die Beine stellen können.

Patrick Rein

Spandau: Sozial, gesund und international

60 Organisationen, Verbände, Gruppen und Firmen präsentierten sich am Samstag zu den genannten Themengebieten auf dem Marktplatz

Alles war vertreten was sich im Bezirk mit sozialem, Gesundheit als auch multikultureller Gesellschaft und Integration beschäftigt. Angefangen bei den entsprechenden Abteilungen des Bezirksamtes über Hilfsorganisationen wie dem Deutschen Roten Kreuz, die sich mit einer Suppenküche auch fürs leibliche Wohl verantwortlich zeichneten, sowie den Johannitern über die Jugend- und Suchtberatung, welche mit der alkoholfreien Blueberry-Bar den Durst bekämpften, bis hin zum Fördererverein Heerstraße Nord.

Alkoholfreie Cocktails gab es an der Blueberry Bar der Suchtberatung.

Alkoholfreie Cocktails gab es an der Blueberry Bar der Suchtberatung.

Informationen und Gespräche

Darüber hinaus stellten sich und ihre Arbeit aber auch Pflegedienste, kulturelle Vereine, Initiativen und Beratungsstellen vor, die allesamt hilfreiche Informationen zu bieten hatten. Auch Spandauer Politiker waren unter den zahlreichen Interessierten und suchten die Gespräche mit den zumeist ehrenamtlich Engagierten auf dem Marktplatz. Wie in allen Bereichen spielt die Finanzen auch oder gerade bei gemeinnütziger Arbeit eine entscheidende Rolle und brauchen politische Unterstützung beziehungsweise Befürworter.

Noch ist die Zukunft des Fördervereins Heerstraße Nord ungewiss.

Der Fördererverein Heerstraße Nord stellte seine Arbeit und Bereiche vor.

Kleebank zuversichtlich

Auch der Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank ließ sich einen Rundgang nicht nehmen und erklärte schon im Vorfeld: „„Ich bin fest davon überzeugt, dass die seit vielen Jahren aus dem Spandauer Veranstaltungskalender nicht mehr wegzudenkende Veranstaltung „Das Soziale, Gesunde und Internationale Spandau“ auch in diesem Jahr mit der gewohnten Vielfalt der unterbreiteten Angebote wieder eine große Anzahl interessierter Mitbürgerinnen und Mitbürger auf den Spandauer Marktplatz ziehen wird. Die Angebote sind generationsübergreifend und ich bin sicher, dass wirklich für jeden Besucher etwas Interessantes dabei ist und kein Besucher den Spandauer Marktplatz enttäuscht verlassen wird.“

Auch der Nachwuchs kam bei all den Angeboten auf seine Kosten.

Auch der Nachwuchs kam bei all den Angeboten auf seine Kosten. Fotos Patrick Rein

Erwartungen erfüllt

Auch wenn – wie fast immer in diesem Sommer – das Wetter hätte besser sein können, so wurde dennoch kein Besucher enttäuscht und fand sicherlich das ein oder andere informative Angebot vor. Beeindruckend wie viele Menschen, Initiativen und Bewegungen sich in Spandau über das eigene Wohlbefinden hinaus für andere Menschen und gesellschaftliche Entwicklung engagieren. Beim einsetzenden demographischen Wandel werden die Anerkennung und der Respekt für die Lebensleistungen der älteren Mitbürgerinnen und Bürger eine immer wichtigere Rolle spielen, ebenso wie die Förderung und Unterstützung der jüngeren Generationen beim Erreichen ihrer Ziele.

Patrick Rein

„Das Soziale, Gesunde und Internationale Spandau“ 2012

Mehr als 60 Teilnehmer und 80 Infostände

Mehr als 60 Teilnehmer und 80 Infostände © Souza / PIXELIO

Mehr als 60 Teilnehmer und 80 Infostände

Am Samstag den 8. September findet von 11:00 Uhr bis 17:00 Uhr die Veranstaltung „Das Soziale, Gesunde und Internationale Spandau“ auf dem Spandauer Marktplatz statt. Die Veranstaltungsreihe erzielt schon seit mehreren Jahren einen wahren Erfolg. Auch dieses Jahr werden daher neben den Dienststellen des Bezirksamts über 60 Verbände, Organisationen, Firmen und Gruppen an der Veranstaltung teilnehmen. Mehr als 80 Aktionsstellen und Infostände werden die Besucher über die verschiedenen Angebote informieren. Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank wird auch vor Ort sein und wird sich ab 12:30 Uhr ca. 90 Minuten lang den Marktplatz anschauen. Für weitere Informationen steht die Rufnummer des Ehrenamtsbüros/Zentraler Veranstaltungsdienst unter der Rufnummer 90279 3318 oder per E-Mail (ehrenamtsbuero@ba-spandau.berlin.de) zur Verfügung.

Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank betont:

„Ich bin fest davon überzeugt, dass die seit vielen Jahren aus dem Spandauer Veranstaltungskalender nicht mehr wegzudenkende Veranstaltung „Das Soziale, Gesunde und Internationale Spandau“ auch in diesem Jahr mit der gewohnten Vielfalt der unterbreiteten Angebote wieder eine große Anzahl interessierter Mitbürgerinnen und Mitbürger auf den Spandauer Marktplatz ziehen wird. Die Angebote sind generationsübergreifend und ich bin sicher, dass wirklich für jeden Besucher etwas interessantes dabei ist und kein Besucher den Spandauer Marktplatz enttäuscht verlassen wird“

Probleme wohin man schaut

Das Quartiermanagement auf dem Vormarsch

© Gerd Altmann - ShapesAllSilhouettes.com / pixelio.de

Das Quartiersmanagement – Probleme analysieren und Lösungen finden © Gerd Altmann – ShapesAllSilhouettes.com / pixelio.de

Das Projekt Quartiersmangement existiert schon seit mehreren Jahren. In den 1990er Jahren verbreitete es sich vorerst größtenteils in den Stadtstaaten wie Bremen und Hamburg. Mittels eines öffentlich eingesetzten Quartiersmanagers unterliegt das Quartiersmangement einer zentralen Steuerung. Hauptaufgaben sind hierbei die Vermittlung, die Verwaltung und die Verteilung von Fördergeldern. Die Fördergelder, sogenannte „Quatierfonds“ stehen für kurzfristige und kleinere Maßnahmen im Stadtteil wie Straßenfeste und dem Bau von Spielplätzen bereit. Bei größeren Maßnahmen müssen, wie fast überall auch, erst Genehmigungen bzw. Bewilligungen eingeholt werden.

Quartiermanagement, was ist das überhaupt?

Einige Kieze verzeichnen eine hohe Arbeitslosenquote und einen ansteigenden Migrantenzuwachs. Ebenfalls haben sie ein überdurchschnittlich hohes Pro-Kopf-Verschulden und meist auch einen großen Anteil an HARTZ IV-Empfängern und Empfängern anderer staatlicher Leistungen. Diese Kieze haben Entwicklungsbedarf und brauchen Unterstützung. Hier kommt dann das Quartiersmanagement (QM), auch Stadtteilmangement ins Spiel. Das QM greift gezielt da ein, wo es Probleme gibt. Es geht darum, dass die Verwaltung, die lokale Politik, Verein sowie Bildungs- und Kultureinrichtungen zusammenwirken um Lösungen zu erarbeiten und zu verwirklichen. Doch nicht nur die „außenstehenden“ Stellen sind am Entwicklungsprozess beteiligt, das QM zielt stark darauf ab, dass auch die Bewohner des betroffenen Stadtteils sich aktiv beteiligen. Es entsteht sozusagen eine Gemeinschaft, die die gleichen Ziele verfolgt.

Wo ist das Quartiersmanagement in Spandau aktiv

© Andrea Damm / pixelio.de

Bildung – ein Grundpfeiler für soziale Stärke © Andrea Damm / pixelio.de

Falkenhagener Feld Ost sowie West wird aus Problemkiez deklariert. Hier leben größtenteils ältere Menschen im Rentenalter und drüber aber auch sehr viele Kinder und Jugendliche. Beide Bevölkerungsgruppen beziehen mit einigen Ausnahmen fast alle staatliche Unterstützung. Auch eine hohe Arbeitslosenquote ist im Stadtteil Falkenhagener Feldzu verzeichnen, Ballungsraum hierfür ist entlang der Zeppelinstraße.

Auch die Heerstraße zieht die Aufmerksamkeit des Quartiermangements auf sich, denn auch hier Bedarf es dringender Hilfe. Seit 1978 existiert hier das Gemeinwesenzentrum, was sich seitdem großer Beliebtheit erfreut. Es ist Anlaufstelle für Bedürfnisse, Probleme der Anwohner und Aktivitäten. Doch trotz der Bemühungen durch das Gemeinwesenzentrum bleibt das Gemeinwohl auf der Strecke. Die Heerstraße hat einen hohen Anwohneranteil mit Sprach- und Integrationsproblemen. Viele der dort ansässigen Menschen haben nicht den Ehrgeiz sich für das Gemeinwohl einzusetzen, wie es beispielsweise vor vielen Jahren von den Bewohnern üblich war. Erschreckend ist auch der Blick auf die Gruppe der Kinder und Jugendlichen, die hier wohnen. Nach Einschätzungen durch das QM wird die Situation der Kinder bis 7 Jahren als „dramatisch“ eingeschätzt. Sofern diese Kinder keine Unterstützung erfahren, wird sich diese Situation auch bis ins jugendliche Alter nicht ändern.

In der Spandauer Neustadt zeigt sich ein ähnliches Bild. Der Stadtteil hat knapp 9.000 Einwohner, davon beziehen 12% finanzielle Unterstützung vom Staat. Fast ein Viertel der Anwohner ist arbeitslos und 25% der Anwohner über 18 Jahren haben Schulden. Die Lage der Schulen verdeutlicht die soziale Schwäche der Spandauer Neustadt nochmals. Über 40% der Schüler, die in der Spandauer Neustadt eine Hauptschule besuchen, verlassen diese ohne Abschluss. Doch die Situation von Kindern und Jugendlichen ist schon längere Zeit ein Thema. So wurden Einrichtungen geschaffen, wo sich Kinder und Jugendliche aufhalten, beraten und beschäftigen können. Doch sind die räumlichen Kapazitäten vom „Treffpunkt Lynarstraße“, der „Freizeitstätte Koeltze“ und dem Mädchenladen bei weitem nicht ausreichend um den Bedarf zu decken. So sind fehlende Spielplätze, Bewegungsflächen und Freizeiteinrichtungen immer noch zu dürftig vertreten.

Ziele für die Zukunft

© Günther Gumhold / pixelio.de

Kindern und Jugendlichen mehr Möglichkeiten geben, als Chance für eine bessere Zukunft. © Günther Gumhold / pixelio.de

Das Quartiersmanagement bemüht sich in allen drei Regionen Spandaus um Lösungsansätze und schnelle Umsetzungen derselben. Denn nichts ist wichtiger als Kindern und Jugendlichen sowie auch allen Anwohnern ein sozial starkes Umfeld zu schaffen in dem das Gemeinwohl an erster Stelle steht und die Wertschätzung von guter Nachbarschaft wieder aufpoliert werden. Das geht aber nur, wenn alle an einem Strang ziehen. Engagieren Sie sich auch für Ihren Stadtteil – Informationen dazu finden Sie hier.

Das Soziale, Gesunde und Internationale Spandau

Am Samstag, den 08.09.2012 findet in der Zeit von 11.00 bis 17.00 Uhr
die traditionelle Veranstaltung
Das Soziale, Gesunde und Internationale Spandau

auf dem Spandauer Marktplatz statt.

Wie schon in den vergangenen Jahren präsentieren sich neben verschiedenen Dienststellen des Bezirksamtes Spandau von Berlin 60 weitere Organisationen, Verbände, Gruppen und Firmen rund um die im Titel der Veranstaltung genannten Bereiche. An über 80 Ständen und Aktionsflächen können sich Spandauerinnen und Spandauer aber auch Gäste von Nah und Fern über die bestehenden Angebote informieren.

Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank führt hierzu aus:
„Ich bin fest davon überzeugt, dass die seit vielen Jahren aus dem Spandauer Veranstaltungskalender nicht mehr wegzudenkende Veranstaltung
„Das Soziale, Gesunde und Internationale Spandau“
auch in diesem Jahr mit der gewohnten Vielfalt der unterbreiteten Angebote wieder eine große Anzahl interessierter Mitbürgerinnen und Mitbürger auf den Spandauer Marktplatz ziehen wird. Die Angebote sind generationsübergreifend und ich bin sicher, dass wirklich für jeden Besucher etwas Interessantes dabei ist und kein Besucher den Spandauer Marktplatz enttäuscht verlassen wird.“

Gegen 12.30 Uhr wird sich der Bezirksbürgermeister bei einem ca. 90-minütigen Rundgang über die Aktivitäten der Standbetreiber informieren.