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Was ist los in den Spandauer Osterferien?


Von Ponyhof über Kindermusical bis zum Instrumentenbau

Ingrid Schmitt freut sich auf die Osterferien. Am Karfreitag und Ostersamstag bietet ihr Ponyhof am Weinmeisterhornweg zwei-Stunden-Ausritte für einen ermäßigten Preis an.

Die Shetlandponys auf dem Ponyhof lernen auch kleine Kunststücke wie hier auf dem Hoffest.

Die Shetlandponys auf dem Ponyhof lernen auch kleine Kunststücke wie hier auf dem Hoffest.

„Für die Kinder ist das ja auch immer eine Geldfrage und normalerweise kann sich kaum einer eine doppelte Reitstunde leisten“, erklärt sie das Problem. Ansonsten würden viele ihrer Reitschüler in den Osterferien verreisen. Für diejenigen die bleiben, gibt es jedoch etwas Besonderes: jeden Tag um 11 Uhr Vormittags – zur sonstigen Schulzeit – einen Ausritt. Außer natürlich am Ruhetag – dem Montag. Der Reitunterricht läuft während dessen normal weiter. In der letzten Woche haben einige Kinder das Kleine Hufeisen abgelegt, bei dem das beherrschen des Pferdes in den drei Grundgangarten gezeigt werden muss. Nun freuen sich die Kinder schon auf den Lehrgang für das Große Hufeisen, hier werden die ersten kleinen Sprünge verlangt. „Das juckt die Kinder natürlich“, erklärt Schmitt. Über die Stangenarbeit mit Stangen auf dem Boden werden die Reitschüler langsam an das Springreiten herangeführt.

Den Umgang mit Tieren lernen

Mädchen mit dem Ponyvirus sind hier genau richtig.

Mädchen mit dem Ponyvirus sind hier genau richtig.

Die ersten Anmeldungen gibt es auch schon für das Sommerferienangebot. In den Ferien können die Kinder den ganzen Tag auf dem Ponyhof verbringen und die Pferde versorgen. „Die können sich hier den ganzen Tag beschäftigen, da sind die happy drüber“, erklärt Ingrid Schmitt. Ihr Hof soll eine Anlaufstelle für die Kinder sein, die dort den Umgang mit den verschiedenen Tieren – neben Ponys gehören noch Großpferde, Ziegen, Katzen und Hunde zum Inventar- lernen können.
Nach Ostern beginnen dann die Longenstunden für die Anfänger. Hier werden die Pferde im Kreis an einer langen Leine laufen gelassen, bis der Reiter einen sicheren Sitz erlernt hat. Das gibt Sicherheit für Reiter und Pferd. „Ich setze keinen so aufs Pferd“, meint Schmitt dazu, „das ist ja wie Fahrradfahren ohne Stützräder“. Auch Wiedereinsteiger sind auf dem Ponyhof herzlich willkommen.

Musical: “Es ist vollbracht”

In den Osterferien gibt es natürlich noch viel mehr zu erleben. Die evangelische Kirche wird mit Grundschulkindern bis zur sechsten Klasse in der Petruskirche in der Grunewaldstraße ein Kindermusical mit dem Namen „Es ist vollbracht“ einstudieren. Beginn der Proben ist schon morgen um 9 Uhr. Die erste Aufführung findet dann am Gründonnerstag statt. Wer noch mitmachen möchte kann sich bei Pfarrerin Christine Schlund (Tel.: 333 12 51) oder bei der Jugendarbeiterin Frau Tschirschky (Tel.: 35302789) anmelden.
Ein Ferienprogramm gibt es außerdem wie jedes Jahr in der Freizeitstätte Aalemannufer.

In der Werkstatt des Klang-Holz e.V. kann man auch in kurzer Zeit schon sein eigenes Musikinstrument in der Hand halten. Fotos (3): Kirsten Stamer

In der Werkstatt des Klang-Holz e.V. kann man auch in kurzer Zeit schon sein eigenes Musikinstrument in der Hand halten. Fotos (3): Kirsten Stamer

In der ersten Ferienwoche steht dabei das bevorstehende Osterfest im Mittelpunkt, es wird zum Beispiel gebastelt und das Osterbrot gebacken. In der zweiten Ferienwoche gibt es ein buntes Programm aus Waldabenteuern und sportlichen Spaßturnieren. Anmeldungen unter: Tel.: 355 99 070.

Bau dein eigenes Instrument

Auch auf der Zitadelle kann man seine Osterferien verbringen: Der Verein Klang-Holz e.V. bietet eine Ferienwerkstatt. Vom 02. bis 13. April können Schüler ab 8 Jahren hier unter Aufsicht werkeln und schöne Instrumente erschaffen. Bitte meldet Euch an unter: Tel.: 35406220.
In Spandau gibt es noch viele andere Ferienmöglichkeiten die hier, aus Platzmangel, nicht erwähnt werden können. Falls noch jemand auf seine Ferienaktion hinweisen möchte, kann er dies gern in der Kommentarzeile tun.

Kirsten Stamer

„Fit für die Ausbildung“ auf der Spandauer Zitadelle


Auf der Berufsfindungsveranstaltung des casa e. V. die ersten Kontakte zum zukünftigen Betrieb knüpfen

Die Siemens AG hat ihre jungen Zuhörer im Griff. Assessment-Center, die immer häufiger genutzte Auswahlmöglichkeit von Firmen für zukünftige Azubis, steht auf dem Programm. Hier auf der Zitadelle sind heute etwa 400 Schüler für die Berufsfindungsveranstaltung „Fit für die Ausbildung“, des sozial-kulturellen Netzwerkes casa e.V. angemeldet. Auf der 12. „Fit“ können die Schüler an verschiedenen Seminaren Teilnehmen und so die sich vorstellenden Firmen besser kennen lernen. Jeder der jungen Teilnehmer im Siemens-Zelt erhält zunächst ein Geodreieck mit dem Siemens Schriftzug als

Bei der Siemens AG geht es heute um Assessment Center.

Bei der Siemens AG geht es heute um Assessment-Center.

Give-away. Der Herr um die 50 gibt Tipps: so sollten die Schüler ein Assessment-Center, wenn möglich, schon in der Schule üben, sich im Ernstfall möglichst authentisch geben und nicht so tun als wären sie etwas, das sie nicht sind. Auch über verschiedene Arbeitstypen kann man im Siemens Zelt etwas erfahren, so etwa, dass besonders kreative, flexible Leute Excel-Tabellen hassen und aus welchen Typen ein Team zusammengestellt werden sollte.

Virtuell beim Marriott arbeiten

Was als einziges den interessanten Vortrag unterbricht, sind die Flugzeuge, die in regelmäßigen Abständen über die Zitadelle donnern; auch auf der Zitadelle selbst wird mit viel Lärm gearbeitet und die Besucher mit kleinen Kindern machen den Innenhof, mit vier Zelten für jeweils einen Arbeitgeber, auch nicht gerade leiser. Da haben es die Leute im Gotischen Saal schon besser. Das Marriott Hotel, zusammen mit dem Ritz-Carlton, stellt sich hier vor. Die Damen haben sogar eine eigene PowerPoint-Präsentation mitgebracht. Auf der Homepage kann der potentielle Azubi Erfahrungen als Marriott Hotel Mitarbeiter machen – natürlich nur virtuell. „Und ganz wichtig, wenn sie auf unserer Homepage sind: immer auf den like-button klicken“, witzelt eine der Marriott Mitarbeiterinnen. Im Moment suchen die Berliner Hotels 10 Azubis für das neue Ausbildungsjahr. Da sollte doch etwas für die Besucher dabei sein. Und tatsächlich, wie eine der betreuenden Lehrerinnen berichtet, hat im letzten Jahr eine ihrer Schülerinnen einen der begehrten Ausbildungsplätze im Estrel Hotel ergattert. Die Dame ist heute mit 60 Schülern aus der 10 Jahrgangsstufe hier und hält die Infos für ihre Schüler für besonders wichtig.

Infostände und Bewerbungsgespräche

Nach den Seminaren in den Zelten oder Räumen können sich die Jugendlichen an Ständen der einzelnen Firmen weiter

Vier Zelte sind im Innenhof der Zitadelle Sternförmig angeordnet.

Vier Zelte sind im Innenhof der Zitadelle Sternförmig angeordnet.

informieren und auch Informationsmaterial in Form von Broschüren und Heften aber auch Stifte oder Blöcke sammeln. Am Stand des Marriott Hotels steht etwa der Spruch: „We are Ladies and Gentleman serving Ladies and Gentleman“. Hier ist das äußere Erscheinungsbild sowie ein gutes Englisch wichtig. Am Stand des rbb können die Schüler ein Bewerbungsgespräch unter realen Bedingungen an der Personalverantwortlichen Constanze Gratz üben. In kleinen Gruppen werden sie von der Vorbereitung im Gotischen Saal zu ihr hinüber geführt. „Wie gehen Sie mit Stress um?“ oder „Warum haben Sie sich gerade auf diese Stelle beworben?“ sind zwei der typischen Fragen.

Neben dem rbb steht die Berliner Bank. „Einige stellen sehr gute Fragen, auch zu unserem Bachelor Studiengang im Dualen Studium“, berichtet Mandy Rosenfeld, Teamleiterin bei der Berliner Bank. Bei einigen Jugendlichen frage sie sich allerdings auch, warum sie sich das Seminar bei der Berliner Bank ausgesucht hätten. Was vielen nicht klar sei: „Bei der Bank muss man heute nicht nur rechnen, sondern vor allem reden können“. Die Bewerbung laufe über einen Online-Test, die Bewerbungsmappe kommt erst beim Bewerbungsgespräch zum

Ein Bewerbungsgespräch unter realen Bedingungen konnten die Jugendlichen beim RBB durchleben.

Ein Bewerbungsgespräch unter realen Bedingungen konnten die Jugendlichen beim RBB durchleben.

Einsatz. „Beim Online-Test wird schon viel selektiert, aber wer es nicht schafft kommt auf die Warteliste“, erzählt Rosenfeld. Denn viele Schulabgänger fahren erst einmal zweigleisig und sagen den Ausbildungsplatz später ab.

Die „Fit“ und die Berufsfindungsbörse sind ein voller Erfolg, meinen auch die Leute vom casa. e. V. Mittlerweile würden die Börsen sogar besser von den Firmen als von den Schülern angenommen, denn die Firmen suchen händeringend nach qualifizierten Auszubildenden. Wer sich also gut präsentiert hat bei einer Bewerbung gute Chancen.

Kirsten Stamer

Spandau trauert um Wladimier Gall

“Retter der Spandauer Zitadelle” verstorben

Heimatkundliche Vereinigung Spandau 1954 e.V.

Heimatkundliche Vereinigung Spandau 1954 e.V.

Am 09. September 2011 ist der 92-jährige Wladimir Gall in Moskau verstorben. Wenige Tage vor Ende des zweiten Weltkrieges ermöglichte er eine kampflose Übergabe der Spandauer Zitadelle. Mit dieser Tat verdankt Spandau dem ehemaligen sowjetischen Soldaten den Erhalt dieser Festungsanlage. Somit ist ihr ein ähnliches Schicksal, wie der Zitadelle in Küstrin, erspart geblieben.

Karl-Heinz Bannasch, der erste Vorsitzende der Heimatkundlichen Vereinigung Spandau, erklärt:

“Die Zitadelle ist ein Zentrum der Begegnung, der Kultur und der Völkerverständigung geworden, dies alles haben wir Wladimir Gall zu verdanken. Wir Spandauer werden Wladimir Gall ein ehrendes Gedenken bewahren. Gall ist für eine friedfertige Verständigung zwischen den Menschen und Völkern eingetreten, daher ist Spandau aufgerufen, eine besondere Ehrung für Gall vorzubereiten”

Der Spandauer Geschichtsverein fordert entweder die Benennung einer Straße, eines Gebäudes oder einer Schule nach Wladimier Gall, denn nur eine solche Handlung würde die Lebensleistung von ihm gerecht werden.


Fledermauskeller auf der Spandauer Zitadelle

Berliner Artenschutz Team e. V. schützt und rettet Fledermäuse

In der Zitadellen Schänke singt gerade ein Möchtegern-Barde mit Gitarre ein Ständchen für die etwa 20 Gäste. Sie sitzen auf hochlehnigen, altertümlich anmutenden Stühlen; gerade wird Brot gereicht. Wir lassen die Szenerie links liegen und gehen durch ein altes, angerostetes Tor in die Gewölbe der Zitadelle. Zu den Schießscharten und ehemaligen

Alle bestaunen den ersten Fund: eine kleine Fransenfledermaus

Alle bestaunen den ersten Fund: eine kleine Fransenfledermaus

Mannschaftsquartieren, auf der Suche nach Fledermäusen.

Unser Führer ist heute Abend Jörg Harder vom Berliner Artenschutz Team e. V. (BAT). Ursprünglich auf die Vogelkunde spezialisiert, wurde ihm das nach seinem Umzug nach Berlin zu langweilig und er begann sich für Fledermäuse zu interessieren und zu engagieren. „ Das tolle an den Fledermäusen ist ihre Lebensweise und das wir immer noch so wenig über sie wissen“, sagt Harder, „das macht die Fledermausforschung zu einem spannenden Feld“.

Erkundungstour durch die Zitadelle

Heute Abend gibt es so viele Anmeldungen, dass die Gäste in zwei Gruppen aufgeteilt werden. In einer Gruppe von etwa 20 Leuten, darunter auffallend viele kleine Kinder für eine Veranstaltung die erst um 8:30 Uhr beginnt und wie wir später feststellen erst kurz vor 11 Uhr endet. Unser erster Fund in den Gewölben der Zitadelle: eine Fransenfledermaus. Die häufigste von zehn Fledermausarten auf der Zitadelle. Allein sitzt sie an der Decke und lässt sich von uns bestaunen. Das Zittern kommt nicht, wie von vielen vermutet, von der Angst oder Aufregung, es ist der Herzschlag der kleinen Tiere. Bei einem Ruhepuls von 300 Schlägen pro Minute scheint der ganze Körper zu vibrieren. Die Fledermaus ist ein Tier der Extreme. Bei der Jagd kann der Puls auf über 1000 Schläge ansteigen, im Winterschlaf wird er auf einen Schlag in der Minute heruntergefahren. Ein Atemzug tätigt die Fledermaus im Winterschlaf in der Minute, bei einer der Umgebung angepassten Körpertemperatur von etwa 2 Grad Celsius. Wird sie in dieser Ruhe gestört, braucht sie 30 Minuten um wieder auf Betriebstemperatur zu kommen und verbraucht so viel Energie wie bei vier Wochen Schlaf. Ein mehrmaliges Wecken ist für die kleinen Säugetiere also tödlich.

All das und noch viel mehr weiß Fledermausexperte Harder mit viel Witz zu vermitteln. In den Belüftungsschächten sehen wir später noch das „Große Mausohr“. In fast jedem Schacht ist eines zu entdecken. Dabei sind die Quartiere noch lange nicht gefüllt. „Erst im Herbst verlassen die Weibchen ihre Wochenstuben und fliegen zum Winterquartier“, erklärt Harder. Dann werden auch wieder mehr Führungen angeboten. Nach der Paarung im Herbst verbleibt der Samen des Männchens über den Winter im Weibchen, bis es im Frühling zum Eisprung kommt. Ein sehr ungewöhnlicher Fall, da sich der Samen von Säugetieren normalerweise nur über kurze Zeit im weiblichen Körper hält.

Der Fledermauskeller

Im Keller stellt Jörg Harder die kleinen Patienten vor

Im Keller stellt Jörg Harder die kleinen Patienten vor

Das Ende der Führung findet im Fledermauskeller statt. Hier werden wegen der leichteren Handhabung vor allem tropische Fledermäuse und nur Fruchtfresser gehalten. Drei der Besucher haben die Gelegenheit, die kleinen Säuger mit Bananen im Gehege zu füttern. Für die draußen gebliebenen bringt Harder eine kleine Fledermaus mit. Im benachbarten Raum können dann Fledermäuse in kleinen Kisten betrachtet werden. Sie wurden verletzt aufgefunden und vom BAT e. V. aufgepäppelt. „Hier zum Beispiel ist ein Loch im Flügel. Wahrscheinlich ist das Tier einer Katze zum Opfer gefallen“, wird erklärt, „das verheilt meist gut, schwieriger sind da schon Knochenbrüche.“ Zwei der kleinen Patienten haben heute Glück, sie sind Gesund und dürfen die Krankenstation wieder verlassen. Zusammen mit den Fledermäusen verabschiedet Jörg Harder auch seine Gäste im Innenhof der Zitadelle und empfiehlt eine Floßfahrt auf dem Zitadellengraben. Von dort aus kann man die ausfliegenden Fledermäuse und alle anderen Tier besonders gut beobachten. Hierfür müssen allerdings Termine ausgemacht werden.

BAT

Zitadelle Haus 4

13599 Berlin

Tel: 030 3675 00 61

Kirsten Stamer