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Schulden wohin das Auge reicht

Schulden, wohin das Auge reicht

Ein langsam aber stetig abnehmender Schuldenberg © Ingo Sturm / pixelio.de

Auch wenn das Haushaltsjahr 2011 positiv ausfiel, sind Sparmaßnahmen unumgänglich

Die Schulden Berlins sind bundesweit ein bekanntes Thema und sorgen jährlich für neuen Frust. Der Haushalt der Berliner Bezirke hat das Jahr 2011 jedoch gut überstanden. Die Ausgaben scheinen besser unter Kontrolle zu sein und langsam aber stetig werden Schulden abgebaut. So fallen die Jahresabschlüsse der Bezirke mit einem Überschuss von 19,3 Millionen Euro überaus positiv aus. Zum Vergleich war der Überschuss in 2010 nur 5,6 Millionen Euro. Die  drastische Reduzierung der Personalkosten und die verstärkte Kontrolle des Abgeordnetenhauses über den Schuldenabbau zahlen sich also aus. Für Finanzsenator Ulrich Nußbaum haben „die Bezirke 2011 den besten Jahresabschluss seit 2005 eingefahren“.

Schuldenberg: Berliner Bezirke endlich im grünen Bereich

Der über die Jahre angehäufte Schuldenberg schrumpft stetig, und zum ersten Mal weisen die Bezirke ein Guthaben vor: 4,4 Millionen Euro aus.  Zum Vergleich lag die Verschuldung in 2003 noch bei -115,1 Millionen €. Doch auch im letzten Jahr gab es starke Unterschiede zwischen den Bezirken. Die sogenannten Konsolidierungsbezirke Pankow, Marzan-Hellersdorf, Spandau und Mitte besitzen Schulden in Höhe von 71,3 Millionen €, wohingegen die restlichen Bezirke ein Guthaben von 75,7 Millionen € aufweisen. Ende des Jahres 2010 lag die Verschuldung der Konsolidierungsbezirke noch bei 81 Millionen € und das Guthaben der restlichen Bezirke bei belief sich auf 66,2 Millionen €. Ein positiver Trend also.

Ein sparsames Jahr für Spandau

Auch wenn der Spandauer Jahresabschluss 2011 positiv ausgefallen ist, stellt der Schuldenberg des Bezirks ein schwerwiegendes Problem dar. Spandau hatte Ende 2011 einen Jahresüberschuss von 1,8 Millionen €. Zum Vergleich schnitt Spandau in 2010 mit -7,4 Millionen € bei Weitem als der schlechteste Berliner Bezirk ab. Auch Spandaus Verschuldung hat sich letztes Jahr erheblich verbessert und sinkt von 18,6 Millionen € auf 16,8 Millionen €.

Leider wurde Spandau auch dieses Jahr als Konsolidierungsbezirk eingestuft, was dazu führt, dass das Abgeordnetenhaus Berlin den Spandauer Haushalt verändern konnte, um Priorität auf die Verschuldung zu setzen. So musste der Spandauer Haushalt 2012/2013 im Juni erst einmal vom Abgeordnetenhaus bestätigt werden. Folglich wurde dem Bezirk eine Verfügungsbeschränkung von 1,2 Millionen € auferlegt, um den Schuldenabbau stärker zu unterstützen.

Schulden wohin das Auge reicht

Personalabbau und geringere Bewirtschaftungskosten: Sparmaßnahmen und schlechte öffentliche Dienste © Michael-Staudinger / pixelio.de

Der Spandauer Haushalt 2012/2013

Wegen einer starken Auseinandersetzung hauptsächlich zwischen SPD und CDU war schon der Entwurf des Spandauer Haushalts 2012/2013 schwierig. Während der Verhandlungen wurden rund 7 Millionen € gestrichen. Dazu kam dann noch die 1,2 Millionen € hohe Verfügungsbeschränkung, die vom Abgeordnetenhaus zusätzlich auferlegt wurde.

Selbst wenn die Sparmaßnahmen die Jahresbilanz verbessern, senken sie die allgemeine Qualität der öffentlichen Dienstleistungen. Posten wie Grünflächen (170 000€) oder Straßenunterhaltung (400 000€) wurden im Haushalt 2012/2013 um mehr als die Hälfte gekürzt. Die größten Sparmaßnahmen betreffen jedoch die Personal- und Bewirtschaftungskosten. “Davon merken die Bürgerinnen und Bürger nichts”, erklärt Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank, die Sparmaßnahmen seien nämlich intern. Doch ist die Versuchung groß einen Zusammenhang mit den desaströsen Dienstleistungen der Spandauer Bürgerämter herzustellen. Personalmangel und niedrige Bewirtschaftungsausgaben sind in diesem Falle nämlich das Hauptproblem.

 

Bestätigung des Spandauer Haushalts durch das Abgeordnetenhaus

Nur wenig Kritik und hauptsächlich zwei Veränderungen

Der Spandauer Haushalt wurde vom Hauptabschuss im Abgeordnetenhaus mit wenigen Veränderungen bestätigt. Nur zwei größere Veränderungen wurden vorgenommen. Zusätzliche 501 000 € wurden investiven Maßnahmen zugeordnet und müssen daher an anderen Stellen eingespart werden. Außerdem wurden die Einnahmen für das Personal um 699 000 € unterschätzt, was auch zu neuen Sparmaßnahmen führen wird.

Sparen ist einer der Schwerpunkte im Spandauer Haushalt 2012/2013 und die sogenannten „Verfügungsbeschränkungen“ werden vom Bezirk selbständig in die Wege geleitet. Die Senatsverwaltung für Finanzen ist dabei über eine Erweiterung der Handlungsfähigkeit des Bezirks abzustimmen. Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank betonte:

„Ein Großteil der Einsparungen wird innerhalb der Verwaltung erfolgen. Davon merken die Bürgerinnen und Bürger dann wenig oder nichts. Wenn die Abstimmung mit der Senatsverwaltung für Finanzen gelingt, können wir über unseren Haushalt frei verfügen. Außerdem ist es im Laufe des Haushaltjahres möglich. Den Spardruck aus einzelnen Bereichen wieder herauszunehmen. Wenn wir nämlich merken, dass die Einsparungen stattdessen an anderer Stelle erzielt werden können.“

Spandauer sparen bei Last-Minute-Angeboten bis zu 50 Prozent


Besonders beliebt: Kanaren, Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate

Die Filiale von l’tur in der Carl-Schurz-Straße wirkt auf den ersten Blick etwas anders als ein normales Reisebüro. Der pink gestrichene Raum, mit seinen beiden pinken Countern und dem weißen Sofa, vermittelt eher das Gefühl des Eingangsbereiches eines gehobenen Schwimmbades oder Spa. Riecht es hier nicht sogar nach Chlor? „Nein“, winkt Nicole Reimer ab, „das riecht so, weil ich gerade die Fenster geputzt habe. Das Geschäft ist deshalb so frisch gestrichen, weil l’tur erst zur Sommersaison aus ihren alten Räumen am Markt hierher umgezogen ist. Die studierte Juristin Reimer landete vor 17 Jahren durch einen Studentenjob bei l’tur, seitdem verkauft sie Reisen.

Nicole Reimer, l`tur

Nicole Reimer in ihrem pinken Arbeitsumfeld.

Kürzere Beratungszeit durch schnellere Systeme

Dabei ist l’tur vor allem auf Last-Minute-Angebote spezialisiert. Deshalb auch die Counter und keine Stühle für die Kunden. „Unsere Beratungszeit ist durch schnellere Systeme kürzer als bei normalen Reisebüros.“ Der Schwerpunkt liegt deshalb auch bei Reisen ab Morgen bis in vier bis acht Wochen. „Im Moment ist die perfekte Jahreszeit zum verreisen, meint Reimer. Die Preise sind außerhalb der Schulferien besonders günstig und Winterferien macht ohnehin nur Berlin. „Auch im Last-Minute-Bereich gibt es jetzt besonders gute Preise.“

Mallorca, Kanaren oder Asien?

So kommt man jetzt zum Beispiel für 199 Euro die Woche zur Mandelblüte nach Mallorca. Diese Reise wird von besonders vielen Spandauern direkt nachgefragt. Ansonsten führen die beliebtesten Reisen entweder ins Warme: Kanaren, Ägypten, Vereinigte Arabische Emirate oder gar Fernreisen nach Asien, in die Dominikanische Republik oder nach Kuba. Oder zum Skiurlaub: nach Österreich, in die Schweiz oder nach Italien.
Die Vereinigten Arabischen Emirate sind deshalb so beliebt, weil es dort nach einem relativ kurzen Flug von etwa sechs Stunden so schön warm ist. Von den Kunden hätte niemand Bedenken wegen der politischen Lage in Ägypten oder anderen arabischen Ländern, auch Kreuzfahrten seien bis jetzt nicht storniert worden. Die Spandauer lassen sich eben nicht verrückt machen.

l`tur Filiale

Die neu eingerichtete l`tur Filiale. Fotos (2): Kirsten Stamer

Anfang des Jahres kann man viel sparen

„Viele Kunden heben sich ihren Resturlaub für Januar und Februar auf. Dann kann man viel günstiger Reisen als um Weihnachten und Neujahr“, erklärt mir Reimer. Sie trägt ein weißes T-Shirt mit rotem Kreuz und dem Aufdruck: „Urlaubsretter“. Auf Last-Minute seien viele Kunden heutzutage nahezu angewiesen. Immerhin könne man dann bis zu 50 Prozent des Katalogpreises sparen. Auch die Arbeitssituation sei nicht überall mehr so, dass man den Urlaub ein Jahr vorher buchen könne. Viele Kunden wollen sich auch ihre Spontanität nicht nehmen lassen. „Ich kann für sie jetzt buchen und sie fliegen in drei Stunden von Tegel“, erklärt mir Reimer stolz. Die Tickets würden auch direkt vor Ort ausgedruckt. L’tur sei eben nicht umsonst die Nummer eins bei Last-Minute in Europa. Kürzlich erhielten sie auch noch die Gesamtnote 1,78 beim TÜV Süd für Kundenzufriedenheit.

Ansonsten sind die Spandauer sehr vielseitige Urlauber: Reisen unter 300 Euro werden genauso oft nachgefragt, wie solche ab vier Sternen aufwärts.

Kirsten Stamer