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Kinder aus Tschernobyl wieder im Johannesstift

Das Reaktorunglück von Tschernobyl jährt sich heute zum 29. Mal, das Johannesstift hilft auch weiterhin den Betroffenen.

Die Hilfewelle nach der Nuklearkatastrophe am 26. April 1986 war enorm – doch wie in den meisten Fällen nicht immer von langer Dauer. Das Evangelische Johannesstift hingegen engagiert sich auch in diesem Jahr wieder für Kinder und deren Eltern aus Weißrussland, die unmittelbar mit den Folgen der Katastrophe zu kämpfen haben.

Auch in diesem Jahr werden auf dem Stiftsgelände wie Kinder und deren Eltern aus Tschnerobyl betreut.

Auch in diesem Jahr werden auf dem Stiftsgelände wie Kinder und deren Eltern aus Tschnerobyl betreut. Foto: Patrick Rein

Hilfe seit fast 20 Jahren

Seit 1994 lädt das Johannesstift jeden Sommer ca. 30 Kinder und deren Eltern zu einem Erholungsurlaub ein. Sie werden während dieser Zeit von Mitarbeitenden des Johannesstifts und dem Verein „Kinder aus Tschernobyl“ betreut. Die Kinder und deren Eltern stammen vorwiegend aus dem Gebiet um Gomel, das von den radioaktiven Niederschlägen nach der Katastrophe am stärksten belastet war. Andere kommen aus Minsk, wo es einen  Bezirk gibt, der nur für die Umsiedler aus den belasteten Gebieten eingerichtet wurde. In Weißrussland gibt es nur eine notdürftige medizinische Versorgung für krebskranke Patienten, weshalb viele auf die Hilfe der Vereine und Organisationen – unter anderem aus Deutschland – angewiesen sind.

Nächste Generation erkrankt

Während des diesjährigen Aufenthaltes im Johannesstift vom 12.07. – 02.08. kommen Kinder, die bereits in der 2. Generation an Krebs erkrankt sind. Diese werden von ihren Müttern oder Vätern begleitet, welche sich in Weißrussland ausschließlich der Pflege und Betreuung ihrer Kinder widmen und kaum Unterstützung bekommen. Zudem kommen junge Erwachsene der 1. Generation Krebskranker, die schon kurz nach dem Reaktorunglück hier behandelt wurden. Alle Kinder und jungen Erwachsenen werden medizinisch nachbetreut und erhalten hier spezielle Untersuchungen und Behandlungen, wie beispielsweise MRT, Überprüfung und Erneuerung der Prothesen, Physiotherapie, Blutuntersuchungen.

Das Evangelische Johannesstift: sozial und engagiert auch fast 30. Jahre nach der Katastrophe.

Das Evangelische Johannesstift: sozial und engagiert auch fast 30. Jahre nach der Katastrophe.

Über die Medizin hinaus

Der medizinische Teil der drei Wochen ist nur ein Inhalt des Aufenthaltes, denn alle sollen sich auch erholen. Daher besteht ein weiterer Teil aus einem bunten Freizeit- und Erholungsprogramm für die Patienten und deren Eltern. Dazu gehören aktive Erholung im Johannesstift und Besuche verschiedener Institutionen wie Museen, Zoo und Sehenswürdigkeiten in Berlin und Spandau. Das Programm ist nicht nur für die Kinder eine Abwechslung, sondern bietet gerade den Müttern und Vätern eine Erholung, da sie die Betreuung ihrer erkrankten Kinder meist alleine bewerkstelligen. Das Projekt des Johannesstifts für die Kinder und deren Eltern aus Tschernobyl ist in Deutschland einzigartig, denn nur hier werden die Mütter oder Väter mit eingeladen.

Jeder kann helfen

Dabei ist das Evangelische Johannesstift auf Spenden angewiesen, ohne die ein Aufenthalt der Kinder und deren Eltern nicht zu realisieren wäre.

Spendenkonto bei der Berliner Bank:

Evangelisches Johannesstift

Spendenzweck Tschernobyl

Konto-Nr.: 523306916

BLZ: 100 708 48

Patrick Rein