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Insolvenzen, sparen, informieren – alles rund um die Energie

Beim dritten Energiespar-Tag in den Spandau Arcaden informierten unter anderem Vattenfall, Gasag, Berliner Mieterverein und die Klimawerkstatt.

Seit einigen Wochen schockt die Insolvenz des Energiekonzerns TelDaFax Energy die Verbraucher. Auf Grund der hohen Gläubigerzahlen scheint eine Erstattung der oftmals geleisteten Vorauszahlungen eher unwahrscheinlich. Auch Spandaus Baustadtrat Carsten Röding bekannte sich gestern im Rahmen des 3. Spandauer Energiespar-Tages in den Arcaden zur Gruppe der Geschädigten zu gehören.

Thomas Bünger von Vattenfall (re.) gab Hinweise zum richtigen Verfahren für TelDaFax Geschädigte.

Thomas Bünger von Vattenfall (re.) gab Hinweise zum richtigen Verfahren für TelDaFax Geschädigte.

Kündigung erforderlich

„Trotz des eingeleiteten Insolvenzverfahrens müssen die Kunden ihre bestehenden Verträge kündigen“, erklärte Thomas Bünger, Leiter der Kundenbetreuung Nord von Vattenfall. Kein Verbraucher muss jedoch fürchten ohne Strom dazustehen, im Falle einer Liefereinstellung springt der örtliche Hauptanbieter  – in Berlin Vattenfall – mit einer Grundversorgung ein. Informationen über TelDaFax vom Insolvenz-verwalter finden Interessierte hier. Bünger hingegen gab auch bekannt, dass die Umstellung auf Fernwärme in Spandau von 58 Millionen Euro zügig voranschreitet.

Anschaulich wurde über alles aus dem Bereich Energie informiert.

Anschaulich wurde über alles aus dem Bereich Energie informiert.

Klimawerkstatt eröffnet Laden

In den Arcaden präsentierte sich auch die im letzten Jahr gegründete Spandauer Klimawerkstatt, welche sich mit Veranstaltungen als auch persönlichen Beratungen zur effizienten Energienutzung bereits etabliert hat. In diesem Zusammenhang soll noch in diesem Jahr ein eigener Laden in der Mönchstraße 8 eröffnen. Und für die anstehende „Woche der Sonne“ bietet die Klimawerkstatt noch ein besonderes Highlight: Am Donnerstag, 2. Mai, können Interessierte um 18 Uhr zusammen mit Stadtrat Carsten Röding den Rathausturm besteigen und erfahren dabei alles Wissenswerte über die umliegenden Solaranlagen. Eine telefonische Anmeldung unter 90279-3031 oder per Mail an info@klimawerkstatt-spandau.de ist erforderlich.

Wenn auch kleiner als im letzten Jahr nutzten Spandauerinnen und Spandauer den Energiespar-Tag in den Arcaden.

Wenn auch kleiner als im letzten Jahr nutzten Spandauerinnen und Spandauer den Energiespar-Tag in den Arcaden. Fotos (3): Patrick Rein

Früher aber kleiner

Generell fiel der diesjährige Energiespar-Tag kleiner als der letztjährige aus. Auf Nachfrage der Kreditinstitute wurde der Termin vorverlegt, doch gerade deren Beteiligung blieb aus. Zudem musste ein Spandauer Unternehmen kurzfristig seine Teilnahme absagen, da es aus mangelnder Zahlungsmoral von Großkunden Konkurs anmelden muss. Ein weiteres Unternehmen erschien trotz Anmeldung nicht. Dennoch ist Björn Martin, Leiter der Wirtschaftsförderung im Bezirksamt, optimistisch den nächsten Energiespar-Tag wieder im größeren Rahmen und über zwei Etagen durchführen zu können.

Patrick Rein

Braune Rostbrühe auf dem Weg nach Spandau

Folgen des Braunkohlentagebaus bald bei uns zu spüren?

Kommt mit der Spree bal eine rostige Fracht? (Foto: Ralf Salecker)

Kommt mit der Spree bald eine rostige Fracht? (Foto: Ralf Salecker)

Eine braune Brühe, Verockerung genannt, bedroht den Spreewald und möglicherweise bald sogar das Trinkwasser in Berlin. Die Spree trägt Der Braunkohlentagebau in der Lausitz ist immer wieder ein Thema in den Medien. Meist geht es um die Fragwürdigkeit, Braunkohle in großen Mengen zur Verstromung einzusetzen. Klimaziele sind so nicht zu erreichen. Dem Tagebau mussten in den letzten Jahrzehnten dutzende Dörfer weichen, weil sie für den billigen Rohstoff einfach weggebaggert wurden. Zu DDR-Zeiten wurden bis zu 10 Tagebaue gleichzeitig betrieben. Zurück blieben riesige Löcher in der Erde – eine Mondlandschaft. Aus der Not machte man eine Tugend und begann die Restlöcher mit Wasser zu füllen. Die Tagebaurestlöcher entwickeln sich inzwischen zu Europas größter Ansammlung künstlicher Seen.

Sauer macht nicht nur lustig

Um an die Kohle zu gelangen, trug man die obersten Erdschichten ab und kippte den Abraum ungeordnet wieder ab. Luft und Wasser ließen die dort enthaltenen Mineralstoffe u. a. Pyrit und Markasit verwittern. Eisen in Form von ockerfarbenem Rost und Sulfate wurde freigesetzt. Der pH-Wert des Wassers in den neuen Seen versauerte. Kaum ein Organismus konnte in kann unter solchen Bedingungen leben. Saures Wassers verstärkt den Umwandlungsprozess. Das Wasser der Tagebauseen fließt über die Spree in Richtung Berlin – langsam, aber sicher.

In der Talsperre von Spremberg sammeln sich tausende Tonnen Rost. Ausläufer des Spreewalds sind schon bedroht. Sollte der Ocker-Schlamm in alle Fließe vorgedrungen sein, dürfte der Tourismus enorm darunter leiden. Hundertausende Besucher strömen jährlich in den Spreewald mit seiner ganz besonderen Natur. Ohne die schöne Natur bleiben sie weg.

Es gibt erstaunlicherweise Politiker, die das schon länger bekannte Problem herunterspielen wollen. Noch immer baut Vattenfall, unterstützt von der Politik, in der Lausitz Kohle ab. Der Spreewald ist von rund 1000 Kilometer Fließgewässern durchzogen. Die Sanierung eines einzigen verschmutzten Kilometers wird von Experten auf 300.000 Euro geschätzt.

Berlins Trinkwasser in Gefahr

Über die Spree wird die Rostfracht bis nach Spandau gelangen, hier fließt sie in Höhe der Altstadt in die Havel. Noch sind keine gesundheitsgefährdenden Überschreitungen von Grenzwerten zu verzeichnen. Die Hauptstadt gewinnt den größten Teils ihres Trinkwassers aus Uferfiltrat, also aus gereinigtem Flusswasser. Damit könnte es möglicherweise demnächst vorbei sein.

Wie üblich soll jetzt untersucht und in Gremien gesprochen werden. Dem Spreewald läuft die Zeit davon, während Politiker und Braunkohlebefürworter aus der Wirtschaft auf Zeit spielen. Pilotprojekte zur Beseitigung des Rostschlamms sollen in diesem Jahr starten. 2014 und 2015 „könnten“ dann Anlagen zur Bekämpfung errichtet werden.

 

Ralf Salecker

Bolzplatz im Südpark fertig

Bauarbeiten sind abgeschlossen

Der Bolzplatz im Südpark war seit langem in einem nicht mehr bespielbaren Zustand. Das Projekt „Raum für Kinderträume“ hat gemeinsam mit zwei Sponsoren (Vattenfall und GEWOBAG) das nötige Geld in die Hand genommen und die notwendigen Baumaßnahmen ausgeschrieben. Mit Erfolg, der Bolzplatz hat nun einen neuen Asphaltbelag und zwei neue Tore bekommen. Die Bauarbeiten sind abgeschlossen und so wollen Baustadtrat Carsten Röding, Herr Detlef Lohr (Abteilungsleiter Vetrieb/Bau Berlin West bei Vattenfall Wärme) und Herr Wolfram Tarras (Prokurist des Bestandsmanagements der GEWOBAG) den neu gestalteten Bolzplatz an die künftigen Nutzer übergeben.

Gut zu wissen,

Mittwoch, den 21. November 2012
um 11.00 Uhr
Bolzplatz im Südpark
Am Südpark 51
13595 Spandau

Geld sparen, Umwelt schonen

Beim 2. Energiespartag in den Spandau Arcaden zeigen Unternehmen, Verbände und Institutionen Möglichkeiten für Geldbeutel und Umwelt auf

Der Ausstieg aus der Atomenergie ist von der Bundesregierung beschlossen, momentan ist jedoch der Umstieg auf erneuerbare Energien und deren Kosten tagtägliches Thema. Zudem ist bei diesem Sommer Klimawandel ein ebenso oftmals verwendeter Begriff wie CO2-Reduzierung. Auch wenn Spandau im Alleingang wahrscheinlich nicht die Welt retten kann, so zeigen sich Bezirksverwaltung und die Arcaden ihrer Verantwortung bewusst und organisierten bereits zum zweiten Mal den Energiespartag in der Shoppingmeile.

Eröffnung des Energiespartags in den Spandau Arcaden.

Eröffnung des Energiespartags in den Spandau Arcaden durch Stadtrat Carsten Röding (re.) und Center-Manager Bernd Muchow (li.).

Baustadtrat Röding begeistert

Von 10 bis 17 Uhr präsentierten sich an Informationsständen unter anderem der Energiekonzern Vattenfall – der in Spandau CO2-Emissionen durch die großräumige Umstellung auf Fernwärme einspart -, die Investitionsbank Berlin, der Mieterverein, die Vereinigung Spandauer Schornsteinfeger sowie die GASAG. Auch wenn vorrangig aufgezeigt wurde, wo die Bürgerinnen und Bürger selbst Energie und damit auch Geld sparen können, zeigte sich besonders Baustadtrat Carsten Röding (CDU) interessiert an weiteren Impulsen.

Die Bezirksschornsteinfeger warnten vor Trickbetrügern und weckten Interesse.

Die Bezirksschornsteinfeger warnten vor Trickbetrügern und weckten Interesse.

Rathaus in der Vorreiterrolle

„Spandau braucht sich nicht zu verstecken und ist auf dem richtigen Weg. Die Umstellung auf Fernwärme und auch die Installierung von  Bewegungssensoren bei der Beleuchtung sind erste wichtige Schritte im Rathausgebäude gewesen.“, erläuterte Röding bei der Präsentation des Gebäudeatlas für Spandau, an dessen Erstellung sich der Bezirk verantwortungsvoll seit einigen Jahren beteiligte. Die KEBAB gGmbH führt dieses Projekt zusammen mit dem Hochbauamt  durch, worin aufzeigt wird wie hoch der Verbrauch beispielsweise von Strom ist und wo somit Einsparpotenziale liegen.

Informative Gespräche nicht nur wie hier am Stand von Vattenfall.

Informative Gespräche nicht nur wie hier am Stand von Vattenfall. Fotos (3): Patrick Rein

Warnung vor Trickbetrügern

Doch auch der Mieterverein gab hilfreiche Hinweise zur gerade anstehenden Mietnebenkostenabrechnung und war zudem mit einem unabhängigen Energieberater vertreten. Die Schornsteinfeger-Innung warnte hingegen auch vor Trickbetrügern, die sich in berufstypischer Kleidung als diese ausgeben um so Zutritt zur Wohnung oder dem Haus zu erlangen. Dabei ist wichtig zu wissen, dass die „echten“ Bezirksschornsteinfeger ihren Besuch immer Tage vorher ankündigen und nie plötzlich vor der Tür stehen. Zudem sind diese immer in Besitz eines offiziellen Ausweises.

Beginn einer Tradition

Wie der erste so konnte auch der zweite Energiespartag mit informativen und hilfreichen Impulsen für Verbraucher und Entscheider aufwarten. Der Erfolg der letztjährigen Veranstaltung ließ sich damit wiederholen und schon bei der Eröffnung stellten Centermanager Bernd Muchow als auch der stellvertretende Bürgermeister Röding eine Fortsetzung im nächsten Jahr in Aussicht. Eventuell der Beginn einer Tradition im Zeichen der Umwelt und des Energiesparens.

Patrick Rein

Temperaturanstieg um über 2 Grad Celsius erwartet

In Folge des Klimawandels werden sich die Temperaturen, Niederschlagsmengen und Wintermonate drastisch verändern

Wer ist momentan nicht vom bisherigen Sommer enttäuscht? Ständiger Regen, Temperaturen um die 20 Grad und keine Sonne. In sozialen Foren wie Facebook versucht man es mit Humor zu nehmen und postet lustige Comics zum Thema. Schwimmbäder, Biergärten, open air Kinos und Strandbars hingegen verzeichnen deutliche Umsatzeinbußen und dennoch wird von Klimawandel und sogar Klimakatastrophe gesprochen. Ein Widerspruch?

Verregnete Straßen wie hier auf dem Altstädter Ring prägen bisher den Sommer.

Verregnete Straßen wie hier auf dem Altstädter Ring prägen bisher den Sommer.

Veränderungen werden kommen

Auch wenn in Deutschland bei diesem bisherigen Sommer nichts von einer Klimaveränderung bemerkbar ist, so sind diese momentan in Europa und weltweit bereits deutlich erkennbar. Und: Trotz aller Bemühungen werden sie nicht mehr abzuwenden sein, wie Prof. Dr. Fritz Reusswig vom Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung (PIK) vor einiger Zeit im Kulturhaus auf Einladung der Spandauer Klimawerkstatt in einem Vortrag erklärte. Demnach erwartet auch Berlin einen Temperaturanstieg von durchschnittlich 2,5 Grad Celsius bis 2050, der am deutlichsten in den Frühlingsmonaten April und Mai spürbar sein wird. Während die Niederschläge im Sommerhalbjahr um bis zum Teil mehr als 15 % zurückgehen, werden die Winterhalbjahre deutlich feuchter. Zudem nimmt die Häufigkeit und Intensität von Extremereignissen zu. Starkregen treten vermehrt im Winter auf, wobei Kälteextreme seltener werden. Im Sommer hingegen nehmen die Wärmeextreme zu, es ist vermehrt mit langen Hitzeperioden, tropischen Nächten und Hitzetagen zu rechnen. All das wird weitreichende Folgen auf die Ökonomie und Gesundheit haben. Wie im Bericht „Klimawandel und Kulturlandschaft Berlin“ des PIK nachzulesen ist.

Das Kraftwerk Reuter in Spandau ist einer der Stromversorger Berlins.

Das Kraftwerk Reuter in Spandau ist einer der Energieversorger Berlins.

Städte sind Hauptverursacher

Rund 80 Prozent des weltweiten CO2 Ausstoßes wird von Städten verursacht. „So liegen beispielsweise die Emissionen Londons über denen von ganz Griechenland“, führte Prof. Reusswig weiter aus. Den Städten kommt damit eine besondere Verantwortung zu. Denn selbst wenn die angerichteten Schäden der letzten Jahrzehnte nicht mehr rückgängig zu machen sind, so gilt es doch eine Verschärfung zu verhindern. Im Klartext: Die oben beschriebenen Veränderungen werden kommen. Mit jetzt zu treffenden Maßnahmen können lediglich noch drastischere Konsequenzen beziehungsweise eine Beschleunigung verhindert werden.

Durch den Umstieg auf Fernwärme spart Spandau CO2 ein.

Durch den Umstieg auf Fernwärme spart Spandau CO2 ein. Fotos (3): Patrick Rein

Wirtschaftliche Interessen vorrangig

In diesem Zusammenhang sind auch Spandaus Bestrebungen den CO2 Ausstoß zu verringern – wie durch den Umstieg auf Fernwärme bei Mietwohnungen oder dem vorbildlichen Bau einer umweltgerechten Produktionsstätte von Florida Eis – wichtig und notwendig. Doch die Welt können wir und Berlin, dessen wichtigstes Zukunftsziel die Senkung der in der Stadt entstehenden CO2-Emissionen ist, nicht. Immer wieder stehen wichtigen Klimaschutzmaßnahmen wirtschaftliche Interessen entgegen. Und so lange Hauptverursacher wie China und die USA sich nicht an den Beschlüssen der Weltklimakonferenzen beteiligen, sind deutsche Bestrebungen wichtig als Vorbildcharakter – doch leider dennoch weiterhin nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Patrick Rein

Wasserfreunde Spandau 04 gewinnen die Deutsche Meisterschaft

moritz oeler

Deutsche Meister, zum 32. Mal

Die Spandauer sind Deutscher Meister – schon zum 32. Mal

Am Sonntag haben die Wasserfreunde Spandau 04 die Deutsche Meisterschaft gewonnen, jetzt schon zum 32. Mal seit 1979. Durch ein klares 11: 6 (2: 1, 1: 0, 4: 2, 4: 3) gegen den Dauerrivalen ASC Duisburg, haben die Spandauer die Finalserie mit 3:0 glänzend gewonnen. Die Duisburger konnten dieses Jahr nicht mithalten und verloren schon die zwei letzten Spiele mit 13: 7 und 14: 7. Die Saison fiel für die Spandauer makellos aus, die kein einziges der 21 Saisonspiele verloren. Auch der DSV-Pokal steht strahlend in der „Hall of Fame“ der Spandauer Mannschaft. Schon zum 27. Mal gelang es Ihnen eine Double (Meiserschaft und DSV) zu erringen. Doch ob sich die Wasserfreunde auch nächste Saison beweisen werden, ist noch nicht sicher. Denn es stehen viele Veränderungen bevor.

Wasserfreunde Spandau 04

Mehr Verantwortung für die jungen Spieler

Nachfolger gesucht

Zum einen werden die Nationalspieler Dennis Eidner, Moritz Oeler und Florian Naroska ab Ende des Sommers nicht mehr zur Verfügung stehen. Auch Weltklasse-Torhüter Alexander Tchigir wird voraussichtlich seine Karriere beenden. Bei der Frage, ob das gewonnene Finale sein letztes Spiel gewesen sei, antwortet der 43-Jährige:

„Ja sicher. Zu 99 Prozent.“

Die Suche nach leistungsfähigen Nachfolgern wird eine schwere Aufgabe. Besorgt erklärt Manager Peter Röhle:

„Gleichwertigen Ersatz wird für Sie wohl nicht kommen. Wir müssen verjüngen […] Unsere jungen Spieler müssen jetzt mehr Verantwortung übernehmen. Wir haben doch schon Jahrzehnte bewiesen, dass das klappt.

Ausstieg von Hauptsponsor Vattenfall

Zum anderen fällt der Hauptsponsor Vattenfall aus, der seine Patenschaft aus strategischen Gründen zurückzieht. Der Energiekonzern war seit zehn Jahren der wichtigste Sponsor des Vereins. Durch den Ausstieg entsteht eine Lücke von mehr als 100 000 € im angekündigten Vereinshaushalt von 450 000 €. Die Neuigkeit war für den Verein insbesondere im Olympiajahr schwer zu verkraften. Vereinspräsident Hagen Stamm hofft das einer der bisherigen Sponsoren seinen Beitrag drastisch erhöht und die Rolle des Hauptsponsors übernimmt. Herr Stamm fügte hinzu:

„Es wird weiter gehen, dann eben mit engerem Gürtel. Wir haben doch schon öfter solche Situationen überstanden.“

Wasserfreunde Spandau 04

Wird die nächste Saison auch so erfolgreich ausgehen?

Von den Wasserfreunden zum Bundestrainer

Außerdem ist auch die Zukunft des aktuellen Trainers Martin Novoselac unsicher, der mit dem Gedanken spielt, Bundestrainer zu werden. Er würde nächstes Jahr gegebenenfalls die Stelle von Hagen Stamm einnehmen, der nach der verpassten Olympia-Qualifikation zurückgetreten ist. Trainer Novosalec könnte in der nächsten Saison in beiden Jobs tätig sein, um den Übergang zu erleichtern. Doch muss der Verein bald auch hier eine passende Lösung finden. Alles in allem wird die nächste Saison schwierig für die Wasserfreunde. Das Machtverhältnis mit dem ASC Duisburg wird sich womöglich verschieben, erklärt Präsident Stamer:

„Wenn Duisburg so zusammenbleibt, sind sie nächstes Jahr Favoriten“.

Die Redaktion

 

 

Wasserfreunde Spandau 04 verliert Hauptsponsor

Der Energiekonzern Vattenfall will die Zusammenarbeit beenden

Am Dienstag teilte der Sportverein Wasserfreunde Spandau 04 auf seiner Webseite mit, dass ihr Hauptsponsor, Energiekonzern Vattenfall, die Zusammenarbeit zum Ende der Saison beenden will. Der Grund dazu ist eine strategische Reorientierung des Konzerns. Vattenfall war nun schon seit zehn Jahren der wichtigste Sponsor der Wasserfreunde.

Für Vereinspräsident Hagen Stamm ist diese Neuigkeit insbesondere im Olympiajahr schwer zu verkraften. Doch wird der Verein auch weiterhin sein Bestes geben, um eine der Top-Mannschaft Deutschlands zu bleiben. Herr Stamm ergänzte:

„Dass die Mannschaft am vergangenem Wochenende beim Pokalfinale in der Höhle des Löwen bei Duisbrug den Pokal gewonnen hat, zeigt aber, dass sie Charakter hat. Ich denke, dass war ein positives Signal für die jetzt beginnenden Play-off-Spiele um die Deutsche Mannschaft.“

Spandaus „Zentrum der Macht“ am Fernwärmenetz

Bürgermeister Kleebank und Baustadtrat Röding drehen die Fernwärmeleitung auf

Der Bezirk spart ab heute jährlich 370 Tonnen CO2. Möglich macht dies die Fernwärme. Aus dem Kraftwerk Reuter West wird die durch Kraft-Wärme Kopplung gewonnene Heizwärme durch Leitungen ins Rathaus befördert. „Es wurde ganz schön viel gebuddelt in den letzten Jahren“, stellte Baustadtrat Carsten Röding fest. Seit eineinhalb Jahren arbeiten das Bezirksamt und Vattenfall an der Versorgung Spandaus. Doch die Zeit der Behinderungen sei nun erst einmal vorbei. Zwei Drittel aller Leitungen sind laut Wolf-Dietrich Kunze, Vorstandsmitglied der Vattenfall Europe Wärme AG nun verlegt.

Kleebank, Kunze und Röding

Kleebank, Kunze und Röding mit dem Großen CO2 Zertifikat.

Allein für die Versorgung des Rathauses waren 450 Meter neue Leitungen nötig. Er lobte vor allem die Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt, die dazu führte, dass heute auch das „Zentrum der Macht“ an das Fernwärmenetz angeschlossen werden konnte.

Durch den Umstieg von Öl auf Fernwärme können nicht nur 370 Tonnen CO2 sondern jährlich auch 300.000 Liter Öl gespart werden, dass war laut Baustadtrat Röding einer der Gründe, sich für die Fernwärme zu entscheiden: die „Verpflichtung aus Klimaschutzaspekten“.

Röding quatscht Kleebank in den Schatten

Vattenfall brachte dann auch gleich ein gerahmtes CO2-Einsparungs-Zertifikat für den Bürgermeister mit, ein kleineres Exemplar bekam Baustadtrat Röding, der in gewohnter Manier mit den Vattenfallern scherzte. Auf die Frage ob die Rahmen der beiden Zertifikate der Größe ihrer Büros entsprächen wies er das entscheiden zurück: „Mein Büro ist nicht klein“. Mit seiner Art stellte er seinen Chef und ehemaligen Konkurrenten schnell in den Schatten, der mit Rödings Small-Talk-Fähigkeiten einfach nicht mithalten konnte; was ihn aber nicht zwangsweise unsympathischer erscheinen lässt.

Nach Rücksprache mit Vattenfall konnte er außerdem eine gute Ankündigung machen: auch das Kombibad Spandau Süd wird an das Fernwärmenetz angeschlossen werden. Wann? „Auf die Frage, wie schnell die Bäderbetriebe bauen, äußere ich mich nicht“.

Zu dritt Hand angelegt

Kleebank, Röding und Kunze drehen das Rad

Kleebank, Röding und Kunze drehen das Rad im Heizungskeller. Fotos (2): Kirsten Stamer

Im Heizungskeller konnten dann die Warnschilder an den Handrädern der Fernwärmeleitungen entfernt werden. Sie hatten bisher dafür gesorgt, dass niemand dem Trio (Kleebank, Röding, Kunze) zuvorkam. Angetan mit Handschuhen, Schutzbrille und Helm beziehungsweise Anstoßkappe, betätigten sie dann auch zusammen das Handrad. Nach einigen Umdrehungen hörte man die Fernwärme als Zischen durch die Leitungen in das Rathaus strömen. Noch stehen im Keller die großen orangen Behälter für Heizöl, die jedoch bald abgebaut werden sollen. Ein deutlicher Platzgewinn; nicht so interessant im Rathaus ohne Platzprobleme, wichtig jedoch bei Privathaushalten.

Insgesamt sollen 15 öffentliche Gebäude in Zukunft an das Fernwärmenetz angeschlossen werden. Wie Vattenfall-Vorstand Kunze erklärte, kamen die Spandauer Arcaden dem Rathaus im vorigen Monat zuvor. Und auch die Bertold-Brecht-Oberschule wird, laut Röding bereits mit Fernwärme geheizt.

Vattenfall-Vorstand Kunze meint:“ Die Spandauer können stolz sein: Ihr schönes Rathaus ist 100 Jahre alt und ein Vorbild für umweltfreundliche Wärmenutzung.“

Kirsten Stamer

In Reuter West wird Strom und Wärme für Spandau produziert.

Die Kohle stammt aus Polen

In der Turbinenhalle des Kraftwerkes Reuter West geht es geschäftig zu. Eine Turbinenanlage ist komplett zerlegt. Alle Einzelteile werden, unter anderem mittels Ultraschalluntersuchung, auf Risse und andere Verschleissschäden untersucht. Mit Stefan Bach, Betriebsingenieur und zuständig für die Rauchgasreinigungsanlagen, und Hannes Stefan Hönemann, Pressesprecher bei Vattenfall, drehe ich meine Runde durch die Halle. Beeindruckt bleiben wir vor der jetzt freiliegenden Mitteldruck Turbine stehen. Mit 3.000 Umdrehungen in der Minute sind die Turbinen normalerweise in ihrem grünen Gehäuse verborgen. Auf der gegenüberliegenden Seite ist dies gut zu sehen. Nun im Sommer bleibt Zeit, um die Anlage zur Generalüberholung abzuschalten.

Denn der Energie- und Wärmebedarf Berlins ist jetzt viel geringer als in den Wintermonaten.

Die frei liegende Mitteldruck Turbine

Die frei liegende Mitteldruck Turbine

In der Halle ist es warm, jedoch wider Erwarten nicht unmäßig laut. Die Arbeiter tragen Helme und Schutzbrillen. Auch ich muss die Schutzkleidung bei unserem Rundgang durch das Werk aufsetzen. Eine Maßnahme die erst seit Februar in Kraft ist. An der Pförtnerloge im Spreering weist ein Plakat auf die Gefahren der Arbeit ohne Schutzbrille hin. Man habe aus Unfällen gelernt, heißt es dort. Neben der Tür steht eine Digitalanzeige. Seit 130 Tagen ist der Betrieb unfallfrei. Wobei zu Betriebsunfällen, laut Pressesprecher, natürlich auch die weniger dramatischen Verletzungen, wie umgeknickte Füße, zu zählen sind.

Vattenfall

Der Energiekonzern Vattenfall nutzt Kohle an insgesamt 18 Standorten zur Strom- und Wärmeproduktion. Davon befinden sich elf in Deutschland, drei in Dänemark, zwei in Polen und zwei in den Niederlanden. Kohle ist der weltweit häufigste Energieträger für die Stromproduktion. Die im Kraftwerk Reuter West genutzte Steinkohle macht  im deutschen Energiemix etwa 21 Prozent aus.

Stefan Bach

Stefan Bach ist seit 25 Jahren im Unternehmen, seit dem Jahr 2000 in Reuter West. Zu seinen Aufgaben zählt es unter anderem, Kaufleuten die Funktionsweise der Kraftwerke näher zu bringen. „Es ist wichtig, dass auch Mitarbeiter, die nicht in den Kraftwerken arbeiten, wenigstens die Funktionsweise kennenlernen“, erklärt Bach. So können sich die Mitarbeiter von Vattenfall bei Diskussionen mit Fachwissen beteiligen. Mit der gleichen Präsentation versucht er nun auch mir das Kraftwerk zu erklären.

Stefan Bach mit obligatorischem Helm und Schutzbrille

Stefan Bach mit obligatorischem Helm und Schutzbrille

Ausgestattet mit einem gelben Pappfinger, erläutert er anhand der Grafiken das Kraftwerk. „Die Steinkohle für die Verbrennung stammt überwiegend aus Polen“, so der 45-Jährige. Da das Kraftwerk ursprünglich auf deutsche Kohle ausgelegt gewesen sei, müsse man nun Kohle mit ähnlichen Eigenschaften importieren. Diese wird in Polen aufgekauft und mit Schiffen oder per Bahn zum Kraftwerk befördert. Nachdem die Kohle, wie ich in der Präsentation erfahre, gemahlen und verfeuert wurde, wird es interessant, wir betreten Stefan Bachs Spezialgebiet, die Rauchgasreinigung. Im ersten Schritt werden in der Entstickungsanlage durch Eindüsen von Ammoniak die angefallenen Stickoxide in Stickstoff und Wasserstoff zerlegt. Aus dem Rauchgas entstehen natürliche Bestandteile der Luft. Der zweite Schritt trennt mittels Elektrofilter den Staub, also die Asche, aus dem Rauchgas. Diese wird von der Bauindustrie unter anderem zur Herstellung von Zement verwendet. „Hier in Reuter West stellen wir sogar zertifizierte Qualitätsasche her“, erzählt Bach stolz. Der letzte Schritt, bevor die gereinigten Rauchgase in den Himmel entschweben, ist die Rauchgasentschwefelung. Durch Eindüsen einer Waschflüssigkeit aus Kalk und Wasser wird Gips gewonnen. Das Kalksteinmehl verbindet sich mit dem Schwefeldioxid und bietet so die Grundlage für Gipskartonplatten. So gereinigt enthält das Rauchgas im Jahresdurchschnitt nur noch 200 mg/m³ Schwefeldioxid und verhindert sauren Regen, der das Land rund um die Kraftwerke in den 60er und 70er Jahren in Atem hielt.

Kraftwärmekopplung

Eine weitere Besonderheit im Kraftwerk ist die Kraftwärmekopplung. „Schon bei der Planung des Kraftwerkes war es vorgesehen, die Abwärme zu nutzen“, erklärt Pressesprecher Hönemann. Mit 1.500 Kilometern Fernwärmenetz, sei das Rohrsystem in Berlin das größte in Westeuropa. „Nur Moskau ist noch größer“, ist er sicher. Durch den Bau eines Tunnels unter der Havel im Jahre 2009 konnten nun auch die Altstadt und Wilhelmstadt in Spandau mit Fernwärme versorgt werden. Die Energienutzung des Kraftwerkes kann mit ihrer Hilfe von 38 auf 80 Prozent gesteigert werden. „Außerdem wird durch die Fernwärme CO2 gespart“, erklärt der Betriebsingenieur. Das Kraftwerk reinige die Abgase, die ansonsten von der, zum Beispiel mit Öl betriebenen, Anlage im Haus produziert würden.

Das Büro des Familienvaters Stefan Bach ist mit vielen Fotos seiner Tochter in verschiedenen Altersstufen geschmückt. Außerdem sehe ich an der Pinnwand eine Schnur und eine Liste mit verschiedenen Knoten. Wozu er die denn im Büro bräuchte, will ich wissen. „Zum Segeln“, antwortet Bach. Außerdem besitze das Kraftwerk auch ein eigenes Boot, man ist ja direkt an der Spree. „Manchmal machen wir  Übungen, zum Beispiel zum eindämmen eines Ölteppichs“, erzählt er.

Bei unserem späteren Rundgang kommen wir im Kontrollraum vorbei. Dort werden Werte wie Wärmeentwicklung oder Stromerzeugung überwacht und wenn nötig in den voll automatisierten Betrieb eingegriffen. „Wir regeln hier auch die Differenzen aus der Windenergie aus“, erklärt Bach. Je nachdem wie viel oder wenig Windenergie erzeugt wird, kann hier mehr oder weniger Kohle verfeuert werden. Im Kontrollraum

Schema des Heizkraftwerkes Reuter West

Schema des Heizkraftwerkes Reuter West

sieht man, dass die eine Turbine zur Zeit nicht am Netz ist, nur zwei ausgebildete Kraftwerker sitzen heute vor den Monitoren. Die Arbeit verlangt volle Aufmerksamkeit und ist deshalb sehr anstrengend. „Die Belastung der Mitarbeiter wechselt ständig“, betont Bach,“wer heute am Monitor sitzt, macht vielleicht morgen einen Rundgang durchs Werk“. Insgesamt arbeiten in den Werken Reuter und Reuter West  Frauen und Männer in den verschiedensten Bereichen, wie Betrieb, Instandhaltung und Verwaltung.

Alternative Brennstoffe

Das Kraftwerk Reuter, welches bei der Wiederaufnahme des Betriebes nach dem Zweiten Weltkrieg, nach dem Bürgermeister Ernst Reuter benannt wurde, befasst sich auch mit dem Einsatz alternativer Brennstoffe. Seit Längerem experimentiert man mit Holz, das zu einem bestimmten Teil dem Kohlestaub als Brennstoff zugemischt werden soll. So werden seit Jahren Berliner Weihnachtsbäume hier verfeuert. Und auch der Dampf aus der Müllverbrennungsanlage Ruhleben wird nach Reuter gleitet und hier in elektrische Energie und Fernwärme umgewandelt. Denn, wie lange wir noch fossile Brennstoffe für unsere Energieerzeugung nutzen können, ist nicht klar. Sicher ist nur, sie sind endlich. Fragt man den Pressesprecher Hönemann nach dem Ende des Abbaus der Kohle in Polen, bekommt man eine wohlbekannte Antwort. „Das kann man jetzt noch nicht abschätzen.“ Denn in zehn Jahren habe man neue Möglichkeiten und die Förderung sei allein vom Stand der Technik abhängig.

Mit dem Atomausstieg bis 2022 hat die Bundesregierung sich nun neben dem Ausbau der Erneuerbaren Energien auch auf eine verstärkte Nutzung der Kohlekraft eingelassen. Zum Sparen von Strom, kann jeder Einzelne beitragen. So gibt Vattenfall auf seinen Internetseiten Tipps zum Stromsparen. Denn obwohl richtiges Heizen und Lüften und der sparsame Umgang mit elektronischen Geräten mittlerweile den meisten Stromnutzern bekannt sind, schlummern immer noch große Potentiale in den Privaten Haushalten. Und, nicht nur die Umwelt wird durch den geringeren Energieverbrauch geschont, auch der Geldbeutel profitiert davon.

So verlasse ich das Kraftwerk Reuter West durch die Pförtnerloge. Besucherschein, Helm und Schutzbrille wieder abgeben, auf geht es durch die Schranke zurück auf den Spreering. Wer sich das Kraftwerk einmal näher anschauen möchte, sollte die Rundgänge nutzen. Die etwa dreistündigen Führungen sind, außer durch das Kraftwerk Reuter West, durch das Heizkraftwerk Mitte möglich.

Kirsten Stamer

Meist kommt die Energie in Spandau von Vattenfall

Im Bezirk kommt der Strom nicht nur aus der Steckdose

Kraftwerksleiter Jörg-Andreas Czernitzky

Kraftwerksleiter Jörg-Andreas Czernitzky

Das ist bei Spandauer Privatleuten ebenso der Fall, wie bei Unternehmern. Am Donnerstag trafen sich Mitglieder und Freunde der Vereinigung Wirtschaftshof Spandau e.V. und Unternehmer zum 18. Unternehmerforum im Vattenfall Heizkraftwerk Reuter West, um sich über „Energieeffizienz bei Strom und Wärme“ informieren zu lassen.

Weithin sichtbar, prägen Kühlturm und Kesselhaus des Kraftwerks, mit ihrer Höhe von etwa 100 Metern, die Skyline Spandaus. Die zuführende kleine Straße zum Besucherzentrum, „Großer Spreering“, ließ sogar ein Navigationsgerät an seine Grenzen kommen. Am gewaltig aufragenden Kühlturm vorbei gelangten die Gäste schließlich ans Ziel.

Nach einer grundsätzlichen Sicherheitseinweisung informierten mehrere Vorträge und eine abschließende Führung durch das Kraftwerksgebäude über den komplexen Prozess der Stromerzeugung und effizienten Energienutzung.

Das Heizkraftwerk Reuter West ist Berlins leistungsstärkstes Kraftwerk. Wie der Name es schon andeutet, wird hier nicht einfach zermahlene Steinkohle verbrannt, um ausschließlich Strom zu erzeugen. 3300 Tonnen Kohle werden tagtäglich eingesetzt, um eine Leistung von 600 MW zu erzeugen. 75 Prozent davon werden per Schiff, der Rest per Bahn herangeschafft.

Um eine Notlage zu vermeiden, wie sie die Blockade Berlins mit sich brachte, lagern auf dem Gelände mehr als 220.000 Tonnen Steinkohle. Genug, um rund zwei Monate den Kraftwerksbetrieb aufrecht zu erhalten.

Blick aus 100 Meter Höhe auf das Kraftwerk Reuter

Blick aus 100 Meter Höhe auf das Kraftwerk Reuter

Um die bei der Verbrennung freigesetzte Energie möglichst effizient zu nutzen, heizt man in der Kraftwärmekopplung (KWK), mit der sonst nutzlos frei werdenden Wärme, einen Wasserkreislauf, der als Fernwärme zu den Verbrauchern gelangt. Somit gelingt es, etwa 80 Prozent der enthaltenen Energie zu nutzen. In der reinen Stromerzeugung wären es nur 38 Prozent.

Seit dem 1. Oktober 2009 ist die neue Fernwärmeleitung, welche in einem 110 Meter langen Tunnel unter der Havel hindurchgeführt wurde, in Betrieb. Vielen Wilhelmstädtern dürften die umfangreichen Rohrverlegungen in den Straßen nicht entgangen sein. Nach und nach soll das gesamte Gebiet westlich der Havel erschlossen werden. Bald sollen dort einmal über 27.000 Wohnungen mit Fernwärme versorgt werden, möglich sind sogar 55.000.

Die ersetzten Heizquellen bedeuten eine erhebliche Kohlendioxyd-Einsparung. Wer den aktuellen Wert ablesen möchte, kann dies auf einer speziellen Anzeigetafel in der Eingangshalle vom Rathaus Spandau tun.

Eine energieeffiziente Betriebsführung wurde den anwesenden Spandauer Unternehmern in Form einer speziellen Messtechnik vorgestellt, die, komfortabel über das Internet einsehbar, detailliert über den aktuellen Strom-, Wasser-, oder Gasverbrauch Auskunft gibt. Diagramme zeigen differenzierte Kurven, um selbst über eine Optimierung und damit Kosteneinsparung im Betrieb entscheiden zu können, oder aber Probleme im Betriebsablauf erkennen zu können.

Während der Führung durch das Kraftwerksgebäude wird deutlich, wie winzig klein der Mensch plötzlich wirkt, im Vergleich zur großen Anlage. Von den Kohlemühlen im Erdgeschoss des Kesselhauses, die jeweils 28 Tonnen Kohle zu Staub zermahlen können, geht es dann in luftige Höhen. 60. Etage zeigt die Anzeige im Fahrstuhl, als wir aussteigen. Noch ein paar Treppen weiter und ein grandioser Blick über Spandau lässt einem fast den Atem stocken. Selbst der Flughafen Tegel scheint zum Greifen nahe. Wer all dies selbst erleben möchte, dem seien die Führungen von Vattenfall durch das Kraftwerk Reuter West ans Herz gelegt.

In einer gemeinsamen Klimaschutzvereinbarung mit dem Land Berlin hat Vattenfall sich ein hehres Ziel gesetzt. Bis zum Jahr 2020 sollen 50 Prozent weniger CO2 freigesetzt werden als 1990. 2050 soll die Energie sogar klimaneutral erzeugt werden.

 

Ralf Salecker

 

 

Besichtigung der Berliner Kraftwerke

In Berlin lassen sich das HKW Mitte und HKW Reuter West besichtigen. Die Führungen dauern etwa drei Stunden. Anmeldungen sollten wegen der großen Nachfrage drei Monate im Voraus erfolgen.

Besichtigungstermine: Montags bis Donnerstags 9 und 13 Uhr, Freitags 9 Uhr und nach vorheriger Absprache

Anmeldungen und Informationen:

  • Michael Schulz: Tel.: 030-267-433 44
  • Jörn Jurischka: Tel.: 030-267-150 36