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Gleich zwei Großbrände

Die Berliner Feuerwehr wurde am Wochenende zum Brand einer Werkhalle und eines Restaurants in Spandau alarmiert.

Um 21:51 Uhr am Samstag wurde ein Brand in Haselhorst gemeldet: Dort stand eine 6.300 m² große Werkhalle eines Holzrecyclingbetriebes in Flammen. Nach kurzer Zeit waren rund 100 Feuerwehrleute im Einsatz um das Übergreifen des Feuers auf angrenzende Gebäudeteile und weitere Altholzbestände zu verhindern.

Bereits im April letzten Jahres zogen nach einem Lagerbrand Rauchschwaden über Haselhorst.

Bereits im April letzten Jahres zogen nach einem Lagerbrand Rauchschwaden über Haselhorst.

Ein Feuerwehrmann verletzt

Der Brand wurde mit Werfern und über Drehleitern von außen bekämpft. Ein Innenangriff war größtenteils aus Sicherheitsgründen nicht mehr möglich. Die Wasserversorgung wurde unter anderem über ein Löschboot sichergestellt. Um 2:30 Uhr konnte „Einsatzstelle unter Kontrolle“ gemeldet werden. Es gelang den Kräften den Brand auf die Werkhalle zu begrenzen doch die Nachlösch- und Kontrollarbeiten dauerten noch den ganzen Sonntagvormittag an. Ein Feuerwehrmann erlitt bei den Löscharbeiten leichte Brandverletzungen an einer Hand. Wegen der starken Rauchentwicklung wurden in der Nacht die umliegenden Bereiche über das Warnsystem KATWARN informiert Fenster und Türen zu schließen.

Schädliche Stoffe freigesetzt?

Die Anlage verfügte nach eigenen Angaben über eine der bundesweit leistungsstärksten Holzaufbereitungsanlagen. Laut Firmenangaben darf die Anlage sämtliche Altholzkategorien gemäß Altholzverordnung verarbeiten. Das reicht von Altholz, welches frei von gefährlichen Schadstoffen ist, bis hin zu hoch mit gefährlichen Schadstoffen belastetem Altholz. Vor diesem Hintergrund kann nicht ausgeschlossen werden, dass bei dem Großbrand große Mengen an gefährlichen Schadstoffen freigesetzt wurden. Hierzu gehören Schwermetalle aus Holzschutzmitteln und Holzanstrichfarben (insbesondere Blei, Chrom, Quecksilber) sowie Arsen und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe aus Holzschutzmitteln sowie Dioxine, welche bei der Verbrennung von PVC frei werden.

Hunderte von Feuerwehrleuten brachten im letzten Jahr das Feuer ohne Personenschäden unter Kontrolle.

Hunderte von Feuerwehrleuten brachten im letzten Jahr das Feuer ohne Personenschäden unter Kontrolle. Fotos (2): Patrick Rein

Nachträglicher Schaden

Der Standort der Anlage liegt in einem Gewerbegebiet und nicht weit entfernt von der Altstadt. Je nach Windrichtung und Ausbreitung der Rauchwolke können die Bewohner in der Umgebung nicht nur akut, sondern auch längerfristig gesundheitlich gefährdet worden sein. Vor diesem Hintergrund sind nach Ansicht der Direktkandidatin der Partei DIE LINKE.Spandau Monika Merk mit Blick auf die Beschäftigten im Gewerbegebiet und die Wohnbevölkerung mögliche längerfristig bestehende Gefahren für Umwelt und Gesundheit durch diese Schadstoffe in der näheren Umgebung durch das Spandauer Umwelt- und Gesundheitsamt abzuklären. Dazu gehöre auch, ob für selbst angebautes Obst und Gemüse in Kleingärten und auf Balkonen Anbau- und Verzehrempfehlungen ausgesprochen werden müssen. Merk fordert: „Von den Verantwortlichen in Land und im Bezirksamt Spandau fordere ich sofortiges Handeln, um von der betroffenen Bevölkerung und den Beschäftigten Schaden abzuwenden.“

Restaurant ausgebrannt

Nur eine Nacht später war die Berliner Feuerwehr wieder in Spandau im Großeinsatz. In der Wilhelmstadt brannte in einem ca. 1.300 m² großem eingeschoßigen Gewerbekomplex ein Restaurant auf einer Fläche von ca. 250 m² komplett aus. Nach kurzer Zeit waren 6 Staffeln am Einsatzort um das Übergreifen des Feuers auf angrenzende Gebäudeteile zu verhindern. Die angrenzenden Gewerberäume wurden kontrolliert und belüftet. Um 4:04 Uhr war der Brand gelöscht.

Patrick Rein

Wilhelmstadt um eine Attraktion reicher

Zwei Monate standen sechs Künstler der Potsdamer Creative Stadt GmbH um Hartmut Lindemann gegenüber des Metzer Platz auf dem Gerüst.

Beeindruckend wie aus einer unschönen Brandwand in der Spandauer Wilhelmstadt ein echter Hingucker wurde: Am 8. August 2013 weihte Spandaus Bezirksstadtrat Carsten Röding an der Pichelsdorfer Straße nun das Wandbild mit einer verblüffenden Zeitreise in die virtuellen Wilhelmpassagen ein.

Verschmelzung zwischen Realität und Virtuellem.

Verschmelzung zwischen Realität und Virtuellem.

Blick in die Geschichte

Das Wandbild enthält viele Details der Spandauer Geschichte: Links wirkt die Front des längst geschlossenen Kinos „Regina“ weit in die Wilhelmstraße hinein. Kaiser Wilhelm ist als Namenspate des ganzen Stadtteils vertreten. Der weithin bekannte Spandauer Kleinkünstler Sascha Grammel spielt mit seiner Puppe „Frederic“. Ein Kind läuft mit einem Schiffsmodell zur nahen Havel – in naher Zukunft soll hier ein kurzer Fußweg zum Havelufer führen. Bei dem Schiffsmodell handelt es sich um die „Prinzessin Charlotte von Preußen“, welche als erstes deutsches Motorschiff überhaupt 1816 in der heutigen Wilhelmstadt gebaut wurde.

Die Künstler vor ihrem Werk am Metzer Platz.

Die Künstler vor ihrem Werk am Metzer Platz.

Erfolg hat viele Väter

Als alteingesessener Projektpartner unterstützte beispielsweise das 1927 gegründete Spandauer Traditionsunternehmen Florida-Eis das Projekt „Wilhelmpassagen“. Kinder der nahen Christoph-Földerich-Grundschule weisen im Wandbild mit ihren orangefarbenen Westen auf den weiteren Projektpartner Berliner Stadtreinigung hin. Die BSR engagierte sich schon vor zwei Jahren mit der Aktion „Spandau bleibt sauber“ für das Quartier. Die Reaktionen der Spandauer auf das Kunstwerk während der Einweihung schwankten hingegen zwischen Begeisterung und der Sorge, irgendwer könnte das Wandbild beschädigen. Doch Lindemann konnte die Passanten beruhigen: Seiner Erfahrung nach begegnen die Bewohner seiner Arbeit mit Respekt. Was von den Künstlern der Creative Stadt GmbH in kurzer Zeit an die Fassade gezaubert wurde, hatte eine deutlich längere Vorbereitungsphase. Eine Voraussetzung war der Abschluss eines Gestattungsvertrags mit der Eigentümerin des Gebäudes Pichelsdorfer Straße 114, der Gate Consortium One GmbH, im Mai 2012. Die Eigentümerin unterstützte das Kunstprojekt an dem Neubau aus den 1990er Jahren, indem sie den Giebel auf eigene Kosten neu verputzen ließ. Der Bezirk sieht in dem Kunstwerk einen zukünftigen Ort der Identifikation der Bürger mit ihrer Wilhelmstadt.

"Wilhelmstadt bewegt".

„Wilhelmstadt bewegt“. Fotos (3): Patrick Rein

Weitere Projekte folgen

Im Frühjahr 2012 zeigte die Brandenburgische Stadterneuerungsgesellschaft mbH im Auftrag des Bezirksamtes Spandau in dem Gutachten „auftakt ! K U N S T“ für 125 Brandwände im „Aktionsraum plus Spandau-Mitte“ Möglichkeiten ihrer Aufwertung auf. Im Rahmen eines Workshops wurden bei der Abschlusspräsentation im Bezirksamt Spandau am 17. Februar 2012 daraus 36 Projekte ausgewählt und zehn von ihnen priorisiert. Die Pichelsdorfer Straße 114 bildet somit den Auftakt für eine breit angelegte Aufwertung des Stadtbildes.

Patrick Rein

Filmreife Verfolgungsjagd

Nachdem drei Männer in der Wilhelmstadt Kennzeichen gestohlen hatten, flüchteten sie vor der Polizei und verursachten dabei auf der Stadtautobahn einen Unfall.

Den Beamten einer Zivilstreife fiel gegen 2.30 Uhr in der Nonnendammallee ein „Opel Vectra“ aufgrund seiner verdächtigen Fahrweise auf. Der mehrfach haltende und wieder anfahrende Wagen fuhr kreuz und quer durch Spandau und beendete die Fahrt dann in der Winzerstraße. Dort stiegen drei Personen aus und bewegten sich zwischen ihrem und parkenden Fahrzeugen. Die Beamten hörten metallische Geräusche und sahen den Schein einer Taschenlampe. Mehr war aufgrund der Dunkelheit nicht zu erkennen.

Polizei-Autorennen-SpandauIllegaler Kennzeichenwechsel

Dann stieg das Trio wieder in das Auto und setzte die Fahrt über die Heerstraße, den Theodor-Heuss-Platz und den Kaiserdamm fort. Dabei bemerkten die Polizisten, dass an dem Wagen andere Kennzeichen als zuvor angebracht waren. Als der „Opel“ dann an der Knobelsdorffbrücke auf die Stadtautobahn fahren wollte, setzten die Beamten ihr Fahrzeug davor, zeigten die Polizeikelle und stiegen aus. In diesem Moment fuhr das verdächtige Auto einige Meter zurück, um dann an der Zivilstreife vorbei und auf die BAB A 100 in Richtung Wedding seine Flucht fortzusetzen. Die Polizisten verfolgten die Flüchtigen, die an der Ausfahrt Siemensdamm die Autobahn wieder verließen.

Polizei-SpandauZurück Richtung Spandau

In der dortigen Linkskurve verlor der Fahrer die Kontrolle über das Auto und prallte gegen mehrere Laternen, die Leitplanke sowie eine Betonmauer, bevor er auf der Fahrbahn zum Stehen kam. Die Beamten fuhren dieses Mal an dem Wagen vorbei, um eine weitere Flucht zu verhindern. Plötzlich öffnete der Beifahrer seine Tür, so dass es mit dem „Ford“ der Polizei zu einer Kollision kam, wodurch beide Autos beschädigt wurden. Verletzt wurde hingegen niemand. Die Beamten nahmen den 26-jährigen Fahrer, den 20 Jahre alten Beifahrer sowie deren 20-jährigen auf der Rückbank sitzenden Komplizen fest. Das Trio wurde nach einer erkennungsdienstlichen Behandlung der Kriminalpolizei überstellt. Ersten Ermittlungen zufolge hatten die drei Männer die Kennzeichen in der Winzerstraße von dem „Skoda Fabia“ einer 47-Jährigen entwendet. In dem „Opel“ wurde diverses Einbruchswerkzeug gefunden, welches jedoch anscheinend nicht zum Einsatz kam. Die Verdächtigen müssen sich daher nun nur wegen Kennzeichendiebstahls, Urkundenfälschung sowie wegen des Verkehrsunfalls verantworten.

Patrick Rein

Spandaus größtes Wandgemälde

Neue Einkaufspassage in der Wilhelmstadt

Startschuss für die Wilhelm Passage u. a. durch Carsten Röding, Andreas wunderlich, und Olaf Höhn (Foto: Ralf Salecker)

Startschuss für die Wilhelm Passage u. a. durch Carsten Röding, Andreas wunderlich, und Olaf Höhn (Foto: Ralf Salecker)

Nicht mehr lange, dann wird die Brandmauer gegenüber dem Metzer Platz zu einer Attraktion in Spandau. Etwa Anfang August 2013, wenn alles glatt geht und der Sommer nicht allzu verregnet daherkommt, wird Spandaus größtes Wandgemälde eine Brandmauer in der Wilhelmstadt schmücken. Im Sanierungsgebiet geschieht also etwas. Baustadtrat Carsten Röding und der Geschäftsführer der Creative Stadt GmbH Andreas Wunderlich gaben den „Startschuss“, während das große Baugerüst die Wand emporwuchs.

Wie alles begann

Im Februar letzten Jahres kam es zu einem Treffen von Vertretern des Sanierungsgebietes Wilhelmstadt und einiger Quartiersmanagementgebiete und Behördenvertretern im Rathaus. Es ging um Kunst im öffentlichen Raum an Brandmauern und die Festlegung, Welche Wand durch ein Wandgemälde, aufgewertet werden könnte. Aus einer Vorauswahl durch die Creative Stadt GmbH von weit über 100 möglichen Orten im Bezirk kamen dann 30 Brandmauern in die engere Wahl. Gewonnen hat letztendlich der zweite Platz in der Auswahl. Er bekam nicht nur die höchste Einzelwertung, sondern auch das Votum aus der Stadtteilvertretung. Auch das Vermieterkonsortium signalisierte seine Bereitschaft einer Zustimmung, indem es den Giebel des Hauses neu verputzen lässt, um so einer nutzbaren Malgrund zu schaffen. Platz eins bestand übrigens aus einer Zusammenlegung zweier Brandwände und entsprechend auch einer größeren Punktsumme.

Wilhelm Passagen Spandau

Auf den ersten Blick wird der spätere Betrachter erst einmal kein Gemälde vermuten. Mit der Bemalung der Brandmauer durch die Künstlergruppe um Hartmut Lindenmann soll die Illusion einer Einkaufspassage entstehen.

Andreas Wunderlich von der Creativen Stadt GmbH hat schon viele Projekte dieser Art verwirklicht. Gemeinsam mit künstlerischen Partnern wurden nicht nur an mehreren Orten in Berlin Brandwände in Attraktionen verwandelt: „Der Metzer Platz wird so zu einem Ort der Identifikation, einer besonderen Attraktion – nicht nur in der Wilhelmstadt – werden.“

Verwirklicht werden kann so etwas nur, weil einerseits erhebliche Fördergelder im Rahmen der Programme „Aktive Zentren Berlin“ und des Sanierungsgebietes dies ermöglichen, andererseits aber auch andere die fehlenden Gelder beisteuern. Dies sind in diesem Fall die Berliner Stadtreinigungsbetriebe, die sich im Motiv wiederfinden werden und Florida-Eis, welches mit dem Ort noch einen historischen Zusammenhang zu seiner Eisproduktion unterstreichen möchte, nämlich dem schon längst in Vergessenheit geratenen Kino Regina. Die Eisproduktion begann im Frühjahr 1927 im Kino Concordia – später Regina.

 

Ralf Salecker

Frischemarkt und Bibliothek brachten Unruhe in die Wilhelmstadt

Zwei Stadträte klärten auf

Frischemarkt am Földerichplatz (Foto: Ralf Salecker)

Frischemarkt am Földerichplatz (Foto: Ralf Salecker)

Zwei offene Briefe der Stadtteilvertretung der Wilhelmstadt zeugten vom Unmut im Ortsteil über ungewollte Entwicklungen. Wenn es nach dem Wunsch der Mitglieder der Stadtteilvertretung gegangen wäre, hätte der neu gestartete Frischemarkt auf dem Földerichplatz ohne Konkurrenz dastehen sollen. Die Schließung der bisher für die Öffentlichkeit nutzbaren Schulbibliothek der Berthold-Brecht-Oberschule wurde enttäuscht zur Kenntnis genommen – gerade im Hinblick auf die missliche Lage des Sanierungsgebietes Wilhelmstadt. Gerhard Hanke und Stefan Machulik versuchten die Situation den Mitgliedern der Stadtteilvertretung zu erklären.

Eine Schulbibliothek ist keine Stadtteilbibliothek

Ausgerechnet im Sanierungsgebiet Wilhelmstadt ist eine liebgewordene Bibliothek nicht mehr für die Öffentlichkeit, sondern nur noch schulintern zugänglich und das trotz beneidenswert großer Nutzerzahlen. Die Nutzung der Schulbibliothek als Stadtteilbibliothek wurde zur schönen Selbstverständlichkeit. Ein großer Luxus, obwohl die Hauptbibliothek in der Altstadt nur wenige Fußminuten entfernt liegt. Eine Haupt-, vier Stadtteil und eine Fahrbibliothek sorgen für die Versorgung mit Lesestoff in Spandau. 60 Mitarbeiter sind dort tätig. Spandau muss bis 2016 72 Stellen einsparen. Auf den außerschulischen Bildungsbereich entfallen dabei 7 Stellen.

Auf die Frage, ob die weggefallenen stellen nicht mit Ehrenamtlichen besetzt werden könnten, antwortete Gerhard Hanke, dass dies aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht möglich sei. Eine Begründung, die viel Unmut hervorrief.

Alternativ soll möglicherweise zukünftig eine Teilöffnung über das Projekt „Familienwelten“, eine Helferbörse in Spandau, möglich sein. Der Verein „Berliner Verein für Integration e.V.“ stellt kostenlose Helfer zur Verfügung. Kann das eine anzustrebende Lösung sein?

 

Zwei Märkte in der Wilhelmstadt?

Der Frischemarkt auf dem im letzten Jahr neugestalteten Földerichplatz fand nicht den gewünschten Zuspruch. Anders, als auf anderen Märkten sollten hier bewusst nur hochwertige Lebensmittel angeboten werden, eine berlinweit einzigartige bezirkliche Einrichtung.

Um dieser guten Idee eine zweite Chance zu geben, kam es kürzlich zu einem Neuanfang mit Händlern, die sich nach längeren Verhandlungen bereiterklärten, dort regelmäßig ihre Waren anzubieten. Einige in der Wilhelmstadt hatten sich andere Öffnungszeiten vorgestellt, als die aktuell geltenden. Vor allem konnten sich nur wenige wegen der Offenhaltung des bestehenden Samstag-Marktes in der Adamstraße freuen, für sie bedeutet er eine Gefährdung des neuen Marktes.

Wie sich herausstellte würden die drei dortigen Händler um keinen Preis ihren alten Platz aufgeben wollten, weil sie an einem anderen Ort keine Chance auf Kundschaft sehen. Offensichtlich teilt sich die Wilhelmstadt in sehr unterschiedliche Kaufgebiete. Ein Jahr bleibt der Adamstraße, um auf 5 bis 10 Stände zu kommen. Erst dann trägt er sich finanziell. Klappt dies nicht, findet er endgültig sein Ende.

Für die Bewohner der Wilhelmstadt war es schwer einzusehen, welche Schwierigkeiten es bedeutet, Händler zu finden, die bereitwillig zu bestimmten Zeiten den Markt am Földerichplatz beleben. Mit den bestehenden Händlern ist eine attraktive Mischung gefunden, die noch ein paar zusätzliche Stände vertragen könnte. Langfristig bleiben sie nur, wenn dort auch gekauft wird. Es liegt also auch an den Bewohner selbst, ob dieses Projekt von Erfolg gekrönt ist.

 

Ralf Salecker

Kiezläufer in der Neustadt unterwegs

Neben dem Ordnungsamt achten seit Jahresbeginn auch die Kiezläufer auf Sauberkeit und Ordnung um das Wohnumfeld aufzuwerten.

Seit 2005 gibt es die Kiezläufer bereits im Bezirk Mitte, jetzt haben sie ihren Weg auch nach Spandau gefunden. Ziel ist es, in sozialen Brennpunkten einen Beitrag zur Verbesserung des Stadtbildes und des sozialen Miteinanders im öffentlichen Raum zu leisten. Dabei arbeiten die Kiezläufer im Rahmen von Beschäftigungsförderungen und erhalten eine Mehraufwandsentschädigung für ihre wöchentlich 30 stündigen Rundgänge.

Seit Anfang des Jahres sind die Kiezläufer wie hier in Berlin Mitte auch in der Spandauer Neustadt unterwegs.

Seit Anfang des Jahres sind die Kiezläufer wie hier in Berlin Mitte auch in der Spandauer Neustadt unterwegs. Foto: Michael Becker

Kooperation mit dem Bezirksamt

In Abstimmung mit der Abteilung Bürgerdienste und Ordnung des Bezirksamtes als auch in Zusammenarbeit mit den Quartiersmanage-mentgebieten des Bezirks sind die Kiezläufer in verschiedenen Gebieten unterwegs. Den Anfang machte für die 14 Männer und eine Frau die Neustadt, schon bald sollen Falkenhagener Feld West  und auch die Wilhelmstadt als Einsatzorte folgen. Dabei erledigen sie auftrags- und projektbezogene Aufgaben zur Kontrolle des Wohnumfeldes, der Park-, Spiel- und Sportanlagen sowie deren Sauberhaltung. Träger der Maßnahme ist die Schildkröte GmbH.

Die Freude über den Projektbeginn ist bei den Vertreterinnen der Schildkröte GmbH sowie des Quatiersmanagements Spandauer Neustadt groß.

Die Freude über den Projektbeginn ist bei den Vertreterinnen der Schildkröte GmbH sowie des Quatiersmanagements Spandauer Neustadt groß.Foto: Patrick Rein

Arbeitskreis „Bleib sauber Spandau“

Mit den Kiezläufern wird die Idee des seit 2004 existierenden Arbeitskreises „Bleib sauber Spandau“ erfolgreich fortgesetzt. So stellte auch Ordnungsamtsstadtrat Stephan Machulik fest: „Die Kiezläufer passen damit bestens in die bereits vorhandene Initiative Saubere Stadt.“ Und auch Baustadtrat Carsten Röding fügte an wie wichtig es sei, dass „das Augenmerk von der Metropole Berlin wieder auf die Kieze gelegt wird.“ Der Arbeitskreis selbst organisiert zudem in diesem Jahr noch den sogenannten „Hundekottag“ an verschiedenen Orten wie Wröhmännerpark, Koeltzepark und am Földerichplatz in dessen Rahmen Hundehalter für die ordnungsgemäße Entsorgung der Ausscheidungen ihres Vierbeiners belohnt werden.

Einwirken und aufwerten

Auch die Kiezläufer sollen auf ihren Wegen auf Hundehalter einwirken. Ohne mit besonderen Befugnissen wie Polizei oder Ordnungsamt ausgestattet, bleibt ihnen nur das Wort um Verständnis zu erwecken. Müllablagerungen werden demnach an die zuständige Behörde gemeldet. Dennoch ist nicht jeder für die vielfältigen Aufgaben geeignet. Christiane Liedholz von der Schildkröte GmbH führt dazu aus: „Kiezläufer identifizieren sich mit ihrer Aufgabe, dem Bezirk und ihrem Stadtteil. Durch die neue Tätigkeit wird diese Bindung noch verstärkt.“ Und auch die Stadträte Machulik und Röding hoffen, dass durch das Projekt weitere Nachahmereffekte entstehen.

Patrick Rein

Empörung in der Wilhelmstadt

Stadtteilvertretung kritisiert das Vorgehen des Bezirksamtes beim Frischemarkt sowie der Schließung der Stadtteilbibliothek.

In der Wilhelmstadt wird viel bewegt, doch nun stoßen zwei Entscheidungen des Bezirksamtes auf Unmut bei der Stadtteilvertretung. Während bürgerschaftliches Engagement auf der einen Seite immer gefordert wird, kritisiert die Wilhelmstädter Vertretung nun den Umgang sowie die Informationspolitik. Dabei stehen sowohl Stadtrat Gerhard Hanke (CDU) als auch Stephan Machulik (SPD) im Fokus. Thematisch geht es um die Schließung der Bibliothek in der Berthold-Brecht-Oberschule wegen Personalnot sowie der Änderung der Öffnungszeiten des Frischemarktes auf dem Földerichplatz.

Auch an den beiden Frischemarkttagen ist bisher am Földerichplatz nicht viel los.

Auch an den beiden Frischemarkttagen ist bisher am Földerichplatz nicht viel los. Foto: Patrick Rein

Neustart des Frischemarktes

So hat sich die Stadtteilvertretung (STV) Wilhelmstadt während der letzten Monate häufig mit der Thematik des Frischemarktes befasst, da dieser sich seit seinem Start im vergangenen Jahr nicht etablieren konnte. Für einen Neustart gab es unter anderem einen „Runden Tisch“, an welchem auch Ordnungsamtsstadtrat Machulik teilnahm. Deren Ergebnis war die besonders für Berufstätige nicht bürgerfreundlichen Öffnungszeiten (Dienstagvormittag und Donnerstagnachmittag) aus dem der Vorschlag folgte, dass es eine Öffnungszeit am Samstag geben müsste. Darüber hinaus wurde angeregt, die im März 2013 auslaufende Betriebsgenehmigung für den ebenfalls schlecht laufenden Markt in der Brüderstraße nicht zu verlängern. Auf diese Weise sollte vermieden werden, dass sich zwei gleichermaßen schlecht laufende Märkte Konkurrenz machen.

Verlängerung in der Brüderstraße

Zur ihrer Überraschung erhielt die Stadtteilvertretung nun eine Einladung sich an einer Neueröffnung des Frischemarktes auf dem Földerichplatz am Freitagvormittag zu beteiligen sowie einer Mitteilung der neuen Öffnungszeiten des Marktes von Dienstag- und Freitagvormittag. Zudem wurde auch die Betriebsgenehmigung für den Wochenmarkt in der Brüderstraße verlängert. Dieser Umgang als auch die Informationspolitik stößt bei den Vertretern des Stadtteils auf Unverständnis. Diese fühlt sich durch das Verhalten des Bezirksamtes als aktive Bürgervertretung für das Sanierungsgebiet Wilhelmstadt nicht ernst genommen.

Bürgerproteste gegen Schließung

Auch die Entscheidung von Stadtrat Hanke aus Einsparungsgründen eine Bildungseinrichtung wie der Stadtteilbibliothek im Sanierungsgebiet Wilhelmstadt zu schließen, sorgt bei den Mitgliedern der STV für Verärgerung. Zahlreich eingegangene Proteste von Bürgern zeigten auch das Unverständnis der Bevölkerung gegenüber dieser Maßnahme. Auch die Stadtteilkonferenz sowie die Berthold-Brecht-Oberschule sprechen sich klar gegen die Schließung aus. Zudem hatten bereits Hanke’s Parteikollege und Bundestagsabgeordneter Kai Wegner als auch die Junge Union öffentlich Position gegen die Entscheidung bezogen. Die STV verweist unter diesen Umständen auf die Missbilligung  des Umgangs miteinander und auf die Art der Benachteiligung der Bürger durch Schließung von sozialen Einrichtungen in der Wilhelmstadt.

Beide Stadträte wurden jetzt für eine Stellungnahme zur nächsten öffentlichen Sitzung der Stadtteilversammlung am 17.04.2013 um 19 Uhr in den Stadtteilladen Adamstraße 39 eingeladen.

Patrick Rein

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Gebietsfond 2013 für Wilhelmstadt steht fest

Wilhelmstadt

Wilhelmstadt

In diesem Jahr steht dem Stadtteil Wilhelmstadt ein Budget von 10.000 € zur Verfügung. Es stammt aus dem Förder- programm Aktive Zentren und dient der Bezuschussung von Maßnahmen und Projekten für den Stadtteil.

Bewerben Sie sich bis zum 03.05.2013 mit Ihrer Projektidee – Kontaktdaten siehe unten!

Bewerben können sich Unternehmen, Immobilien- eigentümer, Bewohner und Vereine aus dem Bezirk Wilhelmstadt. Die Projektideen sollen zur Entwicklung eines lebenswerteren Bezirks beitragen und somit Einzelhandels-, Dienstleistungs- und Versorgungsangebote stärken. Projekte, Marketingaktionen oder Veranstaltungen, die zu einem lebendigen Kulturleben, attraktiven öffentlichen Räumen und der Stärkung der Geschäftsstraßen dienlich sind, sind hier genau richtig.

Kontakt

Geschäftsstraßenmanagement Wilhelmstadt
Adamstraße 39
13595 Spandau
Telefon (030) 30 12 46 97
gsm@wilhelmstadt-bewegt.de

Zum Antragsformular!

Der Wilhelmstädter beherrscht sein Handwerk

Praktische Broschüre voll mit Handwerk

Cover - Wilhelmstädter HandwerkerDie Spandauer Wilhelmstadt und ihre Geschäftsstraßen sind bekannt für die vielfältige und interessante Mischung aus kleinen Geschäften und Unternehmen mit unterschiedlichsten Angeboten. In vielen Läden lassen sich noch heute qualitativ hochwertige und von Hand gefertigte Produkte finden. Besonders interessant ist es dann auf die längjährige Geschichte des jeweiligen Handwerks zurückblicken zu können.

Bezirksstadtrat Carsten Röding zum „Wilhelmstädter Handwerker“:

„Die große Anzahl an Handwerken und die lange Tradition der Wilhelmstadt als Standort des Ladenhandwerks waren für das Geschäftsmanagement Wilhelmstadt der Anlass eine Broschüre zu erarbeiten, die die große Vielfalt des ansässigen Handwerks übersichtlich darstellt. Und natürlich die Suche nach bestimmten Firmen oder Angeboten erleichtert.“

Bei mehr als 80 Handwerkern in der Wilhelmstadt, sowie im Stadtteilladen (Adamstraße 39) und digital unter www.wilhelmstadt-bewegt.de ist der praktische Einkaufsführer für den Bezirk erhältlich.

Sie wollen mit Ihrem Unternehmen im nächsten „Wilhelmstädter Handwerker“ präsent sein? Dann melden Sie sich.

In der Wilhelmstadt wird schon an Weihnachten gedacht

Barrierefreiheit, nicht immer einfach umzusetzen

Pichelsdorfer Straße in der Spandauer Wilhelmstadt (Foto: Ralf Salecker)

Pichelsdorfer Straße in der Spandauer Wilhelmstadt (Foto: Ralf Salecker)

In der letzten Woche, bei strahlendem Sonnenschein und über 10 Grad Celsius wäre der Gedanke noch etwas befremdlich gewesen, nun, mit gefühlten minus 10 Grad und Bergen von Neuschnee, liegt der Gedanke an Weihnachten nicht mehr so fern. Im Sanierungsgebiet Wilhelmstadt hat es zur letzten Weihnachtszeit keine einheitliche Weihnachtsbeleuchtung gegeben. Ein paar einsame Lichter zeigten, dass auch in der Wilhelmstadt Weihnachten war. „Die kritische Masse an Teilnehmern wurde nicht erreicht“, so Nadine Ranft und Torsten Wiemken vom Geschäftsstraßenmanagement der Wilhelmstadt. Die Gründe dafür waren vielfältig: keine Geld, zu viel Bürokratie, kein Interesse, andere Vorstellungen, kein Interesse an einer finanziellen Selbstbeteiligung …

In Eberswalde, einer kleinen Stadt im Norden Berlins, waren bürokratische Hürden kein Thema. Den Strom für die Versorgung der Lichterketten gab kostenlos vom kommunalen Energieversorger. In Berlin und damit auch in Spandau ist Vattenfalll Herr über die Laternen und entscheidet, wer dort Strom abzapfen kann. Keine 20 Unterstützer kamen in Eberswalde zusammen, trotzdem waren am Schluss fast 15.000 Euro im Topf, um die Idee der Weihnachtsbeleuchtung umzusetzen. Manch einer gab mehr, andere weniger, dazu gab´s noch ein paar Fördermittel. Auch wenn schwer fiel, einigte man sich auf einen Bereich von 500 Meter der hell erstrahlen sollte. Einige, die Geld beisteuerten, sahen ein, nicht den beleuchteten Baum vor dem Haus haben zu können, weil es sonst kein geschlossenes Bild ergeben würde. Die Verwirklichung der Idee war wichtiger, als kleinliche Egoismen.

Barrierefreie Wilhelmstadt?

Viele Altbauten prägen die Wilhelmstadt. Früher machte sich niemand Gedanken um barrierefreie Zugänge zu Geschäften. So kann man heutzutage nur in einige Geschäfte gelangen, in dem man ein oder mehre Stufen abwärts in Souterrain oder ein paar Stufen aufwärts geht. Solche Stufen stellen nicht nur für Rollstuhlfahrer eine unüberwindbare Hürde dar. Nun, da es wichtig ist, sich um jeden Kunden zu kümmern, werden Wege gesucht, um Barrieren möglichst zu überwinden. Selbst Handläufe können da schon eine große Hilfe sein. Gerade im Alter, ist ein zusätzlicher Halt beim Treppensteigen, eine große Hilfe.

In Strausberg, wie Eberswalde im Norden Berlins gelegen, kam man auf die Idee, mobile Rampen unterschiedlichster Bauart einzusetzen, die bei Bedarf den Zugang ermöglichen können. Mehre Geschäfte teilen sich eine Rampe. An den Geschäften selbst, sollte mit einem Aufkleber auf diese Möglichkeit hingewiesen werden. Wäre das etwas für die Wilhelmstadt? So gut gemeint das Angebot selbst ist, könnte es selbst zur Hürde werden, schließlich muss jemand erst auf sich aufmerksam machen, damit die Rampe aufgestellt wird.

Gebietsfonds 2013 – 10.000 für Projekte

Wie schon 2012 wird es auch in diesem Jahr wieder Fördermittel zur Verwirklichung von Projekten im Sanierungsgebiet geben. Anders als zuvor, ist diesmal ein monetärerer Eigenanteil von 50 Prozent aufzubringen. Der Antragsteller muss erst einmal in Vorleistung gehen. Maßnahmen zur Beseitigung von Barrieren in der Wilhelmstadt könnten also beantragt werden, schließlich würden sie dazu beitragen, die Funktion der Geschäftsstraße zu stärken und die positive Ausstrahlung zu verbessern. Bis zum 3.5.2013 müssen diese eingegangen sein. Eine Jury entscheidet darüber, welche Projekte bewilligt werden.

 

Ralf Salecker

Kreative Köpfe in der Wilhelmstadt

Neueröffnung eines Ladenateliers

Kreative Köpfe in der Spandauer Neustadt (Foto: Kreative Köpfe)

Kreative Köpfe in der Spandauer Neustadt (Foto: Kreative Köpfe)

Für ein halbes Jahr möchte eine Gruppe junger Erwachsener ein leerstehendes Ladenlokal wieder mit Leben füllen. Ihr Mission: kulturelle Projekte. Momentan wird noch fleißig renoviert, doch schon am Samstag, den 23.02.2013 finden die Feierlichkeiten zur Neueröffnung statt. Wer Lust hat, schaut einfach vorbei.

Wann & wo?

Samstag, den 23.02.2013
um 19.00 Uhr
Adamstraße 13, 13595 Spandau

Mit von der Partie

Das Fotostudio | Ob Fotos mit Freunden, Familie, dem tierischen Freund oder als Paar, kommen Sie zum kostenlosen Shooting. Zudem können Sie noch unsere aktuelle Foto-Ausstellung bestaunen.

Das Impro-Theater | Jede Woche gibt`s hier einen kostenlosen Theaterkurs. Was zählt ist Kreativität, Improvisationstalent, Spontanität und natürlich Spaß! Kommen Sie vorbei und machen Sie mit!

 

Eingeschränkte Öffnungszeiten

Betrifft: Stadtteilbibliothek in Bertolt-Brecht-Oberschule

BibliothekAufgrund von Personalmangel ist die Stadtteilbibliothek in der Bertolt-Brecht-Oberschule nur noch eingeschränkt für die Öffentlichkeit geöffnet.

Ab Montag, den 18.02.2013 nur donnerstags von 11.00 bis 17.00 Uhr.

Alle Leseratten aus der Wilhelmstadt können sich an allen anderen Wochentagen in der Bezirkszentralbibliothek in der Spandauer Altstadt mit Lesestoff eindecken. Die Öffnungszeiten hier:

  • wochentags: 11.00 bis 20.00 Uhr
  • samstags: 10.00 bis 14.00 Uhr.

Bei Fragen steht Ihnen Frau Schmidt (030) 90 279 – 5524 zur Verfügung.

Mobil zur wachsenden Trinkerszene

Mit einem neuen Fahrzeug sollen die Streetworker von SPAX noch effizienter zu ihrer Klientel gelangen

Jeder kennt mindestens eine Stelle im Bezirk, an der sich Gruppierungen zum gemeinsamen Verweilen und Alkoholkonsum versammeln. Besonders beliebt sind dabei Örtlichkeiten in Nähe einer dementsprechenden Verkaufsstelle wie Supermärkten, was in den letzten Jahren auch durch die variablen Ladenöffnungszeiten gefördert wird. Um die Situation in den Spandauer Ortsteilen Altstadt, Wilhelmstadt und Neustadt zu verbessern, wurde Fixpunkt e. V. vom Bezirksamt Spandau mit einem Projekt zur aufsuchenden Sozialarbeit für diese Zielgruppe beauftragt.

Bezirksstadtrat Jürgen Vogt übergab das neue Kraftfahrzeug der SPAX

Bezirksstadtrat Jürgen Vogt übergab das neue Kraftfahrzeug der SPAX.

Aufsuchen und Kontaktstelle

Seit 2010 versuchen die Mitarbeiter von SPAX – dem entsprechenden Projekt der aufsuchenden Sozialarbeit zur Problematik des Alkoholmissbrauchs in der Spandauer Öffentlichkeit – dem entgegenzuwirken und die Betroffenen, meist krankheitsbedingten Konsumenten, zu einem sozialverträglichen Trinkverhalten zu bewegen. Bisher ist SPAX einmalig in Berlin. Aus bezirklichen und Landesmitteln der sozialen Stadt steht nun neben den Räumlichkeiten zum Betrieb einer Kontaktstelle in der Schönwalder Straße 27 auch ein eigenes Fahrzeug zur Verfügung. Am Mittwoch übergab Bezirksstadtrat für Soziales und Gesundheit Jürgen Vogt (CDU) das Auto offiziell den Nutzern. Dadurch entfällt die Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln und es können schneller und einfacher bekannte Sammelpunkte aufgesucht werden.

Am Bahnhof vorerst gescheitert

Das ist auch notwendig, denn wie an der Flankenschanze – einem auch der Polizei bekannten Treffpunkt – befindet sich in unmittelbarer Nähe der Zugang zur Charlie-Rivel-Grundschule. Neben dem Konsum von Alkohol kommt es bereits während der Schulzeit auch zum urinieren, was von Eltern, Bezirksverordneten als auch den  Streetworkern nicht begrüßt jedoch auch nicht unterbunden werden kann. Auch das Herauslösen einzelner Personen aus dem vertrauten Trinkumfeld am Bahnhof Spandau mussten die Sozialarbeiter vorerst als gescheitert erklären.

Die Sozialarbeiter sind nun deutlich mobiler und schneller im Bezirk unterwegs.

Die Sozialarbeiter sind nun deutlich mobiler und schneller im Bezirk unterwegs. Fotos (2): Patrick Rein

Zuwachs an Obdachlosen

Generell steigt die Zahl an Alkoholkranken aber auch Wohnungslosen Personen im Bezirk. Zumindest für die erste Gruppe sind die neben Marzahn in Spandau weiterhin äußerst geringen Mieten ein Anziehungspunkt. Dem entgegenzuwirken ist schwierig und auch nicht förderlich, zudem die bezirklichen Einflussmöglichkeiten gering sind. Umso wichtiger ist die Erhaltung sozialer Einrichtungen wie der SPAX, deren Devise im Umgang mit alkoholischen Getränken in der Kontaktstelle „so viel wie nötig, so wenig wie möglich“ lautet. Neben Gesprächen können Betroffene dort auch ihre Wäsche und sich selbst waschen, da durch die Alkoholkrankheit und damit verbundenen finanziellen Nöten zwar Mieten gezahlt werden, jedoch die Energieversorgung abgestellt wurde. Immer häufiger geraten Personen auch in Obdachlosigkeit. Ziel ist es zudem eine geregelte Tagesstruktur, unter anderem auch durch die Vermittlung von Hilfstätigkeiten, zu schaffen. In den meisten Fällen hat das Jugendamt betroffenen Eltern die Erziehung der Kinder bereits entzogen.

Patrick Rein

Mit Fußball zum Schulabschluss

Nicht nur mit dem neuen Kunstrasenplatz sondern mit der außersportlichen Betreuung der B-Jugendlichen zeigen die Fußballer von Blau-Weiß Spandau Proficharakter

Die außerschulische Betreuung von Kindern und Jugendlichen ist stets ein Thema. Während sich immer mehr freie Träger um Fördermittel streiten und ebenso viele Initiativen gründen, bietet auch die älteste Form der Freizeitgestaltung, der Sportverein, vermehrt übersportliche Angebote um das Sozialverhalten der Heranwachsenden zu stärken. Doch was Axel Vogel, Trainer der B-Jugend von Blau-Weiß, für seine Jungs auf die Beine stellte, hat Vorbildcharakter und steht somit auch verdient im Finale von „Sterne des Sports“.

Stadtrat Gerhard Hanke und der 1. Vorsitzende des FV Blau-Weiß Rainer Annemüller sind nicht nur wegen des neuen Kunstrasenplatzes hocherfreut.

Stadtrat Gerhard Hanke und der 1. Vorsitzende des FV Blau-Weiß Rainer Annemüller (re.) sind nicht nur wegen des neuen Kunstrasenplatzes hocherfreut.

Praktika und Nachhilfe

Während sich die Jungs bei allem rund um den Ball richtig reinknien, so ließ die schulische Begeisterung oftmals zu wünschen übrig. Mit einem Anteil von 67 Prozent von Spielern mit Migrationshintergrund und dem Aufwachsen in einem sozialen Brennpunkt wie der Wilhelmstadt, wollte der Trainer neben fußballerischen Fähigkeiten auch die beruflichen Chancen seiner Jungs verbessern. Mit viel Engagement konnten Partner überwiegend aus dem Handwerk gewonnen werden. Die Idee: Eine Rundumbetreuung nach der Schule. Jetzt gestaltet sich der der Tagesablauf drei Mal wöchentlich aus Schule, Praktikum bei einem der 16 Projektpartner, Mittagsessen und Nachhilfe im Vereinsheim bis hin zum Training.

Das Vereinsheim bietet nur eingeschränkten Platz als Unterrichtsstätte.

Das Vereinsheim bietet nur eingeschränkten Platz als Unterrichtsstätte.

Keine Zeit zum „Mist“ bauen

So sind die Jungs nicht nur weg von der Straße sondern haben auch schulisch Erfolg. Seit Beginn des Projekts erreichte jeder Spieler einen Schulabschluss und konnte teils über die Praktika sogar in eine Ausbildung übernommen werden. Die Finanzierungsanträge der benötigten gut 8.000 Euro jährlich brachten den Polizeibeamten Vogel nochmals an seine Grenzen. Da taten die 4.000 Euro durch Sterne des Sports von der Commerzbank besonders gut. Und noch ist das Projekt sogar im Rennen um die bundesweite Auszeichnung in Gold. Auch Stadtrat Gerhard Hanke (CDU) ist nicht nur stolz auf so viel Einsatz und stellte am Mittwoch nicht den profitauglichen Kunstrasen mit 336.000 Euro Investitionsvolumen sondern dieses Vorzeigeprojekt in den Vordergrund.

Zum Eröffnungsspiel des neuen Platzes empfingen die Blau-Weießn Spandauer die U-23 von Zweitligist Hertha BSC.

Zum Eröffnungsspiel des neuen Platzes empfingen die Blau-Weißen Spandauer die U-23 von Zweitligist Hertha BSC. Fotos (3): Patrick Rein

Umzug in Klassenräume

Mittlerweile wollen viele Jugendliche in Vogel’s B-Jugend kicken – doch nicht wegen der sportlichen Leistung sondern um vom Praktikum-Nachhilfe-Projekt „Fußball und mehr“ zu profitieren. Im Sinne der Nachhaltigkeit zieht sich die Unterstützung sogar über den Schulabschluss hinaus noch in die Berufsschule. Die Nachfrage ist groß doch die räumlichen Kapazitäten des Vereinsheims längst ausgereizt. Stadtrat Gerhard Hanke stellte nun die Nutzung von Klassenräumen in der anliegenden Berthold-Brecht-OS in Aussicht. Doch alle Beteiligten äußerten Bedenken, ob die Begeisterung fürs Angebot nicht gerade an den bisherigen unkonventionellen Räumlichkeiten liegt.

Wieder ein Mal zeigt jedoch das bürgerschaftliche Engagement von Axel Vogel was wir in Spandau alles auf die Beine stellen können.

Patrick Rein

Vorsicht an der Tür: Trickdiebe auch in Spandau unterwegs

Besonders ältere Bewohner sind wieder vermehrt Opfer von Trickdieben an der Haustür geworden

Die Maschen der Verbrecher sind meist nicht neu, dennoch stellen besonders Ältere immer noch ein gefundenes Fressen für kriminelle Energie dar. Dabei sind vermutlich verschiedene Tätergruppen in ganz Berlin und auch Spandau mit unterschiedlicher Taktik unterwegs. Skepsis und Vorsicht sollten daher geboten sein und im Sinne der Nachbarschaftshilfe besonders bei älteren Mitbewohnern ein zusätzliches Auge geworfen werden.

Sicherheitsvorkehrungen an der Tür bieten dennoch Platz um sich vom gegenüber ausweisen zu lassen.

Sicherheitsvorkehrungen an der Tür bieten dennoch Platz um sich vom gegenüber ausweisen zu lassen. Foto: Patrick Rein

Schornsteinfeger weisen sich immer aus

So klingelten beispielsweise am Mittwoch nach Neujahr zwei Männer gegen 11 Uhr an der Wohnungstür eines 81-Jährigen in Zehlendorf und gaben vor, den defekten Schornstein reparieren zu müssen. Nachdem das Duo wieder gegangen war, stellte der Mieter das Fehlen von Schmuck fest. Ebenso eine Woche später um fast dieselbe Uhrzeit erhielt auch eine 73-Jährige in Alt-Hohenschönhausen Besuch zweier angeblicher Schornsteinfeger. Während einer der Männer die Frau ablenkte, entwendete dessen Komplize Schmuck aus dem Schlafzimmer. Gerade Schornsteinfeger weisen sich immer aus und kündigen ihren Besuch auch frühzeitig an.

Telekommunikationsmitarbeiter in Spandau

In Staaken erschienen zur Mittagszeit bei einem 81-Jährigen im Magistratsweg zwei Männer, die sich als Mitarbeiter eines Telekommunikationsunternehmens vorstellten. Sie erbeuteten Geld, als sie den Mann ablenkten. Kurze Zeit später klingelten dann zwei Unbekannte mit derselben Masche bei einer 88-Jährigen im Bollmannweg in der Wilhelmstadt. Nachdem die Männer wieder gegangen waren, stellte die Frau fest, dass ihr Schmuck und Geld fehlten.

Falsche Nachbarschaftshilfe

Unter dem Vorwand, eine Nachricht für einen Nachbarn hinterlassen zu wollen, bat eine Unbekannte in Tempelhof um einen Zettel sowie einen Stift. Während die 88-jährige Mieterin die gewünschten Gegenstände aus der Küche holte, folgte ihr die Frau und hielt plötzlich ein großes Tuch hoch. Als die betagte Dame dann Geräusche aus dem Flur hörte, verscheuchte sie die Unbekannte aus der Wohnung. In diesem Fall wurde glücklicherweise nichts entwendet. Die Ermittlungen zu den Sachverhalten hat das zuständige Fachkommissariat des Landeskriminalamtes übernommen.

Polizei-SpandauTipps der Polizei

Die Polizei rät, niemals Fremde in die Wohnung zu lassen, sich Dienst- bzw. Firmenausweise zeigen zu lassen, bei den jeweiligen Behörden oder Institutionen zur Bestätigung der Richtigkeit anzurufen und im Zweifelsfall Angehörige oder Nachbarn hinzuzuziehen. Wer ehrliche Absichten hat, hat dafür immer Verständnis.

Niemand verlangt von ihnen, selbst den Helden zu spielen und sich körperlich überlegenen Straftätern in den Weg zu stellen. Aber Sie können der Polizei helfen: Prägen Sie sich das Aussehen des Täters ein und alarmieren Sie so schnell wie möglich die Polizei. Von jedem öffentlichen Telefon aus können Sie auch ohne Münzen und ohne Telefonkarte die Notrufnummer 110 wählen – ebenso ist auch beim Handy der Notruf immer kostenfrei verfügbar.

Patrick Rein

Haben Sie sowas schonmal erlebt?

Der lebendige Adventskalender in Spandau

© Dagmar Zimmermann / pixelio.de

© Dagmar Zimmermann / pixelio.de

Pünktlich am 1.Dezember wird in der Spandauer Neustadt und im Spandauer Stadtteil Wilhelmstadt der lebendige Adventskalender eröffnet.

Im Zeitraum vom 1. bis 24. Dezember wird jeden Tag ein Geschäft oder eine Einrichtung eine kleines Aktionangebot haben. Alle Spandauerinnen und Spandauer sind herzlich eingeladen an den Aktionen teilzunehmen.

In der Spandauer Wilhelmstadt

Der Wilhelmstädter Adventskalender wird am 1.12.2012 um 17.00 Uhr feierlich durch Baustadtrat Carsten Röding eröffnet.

Wo? Weinladen Spandau, Metzer Straße 2

Das Angebot des Wilhelmstädter Adventskalenders reicht von gemeinsamen Weihnachtssingen über Plätzchen backen und Bastelaktionen bis hin zu kleinen Quizshows für Jung und Alt.

 In der Spandauer Neustadt

Der Adventskalender der Spandauer Neustadt wird am 1.12.2012 um 16.00 Uhr eröffnet.

Wo? Quartiersbüro, Kurstraße 5

Die Eröffnung wird mit einem „Advent to go“ Zuckerschmaus, einer Ausstellungsführung und dem Weihnachtspostamt gefeiert. Weitere Highlights der kommenden vier Wochen werden sein:

  • Weihnachtströdel im Vivantes-Krankenhaus
  • „Entspannte Momente“ im Hotel Centrovital
  • „Türkisch“ im Feinkostladen der Familie Gögce
  • Weihnachtsgeschichten der Sparkasse Berlin
  • u.v.m.

Mehr Informationen zu den lebendigen Adventskalendern finden Sie unter www.wilhelmstadt-bewegt.de und www.qm-spandauer-neustadt.de – eine schöne Adventszeit!

„Tag der Frau“

Spandauer Wilhelmstadt voll weiblich

© twinlili / pixelio.de

© twinlili / pixelio.de

Am kommenden Samstag, den 24.11.2012 findet in den Räumlichkeiten von VIP’n’Fit die Veranstaltung „Tag der Frau“ statt. Hierbei werden verschiedene Angebote aus den Bereichen Gesundheit, Fitness, Wellness und Ernährung speziell für Frauen vorgestellt. Natürlich gibt es neben Infoständen und Vor- führungen auch Schnupperangebote, die im Rahmen der Veranstaltung wahr genommen werden können. Ein musikalisches Rahmen- programm, Kinderschminken für die Kleinen und eine Tombola runden den Thementag ab. Der Eintritt ist kostenfrei.

Folgende Unternehmen sind vor Ort,

  • Verein für Gesundheitssport (VGS e.V.)
  • Tai Chi Harmonie
  • SalzCity
  • Schoko-Engel
  • My Hair & Beauty Club

 Für 14.00 Uhr ist ein Besuch von Bezirksstadtrat Carsten Röding geplant, seine Meinung zur Veranstaltung:

„Der Tag der Frau in der Wilhelmstadt zielt darauf ab, die Bildung von Netzwerken kleiner lokaler Unternehmen zu unterstützen und den Spandauern die attraktiven Angebote der Wilhelmstädter Unternehmen nahezubringen. „

Wo?

VIP’n’Fit ~ Frauenfitness und Gesundheitscoaching
Pichelsdorfer Straße 31
13595 Spandau
Telefon (030) 35 10 38 97