Temperaturanstieg um über 2 Grad Celsius erwartet

In Folge des Klimawandels werden sich die Temperaturen, Niederschlagsmengen und Wintermonate drastisch verändern

Wer ist momentan nicht vom bisherigen Sommer enttäuscht? Ständiger Regen, Temperaturen um die 20 Grad und keine Sonne. In sozialen Foren wie Facebook versucht man es mit Humor zu nehmen und postet lustige Comics zum Thema. Schwimmbäder, Biergärten, open air Kinos und Strandbars hingegen verzeichnen deutliche Umsatzeinbußen und dennoch wird von Klimawandel und sogar Klimakatastrophe gesprochen. Ein Widerspruch?

Verregnete Straßen wie hier auf dem Altstädter Ring prägen bisher den Sommer.

Verregnete Straßen wie hier auf dem Altstädter Ring prägen bisher den Sommer.

Veränderungen werden kommen

Auch wenn in Deutschland bei diesem bisherigen Sommer nichts von einer Klimaveränderung bemerkbar ist, so sind diese momentan in Europa und weltweit bereits deutlich erkennbar. Und: Trotz aller Bemühungen werden sie nicht mehr abzuwenden sein, wie Prof. Dr. Fritz Reusswig vom Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung (PIK) vor einiger Zeit im Kulturhaus auf Einladung der Spandauer Klimawerkstatt in einem Vortrag erklärte. Demnach erwartet auch Berlin einen Temperaturanstieg von durchschnittlich 2,5 Grad Celsius bis 2050, der am deutlichsten in den Frühlingsmonaten April und Mai spürbar sein wird. Während die Niederschläge im Sommerhalbjahr um bis zum Teil mehr als 15 % zurückgehen, werden die Winterhalbjahre deutlich feuchter. Zudem nimmt die Häufigkeit und Intensität von Extremereignissen zu. Starkregen treten vermehrt im Winter auf, wobei Kälteextreme seltener werden. Im Sommer hingegen nehmen die Wärmeextreme zu, es ist vermehrt mit langen Hitzeperioden, tropischen Nächten und Hitzetagen zu rechnen. All das wird weitreichende Folgen auf die Ökonomie und Gesundheit haben. Wie im Bericht „Klimawandel und Kulturlandschaft Berlin“ des PIK nachzulesen ist.

Das Kraftwerk Reuter in Spandau ist einer der Stromversorger Berlins.

Das Kraftwerk Reuter in Spandau ist einer der Energieversorger Berlins.

Städte sind Hauptverursacher

Rund 80 Prozent des weltweiten CO2 Ausstoßes wird von Städten verursacht. „So liegen beispielsweise die Emissionen Londons über denen von ganz Griechenland“, führte Prof. Reusswig weiter aus. Den Städten kommt damit eine besondere Verantwortung zu. Denn selbst wenn die angerichteten Schäden der letzten Jahrzehnte nicht mehr rückgängig zu machen sind, so gilt es doch eine Verschärfung zu verhindern. Im Klartext: Die oben beschriebenen Veränderungen werden kommen. Mit jetzt zu treffenden Maßnahmen können lediglich noch drastischere Konsequenzen beziehungsweise eine Beschleunigung verhindert werden.

Durch den Umstieg auf Fernwärme spart Spandau CO2 ein.

Durch den Umstieg auf Fernwärme spart Spandau CO2 ein. Fotos (3): Patrick Rein

Wirtschaftliche Interessen vorrangig

In diesem Zusammenhang sind auch Spandaus Bestrebungen den CO2 Ausstoß zu verringern – wie durch den Umstieg auf Fernwärme bei Mietwohnungen oder dem vorbildlichen Bau einer umweltgerechten Produktionsstätte von Florida Eis – wichtig und notwendig. Doch die Welt können wir und Berlin, dessen wichtigstes Zukunftsziel die Senkung der in der Stadt entstehenden CO2-Emissionen ist, nicht. Immer wieder stehen wichtigen Klimaschutzmaßnahmen wirtschaftliche Interessen entgegen. Und so lange Hauptverursacher wie China und die USA sich nicht an den Beschlüssen der Weltklimakonferenzen beteiligen, sind deutsche Bestrebungen wichtig als Vorbildcharakter – doch leider dennoch weiterhin nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Patrick Rein


Zu finden unter: News

Tags:

Artikel drucken Artikel drucken

Über den Autor:

RSSKommentare(0)

Trackback URL

Feedback

You must be logged in to post a comment.

Jetzt Neu: Kleinanzeigen in Berlin und Spandau