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Mehr Cafe als Mensa

Spandaus Ganztagsgymnasium setzte ein ganz eigenes Einrichtungskonzept bei seiner Mensa in die Realität um.

Am Mittwoch wurde die neue Mensa der Carl-Friedrich-von-Siemens-Oberschule offiziell eingeweiht. Nach über einjähriger Bauzeit ist es den Verantwortlichen des Bezirks und der Schule gelungen ein wahres Schmuckstück zu errichten, welches in Berlin seinesgleichen sucht. So wurde bei der Inneneinrichtung der Mensa ein Weg gesucht und in Abstimmung mit dem Bezirksamt letztendlich auch gefunden: So erinnert die Einrichtung nun eher an eine „In-Lokalität“ im Bezirk Mitte als an eine einfache Schulmensa in Spandau.

Blick in den Speiseraum, ausgestattet mit nußbaumfarbenen Tischen und Stühlen im „Caféhaus-Charakter“

Blick in den Speiseraum, ausgestattet mit nußbaumfarbenen Tischen und Stühlen im „Caféhaus-Charakter“

Beeindruckendes Ergebnis

In seiner Ansprache ließ Bildungsstadtrat G. Hanke noch einmal die Geschichte Revue passieren, wie aus der Carl-Friedrich-von-Siemens-Oberschule Spandaus erste Ganztagsschule wurde. Zwar hatte dieser anfangs eine zentral gelegene Schule im Bezirk dafür präferiert, doch wollte sich lediglich die Carl-Friedrich-von-Siemens der Herausforderung stellen. Aus seiner Sicht ist das Ergebnis der Umbauarbeiten beeindruckend, und dennoch sei es aber auch nur ein Teil von weiteren dringenden baulichen Erneuerungen und Veränderungen an der Schule. Zu der neuen Mensa führte Schulleiter Pohl aus: „Die neue Mensa ist toll geworden. Die Ausstattung ist viel ansprechender als die einer „normalen“ Mensa“. Ich hoffe, dass wir mit der Einrichtung der Mensa auch Vorreiter für andere Schulen in Berlin sein werden.“

Auch die ehemaligen Flure wurden für Steh-/Hochsitztische, wie in einer Bar, genutzt.

Auch die ehemaligen Flure wurden für Steh-/Hochsitztische – wie in einer Bar – genutzt. Fotos (2): C. Kaiser-Gernoth

Vorbehalte des Bezirksamtes

Dem konnte die stellvertretende Schulleiterin Kremer nur noch ergänzen: „Für den Ganztagbetrieb der Schule ist die Mensa ein wichtiger Punkt. „Es war ein gewisser „Kampf“ uns gegen einige Vorbehalte des Bezirksamts bei der Inneneinrichtung durchzusetzen. In vielen Abstimmungen mit den Verantwortlichen des Bezirksamts konnten wir jedoch dieses besondere Konzept verwirklichen. Ich bin froh und freue mich, dass unserer Schule hiermit etwas Einzigartiges in Berlin gelungen ist. Der Entwicklungsprozess des einzigen Spandauer Ganztagsgymnasium wird also auch im neuen Schuljahr mit einem erweiterten Angebot für die Schülerinnen und Schüler fortgesetzt und wir haben uns in den nächsten Jahren noch viel vorgenommen, wie zum Beispiel die Umgestaltung unseres Schulhofes.“

Patrick Rein

Kompetenzzentrum Spandau Inklusiv

Individuelle Kompetenzen von Behinderten in den Fokus stellen

Teilhabe ermöglichen (Foto: Ralf Salecker)

Teilhabe ermöglichen (Foto: Ralf Salecker)

In Spandau startet ein Projekt, welches sich der gesellschaftlichen Teilhabe von behinderten Menschen widmet. Es wendet sich an Arbeitgeber, wie Arbeitssuchende mit Behinderung gleichermaßen. Ziel ist es Behinderte langfristig in den ersten Arbeitsmarkt einzugliedern. Dabei sollen die mentalen Barrieren bei Arbeitgebern abgebaut werden. Noch werden an behinderte Menschen andere Maßstäbe angelegt als an nicht behinderte Menschen. Unterstützend werden Fördermöglichkeiten vorgestellt, um die Schaffung von regulären Arbeitsplätzen für Behinderte zu unterstützen.

Behindertenrechtskonvention

10 Prozent der Menschheit leben mit einer Behinderung. Man nimmt an, dass diese Zahl eher noch zunehmen wird, da Menschen immer älter werden. Behinderte Menschen haben es in unserer Gesellschaft noch immer nicht einfach. Das ist leider immer noch eine banale Erkenntnis. Daran auch das 2008 in Kraft getretene Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, gemeinhin auch Behindertenrechtskonvention genannt. Es wurde von 128 Staaten und der EU ratifiziert. Dieser völkerrechtliche Vertrag, der namentlich Menschenrechte für die Lebenssituation behinderter Menschen bestimmt, soll Behinderten eine gleichberechtigte Teilhabe bzw. Teilnahme am gesellschaftlichen Leben  ermöglichen.

Theoretische Rechte bedeuten noch immer nicht den Abbau von Vorbehalten, die in den Köpfen der Menschen existieren. An welchen Formalien sich manchmal Differenzen entwickeln können, zeigte schon der etwas missglückte Versuch, eine deutsche Übersetzung der englischsprachigen Version der Konvention zu verfassen. Betroffene in Deutschland, sowie deren Verbände kritisierten die deutsche Übersetzung des englischen Begriffs Inklusion mit Integration, da hierbei oft eine starke Forderung zur Anpassung im Raume steht. Bei der Integration geht es eher darum, Unterschiede wahrzunehmen und Getrenntes wiedereinzugliedern. Inklusion will dagegen den individuellen Bedürfnissen aller Menschen Rechnung tragen, sie bedeutet die gleichberechtigte Teilhabe an der Gemeinschaft.

Drei Bausteine zum Erfolg

Baustein 1 des Projekt Kompetenzzentrum Spandau Inklusiv (KoSI) widmet sich den Arbeitssuchenden mit Behinderung. Sie sollen in allen Lebenslagen auf dem Weg in den regulären Arbeitsmarkt beraten und begleitet werden. Es gilt ihre Fähigkeiten zu finden und sie entsprechend bei der Berufsfindung zu unterstützen.

Baustein 2 wendet sich direkt an Unternehmen. Erfahrungsgemäß gibt es unzählige Vorbehalte bezüglich der Leistungsfähigkeit von Behinderten. Das Projekt will Vorurteile abbauen und Vorteile darstellen, die für eine Einstellung von Behinderten als durchaus qualifizierte und vollwertige Arbeitskräfte sprechen. Es gilt die optimalen Einsatzmöglichkeiten zu finden. Schulungen sollen die Unternehmer dabei unterstützen.

Baustein 3 widmet sich der Kommunikation. Alle gewonnenen Erfahrungen, Angebote wichtige LINKS und Informationen müssen auf einer barrierefreien Internetseite so aufbereitet werden, damit möglichst viele Menschen mit unterschiedlichsten Behinderungen davon profitieren. Das kann in Form von Videos, einfacher Sprache usw. geschehen.

Dabei sind sich die Projektausführenden durchaus ihrer Grenzen bewusst. Jemand, der nicht lesen kann, wird kaum den Computer und eine Suchmaschine bedienen können, um auf diese Internetseite zu gelangen. Insgesamt geht es immer wieder darum, die die Sicht auf Behinderte und die Haltung ihnen gegenüber zu verändern, nur so können Lösungen gefunden werden, die den Umständen entsprechen. Der Blick muss sich von einer reinen Leistungsorientierung hin zu einer Berücksichtigung von individuellen Kompetenzen verändern.

Weitere Informationen

  • Projektkoordinatorin Kathleen Schmidt, Tel. 264 76 20
  • Internet: www.evangelisches-johannesstift.de/die-wille/kompetenzzentrum-spandau-inklusiv
  • E-Mail: behindertenbeauftragter@ba-spandau.berlin.de
  • Beauftragtenbüro: Tel. 90279 3110

 

Ralf Salecker

Investitionen, Sanierungen und Fehler an Schulen

Zwar wurden über das Konjunkturprogramm II zahlreiche Schulgebäude saniert dennoch wird die Zielgruppe nicht immer erreicht.

Nicht nur Bezirksbürgermeister Kleebank (SPD) machte gestern Station während seiner Bildungstour an der Robert-Reinick-Grundschule, auch CDU-Bundestagsabgeordneter Kai Wegner nahm diese und zwei weitere in Augenschein. Als Abgeordneter hatte Wegner zusammen mit der Bundesregierung den Weg zum Konjunkturprogramm II zur Sanierung von Schulgebäuden frei gemacht. Allein Spandau nahm aus den bereitgestellten Mitteln rund 15 Millionen Euro in Anspruch.

Die CDU-Politiker Stadtrat Gerhard Hanke, Bundestagsabgeordneter Kai Wegner und Abgeordneter Matthias Brauner (v. li) in Siemensstadt unterwegs.

Die CDU-Politiker Stadtrat Gerhard Hanke, Bundestagsabgeordneter Kai Wegner und Abgeordneter Matthias Brauner (v. li) waren in Siemensstadt unterwegs.

Unglaubliche Baumängel

Somit konnten unter anderem an der Schule an der Jungfernheide eine Haupt- und Realschule zur integrierten Sekundarschule zusammengelegt werden. Erste Umbaumaßnahmen sind bereits abgeschlossen, dennoch wird die Schülerschaft bis zur endgültigen Fertigstellung auch in einem provisorischen Container unterrichtet. Weitaus größere Probleme zeigten sich hingegen bei der Robert-Reinick-Grundschule. Hier offenbarte sich nach Abschluss eine ganze Reihe von Baufehlern. Während ein funktionsfähiges Wandtelefon auf der Bühne der Aula noch für Belustigung sorgt, sind die klimatischen Bedingungen im obersten Treppenaufgang sowie Luftabzüge in den naturwissenschaftlichen Räumen ein weitaus größeres Ärgernis. Bezirksstadtrat Gerhard Hanke (CDU) ärgerte sich besonders über diesen Zustand, verwies jedoch darauf dass man das Gebäude erst nach Abschluss der Bauplanung vom Bezirk Charlottenburg „geerbt“ habe. Doch auch bei der Hans-Carossa-Oberschule wurden damals nach den Fertigstellung der Baumaßnahmen rund 1000 Mängel festgestellt.

Nicht nur Schulleiterin Ingrid Schmidt ärgert sich über Baumängel an der Robert-Reinick-Grundschule.

Nicht nur Schulleiterin Ingrid Schmidt ärgert sich über Baumängel an der Robert-Reinick-Grundschule. Fotos (2): Patrick Rein

Viel investiert

Bei der dritten Station an der Carl-Friedrich-von-Siemens-Oberschule verliefen die Bauarbeiten weitaus erfreulicher und stolz präsentierte Schulleiter Pohl die neue Mensa, welche in den nächsten Wochen auch den Schülerinnen und Schülern zugänglich gemacht wird. Doch auch der Bezirk sowie das Land haben viel in die Schulen investiert um ein angenehmes Lernumfeld zu schaffen: Computerräume, modernste Beamer bis hin zu kreidelosen Unterrichtsräumen mittels digitaler Übertragungstechnik aber auch Tischfußball zur Freizeitgestaltung sind an vielen Schulen zu finden. Dennoch ist ein Erfolg weiterhin von der Lehrerschaft abhängig. Deren Ausbildung und Einstellungen in den Schulbetrieb sind entscheidender als nur Investitionen in Räumlichkeiten und Ausstattung.

Passend dazu wurden gestern Abend in einem Fernsehbeitrag zwei Spandauer Jugendliche gezeigt, welche frühzeitig ihre Schullaufbahn abgebrochen haben. Einem von beiden konnte erst ein  Schulsozialarbeiter eine Perspektive aufzeigen. Beide stammen laut Beitrag aus Hartz-IV Familien. Neben der Ausgliederung der Erziehungsarbeit an die Schulen bleiben demnach die Eltern Vorbilder – wenn auch negativ – und zeigen Lebensstile auf, von denen sich Jugendliche nur schwer distanzieren. Dem Beitrag nach gibt es in den Spandau Arcaden bereits eine Gruppierung der „center chiller“: Minderjährige die dort „abhängen“ und übermäßig Alkohol konsumieren.

Patrick Rein

Der Jugendarbeitslosigkeit entgegenwirken

Auf dem anhaltenden Programm der Bildungstour des Bezirksbürgermeisters Helmut Kleebank stand der Besuch der bbw Berufsvorbereitungs- und Ausbildungsgesellschaft mbH in Spandau.

Der Standort am Brunsbütteler Damm 143-147 wurde bereits im Jahr 2006 vom Jugendaufbauwerk als Bildungseinrichtung übernommen. Seitdem werden hier Jugendliche angesprochen, für die nach dem zehnten Schuljahr die Wahl des Ausbildungsplatzes ansteht und die es besonders schwer haben eine geeignete Ausbildungsstelle zu finden. Nun verschaffte sich Bezirksbürgermeister Kleebank – vor seiner jetzigen Tätigkeit selbst Schulleiter – auf seiner fortwährenden Bildungstour durch den Bezirk selbst einen Eindruck.

Bezirksbürgermeister Kleebank (Mitte) wurde beim Besuch der bbw vom SPD-Bundestagsabgeordneten Swen Schulz (li.) begleitet.

Bezirksbürgermeister Kleebank (Mitte) wurde beim Besuch der bbw vom SPD-Bundestagsabgeordneten Swen Schulz (li.) begleitet. Foto: Bezirksamt Spandau

Erfolgreiche Eingliederung

Um die Jugendlichen auf ihrem Weg ins Berufsleben zu unterstützen und auf die Ausbildung vorzubereiten, führt die bbw in Berlin und Spandau seit dem Schuljahr 2006/2007 erfolgreich das Senatsprojekt MDQM (Modulare Duale Qualifizierungs-Maßnahme) durch. Dieses gehört zum Regelangebot schulischer Leistungen gemäß dem Berliner Schulgesetz. Das mit Hilfe des Landes Berlin mitfinanzierte Projekt wurde als Modellprojekt mit ESF-Förderung entwickelt. Berlinweit befinden sich derzeit an zwei Standorten ca. 3900 Schülerinnen und Schüler in insgesamt 20 Gewerken, darunter des kaufmännischen Bereichs, des Handwerks, technischer und gestalterischer Berufe.

Finanzierung ungewiss

Allein in Spandau werden zirka 400 Schülerinnen und Schüler von 35 pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betreut. Die Erfolgsbilanz dieser Bildungseinrichtung spricht dabei für ein gutes Ausbildungspersonal, dass in der Lage ist, die Jugendlichen trotz fehlender Ausbildungsvergütung, so zu motivieren, dass bei Wettbewerben bereits Bundes- und Landessieger aus den verschiedensten Berufsfeldern hervorgingen. Zudem finden über 80 Prozent der Jugendlichen im Anschluss einen Arbeitsplatz. Doch zum Bedauern des Geschäftsführers Herrn Velten musste dieser mitteilen, dass die ESF- Förderung des Projektes im August 2015 eingestellt wird.

Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank hierzu: „Das erfolgreiche Konzept dieser Bildungseinrichtung in Spandau spricht dafür, dass dieser Standort unbedingt erhalten werden muss. Die Tatsache, dass die Jugendarbeitslosigkeitsquote des Bezirkes Spandau im berlinweiten Vergleich im letzten Drittel liegt, bekräftigt meine volle Unterstützung für die Entwicklung und Realisierung der weiteren qualifizierten Fortführung dieser Berufsausbildungsvorbereitung an diesem Standort. Derzeit erarbeitet der Bezirk Spandau zusammen mit dem Jobcenter und der Arbeitsagentur einen Masterplan gegen Jugendarbeitslosigkeit.“

Patrick Rein

BarCamp in der Spandauer Neustadt

Der erste Versuch brachte nicht das gewünschte Ergebnis

Philippe Royer, Initiator des BarCamps (Foto: Ralf Salecker)

Philippe Royer, Initiator des BarCamps (Foto: Ralf Salecker)

Es sollte eine ambitionierte Veranstaltung werden, wie es sie bisher in Spandau nicht gegeben hat. Ein BarCamp, auf dem in konstruktiven Workshops praktikable Ideen für die Spandauer Neustadt entwickelt werden. Kreative, Gewerbetreibende, Freiberufler, Interessierte Anwohner, kurz alle, die realisierbaren Ideen Interesse haben, sollten für ein paar Stunden „in Klausur“ gehen. Der erste Versuch ist als misslungen anzusehen.  Die Ursachen liegen in der ungenügenden Vorbereitung konkreter Themen, wie auch der fehlenden Erfahrung der Teilnehmer, im gemeinsamen Austausch Ideen in kurzer Zeit zu einem im Ansatz verwirklichbaren Konzept zu entwickeln – trotz einer engagierten Diskussion.

Was ist ein BarCamp?

Der eine oder andere wird spontan an ein gemütliches Beisammensein an der Bar denken. Eine Freizeitveranstaltung ist eine solche Veranstaltung keineswegs. Ganz kurz gesagt, ist ein BarCamp eine „Unkonferenz“, eine „Nicht-Konferenz“. Das macht es nicht gerade verständlicher. Konferenzen sind hierarchisch angelegte Veranstaltungen. Genau dies will ein BarCamp nicht sein. Ein weiterer Punkt ist die Offenheit für alle. Kein elitärer Zirkel soll hier tätig sein. Jeder, der meint, eine gute Idee zu haben, kann diese in der Runde vorstellen.

Die Idee muss gut genug sein, um einige Anwesende in der Runde so begeistern. Uninteressante Themen fallen durch. dass sie sich gemeinsam für eine Zeit zurückziehen, um sich genau diesem Thema intensiv zu widmen. Das Wochenende füllt sich so mit vielen kurzen Workshops, Diskussionen, Vorträgen und Präsentationen, die sich die Teilnehmer auf dem BarCamp eigenständig erarbeitet haben. Wichtig ist immer das Prinzip der Gleichberechtigung und der aktiven Teilnahme aller – Wissen, Ideen und Erfahrungen zu teilen und nicht nur zu konsumieren.

Im Café Paule war es eher eine bunte Diskussion

Interesse und Begeisterung war im Café Paule durchaus vorhanden. Der Wunsch nach einem touristischen Konzept nahm einen großen Teil der Redezeit ein. Aus einem leerstehenden Hotel soll ein preiswertes Rucksackhotel für radelnde und nichtradelnde Besucher entstehen. Nahe am Radweg Berlin-Kopenhagen gelegen, könnte es der ideale Anlaufpunkt für Besucher werden. Mit einem Audioguide soll vor allem Neugierigen aus Berlin der Kiez näher gebracht werden. Geschichten aus dem Leben gegriffen und nicht historische Geschichten bilden dabei den Schwerpunkt. Der Verkauf  von Produkten aus der Umgebung ermöglicht es auch Kleinstunternehmern, sich eine Existenz aufzubauen. Urban Gardening , am Beispiel des gemeinschaftsgarten in der Mittelstraße weckte die Phantasie, damit auch wirtschaftliche Erträge erzielen zu können. Ernüchtert musste man sich eingestehen, dass hier kaum eine Existenz aufgebaut werden kann.

Insgesamt diskutierten etwas mehr als ein Dutzend Teilnehmer bunt durcheinander. Ein Thema beständig und konstruktiv zu verfolgen, schien nicht ganz einfach zu sein. Begeisterung und Engagement war vorhanden, aber nicht die ausgeprägte Motivation, eine Idee in ein konkretes Projekt münden zu lassen. Ein Anfang ist gemacht. Beim nächsten Mal müssen alle Seiten sich die grundlegende Idee des BarCamps verinnerlichen, um besser vorbereitet in die Runde zu gehen. Es liegt bei solchen Veranstaltung auch in der Verantwortung der Teilnehmer, ein nutzbares Ergebnis zu erzielen.

 

Ralf Salecker

Vergessene Schätze wiederbeleben

Die Hofstelle Havelmaten entwickelt sich zum Umwelt-Bildungszentrum Berlin-Gatow.

Neben der Entdeckung der Insel Eiswerder durch die Meilenwerk AG hat nach langer Verwahrlosung auch die Hofstelle Havelmaten am Kladower Damm eine neue Bedeutung gefunden. Bereits im Jahr 2003 wurde die Hofstelle als landwirtschaftlicher Betrieb aufgegeben. Für das bezirkseigene Grundstück mit der ehemaligen Hofstelle und Teile der anliegenden Landwirtschaftsfläche wurde eine Konzeption zur Vergabe ausschließlich an gemeinnützige Träger – die Zwecke des Naturschutzes und der Landschaftspflege sowie der Naturschutzbildung verfolgen – entwickelt.

Statt einer Grundsteinlegung wurde unter anderem von Bezirksstadtrat Carsten Röding eine Art "Zeitkapsel" in den Bestand eingelassen.

Statt einer Grundsteinlegung wurde unter anderem von Bezirksstadtrat Carsten Röding eine Art “Zeitkapsel” in den Bestand eingelassen.

Altes bleibt erhalten, Neues kommt

Dementsprechend wurde ein Interessenbekundungsverfahren im Rahmen des Projektes Gatow (Strategisches Konzept zur Standortentwicklung Gatow) unter Beteiligung der anerkannten Naturschutzverbände in Berlin durchgeführt. Mit dem neugegründeten Umweltbildungszentrum Berlin sowie dem Naturschutzbund NABU – Landesverband Berlin e.V. konnte daraufhin ein Kooperationsvertrag geschlossen werden. In der Grundstruktur werden das ehemalige Scheunengebäude und Gesindehaus entkernt und in der ehemaligen Kubatur und Materialität erneuert sowie durch einen Neubau auf bestehenden Fundamenten nach dem neuesten Stand der Technik zu einem Dreiseitenhof ergänzt. Nach den Umbaumaßnahmen ist dann eine vielseitige Nutzung der Gebäude unter anderem als Gastraum, Lehrküche, Seminar- und Büronutzung sowie Gäste- und Wohnnutzung möglich. Der Abriss der nicht mehr verwendbaren Bauteile begann bereits im Oktober 2012.

Viel Neues aber auch Bestand vom alten Bauernhof "Havelmaten" findet seine neue Bestimmung.

Viel Neues aber auch Bestand vom alten Bauernhof “Havelmaten” findet seine neue Bestimmung. Fotos (2): Patrick Rein

Vision wird Wirklichkeit

Der ehemalige Bauernhof „Havelmaten“, südlich von Gatow  und an der Havel gelegen , soll ein Ort für „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ werden. Im Sommer 2012 hat der Bau des Umwelt-Bildungszentrums Berlin in Gatow begonnen. Damit wird, umgeben von landwirtschaftlicher Nutzfläche, auch ein Treffpunkt für Anwohner und andere Interessierte geschaffen. So wird auch an die erfolgreiche Veranstaltung im letzten Jahr, im damals noch provisorisch hergerichteten ehemaligen „Leutehauses“ angeboten, anknüpft. Schwerpunkt des Bildungsangebots wird jedoch nach der geplanten Eröffnung in 2014 in der Aus- und Weiterbildung gastronomischer Berufe für Menschen mit Handicap liegen. Zusätzlich werden Workshops und Seminare zu Ökologie, Gesundheit und Persönlichkeitsentwicklung angeboten.

Neben dem Beispiel Eiswerder und Havelmaten schlummern in Spandau noch weitere vergessene Schätze und warten darauf wiederentdeckt zu werden.

Patrick Rein

Sprache ist der Schlüssel

Bezirksbürgermeister Kleebank ehrte engagierte Jugendliche im Projekt Sprachstube Deutsch für ihren ehrenamtlichen Einsatz.

Die jugendlichen Vorbilder, die sich ehrenamtlich im Falkenhagener Feld in einem Stadtgebiet mit besonderem Entwicklungsbedarf engagieren, wurden am Montag im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung durch Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank geehrt und eine Urkunde überreicht. Seinen Ursprung fand die Sprachstube im Wedding im Jahr 2004 von dort aus ging es über Reinickendorf bis die Idee 2009 auch in Spandau etabliert wurde. Viele Bilder und Informationen zum Projekt veranschaulichten die Arbeit der Sprachförderer/innen.

Bezirksbürgermeister Kleebank ehrte die Schülerinnen und Schüler für ihren ehrenamtlichen Einsatz bei der Sprachstube.

Bezirksbürgermeister Kleebank ehrte die Schülerinnen und Schüler für ihren ehrenamtlichen Einsatz bei der Sprachstube.

Spielerisch Deutsch lernen

Im Projekt Sprachstube Deutsch führen Jugendliche im Alter von 15 bis 20 Jahren, vorrangig mit Migrationshintergrund, kleine Kinder nichtdeutscher Herkunftssprache spielerisch an die deutsche Sprache heran. Auch die Jugendlichen sammeln dabei wertvolle vorberufliche Erfahrungen, engagieren sich bewusst für den eigenen Kiez und können ihre Zweisprachigkeit als wertvolle Ressource nutzen. So bekannte auch Klara als eine der Geehrten, dass die Lehrenden oftmals mehr bekämen, als dass sie eigentlich geben würden. Viele sind schon seit Jahren dabei und wollen die eigenen Erfahrungen nicht mehr missen. Klara führte daher weiter aus: „Wer das Ehrenamt nicht kennt, hat was verpennt.“

Geförderte Kinder überreichten Blumen an ihre Sprachlehrer, Klara (re.) stellte das Ehrenamt in den Vordergrund.

Geförderte Kinder überreichten Blumen an ihre Sprachlehrer, Klara (re.) stellte das Ehrenamt in den Vordergrund. Fotos (2): Patrick Rein

Erfolgreiche Schullaufbahn

Die Kinder im Vorschulalter erfahren in vertrauter häuslicher Umgebung wertvolle individuelle Sprachbetreuung, sie verbessern ihren Wortschatz und ihre Ausdrucksmöglichkeiten. In einem kreativen Prozess gemeinsamer und spielerischer Kommunikation wird so der Grundstein für eine erfolgreiche Schullaufbahn gelegt. Auch die Mütter erhalten Informationen zu Sprachkursen für Erwachsene im Bezirk. Das Projekt Sprachstube Deutsch erhielt bereits diverse regionale und überregionale Auszeichnungen und Preise, wie beispielsweise den ersten Platz des Heinz-Westphal-Preises des Deutschen Bundesjugendrings (2007), Nationaler Bürgerpreis in der Kategorie „Junior“ der Initiative „für mich, für uns, für alle“ (2008), den 2. Platz beim Berliner Hauptstadtpreis für Integration und Toleranz der „Initiative Hauptstadt Berlin e.V.“ (2008) und den Werner Salomon-Preis im Rahmen des Spandauer Präventionsprojektes „Stark ohne Gewalt“ (2012).

Sprachstube Deutsch®Team:

  • Olga Kemer
  • Teresa Weis
  • Kraepelinweg 13
  • 13589 Berlin-Spandau
  • Tel.: 030 / 37 15 15 20

Die Sprachstube Deutsch ist ein Angebot des 1995 gegründeten Trägers casablanca gGmbH. Seither wurde der Schwerpunkt Erziehungshilfe und Familienförderung kontinuierlich ausgebaut. Die casablanca gGmbH hält ein breites Spektrum an Angeboten und Hilfen in verschiedenen Lebenslagen bereit und ist in mehreren Bezirken Berlins tätig.

Patrick Rein

Spandauer Schulhof belegt 1. Platz

Carl-Friedrich-von-Siemens-OS gewann den Landesschülerwettbewerb “Bewegung und Begegnung = Unser Schulhof”.

Am Montag erhielt die Spandauer Carl-Friedrich-von-Siemens-Oberschule den 1. Preis des Landesschülerwettbewerbs „Bewegung und Begegnung = Unser Schulhof“ der deutschen Landschaftsgärtner. Spontan erklärte sich der anwesende Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank während des Festaktes bereit, ab jetzt die Schirmherrschaft über das Projekt „Die Hofhelden“ zu übernehmen.

Hintere Reihe v.li.:  Hr. Mingramm (Fachverband Garten- und Landschaftsbau), Hr. Pohl (Schuldirektor), Olivia und Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank mit der Urkunde, Fr. Kremer (stellv. Schulleiterin), Hr. Page und Fr. Hertzsch (leitende Künstler) Vordere Reihe: Janine und Resul, Fr. Sieber (koordinierende Lehrerin), Hr. Cremer (Kulturagent)

Hinten v.li.: Hr. Mingramm (Fachverband Garten- und Landschaftsbau), Hr. Pohl (Schuldirektor), Olivia und Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank, Fr. Kremer (stellv. Schulleiterin), Hr. Page und Fr. Hertzsch (leitende Künstler)
Vorne: Janine und Resul, Fr. Sieber (koordinierende Lehrerin), Hr. Cremer (Kulturagent)

Hofhelden führten durchs Programm

Neben der neuen Dienststellenleiterin der Schulaufsicht Spandau, Frau Füllgraf, und Herrn Giesen vom Kooperationspartner Siemens AG waren um die 30 Gäste aus Politik, Elternschaft und Vertreter von bezirklichen Programmen, welche sich mit der Gestaltung von Lernwelten befassen, anwesend. Die 40 Hofhelden führten währenddessen souverän durch die Veranstaltung und riefen auch lokale Firmen dazu auf, ihr Projekt mit Materialien für den Bau einer Bühne, Sitzgelegenheiten und Wandmalereien zu unterstützen.

Gemeinsam sahen sich die Gäste und Schülerschaft die entsatndenen Videoclips zur Sponsorenansprache an.

Gemeinsam sahen sich die Gäste und Schülerschaft die entstandenen Videoclips zur Sponsorenansprache an.

Demokratisch gestalten

Im Rahmen des Modellprogramms „Kulturagenten für kreative Schulen“ entstand das Projekt „Die Hofhelden“. Hierzu hatten sich die SchülerInnen zusammen mit den Künstlern Eva Hertzsch und Adam Page kreativ mit ihrem Schulgelände auseinandergesetzt und Ideen entwickelt, wie ihr Schulhof anders genutzt und gestaltet werden kann. Im Zentrum des Projekts stand gleichsam die Schülerbeteiligung als auch die Frage, wie der Schulhof demokratisch und umweltschonend verschönert werden kann. Die Hofhelden gestalteten demnach ihren Schulhof und erlebten gleichfalls einen demokratischen Prozess. Für das kommende Schuljahr ist geplant, dieses „Lernen in ökologischer und sozialer Verantwortung am Campus Siemens“ als neuen Lernbereich am Gymnasium aufzubauen.

Hr. Mingramm vom Fachverband Garten- und Landschaftsbau überreichte im Beisein von Bezirksbürgermeister Kllebank die Urkunde an die Schülerinnen und Schüler des Projekts.

Hr. Mingramm vom Fachverband Garten- und Landschaftsbau überreichte im Beisein von Bezirksbürgermeister Kleebank die Urkunde. Fotos (3): C. Kaiser-Gernoth

Prominente Unterstützer

Um kompetent agieren zu können, unternahmen die Hofhelden im Vorfeld mehrere Exkursionen zu Firmen und informierten sich dort über die Gestaltung der Freiräume und Freizeiten. Sie wählten schließlich drei Ideen zur Umsetzung bis 2015 aus: Sitzplätze, Hofbühne und Wandmalerei. Nun werden noch Sponsoren gesucht. Diese sollen mit ansprechenden und professionell erstellten Werbeclips gewonnen werden. Die Clips – in denen sich Rihanna, Barack Obama und Christiano Ronaldo zusammen mit den Hofhelden für einen schöneren Schulhof engagieren – wurden während der Veranstaltung ebenfalls vorgestellt. Die Videoinstallation kann noch bis zum Ende des Schuljahrs in der Glashalle des Gymnasiums besucht werden.

Mit den tollen Ideen und einer gelungenen graphischen Umsetzung haben die Hofhelden den Landesschülerwettbewerb gewonnen und nehmen somit beim Bundesfinale am 7. und 8. Juni 2013 auf der Internationalen Gartenschau in Hamburg teil. Dort haben sie die Chance eine Teilrealisierung ihres Projektes im Wert von 5.000 Euro zu gewinnen.

Patrick Rein

Gleich drei Schulen erfolgreich

In Berlins größtem Schulwettbewerb zum Klimaschutz wurden zehn Siegerteams ausgezeichnet – davon kamen gleich drei aus Spandau.

Seit 2009 haben berlinweit über 12.500 Schülerinnen und Schülern an 90 Schulen am Wettbewerb teilgenommen und dabei rund 200 Projekte zum Klimaschutz eingereicht. Senat und Bezirke unterstützten die energetische Sanierung der prämierten Schulen bisher mit insgesamt 1,15 Millionen Euro. Der Wettbewerb „Berliner Klima Schulen“ wird jährlich durch das Land Berlin, die Gasag und den BUND Berlin ausgeschrieben.

Alle Geehrten Schülerinnen und Schüler bei der Preisverleihung.

Alle Geehrten Schülerinnen und Schüler bei der Preisverleihung. Foto: Berliner Klimaschulen

Ehrgeizige Klimaziele

Insgesamt wurden zehn Schulen ausgezeichnet, wovon die drei ersten Plätze an das John-Lennon-Gymnasium in Mitte, das Europäische Gymnasium Bertha von Suttner in Reinickendorf und an die Spandauer Schule an der Haveldüne gingen. „Die fachlichen, medialen und umweltpädagogischen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler sind außergewöhnlich“, sagte Mark Rackles, Staatssekretär für Bildung, Jugend und Wissenschaft bei der feierlichen Preisverleihung. Lothar Stock, Leiter des Sonderreferats Klimaschutz und Energie, betonte deren Bedeutung: „Wir wollen Berlin bis zum Jahr 2050 zu einer klimaneutralen Stadt machen. Das ist ein ehrgeiziges Ziel, das wir uns gesetzt haben und konsequent verfolgen. Mit dem Wettbewerb zum Klimaschutz haben die Schulen Gelegenheit, daran mitzuwirken.“

Klimaschützer mit Spaß und Engagement

„Klimaschutz ist kein Modethema, sondern eine langfristige Gemeinschaftsaufgabe, die wir fest in der Klimaschutzvereinbarung mit dem Berliner Senat verankert haben“, erläuterte auch Andreas Prohl, Vorstand der Gasag. Der Geschäftsführer des BUND Berlin e.V. und Vorsitzender der Jury Andreas Jarfe: „Klimaschutz hat viel mit Verbraucherverhalten zu tun. Ein eingefahrenes Verhalten zu ändern ist schwer. Daher freut es uns, wenn junge Menschen mit Spaß und Engagement Klimaschützer werden. Die Schülerinnen und Schüler werden dabei zur Ideenschmiede, binden weitere Menschen mit ein und leisten Überzeugungsarbeit, konkret und im Kiez verankert.“

Auch die Beerwinkel gehört mit "Terra preta" weiterhin zu den ausgezeichneten Klima Schulen.

Auch die Schule im Beerwinkel gehört mit “Terra preta” weiterhin zu den ausgezeichneten Klima Schulen. Foto: Patrick Rein

Platz 3 für Spandauer Schülerfirma

Den dritten Platz im Wert von 2.000 Euro erreichten 4 Schüler der 10. Klasse des Profilkurses „Schülerfirma“ der Schule an der Haveldüne mit dem Projekt „Die energieeffiziente Schulcafeteria – Die Havelbar.“ Die praxisnahe Architektur einer energieeffizient gestalteten Cafeteria stand im Mittelpunkt des Projektes. Regenerative Energieversorgung durch Photovoltaik, Nutzung der Wärmeenergie des Berliner Abwassers, Dämmung mit zertifizierten Naturfaserdämmstoffen, Kühlung und Beheizung wurden aufeinander abgestimmt und in einem Architekturmodell umgesetzt.

Mit einem vierten Preis im Wert von jeweils 500 Euro wurden zudem die Grundschule im Beerwinkel und die Schule an der Jungfernheide ausgezeichnet. Der Wettbewerb ist ein zentraler Baustein für die Vergabe des Siegels „Berliner Klima Schule.“ Zudem werden ausgezeichnete Schulen bei der Vergabe von Mitteln aus dem Schulsanierungsprogramm besonders berücksichtigt. Seit 2009 wurden dadurch gemeinsam mit den Bezirken etwa 1,15 Millionen Euro für 46 bauliche Maßnahmen an Berliner Schulen bereitgestellt.

Die nächste Wettbewerbsrunde startet nach den Herbstferien im Oktober 2013.

Patrick Rein

Ein Dank an alle Schülerlotsen

Mit einem großen Sommerfest auf der Zitadelle dankte der Bezirk allen Schülerlotsen, Konfliktlotsen- und Streitschlichterteams der Spandauer Grundschulen.

Während die einen mit dem Aufbau der Bühne zum diesjährigen citadel music festival beschäftigt waren – bei dem Thirthy Seconds To Mars nächsten Donnerstag den Auftakt machen – wurde über 500 Schülerinnen und Schülern für ihren Einsatz gedankt. Bezirksstadtrat Gerhard Hanke hatte dafür ein Mal mehr ins Spandauer „Wohnzimmer“ geladen, wie er selbst die Räumlichkeiten auf der Festungsanlage Zitadelle gerne tituliert. Doch altersgerecht standen Ansprachen eher im Hintergrund der Veranstaltung, vielmehr sollte den engagierten Kindern ein unvergessliches Ereignis geboten werden.

Voll gefüllter Saal auf der Zitadelle und eine Tanzvorführung der Schülerschaft von der Carl-Schurz-Grundschule.

Voll gefüllter Saal auf der Zitadelle und eine Tanzvorführung der Schülerschaft von der Carl-Schurz-Grundschule.

Hoch hinaus

Schnell wurden die Schüler/-innen auch in ihren ganz speziellen Erlebnistag „entlassen“. Gleich zwei Mal ging es dabei hoch hinaus: Zum einen konnte mit einem Hubkran der Bühnenaufbau von oben betrachtet und zum anderen auch der Juliusturm erklommen werden. Zudem war auch der Fledermauskeller geöffnet. Die Polizei stellte den treuen Schulweg-Gehilfen ihre Arbeit genauer vor und mit einem Boot konnte eine Rundfahrt um die Zitadelle gemacht werden. Neben Speis und Trank sorgte dann noch Oliver Grammel mit Zauberei für Unterhaltung. Unterstützt wurde das Fest wieder von der Fa. Niederberger, der Fischerei Latendorf, der Berliner Polizei, dem Berliner Artenschutzteam und dem Sport Club Siemensstadt.

Neben dem Juliusturm ging es auch mit dem Hubkran hoch hinaus.

Neben dem Juliusturm ging es auch mit dem Hubkran hoch hinaus. Fotos (2): Patrick Rein

Deutlich weniger Unfälle

Es ist auch für Kinder keine Selbstverständlichkeit sich zu engagieren, zumal die Tätigkeit als Schülerlotse keineswegs nur ein Vergnügen darstellt. Noch früheres Aufstehen ist ebenso Bestandteil der Aufgabe wie bei Wind und Wetter den Mitschülern einen sicheren Schulweg zu gewährleisten. Im stetig wachsenden Verkehrsaufkommen manchmal auch mit einem persönlichen Sicherheitsrisiko verbunden. So wurde den jungen Verkehrslotsen von der Deutschen Verkehrswacht e.V. deren Erfolg verdeutlicht: Statistisch nachgewiesen sind die Schulwege mit Schülerlotsen deutlich sicherer. Zum Dank erhält jeder Lotse daher eine Dankesurkunde.

Bereits eine Woche vorher wurden ebenfalls auf der Zitadelle schon ehrenamtlich engagierte Eltern für ihren Einsatz an Spandaus Schulen geehrt. Es gibt sie also, Menschen die breit sind sich für andere ohne Gegenleistung einzusetzen.

Patrick Rein

Gemeinsam für die Spandauer Neustadt

Neben der Eröffnung vom „Cafe Paule“ sollen drei weitere Projekte Jung und Alt in und für ihren Stadtteil mobilisieren.

Das Quartiersmanagement Spandauer Neustadt ist die jüngste Initiative aus dem Bereich Soziale Stadt im Bezirk. Als Nachzügler setzt der „Jüngling“ bei allen Maßnahmen auf das Motto: „Die Neustadt mit den Bürgerinnen und Bürgern gestalten“, wie es Quartiersmanager Öztürk Kiran beschreibt. Am Dienstag konnte mit der Eröffnung des Nachbarschaftscafes im Paul-Schneider-Haus – betrieben vom Spandau Neustadt e.V. – ein weiterer Schritt erfolgreich abgeschlossen werden. Auch dabei wirkte das Quartiersmanagement mit. Und ein Ende ist bei weitem nicht in Sicht. Allein drei neu gestartete Projekte sollen jetzt Jugendliche, Schülerinnen und Schüler als auch Geschäftsleute im Kiez zum „mitmachen“ bewegen.

Lotta Rüger vom Mädchenladen in der Lasiuszeile und Mitverantwortliche der Jugendjury.

Lotta Rüger vom Mädchenladen in der Lasiuszeile und Mitverantwortliche der Jugendjury.

Jugendjury

So hatte beispielsweise gestern Abend die Jugendjury ihren Auftakt. Hierbei sind alle Neustädter Jugendlichen von 12 bis 17 Jahren aufgerufen, mitzuentscheiden welche Projekte finanziell gefördert werden sollen. Insgesamt stehen 3.000 Euro als „Startkapital“ für Bands, Wettbewerbe, Initiativen oder dem eigenen Film zur Verfügung. Durch die Jugendjury kann jede Idee Wirklichkeit werden, denn niemand wird hier sagen: „Dafür ist kein Geld da.“ Interessierte Juroren als auch Projektvorschläge sowie alle weiteren Informationen gibt es über Mail an Jugendjury.Neustadt@gmx.de.

Zusammen mit der Lynar-Grundschule sucht der Spandauer Jugend e.V. Mentoren für Schüler im Rahmen vom Education Point.

Zusammen mit der Lynar-Grundschule sucht der Spandauer Jugend e.V. Mentoren für Schüler im Rahmen vom Education Point.

Studenten gesucht

Nicht weniger innovativ ist das Projekt des Education Point vom Spandauer Jugend e.V.. Über ein Mentor-Programm werden hier nicht nur schulschwache sondern auch starke Schüler der Lynar-Grundschule in ihrer Entwicklung gefördert. Dafür werden noch Studenten aller Fachrichtungen, bevorzugt aus der Neustadt, gesucht, die dann Schüler in ihrer Laufbahn begleiten und unterstützen. Hierzu gehören sowohl leistungsschwache ebenso wie –starke Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klassenstufe. Die Mentoren erhalten neben den sozialen Erfahrungen und der professionellen Einarbeitung auch eine Aufwandsent-schädigung. Informationen über info@spandauerjugend.com

Dr. Philippe Royer ist Initiator des Barcamp Spandauer Neustadt

Dr. Philippe Royer ist Initiator des Barcamp Spandauer Neustadt. Fotos (3): Patrick Rein

Innovation und Image-Offensive

Das dritte Projekt ist hingegen gänzlich anderer Natur: Das Barcamp Spandau Neustadt will Geschäftsleute und Kreative zusammenführen um Potenziale des Quartiers herauszuarbeiten. Diese sollen über ein mediales Netzwerk kommuniziert werden und somit auch Externe neugierig auf den Stadtteil machen. Hintergrund ist, dass weiterhin rund 50 Laden- beziehungsweise Geschäftsräume keinen Nutzer gefunden haben. Ins Leben gerufen wurde die Initiative von Dr. Philippe Andre Royer der per Mail an info@kshaping.com für Interessierte zur Verfügung steht.

Dies sind nur drei Projekte, welche das Quartiersmanagement Spandau Neustadt aktuell auf den Weg gebracht hat. Auch zukünftig sind alle Neustädterinnen und Neustädter aufgerufen, sich beim Quartiersmanagement einzubringen und mitzuentscheiden, wie zur Verfügung stehende Fördermittel sinnvoll verwendet werden sollen.

Patrick Rein

Geschichtsunterricht der anderen Art

Holocaustüberlebender Zwi Steinitz war zu Besuch an der Carl-Friedrich-von-Siemens-Oberschule.

Am 7. Mai wurde den Schülerinnen und Schüler der Carl-Friedrich-von-Siemens-Oberschule die Lebensgeschichte von Zwi Steinitz, einem Überlebenden des Holocaust in Auschwitz, bei dessen Besuch aus erster Hand näher gebracht und stand allen für Fragen zur Verfügung.

Von links nach rechts: Persönliche Referentin von Herrn Steinitz, Herr Franz (Geschichtslehrer), Zwi Steinitz, Herr Pohl (Schulleiter)

Von links nach rechts: Persönliche Referentin von Herrn Steinitz, Herr Franz (Geschichtslehrer), Zwi Steinitz, Herr Pohl (Schulleiter)

Konzentrationslager und Todesmärsche

Zwi Steinitz wurde 1927 geboren und ist einziger Überlebender einer jüdischen Familie aus Posen. In der heutigen Zeit unvorstellbar endete im Alter von 12 Jahren bereits seine unbeschwerte Jugend. Die Familie wurde 1939 enteignet, interniert, dann „nach Osten“ abgeschoben und geriet über Zwischenstationen in das Krakauer Ghetto. Von nun an prägten Armut und Unsicherheit sein Leben. Zwi versuchte, seine Eltern zu unterstützen und zum Lebensunterhalt der Familie beizutragen. Von Krakau verschleppten die Besatzer Zwis Eltern und seinen jüngeren Bruder in die deutsche Mordstätte Belzec. Zwi Steinitz selbst entging zwar dem Todestransport, kam aber nach Auschwitz, wo er in einem Nebenlager für die deutsche Kriegsindustrie als Schlosser arbeiten musste. Auf sich alleine gestellt, überlebte Zwi Steinitz unter anderem die Konzentrationslager Plaszow, Auschwitz und Buchenwald sowie zwei Todesmärsche. Als die östliche Front im Januar 1945 näher rückte, trieb die SS abertausende Häftlinge in einem Todesmarsch von Auschwitz nach Westen. Er überlebte.

Zwi Steinitz in der Aula vor ca. 80 Schülerinnen und Schüler der Oberstufe sowie der 10. Klassen.

Zwi Steinitz in der Aula vor ca. 80 Schülerinnen und Schüler der Oberstufe sowie der 10. Klassen. Fotos (2): C. Kaiser-Gernoth

Gegen das Vergessen

Hass- und Rachegefühle seien ihm fremd. Und bei den jungen Leuten, mit denen er spreche, wolle er keine Schuldgefühle wecken. „Es geht mir darum, auf die Gefahr einer Diktatur hinzuweisen“, so Zwi Steinitz bei der Veranstaltung in der Schule. In Zusammenarbeit mit der Jugendgeschichtswerkstatt Spandau (JGW) ist es dem Geschichtslehrer Herrn Franz bereits zum zweiten Mal gelungen, einen der letzten Überlebenden des Holocaust an die Schule zu holen. „Es ist immer wieder erstaunlich, wie betroffen die Schülerinnen und Schüler auf die Erzählungen von Herrn Steinitz reagieren“, so der Geschichtslehrer Franz. „Sie sind nicht nur interessiert, sondern auch sehr schockiert über die Ereignisse des Holocaust! Dieses Empfinden muss auch weiterhin in unserer Gesellschaft bewahrt werden“, führt Schulleiter Pohl, ebenfalls Geschichtslehrer, aus. Aus der Zusammenarbeit mit der JGW entwickelt sich eine Gedenkstättenfahrt der Schule nach Belzec.

Patrick Rein

Berufsfindungsbörse ausgezeichnet

Im Rahmen der diesjährigen Berufsfindungsbörse auf der Spandauer Zitadelle erhielt Organisator casa e.V. Qualitätsauszeichnung.

Auch das Projekt “Vorfahrt für Spandauer Schüler” hat seinen Ursprung in der Berufsfindungsbörse Spandau, die von Sozial-kulturelle Netzwerke casa e.V., dem Bezirksamt Spandau und der Agentur für Arbeit veranstaltet wird und bereits seit 1997 jedes Jahr stattfindet. Am Mittwoch war es auf der Zitadelle wieder so weit und tausende von überwiegend Spandauer Schülerinnen und Schüler strömten, meist im Klassenverband, in die Festungsanlage um sich über Berufe und Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren. Im Laufe der Jahre hat sich aus der singulären Großveranstaltung ein eng aufeinander abgestimmtes Netz mit unterschiedlichen Angeboten und Veranstaltungen an der Schnittstelle zwischen Schule und Beruf entwickelt, die alle unter dem “Dach” der Berufsfindungsreihe zusammengefasst werden.

Auszeichnung des casa e.V. im Gotischen Saal.

Auszeichnung des casa e.V. im Gotischen Saal.

Perspektiven bieten

Im Rahmen des Projektes “Vorfahrt für Spandauer Schüler” werden die Wünsche und Möglichkeiten von Spandauer Schülerinnen und Schülern nach einem passenden Ausbildungsplatz mit den Interessen von Wirtschaftsbetrieben nach passenden Auszubildenden verbunden. Initiator des Projektes, Bildungsstadtrat Gerhard Hanke, unterstützt die Initiative ebenso wie die Agentur für Arbeit und Jobcenter Spandau, die Vereinigung Wirtschaftshof Spandau e.V. und die Schulaufsicht des Bezirks. Ziel des Projektes ist die Verbesserung der Chancen von Spandauer Schülerinnen und Schülern beim Übergang von der Schule in das Berufsleben – dem längsten Lebensabschnitt. Im Rahmen von “Vorfahrt für Spandauer Schüler” kooperiert das BerufsFindungsZentrum Spandau (BFZ) derzeit mit 5 Spandauer Oberschulen.

Auch in diesem Jahr strömten wieder Spandauer Schülerinnen und Schüler zur Berufsfindungsbörse auf die Zitadelle.

Auch in diesem Jahr strömten wieder Spandauer Schülerinnen und Schüler zur Berufsfindungsbörse auf die Zitadelle. Fotos (2): Patrick Rein

Ausgezeichnete Qualität

Die hohe Qualität der Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist die Basis der langjährig erfolgreichen sozialen und kulturellen Angebote als auch Dienstleistungen von Sozial-kulturelle Netzwerke casa e.V.. Nicht zuletzt dieser – auch im Leitbild des Trägers verankerte – Grundsatz hat dazu geführt, dass Sozial-kulturelle Netzwerke casa e.V. seit mehreren Jahrzehnten nachhaltig als sozialer und kultureller Dienstleister in Spandau aktiv ist. Qualität in der Arbeit geht dabei immer einher mit verbindlichen Absprachen, transparenten Strukturen und dem permanenten Bemühen um stetige Verbesserung in allen Prozessen und Bereichen. Das bestätigte auch die Zertifizierung als zugelassener Träger nach der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung (AZAV), welche im Dezember 2012 erhalten wurde. Am Mittwoch folgte jetzt eine weitere Auszeichnung: für die von dauerhaft hohen fachlichen Standards getragenen Angebote zur Berufsorientierung und Berufsfindung wurde die Qualitätsauszeichnung Berlin-Brandenburg 2013 überreicht.

Patrick Rein

Schüler helfen der Suppenküche

Carl-Friedrich-von-Siemens Oberschule spendet Einnahmen ihres Weihnachtsmarktes der Suppenküche Spandau.

Auch an den Schulen sind die finanziellen Mittel knapp. Während die Carl-Friedrich-von-Siemens Oberschule früher noch die gesamten Einnahmen ihres Weihnachtsmarktes an gemeinnützige Einrichtungen spenden konnte, wird mittlerweile ein Teil des Geldes selbst benötigt. Dennoch beschloss die Schulkonferenz auch dieses Jahr wieder zumindest einen Teilbetrag für gute Zwecke zur Verfügung zu stellen. Die Entscheidung fiel dabei auf die Suppenküche der St. Marien Gemeinde in der Flankenschanze.

Ein Teil der ehrenamtlichen Helfer der Suppenküche Spandau, die oftmals schon seit Jahren dabei sind.

Ein Teil der ehrenamtlichen Helfer der Suppenküche Spandau, die oftmals schon seit Jahren dabei sind.

Obdachlose, Rentner, Familien

Die Freude über den Scheck von 600,00 Euro war dementsprechend groß bei den Leitern der Suppenküche Bernadette Telgen und Hartmut Wisniewski. Montag, Mittwoch und Freitag von 12 bis 13.30 Uhr verpflegen sie zusammen mit ihren rund 25 ehrenamtlichen Helfern zwischen 60 und 90 Personen, die allesamt eine warme Mahlzeit benötigen. Im Gegensatz zu anderen Einrichtungen müssen sich die Bedürftigen hier auch nicht ausweisen. Das Publikum ist dadurch äußerst unterschiedlich: Vom Obdachlosen bis hin zu Rentnern, die ihr Leben lang gearbeitet haben, das Geld aber dennoch kaum ausreicht, bis hin zum Familienvater der mit seinen Kindern kommt.

Die Schüler brachten nicht nur Geld mit sondern schmierten auch Brote und halfen bei der Essensausgabe.

Die Schüler brachten nicht nur Geld mit sondern schmierten auch Brote und halfen bei der Essensausgabe.

Hilfe erwünscht

Die Schüler des Gymnasiums in Siemensstadt beließen es jedoch nicht nur bei der Scheckübergabe sondern unterstützten am Mittwoch beim Brote schmieren, Suppe kochen und der anschließenden Essensausgabe. Während einige Bäckereien wie Thoben und Rösler ebenso wie das nahegelegene Restaurant „Plancha“ der Suppenküche wenigstens ihre Brötchen zur Verfügung stellen, müssen Belag, Suppen, Kaffee und ähnliches gekauft werden. Kein Supermarkt war bisher bereit seine abgelaufene Ware der Gemeinde zu überlassen sondern entsorgt diese lieber im Müll.

Bernadette Telge (li.) und Hartmut Wisniewski (re.) sind auf Spenden wie der Carl-Friedrich-von-Siemens Oberschule dringend angewiesen.

Bernadette Telge (li.) und Hartmut Wisniewski (re.) sind auf Spenden wie der Carl-Friedrich-von-Siemens Oberschule dringend angewiesen. Fotos (3): Patrick Rein

15 Jahre Suppenküche

Doch bei der Suppenküche geht es nicht nur um die Verpflegung. Viele nutzen den Essenssaal auch als Ort des Austauschs. Die Gespräche mit den oftmals regelmäßig wiederkehrenden Menschen werden ebenso gesucht wie die Ernährung. Seit 15 Jahren existiert die Initiative der Marien-Gemeinde, welche sich ausschließlich über Spenden und Zuwendungen seitens der Kirche finanziert. Mit der großzügigen Spende der Oberschüler kann jetzt zumindest der Einkauf eines Monats gewährleistet werden. Auf den dringend benötigten mechanischen Dosenöffner muss die Suppenküche hingegen weiter warten.

Patrick Rein

Schulnachbarschaftsgarten eröffnete im Beerwinkel

„Terra Preta – die schwarze und immer fruchtbare Erde der Indianer“ gedeiht nun auch auf Spandauer Schulgelände.

Alles begann auf der Klassenfahrt nach Reetz, wo Schülerinnen und Schüler der Beerwinkel-Grundschule erstmals selbst ein Terra-Preta-Beet anlegten. Danach folgte jedoch viel Überzeugungsarbeit von Frau Ondratschek bis auch Schulleiter Lutz Kreklau von der benachbarten Martin-Buber-Oberschule bereit war Flächen für einen Schulgarten zur Verfügung zu stellen. Doch beim Gartenfest am Freitag zeigte auch er sich von den bisherigen Ergebnissen begeistert.

Schulleiter Lutz Kreklau von der Martin-Buber-Oberschule mit Origami-Hut, links daneben "Gartenmutter" Ondratschek von der Beerwinkel-Grundschule.

Schulleiter Lutz Kreklau von der Martin-Buber-Oberschule mit Origami-Hut, links daneben “Gartenmutter” Ondratschek von der Beerwinkel-Grundschule.

Berliner Klima Schule

Bereits im letzten Jahr wurde die Grundschule mit Terra Preta für herausragende Ideen zum Klimaschutz als Berliner Klima Schule ausgezeichnet. Mittels Terra Preta lernen die Kinder anschaulich wie sich ein Kompostkasten in ein fruchtbares Beet verwandelt. An dem Projekt der Garten AG beteiligt sich auch der Nachbarn im Kiez e.V., die sich auf dem Gartenfest ebenso präsentierten wie der ebenfalls 2011 ausgezeichnete Umsonstladen TAU, der beim Wettbewerb “Trenntwende” den ersten Preis von 117 Projekten errang.

Viel Arbeit aber auch Spaß macht die neue Lerneinheit "Garten AG".

Viel Arbeit aber auch Spaß macht die neue Lerneinheit “Garten AG”. Fotos (2): Patrick Rein

Kreative Einladung

Ebenfalls originell war die selbstgebastelte „Einladung“ – einem Origami-Hut. Ayumi Matsuzaka hatte sie entworfen und kam am 15. April  vorbei, um den Kindern die Origami -Technik beizubringen. Danach wurden die Hüte nachgebessert, bedruckt und verschönert sowie das Wissen mit vielen Klassen geteilt um möglichst viele Hüte als Einladung fürs große Schulgartenfest zu fabrizieren. Denn die Unikate mussten nach der Falttechnik auch noch bemalt und mit Stempel aus den Themen Erde, Essen oder Wachsen versehen werden. Die ersten Exemplare von 100 gesponserten Postern und selbstgebastelten Hüten wurden dann im Rathaus mit Einladungen an den Stadtrat für Bildung, Jugend und Sport, Gerhard Hanke, welcher es sich auch nicht nehmen ließ an der Veranstaltung teilzunehmen. Im Anschluss ging es dann zur Bio Company, die 100 Euro für das Fest gespendet hatte.

Bei so viel Einsatz von Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern, der Kooperation von Grund- und Oberschule als auch Initiativen wird die „schwarze Erde“ garantiert bald Früchte tragen. Und wer selbst Lust aufs „gärtnern“ bekommen hat, kann dies unter Anleitung auch in diesem Jahr in der Spandauer Neustadt im Gemeinschaftsgarten in der Mittelstraße montags von 15.30 bis 17.30 Uhr und freitags von 10 bis 12 Uhr ausleben.

Patrick Rein

Masterstudiengang in der Spandauer Altstadt

Ab Oktober 2013 wird der Masterstudiengang „Versorgung von Menschen mit Demenz“ im Herzen von Spandau angeboten.

Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank und die Universität Witten-Herdecke verständigten sich darauf, dass der interdisziplinäre Studiengang zukünftig mit Präsenzzeiten in Spandau angeboten wird. Damit soll das innovative Angebot der Universität Witten-Herdecke für Interessenten aus dem Großraum Berlin noch attraktiver gemacht werden.

In diesem Gebäude am Reformationsplatz in Spandau werden die ersten Präsenzzeiten durchgeführt.

In diesem Gebäude am Reformationsplatz in Spandau werden die ersten Präsenzzeiten durchgeführt. Foto: Patrick Rein

Dem demographischen Wandel gerecht werden

„Mit diesem innovativen Studienangebot überraschen wir sicherlich innerhalb der Berliner Hochschullandschaft. Viele reden vom demographischen Wandel. In Spandau aber arbeiten wir nun daran, die vorhersehbaren Folgen – wie zum Beispiel das vermehrte Auftreten von Demenzerkrankungen – mit großer Fachkompetenz zu bewältigen. Die interdisziplinäre Herangehensweise ist für alle Studienteilnehmer eine große Chance über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und vom Wissen anderer zu profitieren“, erläutert Bürgermeister Kleebank. Die Präsenzzeiten werden zunächst in den Räumen der Gesellschaft für interkulturelles Zusammenleben (GIZ) am Reformationsplatz 2 stattfinden. Der Bezirksbürgermeister führte weiter aus: „Langfristig hoffe ich auf eine Erweiterung und Ergänzung des Studienangebots in der Altstadt. Dann könnte man sich langfristig auch vorstellen, das alte Kant-Gymnasium in der Carl-Schurz-Straße zu einem Universitätsstandort auszubauen. Voraussetzung ist natürlich, dass zuvor das Freiherr-vom-Stein Gymnasium seinen Erweiterungsbau auf dem eigenen Gelände erhält.“

Mit dem Masterstudiengang ergeben sich den Absolventen gute Berufschancen.

Mit dem Masterstudiengang ergeben sich den Absolventen gute Berufschancen. Foto: Private Universität Witten/Herdecke

Gesundheitsstandort Spandau

Auch Prof. Dr. Müller, Chefarzt der Neurologie am Vivantes Klinikum Spandau, welcher die Verhandlungen aus fachärztlicher Sicht begleitet hat, begrüßt die Entscheidung: „Neurodegenerative Erkrankungen wie zum Beispiel Alzheimer-Demenz stellen die Herausforderung des 21. Jahrhunderts dar. Wir benötigen daher zusätzlich zur medizinischen Forschung auf allen gesellschaftlichen Ebenen Menschen, die dieser Herausforderung begegnen und aktiv Strukturen für eine bedarfsgerechte und würdige Versorgung von Demenzerkrankten schaffen. Der neue interdisziplinäre Masterstudiengang ist ein Meilenstein auf diesem Weg und außerdem eine wertvolle Innovation für den Gesundheitsstandort Spandau.“

Prof. Christel Bienstein von der Universität Witten/Herdecke

Prof. Christel Bienstein von der Universität Witten/Herdecke. Foto: Private Universität Witten/Herdecke

Gute Berufsaussichten

Der Masterstudiengang „Versorgung von Menschen mit Demenz“ ist bewusst multiprofessionell angelegt. Er richtet sich an alle Akteure und Akteurinnen, die mit der Frage der Versorgung von Menschen mit Demenz in ihrem  Arbeitsumfeld konfrontiert sind. Dazu gehören neben Architekten, Medizinern, Pflegenden, Sozialarbeitern auch Mitarbeiter in Ämtern und bei den Krankenkassen ebenso wie viele weitere Berufsgruppen. Der Studiengang wird daher berufsbegleitend angelegt. Er schließt mit einer Masterarbeit nach 3 Jahren ab und verleiht den Titel „Master of Arts“. Prof. Christel Bienstein, Leiterin des Departments Pflegewissenschaft an der Universität Witten/Herdecke: „Die Absolventen haben schon jetzt enorme Berufsvorteile. Sie sind wichtig um neue Wohnkonzepte zu planen, Kommunen in der Bewältigung der  großen Herausforderungen von immer mehr Bürgerinnen und Bürgern mit dementiellen Prozessen zu unterstützen und deren Verbleib in der eigenen Häuslichkeit solange wie möglich zu ermöglichen. Somit sind Architektenbüros, Träger großer Pflegeeinrichtungen, wie auch Kommunen sehr interessiert, diese Absolventen zu gewinnen.“

Patrick Rein

In Spandau werden „Kleine Helden“ geschult

Selbstbewusste Kinder geraten seltener in Gefahr

Gerhard Hanke, Christoph Schubert, Jascha Wozniak und Kai Wegner mit Schülern der Linden-Grundschule (Foto: Ralf Salecker)

Gerhard Hanke, Christoph Schubert, Jascha Wozniak und Kai Wegner mit Schülern der Linden-Grundschule (Foto: Ralf Salecker)

Der größte Alptraum von Eltern ist die Angst vor gewalttätigen oder sexuellen Übergriffen auf ihre Kinder. Darum gehören: Lass dich nicht ansprechen, geh mit niemandem mit, steige zu keinem ins Auto zu den üblichen Mahnungen, die jedes Kind mitbekommt. In Spandau hat es einige Vorfälle gegeben, die bei Eltern, Schulen und Politikern die Warnglocken klingen ließen. Der Bundestagsabgeordnete Kai Wegner und der Bildungsstadtrat Gerhard Hanke nahmen dies zum Anlass, um geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Mit dem Sicherheitstraining „Kleine Helden“ sollen Kinder im Grundschulalter fit gemacht werden, ums sie für solche Situationen zu wappnen. Das Bezirksamt kommt dabei für die anfallenden Kosten auf.

Es braucht nur eineinhalb Sekunden um ein Kind zu entführen

Als in der Linden-Grundschule in Staaken die Frage gestellt wurde, wie viel Zeit notwendig ist, um ein Kind ins Auto zu zerren, lagen die meisten Schätzungen mit etwa 30 Sekunden weit daneben. Eineinhalb Sekunden genügten, um das Kind in einer Testsituation auf der Fahrerseite ins Auto zu ziehen. All dies geschah unbemerkt von einer Erzieherin, die mit ihren Schülern auf dem Bürgersteig unterwegs war.

Jascha Wozniak, ehemaliger Präventionsbeauftragter bei der Polizei und Leiter des Projekts schilderte, wie einfach es auch heute ist, Kinder in die Gewalt von Erwachsenen zu bringen. Viele Eltern sind der Überzeugung, ihr Kind würde sich niemals von Fremden ansprechen lassen. Sie sind maßlos überrascht, wenn sie feststellen müssen, dass diese Sicherheit trügerisch ist.

Die Zeiten sind vorbei, als Bonbons und Stofftiere die Lockmittel waren, auf die Kinder hereinfielen. Das Handy ist für manche ein unwiderstehliches Lockmittel. Der Blick auf ein eben erstelltes Foto lässt alle Vorsicht vergessen.

In anderen Situationen ist ein autoritäres Auftreten der Schlüssel zum Erfolg für mögliche Straftäter. Mit einem passenden Training lernen Kinder sich auch in solchen Situationen behaupten.

Das Selbstbewusstsein der Kinder stärken

Jascha Wozniak betont, es gehe in dem Projekt nicht darum, die Kinder in Selbstverteidigung zu schulen. Die zweieinhalbstündigen Übungen gliedern sich in drei Abschnitte. Im ersten Teil werden Situationen aufgezeigt, um ein Bewusstsein für mögliche Gefahren zu entwickeln. Der zweite Teil gilt dem Selbstschutz, wobei die Flucht immer im Mittelpunkt steht. Lautstark sollen Kinder auf die unerwünschte Situation aufmerksam machen. Ein lautes „NEIN“ mit aller Kraft geäußert, unterstützt durch Treten und Schlagen kann viel bewirken. Aufmerksamkeit möchte ein Täter in jedem Fall vermeiden. Meist erwartet er ein hilfloses Opfer.

„Junge Helden“ möchte Kinder aus der möglichen Opferrolle herausbringen. Darum trainiert der dritte Teil entsprechende Situationen, damit Kinder sich richtig zu verhalten lernen. Mit einem gesunden Selbstbewusstsein den Erwachsenen gegenüber sinkt die Gefahr, zum Opfer zu werden.

Alle Spandauer Grundschulen sollen in den Genuss des Sicherheitstraining kommen, welches sich besonders an Zweitklässler richtet. Gerhard Hanke erhofft sich eine Vorbildfunktion für die restlichen Berliner Bezirke.

 

Ralf Salecker