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Mercedes Testfahrt führt zum Unfall

Der Testwagen geriet außer Kontrolle

Gestern kam es bei einem Mercedes-Testfahren in Spandau zum Unfall. Der Mercedes „CLS Shooting Brake“, ein Model, das momentan noch nicht im Handel erhältlich ist, geriet außer Kontrolle und fuhr in einen Telefonverteilerkasten und anschließend in eine Laterne. Das Model war mindestens 200 PS stark und soll Anfang Herbst für über 60 000€ im Handel erhältlich sein. Der Mercedes war Teil eines Konvois aus sechs Mercedes-Fahrzeugen aus Stuttgart die durch Berlin fuhren. Nach Angaben des Tagesspiegels organisiert die Daimler-Konzernzentrale momentan Fahrpräsentationen in Berlin für ausländische Mercedes-Verkäufer.

Der Fahrer trug ein T-Shirt mit der Aufschrift „Euro Training 2012“ und „Mercedes Benz on Tour“. Augenzeugen zufolge sprach er Englisch. Die Polizei konnte noch nicht ermitteln ob der Fahrer zu schnell gefahren ist. Glücklicherweise wurde niemand verletzt.

Mittwoch war Schlamm auf der A10

Mittwoch war Schlamm auf der A10

Die rechte Fahrspur war dür acht Stunden gesperrt © Marianne J. / PIXELIO

Die Rechte Spur war für acht Stunden gesperrt

Auf der Autobahn A10 zwischen den Anschlussstellen Berlin-Spandau und Potsdam-Nord wurde der Verkehr gestern morgen schwer beeinträchtigt. Aus ungeklärten Gründen viel eine dickflüssige Substanz, womöglich Klärschlamm aus dem Sattelkipper eines Lkws auf den rechten Fahrstreifen und verteilte sich über einen Kilometer.

Die betroffene Fläche wurde für acht Stunden gesperrt, damit die Autobahnmeisterei die Schlammspur beseitigen konnte. Der Verkehr wurde auf den linken Fahrstreifen umgeleitet. Während der Reinigungsarbeiten musste dann auch die linke Spur für 15 Minuten gesperrt werden, um den Einsatz eines Radladers zu ermöglichen.

Umbau der Nieder Neudorf Allee in Spandau

Umbau der Nieder Neudorf Allee in Spandau

Selbst einspurig wird die Baustelle den Verkehr beträchtlich verlängern © Grey59 / PIXELIO

Der Bauanfang in 2015 wird den Verkehr stark beeinträchtigen

Die Nieder Neuerdorf Allee in Spandau soll auf einer Länge von drei Kilometern neu gestaltet werden. Die Bauarbeiten werden schätzungsweise erst 2015 anfangen. Momentan prüfen die zuständigen Ämter die Voraussetzungen eines solchen Umbaus, der insbesondere naturschutzrechtliche Probleme hervorheben könnte. Das Spandauer Amt für Tiefbau- und Landschaftsplanung wird die Bezirksverordneten im September über den Stand des Vorhabens informieren.

Eines der größten Probleme ist die Verkehrsführung während der Bauarbeiten. Alternativ zur Neudorfer Allee können Autofahrer entweder auf die Stadtautobahn oder über Falkensee und Schönwald umgeleitet werden. In beiden Fällen verlängern die Umwege beträchtlich die Fahrtdauer. Die Strecke im Bereich Nieder Neuendorf ist zurzeit eine der meist befahrenen Straßen des Bezirks. Mit 7800 Autos täglich (Stand 2010) ist auch die Lösung eine einspurige Bahn neben der Baustelle offen zu lassen für den Autofahrer zeitaufwendig.

Von Spandau nach Stettin mit der Regionalbahn

Von Spandau nach Stettin mit der Regionalbahn

Gruppenfoto der Junge Union in Stettin

Die Junge Union setzte sich verstärkt für einen Ausbau der Strecke ein

Letztes Wochenende /23. -24. Juni) war die Junge Union (JU) Spandau bei Ihrer polnischen Partnerorganisation Młodzi Demokraci (junge Demokratie) in Stettin zu Gast. Die 20 Mitglieder haben mit ihren polnischen Kollegen Verkehrssenator Michael Müller (SPD) dazu aufgefordert sich verstärkt für den Ausbau der Bahnstrecke zwischen Stettin und Berlin einzusetzen, um eine bessere Verbindung der zwei großen Städte zu ermöglichen. Der Ausbau wurde schon im Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD vorgesehen. Die Regionalbahn zwischen Berlin und Stettin könnte dann sogar in Spandau abfahren.

Momentan dauert die Fahrt zwischen beiden Städten mehr als zwei Stundenm, wohingegen die Fahrt zwischen Berlin und dem genau so weit entfernten Magdeburg nur anderthalb Stunden dauert. Die Strecke nach Polen ist auch nicht vollständig elektrifiziert.

Eric Schweitzer, der Vorsitzende der Berliner Industrie und Handelskammer bemangelt ebenfalls die schlechte Verbindung zwischen beiden Städten. Wirtschaftlich gesehen ist der Ausbau der Strecke ein wichtiges Unterfangen. Mit der Eröffnung des BER Flugahafens rechnet er jährlich mit mehr als 2,5 Millionen zusätzlichen polnischen Fluggästen, aber nur wenn die Verbindung nach Polen auch ausgebaut wird.

 

Freybrücke: Drei Jahre Stau über der Havel

Abriss und Neubau sind unvermeidbar, Staus sind vorprogrammiert

Der Senat hat vor ein paar Tagen den endgültigen Abriss der Spandauer Freybrücke verordnet. Seit 102 Jahre steht die Brücke nun über der Havel und verbindet Spandau mit der Innenstadt. Mehr als 50 000 Fahrzeuge überqueren sie täglich, also insgesamt 18,25 Millionen Autos im Jahr. Eine Sanierung der Brücke wäre, nach Ansicht der Experten, zu kostspielig. Der Abriss und der Bau einer neuen Brücke soll insgesamt 33 Millionen € kosten, von denen die Stadt Berlin 5,4 Millionen € übernimmt. Das Projekt wird am Ende des Jahres gestartet und soll voraussichtlich drei Jahre lang dauern.

Freybrücke: Drei Jahre Stau

Die Freybrücke nach ihrer Fertigstellung in 1909

Ein wenig Geschichte

Die Freybrücke ist ein Wahrzeichen Spandaus und sichert die Verbindung zwischen Wilhelmstadt-Spandau und dem Rest der Hauptstadt. Sie wurde zwischen 1908 und 1909 vom Bauingenieur Karl Bernhard geplant und gebaut. Als eine direkte Weiterführung der Heerstraße beherbergt die 174 Meter lange Stahlkonstruktion fünf befahrbare Spuren. Benannt wurde sie nach dem Bauleiter der Heerstraße, Adolf Frey. Das damalige Brückenbauprojekt kostete insgesamt 1,14 Millionen Mark.

Während dem Zweiten Weltkrieg wurde die Brücke am südlichen Pfeiler gesprengt, was das Hauptfeld in die Havel stürzen ließ. Der Sprengsatz wurde höchstwahrscheinlich von der Deutschen Wehrmacht platziert um den Fortschritt der Sovjetischen Truppen zu verlangsamen. Von 1948 bis 1951 wurde die Brücke wieder aufgebaut, wobei die Trümer und Fundamente der ursprünglichen Brücke weitgehend wiederverwendet wurden.

Freybrücke: drei Jahre Stau

Die Geländer werden für den Neubau nicht wiederverwendet

Eine marode Stahlkonstruktion

Die Schäden der Sprengung sind noch heute vorhanden und die wiederverwendeten Elemente der Ursprungskonstruktion sind teilweise marode, was die Stabilität der Struktur gefährdet. Auch das Alter der Brücke stellt ein wahrhaftiges Risiko dar. So wurden, 2008, beträchtliche Korrosionsschäden an den Längs- und Querträgern festgestellt. Demzufolge wurde die Geschwindigkeit auf 30 km/h begrenzt und der Zugang für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen ausschließlich auf die Rechte Spur beschränkt. Eine hundertprotzentige Sanierung der historischen Brücke wäre daher mit unkalkulierbaren Kosten verbunden.

Außerdem ermöglicht der Neubau, die Brücke an heutige Standarte anzupassen und ein Hauch Modernität in die Heerstraße zu bringen. Deswegen werden wenige Elemente der historischen Brücke für den Neubau übernommen. Die Geländer entsprechen zum Beispiel nicht den heutigen Sicherheitsstandarten und werden daher entsorgt.

Freybrücke: drei Jahre Stau

Die Entstehung von Staus ist vorprogrammiert © M.E. / PIXELIO

Drei Jahre vorprogrammierter Stau

Durch den Abriss der Freybrücke wird die Heerstraße abrupt am Ufer der Havel enden und den Autofahrern nur wenig Möglichkeiten bieten den Fluss zu überqueren. Eine etwas nördlicher gelegene Behelfsbrücke soll ab Beginn der Bauarbeit geöffnet werden. Doch wird sie nicht imstande sein den gesamten Verkehrsstrom der Freybrücke zu überbrücken und Staus nur teilweise vermeiden. Auch die dort verkehrenden Buslinien sind von der Staugefahr betroffen.

Schließlich muss man betonen, dass der Neubau auch auf Landesebene eine Rolle spielt. Ursprünglich plante die Bundesregierung die Brücken der Havel anzuheben und zu erneuern, um die Wasserstraße Havel-Oder zu erweitern. Das Vorhaben stieß jedoch auf starken Widerstand und begrenzt sich jetzt ausschließlich auf die Freybrücke. Die Charlottenbrücke und die Schulenburgbrücke bleiben daher momentan unverändert.

Die Redaktion

Der Abriss der Freybrücke ist unvermeidbar

Nur eine Behelfsbrücke führt über die Havel

Der Abriss der Freybrücke ist unvermeidbar

Die Freybrücke über der Havel

Die 102 Jahre alte Freybrücke wird am Ende 2012 abgerissen und neu gebaut, entschied der Senat bezüglich der Anfrage vom Spandauer SPD-Abgeordneten Daniel Buchholz. Eine Sanierung wäre zu kostspielig gewesen. Es handelt sich hier nicht nur um das Alter der Brücke, sondern auch um Materialschäden und Vorschädigung, die durch den schnellen Wiederaufbau der Brücke nach Kriegsende entstanden sind.

Der Abriss und der Bau einer neuen und sicheren Freybrücke wird um die 33Mio.€ kosten, von denen Berlin 5,4Mio.€ selbst übernehmen wird. Die Bauarbeiten werden insgesamt drei Jahre dauern. Die neue Brücke wird leider nur wenig Elemente der alten Freybrücke übernehmen. Die alten Geländer sind beispielsweise an heutige Sicherheitsanforderungen nicht mehr angepasst.

Das Projekt wird den Verkehr über die Havel stark beeinträchtigen, da der Fluss bis zur Fertigstellung nur über eine Behelfsbrücke überquerbar sein wird. Die Behelfsbrücke soll nördlich von der bestehenden Brücke, gleich bei Anbeginn der Arbeiten entstehen. Der Spandauer SPD-Abgeordnete Daniel Buchholz erklärt:

„Der Neubau der Freybrücke ist unvermeidbar. Das ist nach den Antworten des Senats auf meine aktuelle Anfrage nun endgültig klar. […] Staus sind praktisch vorprogrammiert, auch für die dort verkehrenden Buslinien„.

Brandneues Autobahnschild auf der A10 bei Spandau

Die Zitadelle und die Havel jetzt auch auf der Autobahn

Brandneues Auobahnschil Auf der A10

Das Autobahnschild an der A10

Die A10 wurde endlich mit einem Autobahnschild (Anlage) ausgestattet, dass auf Sehenswürdigkeiten des Bezirks Spandau verweißt. Auf dem Schild sind die Spandauer Zitadelle und der Havel abgebildet, regelrechte Wahrzeichen des Bezirks. Seit mehreren Jahren haben sich viele Akteure für das Autobahnschild eingesetzt und am 02. Mai 2012 wurde der Vollzug dann endlich vermeldet. Nun steht das Autobahnschild am Dreieck Weder, bei Kilometer 141,30 der A 10.

Das Schild wurde von der Grafikerin Susanne Babst entworfen, die auch darauf achtete, dass es allen Genehmigungen und legalen Anforderungen entsprach. Zu erwähnen ist auch Ingo Gersbeck vom Schiffsservice Spandau, der als Vermittler aktiv an der Verwirklichung des Projektes beteiligt war. Gabriele Fliegel, die Vorsitzende des Wirtschaftshofes Spandau e.V. und Baustadtrat Carsten Röding betonten gemeinsam:

„Wenn es um Spandau geht, kann man nicht beharrlich genug sein. Dem folgend ist es nun endlich gelungen, ein Autobahnhinweisschild zu installieren. Pünktlich zum 1. Spandauer Altstadtsommer, weiß man nun, wo die Reise hingeht. Berlin Spandau macht auf sich aufmerksam“

Das Autobahnschild kommt gelegen, da die verstärkte Aufmerksamkeit den Impakt der berlinweite Image-Kampagne “Spandau, Das Schöne ist so nah” verstärkt.

Elektromobiles Berlin, ist das die Hauptstadt der Zukunft?


Bei Siemens gibt´s schon das passende Fahrzeug

Elektroauto von Siemens

Elektroauto von Siemens

Vor rund 100 Jahren überwogen noch Elektroautos auf den Straßen. Nicht nur weil die Erdölprodukte Benzin und Diesel leichter zu handhaben waren, sondern weil eine entsprechende Lobby diese auch durchzusetzen verstand, fahren heute fast ausschließlich Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Knapper und teurer werdende Ressourcen und der Gedanke an den Klimaschutz bewirken wieder ein Umdenken. Beim „Festival of Lights“ warb Siemens in Spandau für ein Elektrofahrzeug, den “Smart fortwo Electric Drive”, der 2012 für rund 20.000 Euro zu haben sein soll.

Eine Technologie aus der Vergangenheit soll Berlin die Zukunft bescheren. Der Senat von Berlin verkündete im Dezember letzten Jahres, die Hauptstadtregion will „Schaufenster Elektromobilität“ werden. Der Bund spendiert diesem Programm Fördermittel in Höhe von 180 Mio. € für bis zu fünf Schaufensterregionen. Brandenburg und Berlin wollen dabei Hand in Hand arbeiten.

Bundesminister Ramsauer gab sich im September 2011 optimistisch, was die Elektromobilität in Deutschland angeht. Bis 2020 sieht er Millionen Elektroautos auf deutschen Straßen fahren. Dabei betonte er, der Strom aus der Steckdose, mit dem die Autos „betankt“ werden, müsste in jedem Fall aus erneuerbarer Energiegewinnung kommen.

Varianten der Elektroantriebe

Batteriestrom treibt den Motor an

Ein heute noch schwerer und voluminöser Batterieblock liefert die Antriebsenergie für einen reinen Elektromotor. Noch sind keine großen Reichweiten möglich. Die Batterien werden an speziellen Ladestationen aufgeladen. Schnellladevorgänge sorgen zukünftige für überschaubare Ladezeiten. Alternativ könnte der komplette Batterieblock ausgetauscht werden.

Hybridfahrzeug – Verbrennungs- und Elektromotor an Bord

Hier springt der Verbrennungsmotor immer dann in die Bresche, wenn die Batterien leer sind. Insgesamt scheint diese Variante wenig ökonomisch. Beide Antriebe entsprächen eher „light-Versionen“, sollen sie nicht das komplette Fahrzeug dominieren. Eine Variante lädt die Batterie regelmäßig während der Fahrt auf. Damit lässt sich eine relativ hohe Reichweite erzielen.

Brennstoffzellen als Zukunftsmodell?

Im Regelfall wird heute Energie durch Verbrennung und anschließender Nutzung der dabei entstehenden Wärme gewonnen. In einer Brennstoffzelle wird Wasserstoff in einer chemischen Reaktion mit hohem Wirkungsgrad in Strom umgewandelt. Als „Abgas“ entsteht ausschließlich Wasser.

 Kritik an Elektrofahrzeugen

Scheinbar sind Elektroautos die Retter der Zukunft. Kritiker argumentieren dagegen, diese würden in der Herstellung erheblich mehr Energie und seltene Erden verbrauchen, als konventionelle Fahrzeuge. Kommt der Strom dann noch aus alten wenig effizienten oder gar Atomkraftwerken, dann sieht die Gesamt-Öko-Bilanz schlecht aus.

Elektroautos sind natürlich nur so „ökologisch“, wie der Strom ist, mit dem sie angetrieben werden. Effiziente Kraftwerke, wie z. B. Gaskraftwerke oder zukünftig die erneuerbaren Energien, lassen das Pendel der Beurteilung dann wieder eindeutig zum Vorteil der Elektroantriebe ausschlagen.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die geringe Reichweite der Elektrofahrzeuge. Schaut man sich aber der Fahralltag an, dann sind 95 Prozent der Autofahrten kürzer als 50 Kilometer am Tag.

Heutige Lithium-Ionen-Batterieblöcke können bis zu einer Tonne und mehr wiegen, je nach gewünschter Reichweite des Fahrzeugs. Der Rest muss also besonders leicht sein, um dies einigermaßen zu kompensieren.

Der Batterieblock im oben erwähnte “Smart fortwo Electric Drive” soll anscheinend nicht gekauft, sondern für etwa 70 Euro im Monat gemietet werden können. Defekte Teile werden dann einfach ausgetauscht. Bei maximal 120 km/h soll der kleine Flitzer immerhin eine Reichweite von 140 Kilometern haben. Im Schnelladevorgang ist er nach nur einer Stunde wieder bereit für die nächste Tour. Bei 25 Cent/Kilowattstunde kostet also eine Ladung für 140 Kilometer 4,50 Euro.

 

Ralf Salecker

Bald Totenstille über der Spandauer Neustadt


Wenn das letzte Flugzeug von Tegel abfliegt …

Flugbewegung über der Spandauer Neustadt

Flugbewegung über der Spandauer Neustadt

Der viertgrößte Flughafen Deutschlands, der Otto-Lilienthal-Airport, wird am Abend des 2. Juni 2012 seine Pforten schließen. 2010 wurden dort etwa 15.000.000 Fluggäste abgefertigt. Das sind 4,4 mal so viel, wie Berlin Einwohner hat. 2011 gab es dort fast 18.000 Flugbewegungen. Ein Teil der Flugbewegungen ging auch über Spandau hinweg.

Im Juni wird dann auf dem Flughafengelände wieder Ruhe einkehren, wenn auch nicht ganz so viel Ruhe, wie sie zu Zeiten herrschte, als auf dem Gelände die Preußen-Könige ihr Jagdhorn erschallen ließen – später waren es dann Artilleriegeschütze und Raketen.

Die Spandauer Neustadt

Die „Helden“ in der Spandauer Neustadt werden aufatmen können. Klaus Wowereit bezeichnete einige Einwohner Spandaus so in einer Wahlkampfveranstaltung, weil diese seit Jahrzehnten direkt in der Einflugschneise des Flughafen Tegels leben. Das war sicherlich ein wenig dick und plakativ aufgetragen. Mit dem dauernden Lärm hat es bald ein Ende. Kein Flugzeug wird mehr in einer Höhe von nur wenigen hundert Metern über die Dächer donnern.

In jedem Fall wird der zukünftig nicht mehr vorhandene Fluglärm auch in der Neustadt Veränderungen bewirken. Seit ein paar Jahren entstehen nahe bei der Neustadt neue Wohnquartiere in begehrter Wasserlage. Direkt an der Havel und in der Nähe des alten Spandauer Nordhafens, wuchs Reihenhaus neben Reihenhaus.

Es ist ein sonniger Vormittag, als ich mich dorthin aufmachte, um noch einmal selbst den Lärm in „Ohrenschein“ zu nehmen. Lag es nun an der eisigkalten Witterung und ungünstigen Winden? Jedenfalls hatte ich das Gefühl, die Pausen zwischen den Fliegern wären recht lang. Es konnten schon einige Minuten vergehen, bis die nächste Maschine in Richtung Tegel flog. Dann kamen sie wieder im  Minutentakt.

Pro und Kontra

Ein älterer Herr, der wahrscheinlich gerade aus dem Carossa-Quartier von seinem Einkauf kam, sah mir neugierig beim Fotografieren zu. Ob ich denn ein Flugzeugfan wäre, weil ich ständig den Himmel fotografiere. „Ja, ja, in Schönefeld, da demonstrieren die Chaoten. Alle wollen sie in den Urlaub fliegen, dann sollen sie auch mit dem Krach leben.“ Auf meine Frage, wie er denn den Lärm hier empfindet, gab er mir eine entwaffnende Antwort. „Ich drehe dann einfach mein Hörgerät runter …“

Eine ältere  Dame, die gerade vorbei kam, sah das etwas anders. Sie fürchtet steigende Mieten. Jetzt käme sie mit ihrer schmalen Rente noch gut zurecht – aber wie ist es in ein paar Jahren? Sie könne die Demonstranten auch gut verstehen, schließlich wurden einige im wahrsten Sinne des Wortes belogen. Damals wurden noch ganz andere Flugrouten genannt …

Fluglärm und seine Folgen

In einer aktuellen Studie wurden interessante Ergebnisse zur Wirkung von Fluglärm veröffentlicht. Menschen in Einflugschneisen konsumieren deutlich mehr Medikamente. Ihr Schlafrhythmus ist eindeutig gestört, auch wenn diese sich subjektiv nicht belästigt fühlen. Zudem ist die Leistungsfähigkeit von Kindern, die Einflugschneisen leben, merkbar geringer. Wenn letzteres stimmt, müsste es also bald einen Leistungsschub in der Spandauer Neustadt geben.

 

Ralf Salecker

Doch wieder BMW Motorräder für die Berliner Polizei?

In Spandau geht das zweimillionste BMW-Motorrad vom Band

Vor dem BMW Werk warten demonstrierende Polizeibeamte auf den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit. Die Polizei und BMW Motorräder, das Thema hat in Berlin Brisanz seit die Polizeimotorräder für Berlin im Jahre 2008 nicht mehr bei BMW sondern beim italienischen Hersteller Piaggo geordert wurden. Die mindere Qualität der italienischen Modelle der Marke Moto Guzzi, wird seit dem von einigen Polizisten bemängelt. In seiner Rede zum

Bürgermeister Klaus Wowereit bei seiner Rede

zweimillionsten BMW-Motorrad sprach dann auch Klaus Wowereit auf die Demonstranten an und meinte, „die Polizei draußen, die will nicht mehr Geld, sondern ein neues Motorrad„. Sein Vorredner Hermann Bohrer, Leiter des BMW Werkes Berlin, hatte in seiner Rede den Wunsch geäußert neben den 130 Abnehmerländern zukünftig auch die Berliner Polizei wieder mit Behördenfahrzeugen beliefern zu dürfen. Außerdem wünsche er sich weniger Bürokratie, ein Standort auf einem Wasserschutzgebiet sei auch nicht so einfach. Wowereit konterte, man müsse die Ausschreibungen eben auch kreativ halten und Bürokratie gebe es in einem solch großen Betrieb sicherlich auch zur Genüge.

Ansonsten waren die Teilnehmer zur Feier um das zweimillionste BMW- Motorrad eher versöhnlich gestimmt. Man beglückwünschte sich gegenseitig zum Erfolg und auch der Bürgermeister betonte noch einmal, „Gratulation zu Erfolgsgeschichte“ und „das soll auch so bleiben Herr von Kuenheim“, an den Leiter BMW Motorrad.

Hannes Jaenicke und "die Braut"

Hannes Jaenicke und "die Braut"

Das BMW Werk hat in Spandau als Industriestandort eine lange Geschichte. Im Jahre 1928 von der Firma Siemens & Halske für den Bau von Flugmotoren errichtet, 1939 von der BMW AG übernommen, diente das Werk im zweiten Weltkrieg zur Produktion von Flugmotoren. Unter anderem wurde hier der Neunzylinder-Sternmotor für die legendäre Junkers JU52 gebaut. Obwohl nach Kriegsende von den Alliierten demontiert, fertigte das Werk bereits im Mai 1945 wieder Gebrauchsgüter. Im Jahre 1949 lief dann die Fertigung von Motorradteilen an, die sich im Laufe der Jahre von München nach Berlin verlagerte. Seit 1969 wird die gesamte Maschine in Spandau gefertigt. Im Januar 1975 lief dann die 100.000 Maschine vom Band. 1991 kam dann das millionste Motorrad und heute das zweimillionste. Mit 1900 Mitarbeitern werden nun in Spandau täglich bis zu 510 Motorräder aller Modellreihen und 24.000 Bremsscheiben für die Automobilwerke hergestellt.

Die R 1200 GS wurde direkt von Stuntman Chris Pfeiffer vor die Bühne gefahren und später im Innenhof ausprobiert. Über eine Prüfung der Bremsen kam er allerdings nicht hinaus, er wechselte für die Stunts lieber auf die eigene Maschine. Über sie Sicherheit der „Braut“ hatte sich in seiner Rede auch Hermann Bohrer schon geäußert, schließlich sei „die Dame schon versprochen“. Versprochen war das Motorrad als Hauptpreis für das Industriequiz der Hauptstadtkampagne an die Berlin Partner GmbH. Dass die Frage in dem Quiz lauten sollte, „das wievielte Motorrad des BMW Werkes ist diese Maschine“. Fand der Bürgermeister dann doch witzlos. Das sei ja eine „Fragestellung auf RTL Niveau“. René Gurka, Geschäftsführer der Berlin Partner GmbH bot dann auch an, sich noch einige Fragen auszudenken. Neben Prominenz aus Wirtschaft und Politik war auch die Schauspieler Hannes Jaenicke und Gerit Kling anwesend.

Die letzte Spitze des Bürgermeisters Wowereit war dann in die Richtung der anwesenden Journalisten und seiner Kollegin Katrin Lompscher gerichtet. Selbst Journalisten müssten doch verstehen, dass ein gepanzertes Fahrzeug schwer sei und genügend PS zum Gas geben und vor allem gute Bremsen bräuchte. „Deswegen ist ein gepanzertes Fahrzeug nicht vergleichbar mit dem Kleinstfahrzeug meiner Umweltsenatorin“, erklärte er seinen Gebrauch von BMW Autos als Dienstfahrzeug. Laut Hendrik von Kuenheim, dem Leiter BMW Motorrad muss er sich da allerdings auch keine Sorgen machen. „Gepanzert oder nicht, der BMW gehört zu den modernsten und umweltfreundlichsten Fahrzeugen“, beruhigte er seinen Gast.

Kirsten Stamer

Bio-Kraftstoff E10 sorgt bei Spandauern für Uneinigkeit

Worauf Autofahrer jetzt achten müssen

JET Tankstelle am Brunsbütteler Damm

Seit Beginn des Jahres werden Deutschlands Tankstellen auf das umweltfreundliche Benzin umgerüstet. Doch seit der Einführung von „Super E10“ ist eine heiße Diskussion über Sinnhaftigkeit und Verträglichkeit bei den Fahrzeugen entbrannt.

Aus diesem Grund habe ich an Spandauer Tankstellen und in Autohäusern nachgefragt, wie denn der neue „Bio- Sprit“ bei den Verbrauchern ankommt. „Unnötig und furchtbar“, sagt mir eine ältere Dame die während unserem Gepräch ihren schon etwas in die Jahre gekommenen Opel Astra an der JET- Tankstelle einer gründlichen Innenreinigung unterzieht. Ich will mehr wissen und hake nach. „Warum es unnötig und furchtbar ist? Na nicht alle Fahrzeuge, wie beispielsweise meins oder generell ältere Autos, können den Kraftstoff tanken und der Umwelt wird auch nicht gerade geholfen.“ Ich gehe weiter und treffe im Autohaus Arnhoelter auf Kay Arnhoelter, der mir kurz über die Resonanz von E10 bei seinen Kunden berichtet. „Es kommt bei den Kunden eindeutig darauf an, ob ihr jeweiliges Fahrzeug den neuen Kraftstoff Super E10 verträgt. Je nachdem sind die Reaktionen.“

So sehen die Zapfsäulen aus

Die meisten Kunden würden jedoch nur wissen wollen, ob ihr Auto Super E10 vertrüge. Er persönlich finde jedoch, dass keine wirkliche Ersparnis beim Tanken vorliege, da der neue Bio- Kraftstoff mehr verbrauche als das „normale“ Superbenzin.
Die Reaktionen der Spandauer über E10 verwundern nicht. Sie spiegeln im Prinzip die Meinung von 70% der Deutschen wider. Es ist aber auch gar nicht so leicht, bei der Diskussion den Überblick zu bewahren. Um ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen: Was steckt denn nun hinter E10? E10 ist die Abkürzung für Ethanol 10%, das heißt, das Benzin ist mit 10% Ethanol angereichert. Die normalen Benzinsorten hingegen verfügen über maximal 5% Ethanol. Die meisten Autofahrer sind sich unsicher, ob ihr Auto den neuen Kraftstoff überhaupt verträgt und tanken daher lieber weiterhin das „normale“ Benzin, sprich Super oder SuperPlus.

Viele Autofahrer verzichten auf das neue Bioethanol © Maik Grabosch / PIXELIO

Auskünfte, ob das eigene Fahrzeug den neuen Bio-Sprit verträgt, gibt es hier:

Dabei ist E10 im Durchschnitt mittlerweile zwischen 5 und 8 Cent pro Liter preiswerter als das Superbenzin. Die Angst scheint also auch bei den Spandauern wirklich groß zu sein. Verständlich, da laut ADAC der hohe Alkoholanteil Aluminium, welches zum Teil in Motoren und Benzinpumpen verwendet wird, angreifen kann und auch für Benzinschläuche oder Dichtungen aus Kunststoff sei es nicht ungefährlich. Was also tun?

Ich laufe weiter Richtung Innenstadt und treffe an der Star- Tankstelle auf einen netten älteren Herren, der bereits fertig getankt hat, wieder in seinem Auto sitzt und zum Losfahren ansetzen will. Ich klopfe sacht an seine Fensterscheibe und er lässt sie herunter. Auch ihn frage ich nach seiner Meinung zum neuen „Umwelt- Kraftstoff“ E10. „Mein Auto darf E10 leider nicht tanken, da es schon zu alt ist. Wenn ich mir aber noch einmal in meinem hohen Alter eins zulege, werde ich E10 tanken. Man muss einfach alles tun, um die Umwelt zu schützen.“ Ich bedanke mich freundlich und wünsche ihm eine angenehme Weiterfahrt. Er winkt zum Abschied.

Nach vielen Meinungen zu E10 bleibt am Ende des Tages auch in Spandau die Frage offen, inwieweit sich E10 in Deutschland etablieren wird und muss, da die Tankstellenbetreiber vom Bund die Auflage haben, E10 anzubieten. Da heißt es dann wohl: Abwarten und Tee trinken.

Nadine Mittag

Ergänzung am 03.03.2011:

An den Zapfsäulen ist die Verwirrung noch groß. Die Autofahrer tanken weiterhin den 98-Oktan-Superbenzin und das Bio-Benzin wird von den Verbrauchern vermieden. Daraufhin rechnen die Anbieter mit Engpässen an den Tankstellen für das Produkt mit nur 5% Ethanol-Anteil.