Touristik-Entwicklung im Kiez Spandauer Neustadt

„Ideenfabrik“ für die wirtschaftliche Revitalisierung

Philip Royer (Foto: Ralf Salecker)

Philip Royer (Foto: Ralf Salecker)

Im neu eröffneten Café Paule kamen rund ein Dutzend Leute zusammen, um gemeinsam zu überlegen, wie die Spandauer Neustadt belebt werden könnte. Philippe Royer hatte zum Jour Fixe N°5 geladen. Das aktuelle Thema war diesmal die touristische Entwicklung der Spandauer Neustadt. Auf den ersten Blick ein eher gewagter Gedanke, der bei manch einem Kopfschütteln hervorrufen wird. Wieso soll die Neustadt für Touristen interessant sein?

Die „Ideenfabrik“ Philippe Royer von ist ein gefördertes Projekt des Quartiersmanagement in der Spandauer Neustadt. Ein Jahr lang sollen Geschäftsleute, Kreative und Interessierte gemeinsam über zukunftsweisende Wege diskutieren. Dem Leerstand im Kiez soll der Kampf angesagt werden. Ziel ist es, möglichst praktikable Ansätze zu entwickeln. Originelle Geschäftsideen sind gefragt, die auch eine Wirkung außerhalb der Neustadt entfalten können. Darum werden immer wieder Spezialisten zu bestimmten Themen in die Runde eingeladen.

Ein Audio-Guide für die Neustadt?

Wenn man Touristen herholen möchte, dann sollen sie etwas in die Hand bekommen, was ein eigenständiges Erkunden der Umgebung ermöglicht, etwas, was über die üblichen gedruckten Materialien hinaus geht, Ein „Audio-Guide“ wäre eine Möglichkeit. Für die Spandauer Altstadt gibt es ein solches Produkt schon. Der entsprechende MP3-Player kann jederzeit in der Tourismusinformation ausgeliehen werden.

Um eine fachkundige Auskunft zu einem solchen Projekt zu bekommen, wurde der Geschäftsführer von „Stadt im Ohr“ in die Runde geladen. Audio-Guides können unterschiedlich umfangreich und komplex erstellt werden. Angefangen von linearen historischen Beschreibungen bis zu interaktiven Anwendungen ist alles möglich. Die Daten können als MP3-Dateien auf das Handy oder ein anderes Medium geladen und genutzt werden. In der Anwendung unterscheiden sich hier noch GPS-gesteuerte Anwendungen, die automatisch die richtige Information am richtigen Ort liefern, oder solche, die eine manuelle Auswahl notwendig machen.

Ruben Kurschat, der Geschäftsführer von Stadt im Ohr machte deutlich, wie wichtig ein sinnliches Erlebnis bei solchen „Führungen“ ist. Ein simples Vorlesen von historischen Ereignissen genügt den wenigsten Nutzern. Elektronische Stadtführer sollten einen ausgewogenen Mix aus O-Tönen mit „Hörspielcharakter“ und passender Musikalischer Untermalung aufweisen. Aus diesem Grund ist es unerlässlich, die Texte von professionellen Sprechern einspielen zu lassen.

Der überwiegende Teil der Kunden von Stadt im Ohr kommt aus Berlin. Es sind interessierte „Kulturtouristen“, die weniger an trockenen historischen Aufarbeitungen interessiert sind, als an einem lebendigen individuellen Abbild des jeweiligen Kiezes.

Für die Spandauer Neustadt bedeutet dies z.B. weniger den Versuch zu unternehmen, auf große historische Ereignisse und bedeutsame Bauten hinzuweisen, die eher beschränkt zu Verfügung stehen, als sich bewusst dem „Erzählen von Geschichten“ zu widmen, die auch aktuelle Bezüge zum Kiez herstellen. Von der grundsätzlichen Idee, bis zum fertigen Produkt ist aber noch ein weiter Weg.

 

Ralf Salecker


Zu finden unter: FeaturedFreizeitKunst & Kultur

Tags:

Artikel drucken Artikel drucken

Über den Autor:

RSSKommentare(0)

Trackback URL

Feedback

You must be logged in to post a comment.

Jetzt Neu: Kleinanzeigen in Berlin und Spandau