Traum durch Brand zerstört

Das Pataman Gym Time am Brunnsbüttler Damm bot Jugendlichen erfolgreich das Erlernen von Trendsportarten und sozialen Grundregeln

Im Frühjahr berichteten wir über den Großbrandt einer Sporthalle. Diese betrieb Pat Pataman Pertz, der dort auf rund 900 Quadratmetern seit Mai 2011 Kinder und Jugendliche in Parkour, Freerunning, Tricking, Slacklining als auch Cheerleading und der allen zu Grunde liegenden Akrobatik unterrichtete. Es hatte sich herumgesprochen und Eltern schätzten das, was Pataman neben dem sportlichen auch im sozialen Umgang weitergab. Alle kamen gerne zum Training und auch die Zahl der Anmeldungen stieg.

Beim Feuer am 23. Mai fingen die Turnmatten Feuer. Die Feuerwehr war im Großeinsatz.

Beim Brand am 23. Mai fingen die Turnmatten Feuer. Die Feuerwehr war im Großeinsatz.

Aus und vorbei

Doch mit dem Feuer endete die Erfolgsgeschichte eines sportlichen und sozialen Projektes, welches ohne Förderung betrieben wurde und ausschließlich auf dem Engagement eines Einzelnen beruhte. Die bisherigen polizeilichen Ermittlungen haben ergeben, dass der Brand anscheinend durch eine Zigarette, die mittels Wind durch einen Türspalt gelangte, ausgelöst wurde. Die Versicherung zahlte – doch war der Jungunternehmer lediglich minimal abgesichert.

 

 

Lediglich das Logo erinnert noch an die guten Zeiten der Pataman Gym Time.

Lediglich das Logo erinnert noch an die guten Zeiten der Pataman Gym Time.

Unerwartete Kosten

Wer mit guter Absicht einen Laden eröffnet, rechnet in den seltensten Fällen mit einem derartigen Schicksalsschlag. Mittlerweile hat Pataman die Schlüssel des Areals an den Eigentümer übergeben. Die Räume sind durch den Ruß weiterhin unnutzbar. Darüber hinaus kamen die enormen Kosten für die Entrümpelung und Entsorgung des Brandgutes. Bei einem professionellen Trampolin und einem  Getränkeautomat stehen noch weitere finanzielle Forderungen der Eigentümer aus, die eventuell sogar einen Rechtsstreit nach sich ziehen. Doch Pataman ist finanziell ausgeschöpft: „Alles was ich hatte, habe ich in die Verwirklichung meines Traums einer eigenen Sportstätte gesteckt. Jetzt ist alles weg und das einzige was geblieben ist, sind Kosten und Forderungen. Ich hoffe nur am Ende nicht mit einem Minus abzuschließen.“

Noch immer sind der Ruß und Rauchgestank nicht beseitigt. Die Halle weiterhin unnutzbar.

Noch immer sind der Ruß und Rauchgestank nicht beseitigt. Die Halle weiterhin unnutzbar. Fotos (3): Patrick Rein

Hoffnung schöpfen

Das Konzept der Halle hatte sein Vorbild in den USA, oder genauer in Los Angeles. Der ehemalige Polizist, Semibasketballprofi und Profitänzer hatte vorher als Nutzer in verschiedenen Hallen sein angeeignetes sportliches Wissen als auch seine Vorstellungen von Disziplin weitergegeben: „Junge Leute brauchen Regeln. Wir haben nicht nur sportlich angespornt sondern so auch das Selbstwertgefühl gestärkt sowie fürs Leben geprägt. Viele Eltern sprechen mich heute noch an, wie viel ich den Kids doch mitgegeben habe.“ Nach wie vor ist die Unterstützung durch die ehemaligen Schützlinge und deren Anhang groß. Doch wie es weitergeht ist ungewiss. Pataman ist allem gegenüber aufgeschlossen. Wer eine Idee für einen neuen Standort hat, Interesse an einer Partnerschaft oder sonstige Hilfe bieten möchte, kann sich gerne an redaktion@mein-spandau.info wenden. Wir leiten alles an Pataman weiter.

Patrick Rein


Zu finden unter: News

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