- Spandau – das Newsportal für unseren Kiez: Mein-Spandau.info - http://www.mein-spandau.info -

Über 1000 Krippenplätze fehlen in Spandau

Kitaerweiterung in der Neustadt reicht nicht aus um den Bedarf zu decken

Bereits 2008 wurde ein Gesetz erlassen, wonach ab August 2013 Eltern einen Rechtsanspruch auf ein Betreuungsangebot von ein- bis dreijährigen Kindern haben. Doch allein in Spandau fehlen bei  Inanspruchnahme aller Berechtigten zirka 1500 Plätze. Die Räumlichkeiten sind einfach nicht vorhanden [1] und schlimmer: Dem Bezirk sind zudem die Hände gebunden, da Kindertagesstätten privatisiert und nicht mehr staatlich organisiert sind.

Geschäftsführerin Susanne Çokgüngör und Stadtrat Gerhard Hanke [2]

Geschäftsführerin Susanne Çokgüngör und Stadtrat Gerhard Hanke eröffneten den Neubau der Kita Lasiuszeile.

Neueröffnung am Koeltzepark

Nachdem die Juwo-Kita GmbH [3] im März bereits den sanierten Altbau in der Lasiuszeile eröffnete und damit 54 Kinder im Alter von ein bis drei Jahren Platz bot, wurde am Freitag ein Neubau eingeweiht der weiteren 32 Kinder ein Betreuungsangebot schafft. Zur feierlichen Eröffnung kam auch Bezirksstadtrat Gerhard Hanke (CDU) und richtete seinen Dank an den vorbildlichen Träger: „Nicht nur, dass der Bau sowohl finanziell als auch zeitlich in den Vorgaben blieb – was heutzutage ja keine Selbstverständlichkeit mehr ist – zeigte der Träger auch schon bei der Sanierung viel Mut. Jetzt bräuchten wir nur noch 30 weitere solcher Einrichtungen.“ Doch Spandau steht damit nicht allein, bundesweit fehlt es an über 100.000 Betreuungsplätzen.

Nach der Sanierung im März konnte jetzt der Neubau eröffnet werden. [4]

Nach der Sanierung im März konnte jetzt der Neubau eröffnet werden. Fotos (2): Patrick Rein

Lobende Worte

In der Neustadt zumindest trägt die Juwo-Kita GmbH mit der Kita Lasiuszeile zum notwendigen Ausbau der Betreuungsplätze in Spandau bei. Der gemeinnützige Träger begreift Kitas als Bildungs- und Sozialisationseinrichtungen, welche die gesamte Familie mit einbeziehen und im Sozialraum verwurzelt sind. Bei 70-80 Prozent der Kinder liegt ein Migrationshintergrund vor. Mit dem Konzept der offenen Arbeit stehen die Interessen der Kinder im Vordergrund und die bisherigen Erfahrungen weisen positive Lernerfolge auch im sozialen Miteinander auf, wie die Geschäftsführerin Susanne Çokgüngör erzählte. Der Architekt Steffen Keinert berichtete hingegen von seinen Erfahrungen mit der Kosteninformationsstelle der Senatsverwaltung um die Vorgaben im Rahmen der Fördermittel in Höhe einer halben Million Euro einzuhalten. Lobende Worte fand er hingegen für die Spandauer Bezirksverwaltung Bau, mit der eine konstruktive Zusammenarbeit stattfand und immer ein Ansprechpartner zur Verfügung stand. Das sollte doch auch weiteren Trägern Mut machen um dem fehlenden Betreuungsangebot im Bezirk entgegenzuwirken.

Patrick Rein