Umgestaltung des Lindenufers in der Spandauer Altstadt

Bald können auch Radfahrer hier entlang radeln

Plan der Machbarkeitsstudie für das Lindenufer

Plan der Machbarkeitsstudie für das Lindenufer

Das Spandauer Lindenufer soll schöner werden. Mehr Bewegung ins Geschehen kam durch eine Veränderung auf der Höhe der Brücke am Juliusturm. Ein kleiner Grünstreifen lag viele Jahre ungenutzt an der Hertefeldstraße. Ein Investor will dort u. a. ein Seniorenheim errichten. Dabei übernimmt er einen Teil der Umgestaltungskosten im oberen Teil des Lindenufers. Das gesamte Projekt muss – um die Investition nicht zu gefährden – in einem überschaubaren Zeitraum abgeschlossen sein. Von etwa 2 Jahren ist die Rede.

Insgesamt soll der gesamte Bereich zwischen Charlottenbrücke und Brücke Am Juliusturm zu einem „attraktiven Aufenthaltsort für Fußgänger, Radfahrer, Familien und Kinder werden“. Radfahrer können sich freuen. Zukünftig werden sie sich auf dem Havelradweg direkt an der Havel entlang bewegen dürfen.

Das Lindenufer ist nicht nur in die Jahre gekommen und sanierungsbedürftig, es muss auch einem geänderten Nutzungsverhalten angepasst werden. Eine Machbarkeitsstufe soll klären, wie eine solche Umgestaltung aussehen könnte. Mehr erst mal nicht. Finanziert wird alles von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung aus Mitteln des Aktionsraum Plus Spandau-Mitte.

Im Seniorenklub am Lindenufer kamen u. a. Vertreter des beauftragten Landschaftsarchitekturbüros bgmr, des ARGO-Teams (Veränderungsberater), des Bezirksamts (u. a. Carsten Röding) und einige interessierte Bürger. Einige hatten eher zufällig von der Veranstaltung zum Abschluss der Machbarkeitsstudie erfahren und waren erstaunt, dass es schon eine andere gegeben hatte.

Ergebnisse der 1. Veranstaltung

Die Neugestaltung des Lindenufers ist nicht nur Selbstzweck. Eine attraktive Gestaltung hat natürlich positive Auswirkungen auf die Altstadt. So werden einerseits Besucher gerade wegen der besonderen Wasserlage das Havelufer aufsuchen, andererseits aber auch Angebote der Altstadt selbst nutzen. Ziel muss es folglich auch sein, eine gute gestaltete Anbindung von Altstadt und Lindenufer zu gewährleisten.

Mit der Umgestaltung hat man sich ein großes Ziel gesteckt. Historische Bezüge, neue Nutzungsangebote für alle Altersgruppen und zusätzlich „besondere Orte“ sollen entstehen. Letztere sind ein Bootsanleger nahe der Charlottenbrücke, ein breiter „Altstadt-Steg“, mit Blick auf die Spreemündung in die Havel und ein „Havelbalkon“ kurz vor der Juliusturmbrücke, an der Stelle des alten Berliner Tors.

Jegliche Ausgestaltung wird in jedem Fall möglichst Barriere arm gehalten sein. Derzeitig weisen die Wege eine Breite von etwa 2 Metern auf. Zukünftig sollen es 4 Meter sein, damit Radfahrer und Fußgänger den Bereich gemeinsam nutzen können.

Um das allgemeine Sicherheitsgefühl zu erhöhen wird eine bessere Beleuchtung der Wegbereiche geschaffen. Hindernisse sollen so niedrig gehalten werden, um jederzeit ein freies Blickfeld in die Umgebung zu gewährleisten.

Der nahe der Juliusturmbrücke bestehende Parkplatz, eigentlich ein Provisorium in einer Grünanlage aus der Zeit des U-Bahn-Baus, wird dabei erheblich verkleinert werden. In seiner Umgestaltung zum „Altstadt Highlight“, einem temporären Festplatz wird die Form der früher dort vorhandenen Lünette, eines Verteidigungswerks, aufgegriffen.

Die Umgestaltung des restlichen Teils des Lindeufers setzt fast den Schlusspunkt unter die Ufergestaltung im Einzugsbereich der Altstadt. Stabholzgarten und südliches Lindenufer werden seit ihrer Umgestaltung sehr intensiv genutzt. Spandau hat dann mit der langen Promenade am Havelufer einen echten Schatz zu bieten.

Im nächsten Teil des Beitrags geht es um die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung in den Workshops während der Veranstaltung.

 

Ralf Salecker

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Zu finden unter: FreizeitNews

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  1. Uwe sagt:

    “Der nahe der Juliusturmbrücke bestehende Parkplatz, eigentlich ein Provisorium in einer Grünanlage aus der Zeit des U-Bahn-Baus, wird dabei erheblich verkleinert werden. In seiner Umgestaltung zum „Altstadt Highlight“, einem temporären Festplatz wird die Form der früher dort vorhandenen Lünette, eines Verteidigungswerks, aufgegriffen.”

    Ähem, eine Lünette war da aber nie gewesen. Oder sollte sämtliche Spandauliteratur falsch sein, die ich besitze? In den 70er wurde ein dort stehendes Backsteingebäude (Kaserne, Krknhs. ?) abgerissen, welches zwar den Krieg, aber nicht den Abrisswahn danach überstand. Den Parkplatz würde ich vollständig schließen, der Platz ist dort fürs Autoabstellen viel zu Schade und regt unnützen Verkehr durch die Spielstraße an. Übrigens ist es mir immer ein Gräul, als Fußgänger Wege mit Radfahrern teilen zu müssen. Fußgänger ziehen meist den Kürzeren.

  2. Man lernt immer etwas dazu …
    In der Verlängerung der Mauerstraße lag von 1639 bis 1898 die Lünette Schwarzenberg. Das war schon ein wenig vor unserer Zeit und mag deswegen in Vergessenheit geraten sein.

    Beste Grüße,

    Ralf Salecker

  3. Ulrich sagt:

    Ein “temporärer Festplatz” am Lindenufer? Wozu? Etwa weil dort mehr geplant ist, als das jährliche Havelfest? Dann sollte man dabei aber bedenken, dass die dortigen Anwohner eh schon belastet sind durch Havelfest und Zitadelle. Nicht, dass es dann ganz schnell wieder heißt, der Lärm muss hingenommen werden, weil ja angeblich so traditionell und etabliert. (Stand ja schließlich vor 100 Jahren schon mal etwas, wo es gekracht hat. Das würde jedenfalls in die Argumentationslinie einiger Spandauer Köpfe passen.)

    Ansonsten ist die Marschrichtung nur zu begrüßen. Einschließlich intelligenter Lösungen für Fußgänger und Fahrradfahrer, so, dass beide die wunderbare Promenade nutzen können, Radfahrer aber nicht aufs Kopfsteinpflaster müssen.

    Was m.E. auch dringend eingeplant gehört, ist Raum für gastronomisches Angebot. Es ist wirklich schade, dass man nirgendwo auf dem langen Ufer in schöner Lage mal ein Stück Kuchen oder ein Glas Bier genießen kann. Stube+Küche hat man dahin gehend ja auch das Leben ordentlich schwer gemacht. Und das Stück nördlich der Juliusturmbrücke nicht vergessen! Das bietet durch die Schleuse und das dahinter liegende Brauhaus auch Attrativität, nicht nur für Spandauer, sondern auch für willkommene Ausflügler.

  4. Nico sagt:

    Bitte bedenken Sie, dass viele Familien am Lindenufer wohnen und mit der aktuellen Situation zufrieden sind. Sicher steckt viel Potential im Ausbau der Promenade…und ich kann es nur begrüßen, wenn die Promenade schöner und attraktiver wird, jedoch sollten an erster Stelle die Interessen der Bewohner und deren Familien stehen…darunter verstehe ich schöne Ausblicke auf die Havel und Spree, tolle Spielplätze für die Kinder, Cafe und Kuchen, Fußgänger- und Radfahrwege sowie tolle Grünanlagen…

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