Wenn Kartoffelchips Geflügel beinhalten

Foodwatch startet eine Aktion um die Gesetzlücke zu schließen

DiVeganer haben es in Spandau schwer

Was enthält Fleisch, was nicht? © Gabi Schoenemann / pixelio.de

Wie kann man sich heute noch Lebensmittel ohne Fleisch besorgen? Das ist doch ganz einfach, im Supermarkt gerade um Ecke gibt es doch Salat. Das Problem hierbei ist, dass viele Lebensmittel heutzutage tierische Aromen oder Vitaminenverstärker tierischer Herkunft beinhalten. Diese müssen momentan noch nicht auf der Packung angegeben werden. Gelatine und Milch findet man sogar in vermeintlich veganen oder laktosefreien Lebensmitteln wieder. Eine wahre Herausforderung für den überzeugten Veganer oder den laktoseintoleranten Käufer. Und da es in Spandau keinerlei vegane Restaurants, geschweige denn einen veganen Laden gibt, hat man auch nicht die Möglichkeit einen Abstecher in den nächstgelegenen „Veganer Laden“ zu machen, um sich beispielsweise seine proteinfreien Fruchtsäfte zu holen.

Veganer haben es in Spandau schwer

Auch wenn es nicht auf der Packung steht enthalten viele Lebensmittel Tierbestände © Holger Bach / pixelio.de

Lebensmittel mit Tierbeständen

Zur Zeit gibt es keine Deklarationspflicht für tierische Bestandteile in Lebensmitteln, so fern diese als Trägerstoffe für Aroma und Vitaminen eingesetzt werden. So findet man in Multivitaminsäften wie Hohes C oder Valensina Tiergelatine wieder die auf der Packung nicht erwähnt werden. Der Chips-Hersteller Funny-Frisch hat der Verbraucherorganisation Foodwatch mitgeteilt, dass auch er tierische Trägerstoffe einsetzt. Vom Wild bis hin zum Geflügel, die Herkunft der Tierbestände variiert von einer Chipssorte zur anderen. Auch in diesem Fall ist auf der Verpackung nichts aufgeführt. Manchmal entstammen die unerwünschten Zutaten aus produktionsbedingten Verunreinigungen. So enthalten die milchfreien Schokoladensorten Halbbitter und Marzipan von Rittersport trotz allem 0,3 bis 0,4 Gramm Milchzucker pro 100 Gramm. Auf dem Blog der Firma werden sie jedoch an Veganer weiterempfohlen mit der Begründung: „Diese enthalten keine Milchbestandteile“. Ein wahrer Albtraum für Menschen mit Laktoseintoleranz.

Veganer haben es in Spandau schwerFoodwatch setzt sich gegen die Gesetzeslücke ein

Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat eine E-Mail Aktion gestartet, die für eine gesetzliche Deklarationspflicht wirbt. Sie fordern Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) auf, die bestehende Gesetzeslücke ein für alle Mal zu schließen. Oliver Huizinga von Foodwatch führt empört aus:

„Das ist eine Zumutung für Vegetarier und Veganer, aber auch für alle anderen Verbraucher, die gerade bei tierischen Lebensmitteln bewusste Kaufentscheidungen treffen, den Konsum reduzieren wollen oder nur bestimmte Formen der Tierhaltung unterstützen möchten.“

Foodwatch fordert daher zwei gesetzliche Regelungen. Erstens müssen tierische Bestandteile auf der Verpackung sichtbar ausgewiesen sein um Verbrauchern die Möglichkeit zu geben eine kundige Wahl zu treffen. Zweitens soll der Gesetzgeber die Begriffe „vegan“ und „vegetarisch“ definieren. Vegane Lebensmittel müssen dementsprechend keine Tierbestandteile enthalten, also auch keine Milch oder Eier. Wer sich von den Zielen der Foodwatch-Aktion angesprochen fühlt, der kann sich auf der Homepage von Foodwatch für „Versteckte Tiere kennzeichnen!“ eintragen. Ein Kampf für Transparenz und Entscheidungsfreiheit, denn jeder sollte in der Lage sein zu bestimmen, was genau er isst.


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