„Vom Baden wird abgeraten“

Die Badestellen Kleine Badewiese und Grunewaldturm erfüllen EU-Richtlinien nicht und fallen aus den regelmäßigen Untersuchungen.

Zwar legte der Sommer eine kurze Pause ein, doch jetzt scheint er wiederzukommen. Doch die Freunde des Wassersports müssen wieder eine schlechte Nachricht hinnehmen: Das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LaGeSo) wird für die beiden Badestellen Grunewaldturm und Kleine Badewiese in 2013 keine weiteren Untersuchungsergebnisse veröffentlichen. Die Empfehlung „Vom Baden wird abgeraten“ wird an diesen beiden Badestellen die gesamte weitere Saison über bestehen bleiben.

An der Kleinen Badewiese wird die gesamte Saison über vom Baden abgeraten

An der Kleinen Badewiese wird die gesamte Saison über vom Baden abgeraten.

Wasserqualität mangelhaft

Hintergrund sind die gesetzlichen Regelungen der EU-Badegewässerrichtlinie, nach denen der Zustand der Badegewässer anhand der mikrobiologischen Parameter Escherichia coli und intestinale Enterokokken über den Zeitraum der letzten 4 Jahre beurteilt werden muss. Daher wird die aktuell gültige Einstufung „mangelhaft“ in diesem Jahr nicht mehr geändert. Der Schwerpunkt bei der Überwachung der Badegewässer zum Schutz der Badenden liegt nicht mehr wie bisher auf den 14-tägigen Messungen der Gewässerqualität. Die Badestellen südlich von Grunewaldturm und Kleiner Badewiese – beispielsweise Lieper Bucht oder Breitehorn  – sind dagegen auch weiterhin zum Baden geeignet. Für diese Badestellen werden die Untersuchungsergebnisse auch in der laufenden Badesaison regelmäßig veröffentlicht.

Spandau als wasserreicher Bezirk hat vielfältige Wassersportangebote an und auf dem Nass.

Spandau als wasserreicher Bezirk hat vielfältige Wassersportangebote an und auf dem Nass. Fotos (2): Patrick Rein

Fast nur Spandaus Gewässer betroffen

Die Badegewässerqualität wurde 2012 (Untersuchungszeitraum 2009-2012) an fast allen Berliner Badestellen mit „ausgezeichnet“ eingestuft. Ausgenommen davon sind neben den beiden bereits angesprochenen Badestellen nur noch das „Breitehorn“ mit der Abstufung „gut“, welche die Kriterien nicht erfüllten. Damit sind nahezu drei Spandauer Badestellen betroffen, während alle anderen mit „ausgezeichnet“ bewertet wurden.  Damit bleiben den Spandauerinnen und Spandauern nur noch die Bürgerablage, das Breitehorn sowie der Groß Glienicker See nördlich und südlich zur Erfrischung wenn das Wetter wieder sommerlich werden sollte. Zumal steht mit dem Staaken Süd weiterhin nur ein Sommerbad zur Verfügung.

Baderegeln beachten

Normalerweise ist die Selbstreinigungsfähigkeit der natürlichen Gewässer sehr hoch. Selbst ein langer heißer Sommer mit vielen badenden Menschen macht den Badegewässern nicht viel aus. Dennoch kann jeder einzelne auch dazu beitragen, dass Belastungen gering bleiben. Hunde verrichten ihre Notdurft niemals beim Schwimmen im Wasser. Das sollte auch für den Menschen gelten. Wer es überdies auf sich nimmt, statt in die Büsche in das nächste Toilettenhäuschen zu gehen, schont seine Badestelle, denn so können beim nächsten Regen Urin und Kot nicht ins Gewässer eingespült werden. Zudem gehören Abfall sowie Essensreste in Müllkörbe und sollten nicht einfach liegengelassen werden. Außerdem sollten Schilfgürtel und Röhricht gemieden werden – denn diese bilden die natürlichen Filter des Gewässers.

Patrick Rein


Zu finden unter: FeaturedGesundheitNews

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